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Fachinformation zu Tektrotyd:medeo AG
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Zusammensetzung

Durchstechflasche I enthält
Wirkstoff:    16 µg Hynic-[D-Phe1,Tyr3-octreotid]•TFA Salz
Sonstige Bestandteile:  Tricin (N-[tris(hydroxymethyl)methyl]glycin), Zinn(II) chlorid-Dihydrat, Mannitol (Ph. Eur.), Salzsäure und Natriumhydroxid zur pH-Einstellung
Durchstechflasche II enthält: 
Wirkstoff    10 mg EDDA (Ethylendiamin-N-N’diessigsäure)
Sonstige Bestandteile:  Di-Natriumhydrogenphosphatdodecahydrat, Natriumhydroxid, Salzsäure und Natriumhydroxid zur pH-Einstellung
 
Natriumgehalt:
 
Durchstechflasche I: Kann Spuren von Natrium enthalten
 
Durchstechflasche II: 3,9 mg
 
Gesamt Natrium aus Di-Natriumhydrogenphosphat und Natriumhydroxid: 3,9 mg
 
 
 

Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit

Markierungsbesteck
Weisses oder nahezu weisses Lyophilisat.
Zur Radiomarkierung mit Natrium[99mTc] pertechnetat-Lösung.
 
 

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Dieses Arzneimittel ist ein Diagnostikum.
99mTc-EDDA/HYNIC-TOC bindet spezifisch an Somatostatinrezeptoren. Die nach Radiomarkierung mit Natrium(99mTc) pertechnetat erhaltene Injektionslösung 99mTc-EDDA/HYNIC-TOC ist indiziert bei Erwachsenen mit gastroenteropankreatischen neuroendokrinen Tumoren (GEP-NET) zur Lokalisierung primärer Tumore und deren Metastasen.
 
 

Dosierung/Anwendung

Dieses Arzneimittel darf nur in nuklearmedizinischen Einrichtungen durch befugtes Personal angewendet werden.
 
Dosierung
Die empfohlene Aktivität beträgt 370 - 740 MBq für die planare Szintigrafie und SPECT-Untersuchungen.
Erwachsene
Die empfohlene Aktivität beträgt 370 - 740 MBq als intravenöse Einzelinjektion. Die zu verabreichende Aktivität ist abhängig von der vorhandenen technischen Ausstattung zur Bildgebung.
 
Ältere Patienten (über 65 Jahre):
Die empfohlene Aktivität bei intravenöser Einzelinjektion beträgt bei Erwachsenen 370 - 740 MBq. Eine Anpassung der Dosis ist für ältere Patienten nicht erforderlich.
 
Eingeschränkte Nierenfunktion
Die zu verabreichende Aktivität muss sorgfältig abgewogen werden, da eine erhöhte Strahlenbelastung in diesen Patienten möglich ist.
 
Eingeschränkte Leberfunktion
Eine Anpassung der Dosis ist nicht notwendig.
 
Anwendung bei Kindern
Es gibt keine Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit bei der Anwendung von 99mTc-EDDA/HYNIC-TOC an Kindern.
 
Art der Anwendung
Vor der Anwendung am Patienten muss das Arzneimittel radioaktiv markiert werden. Anweisungen zur radioaktiven Markierung des Arzneimittels, siehe Hinweise zur Handhabung. 99mTc-EDDA/HYNIC-TOC wird intravenös als Einzelinjektion verabreicht.
Vorbereitung des Patienten, siehe Abschnitt Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen.
 
Bei jedem Patienten ist eine sorgfältige Abwägung zwischen dem zu erwartenden diagnostischen Nutzen und dem mit der Strahlenexposition verbundenen Risiko vorzunehmen. Für eine praktische Handhabung bei der Verabreichung kann 99mTc-EDDA/HYNIC-TOC mit Natriumchloridlösung verdünnt werden.
 
Bildaufnahme
Die Bildaufnahme sollte 1-2 und 4 Stunden nach der intravenösen Injektion erfolgen. Die 1-2 Stunden nach der Injektion generierten Bildaufnahmen können für den Vergleich und die Bewertung der 4 Stunden nach der Injektion generierten Bildaufnahmen hilfreich sein.
Die Untersuchung kann je nach klinischer Notwendigkeit mit einer Bildaufnahme 15 Minuten und 24 Stunden nach Injektion des Tracers ergänzt werden. Eine zusätzliche Bildaufnahme nach 24 Stunden kann die Spezifität bei unklarem Befund, vor allem im Abdomen erhöhen.
Es wird empfohlen, die Untersuchungen 4 Stunden nach intravenöser Injektion als Ganzkörperscan und SPECT (oder SPECT/CT) einzelner Körperregionen durchzuführen.
 
Strahlenexposition/Dosimetrie
Technetium(99mTc) wird mittels eines [99Mo] Molybdän/[99mTc]Technetium-Radionuklidgenerators gewonnen und zerfällt unter Emission von Gammastrahlung mit einer Energie von 141 keV und einer Halbwertszeit von 6,02 Stunden zu Technetium-99, das aufgrund seiner langen Halbwertszeit von 2,13 x 105 Jahren als quasi stabil angesehen werden kann.
Für die auf patientenspezifischen 3D-Aufnahmen basierten Angaben zur Dosimetrie von 99mTc-EDDA/HYNIC-TOC bei NET wurde die OLINDA/ EXAM Software verwendet. Dies erfolgte unter Einbeziehung der über die Zeit integrierten Aktivitätskoeffizienten, abgeleitet von hybriden planaren/SPECT- Daten aus der Studie von Grimes et al. 2011. Grundlagen für die Strahlungsdosisberechnung sind folgende Arbeiten: Experimentell ermittelte Time-Acitvity-Integration (TIAC) Werte der akkumulierten Aktivitäten in den Organen für 28 Patienten (Grimes, 2011); Biodistribution von 99mTc-HYNIC-TOC in Erwachsenen (Gonzales, 2006) .
Durchschnittlich absorbierte Organdosen und die effektive Dosis von 99mTc-EDDA/HYNIC-TOC sind in der folgenden Tabelle angegeben.
 

Organ                 Absorbierte Dosis
                      pro verabreichter
                      Aktivität (mGy/MBq)
                      Erwachsene            15 Jahre              10 Jahre              5 Jahre               1 Jahr
Nebennieren           0,0053                0,0067                0,0099                0,014                 0,024
Gehirn                0,0020                0,0024                0,0040                0,0064                0,011
Brust                 0,0019                0,0024                0,0035                0,0056                0,010
Gallenblasenwand      0,0056                0,0070                0,011                 0,016                 0,022
Darmwand, unterer     0,0034                0,0043                0,0068                0,010                 0,018
Dickdarm                                                                                                      
Dünndarm              0,0037                0,0047                0,0072                0,011                 0,019
Bauchwand             0,0044                0,0055                0,0086                0,012                 0,020
Darmwand oberer       0,0037                0,0048                0,0073                0,012                 0,019
Dickdarm                                                                                                      
Herzwand              0,0035                0,0044                0,0065                0,0095                0,017
Nieren                0,020                 0,024                 0,033                 0,048                 0,082
Leber                 0,010                 0,013                 0,019                 0,027                 0,048
Lunge                 0,0031                0,0040                0,0058                0,0087                0,0155
Muskel                0,0027                0,0033                0,0049                0,0074                0,014
Eierstöcke            0,0036                0,0045                0,0067                0,010                 0,018
Pankreas              0,0063                0,0078                0,011                 0,017                 0,028
Rotes Knochenmark     0,0027                0,0033                0,0050                0,0074                0,015
Osteogene Zellen      0,0070                0,0088                0,013                 0,019                 0,038
Haut                  0,0017                0,0020                0,0032                0,0051                0,0095
Milz                  0,037                 0,052                 0,079                 0,120                 0,213
Hoden                 0,0024                0,0030                0,0046                0,0072                0,013
Thymus                0,0025                0,0032                0,0047                0,0073                0,013
Schilddrüse           0,0071                0,011                 0,017                 0,035                 0,065
Harnblasenwand        0,012                 0,015                 0,022                 0,032                 0,059
Uterus                0,0041                0,0050                0,0078                0,012                 0,020
Ganzkörper            0,0031                0,0039                0,0059                0,0091                0,016
Effektive Dosis       0,0050                0,0066                0,0099                0,015                 0,027
(mSv/MBq)                                                                                                     

 
Nach Verabreichung der maximal empfohlenen Dosis von 740 MBq beträgt die effektive Dosis für einen Patienten mit 70 kg Körpergewicht 3,7 mSv. Für eine verabreichte Aktivität von 740 MBq ist eine typische Strahlendosis für kritische Organe wie die Niere 14,8 mGy.
Literatur:
Grimes J, Celler A, Birkenfeld B, et al. Patient-Specific Radiation Dosimetry of 99mTc-HYNIC-Tyr3-octreotide in Neuroendocrine Tumours. J Nucl Med 2011; 52: 1474-1481.
González-Vázquez A, Ferro-Flores G, Arteaga de Murphy C, Gutiérrez-García Z. Biokinetics and dosimetry in patients of 99mTc-HYNIC-Tyr3-octreotide prepared from lyophilized kits. Appl Rad Isot. 2006; 64:792-797.
 
Hinweise für die Zubereitung von Radiopharmazeutika und besondere Vorsichtsmassnahmen für die Handhabung siehe Abschnitt Sonstige Hinweise/Hinweise für die Handhabung. Besondere Vorsichtsmassnahmen für die Entsorgung siehe Abschnitt Gesetzliche Bestimmungen
 

Kontraindikationen

-Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der Hilfsstoffe
-Schwangerschaft
-Stillzeit
-Überempfindlichkeit gegen HYNIC-[D-Phe1, Tyr3-Octreotid] TFA-Salz, EDDA (Ethylendiamin N,N’diessigsäure) oder einen der sonstigen Bestandteile oder Natrium(99mTc)pertechnetat-Injektionslösung
 

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Radiopharmazeutisches Arzneimittel
Radioaktive Arzneimittel sind mit besonderer Sorgfalt und unter strengen Strahlenschutzmassnahmen zu handhaben, um die Strahlenbelastung sowohl bei den Patienten als auch beim Personal möglichst niedrig zu halten.
 
Jede Anwendung von Radiopharmazeutika an Patienten liegt ausschliesslich in der Kompetenz und Verantwortung eines Nuklearmediziners. Untersuchungen sind nur dann angezeigt, wenn der Nutzen einer solchen das mit der Strahlenexposition verbundene Risiko übersteigt. Dies gilt insbesondere bei der Anwendung an Kindern oder Jugendlichen. In jedem Fall hat die Verabreichung unter den Kautelen des Strahlenschutzes stattzufinden. Bei fertilen Frauen ist eine mögliche Schwangerschaft auszuschliessen. Schwangerschaft siehe Abschnitt Schwangerschaft und Stillzeit.
 
Individuelle Nutzen/Risiko-Bewertung
Bei jedem Patienten muss die Strahlenexposition durch den zu erwartenden diagnostischen Nutzen gerechtfertigt sein. Die verabreichte Aktivität sollte in jedem Fall so gering wie möglich gehalten werden, und sollte nicht höher bemessen werden als für die Diagnose erforderlich ist.
Eingeschränkte Nierenfunktion
Die zu verabreichende Aktivität muss sorgfältig abgewogen werden, da eine erhöhte Strahlenbelastung in diesen Patienten möglich ist.
Eingeschränkte Leberfunktion
Eine Anpassung der Dosis ist nicht notwendig.
 
Vorbereitung des Patienten
Die Patienten sollten vor Beginn der Untersuchung ausreichend hydratisiert sein und in den ersten Stunden nach der Untersuchung zu häufigem Wasserlassen angehalten werden, um die Ausscheidung des Radionuklids zu steigern.
Eine optimale Bildgebung der Bauchhöhle wird nach Verabreichung einer flüssigen Diät zwei Tage vor der Untersuchung sowie nach Gabe von Abführmitteln am Tag vor der Untersuchung erhalten. Die Vorbereitung des Patienten hängt vom anzuwendenden Untersuchungsprotokoll und der Lage der abzubildenden Läsionen ab.
Bei Patienten unter Therapie mit Somatostatin-Analoga wird empfohlen, diese Therapie zur Vermeidung einer möglichen Blockade von Somatostatin-Rezeptoren vorübergehend zu unterbrechen. Diese Empfehlung beruht auf empirischen Grundlagen. Die absolute Notwendigkeit einer solchen Massnahme ist nicht nachgewiesen. Bei manchen Patienten kann die Unterbrechung der Therapie mit Somatostinanaloga zu einer Verstärkung der Hormonaktivität des Tumors führen. Dies ist insbesondere der Fall bei Insulinom-Patienten, bei denen die Gefahr einer plötzlichen Hypoglykämie berücksichtigt werden muss und bei Patienten mit ausgeprägtem Karzinoid Syndrom.
Bildauswertung
Eine positive 99mTc-EDDA/HYNIC-TOC-Szintigraphie zeigt das Vorhandensein einer erhöhten Dichte von Somatostatin-Rezeptoren in bestimmten Geweben, nicht aber zwangsläufig eine bösartige Erkrankung.
Eine positive Szintigraphie ist nicht spezifisch für gastroentero-pankreatische neuroendokrine Tumore. Positive szintigrafische Ergebnisse erfordern die Prüfung ob es sich um eine andere Krankheit, die durch hohe lokale Somatostatin-Rezeptor-Konzentrationen charakterisiert ist, handeln könnte. Eine Zunahme der Somatostatin-Rezeptor-Dichte kann auch unter folgenden pathologischen Bedingungen auftreten:
- Tumoren aus undifferenziertem aus der Neuralleiste stammendem Gewebe(Paragangliom, medulläres Schilddrüsen-Karzinom, Neuroblastom, Phaeochromozytom)
- Tumoren der Hypophyse
- endokrinen Tumoren der Lunge (kleinzelliges Karzinom)
- Meningeome
- Mamma-Karzinome
- lympho-proliferativen Erkrankungen (Morbus Hodgkin, non-Hodgkin-Lymphome)
 
Des weiteren muss die Möglichkeit der Aufnahme in Bereichen erhöhter Lymphozyten-Konzentrationen (subakute Entzündungen) beachtet werden.
Wenn der Patient nicht sorgfältig auf die Untersuchung vorbereitet wird, kann dies eine unspezifische Aufnahme im Darm fördern und die Qualität der Bilder beeinflussen. Eine signifikante unspezifische Akkumulation im Verdauungstrakt könnte fehlinterpretiert werden und fälschlicherweise als pathologischer Befund angesehen werden oder die Auswertung der Bilder beeinträchtigen.
 
Einschränkungen der Anwendung
Tumore, die keine Rezeptoren tragen, werden nicht dargestellt.
Bei manchen Patienten, die an GEP-NET leiden, reicht die Rezeptordichte nicht aus, um die Bildgebung mit 99mTc-EDDA/HYNIC-TOC zu ermöglichen. Dies muss bei Patienten mit Insulinom und bei wenig differenzierten neuroendokrinen Karzinomen (G3) berücksichtigt werden.
Die Wirksamkeit von 99mTc-EDDA/HYNIC-TOC in der Überwachung des Therapieerfolges (Followup) und der Patientenauswahl für die Peptid-Rezeptor-Radionuklid-Therapie wurde nicht nachgewiesen.Anwendungseinschränkungen für Staging und Restaging siehe Kapitel Pharmakodynamik.
 
Nach der Untersuchung
Enger Kontakt mit Kleinkindern und Schwangeren sollte in den ersten 24 Stunden nach der Anwendung des Arzneimittels vermieden werden.
Besondere Warnhinweise
TEKTROTYD enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Dosis, d.h. es ist nahezu “natriumfrei”.
Wenn Überempfindlichkeits- oder anaphylaktische Reaktionen auftreten, ist die Anwendung des Arzneimittels sofort abzubrechen und, falls erforderlich, eine intravenöse Behandlung einzuleiten. Um im Notfall unverzüglich reagieren zu können, sollten entsprechende Arzneimittel und Instrumente, u. a. Trachealtubus und Beatmungsgerät, griffbereit sein. Ein venöser Zugang muss während dem ganzen Verfahren vorhanden sein.
 

Interaktionen

Bei Patienten, die für eine diagnostische Untersuchung mit 99mTc-EDDA/HYNIC-TOC vorgesehen sind, wird aufgrund von Erfahrungswerten das zeitweilige Absetzen einer therapeutischen Behandlung mit Somatostatin-Analoga (sowohl “kalte” als auch radioaktiv markierte) empfohlen, um eine potentielle Blockade von Somatostatin Rezeptoren zu vermeiden:

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