PharmakokinetikDie Absorption von Nikotin in Form seiner freien Base durch die intakte Haut ist rasch. Die Abgabe des Nikotins aus dem Depotpflaster erfolgt langsam und wird durch Diffusion im Pflaster gesteuert. Bestimmend für die aufgenommene Nikotinmenge ist die Polymer-Struktur des Depotpflasters. Auf diese Weise wird eine kontinuierliche Hautabsorption erreicht. Innerhalb weniger Stunden nach der Anwendung werden langsam ansteigende Plasmakonzentrationen gemessen. Hohe und schnell ansteigende Nikotinkonzentrationen im Plasma wie beim Rauchen werden vermieden. Die absolute Bioverfügbarkeit beträgt mehr als 90% und ist unabhängig von der Applikationsstelle.
Distribution
Die maximale Plasmakonzentration wird nach 5–10 Stunden erreicht und beträgt beim 15 mg/16 Std. Depotpflaster 12–15 ng/ml. Eine vergleichbare Konzentration wird auch 20–30 Minuten nach dem Rauchen einer mittelstarken Zigarette erreicht, was etwa der halben Konzentration nach kontinuierlichem Rauchen von zwei mittelstarken Zigaretten pro Stunde entspricht.
Metabolismus und Elimination
Nikotin wird vor allem in der Leber metabolisiert und zusammen mit den Metaboliten im Urin ausgeschieden. Die Halbwertszeit beträgt 1–2 Stunden. Die Plasmaclearance beträgt 1,2 l/min. Auch in Lunge und Nieren findet Nikotinmetabolisierung statt. Es wurden über 20 verschiedene Abbauprodukte des Nikotins identifiziert, die wahrscheinlich alle weniger wirksam sind als die Ausgangssubstanz. Der Hauptmetabolit im Plasma, Kotinin, wird mit einer Halbwertszeit von etwa 16 Stunden eliminiert und erreicht 10 mal höhere Konzentrationen als Nikotin.
Normalerweise werden etwa 10% des Nikotins unverändert renal ausgeschieden. Jedoch können bei hohen Urinflussraten und einer Ansäuerung des Harns auf einen pH-Wert unter 5 bis zu 30% ausgeschieden werden. Nur ein kleiner Teil des Kotinins (15% der Dosis) wird unverändert renal ausgeschieden. Kotinin wird zu polaren wasserlöslichen Substanzen weitermetabolisiert und ist besonders in hydroxylierter Form im Urin zu finden (45% der Dosis).
Neuere Untersuchungen über transdermale Nikotinverabreichung zeigen einen langsamen Abfall des Plasmanikotins sofort nach Absetzen der Nikotinzufuhr mit Halbwertszeiten von 3 bis 7 Stunden. Bei wiederholter Anwendung von Nikotinpflastern wurde keine Kumulation beobachtet.
Zwischen Männern und Frauen besteht hinsichtlich der Pharmakokinetik kein Unterschied.
Kinetik in speziellen klinischen Situationen
Bei schwerer Niereninsuffizienz ist mit einer Beeinträchtigung der Clearance von Nikotin und dessen Metaboliten zu rechnen.
Die Nikotinclearance ist bei Patienten mit Leberzirrhose und leichter Leberinsuffizienz (Child Score 5) unbeeinträchtigt, während sie bei mässiger Leberinsuffizienz (Child Score 7) herabgesetzt ist. Bei rauchenden Patienten mit Niereninsuffizienz wurden erhöhte Nikotinspiegel beobachtet.
Bei älteren Patienten wurde eine geringfügig reduzierte Gesamtclearance für Nikotin nachgewiesen, die jedoch keine Dosisanpassung rechtfertigt.
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