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Oxervate®
Dompé International SA

Zusammensetzung

Wirkstoffe
Cenegermin*
*Eine rekombinante Form des menschlichen Nervenwachstumsfaktors (NGF), der in Escherichia coli produziert wird.
Hilfsstoffe
Trehalose-Dihydrat, Mannitol, Dinatriumhydrogenphosphat, Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat, Hypromellose, Macrogol 6000, L-Methionin, Wasser für Injektionszwecke, Salzsäure (zur pH-Einstellung), Natriumhydroxid (zur pH-Einstellung).
1 ml des Arzneimittels enthält 2.66 mg Phosphat.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung von mittelschwerer (persistierende epitheliale Defekte) oder schwerer (Hornhautgeschwüre) neurotropher Keratitis bei Erwachsenen.
Die Behandlung muss von einem Ophthalmologen eingeleitet und überwacht werden.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene
Die empfohlene Dosis besteht aus einem Tropfen Oxervate in den Bindehautsack des betroffenen Auges bzw. der betroffenen Augen, 6 Mal pro Tag im Abstand von 2 Stunden, beginnend morgens und innerhalb von 12 Stunden. Die Behandlung sollte acht Wochen fortgesetzt werden.
Patienten mit einer Augeninfektion sollten behandelt werden, bevor die Therapie mit Oxervate begonnen wird (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Wenn eine Dosis vergessen wurde, sollte die Behandlung wie gewohnt, mit der nächsten geplanten Anwendung fortgesetzt werden. Die vergessene Dosis kann später, innerhalb der zwölfstündigen Haltbarkeitsdauer der täglichen Durchstechflasche angewendet werden. Die Patienten sollten angewiesen werden, bei einer Anwendung nicht mehr als einen Tropfen in das/die betroffene/n Auge(n) zu geben.
Um die Rückverfolgbarkeit von biotechnologisch hergestellten Arzneimittel sicherzustellen, wird empfohlen, Handelsname und Chargennummer bei jeder Behandlung zu dokumentieren.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
Das Arzneimittel wurde bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen nicht untersucht. Jedoch wird bei diesen Patienten keine Dosisanpassung als erforderlich angesehen.
Ältere Patienten
Bei Patienten im Alter von 65 Jahren oder älter ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nicht gezeigt. Es liegen keine Daten vor.
Art der Anwendung
Nur zur Anwendung am Auge.
Vorsichtsmassnahmen vor der Anwendung des Arzneimittels
Die Patienten müssen angewiesen werden, vor der Anwendung ihre Hände zu waschen.
Oxervate darf nur mit dem zugehörigen Anwendungssystem (Adapter und Pipetten), wie in Rubrik «Sonstige Hinweise» und der Gebrauchsanweisung am Ende der Fachinformation beschrieben, angewendet werden.
Für jede Anwendung ist eine neue Pipette zu verwenden.
Kombinationstherapie
Wird mehr als ein topisches ophthalmisches Arzneimittel angewendet, müssen die einzelnen Anwendungen mindestens 15 Minuten auseinanderliegen. Wenn Augensalbe, Gel oder andere zähflüssige Augentropfen angewendet werden, müssen sie 15 Minuten nach der Behandlung mit Oxervate angewendet werden (siehe auch «Interaktionen»).

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der Hilfsstoffe

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Risiko für Hornhauterweichung oder drohende Perforation
Es ist wichtig, dass das Risiko für Hornhauterweichung oder eine drohende Perforation und die Notwendigkeit für eine Notfalloperation oder einen anderen Eingriff vor Beginn der Therapie mit Oxervate beurteilt wird, da Cenegermin nicht bei Patienten angewendet werden soll, die eine sofortige Operation benötigen.
Augenreaktionen
Oxervate kann bei den Patienten milde bis mittelschwere Augenbeschwerden, wie Augenschmerzen verursachen. Der Patient sollte angewiesen werden, bei Bedenken oder schweren Augenreaktionen seinen Arzt zu kontaktieren.
Anwendung von Corticosteroiden oder Augentropfen, die Konservierungsstoffe enthalten
Die Anwendung von ophthalmologischen topischen Mitteln, die bekanntermassen die Heilung des Epithels hemmen, einschliesslich Corticosteroiden oder Augentropfen mit Konservierungsmitteln wie Benzalkoniumchlorid, Polyquaternium-1, Benzododeciniumbromid, Cetrimid und andere quartäre Ammoniumderivate, sollte während der Behandlung von neurotropher Keratitis, vermieden werden, da sie die Heilung der Hornhaut beeinträchtigen könnten (siehe «Interaktionen»).
Augeninfektionen
Augeninfektionen müssen vor der Anwendung von Oxervate behandelt werden. Wenn eine Augeninfektion auftritt, muss die Behandlung mit Oxervate bis zum Abklingen der Infektion (siehe «Dosierung/Anwendung») unterbrochen werden.
Augenkrebs
Cenegermin kann theoretisch Augenkrebs beeinflussen, da es ein Wachstumsfaktor ist. Oxervate sollte bei Patienten mit Augenkrebs mit Vorsicht angewendet werden. Es wird empfohlen, diese Patienten während und nach der Behandlung mit diesem Arzneimittel weiterhin auf Tumorprogression zu überwachen.
Kontaktlinsen
Die Patienten sollten angewiesen werden, vor der Anwendung von Oxervate ihre Kontaktlinsen zu entfernen und nach der Instillation der Dosis 15 Minuten zu warten, bevor Sie sie wieder einsetzen, da eine eingesetzte Kontaktlinse (therapeutische oder korrigierende) theoretisch die Verteilung von Cenegermin in den Bereich der Hornhautläsion beeinträchtigen könnte.
Dieses Arzneimittel enthält 2.66 mg Phosphate pro 1ml Lösung.

Interaktionen

Andere topische ophthalmologische Arzneimittel können angewendet werden, wenn zur Behandlung mit Oxervate ein Abstand von 15 Minuten eingehalten wird. Ausgenommen sind Substanzen, von denen bekannt ist, dass sie die Heilung des Epithels hemmen (z. B. Kortikosteroide oder Augentropfen, die Benzalkoniumchlorid, Polyquaternium-1, Benzododeciniumbromid, Cetrimid und andere quartäre Ammoniumderivate enthalten) (siehe «Dosierung/Anwendung» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Wenn Augensalbe, Gel oder andere viskose Augentropfen angewendet werden, sollte Oxervate zuerst angewendet werden (siehe «Dosierung/Anwendung» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Es wurden keine Wechselwirkungsstudien mit anderen Arzneimitteln durchgeführt.
Da die systemische Resorption von Cenegermin nach der Anwendung dieses Arzneimittels gering oder nicht nachweisbar ist, sind keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln zu erwarten.

Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft
Es liegen keine ausreichenden Daten für die Anwendung von Cenegermin bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien mit Cenegermin ergaben bei subkutaner Gabe keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe «Präklinische Daten»).
Eine systemische Exposition gegenüber Cenegermin ist zu vernachlässigen oder tritt nicht auf.
Aus Vorsichtsgründen sollte eine Anwendung von Oxervate während der Schwangerschaft vermieden werden.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Cenegermin in die Muttermilch übergeht. Ein Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden.
Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung verzichtet werden soll / die Behandlung mit Oxervate zu unterbrechen ist. Dabei soll sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigt werden.
Fertilität
Es liegen keine Fertilitätsdaten vor.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Die Behandlung kann einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen haben, da es vorübergehend verschwommenes Sehen oder andere Sehstörungen verursachen kann, welche nach der Instillation ein paar Minuten anhalten können. Falls es nach dem Eintropfen zu verschwommenem Sehen kommt, muss der Patient warten, bis er wieder klar sehen kann, bevor er am Strassenverkehr teilnimmt oder Maschinen bedient.

Unerwünschte Wirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen bei Patienten mit neurotropher Keratitis, die in klinischen Studien mit Oxervate behandelt wurden, sind Augenschmerzen (11,1 %), Augenentzündungen (8,3 %), einschliesslich Entzündungen der Vorderkammer und Hyphaema; erhöhter Tränenfluss (5,6%), mit Symptomen, wie Ausfluss aus dem Auge; Augenlidschmerzen (5,6 %) und Fremdkörpergefühl im Auge (5,6 %).
Wenn man die gesamte mit dem Arzneimittel behandelte Population (d. h. die in klinischen Studien eingeschlossene Population, auch mit anderen Indikationen als neurotrophe Keratitis) betrachtet, waren Augenschmerzen die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen, gefolgt von Augenreizungen und abnormen Empfindungen im Auge.
Liste der unerwünschten Wirkungen
Die unten aufgeführten unerwünschten Wirkungen wurden in klinischen Studien bei Patienten beobachtet, die an neurotropher Keratitis litten und mit Oxervate 20 µg/ml behandelt wurden.
Die unerwünschten Wirkungen sind nach MedDRA-Systemorganklassen und Häufigkeit gemäss folgender Konvention geordnet:
„sehr häufig“ (≥1/10)
„häufig“ (≥1/100, <1/10),
„gelegentlich“ (≥1/1‘000, <1/100)
„selten“ (≥1/10‘000, <1/1‘000)
„sehr selten“ (<1/10‘000)
Infektionen und parasitäre Erkrankungen
Gelegentlich: Hornhautabszess
Erkrankungen des Nervensystems
Häufig: Kopfschmerz
Augenerkrankungen
Sehr häufig: Augenschmerzen
Häufig: Augenentzündung, Augenlidschmerz, Fremdkörpergefühl im Auge, Tränensekretion verstärkt, Blepharitis, Bindehauthyperämie, Photophobie, Augenreizung, Hornhautablagerungen
Gelegentlich: Hornhaut-Neovaskularisation
In sehr seltenen Fällen wurden bei einigen Patienten mit stark geschädigter Hornhaut im Zusammenhang mit der Anwendung von phosphathaltigen Augentropfen Fälle von Kalkablagerungen in der Hornhaut berichtet.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.

Überdosierung

Es wurden keine Fälle einer Überdosierung berichtet.
Eine topische Überdosierung ist unwahrscheinlich und dürfte keine toxische Wirkung haben. Topisch überdosiertes Cenegermin kann mit lauwarmem Wasser aus den Augen gespült werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code
S01XA24
Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik
Oxervate enthält Cenegermin, eine rekombinante Form des menschlichen Nervenwachstumsfaktors.
Der Nervenwachstumsfaktor ist ein endogenes Protein, das an der Differenzierung und Erhaltung von Neuronen beteiligt ist und durch seine spezifische hohe Affinität (d. h. TrkA) und seine niedrige Affinität (d. h. p75NTR) gegenüber den Rezeptoren des Nervenwachstumsfaktors wirkt.
Nervenwachstumsfaktor-Rezeptoren werden im vorderen Augenabschnitt (Hornhaut, Bindehaut, Iris, Ziliarkörper und Linse), durch die Tränendrüse und durch das intraokulare Gewebe im hinteren Augenabschnitt exprimiert. Die Behandlung mit Cenegermin, das als Augentropfen angewendet wird, soll die Wiederherstellung der Hornhautintegrität ermöglichen.
Klinische Wirksamkeit
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Oxervate wurde in zwei multizentrischen, randomisierten, doppelmaskierten, Vehikel-kontrollierten klinischen Studien (NGF0212 und NGF0214) bei Patienten mit mittelschwerer (persistierendem Epitheldefekt) oder schwerer (Hornhautgeschwür) neurotropher Keratitis untersucht, bei denen nicht-chirurgische Behandlungen nicht erfolgreich waren. In beiden Studien erhielten die Patienten Oxervate oder den Wirkstoffträger (Vehikel) 6 Mal täglich in das betroffene Auge oder die betroffenen Augen für 8 Wochen und durchliefen eine Nachbeobachtungsperiode.
An der Studie NGF0214 nahmen 48 Patienten teil (mittleres Alter 65 ± 14 Jahre, Bereich 33-94 Jahre), die mit Oxervate 20 μg/ml oder dem Wirkstoffträger (24 Patienten pro Arm) behandelt wurden. An der Studie NGF0212 nahmen insgesamt 174 Patienten teil (mittleres Alter 61 ± 16 Jahre, Bereich 18-95 Jahre), die Oxervate und den Wirkstoffträger ohne den Inhaltsstoff L-Methionin erhielten; 156 Patienten wurden unabhängig für die Wirksamkeit beurteilt, wobei zwei verschiedene Dosierungen des Arzneimittels mit 20 und 10 μg/ml Cenegermin mit dem Wirkstoffträger (52 Patienten pro Arm) verglichen wurden.
Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse zusammen für die komplette Heilung der Hornhaut bei persistierendem Epitheldefekt oder Hornhautgeschwür (der primäre Endpunkt, definiert als der grösste Durchmesser des mit Fluorescein eingefärbten Bereichs <0,5 mm) nach 4 und 8 Wochen Behandlung bei den Patienten, die in den beiden Studien Oxervate 20 µg/ml oder den Wirkstoffträger erhielten.

Studie NGF0214

Studie NGF0212

Ergebnisse nach 4- und 8-wöchiger Behandlung

Woche 4

Woche 8

Woche 4

Woche 8

Komplette Heilungsrate der Hornhaut

Oxervate

56,5 %

69,6 %

58,0 %

74,0 %

Wirkstoffträger

37,5 %

29,2 %

19,6 %

43,1 %

(p-Wert)

(0,191)

(0,006)

(0,001)

(0,002)

Der Prozentsatz der Patienten, bei denen es zu einer kompletten Aufhellung der Hornhaut kommt (Grad 0 auf der modifizierten Oxford-Skala), der kleinste quadratische Mittelwert bezüglich der Änderung gegenüber den Ausgangswerten bei der besten korrigierten Sehschärfe in die Ferne (Early Treatment Diabetic Retinopathy Studie mit Buchstabentafeln) und die Verbesserung der Hornhautempfindlichkeit in Millimetern mittels Cochet-Bonnet-Ästhesiometrie gemessen (Unterschied im Vergleich zum Ausgangswert >0), wurden ebenfalls nach 8 Wochen Behandlung in beiden Studien gemessen und ist in der nachstehenden Tabelle zusammengefasst.

Ergebnisse nach 8-wöchiger Behandlung

Studie NGF0214

Studie NGF0212

Komplette Aufhellung der Hornhaut

Oxervate

22,7 %

21,4 %

Wirkstoffträger

4,2 %

10,0 %

(p-Wert)

(0,062)

(0,157)

Bester korrigierter Fernvisus

Oxervate

6,11

11,9

Wirkstoffträger

3,53

6,9

(p-Wert)

(0,143)

(0,213)

Hornhautempfindlichkeit in der Läsion

Oxervate

72,2 %

76,3 %

Wirkstoffträger

60,0 %

68,4 %

(p-Wert)

(0,458)

(0,442)

Patienten, die am Ende der achtwöchigen Behandlung mit Oxervate als vollständig geheilt eingestuft wurden, tendierten nicht dazu, innerhalb der 12-monatigen nach Nachverfolgungsphase der Studie NGF0212 Rezidive zu haben. Mehr als 80 % der 31 Patienten, die nach der anfänglichen Behandlung mit Oxervate 20 μg/ml Behandlung geheilt waren und für die Rückmeldungen vorliegen, blieben am Ende der 12-monatigen Nachverfolgungsphase vollständig geheilt.

Pharmakokinetik

Absorption
Cenegermin wird nach der Anwendung am Auge hauptsächlich über den Tränenstrom und durch den Tränennasengang aus dem Auge entfernt; ein kleinerer Anteil wird in der Bindehaut, dem peri-orbitalen Gewebe und in geringem Masse durch die Hornhaut resorbiert.
Die pharmakokinetischen Untersuchungen bei den Patienten, die an den Studien teilnahmen, zeigten keine Akkumulation von Cenegermin. Im Allgemeinen ist die systemische Resorption von Oxervate zu vernachlässigen.
Distribution
Nach der Anwendung der Augentropfen verteilt sich Cenegermin besonders im vorderen Teil des Auges, obwohl eine Studie mit radioaktiv markiertem Cenegermin bei Ratten gezeigt hat, dass es in Dosen, die deutlich höher sind als die, die bei Menschen mit Augentropfen zur Behandlung der neurotrophen Keratitis angewendet werden, auch die Retina und andere hintere Teile des Auges erreicht. Bei Anwendung der Dosis ins Auge wird Cenegermin nicht im ganzen Körper verteilt, da es keine systemische Resorption oberhalb der natürlichen Baseline-Werte gibt.
Metabolismus
Am Auge angewendetes Cenegermin wird hauptsächlich durch Tränensekretion eliminiert und der Rest wird hauptsächlich durch lokale Gewebeproteasen biotransformiert.
Elimination
Cenegermin, das als Augentropfen angewendet wird, wird hauptsächlich durch Tränensekretion eliminiert.

Präklinische Daten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie (zentrales Nervensystem), Toxizität bei einfacher und wiederholter Gabe und Reproduktionstoxizität, embryonalen/fetalen Entwicklung sowie zur prä- und postnatalen Entwicklung lassen die präklinischen Daten bei Anwendung am Auge (Augentropfen), intravenöser und/oder subkutaner Verabreichung keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit „EXP“ bezeichneten Datum verwendet werden.
Haltbarkeit nach Anbruch
Nicht über 25 °C lagern und innerhalb von 12 Stunden bei 25 °C verwenden.
Aus mikrobiologischer Sicht schliesst die Methode der Öffnung (d. h. durch Verbinden des Durchstechflaschenadapters mit der Durchstechflasche) das Risiko einer mikrobiellen Verunreinigung aus.
Besondere Lagerungshinweise
Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Apotheke (ungeöffnete Durchstechflasche)
Tiefgekühlt (von -25°C bis -15°C) lagern.
Patient (ungeöffnete Durchstechflasche)
Im Kühlschrank (2-8 °C) lagern.
Der Patient erhält einen Wochen-Karton mit 7 Durchstechflaschen Oxervate in einer Isolierverpackung. Sobald der Patient zu Hause ist (und spätestens 5 Stunden, nachdem der Patient das Arzneimittel in der Apotheke erhalten hat), muss der Wochen-Karton bei 2 - 8 °C in einen Kühlschrank gestellt werden. Es sollte darauf hingewiesen werden, dass das gefrorene Arzneimittel aus der Apotheke bis zu 30 Minuten zum Auftauen benötigen kann.
Patient (angebrochene Durchstechflasche)
Zur Anwendung über den Tag wird jeden Tag eine Mehrdosen-Durchstechflasche Oxervate aus dem Kühlschrank entnommen. Eine geöffnete Durchstechflasche kann im Kühlschrank oder unter 25 °C aufbewahrt werden, muss aber innerhalb von 12 Stunden verwendet werden.
Nach dieser Zeitspanne muss der Inhalt der Durchstechflasche entsorgt werden, unabhängig davon, wie viel Restlösung in der Durchstechflasche noch vorhanden ist.
Hinweise für die Handhabung
Der Patient erhält einen Wochen-Karton mit 7 Durchstechflaschen Oxervate.
Dieses Arzneimittel darf nur mit dem dafür vorgesehenen Durchstechflaschenadapter und den Einwegprodukten (Pipetten) verwendet werden, die zusätzlich zum Wochen-Karton mit Oxervate bereitgestellt werden.
Es wird ein Anwendungssystem, enthaltend 7 Durchstechflaschenadapter (d. h. 1 pro Tag), 42 Pipetten (d. h. 6 pro Tag) und 42 Desinfektionstücher (d. h. 6 pro Tag) zusammen mit einer Karte, auf der die Dosis notiert wird, zusätzlich zum Wochenkarton mit 7 Durchstechflaschen Oxervate bereitgestellt, was für die Anwendung des Arzneimittels für eine Woche ausreicht. Zusätzlich werden Adapter (1), Pipetten (3) und Desinfektionstücher (3) als Ersatz bereitgestellt.
Der Patient erhält einen Wochen-Karton mit 7 Mehrdosen-Durchstechflaschen Oxervate, die bis zu dem Tag, an dem sie verwendet werden, im Kühlschrank aufbewahrt werden müssen.
Zusätzlich erhält der Patient Durchstechflaschenadapter, Pipetten und Desinfektionstücher.
Jeden Morgen (immer zur gleichen Zeit) sollte eine Mehrdosen-Durchstechflasche Oxervate für die zwölfstündige Behandlungsphase aus dem Kühlschrank genommen werden.
Eine ausführliche Gebrauchsanweisung ist nach der Rubrik «Stand der Information» sowie in der Packungsbeilage zu finden.

Zulassungsnummer

67019 (Swissmedic)

Packungen

1 ml Oxervate-Lösung in sterilen, konservierungsmittelfreien Mehrdosen-Durchstechflaschen aus Typ-I-Glas, die mit einem Gummistopfen und einer Aluminiumkappe mit Flip-off-Schutzkappe aus Polypropylen verschlossen sind, in einer Verpackung aus Karton.
Packungsgrösse: 7 Mehrdosen-Durchstechflaschen [B]
Zusätzliches Anwendungssystem: 7 Durchstechflaschenadapter, 42 Pipetten, 42 Desinfektionstücher und 1 Wochen-Dosisprotokoll, zuzüglich Adapter (1), Pipetten (3) und Tücher (3) als Ersatz.

Zulassungsinhaberin

Dompé International SA, 1860 Aigle

Stand der Information

Januar 2024
Gebrauchsanweisung
So wird die Mehrdosen-Durchstechflasche, die das Arzneimittel enthält, vorbereitet:
1)Waschen Sie sich die Hände, stellen Sie die Durchstechflasche auf eine stabile Unterlage und entfernen Sie die Kunststoff-Schutzkappe.
2)Ziehen Sie die Rückseite der Blisterpackung des Adapters ab.
3)Verbinden Sie den Durchstechflaschenadapter, ohne ihn aus seiner Blisterpackung zu entnehmen, mit der Durchstechflasche, indem Sie ihn fest auf die Durchstechflasche drücken, bis er auf dem Hals der Durchstechflasche einrastet und die Spitze des Adapters durch den Gummistopfen der Durchstechflasche dringt. Sobald der Adapter richtig angeschlossen ist, darf er nicht mehr von der Durchstechflasche entfernt werden.
4)Entfernen und entsorgen Sie die Blisterpackung des Durchstechflaschenadapters. Die Oberfläche des Adapters darf nicht berührt werden.

So entnehmen Sie eine Dosis Oxervate und wenden diese an:
5)Nehmen Sie ein Desinfektionstuch und reinigen Sie damit vorsichtig die Oberfläche des Ventils auf dem Luer-Lock-Anschlussstück des Durchstechflaschenadapters. Warten Sie nach der Reinigung ca. 1 Minute, damit das Ventil trocknen kann.
6)Nehmen Sie eine Pipette und entnehmen Sie sie aus der Schutzverpackung.
7)Schrauben Sie die Pipette (im Uhrzeigersinn) auf das Luer-Lock-Anschlussstück des Adapters.
8)Achten Sie darauf, dass der Kolben der Pipette ganz nach unten geschoben wurde.
9)Drehen Sie die Durchstechflasche auf den Kopf (mit der angeschlossenen Pipette) und ziehen Sie den Kolben vorsichtig bis zum Anschlag zurück, um die Lösung in die Pipette aufzuziehen (achten Sie darauf, dass der Kolben den Anschlag erreicht hat).
10)Überprüfen Sie die Pipette, um sicherzustellen, dass sie die Lösung enthält. Luftblasen können Verstopfungen verursachen und verhindern, dass sich die Pipette ordnungsgemäss füllt (vor allem bei der ersten Entnahme). Wenn die Pipette leer ist, halten Sie die Durchstechflasche mit der angeschlossenen Pipette weiterhin mit dem Flaschenkopf nach unten, drücken Sie den Kolben ganz hinein und ziehen Sie ihn dann wieder zurück.
11)Sobald die Pipette ordnungsgemäss gefüllt ist, schrauben Sie die Pipette aus dem Luer-Lock- Anschluss des Durchstechflaschenadapters.

12)Halten Sie die Pipette zwischen Ihrem Mittelfinger und Daumen nach unten, neigen Sie den Kopf zurück und positionieren Sie die Pipette über dem betroffenen Auge. Ziehen Sie das untere Augenlid nach unten. Drücken Sie den Kolben sanft nach unten, bis sich ein Tropfen in den Bindehautsack löst.
13)Entsorgen Sie die Pipette und das Desinfektionstuch unmittelbar nachdem Sie sie verwendet haben.
14)Wenn ein Fehler gemacht und der Tropfen nicht ins Auge getropft wurde, wiederholen Sie die Schritte oben mit einer neuen Pipette und einem neuen Desinfektionstuch.
15)Stellen Sie die Durchstechflasche für den Rest des Tages nach jeder Anwendung mit angeschlossenem Fläschchenadapter zurück in den Kühlschrank (oder lagern Sie die Durchstechflasche bei unter 25 °C).

Die Anweisungen zur Anwendung oben (Schritte 5 bis 15) sollten alle 2 Stunden (sechs Mal pro Tag) jeweils mit einem neuen Desinfektionstuch und einer neuen Pipette wiederholt werden.
Die gebrauchte Durchstechflasche muss am Ende jeden Tages entsorgt werden (auch wenn sie noch Flüssigkeit enthält), aber auf jeden Fall spätestens 12 Stunden nachdem der Adapter darauf angebracht wurde.
Der Patient sollte aufgefordert werden, einen Wecker zu stellen, um die exakte Dosierung alle 2 Stunden zu gewährleisten.
Der Patient sollte aufgefordert werden, das mit dem Verabreichungssystem mitgelieferte Wochen- Dosisprotokoll zu verwenden, um die ordnungsgemässe Anwendung der täglichen sechs Dosierungen zu überwachen. Auf dieser Karte sollte der Patient das Datum der ersten wöchentlichen Anwendung, den Zeitpunkt, an dem die Durchstechflasche geöffnet wurde (d. h. an dem der Durchstechflaschenadapter an die Durchstechflasche angeschlossen wurde), und danach die Uhrzeit jeder Anwendung am Auge über die Woche dokumentieren.
Für die Dauer der Behandlung wird jede Woche ein neuer Vorrat Oxervate bereitgestellt.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist ordnungsgemäss zu entsorgen.