Eigenschaften/WirkungenATC-Code
J02AC02
Wirkungsmechanismus
Itraconazol ist ein synthetisches Antimykotikum aus der Klasse der Triazole. Es wirkt gegen Dermatophyten, Hefen, Aspergillen und verschiedene andere pathogene Pilzarten.
Itraconazol wirkt nicht gegen Zygomyceten (z.B. Rhizopus spp., Rhizomucor spp., Mucor spp. und Absidia spp.), Fusarium spp., Scedosporium spp. und Scopulariopsis spp.
Der antimykotische Effekt von Itraconazol kommt durch eine selektive Hemmung der Ergosterol-Biosynthese in der Pilzzellmembran und eine dadurch resultierende Permeabilitätsveränderung zustande, was zum Absterben der Pilzzelle führt.
In vitro Aktivität von Itraconazol gegen Pilze
Die MHK-Bestimmung erfolgte mittels Dilutionsmethode. Als Medium wurde für Pityrosporum ovale Dixon-Nährsubstrat und für alle anderen Pilze Hirn-Herz-Infusions-Bouillon verwendet. Die Kulturen wurden bei 25 °C (Pilze) resp. 37 °C (Hefen) während 2 Wochen inkubiert.
(Die Aussagekraft der in vitro Aktivität bezüglich zu erwartetem Therapieerfolg ist sehr begrenzt.)
Empfindlichkeit
EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing)-Grenzwerte
Erreger MHK-Breakpoint (mg/l)
S (empfindlich) R (resistent)
Candida albicans ≤0.06 >0.06
Candida dubliniensis ≤0.06 >0.06
Candida parapsilosis ≤0.125 >0.125
Candida tropicalis ≤0.125 >0.125
Candida glabrata Daten nicht ausreichend
Candida guilliermondii Daten nicht ausreichend
Candida krusei Daten nicht ausreichend
andere Candida spp. Daten nicht ausreichend
Aspergillus fumigatus ≤1 >1
Aspergillus flavus ≤1 >1
Aspergillus nidulans ≤1 >1
Aspergillus terreus ≤1 >1
Aspergillus niger Daten nicht ausreichend
S = empfindlich (susceptible), R = resistent
Für andere Erreger liegen keine ausreichenden Daten zur Festlegung klinischer Grenzwerte vor. In der nachfolgenden Tabelle sind jedoch die entsprechenden MHK-Werte angegeben.
Sehr empfindlich: MHK90 ≤1 µg/ml: ++
Mässig empfindlich: MHK90 >1 µg/ml ≤10 µg/ml: +
Unempfindlich: MHK90 >10 µg/ml: o
Gattung AnzahlStämme MHK90µg/ml Empfindlichkeit
Epidermophyton floccosum 10 0,01 ++
Microsporum spp. 50 0,1 ++
Trichophyton mentagrophytes 48 1 ++
Trichophyton rubrum 127 0,1 ++
andere Trichophyton spp. 36 0,1 ++
Candida glabrata 159 0,1 ++
Candida krusei 43 1 ++
andere Candida spp. 62 1 ++
andere Candida spp. (17 Spezies) 1592 1 ++
Malassezia furfur 22 0,1 ++
Blastomyces dermatitidis 3 0,1 ++
Histoplasma capsulatum 1 0,01 ++
Paracoccidioides brasiliensis 5 0,01 ++
Sporothrix schenckii 12 0,1 ++
Chromoblastomykosen (1) 16 0,1 ++
Aspergillus niger 5 100 o
andere Aspergillus spp. 16 1 ++
Pseudo allescheria boydii 4 1 ++
Scopulariopsis brevicaulis 14 >100 o
Trichosporon beigelii 7 1 ++
(1) Cladosporium carrionii, Fonsecaea spp., Phialophora verrucosa.
Resistenzentwicklung
Über Itraconazol-resistente Stämme von Aspergillus fumigatus wurde berichtet.
Die Erkenntnisse über Mechanismen und Entstehung der Resistenz gegenüber Azolen sowie die Verbreitung der resistenten Organismen sind noch sehr unvollständig. Eine Azolresistenz scheint sich langsam zu entwickeln und ist oft ein Resultat von mehreren genetischen Mutationen. Beschrieben wurden Mechanismen wie eine Überexpression von ERG11-Gen, welches für das Zielenzym 14α-Demetylase kodiert. Punktmutationen im ERG11-Gen, welches zu einer verminderten Affinität des Zielenzyms und/oder einer Überexpression der Transporter-Gene führen, resultieren in einem erhöhten Efflux. Eine Kreuzresistenz zwischen den Azolen wurde in Candida spp. beobachtet. Eine Resistenz gegenüber einem Azol-Antimykotikum bedeutet jedoch nicht zwingend Resistenz auch gegenüber den anderen Antimykotika dieser Wirkstoffgruppe.
Pharmakodynamik
Siehe Wirkungsmechanismus.
Klinische Wirksamkeit
Siehe Wirkungsmechanismus.
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