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Fachinformation zu Varivax®:MSD Merck Sharp & Dohme AG
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Unerwünschte Wirkungen

Allgemeines Verträglichkeitsprofil des Varizellen-Lebendimpfstoffes (Stamm Oka/Merck)
In klinischen Studien wurde Varizellen-Lebendimpfstoff (Stamm Oka/Merck) sowohl in der tiefgefrorenen als auch in der kühlschrankstabilen Formulierung an ca. 17'000 gesunde Probanden ab 12 Monaten verabreicht und diese nach jeder Dosis bis zu 42 Tage lang beobachtet. Bei seropositiven Personen besteht offensichtlich kein erhöhtes Risiko von unerwünschten Ereignissen nach Gabe von Varivax. Die Verträglichkeit des kühlschrankstabilen Varizellen-Lebendimpfstoffes (Stamm Oka/Merck) war derjenigen von früheren Formulierungen vergleichbar.
In einer Placebo-kontrollierten Doppelblind-Studie mit 956 gesunden Probanden im Alter von 12 Monaten bis 14 Jahre, von denen 914 nachweislich seronegativ gegen Varizellen waren, traten lediglich Schmerzen (26,7% im Vergleich zu 18,1%) und Rötung (5,7% im Vergleich zu 2,4%) an der Injektionsstelle sowie ein generalisierter Varizellen-artiger Hautausschlag (2,2% im Vergleich zu 0,2%) bei den Geimpften signifikant häufiger auf als in der Placebogruppe.
In einer klinischen Studie wurden 752 Kinder entweder intramuskulär oder subkutan mit Varivax geimpft. Das Nebenwirkungsprofil war bei beiden Anwendungsarten vergleichbar. Allerdings traten Reaktionen an der Injektionsstelle in der i.m.-Gruppe (20,9%) weniger häufig auf als in der s.c.-Gruppe (34,3%).
In klinischen Studien mit Kausalitätsbewertung an insgesamt 5'185 Probanden wurden die folgenden unerwünschten Ereignisse in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung berichtet; dabei wurden die nachstehenden Häufigkeitsangaben zu Grunde gelegt:
Sehr häufig (≥1/10); Häufig (≥1/100, <1/10); Gelegentlich (≥1/1'000, <1/100); Selten (≥1/10'000, <1/1'000)
Gesunde Personen im Alter von 12 Monaten bis 12 Jahre (1 Impfdosis):
Infektionen und Infestationen
Häufig: Infektionen der oberen Atemwege.
Gelegentlich: Influenza, Gastroenteritis, Otitis, Otitis media, Pharyngitis, Varizellen, virales Exanthem, Virusinfektion.
Selten: Infektion, Candidasis, Grippe-ähnliche Erkrankung, nicht giftiger Biss/Stich.
Störungen des Blut- und Lymphsystems
Selten: Lymphadenopathie, Lymphadenitis, Thrombozytopenie.
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Gelegentlich: Appetitlosigkeit.
Psychiatrische Störungen
Häufig: Reizbarkeit.
Gelegentlich: Weinen, Schlaflosigkeit, Schlafstörungen.
Störungen des Nervensystems
Gelegentlich: Kopfschmerzen, Schläfrigkeit.
Selten: Apathie, Nervosität, Unruhe, Hypersomnie, verändertes Traumverhalten, Gefühlsschwankungen, unsicherer Gang, Fieberkrämpfe, Tremor.
Augenleiden
Gelegentlich: Konjunktivitis.
Selten: Akute Konjunktivitis, vermehrter Tränenfluss, Lidödem, Irritationen.
Funktionsstörungen des Ohrs und des Innenohrs
Selten: Ohrenschmerzen.
Funktionsstörungen der Gefässe
Selten: Extravasation.
Atmungsorgane
Gelegentlich: Husten, Obstruktion der Nasen- und Atemwege, Rhinorrhoe.
Selten: Sinusitis, Niesen, Lungenstauung, Nasenbluten, Rhinitis, pfeifendes Atemgeräusch, Bronchitis, Infektionen der Atemwege, Pneumonie.
Gastrointestinale Störungen
Gelegentlich: Durchfall, Erbrechen.
Selten: Bauchschmerzen, Übelkeit, Blähungen, Hämatochezie (Blutstühle), Ulcera in der Mundhöhle.
Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Häufig: Ausschlag, Masern-oder Röteln-artiger Ausschlag, Varizellenartiger Ausschlag (im Mittel 5 Effloreszenzen).
Gelegentlich: Kontaktdermatitis, Windeldermatitis, Erythem, Miliaria rubra, Pruritus, Urtikaria.
Selten: Gesichtsröte, Bläschen, atopische Dermatitis, Ekzem, Akne, Herpes simplex, Quaddeln, Quetschung, Dermatitis, Arzneimittelexanthem, Impetigo, Hautinfektion, Masern, Sonnenbrand.
Muskelskelettsystem
Selten: Gliederschmerzen, Muskelschmerzen, Schmerzen im Bereich der Hüfte, der Beine oder des Nackens, Steifheit.
Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle
Sehr häufig: Fieber (15,9%).
Häufig: Rötung, Ausschlag, Schmerz/schmerzhafte Spannung/Schmerzhaftigkeit, Schwellung und Varizellenartiger Ausschlag (im Mittel 2 Effloreszenzen an der Injektionsstelle).
Gelegentlich: Asthenie/Müdigkeit; Ekchymose, Hämatom und Verhärtung an der Injektionsstelle; Unwohlsein.
Selten: Ekzem, Knoten, Erwärmung, Quaddeln, Verfärbung, Entzündung, Steifheit, Verletzung und raue/trockene Haut an der Injektionsstelle, Ödem/Schwellung, Schmerz/schmerzhafte Spannung/Schmerzhaftigkeit, Wärmegefühl, Überwärmung, Einblutung durch Gefässpunktion, abnorme Veränderung der Lippen.
Gesunde Personen von 12 Monaten bis 12 Jahre (es wurden 2 Dosen im Abstand von mindestens 3 Monaten verabreicht)
Über folgende, schwere unerwünschte Ereignisse wurde in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung mit einem Varizellen-Lebendimpfstoff (Stamm Oka/Merck) von Personen im Alter von 12 Monaten bis 12 Jahre berichtet: Durchfall, Fieberkrämpfe, Fieber, postinfektiöse Arthritis, Erbrechen.
Systemische Reaktionen traten im Allgemeinen nach einer zweiten Dosis Varivax ebenso häufig oder weniger häufig auf als nach der ersten Dosis. Reaktionen an der Injektionsstelle (vor allem Erythem und Schwellung) waren nach einer zweiten Dosis häufiger (siehe Abschnitt Pharmakodynamik).
Gesunde Personen ab 13 Jahren (die Mehrzahl erhielt 2 Dosen im Abstand von 4 bis 8 Wochen)
Bei Geimpften ab 13 Jahren wurde mit Ausnahme der schweren unerwünschten Ereignisse keine Kausalitätsbewertung durchgeführt. In klinischen Studien (1'648 Geimpfte) kam es jedoch in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung zu folgenden unerwünschten Ereignissen:
Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Häufig: generalisierter Varizellen-artiger Ausschlag (im Mittel 5 Effloreszenzen).
Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle
Sehr häufig: Fieber ≥37,7 °C (orale Messung) (10,2%); Erythem an der Injektionsstelle (17,0%), Schmerzhaftigkeit (25,9%) und Schwellung (14,1%).
Häufig: Ausschlag an der Injektionsstelle, Pruritus, generalisierter Varizellen-artiger Ausschlag (im Mittel 5 Effloreszenzen).
Gelegentlich: Ekchymose an der Injektionsstelle, Hämatom, Verhärtung, Taubheit, Erwärmung.
Selten: Schweregefühl, Hyperpigmentierung, Steifheit.
Ältere Personen
Während der klinischen Prüfungen wurden keine Unterschiede in der Verträglichkeit des Impfstoffes bei älteren Menschen (ab 65 Jahren) im Vergleich zu jüngeren Personen aufgezeigt.
Fälle von Herpes zoster in klinischen Studien
In klinischen Studien wurden 12 Fälle von Herpes zoster bei insgesamt 9'543 geimpften Personen im Alter von 12 Monaten bis 13 Jahre in einem Nachuntersuchungszeitraum von 84'414 Personen-Jahren berichtet. Daraus ergibt sich eine Häufigkeit von mindestens 14 Fällen pro 100'000 Personen-Jahren, verglichen mit 77 Fällen pro 100'000 Personen-Jahren nach Varicella-Wildtyp-Infektion. Bei 1'652 geimpften Personen ab 13 Jahren wurden 2 Fälle von Herpes zoster berichtet. Alle 14 Fälle verliefen leicht und ohne Folgeerscheinungen. Derzeit ist nicht bekannt, ob die Impfung mit Varizellen-Lebendimpfstoff (Stamm Oka/Merck) einen Langzeiteffekt im Hinblick auf das Auftreten von Herpes zoster hat, insbesondere bei Impflingen mit Varicella-Wildtyp-Exposition.
In einer anderen klinischen Studie bei Personen von 12 Monaten bis 12 Jahre wurden in der Gruppe, die eine Dosis des Impfstoffs erhalten hatte, zwei Fälle von Herpes zoster berichtet; in der Gruppe, die zwei Dosen erhalten hatte, wurde kein Fall von Herpes zoster berichtet. Die Geimpften wurden über einen Zeitraum von 10 Jahren nach der Impfung beobachtet.
Gleichzeitige Gabe von Varizellen-Lebendimpfstoff (Stamm Oka/Merck) mit anderen pädiatrischen Impfstoffen
Bei gleichzeitiger Verabreichung von Varizellen-Lebendimpfstoff (Stamm Oka/Merck) mit Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff (M-M-R-II) an Kleinkinder von 12 bis 23 Monaten wurde bei 26 bis 40% Fieber berichtet (≥38,9 °C, entsprechend oraler Messung, im Zeitraum 0 bis 42 Tage nach der Impfung).
Klinische Studien nach der Zulassung
Die Kurzzeitverträglichkeit des Varizellen-Lebendimpfstoffes (Stamm Oka/Merck) wurde in einer Postmarketing-Studie bei etwa 86'000 Impflingen im Alter von 12 Monaten bis 13 Jahre und 3'600 Probanden ab 13 Jahren über einen Zeitraum von 30 bzw. 60 Tagen nach Impfung überprüft. Es wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse in Zusammenhang mit der Impfung berichtet.
Postmarketing-Beobachtung
Im Rahmen der weltweiten Post-Marketing-Beobachtung wurden die im Folgenden aufgeführten Nebenwirkungen in zeitlichem Zusammenhang mit der Varivax-Impfung spontan berichtet. Da diese Angaben auf Spontanberichten aus einer Bevölkerungsgruppe unbekannter Grösse basieren, ist es nicht immer möglich, die Häufigkeit zuverlässig abzuschätzen oder einen Kausalzusammenhang mit der Impfung festzustellen. Dementsprechend wird die Häufigkeit dieser Nebenwirkungen als «nicht bekannt» eingestuft.
Infektionen und Infestationen
Enzephalitis*†, Pharyngitis, Pneumonie*; Varizellen (durch den Impfstoff verursacht), Herpes zoster*†.
Störungen des Blut- und Lymphsystems
Aplastische Anämie; Thrombozytopenie (einschliesslich ITP), Lymphadenopathie.
Störungen des Immunsystems
Anaphylaxie (einschliesslich anaphylaktischer Schock), angioneurotisches Ödem, Gesichtsödem und periphere Ödeme; Anaphylaxie bei Personen mit oder ohne Allergie in der Anamnese.
Störungen des Nervensystems
Apoplexie; Krämpfe mit und ohne Fieber; Guillain-Barré-Syndrom; transverse Myelitis; Bell'sche Lähmung; Ataxie*; Schwindel/Benommenheit; Parästhesie; aseptische Meningitis, Meningitis†.
Augenleiden
Nekrotisierende Retinitis (nur bei immunsupprimierten Patienten berichtet).
Atmungsorgane
Pneumonitis.
Gastrointestinale Störungen
Übelkeit, Erbrechen.
Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Stevens-Johnson-Syndrom; Erythema exsudativum multiforme; Schönlein-Henoch-Purpura; sekundäre bakterielle Infektionen der Haut und der Weichteile, einschliesslich Impetigo und Zellulitis.
Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle
Reizbarkeit.
* Diese ausgewiesenen unerwünschten Ereignisse, die nach Gabe des Varizellen-Lebendimpfstoffes (Stamm Oka/Merck) berichtet wurden, treten auch nach einer Infektion mit Varizella-Wildtyp auf. Es finden sich weder in Postmarketing-Studien noch in Postmarketing-Erfahrungsberichten (siehe Abschnitt Pharmakodynamik und Klinische Studien nach der Zulassung) Hinweise darauf, dass diese unerwünschten Ereignisse nach Impfung häufiger auftreten als bei Erkrankung durch den Varizella-Wildtyp.
† Mehr als die Hälfte der Fälle betraf PCR-nachgewiesene Infektionen mit dem Impfstamm Oka/Merck und wurden überwiegend bei anamnestisch immunkompetenten Personen beobachtet, die Jahre zuvor mit 1 oder 2 Dosen Varizellen-Lebendimpfstoff (Stamm Oka/Merck) geimpft worden waren. Die Infektionen mit dem Impfstamm Oka/Merck traten zwischen 20 Monaten bis zu 12 Jahren nach den Impfungen mit Varizellen-Lebendimpfstoff (Stamm Oka/Merck) auf.
Im Allgemeinen waren postvakzinale Hautausschläge, aus denen der Virusstamm Oka/Merck isoliert werden konnte, von leichter Form (siehe Abschnitt Pharmakodynamik).
Übertragung
Vereinzelte Fallberichte aus der Post-Marketing-Beobachtung lassen vermuten, dass das Impfvirus in seltenen Fällen von Geimpften (mit oder ohne varizellenartigen Ausschlag) auf Kontaktpersonen übertragen werden kann (siehe Abschnitt Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen).

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