Eigenschaften/WirkungenCaptopril, ein Prolin-Abkömmling, ist ein spezifischer, kompetitiver Hemmerstoff des Angiotensin-Converting-Enzyms (ACE), welches im Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAA-System) die Umwandlung von Angiotensin I (A I) in Angiotensin II (A II) ermöglicht. Die Hemmung des ACE bewirkt eine Reduktion von A II, was zu einer Vasodilatation und zu einer Abnahme der Aldosteron-Sekretion aus der Nebennieren-Rinde führt (siehe auch «Vorsichtsmassnahmen: Elektrolyte»).
Captopril ist sowohl als Antihypertensivum als auch bei der Behandlung der Herzinsuffizienz wirksam.
Neuere Befunde belegen, dass Captopril unter bestimmten Umständen auch bei der Behandlung der diabetischen Nephropathie wirksam ist.
Hypertonie
capto-basan ist zur Behandlung aller Schweregrade der Hypertonie indiziert. Bei hypertensiven Patienten bewirkt es eine Verminderung des peripheren arteriellen Widerstandes, wobei das Herzminutenvolumen entweder unverändert bleibt oder ansteigt. Wenn die Blutdruckeinstellung ungenügend ist, kann capto-basan zusammen mit einem Diuretikum, einem Kalziumantagonisten oder einem Betablocker verabreicht werden. Die antihypertensive Wirkung setzt bei capto-basan innerhalb von 15-30 Minuten nach Verabreichung ein. Die maximale Wirkung wird nach 60-90 Minuten erreicht. Die Blutdrucksenkung erfolgt gewöhnlich allmählich, und um die maximale therapeutische Wirkung einer gegebenen Dosierung zu erzielen, soll diese über 4-6 Wochen beibehalten werden. Der antihypertensive Effekt hält im allgemeinen 24 Stunden lang an.
Unter Captopril kommt es in der Regel weder zu einer Erhöhung der Konzentrationen von Serumcholesterin und Serumharnsäure noch zu einer Verminderung des Serumkaliums.
Herzinsuffizienz
Bei Patienten mit Herzinsuffizienz vermindert capto-basan die Vorlast und reduziert die Nachlast, was zur Steigerung des Herzminutenvolumens führt. Die Herzfrequenz bleibt im allgemeinen unverändert oder wird bei Tachykardien gesenkt; der Blutdruck kann abfallen, besonders akut (siehe auch «Vorsichtsmassnahmen»).
Untersuchungen bei schwer herzinsuffizienten Patienten weisen ausserdem darauf hin, dass die Behandlung mit ACE-Hemmern die Überlebenszeit verlängern kann.
Patienten mit Herzinsuffizienz zeigen unter Captopril eine Verlängerung der Belastungszeit sowie die Fähigkeit zur Arbeitsleistung unter höherer Belastung.
Bei Patienten mit Stauungsherzinsuffizienz wurde nach Therapie mit Captopril trotz Blutdrucksenkung eine erhöhte oder gleichbleibende Gehirndurchblutung nachgewiesen, was u.U. in der initialen Therapiephase mit möglichen hypotonen Blutdruckwerten von Relevanz ist.
Captopril bei Zustand nach Myokardinfarkt
Captopril verlängert die Überlebenszeit, verzögert die Entwicklung einer symptomatischen Herzinsuffizienz, reduziert die Notwendigkeit einer stationären Behandlung derselben und reduziert die Inzidenz von Reinfarkten, auch sind Eingriffe zur koronaren Revaskularisation (CABG, PTCA) weniger häufig.
Folgende potentielle Mechanismen verbessern das Überleben und den klinischen Verlauf bei Postinfarkt-Patienten unter Captopril: Verminderung der progressiven linksventrikulären Dilatation und der Verschlechterung der linksventrikulären Funktion sowie die Hemmung der neurohumoralen Aktivierung.
Diabetische Nephropathie
Bei Patienten mit langjährigem Typ-I-Diabetes mit diabetischer Nephropathie verhindert Captopril ein Fortschreiten dieser Nierenerkrankung und vermindert deren klinische Spätfolgen. Untersuchungen bei Insulin-abhängigen Diabetikern mit einer Proteinurie und einem Kreatinin-Wert Â≤221 µmol/l zeigen, unabhängig ob eine gleichzeitige Hypertonie vorlag oder nicht, dass eine Behandlung mit Captopril die Morbidität/Mortalität (Dialyse, Nierentransplantation und Tod) signifikant um 51% reduzierte. Über einen allfälligen Nutzen bei schwerer Niereninsuffizienz liegen keine Daten vor.
Der renoprotektive Effekt dieser Therapie trat zusätzlich zur bereits günstigen antihypertensiven Wirkung von Captopril auf.
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