Dosierung/AnwendungONIVYDE pegyliert liposomal (Irinotecan) darf nur von medizinischem Fachpersonal, das Erfahrung in der Anwendung von Krebstherapien hat, an Patienten verschrieben und verabreicht werden.
ONIVYDE pegyliert liposomal (Irinotecan) entspricht nicht den nicht-liposomalen Irinotecan-Formulierungen. Die unterschiedlichen Formulierungen sollten nicht gegeneinander ausgetauscht werden.
Dosierung
ONIVYDE pegyliert liposomal darf nicht als Einzelwirkstoff angewendet werden. Die Therapie sollte bis zur Krankheitsprogression fortgesetzt werden oder bis der Patient das Medikament nicht mehr verträgt.
ONIVYDE pegyliert liposomal in Kombination mit Oxaliplatin, 5-Fluorouracil und Leucovorin
ONIVYDE pegyliert liposomal, Oxaliplatin, LV und 5-FU sollten nacheinander gegeben werden. Die empfohlene Dosis von ONIVYDE pegyliert liposomal ist 50 mg/m² intravenös über 90 Minuten und danach Oxaliplatin 60 mg/m2 intravenös über 120 Minuten, gefolgt von LV 400 mg/m2 intravenös über 30 Minuten, gefolgt von 5-FU 2'400 mg/m2 intravenös über 46 Stunden, in Abständen von 2 Wochen.
Sollte Oxaliplatin nicht gut vertragen werden, kann es abgesetzt werden und die Behandlung kann mit ONIVYDE pegyliert liposomal und 5-FU /LV weitergeführt werden.
Die empfohlene Anfangsdosis von ONIVYDE pegyliert liposomal bei Patienten mit homozygotem UGT1A1*28-Allelstatus ist gleich und beträgt ebenfalls 50 mg/m2 intravenös über 90 Minuten (siehe die Abschnitte «Pharmakodynamik» und «Pharmakokinetik»).
ONIVYDE pegyliert liposomal in Kombination mit 5-Fluorouracil und Leucovorin
Die empfohlene Dosis von ONIVYDE pegyliert liposomal ist 70 mg/m2 intravenös über 90 Minuten, gefolgt von Leucovorin (LV) 400 mg/m2 intravenös über 30 Minuten und danach 5-Fluroruracil (5-FU) 2400 mg/m2 intravenös über 46 Stunden in Abständen von 2 Wochen.
Homozygote Träger der UGT1A1*28 Variante
Bei Patienten, die homozygote Träger von UGT1A1*28 sind, ist die empfohlene Anfangsdosis von ONIVYDE pegyliert liposomal (Irinotecan) 50 mg/m2 (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Eine Dosissteigerung von ONIVYDE pegyliert liposomal auf 70 mg/m2 kann bei Verträglichkeit für nachfolgende Zyklen in Erwägung gezogen werden.
Prämedikation
Es wird empfohlen, Patienten eine Prämedikation mit Standarddosen von Dexamethason (oder einem gleichwertigen Kortikosteroid) in Kombination mit einem 5-HT3-Antagonisten (oder einem anderen Antiemetikum) mindestens 30 Minuten vor der ONIVYDE pegyliert liposomal-Infusion zu verabreichen.
Dosisanpassung/Titration
Alle Dosisanpassungen sollten auf der schwerwiegendsten vorhergehenden Toxizität beruhen wobei für die LV-Dosis keine Anpassung erforderlich ist. Die Tabellen 1 und 2 zeigen die Dosisanpassungen, die zur Behandlung von Toxizitäten jeglichen Grades von ONIVYDE pegyliert liposomal empfohlen werden.
ONIVYDE pegyliert liposomal in Kombination mit Oxaliplatin, 5-Fluorouracil und Leucovorin
Für Patienten, die die Behandlung mit 50 mg/m2 ONIVYDE pegyliert liposomal beginnen, wird eine erste Reduktion der Dosis auf 80 % der ursprünglichen Dosis, eine zweite Reduktion der Dosis auf 65 % der ursprünglichen Dosis und eine dritte Reduktion der Dosis auf 50 % der ursprünglichen Dosis empfohlen.
Patienten, die eine weitere Dosisreduktion benötigen, sollten die Behandlung abbrechen.
ONIVYDE pegyliert liposomal in Kombination mit 5-Fluorouracil und Leucovorin
Für Patienten, die die Behandlung mit 50 mg/m2 ONIVYDE pegyliert liposomal beginnen und die Dosis nicht auf 70 mg/m2 steigern, wird eine erste Reduktion der Dosis auf 43 mg/m2 und eine zweite Reduktion der Dosis auf 35 mg/m2 empfohlen. Patienten, die eine weitere Dosisreduktion benötigen, sollten die Behandlung abbrechen.
Bei Patienten, die Träger der UGT1A1*28-Variante sind und bei denen im ersten Therapiezyklus (reduzierte Dosis von 50 mg/m2) keine Toxizitäten durch das Arzneimittel aufgetreten sind, kann die ONIVYDE pegyliert liposomal-Dosis in nachfolgenden Zyklen je nach individueller Patientenverträglichkeit auf eine Dosis von insgesamt 70 mg/m2 gesteigert werden.
ONIVYDE pegyliert liposomal in Kombination mit Oxaliplatin, 5-Fluorouracil und Leucovorin
Tabelle 1: Empfohlene Dosisänderungen für ONIVYDE pegyliert liposomal + Oxaliplatin/5-FU/LV
Toxizitätsgrad (Wert) nach NCI CTCAE v5.0a
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Auftreten
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Anpassung von ONIVYDE Pegyliert liposomal bei Patienten, die 50 mg/m2 erhalten
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Grade 3 oder 4 Nebenwirkungenb
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Behandlungsabbruch Nach Erholung auf ≤ Grad 1c,d,e, ONIVYDE pegyliert liposomal wieder aufnehmen bei:
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Erstes Auftreten
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40 mg/m2
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Zweites Auftreten
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32.5 mg/m2
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Drittes Auftreten
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25 mg/m2
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Viertes Auftreten
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Behandlungsabbruch
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Hand-Fuss-Syndrom: Grad 3 oder 4
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Erstes Auftreten
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Behandlungsabbruch
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Neurozerebelläre Toxizität jeglichen Grades oder kardiale Toxizität ≥ Grad 2
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Erstes Auftreten
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Behandlungsabbruch
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Anaphylaktische Reaktion
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Erstes Auftreten
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Behandlungsabbruch
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Interstitielle Lungenerkrankung
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Erstes Auftreten
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Behandlungsabbruch
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a
NCI CTCAE v5.0 = National Cancer Institute Common Terminology Criteria for Adverse Events Version 5.0 (Allgemeine Terminologiekriterien von unerwünschten Ereignissen des Nationalen Krebsinstituts) b Asthenie, Alopezie und Anorexie Grad 3 erfordern keine Dosisanpassung. c Ein neuer Therapiezyklus sollte erst beginnen, wenn die absolute Neutrophilenzahl ≥2.000 Zellen/mm3 (2x109/L) und die Thrombozytenzahl ≥100.000 Thrombozyten/mm3 (100x109/L) beträgt. d Bei Übelkeit und Erbrechen des Grades ≥3 ist die Dosis nur bei Auftreten trotz einer optimalen antiemetischen Therapie zu reduzieren. e Siehe die Fachinformation von Fluorouracil und Oxaliplatin. Wenn die Dosis von ONIVYDE aufgrund von Nebenwirkungen reduziert wird, sind die Dosen von Fluorouracil (FU) und Oxaliplatin zu verringern: beim ersten Auftreten ist die Dosis auf 80 % der Anfangsdosis zu reduzieren; beim zweiten Auftreten ist die Dosis auf 65 % der Anfangsdosis zu reduzieren; beim dritten Auftreten ist die Dosis auf 50 % der Anfangsdosis zu reduzieren; beim vierten Auftreten ist die die Behandlung abzubrechen. Sollte Oxaliplatin nicht gut vertragen werden, kann es abgesetzt werden und die Behandlung kann mit ONIVYDE pegyliert liposomal und 5-FU /LV weitergeführt werden. Beibehaltung der Anfangsdosis von Leucovorin beim ersten, zweiten und dritten Auftreten von Toxizität.
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Patienten mit homozygotem UGT1A1*28-Allelstatus sollten ONIVYDE pegyliert liposomal in der gleichen Dosis beginnen, und es gelten dieselben Anforderungen an die Dosisreduktion.
Oxaliplatin kann bei Verträglichkeitsproblemen abgesetzt werden, wobei die Behandlung mit ONIVYDE pegyliert liposomal + 5-FU/LV beibehalten werden kann.
ONIVYDE pegyliert liposomal in Kombination mit 5-Fluorouracil und Leucovorin
Tabelle 2: Empfohlene Dosisänderungen für ONIVYDE pegyliert liposomal+5-FU/LV bei Grad 3–4 Toxizitäten für Patienten, die für UGT1A1*28 nicht homozygot sind
Toxizitätsgrad (Wert) gemäss NCI CTCAE v 4.01
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Anpassung von ONIVYDE pegyliert liposomal/5-FU (für Patienten, die für UGT1A1*28 nicht homozygot sind)
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Neutropenisches Fieber oder Toxizitäten Grad 3 oder 4: ·Neutropenie (<1000 Zellen/mm3) ·Leukopenie ·Thrombozytopenie ·Diarrhoe ·Leber-, Nieren-, Atemwegs- oder sonstige2 Toxizitäten
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Erstes Auftreten
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Reduzieren der ONIVYDE pegyliert liposomal-Dosis auf 50 mg/m2 Reduzieren der 5-FU-Dosis um 25% (1.800 mg/m2).
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Zweites Auftreten
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Reduzieren der ONIVYDE pegyliert liposomal-Dosis auf 43 mg/m2 Reduzieren der 5-FU-Dosis um zusätzliche 25% (1.350 mg/m2).
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Drittes Auftreten
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Behandlungsabbruch
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Neutropenie
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Ein neuer Therapiezyklus sollte erst beginnen, wenn die absolute Neutrophilenzahl ≥1.500 Zellen/mm3 beträgt.
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Thrombozytopenie
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Ein neuer Therapiezyklus sollte erst beginnen, wenn die Thrombozytenzahl ≥100.000 Thrombozyten/mm3 beträgt.
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Diarrhoe
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Ein neuer Therapiezyklus sollte erst beginnen, wenn sich die Diarrhoe auf ≤ Grad 1 (2-3 Stühle/Tag mehr im Vergleich zur Häufigkeit vor Behandlungsbeginn) einpendelt.
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Leber-, Nieren-, Atemwegs- oder sonstige2 Toxizitäten Grad 3 oder 4
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Ein neuer Therapiezyklus sollte erst beginnen, wenn sich die Nebenwirkungen auf ≤ Grad 1 einpendeln.
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Übelkeit/Erbrechen
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Ein neuer Therapiezyklus sollte erst beginnen, wenn sich Übelkeit/Erbrechen auf ≤ Grad 1 oder auf die Ausgangswerte einpendeln.
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Übelkeit/Erbrechen Grad 3 oder 4 (trotz antiemetischer Therapie)
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Erstes Auftreten
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Optimieren der antiemetischen Therapie Reduzieren der ONIVYDE pegyliert liposomal-Dosis auf 50 mg/m2
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Zweites Auftreten
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Optimieren der antiemetischen Therapie Reduzieren der ONIVYDE pegyliert liposomal-Dosis auf 43 mg/m2
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Drittes Auftreten
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Behandlungsabbruch
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Anaphylaktische Reaktion
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Erstes Auftreten
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Behandlungsabbruch
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Interstitielle Lungenerkrankung
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Erstes Auftreten
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Behandlungsabbruch
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1 NCI CTCAE v 4.0 = National Cancer Institute Common Terminologe Criteria for Adverse Events Version 4.0 (Allgemeine Terminologiekriterien von unerwünschten Ereignissen des Nationalen Krebsinstituts)
2 Schliesst Asthenie und Anorexie aus; Asthenie und Anorexie Grad 3 erfordern keine Dosisanpassung.
Homozygote Träger der UGT1A1*28 Variante
Für diese Patienten sind die in Tabelle 2 empfohlenen Dosisreduktionen ebenfalls anwendbar. Allerdings wird für Patienten, die die Dosis nicht auf 70 mg/m2 steigern, eine erste Reduktion der Dosis auf 43 mg/m2 und eine zweite Reduktion der Dosis auf 35 mg/m2 empfohlen. Beim dritten Auftreten soll die Behandlung abgebrochen werden. Dosisanpassung für 5-FU gemäss Tabelle 2. Beim ersten Auftreten einer anaphylaktischen Reaktion und einer interstitiellen Lungenerkrankung sollte die Behandlung abgebrochen werden.
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Die Anwendung von ONIVYDE pegyliert liposomal wurde bei Patienten mit Leberfunktionsstörung nicht untersucht. Die Anwendung von ONIVYDE pegyliert liposomal sollte bei Patienten mit einem Bilirubinspiegel von > 2,0 mg/dl oder einem Anstieg der Aspartataminotransferase- (AST) und Alaninaminotransferasespiegel (ALT) um ein > 2,5-Faches des oberen Limits des Normalwertes (ULN) bzw. ein > 5-Faches des oberen Limits des Normalwertes (ULN) bei Vorliegen von Lebermetastasen vermieden werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Die Anwendung von ONIVYDE pegyliert liposomal wurde bei Patienten mit Nierenfunktionsbeeinträchtigung nicht untersucht. Eine Dosisanpassung von ONIVYDE pegyliert liposomal wird bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Nierenfunktionsbeeinträchtigung nicht empfohlen. ONIVYDE pegyliert liposomal wird nicht zur Anwendung bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsbeeinträchtigung (CLcr < 30 ml/min) empfohlen.
Ältere Patienten
Eine Dosisanpassung wird nicht empfohlen.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von ONIVYDE pegyliert liposomal bei Kindern und Jugendlichen (im Alter von ≤18 Jahren) ist nicht untersucht.
Art der Anwendung
Intravenöse Anwendung.
Das Konzentrat muss vor Anwendung verdünnt und in einer einzigen intravenösen Infusion über 90 Minuten verabreicht werden. Ausführliche Informationen siehe unter «Sonstige Hinweise».
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