ÜberdosierungAnzeichen und Symptome
ZNS: Unruhe, Somnolenz, Erregungszustände, Dyskinesie, Ataxie, Verwirrtheit, Delirium, Halluzinationen, Krämpfe, Koma und finale Atemlähmung.
Herz: Arrhythmien, Frequenzalterationen.
Harnwege: Harnverhaltung.
Bronchialtrakt: Hemmung der Selbstreinigung, steigende Infektgefahr.
GI-Trakt: Nausea, Erbrechen, Obstipation.
Haut: trockene und heisse Haut, erhöhte Körpertemperatur, rotes Gesicht.
Behandlung
Die Therapie der Vergiftung besteht zunächst in einer allgemeinen Behandlung wie Magenspülung und Gabe von Aktivkohle, um eine weitere Resorption zu unterbinden. Ferner müssen Vitalfunktionen wie Atmung, Körpertemperatur und Blasenentleerung durch künstliche Beatmung, wärmeableitende physikalische Methoden wie kalte Bäder und forcierte Diurese bei liegendem Blasenkatheter aufrechterhalten werden. Die Schleimhäute der Augen und des Mundes sind zu befeuchten oder mit einer Pilocarpinlösung (0,5-2%) zu spülen. Zur Sedierung werden kleine Dosen entweder von Benzodiazepinen (Diazepam) oder von kurzwirksamen Barbituraten i.v. verabreicht. Hierbei ist zu beachten, dass hierdurch das Eintreten einer Atemlähmung im späten Stadium der Atropinvergiftung begünstigt wird. Die Gabe eines indirekten Parasympathomimetikums in Form von Physostigminsalicylat gilt als wirksamstes Antidot. Dessen Dosierung (Erwachsene: 0,5-2,0 mg; Kinder 0,02 mg/kg KG langsam i.v.) ist der Schwere der Vergiftung anzupassen und muss wegen des raschen Abbaus wiederholt werden.
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