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Fachinformation zu Nexviadyme 100 mg, Pulver für Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung:Sanofi-Aventis (Suisse) SA
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Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Überempfindlichkeitsreaktionen einschliesslich Anaphylaxie
Bei mit Nexviadyme behandelten Patienten wurden Überempfindlichkeitsreaktionen, einschliesslich Anaphylaxie, berichtet (siehe «Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen»).
Während der Verabreichung von Nexviadyme sollten geeignete medizinische Unterstützungsmassnahmen, einschliesslich Geräte zur kardiopulmonalen Reanimation, zur Verfügung stehen, insbesondere für Patienten mit Herzhypertrophie sowie für Patienten mit stark beeinträchtigter Atemfunktion.
Bei schwerer Überempfindlichkeitsreaktion oder Anaphylaxie muss Nexviadyme sofort abgesetzt und eine geeignete medizinische Behandlung eingeleitet werden. Risiko und Nutzen sind vor einer erneuten Verabreichung von Nexviadyme nach einer Anaphylaxie oder einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion abzuwägen. Einige Patienten wurden erneut mit geringeren Infusionsraten bei einer niedrigeren Dosis als der empfohlenen Dosis behandelt. Bei Patienten mit schwerer Überempfindlichkeitsreaktion kann eine Desensibilisierung gegen Nexviadyme in Erwägung gezogen werden. Falls die Entscheidung getroffen wird, Nexviadyme erneut zu verabreichen, sollte mit äusserster Vorsicht vorgegangen werden, wobei geeignete Massnahmen für den Fall einer Reanimation vorzusehen sind. Wenn der Patient die Infusion verträgt, kann die Dosis bis zum Erreichen der empfohlenen Dosis erhöht werden (siehe «Art der Anwendung»).
Wenn eine leichte oder mittelschwere Überempfindlichkeitsreaktion auftritt, kann die Infusionsrate reduziert oder die Infusion vorübergehend gestoppt werden.
Infusionsassoziierte Reaktionen (IARs)
In klinischen Studien wurde berichtet, dass IARs jederzeit während und/oder innerhalb weniger Stunden nach der Infusion von Nexviadyme auftraten, wobei die Wahrscheinlichkeit mit höheren Infusionsraten anstieg (siehe «Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen»).
Patienten mit einer akuten Grunderkrankung zum Zeitpunkt der Nexviadyme-Infusion können ein höheres Risiko für IARs haben. Patienten mit fortgeschrittenem Morbus Pompe können eine beeinträchtigte Herz- und Atemfunktion haben, was sie für ein höheres Risiko für schwere Komplikationen durch IARs prädisponieren kann. Die Gabe von Antihistaminika, Antipyretika und/oder Kortikosteroide vor der Verabreichung von Nexviadyme kann das Risiko von IARs verringern. Dennoch können auch bei vorbehandelten Patienten IARs auftreten.
Im Falle einer schweren IAR sollte die Nexviadyme-Infusion sofort beendet und eine geeignete medizinische Behandlung eingeleitet werden. Risiko und Nutzen sind vor einer erneuten Verabreichung von Nexviadyme nach schweren IARs abzuwägen. Einige Patienten wurden erneut mit geringeren Infusionsraten bei einer niedrigeren Dosis als der empfohlenen Dosis behandelt. Wenn der Patient die Infusion verträgt, kann die Dosis bis zum Erreichen der empfohlenen Dosis erhöht werden (siehe «Art der Anwendung»).
Falls eine leichte oder mittelschwere IAR unabhängig von einer Vorbehandlung auftritt, kann eine Verringerung der Infusionsrate oder ein vorübergehender Abbruch der Infusion zu einer Verbesserung der Symptome führen (siehe «Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen»).
Immunogenität
Sowohl bei therapienaiven (95 %) als auch bei zuvor mit einer anderen Enzymersatztherapie (ERT) behandelten Patienten (62 %) wurden auf die Behandlung zurückzuführende Antikörper gegen das Arzneimittel (anti-drug antibodies, ADA) berichtet.
IARs und Überempfindlichkeitsreaktionen können unabhängig von der Bildung von ADA auftreten. Die meisten IARs und Überempfindlichkeitsreaktionen waren leicht oder mittelschwer und waren mittels klinischer Standardbehandlung therapierbar. Bei therapienaiven Patienten wurde mit steigendem ADA-Titer ein Trend zur Erhöhung der IAR-Inzidenz beobachtet, wobei die höchste IAR-Inzidenz (69,2 %) im Bereich des höchsten ADA-Titers (≥12 800) berichtet wurde, verglichen mit einer Inzidenz von 33,3 % bei Patienten mit mittlerem ADA-Titer (1 600 bis 6 400), einer Inzidenz von 14,3 % bei Patienten mit einem niedrigen ADA-Titer (100 bis 800) und einer Inzidenz von 33,3 % bei Patienten ohne ADA.
Bei den meisten Patienten wurde kein klinisch signifikanter Effekt von ADA auf die Wirksamkeit festgestellt, jedoch werden die pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Parameter in Abhängigkeit vom Titer beeinflusst.
Ein Test auf ADA kann bei Patienten, die nicht auf die Behandlung ansprechen, sinnvoll sein. Bei Patienten, die ein Risiko für eine allergische Reaktion aufweisen oder die eine anaphylaktische Reaktion auf Alglucosidase alfa hatten und bei denen ein unerwünschtes Ereignis auftritt, können immunologische Tests, einschliesslich der Bestimmung von ADA IgG- und IgE-Antikörpertiter in Betracht gezogen werden.
Neutralisierende Antikörper (NAb) wurden bei einigen ADA-positiven Patienten nachgewiesen. 14 Patienten (22,6 %) entwickelten NAb, die die Enzymaktivität und die Zellaufnahme hemmten, 5 Patienten (8,6 %) entwickelten NAb, die nur die Enzymaktivität hemmten und 12 Patienten (19,4 %) entwickelten NAb, die nur die Zellaufnahme hemmten. Die Auswirkung von neutralisierenden Antikörpern auf die klinische Wirksamkeit kann auch mithilfe der verfügbaren klinischen Daten nicht schlüssig beurteilt werden. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass neutralisierende Antikörper einen negativen Einfluss auf die klinische Wirksamkeit ausüben (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).
Bei Patienten, die IgE-Antikörper bilden, kann bei wiederholter Gabe des Arzneimittels ein erhöhtes Risiko für schwere IARs vorliegen. Die Entwicklung von IgE-Antikörpern gegen Avalglucosidase alfa wurde bei einem Patienten nachgewiesen.
Risiko eines akuten kardiopulmonalen Versagens
Bei der Verabreichung von Nexviadyme an Patienten, bei denen es zu einer Volumenüberladung kommen kann, oder an Patienten mit bestehender akuter Atemwegserkrankung oder eingeschränkter Herz- und/oder Atemfunktion, für die eine Flüssigkeitsrestriktion indiziert ist, ist Vorsicht geboten. Bei diesen Patienten besteht während der Infusion möglicherweise das Risiko einer schwerwiegenden Verschlechterung ihres kardialen oder respiratorischen Zustands. Geeignete Massnahmen zur medizinischen Unterstützung und Überwachung sollten während der Nexviadyme-Infusion zur Verfügung stehen. Einige Patienten müssen möglicherweise ihren individuellen Bedürfnissen entsprechend über einen längeren Zeitraum hinweg überwacht werden.
Durch Immunkomplexe vermittelte Reaktionen
Wie bei anderen Enzymersatztherapien besteht auch bei der Gabe von Nexviadyme das Risiko von durch Immunkomplexe vermittelten Reaktionen, beispielsweise der Haut oder der Nieren. Obwohl kein solcher Fall bislang beschrieben wurde, sollte dieses Risiko bei Patienten, die mit Nexviadyme behandelt werden, berücksichtigt werden. Bei Patienten mit hohen IgG-Antikörpertiterwerten sollten regelmässig Urintests durchgeführt werden.

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