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Fachinformation zu Rocuronium Aguettant:Aguettant Suisse SA
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Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Da Rocuroniumbromid eine Lähmung der Atemmuskulatur verursacht, ist bei Patienten, die dieses Arzneimittel erhalten, eine künstliche Beatmung erforderlich, bis eine ausreichende Spontanatmung wiederhergestellt ist. Wie bei allen Muskelrelaxanzien ist es wichtig, Intubationsschwierigkeiten einzukalkulieren, insbesondere wenn Rocuroniumbromid zur Blitzeinleitung angewendet wird.
Bei Intubationsschwierigkeiten, die eine sofortige Aufhebung der durch Rocuronium induzierten neuromuskulären Blockade sollte die Verwendung von Sugammadex erwogen werden.
Restblockade
Wie bei anderen neuromuskulären Blockern wurde auch unter Rocuroniumbromid eine Restblockade beobachtet. Um Komplikationen durch Restblockade zu vermeiden, darf erst extubiert werden, sobald sich der Patient ausreichend von der neuromuskulären Blockade erholt hat. Patienten ab 65 Jahren haben ein erhöhtes Risiko für eine Restblockade.
Weitere Faktoren, die nach der Extubation in der postoperativen Phase eine Restblockade verursachen können (wie bestimmte Arzneimittelwechselwirkungen oder der Zustand des Patienten), müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Bei wahrscheinlicher Restblockade kann der Einsatz von Sugammadex oder einem anderen Antagonisten (z.B. Acetylcholinesterasehemmer) erwogen werden, auch wenn dies nicht zur Routine gehört (siehe «Überdosierung» und «Eigenschaften/Wirkungen»).
Anaphylaxie
Nach der Verabreichung von neuromuskulären Blockern können anaphylaktische Reaktionen auftreten (siehe «Nebenwirkungen»). Für die Behandlung solcher Reaktionen sind stets Vorkehrungen zu treffen. Bei Patienten mit vorherigen anaphylaktischen Reaktionen auf neuromuskuläre Blocker ist wegen möglicher Kreuzallergien mit diesen Wirkstoffen besondere Vorsicht geboten. Da bekannt ist, dass neuromuskuläre Blocker sowohl lokal an der Injektionsstelle als auch systemisch die Freisetzung von Histamin auslösen können, müssen das Auftreten von Pruritus und Erythem an der Injektionsstelle sowie systemische histaminoide (anaphylaktoide) Reaktionen stets berücksichtigt werden.
Anwendung mit Suxamethonium
Bei Intubation mit Suxamethonium darf Rocuroniumbromid erst gegeben werden, wenn sich der Patient von der durch Suxamethonium hervorgerufenen neuromuskulären Blockade klinisch erholt hat (siehe «Wechselwirkungen»).
Da Rocuroniumbromid stets in Kombination mit anderen Arzneimitteln verwendet wird und während der Anästhesie selbst bei fehlenden bekannten Auslösefaktoren ein Risiko für maligne Hyperthermie besteht, müssen die Ärzte die Frühzeichen, die gesicherte Diagnosestellung sowie die Behandlung der malignen Hyperthermie vor Beginn der Anästhesie kennen. Tierstudien haben gezeigt, dass Rocuroniumbromid keine maligne Hyperthermie auslöst.
Nach Markteinführung wurden unter Rocuroniumbromid selten Fälle maligner Hyperthermie beobachtet. Ein ursächlicher Zusammenhang wurde nicht bestätigt.
Folgende Zustände können die Pharmakokinetik und/oder Pharmakodynamik von Rocuroniumbromid verändern:
Leber- und/oder Gallenwegserkrankungen sowie Niereninsuffizienz
Da Rocuroniumbromid über Urin und Galle ausgeschieden wird, ist bei Patienten mit klinisch relevanten Leber-/Gallenwegserkrankungen und/oder Niereninsuffizienz Vorsicht geboten. Bei diesen Patienten wurde eine Verlängerung der Wirkungsdauer bei Dosen von 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid beobachtet (siehe «Dosierung und Art der Anwendung»).
Verlängerte Kreislaufzeit
Bei einer verlängerten Kreislaufzeit, z.B. bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, höherem Alter oder Ödemen mit erhöhtem Verteilungsvolumen, kann sich der Wirkungseintritt verzögern. Eine verringerte Plasma-Clearance kann die Wirkungsdauer verlängern.
Neuromuskuläre Erkrankungen
Wie andere neuromuskuläre Blocker ist Rocuroniumbromid bei Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen (schwere Myasthenie), Muskelkrankheiten (Myopathie) oder bei motorischen Defiziten (Parese, Plegie) nach einem akuten Ereignis (Rückenmarksverletzung, Poliomyelitis, längere Immobilisation) mit äusserster Vorsicht anzuwenden, da in solchen Fällen die Reaktion auf neuromuskuläre Blocker erheblich verändert sein kann. Ausmass und Art dieser Veränderung können erheblich variieren. Bei Patienten mit Myasthenia gravis, myasthenem Syndrom (Lambert-Eaton) oder Myopathie können bereits geringe Dosen Rocuroniumbromid ausgeprägte Wirkungen zeigen. Bei Patienten mit motorischen Folgeschäden besteht eine verminderte Empfindlichkeit gegenüber Rocuroniumbromid (höhere Dosen erforderlich). In diesen Fällen ist die Dosierung von Rocuroniumbromid entsprechend der individuellen Reaktion anzupassen.
Hypothermie
Bei chirurgischen Eingriffen unter Hypothermie ist die Wirkung von Rocuroniumbromid stärker und länger anhaltend.
Fettleibigkeit
Wie bei anderen neuromuskulären Blockern kann sich bei adipösen Patienten die Wirkungsdauer von Rocuroniumbromid verlängern und die Spontanerholung verzögern, wenn die Dosierung nach dem tatsächlichen Körpergewicht berechnet wird.
Bei Übergewicht oder Adipositas (≥30 % über Idealgewicht) ist die Dosierung nach Idealgewicht zu berechnen.
Verbrennungen
Bei Patienten mit Verbrennungen ist eine Resistenz gegen nicht-depolarisierende Muskelrelaxanzien bekannt. Es wird daher empfohlen, die Dosierung entsprechend der Reaktion anzupassen.
Bedingungen, die Wirkung von Rocuroniumbromid verstärken können
Hypokaliämie (z.B. nach schwerem Erbrechen, Durchfall oder diuretischer Behandlung), Hypermagnesiämie, Hypokalzämie (nach massiven Transfusionen), Hypoproteinämie, Dehydrierung, Azidose, Hyperkapnie, Kachexie.
Signifikante Elektrolytstörungen, Veränderungen des Blut-pH-Wertes oder Dehydrierung sollten daher vor der Verabreichung von Rocuroniumbromid so weit wie möglich korrigiert werden.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Fertigspritze, das heisst, es ist im Wesentlichen «natriumfrei».

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