Dosierung/AnwendungDie Behandlung mit Prevymis sollte von einem Arzt eingeleitet werden, der über Erfahrung in der Behandlung von Patienten verfügt, die eine allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation oder eine Nierentransplantation erhalten haben.
Dosierungshinweise
Prevymis ist in drei Darreichungsformen erhältlich:
Prevymis Filmtabletten
Die Tablette ist ganz zu schlucken und kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Die Tablette darf nicht geteilt, zerdrückt oder zerkaut werden.
Prevymis Granulat im Beutel
Prevymis Granulat wird oral, gemischt mit weicher Nahrung oder über eine nasogastrale Sonde (NG-Sonde) oder eine Gastrostomie-Sonde (G-Sonde) verabreicht (siehe Abschnitt «Sonstige Hinweise»). Das Granulat sollte nicht zerdrückt oder zerkaut werden.
Prevymis Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Prevymis Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, das Hydroxypropylbetadex enthält, sollte nur bei Patienten angewendet werden, die keine orale Therapie einnehmen können. Patienten sollten auf orales Prevymis umgestellt werden, sobald sie in der Lage sind, orale Arzneimittel einzunehmen. Siehe Abschnitt «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und Abschnitt «Pharmakokinetik» von Letermovir nach i.v. und oraler Verabreichung.
Prevymis Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung muss vor der Verabreichung verdünnt werden (siehe Abschnitt «Sonstige Hinweise»). Nur als intravenöse (i.v.) Infusion durch einen sterilen 0,2 μm oder 0,22 μm Inline-Filter aus Polyethersulfon (PES) verabreichen. Nicht als intravenöse Schnellinfusion oder Bolus verabreichen. Verabreichen Sie Prevymis nach der Verdünnung durch intravenöse Infusion über einen peripheren oder zentralen Venenkatheter über einen Gesamtzeitraum von ca. 60 Minuten. Verabreichen Sie den gesamten Inhalt des Infusionsbeutels.
Prevymis Filmtabletten, Granulat im Beutel und Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung können abwechselnd nach Ermessen des Arztes angewendet werden. Bei pädiatrischen HSZT-Empfängern mit einem Körpergewicht von unter 30 kg kann beim Wechsel zwischen einer oralen und der intravenösen Darreichungsform eine Dosisanpassung erforderlich sein (siehe Empfohlene Dosierung und Dosierungsanpassung bei pädiatrischen Patienten mit einem Körpergewicht von mindestens 5 kg bis unter 30 kg).
HSZT
Die Gabe von Prevymis ist nach der HSZT zu beginnen. Die Gabe von Prevymis kann am Tag der Transplantation und bis spätestens 28 Tage nach HSZT gestartet werden. Die Gabe von Prevymis kann vor oder nach dem Einwachsen der Stammzellen (Engraftment) begonnen werden. Die Behandlung mit Prevymis wird bis 100 Tage nach HSZT weitergeführt.
Zusätzlich gibt es klinische Daten über die Gabe von Prevymis bis 200 Tage nach HSZT bei erwachsenen Patienten mit einem Risiko für eine späte CMV-Infektion und -Erkrankung (siehe Abschnitte «Unerwünschte Wirkungen» und «Eigenschaften/Wirkungen»).
Nierentransplantation
Prevymis sollte am Tag der Transplantation und bis spätestens 7 Tage nach der Nierentransplantation begonnen und bis 200 Tage nach der Transplantation fortgesetzt werden.
Empfohlene Dosierung bei erwachsenen HSZT- oder Nierentransplantatempfängern und pädiatrischen HSZT-Empfängern mit einem Körpergewicht von mindestens 30 kg und jugendlichen Nierentransplantatempfängern mit einem Körpergewicht von mindestens 40 kg
Die empfohlene Dosierung von Prevymis bei Erwachsenen beträgt 480 mg einmal täglich, oral oder intravenös verabreicht.
Die empfohlene Dosierung von Prevymis bei pädiatrischen HSZT-Empfängern mit einem Körpergewicht von mindestens 30 kg und jugendlichen Nierentransplantatempfängern mit einem Körpergewicht von mindestens 40 kg beträgt 480 mg einmal täglich, oral oder intravenös verabreicht.
Wenn Prevymis oral verabreicht wird, beträgt die empfohlene Dosierung eine 480-mg-Tablette einmal täglich oder zwei 240-mg-Tabletten einmal täglich. Bei Patienten, die keine Tabletten schlucken können, können vier Beutel à 120 mg Granulat angewendet werden.
Dosierungsanpassung bei erwachsenen HSZT- oder Nierentransplantatempfängern und pädiatrischen HSZT-Empfängern mit einem Körpergewicht von mindestens 30 kg und jugendlichen Nierentransplantatempfängern mit einem Körpergewicht von mindestens 40 kg
Wenn Prevymis zusammen mit Ciclosporin verabreicht wird, ist die Dosierung von Prevymis auf 240 mg einmal täglich zu reduzieren (siehe Abschnitte «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»).
·Wird nach Beginn der Gabe von Prevymis eine Ciclosporin-Therapie eingeleitet, ist die nächste Dosis Prevymis auf 240 mg einmal täglich zu reduzieren.
·Wird Ciclosporin nach Beginn der Gabe von Prevymis abgesetzt, ist die nächste Dosis Prevymis auf 480 mg einmal täglich zu erhöhen.
·Wird die Ciclosporingabe aufgrund hoher Ciclosporinspiegel vorübergehend unterbrochen, ist keine Dosisanpassung von Prevymis erforderlich.
Empfohlene Dosierung und Dosierungsanpassung bei pädiatrischen HSZT-Empfängern mit einem Körpergewicht von mindestens 5 kg bis unter 30 kg
Die empfohlenen Dosierungen von Prevymis für pädiatrische HSZT-Empfänger mit einem Körpergewicht von mindestens 5 kg bis unter 30 kg sind in Tabelle 1 (Granulat im Beutel oder Tabletten) und Tabelle 2 (Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung) aufgeführt (siehe auch Abschnitt «Pharmakokinetik»). Prevymis ist einmal täglich oral oder intravenös zu verabreichen.
Wenn Prevymis zusammen mit Ciclosporin verabreicht wird, muss die Dosierung von Prevymis möglicherweise wie in Tabelle 1 und Tabelle 2 aufgeführt angepasst werden (siehe Tabelle 3 im Abschnitt «Interaktionen»).
·Wird nach Beginn der Gabe von Prevymis eine Ciclosporin-Therapie eingeleitet, sollte die nächste Dosis Prevymis der täglichen oralen Dosis bei Kombination mit Ciclosporin (Tabelle 1) bzw. der täglichen intravenösen Dosis mit Ciclosporin (Tabelle 2) entsprechen.
·Wird Ciclosporin nach Beginn der Gabe von Prevymis abgesetzt, sollte die nächste Dosis Prevymis der täglichen oralen Dosis bei Verabreichung ohne Ciclosporin (Tabelle 1) bzw. der täglichen intravenösen Dosis ohne Ciclosporin (Tabelle 2) entsprechen.
·Wird die Ciclosporingabe aufgrund hoher Ciclosporinspiegel vorübergehend unterbrochen, ist keine Dosisanpassung von Prevymis erforderlich.
Tabelle 1: Empfohlene Dosierung von Prevymis Granulat im Beutel oder Filmtabletten bei Verabreichung ohne oder mit Ciclosporin bei pädiatrischen HSZT-Empfängern mit einem Körpergewicht von mindestens 5 kg bis unter 30 kg
Körpergewicht
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Verabreichung ohne Ciclosporin
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Verabreichung in Kombination mit Ciclosporin
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Tägliche orale Dosis
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Anzahl Prevymis-Beutel oder -Tabletten einmal täglich
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Tägliche orale Dosis
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Anzahl Prevymis-Beutel oder -Tabletten einmal täglich
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15 kg bis unter 30 kg
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240 mg
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Zwei 120-mg-Beutel oder Eine 240-mg-Tablette
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120 mg
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Ein 120-mg-Beutel
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7,5 kg bis unter 15 kg
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120 mg
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Ein 120-mg-Beutel
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60 mg
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Drei 20-mg-Beutel
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5 kg bis unter 7,5 kg
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80 mg
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Vier 20-mg-Beutel
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40 mg
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Zwei 20-mg-Beutel
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Tabelle 2: Empfohlene Dosierung von Prevymis Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung ohne oder mit Ciclosporin bei pädiatrischen HSZT-Empfängern mit einem Körpergewicht von mindestens 5 kg bis unter 30 kg
Körpergewicht
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Tägliche intravenöse Dosis ohne oder mit Ciclosporin
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15 kg bis unter 30 kg
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120 mg
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7,5 kg bis unter 15 kg
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60 mg
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5 kg bis unter 7,5 kg
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40 mg
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Spezielle Dosierungsanweisungen
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Bei leichter (Child-Pugh-Klasse A) bis mässiger (Child-Pugh-Klasse B) Einschränkung der Leberfunktion ist keine Dosisanpassung von Prevymis erforderlich. Prevymis wird bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion (Child-Pugh-Klasse C) nicht empfohlen.
Prevymis wird bei Patienten mit mässiger Einschränkung der Leberfunktion in Kombination mit mässiger oder schwerer Einschränkung der Nierenfunktion nicht empfohlen (siehe Abschnitt «Pharmakokinetik»).
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten mit einer Kreatininclearance >10 ml/min ist keine Dosisanpassung von Prevymis erforderlich (siehe Abschnitt «Pharmakokinetik»).
Es liegen keine Daten bei Patienten mit Nierenerkrankung im Endstadium (KrCl unter 10 ml/min) oder Dialysepatienten vor, so dass keine Dosierungsempfehlungen möglich sind.
Prevymis Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält Hydroxypropylbetadex. Die erwartete klinische Exposition gegenüber Hydroxypropylbetadex bei intravenös verabreichtem Letermovir beträgt ca. 3600 mg/Tag bei einer Letermovirdosis von 480 mg (siehe auch Abschnitt «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen», Hilfsstoffe, Cyclodextrin). Bei Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion (Kreatininclearance <50 ml/min) oder bei kleinen Kindern (weniger als 2 Jahre alt), die Prevymis Infusionslösung erhalten, könnte eine Akkumulation von Hydroxypropylbetadex auftreten. Bei diesen Patienten ist eine engmaschige Überprüfung der Serumkreatininspiegel erforderlich (siehe Abschnitt «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Ältere Patienten
Von den 373 in einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-3-Studie mit Prevymis behandelten Probanden (P001) waren 56 (15,0%) 65 Jahre und älter. Von den 144 Probanden, die in einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-3-Studie (P040) mit Prevymis behandelt wurden, waren 32 (22,2%) 65 Jahre oder älter. Von den 292 Probanden, die in einer randomisierten, doppelblinden, aktiv kontrollierten Phase-3-Studie (P002) mit Prevymis behandelt wurden, waren 48 (16,4%) 65 Jahre oder älter. Die Sicherheit und Wirksamkeit waren bei älteren und jüngeren Probanden in jeder Studie ähnlich. Eine altersentsprechende Dosisanpassung von Prevymis ist nicht erforderlich.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Prevymis bei pädiatrischen HSZT-Empfängern mit einem Körpergewicht von unter 5 kg und bei pädiatrischen Nierentransplantatempfängern mit einem Körpergewicht von unter 40 kg sind nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor (siehe Abschnitt «Pharmakokinetik»). Prevymis wurde bei pädiatrischen Nierentransplantatempfängern nicht untersucht.
Verspätete Dosisgabe
Weisen Sie die Patienten an, die Einnahme der vergessenen Dosis Prevymis nachzuholen, sobald sie sich daran erinnern. Falls der nächste Einnahmezeitpunkt unmittelbar bevorsteht, sollen die Patienten die Einnahme nicht nachholen, sondern mit dem gewohnten Einnahmeschema fortfahren. Weisen Sie die Patienten an, ihre nächste Dosis nicht zu verdoppeln und nicht mehr als die verordnete Dosis einzunehmen.
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