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Fachinformation zu Micronovum®:Janssen-Cilag AG
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Fahrtücht.Unerw.WirkungenÜberdos.Eigensch.Pharm.kinetikPräklin.Sonstige H.Swissmedic-Nr.
PackungenReg.InhaberStand d. Info. 

Zusammensetzung

Wirkstoff: Norethisteronum.
Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten zu 0,35 mg Norethisteronum.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Hormonale Kontrazeption.

Dosierung/Anwendung

Die Filmtabletten sind während 28 Tagen täglich jeweils zur gleichen Tageszeit (z.B. am Morgen zur gleichen Stunde) in der auf der Packung angegebenen Reihenfolge mit etwas Flüssigkeit einzunehmen. Nach Beendigung einer Packung wird ohne Einnahmepause am folgenden Tag mit einer neuen Packung begonnen.
Beginn der Einnahme
Frauen, die im letzten Monat keine hormonalen Kontrazeptiva angewendet haben
Mit der Einnahme ist am 1. Tag des normalen Menstruationszyklus (also am 1. Tag der Regelblutung) zu beginnen. Ein Beginn ist auch vom 2.-5. Tag an möglich, wobei dann während der ersten 7 Tage der Einnahme im 1. Zyklus die zusätzliche Anwendung nichthormonaler Kontrazeptionsmethoden (mit Ausnahme von Methoden wie Knaus-Ogino oder Temperaturmessung) empfohlen wird.
Wechsel von einem kombinierten hormonalen Kontrazeptivum (einschliesslich Vaginalring oder transdermalem Patch)
Die erste Tablette Micronovum sollte am Tag nach der Einnahme der letzten wirkstoffhaltigen Tablette des früheren kombinierten hormonalen Kontrazeptivums bzw. nach Entfernen des Vaginalringes oder transdermalen Patches eingenommen werden. In diesem Fall ist keine zusätzliche Anwendung nichthormonaler Kontrazeptionsmethoden notwendig.
Wechsel von einem Gestagenmonopräparat (Minipille, Injektion, Implantat, gestagenabgebendes IUD [= Intra Uterine Device])
Die Umstellung von einer anderen Minipille kann an jedem beliebigen Tag erfolgen, von einem Implantat bzw. IUD frühestens am Tag der Entfernung, und von einem Injektionspräparat zum Zeitpunkt, an dem die nächste Injektion fällig wäre. In all diesen Fällen sind während der ersten 7 Tage der Micronovum-Einnahme zusätzlich nichthormonale Kontrazeptionmethoden anzuwenden.
Nach einem Abort im 1. Trimenon
Mit der Einnahme von Micronovum kann sofort begonnen werden. Zusätzliche Verhütungsmassnahmen sind dann nicht erforderlich. Es ist zu beachten, dass bereits 10 Tage nach einem Abort Ovulationen auftreten können.
Nach einem Abort im 2. Trimenon oder einer Geburt
Es wird empfohlen, an den Tagen 21-28 nach der Geburt oder dem Abort mit der Einnahme zu beginnen. Wird später begonnen, ist der Frau zu empfehlen, während der ersten 7 Tage der Einnahme zusätzlich ein barrierebildendes Kontrazeptivum zu benutzen. Hat bereits Geschlechtsverkehr stattgefunden, sollte vor Beginn der Einnahme eine Schwangerschaft ausgeschlossen oder die erste Menstruation abgewartet werden. Stillende Frauen s. Rubrik «Schwangerschaft/Stillzeit».
Vorgehen bei vergessener Tabletteneinnahme
Wird innerhalb von 3 Stunden bemerkt, dass die Einnahme der Tablette zum üblichen Zeitpunkt vergessen wurde, soll die Tablette sofort eingenommen werden. Die folgenden Tabletten sind wieder zur gewohnten Tageszeit einzunehmen. Der kontrazeptive Schutz wird dann nicht beeinträchtigt.
Wird die Tabletten-Einnahme mehr als 3 Stunden über den üblichen Zeitpunkt hinaus vergessen, ist der Konzeptionsschutz möglicherweise reduziert. Die vergessene Tablette soll sofort eingenommen werden, sobald die vergessene Einnahme bemerkt wird – auch dann, wenn dadurch an einem Tag 2 Tabletten einzunehmen sind. Die weiteren Tabletten sollen zur gewohnten Zeit eingenommen werden. Während der folgenden 7 Tage sind zusätzlich nichthormonale Kontrazeptionsmethoden anzuwenden.
Verhalten bei Erbrechen/Durchfall
Bei Erbrechen innerhalb von 2 Stunden nach der Tabletten-Einnahme oder schwerem Durchfall über mehr als 24 Stunden ist die Absorption möglicherweise unvollständig. In diesem Fall sind die Grundregeln des Abschnittes «Vorgehen bei vergessener Tabletteneinnahme» zu beachten.
Damit das gewohnte Einnahmeschema beibehalten werden kann, muss die zusätzlich einzunehmende Tablette aus einer Reservepackung entnommen werden. Wenn die gastrointestinale Störung voraussichtlich länger dauert, sollten andere Methoden der Empfängnisverhütung erwogen werden.
Durchbruchblutungen und Spotting
Treten Durchbruchblutungen oder Spotting auf, soll die Behandlung fortgeführt werden. Durchbruchblutungen sind bei Frauen, welche die Minipille anwenden, häufig. Hält die Durchbruchblutung länger an oder ist sie mit Bauchschmerzen verbunden, ist eine medizinische Abklärung erforderlich, um eine Schwangerschaft oder eine organische Erkrankung auszuschliessen.
Besondere Patientengruppen
Niereninsuffizienz: Micronovum wurde bei Frauen mit Niereninsuffizienz nicht untersucht. Es können daher keine Dosisempfehlungen gemacht werden.
Leberinsuffizienz: Micronovum darf bei Frauen mit Leberinsuffizienz nicht angewendet werden.
Kinder und Jugendliche: Die Wirksamkeit und Sicherheit von Micronovum wurde an Frauen ab einem Alter von 18 Jahren untersucht. Für Jugendliche wird, falls indiziert, die gleiche Dosierung wie bei Erwachsenen empfohlen.
Bei Kindern vor der Pubertät ist Micronovum nicht indiziert.

Kontraindikationen

·Ungeklärte irreguläre Genitalblutung,
·akute venöse thromboembolische Erkrankungen,
·bestehende oder vorausgegangene schwere Lebererkrankungen, solange abnorme Leberfunktionswerte bestehen,
·benigne oder maligne Lebertumore,
·gestagen-abhängige Tumore (z.B. Mammakarzinom),
·bestehende oder vermutete Schwangerschaft,
·Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe von Micronovum.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vor Beginn der Einnahme eines hormonalen Kontrazeptivums soll eine sorgfältige Eigen- und Familienanamnese erhoben sowie eine gründliche allgemeine und gynäkologische Untersuchung durchgeführt werden, um behandlungsbedürftige Krankheiten sowie Risikofaktoren feststellen und eine Schwangerschaft ausschliessen zu können. Diese Untersuchungen schliessen Blutdruck, Mammae, Abdomen und Beckenorgane, inkl. Zervixzytologie, und relevante Laboruntersuchungen ein.
Bei der Nutzen-Risiko-Abwägung sollten dem Arzt/der Ärztin folgende Erkrankungen/Faktoren bekannt sein, welche das Risiko für Komplikationen im Zusammenhang mit der Anwendung hormonaler Kontrazeptiva erhöhen können:
·bestehende oder vorausgegangene arterielle/kardiovaskuläre Erkrankungen (z.B. Koronarsklerose, Zerebralsklerose, Myokardinfarkt, Apoplex),
·kardiovaskuläre Risikofaktoren (z.B. Rauchen, Hypertonie, Adipositas, Hyperlipidämie),
·Migräne,
·ektopische Schwangerschaft in der Vorgeschichte.
Patientinnen mit diesen Erkrankungen bzw. Risikofaktoren sollten daher während der Therapie mit Micronovum besonders sorgfältig überwacht werden. Dies gilt auch für Patientinnen mit Hyperkoagulabilität, Diabetes mellitus (oder verminderter Glukosetoleranz), Porphyrie, Gallenblasenerkrankungen, Nierenfunktionsstörungen, Flüssigkeitsretention, benignen Erkrankungen der Mamma, Fibromyomen des Uterus, Depressionen, Epilepsie, Asthma bronchiale, Otosklerose, oder ausgeprägter Varikosis.
Unter einer Therapie mit Sexualhormonen kann gelegentlich ein Chloasma auftreten. Insbesondere Frauen, die bereits früher ein Chloasma hatten (z.B. während einer Schwangerschaft), sollten daher während der Verwendung von Micronovum starke UV-Strahlung meiden.
Folgende Situationen erfordern ein sofortiges Absetzen von Micronovum
·erste Anzeichen für thrombophlebitische oder thromboembolische Prozesse,
·erstmaliges Auftreten migräneartiger oder häufigeres Auftreten ungewohnt starker Kopfschmerzen,
·akute Seh- oder Hörstörungen,
·erstmaliges Auftreten epileptischer Anfälle bzw. Zunahme von Krampfanfällen,
·länger dauernde Immobilisation (z.B. nach Unfällen oder grösseren chirurgischen Eingriffen; bei geplanten Operationen 4-6 Wochen vorher),
·Auftreten eines Ikterus bzw. von generalisiertem Pruritus,
·Lebervergrösserung mit Verdacht auf Entwicklung von Lebertumoren,
·stärkerer Blutdruckanstieg,
·erkennbares Wachstum von Myomen,
·nachgewiesene oder vermutete Schwangerschaft.
Epidemiologische Studien zeigen ein erhöhtes Risiko venöser und arterieller thromboembolischer Erkrankungen (z.B. tiefe Beinvenenthrombose, Lungenembolie, Myokardinfarkt und Apoplexie) bei Anwendung kombinierter hormonaler Kontrazeptiva (KOK’s). Die klinische Relevanz dieser Befunde für die Anwendung von Norethisteron als Kontrazeptivum ohne Kombination mit einer östrogenen Komponente ist unbekannt. Deshalb sollte Micronovum beim Auftreten einer Thrombose abgesetzt werden. Frauen, die in der Anamnese thromboembolische Erkrankungen aufweisen, sollten über die Möglichkeit eines Wiederauftretens informiert werden.
Bei Raucherinnen, die hormonale Kontrazeptiva anwenden, besteht ein erhöhtes Risiko insbesondere für arterielle thromboembolische Ereignisse. Das Risiko nimmt mit zunehmendem Alter und steigendem Zigarettenkonsum zu. Frauen, die 35 Jahre oder älter sind, sollten deshalb nicht rauchen, wenn sie hormonale Kontrazeptiva einnehmen.
Tumorerkrankungen
Einige epidemiologische Untersuchung deuten unter Langzeiteinnahme kombinierter hormonaler Kontrazeptiva auf ein erhöhtes Risiko für intraepitheliale Neoplasien der Zervix hin. Es ist nicht geklärt ob dieses erhöhte Risiko durch die Anwendung hormonaler Kontrazeptiva, unterschiedliches Sexualverhalten oder andere Faktoren, wie Humanpapillomaviren, besteht. Die derzeitige Datenlage erlaubt keine Aussage darüber, ob die Anwendung von gestagenhaltigen Monopräparaten das Risiko für zervikale intraepitheliale Neoplasien erhöht.
Eine Metaanalyse von 54 epidemiologischen Studien hat ergeben, dass das relative Risiko (RR) der Diagnosestellung eines Mammakarzinoms bei Frauen, die kombinierte hormonale Kontrazeptiva einnehmen, geringfügig erhöht ist (RR = 1.24. Nach Absetzen der kombinierten hormonalen Kontrazeptiva sinkt das erhöhte Risiko kontinuierlich ab und ist nach 10 Jahren nicht mehr nachweisbar. Da Mammakarzinome vor dem 40. Lebensjahr selten sind, ist bei Frauen, die ein kombiniertes hormonales Kontrazeptivum einnehmen oder bis vor kurzem eingenommen haben, die zusätzlich diagnostizierte Anzahl an Mammakarzinomen im Verhältnis zum Mammakarzinom-Gesamtrisiko gering. Diese Studien liefern keine Hinweise auf eine Kausalität. Die beobachtete Risikoerhöhung kann sowohl auf eine bei Anwenderinnen von kombinierten hormonalen Kontrazeptive frühzeitigere Erkennung als auch auf biologische Wirkungen von kombinierten hormonalen Kontrazeptiva, oder auf beide Faktoren gemeinsam, zurückzuführen sein. Mammakarzinome bei Frauen, die ein kombiniertes hormonales Kontrazeptivum eingenommen haben, waren zum Zeitpunkt der Diagnosestellung tendenziell weniger weit fortgeschritten als bei Frauen, die nie ein kombiniertes hormonales Kontrazeptivum eingenommen haben.
Das Risiko für Anwenderinnen von Gestagen-Mono-Präparaten ist möglicherweise mit demjenigen für Anwenderinnen von KOKs vergleichbar, jedoch ist die verfügbare Datenlage zu Gestagen-Mono-Präparaten zu gering, um diesbezügliche Berechnungen zu erstellen.
Lebertumoren
In seltenen Fällen sind unter Anwendung kombinierter hormonaler Kontrazeptiva gutartige und noch seltener bösartige Lebertumore beobachtet worden, zu deren möglichen Komplikationen lebensbedrohliche intraabdominale Blutungen gehören. Es ist nicht bekannt, ob die Anwendung gestagenhaltiger Monopräparate das Risiko für derartige Lebertumoren erhöht. Wenn starke Oberbauchbeschwerden, eine Lebervergrösserung oder Hinweise auf intraabdominale Blutungen auftreten, sollte ein Lebertumor in die differentialdiagnostischen Überlegungen mit einbezogen werden.
Nach einer Hepatitis sollte nach Normalisierung der Leberwerte drei Monate abgewartet werden (nach schwerer Erkrankung sechs Monate), bevor ein hormonales Kontrazeptivum verordnet wird.
Ektope Schwangerschaft
Die Inzidenz ektoper Schwangerschaften bei Anwendung oraler gestagenhaltiger Monopräparate beträgt 5 pro 1’000 Frauenjahre; sie ist damit höher als bei Frauen, die andere kontrazeptive Methoden anwenden, jedoch ähnlich hoch wie bei Frauen, die keine Kontrazeption durchführen. Bei bis zu 10% der in klinischen Studien mit oralen gestagenhaltigen Monopräparaten angegebenen Schwangerschaften handelt es sich um Extrauterin-Schwangerschaften.
Auf mögliche Symptome einer ektopen Schwangerschaft, wie Bauchschmerzen und vaginale Blutungen, sollte geachtet werden.
Verzögerte Follikelatresie/Ovarialzysten
Im Rahmen der Follikelentwicklung kommt es mitunter zu einer verzögerten Follikelatresie, und der Follikel kann grösser werden als während eines normalen Zyklus. Im Allgemeinen verschwinden diese vergrösserten Follikel spontan und bleiben häufig asymptomatisch; bisweilen sind sie jedoch mit leichten Bauchschmerzen verbunden. In seltenen Fällen kann es zu einer Stieldrehung oder Ruptur kommen, die eine chirurgische Intervention erforderlich macht.
Andere Vorsichtsmassnahmen
Gestagene können die Glukosetoleranz und die Plasmainsulinkonzentrationen beeinflussen. Aufgrund der bisherigen Datenlage scheint aber bei Diabetikerinnen im Allgemeinen keine Anpassung der Insulindosis erforderlich zu sein. Diese Patientinnen sollten aber insbesondere in den ersten Therapiemonaten unter Micronovum sorgfältig überwacht werden.
Bei Frauen mit vorbestehender Hypertriglyzeridämie (einschliesslich familiärer Formen) kann unter der Anwendung kombinierter hormonaler Kontrazeptiva das Pankreatitis-Risiko erhöht sein. Es ist jedoch nicht bekannt, ob dies auch auf gestagenhaltige Monopräparate zutrifft.
Menstruationsunregelmässigkeiten treten bei Frauen, die orale gestagenhaltige Monopräparate einnehmen, häufig auf. Dies betrifft sowohl häufigere oder länger anhaltende Blutungen als auch seltenere Blutungen oder das Ausbleiben der Menstruation. Bei persistierenden irregulären Blutungen sollte eine Untersuchung zum Ausschluss organischer Ursachen erfolgen. Bei längerdauernder Amenorrhoe ist an die Möglichkeit einer Schwangerschaft zu denken.
Es soll darüber aufgeklärt werden, dass hormonale Kontrazeptiva keinen Schutz vor HIV-Infektionen (AIDS) und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten bieten.

Interaktionen

Interaktionen zwischen hormonalen Kontrazeptiva und anderen Arzneimitteln können zu Durchbruchblutungen führen und den kontrazeptiven Schutz beeinträchtigen.
Die gleichzeitige Anwendung von Induktoren der CYP-Enzyme kann die Clearance von Sexualhormonen erhöhen. Hierzu gehören zum Beispiel: Aprepitant bzw. Fosaprepitant, Barbiturate, Bosentan, Carbamazepin, Felbamat, Oxcarbazepin, Phenytoin, Primidon, Rifabutin, Rifampicin, Rufinamid, Topiramat und Johanniskraut (Hypericum).
Die maximale Enzyminduktion wird im Allgemeinen nach 2 bis 3 Wochen erreicht und kann während mindestens 4 oder mehr Wochen nach dem Absetzen dieser Arzneimittel andauern.
Vorsicht ist auch geboten bei gleichzeitiger Anwendung von Proteaseinhibitoren (z.B. Ritonavir und Nelfinavir sowie deren Kombinationen) oder nukleosidalen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren, die als starke Inhibitoren von Cytochrom P450 bekannt sind, jedoch bei gleichzeitiger Anwendung mit Steroidhormonen induzierende Eigenschaften aufweisen.
Frauen, die kurzfristig mit einem solchen Arzneimittel behandelt werden, sollten dazu angewiesen werden, zusätzlich zu Micronovum vorübergehend, d.h. während der Verwendung der Begleitmedikation sowie während 28 Tagen nach deren Absetzen, ein barrierebildendes Kontrazeptivum zu verwenden. Bei einer Langzeittherapie mit Enzyminduktoren sollten andere, nicht hormonale Verhütungsmethoden angewendet werden.
Die kontrazeptive Wirkung von Micronovum kann während einer gleichzeitigen Therapie mit Isotretinoin reduziert sein. Während einer systemischen Therapie mit Isotretinoin sollten reine Gestagenpräparate wie Micronovum daher nicht zur Kontrazeption verwendet werden.
In vitro Studien deuten darauf hin, dass Aktivkohle an Norethisteron bindet. Trotzdem ist der therapeutische Effekt von Norethisteron nicht beeinflusst, wenn Aktivkohle 3 Stunden nach der letzten oder 12 Stunden vor der nächsten Dosis von Norethisteron verabreicht wird.
Hormonale Kontrazeptiva können die hepatischen mikrosomalen Enzyme hemmen oder die hepatische Konjugation, hauptsächlich die Glucoronidierung, induzieren. Entsprechend können die Plasma- und Gewebekonzentrationen anderer Arzneimittel entweder erhöht (z.B. Cyclosporin, Tizanidin) oder gesenkt (z.B. Lamotrigin) werden.
Es wird empfohlen, auch die Fachinformation von gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln zu konsultieren.

Schwangerschaft/Stillzeit

Die Einnahme von Micronovum ist während einer Schwangerschaft kontraindiziert. Vor Beginn der Anwendung des Arzneimittels ist eine Schwangerschaft auszuschliessen. Tritt unter der Anwendung eine Schwangerschaft ein oder wird eine solche vermutet, ist das Arzneimittel sofort abzusetzen und der Arzt oder die Ärztin zu konsultieren.
Die vorhandene Datenlage über die Anwendung von Micronovum während der Schwangerschaft ist ungenügend, so dass mögliche unerwünschte Wirkungen nicht abgeschätzt werden können. Umfassende epidemiologische Studien haben weder ein erhöhtes Risiko von Geburtsschäden bei Kindern, deren Mütter vor der Schwangerschaft hormonale Kontrazeptiva angewendet haben, noch teratogene Effekte gezeigt, wenn solche während der Schwangerschaft irrtümlich angewendet wurden. Auch aus Tierversuchen liegen keine ausreichenden Daten über mögliche schädigende Wirkungen vor.
Tierexperimentelle Untersuchungen haben gezeigt, dass hohe Dosen von gestagenhaltigen Substanzen eine virilisierende Wirkung auf die weiblichen Föten zur Folge haben (s. «Präklinische Daten»).
Norethisteron tritt in kleinen Mengen in die Muttermilch von stillenden Frauen über. Diese geringen Konzentrationen sind bei Messungen nachweisbar.
Gestagenhaltige Monopräparate zur Kontrazeption zeigten aber keinen negativen Einfluss auf Menge und Qualität der Muttermilch. Vorhandene Daten mit gestagenhaltigen Monopräparaten deuten nicht auf ein Risiko für gestillte Säuglinge hin. Micronovum kann während der Stillzeit angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Für Micronovum wurde kein Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen beobachtet.

Unerwünschte Wirkungen

Die schwerwiegendsten unerwünschten Wirkungen hormonaler Kontrazeptiva werden in der Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» beschrieben (siehe dort).
Die Sicherheit von Micronovum wurde in 2 klinischen Studien an insgesamt 3099 Probanden untersucht. In einer Studie erhielten 2925 Probandinnen täglich 1 Tablette Micronovum 0.35 mg. In der anderen Studie erhielten 174 Probandinnen täglich 1 Tablette Micronovum 0.35 mg für 21 Tagen pro Monat (21-Zyklus-Behandlung).
Basierend auf den Sicherheitsdaten dieser Studien waren die am häufigsten berichteten unerwünschten Wirkungen Metrorrhagie (34.3%), Übelkeit (8.7%), Kopfschmerzen (5.6%) und Amenorrhoe (5.4%).
Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen nach Organsystem und Häufigkeit angegeben, die unter der Anwendung von Micronovum in klinischen Studien oder im Rahmen der Post-Marketing-Überwachung berichtet wurden.
Die angegebenen Häufigkeitsangaben entsprechen folgender Konvention: Sehr häufig (≥1/10); Häufig (≥1/100 bis <1/10) Gelegentlich (≥1/1‘000 bis <1/100); Selten (≥1/10‘000 bis <1/1‘000); Sehr selten (<1/10‘000); Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschliessend abschätzbar).
Infektionen
Gelegentlich: vaginale Candidiasis.
Immunsystem
Selten: Hypersensitivität.
Nicht bekannt: Anaphlylaktische/Anaphylaktoide Reaktionen.
Stoffwechsel und Ernährungsstörungen
Gelegentlich: Gewichtsveränderungen (Zunahme oder Abnahme).
Psychiatrische Störungen
Gelegentlich: depressive Verstimmung, Nervosität, Libidoveränderungen.
Nervensystem
Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel.
Gefässe
Selten: Blutdruckanstieg.
Gastrointestinale Störungen
Häufig: Übelkeit, Erbrechen.
Gelegentlich: Bauchschmerzen.
Leber und Galle
Gelegentlich: Ikterus.
Selten: Hepatitis.
Haut
Gelegentlich: Hautauschlag, Akne, Haarausfall, Hirsutismus.
Nicht bekannt: Pruritus.
Muskelskelettsystem
Gelegentlich: Schmerzen in den Extremitäten.
Reproduktionssystem und Brust
Sehr häufig: Metrorrhagie (34.3%).
Häufig: Amenorrhoe, Spannungsgefühl der Brust, Grössenzunahme der Brüste.
Gelegentlich: Ovarialzyste, Fluor vaginalis, Menorrhagie.
Nicht bekannt: Veränderungen der Mensturation (wie z.B. unregelmässige oder verzögerte Blutungen), Brustschmerzen, unterdrückte Laktation, Ausbleiben der Blutung nach Absetzen des Arzneimittels.
Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle
Häufig: Müdigkeit.
Gelegentlich: Ödem.

Überdosierung

Eine akute Vergiftung durch einmalige Aufnahme einer grösseren Anzahl Tabletten, auch bei Kindern, ist nicht zu erwarten. Mögliche Symptome einer Überdosierung sind Übelkeit und Erbrechen sowie bei jungen Mädchen leichte Vaginalblutungen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G03AC01
Das in Micronovum enthaltene Gestagen Norethisteron wirkt kontrazeptiv, indem es die Viskosität des Zervixschleimes erhöht und dadurch die Penetration der Spermien verhindert, ferner durch die gestagenbedingten Veränderungen des Endometriums, die eine Nidation erschweren. Darüber hinaus scheinen noch andere Faktoren an der kontrazeptiven Wirkung beteiligt zu sein, deren genaue Wirkungsweise nicht bekannt ist.

Pharmakokinetik

Absorption
Norethisteron wird nach oraler Einnahme rasch und vollständig resorbiert und erreicht das Blutspiegelmaximum nach ca. 2 Stunden.
Distribution
Norethisteron bindet im Serum an SHBG (zu ca. 35%) und Albumin (zu rund 60%). Nur etwa 3–4% der gesamten Serumkonzentration liegen als freies Steroid vor.
Metabolismus
Norethisteron wird überwiegend in der Leber metabolisiert. Es unterscheidet sich in seinem Metabolismus wesentlich vom endogenen Gestagen Progesteron. Der Abbau erfolgt in 4 Schritten.
Elimination
Norethisteron wird nur in kleinen Mengen unverändert ausgeschieden. Als Ausscheidungsprodukte werden im Urin Konjugate der isomeren 5α/5β-Androstan-3α/β-ol-Derivate gefunden, was auf einen enterohepatischen Kreislauf verschiedener Metaboliten hindeutet. Die Eliminationshalbwertszeit von Norethisteron liegt zwischen 6 und 12 Stunden.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Daten zur Pharmakokinetik bei Frauen mit Leber- oder Niereninsuffizienz liegen nicht vor.

Präklinische Daten

Präklinische Untersuchungen mit gestagenhaltigen Monopräparaten zur Toxizität nach wiederholter Gabe, zur Genotoxizität und zum karzinogenen Potential ergaben keine eindeutigen Hinweise auf besondere Risiken für den Menschen.
Gestagenartige Substanzen zeigten im Tierexperiment einen embryoletalen Effekt sowie, in hohen Dosen eine virilisierende Wirkung auf weibliche Feten. Reproduktionstoxikologische Studien in Ratten, Mäusen und Kaninchen ergaben keinen Hinweis auf eine teratogene Wirkung.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten
Keine bekannt.
Beeinflussung diagnostischer Methoden
Die Einnahme oraler gestagenhaltiger Kontrazeptiva kann verschiedene Laboruntersuchungen beeinflussen:
Blutgerinnung: Erhöhter Prothrombinwert, erhöhte Faktoren VII, VIII, IX und X; verringertes Antithrombin III, erhöhte norepinephrin-induzierte Thrombozyten-Aggregation.
Endokrin: Erhöhtes Gesamtthyroxin (T4) und Gesamttrijodthyronin (T3) im Serum bei erniedrigter T3-Resin-Aufnahme. Die Konzentration von freiem T4 und freiem T3 bleibt unverändert.
Andere: Absinken der Serum-Folsäurewerte, Störungen im Tryptophan-Metabolismus, verminderte Pregnandiol-Ausscheidung, Erniedrigung des Sexualhormon-bindenden Globulins (SHBG).
Leberfunktion: Erhöhte Bromsulphthalein-Retention.
Glukosetoleranz: leicht vermindert.
Fettstoffwechsel: Erniedrigung des Koeffizienten HDL-Cholesterin zu LDL-Cholesterin.
Nach Beendigung der Anwendung von hormonalen Kontrazeptiva kehren diese Werte normalerweise wieder auf die Werte zurück, die vor Einnahmebeginn bestanden.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Originalpackung mit «Exp.» bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausser Reichweite von Kindern lagern.

Zulassungsnummer

36272 (Swissmedic).

Packungen

Micronovum Tabl 28 [B]

Zulassungsinhaberin

Janssen-Cilag AG, Zug, ZG.

Stand der Information

Januar 2013.

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