Warnhinweise und VorsichtsmassnahmenDie Anwendung eines CHC erhöht das Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) und für arterielle Thromboembolien (ATE) im Vergleich zur Nichtanwendung. Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen, welche nachfolgend beschrieben werden, müssen vor jeder Verschreibung berücksichtigt werden (vgl. «Risiko für venöse Thromboembolien [VTE]» und «Risiko für arterielle Thromboembolien [ATE]»). Es ist wichtig, die Patientinnen auf die Informationen über venöse und arterielle Thrombosen hinzuweisen einschliesslich des Risikos bei der Anwendung von Drovelis im Vergleich zu anderen CHCs), insbesondere auf die möglichen Symptome einer VTE und ATE und die bekannten vaskulären Risikofaktoren sowie darauf, was im Falle einer vermuteten Thrombose zu tun ist.
Der Nutzen einer Anwendung eines CHC wie Drovelis sollte gegen die nachfolgend aufgeführten Erkrankungen/Risiken – unter Berücksichtigung des Schweregrades jedes einzelnen oder dem Aufeinandertreffen mehrerer Faktoren – abgewogen und mit jeder Patientin besprochen werden, bevor man sich zur Verordnung von Drovelis entschliesst (siehe auch «Kontraindikationen»). Die Patientin ist zudem anzuweisen, die Packungsbeilage sorgfältig zu lesen und die darin erteilten Ratschläge zu befolgen.
Medizinische Untersuchung
Vor Beginn oder Wiederaufnahme der Anwendung eines CHC wie Drovelis soll eine sorgfältige Eigen- und Familienanamnese erhoben sowie unter Beachtung der «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» eine gründliche allgemeine und gynäkologische Untersuchung durchgeführt werden, um behandlungsbedürftige Erkrankungen sowie deren Risikofaktoren feststellen und eine Schwangerschaft ausschliessen zu können. Diese Untersuchungen schliessen im Allgemeinen Blutdruck, Mammae, Abdomen, Beckenorgane (inkl. Zervixzytologie) und relevante Laboruntersuchungen ein.
Während der Anwendung des CHC müssen diese Untersuchungen in regelmässigen Abständen wiederholt werden, wobei Art und Häufigkeit auf die individuelle Anwenderin abgestimmt werden und sich an den Richtlinien der Schweizer Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) orientieren sollten. Bei diesen Kontrollen sollten die Kontraindikationen (z.B. eine transitorische ischämische Attacke) und Risikofaktoren (z.B. Familienanamnese venöser oder arterieller Thrombosen, vgl. «Risikofaktoren für VTE» und «Risikofaktoren für ATE») erneut überprüft werden, da diese während der Anwendung eines CHC zum ersten Mal auftreten können.
Gründe für das sofortige Absetzen
Die Anwenderin muss darüber informiert werden, dass sie bei Auftreten einer der oben genannten Kontraindikationen sowie bei Eintreten einer der nachfolgenden Situationen schnellstmöglich einen Arzt/eine Ärztin konsultieren muss, der/die dann über die weitere Anwendung des CHC entscheiden wird:
erstmaliges Auftreten oder Exacerbation migräneartiger oder häufigeres Auftreten ungewohnt starker Kopfschmerzen;
plötzliche Seh-, Hör-, Sprach- oder sonstige Wahrnehmungsstörungen;
erste Anzeichen von thromboembolischen Ereignissen (vgl. «Symptome einer VTE [tiefe Venenthrombose und Lungenembolie]» und «Symptome einer ATE»);
mindestens 4 Wochen vor geplanten Operationen und während einer Immobilisation (z.B. nach Unfall oder Operation);
klinisch relevanter Blutdruckanstieg (bei wiederholter Messung);
-Auftreten von Ikterus, Hepatitis, generalisiertem Pruritus;
starke Oberbauchschmerzen oder Lebervergrösserung;
schwere depressive Zustände;
-Schwangerschaft oder Verdacht auf Schwangerschaft.
Alle nachstehenden Informationen basieren auf Daten, die mit Ethinylestradiol-haltigen CHCs gewonnen wurden. Drovelis enthält als Östrogenkomponente Estetrol. Über mögliche Unterschiede im Risikoprofil zwischen Ethinylestradiol und Estetrol liegen noch keine Informationen vor. Es ist davon auszugehen, dass diese Warnhinweise in vergleichbarer Weise auch bei der Anwendung von Drovelis zutreffen.
Risiko für venöse Thromboembolien (VTE)
Die Anwendung jedes CHC erhöht das Risiko für VTE im Vergleich zur Nichtanwendung. Präparate, die niedrig dosiertes Ethinylestradiol (< 50 Mikrogramm Ethinylestradiol) in Kombination mit Levonorgestrel, Norgestimat oder Norethisteron enthalten, sind mit dem geringsten Risiko für eine VTE verbunden. Es ist noch nicht bekannt, wie hoch das unter Drovelis im Vergleich zu diesen Arzneimitteln mit geringem Risiko ist.
Die Entscheidung, das Arzneimittel anzuwenden, sollte nur nach einem Gespräch mit der Patientin getroffen werden, bei dem sicherzustellen ist, dass sie Folgendes versteht:
-Das Risiko für VTE bei Einnahme von Drovelis.
-Wie beeinflussen ihre vorbestehenden individuellen Risikofaktoren dieses Risiko?
-Stärkste Risikoerhöhung für VTE im allerersten Anwendungsjahr (insbesondere während der ersten 3 Monate).
-Die vorhandenen Daten deuten darauf hin, dass dieses erhöhte Risiko sowohl bei der erstmaligen Anwendung eines CHC als auch bei der erneuten Anwendung des gleichen oder eines anderen CHC besteht (nach einem mindestens 4-wöchigen oder länger dauernden anwendungsfreien Intervall).
-Drovelis ist ein Arzneimittel. Im Falle eines Unfalls oder eines operativen Eingriffs muss die Anwenderin die behandelnden Ärzte darüber informieren, dass sie Drovelis einnimmt.
Etwa 2 von 10’000 Frauen, die kein CHC einnehmen und nicht schwanger sind, entwickeln über einen Zeitraum von einem Jahr eine VTE. Das individuelle Risiko kann jedoch in Abhängigkeit von den zugrunde liegenden Risikofaktoren bedeutend höher sein (siehe unten).
Aufgrund der vorliegenden epidemiologischen Daten wird geschätzt, dass im Verlauf eines Jahres 9-12 von 10'000 Frauen, die ein CHC mit niedrigdosiertem Ethinylestradiol (< 50µg) und Drospirenon anwenden, eine VTE erleiden; im Vergleich hierzu kommt es pro Jahr bei 5-7 von 10'000 Frauen, die ein Levonorgestrel-haltiges CHC anwenden, zu einer VTE. Es ist noch nicht bekannt, wie sich das Risiko der Kombination aus Estetrol und Drospirenon im Vergleich zu jenem einer Kombination aus Ethinylestradiol und Levonorgestrel verhält.
Die Anzahl der VTEs pro Jahr bei Anwendung niedrig dosierter CHCs ist geringer als die erwartete Anzahl während einer Schwangerschaft oder in der postpartalen Phase.
VTE verlaufen in 1-2 % der Fälle tödlich.
Äusserst selten wurde bei Anwenderinnen von CHC auch über venöse Thrombosen ausserhalb der Extremitäten berichtet, z.B. Sinusvenenthrombosen oder Thrombosen in hepatischen, mesenterialen, renalen oder retinalen Venen.
Risikofaktoren für VTE
Das Risiko für venöse thromboembolische Komplikationen bei Anwenderinnen von CHC kann deutlich ansteigen, wenn bei der Anwenderin zusätzliche Risikofaktoren bestehen, vor allem wenn mehrere Risikofaktoren gleichzeitig vorliegen (siehe Tabelle 1). Insbesondere ist bei der Nutzen-Risiko-Abwägung zu berücksichtigen, dass das Risiko venöser thromboembolischer Ereignisse überadditiv erhöht sein kann, wenn eine Kombination von Risikofaktoren vorliegt. In diesem Fall muss das Gesamtrisiko für eine VTE in Betracht gezogen werden. Drovelis ist kontraindiziert, wenn bei einer Frau mehrere Risikofaktoren gleichzeitig bestehen, die sie insgesamt einem hohen Risiko für eine Venenthrombose aussetzen.
Tabelle 1: Risikofaktoren für VTE
Risikofaktoren
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Anmerkung
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Adipositas (Body Mass Index [BMI] über 30 kg/m²).
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Das Risiko nimmt mit steigendem BMI deutlich zu. Besonders wichtig, wenn weitere Risikofaktoren vorliegen.
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Längere Immobilisierung, grössere chirurgische Eingriffe, jeder Eingriff an Beinen oder Hüfte, neurochirurgischer Eingriff oder schweres Trauma.
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In diesen Fällen ist es ratsam, die Anwendung der Tabletten zu unterbrechen (bei elektiven Operationen mindestens vier Wochen im Voraus) und frühestens zwei Wochen nach vollständiger Remobilisation wieder aufzunehmen. Ggf. ist eine andere Kontrazeptionsmethode anzuwenden, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Eine medikamentöse Thromboseprophylaxe muss erwogen werden, wenn Drovelis nicht im Voraus abgesetzt wurde.
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Positive Familienanamnese (jede venöse Thromboembolie bei einem Geschwister oder Elternteil, insbesondere in einem relativ frühen Alter, z. B. vor dem 50sten Lebensjahr).
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Bei Verdacht auf eine genetische Prädisposition ist die Patientin zur Beratung an einen Spezialisten zu überweisen, bevor eine Entscheidung über die Einnahme von Drovelis getroffen wird. Falls die Untersuchung Hinweise auf eine Thrombophilie ergibt, ist die Einnahme von Drovelis kontraindiziert.
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Andere Erkrankungen, die mit einem erhöhten VTE-Risiko assoziiert sind
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systemischer Lupus erythematodes, hämolytisches urämisches Syndrom, chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa), Sichelzellanämie, maligne Erkrankungen.
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Zunehmendes Alter.
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Insbesondere über 35 Jahre.
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Hinweis: Eine vorübergehende Immobilisation wie beispielsweise eine Flugreise mit einer Dauer von > 4 Stunden kann ebenfalls einen Risikofaktor für eine VTE darstellen, insbesondere bei Frauen mit weiteren Risikofaktoren.
Über die mögliche Rolle von Varizen und oberflächlicher Thrombophlebitis bezüglich des Beginns oder Fortschreitens einer Venenthrombose besteht kein Konsens.
Es muss beachtet werden, dass das Risiko thromboembolischer Ereignisse in der postpartalen Phase erhöht ist. Es gibt Daten, die darauf hindeuten, dass das Thromboserisiko bis 12 Wochen nach der Entbindung erhöht sein kann.
Symptome einer VTE (tiefe Venenthrombose und Lungenembolie)
Der Patientin ist anzuraten, bei Auftreten eines oder mehrerer der folgenden Symptome, unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und das medizinische Fachpersonal darüber zu informieren, dass sie Drovelis einnimmt:
Symptome einer tiefen Beinvenenthrombose können sein:
unilaterale Schwellung des Beins und/oder des Fusses oder entlang einer Vene im Bein;
-Spannungsgefühl oder Schmerzen in einem Bein, auch wenn sie nur beim Stehen oder Gehen zu spüren sind;
-Überwärmung, Rötung oder Verfärbung der Haut am betroffenen Bein.
Symptome einer Lungenembolie können sein:
plötzliche unerklärliche Kurzatmigkeit, schnelles Atmen, Anstrengungsintoleranz;
-Plötzliches Auftreten von Husten, eventuell mit Hämoptysen;
plötzlicher starker Schmerz im Brustkorb, welcher sich bei tiefer Atmung verstärken kann ;
starke Benommenheit, Schwindel oder Angstgefühl;
-Tachykardie oder Arrhythmien.
Einige dieser Symptome (z. B. Kurzatmigkeit oder Husten) sind nicht spezifisch und können als häufige oder weniger schwere Ereignisse (z. B. Atemwegsinfektionen) missdeutet werden.
Risiko für arterielle Thromboembolien (ATE)
Epidemiologische Studien haben ausserdem die Anwendung von CHCs mit einem erhöhten Risiko für arterielle thromboembolische Ereignisse (wie Myokardinfarkt, Schlaganfall oder transitorische ischämische Attacken) in Verbindung gebracht. Bevor die Entscheidung getroffen wird, Drovelis zu verordnen, ist die Patientin über dieses Risiko sowie insbesondere auch darüber aufzuklären, wie eventuell vorbestehende individuelle Risikofaktoren dieses Risiko zusätzlich erhöhen können.
Äusserst selten wurde bei Anwenderinnen von CHC auch über Thrombosen in anderen Blutgefässen (wie z.B. hepatischen, mesenterialen, renalen oder retinalen Arterien) berichtet.
Risikofaktoren für ATE
Ein erhöhtes Risiko für einen zerebrovaskulären Insult oder andere arterielle thromboembolische Komplikationen bei Anwenderinnen von CHC besteht v.a. bei Frauen, die bereits Risikofaktoren für solche Erkrankungen aufweisen (siehe Tabelle 2). Insbesondere muss bei der Nutzen-Risiko-Abwägung beachtet werden, dass das Risiko für arterielle thromboembolische Ereignisse überadditiv erhöht sein kann, wenn eine Kombination von Risikofaktoren vorliegt. In diesem Fall muss das Gesamtrisiko für eine ATE betrachtet werden. Bei Patientinnen, die aufgrund eines schwerwiegenden oder des Vorliegens mehrerer Risikofaktoren ein hohes Risiko für eine ATE aufweisen, ist Drovelis kontraindiziert.
Tabelle 2: Risikofaktoren für ATE
Risikofaktor
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Anmerkung
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Zunehmendes Alter
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Insbesondere über 35 Jahre
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Rauchen
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Frauen ist anzuraten, nicht zu rauchen, wenn sie ein CHC wie Drovelis anwenden möchten. Frauen über 35 Jahre, die weiterhin rauchen, ist dringend zu empfehlen, eine andere Kontrazeptionsmethode anzuwenden.
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Arterielle Hypertonie
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Diabetes mellitus
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Bei Diabetikerinnen mit bereits bestehenden Gefässkomplikationen ist die Anwendung von CHC kontraindiziert.
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Dyslipoproteinämie
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Herzklappenerkrankungen
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Vorhofflimmern
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Adipositas (BMI über 30 kg/m2).
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Das Risiko nimmt mit steigendem BMI deutlich zu. Besonders wichtig bei Frauen mit zusätzlichen Risikofaktoren.
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Positive Familienanamnese (jede arterielle Thromboembolie bei einem Geschwister oder Elternteil, insbesondere in einem relativ frühen Alter, d.h. vor dem 50sten Lebensjahr).
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Bei Verdacht auf eine genetische Prädisposition ist die Patientin zur Beratung an einen Spezialisten zu überweisen, bevor eine Entscheidung über die Einnahme von Drovelis getroffen wird. Falls die Untersuchung Hinweise auf eine Thrombophilie ergibt, ist die Einnahme von Drovelis kontraindiziert.
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Migräne.
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Eine Zunahme der Häufigkeit oder des Schweregrads einer Migräne während der Anwendung von Drovelis kann ein Prodromalsymptom eines zerebrovaskuläres Ereignis darstellen und ein Grund für ein sofortiges Absetzen sein.
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Andere Erkrankungen, die mit einem erhöhten Risiko für ATE assoziiert sind.
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Hyperhomocysteinämie, systemischer Lupus erythematodes, Sichelzellanämie, maligne Erkrankungen .
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Symptome einer ATE
Der Patientin ist anzuraten, beim Auftreten eines oder mehrerer der folgenden Symptome unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und das medizinische Fachpersonal über die Einnahme von Drovelis zu informieren.
Symptome eines zerebrovaskulären Insults können sein:
plötzliche Taubheit oder Kraftlosigkeit des Gesichtes, eines Armes oder Beines, vor allem einer Körperhälfte;
plötzliche Verwirrtheit,
undeutliche Aussprache oder Verständnisprobleme;
plötzliche Sehstörungen in einem oder beiden Augen;
plötzliche Gehstörungen;
-Schwindel;
-Gleichgewichtsstörungen oder Koordinationsstörungen;
plötzliche starke oder länger anhaltende Kopfschmerzen unbekannter Ursache;
-Bewusstseinsverlust oder Ohnmacht mit oder ohne Krampfanfall.
Symptome eines Myokardinfarktes können sein:
-Schmerzen, Unwohlsein, Druckgefühl, Schweregefühl, Enge- oder Spannungsgefühl in der Brust, im Arm oder hinter dem Brustbein;
-Beschwerden, die in Rücken, Kiefer, Hals, Arm oder Magen ausstrahlen;
-Völlegefühl, Magenbeschwerden oder Würgereiz;
-Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen oder Schwindel;
extreme Schwäche, Angstgefühl oder Kurzatmigkeit;
-Tachykardie oder Arrhythmien.
Andere Symptome eines vaskulären Verschlusses können sein:
plötzlicher Schmerz, Schwellung oder leichte Cyanose einer Extremität;
akutes Abdomen.
Verdacht auf hereditäre oder erworbene Prädisposition für thromboembolische Komplikationen
Bei Verdacht auf eine hereditäre oder erworbene Prädisposition für thromboembolische Komplikationen ist eine gerinnungs-physiologische Abklärung durch einen Spezialisten angezeigt, welcher ggf. eine Bestimmung bestimmter hämostatischer Parameter veranlassen wird.
Tumorerkrankungen
In einigen epidemiologischen Studien wurde über ein erhöhtes Zervixkarzinom-Risiko bei Langzeitanwendung von CHCs (> 5 Jahre) berichtet. Es wird jedoch nach wie vor kontrovers diskutiert, in wie weit dieses Ergebnis durch andere Faktoren wie eine Infektion durch humane Papillomaviren (HPV) (stärkster Risikofaktor), die Frequenz der Teilnahme am Zervix-Screening oder das Sexualverhalten beeinflusst wird.
Eine Metaanalyse von 54 epidemiologischen Studien ergab, dass bei Frauen, dass das relative Risiko (RR) eines Mammakarzinoms bei Frauen, die CHC anwenden, geringfügig erhöht ist (RR = 1,24). Nach Absetzen der CHC sinkt das erhöhte Risiko kontinuierlich ab und ist nach 10 Jahren nicht mehr nachweisbar. Da Mammakarzinome vor dem 40. Lebensjahr selten sind, ist bei Frauen, die ein CHC anwenden oder bis vor kurzem angewendet haben, die zusätzliche diagnostizierte Anzahl an Mammakarzinomen im Verhältnis zum Gesamtrisiko für die Entstehung eines Mammakarzinoms gering. Diese Studien liefern keine Hinweise auf eine Kausalität. Die beobachtete Risikoerhöhung kann sowohl auf eine bei Anwenderinnen von CHC frühzeitigere Erkennung als auch auf biologische Wirkungen von CHC oder auf beide Faktoren gemeinsam zurückzuführen sein. Mammakarzinome bei Frauen, die ein CHC angewendet haben, waren zum Zeitpunkt der Diagnosestellung tendenziell weniger weit fortgeschritten als als bei Frauen, die nie ein CHC angewendet hatten.
In seltenen Fällen wurden unter Anwendung von Sexualhormonen, wie sie Drovelis enthält, benigne Lebertumoren und noch seltener maligne Lebertumoren berichtet. In Einzelfällen führten diese Tumoren zu lebensbedrohlichen intraabdominalen Blutungen. Wenn bei Anwenderinnen von CHC starke Oberbauchbeschweren, eine Lebervergrösserung oder Anzeichen einer intraabdominalen Blutung auftreten, sollte daher ein Lebertumor in die differentialdiagnostischen Überlegungen einbezogen werden.
Depressive Störungen
Depressionen bzw. depressive Verstimmungen sind als mögliche unerwünschte Wirkungen bei der Anwendung von Sexualhormonen, einschliesslich hormonaler Kontrazeptiva, bekannt (s. a. «Unerwünschte Wirkungen»). Solche Störungen können bereits kurz nach Beginn der Behandlung auftreten. Eine Depression kann schwerwiegend verlaufen und stellt einen Risikofaktor für Suizide bzw. suizidales Verhalten dar. Anwenderinnen hormonaler Kontrazeptiva sollen daher über mögliche Symptome depressiver Störungen informiert werden. Der Anwenderin soll dringend geraten werden, sich umgehend an einen Arzt/ eine Ärztin zu wenden, falls sie unter der Anwendung des Kontrazeptivums Stimmungsschwankungen oder andere Symptome einer Depression bemerkt.
Anwenderinnen mit einer schweren Depression in der Anamnese sollen sorgfältig überwacht werden. Falls es unter der Anwendung von Drovelis erneut zu schweren depressiven Zuständen kommt, muss das Arzneimittel abgesetzt werden.
Zykluskontrolle
Bei allen CHCs kann es, insbesondere in den ersten Anwendungsmonaten, zu Zwischenblutungen (Schmier- und Durchbruchblutungen) kommen, . Daher ist eine diagnostische Abklärung unregelmässiger Blutungen erst nach einer Anpassungsphase von etwa drei Zyklen sinnvoll. In den Phase III-Studien traten bei 14-20 % der Anwenderinnen von Drovelis traten Zwischen- oder Schmierblutungen auf. Bei den meisten dieser Episoden handelte es sich um Schmierblutungen (die keinen Hygieneschutz erforderten).
In einer Phase II-Studie traten im 6. Anwendungszyklus Zwischenblutungen bei 16,9 % der Anwenderinnen auf. Bei 96,5 % der Anwenderinnen kam es zu einer regulären Entzugsblutung.
Wenn Blutungsunregelmässigkeiten bestehen bleiben oder nach vormals regelmässigen Zyklen auftreten, sollten nicht-hormonelle Ursachen in Betracht gezogen und geeignete diagnostische Massnahmen zum Ausschluss einer malignen Erkrankung oder einer Schwangerschaft eingeleitet werden. Diese Abklärungen können eine Kürettage einschliessen.
Die Entzugsblutung kann während der Placebo-Phase ausbleiben. Unter Drovelis war dies in den Studien bei 6-8% der Anwenderinnen der Fall. Falls Drovelis entsprechend den Anweisungen in der Rubrik «Dosierung/Anwendung» eingenommen wurde, ist eine Schwangerschaft unwahrscheinlich. Wurde Drovelis allerdings vor der ersten ausgebliebenen Entzugsblutung nicht vorschriftsgemäss eingenommen oder sind zwei Entzugsblutungen hintereinander ausgeblieben, muss vor der weiteren Anwendung eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.
Sonstige Vorsichtsmassnahmen
Frauen, die ein hormonales Kontrazeptivum anwenden, sollen nicht gleichzeitig mit Johanniskrautpräparaten (Hypericum) behandelt werden, da die kontrazeptive Wirkung beeinträchtigt sein kann. Über Zwischenblutungen und Einzelfälle ungewollter Schwangerschaften wurde berichtet (vgl. auch «Interaktionen»).
Bei Patientinnen mit Niereninsuffizienz kann die Kaliumausscheidungskapazität limitiert sein. In einer klinischen Studie zeigte Drospirenon bei Patientinnen mit leichter oder mittelschwerer Nierenfunktionsstörung keinen Einfluss auf die Kaliumkonzentration im Serum gezeigt. Ein theoretisches Risiko einer Hyperkaliämie kann erwartet werden bei Patientinnen mit Niereninsuffizienz, bei Frauen, deren Serumkaliumwerte bereit vor der Behandlung im oberen Referenzbereich lagen sowie bei gleichzeitiger Anwendung kaliumsparender Arzneimittel.
Bei Frauen mit bestehender oder familiärer Hypertriglyceridämie oder Hypertriglyceridämie besteht bei Anwendung von CHCs möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Pankreatitis.
Obwohl unter der Anwendung von CHC relativ häufig über einen leichten Blutdruckanstieg berichtet wird, sind klinisch relevant erhöhte Werte selten. Kommt es unter der Anwendung eines CHC zu einer anhaltenden klinisch relevanten Blutdruckerhöhung, sollte das CHC abgesetzt werden. Wo es angezeigt scheint, kann die erneute Anwendung eines CHC erwogen werden, wenn sich die Blutdrucjwerte (unter antihypertensiver Therapie) normalisiert haben.
Unter Anwendung von CHC wurde über eine reduzierte Glukosetoleranz berichtet. Diabetikerinnen sowie Frauen mit reduzierter Glukosetoleranz sollten daher während der Anwendung eines CHC, insbesondere während der ersten Monate, sorgfältig überwacht werden. Eine Anpassung der antidiabetischen Therapie ist jedoch im Allgemeinen nicht erforderlich.
Akute oder chronische Störungen der Leberfunktion können das Absetzen des CHC erforderlich machen, bis sich die Leberfunktionswerte normalisiert haben. Beim Wiederauftreten eines cholestatischen Ikterus, der erstmalig während einer Schwangerschaft oder während einer früheren Anwendung von Sexualsteroiden aufgetreten ist, müssen CHCs abgesetzt werden.
Bei Patientinnen mit Hepatitis, welche gleichzeitig ein Ethinylestradiol-haltiges CHC anwendeten, wurde unter Anwendung der Wirkstoffkombination Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit oder ohne Dasabuvir signifikant häufiger ein Anstieg der ALT(einschliesslich Fällen einer Erhöhung auf über das Fünffache, in Einzelfällen auf über das 20-Fache der Obergrenze des Normalbereiches) beobachtet als bei Patientinnen, welche ausschliesslich mit den antiviralen Wirkstoffen behandelt wurden (siehe "Interaktionen"). Ähnliche ALT-Erhöhungen wurden auch unter Anti-HCV-Arzneimitteln beobachtet, die Glecaprevir / Pibrentasvir oder Sofosbuvir / Velpatasvir / Voxilaprevir enthielten.
Unter Anwendung von Estradiol- oder Estradiolvalerat-haltigen Hormonpräparaten waren die ALT-Werte hingegen mit jenen bei Patientinnen ohne Östrogentherapie vergleichbar. Die Zahl der Frauen, die solche anderen Östrogene einnahmen, war jedoch gering; für Estetrol liegen keinerlei entsprechende Daten vor. Daher ist auch bei gleichzeitiger Verabreichung von Drovelis mit einer der genannten Wirkstoffkombinationen Vorsicht geboten
Östrogene können die Lithogenität der Galle erhöhen. Über eine Cholelithiasis und andere Erkrankungen der Gallenblase (z.B. Cholezystitis) wurde im Zusammenhang mit der Anwendung hormoneller Kontrazeptiva berichtet.
Bei Frauen mit hereditärem und/oder erworbenem Angioödem können exogene Östrogene die Symptome des Angioödems induzieren oder verstärken.
Die folgenden Erkrankungen können sowohl während einer Schwangerschaft als auch während der Anwendung eines CHCs auftreten oder ungünstig beeinflusst werden, doch lassen die verfügbaren Daten keine eindeutigen Schlüsse auf einen Kausalzusammenhang mit der Anwendung eines CHC zu: cholestatischer Ikterus und/oder Pruritus; Cholelithiasis; Porphyrie; systemischer Lupus erythematodes; hämolytisch-urämisches Syndrom; Chorea minor; Herpes gestationis; Otosklerose-bedingter Hörverlust.. Die Anwendung von CHC wurde ausserdem auch mit dem Auftreten von Enteritis regionalis Crohn sowie Colitis ulcerosa assoziiert.
Bei prädisponierten Frauen kann die Anwendung von CHC gelegentlich ein Chloasma verursachen, das durch intensive Sonnenbestrahlung noch verstärkt wird. Frauen, die hierzu neigen, sollten sich deshalb nicht zu starker UV-Strahlung aussetzen.
Die Anwenderinnen sind darauf hinzuweisen, dass die Anwendung hormoneller Kontrazeptiva nicht vor HIV-Infektionen und sexuell übertragbaren Krankheiten schützt.
Jugendliche nach der Menarche
Da das spezifische Risiko für thromboembolische Ereignisse unter Drovelis bisher, insbesondere im Vergleich zu Kontrazeptiva der zweiten Generation, nicht beurteilt werden kann (siehe "Risiko für venöse Thromboembolien (VTE)"), wird Drovelis bis zum Vorliegen weiterer (epidemiologischer) Daten nicht für die Anwendung bei Jugendlichen <18 Jahren zugelassen.
Sonstige Bestandteile
Jede rosa wirkstoffhaltige Tablette enthält 40 mg, jede weisse Placebo-Tablette 68 mg Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactasemangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d. h. es ist praktisch «natriumfrei».
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