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Fachinformation zu KLISYRI®:Almirall AG
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Fahrtücht.Unerw.WirkungenÜberdos.Eigensch.Pharm.kinetikPräklin.Sonstige H.Swissmedic-Nr.
PackungenReg.InhaberStand d. Info. 

Zusammensetzung

Wirkstoffe
Tirbanibulinum.
Hilfsstoffe
Propylenglycolum 890 mg/g, Glyceroli monostearas 40-55.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Klisyri ist angezeigt für die topische Feldtherapie nicht hyperkeratotischer, nicht hypertropher aktinischer Keratosen im Gesicht oder auf der Kopfhaut bei Erwachsenen.

Dosierung/Anwendung

Klisyri darf nur unter ärztlicher Kontrolle angewendet werden.
Klisyri sollte über einen Behandlungszyklus von 5 aufeinanderfolgenden Tagen einmal täglich auf den Behandlungsbereich im Gesicht oder auf der Kopfhaut aufgetragen werden. Den Behandlungsbereich (bis zu 25 cm2) dafür dünn mit der Salbe bedecken.
Klinische Daten zu einer länger als einen Behandlungszyklus von 5 aufeinanderfolgenden Tagen dauernden Behandlung liegen nicht vor (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Wurde eine Dosis vergessen, sollte diese schnellstmöglich nachgeholt und der Behandlungsplan dann wie vorgesehen fortgeführt werden. Die Salbe sollte aber nicht häufiger als einmal täglich aufgetragen werden.
Klisyri darf erst angewendet werden, wenn die Haut nach Behandlung mit einem zuvor angewendeten Arzneimittel, Verfahren oder chirurgischen Eingriff verheilt ist, und darf nicht auf offene Wunden oder verletzte Haut aufgetragen werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Der optimale therapeutische Effekt kann rund 8 Wochen nach Behandlungsbeginn beurteilt werden. Ist der behandelte Bereich zum Zeitpunkt der Verlaufskontrolle rund 8 Wochen nach Beginn des Anwendungszyklus oder später nicht vollständig abgeheilt, sollte die Behandlung neu bewertet und überprüft werden.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Klisyri wurde nicht an Patienten mit Leberfunktionsstörung untersucht. Auf der Grundlage der klinischen Pharmakologie und in vitro-Studien sind keine Dosisanpassungen erforderlich (siehe «Pharmakokinetik»).
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Klisyri wurde nicht an Patienten mit Nierenfunktionsstörung untersucht. Auf der Grundlage der klinischen Pharmakologie und in vitro-Studien sind keine Dosisanpassungen erforderlich (siehe «Pharmakokinetik»).
Immungeschwächte Patienten
Es liegen keine klinischen Daten für die Behandlung von immungeschwächten Patienten vor (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Ältere Patienten
Es ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»).
Kinder und Jugendliche
Es gibt keinen relevanten Anwendungsbedarf von Klisyri für die Indikation aktinische Keratose bei Kindern und Jugendlichen. Bei Kindern und Jugendlichen liegen keine Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit von Klisyri vor.
Art der Anwendung
Klisyri ist nur für die äusserliche Anwendung bestimmt. Klisyri darf weder mit den Schleimhäuten noch mit den Augen in Kontakt kommen. Hinweise zu Anwendungsfehlern, siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».
Jeder Beutel ist nur zur einmaligen Anwendung bestimmt und muss anschliessend entsorgt werden (siehe «Sonstige Hinweise»).
Die Behandlung ist zur Selbstanwendung vorgesehen.
Vor jeder Anwendung von Klisyri sollte der Behandlungsbereich mit Wasser und einer milden Seife gereinigt und dann abgetrocknet werden. Etwas Salbe sollte aus dem Einwegbeutel auf eine Fingerspitze gedrückt werden und eine dünne Schicht gleichmässig auf dem gesamten Behandlungsbereich von bis zu 25 cm2 aufgetragen werden. Vor und direkt nach dem Auftragen der Salbe sollten die Hände mit Wasser und Seife gewaschen werden.
Der behandelte Bereich sollte nicht bandagiert oder anderweitig abgedeckt werden. Nach der Anwendung von Klisyri sollte der behandelte Bereich über einen Zeitraum von ca. 8 Stunden nicht gewaschen oder berührt werden. Nach Ablauf dieses Zeitraums kann der behandelte Bereich mit Wasser und gegebenenfalls mit einer milden Seife gewaschen werden. Die Salbe sollte täglich ungefähr zur gleichen Uhrzeit aufgetragen werden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Anwendungsfehler
Das Präparat sollte nicht mit den Augen in Kontakt kommen. Tirbanibulinsalbe kann Augenreizungen verursachen. Bei versehentlichem Kontakt mit den Augen sollten diese sofort mit reichlich Wasser gespült werden und der Patient sollte schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.
Klisyri darf nicht verschluckt werden. Wird das Präparat versehentlich verschluckt, sollte der Patient reichlich Wasser nachtrinken und anschliessend einen Arzt aufsuchen.
Klisyri sollte nicht im Inneren der Nasenlöcher, in den Ohren oder auf den Lippen angewendet werden.
Die Anwendung von Klisyri empfiehlt sich erst, wenn die Haut nach Behandlung mit einem zuvor angewendeten Arzneimittel, Verfahren oder chirurgischen Eingriff verheilt ist. Das Präparat darf nicht auf offene Wunden oder verletzte Haut aufgetragen werden, bei der die Hautschutzbarriere beeinträchtigt ist (siehe «Dosierung/Anwendung»).
Lokale Hautreaktionen
An der Behandlungsstelle kann es zu lokalen Hautreaktionen einschliesslich Erythem, Schuppenbildung/Schuppung, Krustenbildung, Schwellung, Erosion/Ulzeration, Bläschen- und Pustelbildung kommen, nachdem Klisyri topisch angewendet wurde (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Der Behandlungseffekt kann unter Umständen erst nach Abklingen der lokalen Hautreaktionen adäquat beurteilt werden.
Sonneneinstrahlung
Aufgrund der Art der Erkrankung sollte eine übermässige Sonnenexposition (einschliesslich Höhensonne und Solarium) vermieden bzw. minimiert werden.
Immungeschwächte Patienten
Klisyri sollte bei immungeschwächten Patienten mit Vorsicht angewendet werden (siehe «Dosierung/Anwendung»).
Progressionsrisiko zu Hautkrebs
Veränderungen im Erscheinungsbild der aktinischen Keratose könnten auf eine Progression zu invasivem Plattenepithelkarzinom hindeuten. Eine für aktinische Keratose klinisch atypische Läsion oder ein Verdacht auf eine maligne Erkrankung sollten entsprechend abgeklärt werden.
Behandlung von aktinischen Keratosen
Die topische Behandlung mit Tirbanibulin über mehr als einen Behandlungszyklus von 5 aufeinanderfolgenden Tagen wurde nicht untersucht (siehe «Dosierung/Anwendung»).
Hilfsstoffe
Dieses Arzneimittel enthält 890 mg Propylenglycol pro Gramm Salbe.

Interaktionen

Es wurden in vivo keine pharmakokinetischen oder pharmakodynamischen Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.
Angesichts des Verabreichungsweges (topisch), der kurzen Anwendungsdauer (5 Tage), der geringen systemischen Exposition (subnanomolare mittlere Cmax) und der in vitro-Daten besteht bei maximaler klinischer Exposition ein geringes Potenzial für Wechselwirkungen mit Klisyri (siehe «Pharmakokinetik/in vitro-Interaktionen»).

Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft
Es gibt keine hinreichenden Daten zur Anwendung von Tirbanibulin bei Schwangeren. In tierexperimentellen Studien fand sich eine Reproduktionstoxizität (siehe «Präklinische Daten»).
Schwangere oder Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, sollten Klisyri nicht anwenden.
Da die systemische Resorption von Tirbanibulin gering ist (siehe «Pharmakokinetik») wird das Risiko einer topischen Behandlung mit Klisyri als gering eingestuft. Jedoch sollte Klisyri während der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Kommt es während der Behandlung zu einer Schwangerschaft, sollte die Patientin ärztlichen Rat einholen.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Tirbanibulin oder seine Metaboliten in die Muttermilch übergehen.
Ein Risiko für das Neugeborene / Kind kann nicht ausgeschlossen werden.
Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder die Behandlung mit Klisyri zu unterbrechen ist. Dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau zu berücksichtigen.
Fertilität
Es liegen keine klinischen Daten zu den Auswirkungen von topisch angewendetem Klisyri auf die Fertilität beim Menschen vor. In tierexperimentellen Studien fand sich eine männliche Reproduktionstoxizität (siehe «Präklinische Daten»). Das Risiko von Nebenwirkungen auf die weibliche oder männliche Fertilität wird als gering eingestuft, da topisch angewendetes Tirbanibulin nur minimal resorbiert wird (siehe «Pharmakokinetik»). Klisyri wird jedoch nicht empfohlen für Frauen und Männer, die beabsichtigen, schwanger zu werden bzw. ein Kind zu zeugen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Klisyri hat keinen oder einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Die am häufigsten berichteten unerwünschten Wirkungen in klinischen Studien sind lokale Hautreaktionen, die leicht bis mittelstark ausgeprägt waren und ohne Behandlung abheilten. Zu den lokalen Hautreaktionen gehören Erythem (91%), Schuppenbildung/Schuppung (82%), Krustenbildung (46%), Schwellung (39%), Erosion/Ulzeration (12%) und Bläschen-/Pustelbildung (8%) an der Anwendungsstelle. Zudem wurden Juckreiz (9,1%) und Schmerzen (9,9%) an der Anwendungsstelle berichtet. Fälle von Juckreiz und Schmerzen an der Anwendungsstelle waren mild bis mittelstark, vorübergehend (traten meist während der ersten 10 Tage nach Behandlungsbeginn auf) und erforderten in der Regel keine Behandlung.
Auflistung der Nebenwirkungen
Tabelle 1 listet die Nebenwirkungen auf, die von 353 mit Klisyri behandelten Patienten mit aktinischen Keratosen berichtet wurden. Diese Patienten waren in zwei Vehikel-kontrollierten klinischen Phase-3-Studien mit insgesamt 702 Patienten eingeschlossen. Bei den Häufigkeitsangaben von unerwünschten Wirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1000, <1/100), selten (≥1/10'000, <1/1000), sehr selten (<1/10'000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Tabelle 1:

Systemorganklasse

Unerwünschte Wirkung

Häufigkeit

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Erythem an der Anwendungsstelle

Sehr häufig

Exfoliation an der Anwendungsstelle (Schuppenbildung und Schuppung)

Sehr häufig

Schorf an der Anwendungsstelle (Krustenbildung)

Sehr häufig

Schwellung an der Anwendungsstelle

Sehr häufig

Erosion (auch Ulzeration) an der Anwendungsstelle

Sehr häufig

Schmerzen an der Anwendungsstellea

Häufig

Juckreiz an der Anwendungsstelle

Häufig

Bläschenbildung (auch Pusteln) an der Anwendungsstelle

Häufig

a Schmerzen an der Anwendungsstelle umfasst Schmerzen, Berührungsempfindlichkeit, Stechen und Brennen an der Anwendungsstelle.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Lokale Hautreaktionen
Die meisten lokalen Hautreaktionen waren vorübergehend und leicht bis mittelstark. Nach Anwendung von Klisyri waren die häufigsten lokalen Hautreaktionen mit einem Schweregrad über dem Basiswert Erythem (91%), Schuppenbildung/Schuppung (82%), Krustenbildung (46%), Schwellung (39%), Erosion/Ulzeration (12%) und Bläschen-/Pustelbildung (8%). Starke lokale Hautreaktionen traten mit einer Gesamtinzidenz von 13% auf. Zu den starken lokalen Hautreaktionen, die mit einer Inzidenz von >1% auftraten, gehörten: Schuppenbildung/Schuppung (9%), Erythem (6%) und Krustenbildung (2%). Keine der lokalen Hautreaktionen erforderte eine Behandlung.
Die lokalen Hautreaktionen nach Behandlung mit Klisyri hatten ihren Höhepunkt an Tag 8, liessen bis Tag 15 rasch nach und lagen bis Tag 29 beim Basiswert oder darunter.
Sonneneinstrahlung
Es wurden Studien durchgeführt, um die Auswirkungen ultravioletter Strahlung auf die Haut nach einmaliger und mehrmaliger Anwendung von Klisyri zu beurteilen. Klisyri zeigte kein Anzeichen für Photoirritationen oder photoallergische Effekte.
Langzeitbeobachtung
Insgesamt wurden 202 von 204 Patienten mit vollständiger Abheilung an Tag 57 über einen Zeitraum von weiteren 12 Monaten überwacht (173 behandelt mit Klisyri und 29 behandelt mit Vehikel). Über den gesamten Beobachtungszeitraum wurden keine Nebenwirkungen festgestellt. Die Ergebnisse führten zu keinen Änderungen des Sicherheitsprofils von Klisyri (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»).
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.

Überdosierung

Eine Überdosierung nach topischer Anwendung von Klisyri kann zu einer erhöhten Inzidenz und Schwere von lokalen Hautreaktionen führen. Nach der topischen Anwendung von Klisyri sind aufgrund der geringen systemischen Resorption von Tirbanibulin keine systemischen Anzeichen einer Überdosierung zu erwarten. Im Fall einer Überdosierung sind die klinischen Symptome zu behandeln.
Hinweise zu Anwendungsfehlern siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code
D06BX03
Wirkungsmechanismus
Tirbanibulin hat in vitro und in vivo eine starke antiproliferative und antitumorale Wirkung. Tirbanibulin zerstört das zelluläre Mikrotubuli-Netzwerk, indem es direkt an Tubuline bindet, was zum Zellzyklus-Arrest und zum apoptotischen Zelltod führt und ist mit einer Unterbrechung des Src-Tyrosinkinase-Signalwegs assoziiert.
Pharmakodynamik
Siehe Wirkungsmechanismus.
Klinische Wirksamkeit
Die Wirksamkeit von Klisyri bei der Anwendung im Gesicht oder auf der Kopfhaut über einen Zeitraum von 5 aufeinanderfolgenden Tagen wurde in zwei randomisierten, doppelblinden, Vehikel-kontrollierten Phase-III-Studien (KX01-AK-003 und KX01-AK-004) mit 702 erwachsenen Patienten (353 Patienten behandelt mit Klisyri und 349 Patienten behandelt mit Vehikel) untersucht.
Die Patienten hatten jeweils 4 bis 8 klinisch typische, sichtbare, diskrete, nicht hyperkeratotische, nicht hypertrophe, aktinische Keratose-Läsionen in einem zusammenhängenden Behandlungsbereich von 25 cm2 im Gesicht oder auf der Kopfhaut. An jedem geplanten Verabreichungstag wurde die Salbe auf den gesamten Behandlungsbereich aufgetragen. Die Compliance-Rate war hoch, mehr als 99% der Patienten schlossen diese Studien ab. In der Klisyri-Gruppe lag das Durchschnittsalter bei 69 Jahren (Altersbereich 46 bis 90 Jahre), 96% der Patienten hatten einen Fitzpatrick-Hauttyp I, II oder III. Die Wirksamkeit, gemessen anhand der vollständigen und partiellen Abheilungsrate sowie der medianen prozentualen Reduzierung der aktinischen Keratose-Läsionen, wurde an Tag 57 bewertet.
An Tag 57 wiesen die mit Klisyri behandelten Patienten statistisch signifikant höhere vollständige und partielle Abheilungsraten auf als die mit Vehikel behandelten Patienten (p<0,0001). Auch die mediane prozentuale Reduzierung der aktinischen Keratose-Läsionen war in der mit Klisyri behandelten Gruppe höher als in der Vehikel-Gruppe (siehe Tabelle 2). Die Wirksamkeit variierte zwischen den einzelnen anatomischen Anwendungsstellen (Gesicht oder Kopfhaut). Bei beiden Anwendungsstellen war die vollständige und partielle Abheilungsrate in der mit Klisyri behandelten Gruppe statistisch signifikant höher als in der Vehikel-Gruppe (siehe Tabelle 3).

Tabelle 2: Vollständige und partielle Abheilungsraten und mediane prozentuale (%) Reduzierung der aktinischen Keratose-Läsionen an Tag 57, ITT-Population (KX01-AK-003 und KX01-AK-004)

Gesamt (Gesicht und Kopfhaut)

KX01-AK-003

KX01-AK-004

Klisyri
10 mg/g Salbe

(N=175)

Vehikel
(N=176)

Klisyri
10 mg/g Salbe

(N=178)

Vehikel
(N=173)

Vollständige (100%) Abheilungsratea

77/175
44%d

8/176
5%

97/178
54%

22/173
13%

Partielle (>75%) Abheilungsrateb

119/175
68%d

29/176
16%

136/178
76%

34/173
20%

Mediane prozentuale Reduzierung der aktinischen Keratose-Läsionenc

83,3%

20%

100%

25%

ITT=Intent-to-Treat
a Die vollständige Abheilungsrate war definiert als der Anteil von Patienten, die keine (null) klinisch sichtbaren aktinischen Keratose-Läsionen im Behandlungsbereich aufwiesen.
b Die partielle Abheilungsrate war definiert als der Prozentsatz von Patienten, bei denen 75% oder mehr der zum Zeitpunkt des Studienbeginns festgestellten aktinischen Keratose-Läsionen im Behandlungsbereich abgeheilt waren.
c Mediane prozentuale (%) Reduzierung der aktinischen Keratose-Läsionen im Vergleich zur Basislinie.
d p<0.0001; verglichen mit Vehikel per Cochran-Mantel-Haenszel-Test, stratifiziert nach anatomischer Anwendungsstelle und Studie.

Tabelle 3: Vollständige und partielle Abheilungsrate an Tag 57 nach anatomischer Anwendungsstelle, ITT-Population (KX01-AK-003 und KX01-AK-004)

Anwendungsstelle

KX01-AK-003

KX01-AK-004

Klisyri
10 mg/g Salbe

(N=175)

Vehikel
(N=176)

Klisyri
10 mg/g Salbe

(N=178)

Vehikel
(N=173)

Vollständige (100%) Abheilungsrate

Gesicht n/N

60/119

7/121

73/119

16/118

%

50%

6%

61%

14%

(95% KI)

(41-60%)a

(2-12%)

(52-70%)a

(8-21%)

Kopfhaut n/N

17/56

1/55

24/59

6/55

%

30%

2%

41%

11%

(95% KI)

(19-44%)a

(0-10%)

(28-54%)b

(4-22%)

Partielle (>75%) Abheilungsrate

Gesicht n/N

90/119

23/121

95/119

26/118

%

76%

19%

80%

22%

(95% KI)

(67-83%)a

(12-27%)

(71-87%)a

(15-31%)

Kopfhaut n/N

29/56

6/55

41/59

8/55

%

52%

11%

69%

15%

(95% KI)

(38-65%)a

(4-22%)

(56-81%)a

(6-27%)

KI=Konfidenzintervall; ITT=Intent-to-Treat
a p<0,0001; verglichen mit Vehikel per Cochran-Mantel-Haenszel-Test, stratifiziert nach Studie.
b p<0,0003; verglichen mit Vehikel per Cochran-Mantel-Haenszel-Test, stratifiziert nach Studie.

In den einzelnen Studien waren die vollständige und partielle Abheilungsrate an Tag 57 (der primäre und wichtigste sekundäre Endpunkt dieser Studie) in der mit Klisyri behandelten Gruppe statistisch signifikant höher als in der Vehikel-Gruppe (p≤0,0003), sowohl insgesamt als auch nach Anwendungsstelle (Gesicht oder Kopfhaut).
An Tag 57 wurde für die Studie KX01-AK-003 bzw. Studie KX01-AK-004 bei den Klisyri-Gruppen eine Reduzierung der medianen Anzahl der aktinischen Keratose-Läsionen um 83% bzw. 100% im Vergleich zu 20% bzw. 25% für die Vehikel-Gruppen festgestellt.
Langfristige Wirksamkeit
Insgesamt erreichten 204 Patienten an Tag 57 eine vollständige Abheilung ihrer aktinischen Keratose-Läsionen im Behandlungsbereich (174 behandelt mit Klisyri und 30 behandelt mit Vehikel) und qualifizierten sich damit für eine 12-monatige Nachbeobachtung zur Beurteilung der Rezidivrate. Nach einem Jahr resultierte das erneute Auftreten von Läsionen am Behandlungsort oder neue Läsionen in einer Rezidivrate von 73% bei den mit Klisyri behandelten Patienten.
Risiko des Fortschreitens von Plattenepithelkarzinomen (PEK)
Bis Tag 57 wurden keine PEK im Behandlungsbereich der mit Klisyri (0 von 353 Patienten) oder Vehikel (0 von 349 Patienten) behandelten Patienten gemeldet. Ein isoliertes PEK im Behandlungsbereich wurde von 1 Patienten am Tag nach der Beurteilung von Tag 57 gemeldet. Dieses Ereignis bewertete der Prüfarzt als nicht mit der Behandlung mit Klisyri in Zusammenhang stehend.
Wirksamkeit bei älteren Patienten
Von den 353 mit Klisyri behandelten Patienten in den 2 randomisierten, doppelblinden, Vehikel-kontrollierten Phase-III-Studien waren 246 Patienten (70%) 65 Jahre und älter. Zwischen den jüngeren und den älteren Patienten wurden insgesamt keine Unterschiede in der Wirksamkeit beobachtet.

Pharmakokinetik

Absorption
Nach topischer Behandlung mit Klisyri auf einer 25 cm2 grossen zusammenhängenden Fläche des Gesichts oder der kahlen Kopfhaut, einmal täglich an 5 aufeinanderfolgenden Tagen, wurde die Steady-State-Konzentration von Tirbanibulin nach 72 Stunden erreicht. Am 5. Tag war die systemische Exposition gegenüber Tirbanibulin gering mit einer mittleren maximalen Plasmakonzentration (Cmax) von 0,34 ± 0,30 ng/mL und 0,18 ± 0,10 ng/mL und einer mittleren Fläche unter der Plasmaspiegelkurve von Null bis 24 Stunden (AUC0-24) von 5,0 ± 3,9 h*ng/mL bzw. 3,2 ± 1,9 h*ng/mL bei Probanden, die die topische Behandlung im Gesicht respektive auf der Kopfhaut erhielten.
Distribution
Die Proteinbindung von Tirbanibulin an menschliche Plasmaproteine liegt bei rund 88%.
Metabolismus
In vitro wird Tirbanibulin hauptsächlich über CYP3A4 und in geringerem Masse über CYP2C8 verstoffwechselt. Die Hauptstoffwechselwege sind N-Debenzylierungs- und Hydrolysereaktionen. Die relevantesten Metaboliten fanden sich bei Patienten mit aktinischen Keratosen in einer pharmakokinetischen Maximaldosisstudie; sie wiesen eine minimale systemische Exposition auf.
Elimination
Die Elimination von Tirbanibulin beim Menschen ist nicht vollständig charakterisiert.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Leber- und Nierenfunktionsstörungen
An Patienten mit Leber- und Nierenfunktionsstörung wurden keine Studien mit Klisyri durchgeführt. Aufgrund der geringen systemischen Exposition nach topischer Anwendung von Klisyri einmal täglich über 5 Tage ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass Veränderungen der Leber- oder Nierenfunktion einen Effekt auf die Elimination von Tirbanibulin haben. Dosisanpassungen werden daher nicht für notwendig erachtet (siehe «Dosierung/Anwendung»).
In vitro-Interaktionen
CYP-Enzyme: Tirbanibulin und der Metabolit KX2-5036 hemmten direkt oder zeitabhängig CYP 1A2, 2B6, 2C8, 2C9, 2C19, 2D6 oder 3A4 mit einem IC50-Wert von >17 µM. Tirbanibulin in einer Konzentration bis zu 1 µM (431,5 ng/mL) und der Metabolit KX2-5036 in einer Konzentration bis zu 3 µM (1024 ng/mL) induzierten CYP 1A2, 2B6 oder 3A4 nicht. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Klisyri keinen klinisch bedeutsamen Effekt auf die Pharmakokinetik von Arzneimitteln hat, die durch CYP 1A2, 2B6, 2C8, 2C9, 2C19, 2D6 oder 3A4 metabolisiert werden.
Arzneimitteltransporter: Weder Tirbanibulin noch der Metabolit KX2-5036 waren ein Substrat von MDR1, BCRP, BSEP, MRP2, MATE1, MATE2-K, OAT1, OAT3, OATP1B1, OATP1B3, OCT1 oder OCT2. Tirbanibulin und der Metabolit KX2-5036 hemmten MATE1, MATE2-K, OATP1B1, OATP1B3, OCT1 und/oder OCT2 mit einem IC50-Wert von >1 µM. Die Ergebnisse legen nahe, dass Klisyri keinen klinisch bedeutenden Einfluss auf die Pharmakokinetik von Arzneimitteln hat, die durch MATE1, MATE2-K, OATP1B1, OATP1B3, OCT1 und OCT2 vermittelt werden.

Präklinische Daten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie und der Toxizität bei wiederholter Gabe lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Genotoxizität
In Studien zur Genotoxizität zeigt sich Tirbanibulin als nicht mutagen (Ames), verursachte aber chromosomale Schäden und Mikronuklei. Ausführliche Tests lassen darauf schliessen, dass Tirbanibulin eine aneugene Wirkung hat und dass es unterhalb eines gewissen Grenzwerts zu keinen genotoxischen Ereignissen kommt. In vivo ergab sich bei Plasmakonzentrationen über dem 20-Fachen der menschlichen Exposition in der pharmakokinetischen Maximaldosisstudie eine Genotoxizität.
Kanzerogenität
Studien zur Kanzerogenität von Tirbanibulin wurden nicht durchgeführt.
Reproduktionstoxizität
In einer Studie zur Fertilität und frühen embryonalen Entwicklung bei Ratten wurde eine Abnahme des Hodengewichts, die mit einer reduzierten Spermienkonzentration, einer verringerten Spermienbeweglichkeit, einer erhöhten Inzidenz abnormer Spermien und häufigerer Degeneration des Samenepithels einherging, als Anzeichen für eine Beeinträchtigung der männlichen Fertilität gewertet, die beim 58-Fachen der menschlichen Exposition in der humanen pharmakokinetischen Maximaldosisstudie auftrat. Es gab jedoch keine Veränderungen beim männlichen Paarungs- oder Fertilitätsindex. Die klinische Relevanz dieser Ergebnisse ist nicht bekannt.
In Studien zur embryofetalen Entwicklung bei Ratten und Kaninchen kam es beim 22-Fachen und 65-Fachen der menschlichen Exposition in der humanen pharmakokinetischen Maximaldosisstudie zu einer embryonalen und fetalen Toxizität einschliesslich Missbildungen des Fötus.
In einer Studie zur prä- und postnatalen Entwicklung bei Ratten wurde bei den Nachkommen behandelter Weibchen eine Reduzierung der Fertilität und eine erhöhte embryofetale Letalität beobachtet. Die klinische Relevanz dieser Ergebnisse ist nicht bekannt.
Weitere Daten – (Lokale Toxizität, Phototoxizität)
In dermalen Irritationsstudien an Ratten und Kaninchen verursachte Tirbanibulin eine leichte bis mässige Reizung der Haut nach dermaler Applikation b.i.d für 6 bzw. 8 Tage. In Studien zur Toxizität bei wiederholter Verabreichung an Ratte und Minischwein verursachte Tirbanibulin nach 5 bzw. 28 Tagen und 3 Monaten Anwendung (4 Zyklen mit 5 aufeinanderfolgenden Behandlungstagen, getrennt durch 23 behandlungsfreie Tage) dermale Toxizität. Die lokale Toxizität, Hautirritation und Degeneration/Nekrose in der Epidermis/Dermis waren reversibel oder zeigten eine Tendenz zur Erholung nach der 2 bis 3-wöchigen Erholungsphase in den jeweiligen Studien. In tierexperimentellen Studien war Tirbanibulin ein mässiger Kontaktsensibilisator; dieses wurde beim Menschen jedoch nicht bestätigt.
Tirbanibulin zeigte in vitro unter Verwendung des EpiOcular Eye Irritation Tests kein Augenirritationspotential. Eine in vivo-Augenirritationsstudie am Kaninchen zeigte jedoch, dass Tirbanibulin nach einmaliger Anwendung eine Augenirritation hervorrief. Nach einmaliger dermaler Applikation und Ultraviolett-A (UVA)-Bestrahlung zeigte Tirbanibulin beim Kaninchen keine Phototoxizität.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Haltbarkeit nach Anbruch
Die Beutel müssen nach der ersten Anwendung entsorgt werden.
Besondere Lagerungshinweise
Nicht über 30 °C lagern. Nicht im Kühlschrank lagern. Nicht einfrieren.
Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

68322 (Swissmedic)

Packungen

Packung mit 5 Beuteln à 250 mg Salbe. [A]

Zulassungsinhaberin

Almirall AG, 8304 Wallisellen

Stand der Information

November 2023

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