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Fachinformation zu Paceum®:Orion Pharma AG
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Unerw.WirkungenÜberdos.Eigensch.Pharm.kinetikPräklin.Sonstige H.Swissmedic-Nr.Packungen
Reg.InhaberStand d. Info. 

Zusammensetzung

Wirkstoff:   Diazepam .
Hilfsstoffe
Paceum Tabletten zu 2 mg: Excip . pro compresso .
Paceum Tabletten zu 5 mg: Excip . pro compresso .
Paceum Tabletten zu 10 mg: Color (E132), Excip . pro compresso .

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Paceum Tabletten zu 2 mg: Weisse Tabletten mit Bruchrille zu 2 mg Diazepamum .
Paceum Tabletten zu 5 mg: Weisse Tabletten mit Bruchrille zu 5 mg Diazepamum .
Paceum Tabletten zu 10 mg: Hellblaue Tabletten mit Bruchrille zu 10 mg Diazepamum .

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Symptomatische Behandlung von Angst, Erregtheit und Spannung im Gefolge psychoneurotischer Zustände und vorübergehender situationsbedingter Störungen. Als Adjuvans zur Behandlung angstbetonter psychischer u nd organischer Störungen. Angst kann sich in Form einer offensichtlichen ängstlichen Verstimmung oder eines besorgten Verhaltens äussern und/oder durch funktionelle vegetative oder motorische Symptome (Herzklopfen, Schwitzen, Schlafstörungen, Tremor, nervö se Unruhe usw.) zum Ausdruck kommen.
Als Adjuvans zur Linderung reflektorischer Muskelkrämpfe bei lokalen Traumen (Verletzungen, Entzündungen), Bekämpfung spastischer Zustände bei einer Schädigung spinaler und supraspinaler Interneuronen; solche Veränderun gen können sich zum Beispiel bei Spasmen zerebraler Genese und Paraplegie sowie bei Athetose und dem Stiff -man-Syndrom einstellen.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung
Um den grösstmöglichen Nutzen zu erzielen, sollte man die Dosis individuell sorgfältig anpassen. Die unten angegebenen üblichen Tagesdosen werden den Bedürfnissen der meisten Patienten gerecht, obschon in einzelnen Fällen eine höhere Dosierung erforderlich sein wird.
Übliche Dosierung für Erwachsene bei oraler Verabreichung
Initialdosis: 5–1 0 mg. Je nach Schweregrad der Symptome beträgt die übliche Tagesdosis 5–20 mg. Orale Einzeldosen sollten in der Regel nicht über 10 mg liegen. Die Tageszeit der Einnahme richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen des Patienten, meistens ist die abend liche Einnahme am zweckmässigsten.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Dosierung bei Kindern: 0,1–0,3 mg pro kg Körpergewicht und Tag.
Die Tabletten können in gleiche Hälften geteilt werden, um die Dosierung zu erleichtern.
Bei Leberfunktionsstörungen ist der individuellen Dosierung besondere Beachtung zu schenken.
Ältere Patienten und Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sollten eine niedrigere Dosis erhalten. Diese Patienten sollten zu Beginn der Behandlung regelmässig überwacht werden, damit die Dosie rung nötigenfalls verringert und/oder das Dosisintervall verlängert werden kann, um zu verhindern, dass es durch Kumulation zu einer Überdosierung kommt.
Es ist ratsam nach etwa einer Woche Behandlung zu überprüfen, ob die Dosis reduziert werden kann.
Beha ndlungsdauer
Die Behandlung sollte so kurz wie möglich sein. Der Patient sollte regelmässig kontrolliert und die Notwendigkeit einer weiteren Behandlung abgeklärt werden, insbesondere wenn der Patient symptomfrei ist. Die Behandlungsdauer sollte – einschli esslich der Ausschleichphase – nicht länger als 2–3 Monate betragen. Eine längere Behandlung sollte nur nach erneuter Beurteilung der Situation ins Auge gefasst werden. Es kann sich als sinnvoll erweisen, den Patienten zu Beginn der Behandlung darüber zu i nformieren, dass diese von begrenzter Dauer sein wird, und genau zu erklären, wie die Dosierung stufenweise reduziert wird.
Ausserdem ist es wichtig, den Patienten über eventuelle Reboundphänomene zu informieren, damit dieser nicht zu beunruhigt ist, falls solche auftreten sollten.
Es gibt Hinweise darauf, dass bei kurzwirksamen Benzodiazepinen auch innerhalb des Dosisintervall s Entzugserscheinungen auftreten können, insbesondere bei hoher Dosierung. Bei Verwendung langwirksamer Benzodiazepine wie Diazepam sollte unbedingt davor gewarnt werden, die Behandlung auf ein kurzwirksames Benzodiazepin umzustellen, da sonst Entzugsersch einungen auftreten können.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Benzodiazepinen oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.
Schwere respiratorischer Insuffizienz, schwere Leberinsuffizienz, Schlaf-Apnoe-Syndrom, sowie Myasthenia gravis .
Benzodiazepine werden nicht zur primären Behandlung psychotischer Störungen empfohlen. Zur Behandlung einer Depression oder von Angstzuständen bei Depression sollten Benzodiazepine nicht angewendet werden, da solche Patienten suizidgefährdet sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Gleichzeitige Einnahme von Alkohol/zentral dämpfenden Substanzen
Die gleichzeitige Anwendung von Paceum und Alkohol oder anderen zentral dämpfenden Substanzen soll vermieden werden. Eine solche gleichzeitige Anwendung kann die klinische Wirkung von Paceum verstärken, mit möglichen Folgen wie schwere Sedation , klinisch relevanter Atem- und/oder Herz-Kreislauf-Depression (siehe Rubrik «Interaktionen»).
Anamnestischer Alkohol- oder Arzneimittelmissbrauch
Paceum darf nur mi t grösster Vorsicht bei Patienten mit vorangegangener Diagnose eines Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenmissbrauches angewandt werden. Paceum soll bei Patienten mit einer Abhängigkeit von zentral dämpfenden Substanzen, einschliesslich Alkohol, vermieden we rden.
Als Ausnahme zum Letztgenannten gilt das Management akuter Entzugssymptome. Der Patient ist vor gleichzeitigem Alkoholgenuss zu warnen, da eine solche Kombination die unerwünschten Wirkungen beider Substanzen potenzieren kann.
Bei älteren und geschwä chten Patienten sollten niedrigere Dosen verwendet werden.
Vorsicht ist bei bekannter kardiorespiratorischer lnsuffizienz geboten, da Sedativa, wie Paceum , eine bestehende Atemdepression verstärken können. Umgekehrt kann sich der beruhigende Effekt bei gew issen Patienten günstig auswirken, indem er die zum Atmen erforderliche Anstrengung einschränkt.
Bei der Behandlung von Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion sind die üblichen Vorsichtsmassnahmen zu beachten.
Paceum Tabletten enthalten L actose . Patienten mit der seltenen hereditären Galactose -Intoleranz, Lactase -Mangel oder Glucose- Galactose -Malabsorption sollten Paceum Tabletten nicht einnehmen.
Rebound-Angst
Darunter wird ein Durchgangssyndrom verstanden, bei dem die Symptome, die zur B ehandlung mit Paceum führten, verstärkt auftreten. Dies kann bei Absetzen der Behandlung auftreten. Es kann auch von anderen Reaktionen wie Stimmungsänderungen, Angst und Ruhelosigkeit begleitet sein.
Da das Risiko von Entzugserscheinungen und Reboundphäno menen nach abruptem Absetzen der Behandlung grösser ist, wird empfohlen, die Dosierung allmählich zu reduzieren.
Amnesie
Es sollte beachtet werden, dass Benzodiazepine zu einer anterograden Amnesie führen können. Eine anterograde Amnesie kann auch bei therapeutischen Dosierungen auftreten, wobei das Risiko bei höheren Dosierungen zunimmt. Die amnestischen Wirkungen können mi t auffälligem Verhalten einhergehen.
Psychiatrische und «paradoxe» Reaktionen
Es ist bekannt, dass es bei Verwendung von Benzodiazepinen zu paradoxen Reaktionen wie Ruhelosigkeit, Agitation, Reizbarkeit, Aggressivität, Wahnvorstellungen, Wut ausbrüchen, Al bträumen, Halluzinationen, Psychosen, auffälligem Verhalten und anderen Verhaltensstörungen kommen kann. In solchen Fällen sollte das Arzneimittel abgesetzt werden. Solche Reaktionen treten häufiger bei Kindern und älteren Patienten auf.
Toleranz
Nach wied erholter Anwendung von Paceum über längere Zeit kann es zu einem gewissen Verlust des Ansprechens auf die Wirkung von Benzodiazepinen kommen.
Kinder und Neugeborene
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Paceum bei Kindern unter 6 Monaten wurde nicht untersuch t. Paceum sollte in dieser Altersklasse nur mit grosser Vorsicht und nur wenn keine anderen therapeutischen Alternativen zur Verfügung stehen, angewendet werden.
Abhängigkeit
Die Einnahme von Benzodiazepinen kann zu einer physischen und psychischen Abhängigkeit führen. Dieses Risiko ist erhöht bei längerer Einnahme, hoher Dosierung und bei Patienten mit bekanntem Alkohol- und/oder Arzneimittel-/ Drogenabusus . Die Entzugssymptoma tik tritt vor allem nach abruptem Absetzen auf und beschränkt sich in leichteren Fällen auf Tremor, Ruhelosigkeit, Schlafstörungen, Angst, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche. Es können aber auch Symptome wie Schwitzen, Muskel- und Bauchkrämpfe, Wahrn ehmungsstörungen sowie in seltenen Fällen Delirien und zerebrale Krampfanfälle auftreten.
Das Einsetzen von Entzugserscheinungen schwankt je nach Wirkungsdauer der Substanz zwischen ein paar Stunden und einer Woche oder mehr nach Absetzen der Therapie.
Um das Risiko einer Abhängigkeit auf ein Minimum zu reduzieren, sollten Benzodiazepine nur nach sorgfältiger Prüfung der Indikation verschrieben und über möglichst kurze Dauer (als Hypnotikum zum Beispiel in der Regel nicht länger als vier Wochen) eingenommen werden. Ob eine Weiterführung der Behandlung notwendig ist, muss periodisch überprüft werden. Eine längere Behandlung ist nur bei bestimmten Patienten (zum Beispiel bei Panikzuständen) indiziert und der Nutzen ist im Vergleich zu den Risiken weniger klar.
Zur Vermeidung von Entzugserscheinungen empfiehlt sich in jedem Falle ein ausschleichendes Absetzen, indem die Dosis stufenweise reduziert wird. Bei Auftreten von Entzugserscheinungen ist eine engmaschige ärztliche Überwachung und Unterstützung des Patien ten erforderlich.

Interaktionen

Pharmakokinetische Interaktionen (DDI)
Der oxidative Metabolismus von Diazepam , welcher zur Bildung von N- Desmethyldiazepam , 3-Hydroxydiazepam ( Tenazepam ) und zu Oxazepam führt, ist von den Cytochrom P450 Isoenzymen CYP2C19 und CYP3A abhängig. In vitro-Studien zeigten, dass die Hydroxylierung hauptsächlich über das CYP3A Isoform stattfindet, die N- Desmethylierung jedoch sowohl über CYP3A wie auch über CYP2C19. Resultate aus in vivo-Studien bei Freiwilligen bestätigten die in vitro-Ergebnisse.
Substrate, welche CYP3A und/oder CYP2C19 modulieren, können möglicherweise die Pharmakokinetik von Diazepam beeinflussen. CYP3A oder CYP2C19 Inhibitoren wie Cimetidin , Ketoconazol , Fluvoxamin , Topiramat , Fluoxetin und Omeprazol können zu einer verstärkten und verlängerten Sedierung führen. Ferner liegen Berichte vor, nach denen Diazepam die metabolische Elimination von Phenytoin verändert.
Cisaprid kann zu einer zeitweiligen Erhöhung der sedierenden Wirkungen von oral verabreichten Benzodi azepinen führen, da es deren Resorption beschleunigt.
Pharmakodynamische Interaktionen (DDI)
Gesteigerte Wirkungen auf die Sedierung, Atmung und Hämodynamik sind möglich, wenn Paceum zusammen mit zentral dämpfenden Substanzen wie Neuroleptika, Anxiolytika / Sedativa, Antidepressiva, Hypnotika, Antikonvulsiva , Narkoanalgetika , Anästhetika und sedierenden Antihistaminika oder mit Alkohol angewendet wird.
Alkohol soll bei Patienten, welche Paceum erhalten, vermieden werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassn ahmen»).
Hinweise zu weiteren zentral dämpfenden Substanzen einschliesslich Alkohol finden sich auch im Abschnitt «Überdosierung».
Theophyllin kann die Wirkung von Diazepam hemmen.
Dagegen sind keine Wechselwirkungen mit gängigen Antidiabetika, Antikoagula ntien und Diuretika bekannt.
Rifampicin besitzt eine starke enzyminduzierende Wirkung in der Leber, wodurch der Stoffwechsel von Diazepam in der Leber verstärkt wird.
Bei Kombination von Paceum mit atemdepressiv wirkenden Opiaten ist auf eine mögliche Vers tärkung der atemdepressiven Wirkung zu achten.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft
Paceum sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn es ist klar notwendig.
Diazepam und seine Metaboliten passieren die Plazentaschranke.
Ei ne längere Verabreichung von Benzodiazepinen während der Schwangerschaft kann bei Neugeborenen zu Hypotonie, Ateminsuffizienz und Hypothermie führen. Bei dieser Arzneimittelklasse wurden auch gelegentlich Entzugssymptome bei Neugeborenen angegeben.
Stillze it
Diazepam und seine Metaboliten gelangen in die Muttermilch. Ist die Anwendung von Paceum in der Stillzeit eindeutig notwendig, soll abgestillt werden.

Unerwünschte Wirkungen

Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Benommenheit und Muskelschwäche; sie sind normalerweise dosisabhängig. Diese Erscheinungen treten vorwiegend zu Beginn der Therapie auf und verschwinden üblicherweise bei länger dauernder Anwendun g.
Nervensystem
Ataxie, Dysarthrie , verwaschene Sprache, Kopfschmerzen, Tremor, Schwindel. Anterograde Amnesie kann bei therapeutischen Dosen vorkommen, wobei das Risiko bei zunehmender Dosierung steigt. Amnesien können von inadäquatem Verhalten begleitet sein.
Psychiatrische Störungen
Paradoxe Reaktionen wie Ruhelosigkeit, Agitation, Reizbarkeit, Aggressivität, Wahnvorstellungen, Wut, Albträume, Halluzinationen, Psychosen, auffälliges Verhalten und andere unerwünschte Wirkungen auf das Verhalten können erf ahrungsgemäss beim Gebrauch von Benzodiazepinen auftreten. In solchen Fällen soll das Arzneimittel abgesetzt werden. Die Wahrscheinlichkeit eines Auftretens ist bei Kindern und bei älteren Patienten grösser.
Verwirrtheit, emotionale Verarmung, reduzierte A ufmerksamkeit, Depression, gesteigerte oder verminderte Libido.
Eine chronische Einnahme (selbst bei therapeutischen Dosen) kann zur Entwicklung einer physischen Abhängigkeit führen: Ein Therapieabbruch kann zu Entzugssymptomen oder zum Rebound-Phänomen fü hren (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» - «Arzneimittelmissbrauch» und «Abhängigkeit»).
Über den Missbrauch von Benzodiazepinen wurde berichtet (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»/«Abhängigkeit»).
Muskelskelettsystem
Muskelschwäche. Be i Patienten, die Benzodiazepine einnehmen, wurden vermehrt Stürze und Frakturen berichtet. Das Risiko ist bei gleichzeitiger Einnahme von Sedativa (einschliesslich alkoholischer Getränke) sowie bei älteren Patienten erhöht.
Gastrointestinale Störungen
Übel keit, Unterleibsschmerzen, Mundtrockenheit oder vermehrter Speichelfluss (Hypersalivation), Diarrhoe, Verstopfung und andere Magen-Darm-Störungen.
Augen
Doppelbilder, verschwommenes Sehen.
Gefässe
Hypotension, Kreislaufdepression.
Untersuchungen
Unregelmässiger Puls, sehr selten erhöhte Transaminasen, erhöhte alkalische Phosphatase.
Nieren und Harnwege
Inkontinenz, Harnverhalt.
Haut
Hautausschläge.
Ohr
Schwindel.
Herz
Herzversagen einschliesslich Herzstillstand.
Atmungsorgane
Atemdepression einsch liesslich Atemstillstand.
Leber und Gallenwege
Sehr selten Gelbsucht.

Überdosierung

Symptome
Benzodiazepine führen im Falle einer Überdosis häufig zu Benommenheit, Ataxie, Dysarthrie und Nystagmus. Eine Überdosierung mit Paceum ist selten lebensgefährlich, wenn das Arzneimittel alleine eingenommen wurde, kann aber zu Areflexie , Apnoe, Hypotension, cardio -respiratorischer Depression und zum Koma führen. Tritt ein Koma ein, dauert dieses im Allgemeinen wenige Stunden, es kann aber auch langwieriger und zyklisch sein, insbesondere bei älteren Patienten. Die atemdepressiven Wirkungen von Benzodiazepine n sind bei Patienten mit Atemwegserkrankungen schwerwiegender.
Benzodiazepine erhöhen die Wirkungen anderer zentral dämpfender Substanzen, einschliesslich Alkohol.
Behandlung
Die Vitalfunktionen des Patienten überwachen und die je nach klinischem Zustand d es Patienten angezeigten unterstützenden Massnahmen einleiten. Bei den Patienten kann insbesondere eine symptomatische Behandlung von kardiorespiratorischen oder zentralnervösen Wirkungen erforderlich sein.
Eine weitere Resorption sollte mit geeigneten Met hoden verhindert werden, z.B. durch Behandlung mit Aktivkohle innerhalb von 1–2 Stunden. Bei benommenen Patienten ist unbedingt ein Atemwegsschutz erforderlich, falls Aktivkohle verwendet wird. Im Falle einer gemischten Einnahme kann eine Magenspülung in B etracht gezogen werden, allerdings nicht als Routinemassnahme.
Falls die ZNS-Dämpfung schwerwiegend ist, sollte die Verabreichung von Flumazenil ( Anexate ®), einem Benzodiazepinantagonisten , erwogen werden. Die Verabreichung sollte jedoch unter engmaschiger Überwachung erfolgen. Das Präparat besitzt eine kurze Halbwertzeit (rund eine Stunde), deshalb müssen Patienten, denen Flumazenil verabreicht worden ist, nach Ausklingen der Wirkungen überwacht werden. Bei der Verwendung von Flumazenil bei mit Benzodiazep inen behandelten Epileptikern ist Vorsicht geboten. Flumazenil ist nach der Einnahme von Arzneimitteln, welche die Schwelle für Krampfanfälle senken (z.B. trizyklische Antidepressiva), mit grösster Vorsicht anzuwenden. Für weitere Informationen über die ko rrekte Anwendung von Flumazenil ( Anexate ®) soll die Fachinformation des Präparats konsultiert werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N05BA01
Wirkungsmechanismus/ Pharmakodynamik
Der Wirkstoff von Paceum gehört zur Präparategruppe der Benzodiazepintranqui lizer , welche angstlösende, beruhigende, muskelrelaxierende und antikonvulsive Eigenschaften besitzen. Man weiss heute, dass diese Wirkungen auf einer Verstärkung des Effekts der γ- Aminobuttersäure (GABA), des wichtigsten inhibitorischen Neurotransmitters im Gehirn, beruhen.

Pharmakokinetik

Absorption
Der Wirkstoff von Paceum wird rasch und vollständig aus dem Verdauungstrakt absorbiert, wobei sich Spitzenkonzentrationen im Plasma 30–90 Minuten nach oraler Gabe einstellen.
Distribution
Diazepam und seine Me taboliten sind zu einem hohen Grad an Plasmaproteine gebunden ( Diazepam : 98%). Diazepam und seine Metaboliten passieren die Blut-Hirn-Schranke und die Plazentarschranke . Sie sind auch in der Muttermilch in Konzentrationen nachweisbar, die ungefähr 10–20% ( Diazepam ) bzw. 10–30% ( Nordiazepam ) der Konzentrationen im mütterlichen Plasma ausmachen. Das Verteilungsvolumen im Steady-state beträgt 0,8–1,0 l/kg. Die Halbwertzeit der Verteilung beträgt bis zu 3 Stunden.
Metabolismus
Diazepam wird zu dem pharmakologis ch wirksamen Nor diazepam (t ½β = 96 Stunden), Hydroxydiazepam und Oxazepam metabolisiert .
Der oxidative Metabolismus von Diazepam ist von den Isoenzymen CYP3A und CYP2C19 abhängig. Oxazepam und Temazepam werden weiter zu Glucuronsäure konjugiert.
Eliminati on
Die Eliminationskurve von Diazepam ist biphasisch und setzt sich aus einer initialen Verteilungsphase mit einer Halbwertzeit von bis zu 3 Stunden und einer terminalen Eliminationsphase (Halbwertszeit bis zu 48 Stunden) zusammen.
Die Ausscheidung erfolgt hauptsächlich (zu rund 70%) mit dem Urin, und zwar in Form freier oder (vorwiegend) konjugierter Metaboliten. Die Clearance von Diazepam ist 20–30 ml/Min.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Die Eliminationshalbwertzeit kann bei Neugeborenen, älteren Leut en sowie Patienten mit Lebererkrankungen verlängert sein; man sollte daher berücksichtigen, dass es unter Umständen entsprechend länger dauert, bis das Fliessgleichgewicht der Plasmakonzentrationen erreicht ist.
Bei Niereninsuffizienz ist die Halbwertzeit von Diazepam unverändert.
Nach Mehrfachdosierung kumulieren Diazepam und der aktive Metabolit Nordiazepam .
Es ist ratsam nach etwa einer Woche Behandlung zu überprüfen, ob die Dosis reduziert werden kann.

Präklinische Daten

Karzinogenität
Das karzinogene Potenzial von oral verabreichtem Diazepam wurde an verschiedenen Nagern untersucht. Eine Zunahme der Häufigkeit von Leberzellkarzinomen trat bei männlichen Mäusen auf. Bei weiblichen Mäusen, Ratten, Hamstern oder Wüstenrennmäusen wurde kein e signifikante Erhöhung in Bezug auf die Häufigkeit von Tumoren beobachtet.
Mutagenität
Mehrere Untersuchungen lieferten schwache Hinweise auf ein mutagenes Potential in hohen Konzentrationen, die jedoch weit oberhalb der therapeutischen Dosierung beim Men schen liegen.
Fertilitätsstörungen
Reproduktionsstudien bei Ratten, denen vor und während der Paarung sowie während der gesamten Trächtigkeit und Säugezeit orale Dosen von 100 mg/kg/Tag verabreicht worden waren, ergaben eine Abnahme der Zahl der Trächtigke iten und eine geringere Zahl überlebender Jungtiere.
Teratogenität
Diazepam erwies sich als teratogen, wenn es Mäusen in Dosierungen von 45–50 mg/kg/Tag, 100 mg/kg/Tag und 140 mg/kg/Tag und Hamstern in einer Dosierung von 280 mg/kg verabreicht wurde. Im Ge gensatz dazu wurde keine Teratogenität beobachtet, wenn Diazepam Ratten in Dosierungen von 80 und 300 mg/kg/Tag sowie Kaninchen in Dosierungen von 20 und 50 mg/kg/Tag verabreicht wurde.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem au f der Verpackung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Bei Raumtemperatur (15-25 °C) lagern.

Zulassungsnummer

43536 (Swissmedic).

Packungen

Paceum , Tabletten zu 2, 5 bzw. 10 mg: Es sind jeweils Packungen zu 30 und 100 sowie Spitalpackungen zu 500 Tabletten erhältlich. (B)

Zulassungsinhaberin

Orion Pharma AG, 6300 Zug.

Stand der Information

März 2013.

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