InteraktionenPharmakokinetische Arzneimittel-Interaktionen (DDI)
Midazolam wird fast ausschliesslich über das Isoenzym CYP3A4 und CYP3A5 des Zytochroms P450 metabolisiert. CYP3A-Hemmer und -Induktoren haben das Potenzial, die Plasmakonzentrationen, und folglich die pharmakodynamischen Effekte, von Midazolam zu steigern oder zu reduzieren. Ausser der Modulation der CYP3A-Aktivität konnte keine andere Quelle für eine klinisch relevante pharmakokinetische Arzneimittel-Interaktion mit Midazolam nachgewiesen werden. Eine Veränderung der Pharmakokinetik anderer Arzneimittel durch Midazolam ist nicht bekannt.Bei gleichzeitiger Einnahme eines CYP3A4-Hemmers kann die klinische Wirkung von oral verabreichtem Midazolam verstärkt und verlängert werden, so dass eine niedrigere Dosis verwendet werden muss. Umgekehrt kann die Wirkung abgeschwächt und verkürzt sein, wenn gleichzeitig ein CYP3A4-Induktor eingenommen wird, so dass eine höhere Dosis benötigt wird.
Im Falle einer CYP3A4-Induktion und einer irreversiblen Hemmung (sogenannte mechanismusbasierte Inhibition) kann der Einfluss auf die Pharmakokinetik von Midazolam für mehrere Tage bis mehrere Wochen nach der Einnahme des CYP3A4-Modulators anhalten. Beispiele für mechanismusbasierte CYP3A-Hemmer sind antibakterielle Arzneimittel (unter anderem Clarithromycin, Erythromycin, Isoniazid), antiretrovirale Wirkstoffe (z.B. HIV-Proteasehemmer wie z.B. Ritonavir, einschliesslich Ritonavir-geboosteter Proteasehemmer und Delavirdin), Kalziumkanal-Blocker (z.B. Verapamil und Diltiazem), Tyrosinkinase-Hemmer (z.B. Imatinib, Lapatinib, Idelalisib) oder der Östrogenrezeptor- Modulator Raloxifen.
Ethinylestradiol in Kombination mit Norgestrel oder Gestoden führte nicht zu einer klinisch signifikanten Änderung der Exposition gegenüber Midazolam.
Arzneimittel, die CYP3A hemmen
Klassifikation der CYP3A4-Inhibitoren
CYP3A4-Inhibitoren können nach der Stärke ihres Hemmeffektes und nach der Wichtigkeit der klinischen Wirkungsveränderung bei gleichzeitiger Einnahme von oral verabreichtem Midazolam klassifiziert werden.
Die folgende Tabelle führt Beispiele für klinische pharmakokinetische Arzneimittelwechselwirkungen von oral verabreichtem Midazolam mit CYP3A-Inhibitoren auf. Die angegebenen nummerischen Werte stellen das Verhältnis der in Anwesenheit und Abwesenheit (Kontrolle) des Wirkstoffs, mit dem die Wechselwirkung besteht, gemessenen Parameter dar.
Tabelle 1: Wechselwirkungen zwischen oral verabreichtem Midazolam und CYP3A-Inhibitoren
Wirkstoff Wirkung auf das Cmax (Verhältnis AUC (Verhältnis der Halbwertszeit Klinische Anmerkunge
Arzneimittel der Mittelwerte) Mittelwerte) (t1/2), sonstige n/potenzieller
Parameter (Verhältni Wechselwirkungsmecha
s der Mittelwerte) nismus
Sehr starke CYP3A-In
hibitoren: AUC von
Midazolam > 10-fach
erhöht Die Kombinati
on mit sehr starken
CYP3A-Inhibitoren
ist kontraindiziert
(siehe "Kontraindik
ationen" ).
Azol-Antimykotika
Ketoconazol Oral ↑Midazolam ↑ 3,7–4,2a ↑8,72–16,0a t1/2↑ 2,61–3,10a
200–400 mg einmal
täglich, 400 mg
zweimal täglich
über mehrere Tage
-gesunde Probanden
(n = 28)
Itraconazol Oral ↑Midazolam ↑2,5–3,4a ↑5,75-10,8a t1/2↑ 1,92–3,60a
100–200 mg einmal
täglich über mehrere
Tage -gesunde
Probanden (n = 33)
Voriconazol (oral ↑Midazolam ↑ 3,6d(2,9–4,4)e ↑ 9,85d(8,23–11,8)e t1/2↑ 3,57d (3,09–4,
400 mg zweimal 12)e
täglich am ersten
Tag, 200 mg zweimal
täglich am zweiten
Tag) -gesunde
Probanden (n = 10)
1’-OH-Midazolam ↔ 0,89d (0,64–1,2) e ↑2,39d (2,09–2,73) e AUC1’-OH/AUCmid-Verh
ältnis ↓ 0,24d
(0,20–0,30)e
HIV-Protease-Inhibit
oren (inkl. mit
Ritanovir geboostert
e PIs)
Lopinavir/Ritonavir ↑ Midazolam CL/F↓ 0,08d (0,07–0,
(LPV/R) (oral 400 11)f
mg LPV + 100 mg R
zweimal täglich
über 14 Tage)
-gesunde Probanden
(n = 14)
Saquinavir/Ritonavir ↑ Midazolam ↑ 4,3d (3,6-5,0)e ↑ 12,4d (10,8–14,4) t1/2↑ 3,19d
(SAQ/R) (oral SAQ e
1000 mg / R 100 mg
zweimal täglich
über 15 Tage)
-gesunde Probanden
(n = 18)
1’-OH-Midazolam ↓ 0,15d (0,12–0,18)e ↓ 0,49d (0,43-0,56)e
Gepoolte Daten: ↑ Midazolam ↑ 2,6a ↑ 9,41d (8,11-10,9)e
Danoprevir/Ritonavir
(DAN/R) oral DAN
100–200 mg / R 100
mg einmal täglich;
200 mg / 100 mg
zweimal täglich
über 15 Tage -behand
lungsnaïve Patienten
(n = 25)
↓ 1’-OH-Midazolam ↓ 0,097a ↓ 0,111a AUC1’-OH/AUCmid-Verh
ältnis↓ 0,012d
(0,008–0,016)e
Starke CYP3A-Inhibit
oren: AUC von
Midazolam um das 5-
bis 10-Fache erhöht
Dosierungs-Empfehlun
g: Die gleichzeitige
Gabe von starken
CYP3A Inhibitoren
und Midazolam
sollte vermieden
werden. Sofern
möglich sind andere
Arzneimittel zu
verwenden, die
weniger empfindlich
gegenüber CYP3A4-Hem
mung sind.
Makrolid-Antibiotika
Clarithromycin 500 ↑ Midazolam ↑ 2,8a ↑ 7,00a(↑ 9,61a CL/F ↓ 0,14a (↓ Bei Frauen war die
mg zweimal täglich Frauen) 0.09a Frauen) Wechselwirkung
Oral 500 mg zweimal stärker als bei
täglich über 7 Tage Männern
-gesunde Probanden
(inkl. Ältere > 65
J.) (n = 32)
Tyrosinkinase-Inhibi
toren
Idelalisib (oral ↑ Midazolam ↑ 2,4d (2,00-2,83)e ↑ 5,37d (4,56–6,32)e
150 mg zweimal
täglich, mehrmalige
Gabe) -gesunde
Probanden (n = 11)
Mittelstarke CYP3A-I
nhibitoren: AUC von
Midazolam 2- bis
5-fach erhöht
Patienten sollen
eng überwacht
werden und eine
Reduktion der
Midazolamdosis in
Betracht gezogen
werden
Azol-Antimykotika
Fluconazol Oral ↑ Midazolam ↑ 1,7–2,3a ↑ 3,44-3,73a t1/2↑ 2,10-2-23a Mittelstarke CYP3A-H
200 mg einmal emmung. Fluconazol
täglich 5 Tage; 400 verstärkt die
mg Einzeldosis; pharmakodynamische
Intravenös 400 mg Wirkung von Midazola
über 60 Min. gesunde m sowohl nach
Probanden oraler als auch
nach i.v. Gabe,
ohne Unterschied
zwischen den Verabre
ichungswegen
1’-OH-Midazolam ↔ 0,81–0,90b ↑ 1,50–1,56b AUC1’-OH/AUCmid-Verh
ältnis↓ 0,436–0,462b
Posaconazol Oral ↑ Midazolam ↑ 2,0–2,7d ↑ 3,04-6,00d t1/2↑ 1,66–2,63 a
50–400 mg einmal
täglich über 7 bis
8 Tage - gesunde
Probanden (n = 57)
Kalziumkanalblocker
Diltiazem (oral 60 ↑ Midazolam ↑ 2,0b ↑ 3,75b t1/2↑ 1,49b Mittelstarke CYP3A-H
mg dreimal täglich emmung *Diltiazem
über 2 Tage) -gesund ist ein irreversible
e Probanden (n = 9) r Inhibitor der
CYP3A-Aktivität im
Dünndarm, ohne
entsprechende
Änderung der Konzent
rationen von CYP3A4-
mRNA oder -Protein
im Darm. Die Änderun
gen in der Pharmakok
inetik von Midazolam
nach der gleichzeit
igen Gabe mit dem
Kalziumkanalblocker
waren mit einer
deutlichen und
länger anhaltenden
sedativen Wirkung
verbunden. Falls
sich die Gabe von
Midazolam nicht
vermeiden lässt,
sollte die Midazolam
-Dosis bei gleichzei
tiger Behandlung
mit Diltiazem bzw.
Verapamil um mindest
ens 50% verringert
werden, um unnötig
tiefen Schlaf und
verlängerte hypnotis
che Wirkungen zu
vermeiden. Es ist
auch zu beachten,
dass die Elimination
shalbwertszeit von
Midazolam durch
Diltiazem bzw.
Verapamil erhöht
wird, was dosisunabh
ängig zu einer
länger anhaltenden
Wirkung führen
kann. Da Diltiazem
bzw. Verapamil ein
mechanismusbasierter
Inhibitor von
CYP3A ist, klingt
der Hemmeffekt nach
einer Unterbrechung
der Diltiazem bzw.
Verapamilbehandlung
nur langsam ab.
Verapamil (oral 80 ↑ Midazolam ↑ 2,0b ↑ 2,92b t1/2 ↑1,41b
mg dreimal täglich
über 2 Tage) -gesund
e Probanden (n = 9)
Makrolid-Antibiotika
Erythromycin (oral ↑ Midazolam ↑ 2,7b ↑ 4,42b t1/2 ↑2,38b Mittelstarker
500 mg dreimal CYP3A-Inhibitor.
täglich) -gesunde Erythromycin sollte
Probanden (n = 12) nicht mit für
Midazolam behandelte
Patienten verordnet
werden, oder die
Midazolam-Dosis
muss um 50% bis 75%
reduziert werden.
Telithromycin ↑ Midazolam - ↑ 6,1kA t1/2 ↑ 2,5kA Mittelstarker
CYP3A-Inhibitor
Patienten, die hoch
wirksames Telithromy
cin erhalten,
zeigen möglicherweis
e eine verstärkte
Midazolamwirkung. ∗
Telithromycin ist
ein CYP3A4-Inhibitor
. Die Wechselwirkung
zwischen Telithromy
cin und CYP3A4
ähnelt der nach
Clarithromycin
beobachteten. Die
orale Gabe von
Midazolam zusammen
mit Telithromycin
sollte vermieden
werden.
NKI-Rezeptor-Antagon
isten
Aprepitant Oral 125 ↑ Midazolam ↑1,94d(1,35–2,78)f ↑3,30d (2,39–4,56)f t1/2 ↑1,96h Mittelstarke CYP3A-H
mg an Tag 1, 80 mg (C1h-Wert) emmung Bei 25 mg
einmal täglich über einmal täglich über
4 Tage) gesunde 4 Tage kam es zu
Probanden (n = 8) keiner Wechselwirkun
g
Netupitant (oral ↑ Midazolam ↑1,36a(1,16–1,59)e ↑2,26a(1,89-2,70)e t1/2 ↑1,64a MittelstarkeCYP3A-He
300 mg Einzeldosis) mmung ∗ Netupitant
-gesunde Probanden ist ein mittelstarke
(n = 10) r Inhibitor von
CYP3A4. Bei einer
Dosierung, wie sie
zur Behandlung
chemotherapiebedingt
er Übelkeit und
Emesis eingesetzt
wird, verändert es
die Pharmakokinetik
von CYP3A4-Substrate
n wie Midazolam.
Die gleichzeitige
Gabe von Netupitant
mit anderen Wirkstof
fen, die Substrate
von CYP3A4 sind,
kann eine Dosisanpas
sung erfordern.
Schwache CYP3A-Inhib
itoren: AUC von
Midazolam 1,25- bis
< 2-fach erhöht Die
gleichzeitige Gabe
von Midazolam mit
schwachen CYP3A-Inhi
bitoren führt in
der Regel nicht zu
einer relevanten
Änderung der klinisc
hen Wirkung von
Midazolam
Krebsmedikamente
und Antiandrogene
Bicalutamid (oral ↑ Midazolam ↔ 1,13d (0,84–1,51)f ↑1,27d (0,85-1,92)f -
150 mg einmal
täglich über mindest
ens 3 Monate)
-Patienten mit
Prostata-Ca im
Frühstadium (n = 10)
Antidepressiva
Fluvoxamin (oral, ↑ Midazolam ↑1,63a ↑1,66a t1/2 ↑2,48a
titriert von 50 auf
100 mg zweimal
täglich, dann 100
mg zweimal täglich
über 6 Tage) -gesund
e Probanden (n = 10)
Antineoplastische
Wirkstoffe
Everolimus (oral 10 ↑ Midazolam ↑ 1,25d (1,14–1,37)e ↑1,30d (1,22-1,39)e t1/2↔ 1,03d (0,97–1,
mg einmal täglich 10)e
über 5 Tage) -gesund
e Probanden (n = 23)
1’-OH-Midazolam ↑1,20d (1,07-1,34)e ↑1,25d (1,16-1,34)e AUC1’-OH/AUCmid-Verh
ältnis0,96d (0,89–1,
03)e
Hepatitis-C-Virus-
(HCV-)Protease-Inhib
itoren
Simeprevir (oral ↑ Midazolam ↑1,31d(1,19-1,45)e ↑1,45d (1,35-1,57)e -
150 mg einmal
täglich über 10
Tage) -gesunde
Probanden (n = kA)
Pflanzliche Produkte
und Nahrungsmittel
Grapefruitsaft ↑ Midazolam ↑1,56b ↑1,52b t1/2 ↔0,979b
(oral 2 x 200 ml
Grapefruitsaft,
Einzeldosis) -gesund
e Probanden (n = 8)
1’-OH-Midazolam ↔1,0b ↑1,30b AUC1’-OH/AUCmid-Verh
ältnis↓0,805b
Echinacea-purpurea-W ↔ Midazolam(5 mg ↔1,04d (0,89-1,2)e ↔1,00d (0,81-1,20)e t1/2 ↔0,81d (0,58–1,
urzelextrakt (oral Einzeldosis) 05)e
400 mg viermal
täglich über 8
Tage) -gesunde
Probanden (n = 12)
1’-OH-Midazolam Fraktion der Dosis
im Urin als 1’-OH-Mi
d ↔1,01d (0,90–1,13)
e
Berberin (oral 300 ↑ Midazolam ↑1,38d (1,07–1,77)e ↑1,40d (1,17-1,68)e t1/2 ↔1,19d (1,01-1,
mg dreimal täglich 39)e
über 2 Wochen)
-gesunde Probanden
(n = 17)
1’-OH-Midazolam Mid/1’-OH-Mid nach
1 Std. im Plasma1,59
d (1,30–1,94)e
Histaminrezeptor-2-A
ntagonisten
Cimetidin (oral ↑ Midazolam - ↑1,35a t1/2 ↔ 1,07a
400 mg, 3 Dosen in
12-Stunden-Intervall
en) -gesunde Proband
en (n = 8)
Ranitidin (oral 150 ↑Midazolam - ↑1,23a t1/2 ↑1,21a
mg, 3 Dosen in
12-Stunden-Intervall
en) -gesunde Proband
en (n = 8)
Immunsuppressivum
Cyclosporin (oral, ↑ Midazolam ↑1,15a ↑1,37a
mittlere Dosis 203
± 49 mg/Tag, Dauerth
erapie) -20 Patiente
n (im Mittel 23
Monate nach Transpla
ntation); Vergleichs
gruppe20 entsprechen
de Patienten unter
Tacrolimus (im
Mittel 23 Monate
nach Transplantation
)
Makrolid-Antibiotika
Roxithromycin ↑ Midazolam ↑1,37b ↑1,46b t1/2 ↑1,29b
(oral 300 mg einmal
täglich über 6
Tage) -gesunde
Probanden (n = 10)
Arzneimittel zur
Behandlung von
Miktionsfrequenz
und Inkontinenz
Propiverin (oral ↑ Midazolam ↑1,35d ↑1,46d (1,36-1,57)e t1/2 ↔1,01d
15 mg zweimal
täglich über 7
Tage) -gesunde
Probanden (n = 16)
1’-OH: 1’-OH-Midazolam; AUC: Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve; CL: Clearance; CL/F: orale Clearance; Cmax: maximale Konzentration; mid: Midazolam; t1/2 Halbwertzeit;
kA keine Angabe
a Verhältnis der arithmetischen Mittelwerte (±SD)
b Verhältnis der arithmetischen Mittelwerte (±SEM)
c geometrisches Mittel
d Verhältnis der geometrischen Mittelwerte (GMR; Geometric Mean Ratio) oder geometrischen Kleinste-Quadrate-Mittelwerte (GLS; Geometric Least Square) (90%-KI) e 90%-KIf 95%-KIg Verhältnis der Medianeh Verhältnis der harmonischen Mittelwerte
CYP3A4-Induktoren
Patienten unter gleichzeitiger Therapie mit Midazolam und CYP3A4-Induktoren können erhöhte Midazolam Dosen benötigen, insbesondere bei Ko-administration mit einem starken CYP3A4-Induktor. Die nachfolgende Tabelle gibt klinische Beispiele pharmakokinetischer Arzneimittelinteraktionen mit Midazolam nach oraler Verabreichung von CYP3A Induktoren. Die angegebenen nummerischen Werte stellen das Verhältnis der in Anwesenheit und Abwesenheit (Kontrolle) des Wirkstoffs, mit dem die Wechselwirkung besteht, gemessenen Parameter dar.
Tabelle 2: Wechselwirkungen zwischen oral verabreichtem Midazolam und Arzneimitteln, die CYP3A induzieren
Wirkstoff Wirkung auf das Cmax (Verhältnis AUC (Verhältnis der Halbwertszeit Klinische Anmerkunge
Arzneimittel der Mittelwerte) Mittelwerte) (t1/2), sonstige n/ potenzieller
Parameter (Verhältni Wechselwirkungsmecha
s der Mittelwerte) nismen
Starke CYP3A-Indukto
ren: AUC von Midazol
am um ≥80% verkleine
rt Dosierungs-Empfeh
lung: Die Wirksamkei
t von Midazolam
kann wahrscheinlich
reduziert sein.
Ziehen Sie in
Betracht, die
Midazolamdosis zu
erhöhen, um die
gewünschte Wirkung
zu erzielen.
Antiandrogene
Enzalutamide (oral ↓ Midazolam(NS) - ↓0,14NS
160 mg zweimal
täglich)
Antibiotika
Rifampicin Oral ↓Midazolam ↓0,064-0,10a ↓0,0412-0,103a t1/2 ↓ 0,419-0,429a Ein bedeutender
600 mg einmal CL/F ↑ 22,1a Geschlechtseffekt
täglich oder 5-7 wurde beobachtet
Tage -gesunde bezüglich der
Probanden, (n=62) Induktion der
oralen Midazolam-Cle
arance mit einem
grösseren Effekt in
Männern als in
Frauen.
Antikonvulsiva
Carbamazepin (CBZ) ↓ Midazolam ↓0,07b ↓0,057b t1/2↓ 0,42b
und Phenytoin (PHT)
(oral CBZ (700-900
mg zweimal täglich)
und PHT (150-300 mg
zweimal täglich
entweder getrennt
oder beide Arzneimit
tel zusammen)
-epileptische
Patienten (n=6)
unter begleitender
CBZ oderr PHT
Therapie im Verglich
zu 7 gesunden
Kontroll-Probanden.
Antineoplastische
Arzneimittel
Mitotane (oral ↓ Midazolam - ↓0,055a - Der induzierende
verschiedene Dosen Effekt von Mitotan
(3.5 g dreimal auf CYP3A4 ist
täglich; 1.0 g extrem potent und
dreimal täglich dauert sogar über
gestoppt; 0.5 g Monate nach Mitotan-
dreimal täglich.;1-2 Therapieende hinaus.
x 0.5 g jeder
zweite Tag))
-Patienten mit
Nebennierenrindenkar
zinom, n=4 -andere
Patienten ohne
Mitotan, n=7 (Kontro
llgruppe)
1’-OH-Midazolam ↑11,7a
Mittelstarke CYP3A-I
nduktoren: AUC von
Midazolam um ≥50%
bis <80% verkleinert
Eine reduzierte
therapeutische
Aktivität von
Midazolam sollte in
Betracht gezogen
werden während
einer Langzeit
Behandlung mit
mittelstarken
CYP3A-Induktoren
Pflanzliche Arzneimi
ttel und Nahrungsmit
tel
Johanniskraut ↓ Midazolam ↓0,57a 0.48a CL/F ↑ 2,09a Schwankungen in der
-Oral 300 mg dreimal Zusammensetzung des
täglich über 2 kommerziell erhältli
Wochen gesunde chen Johanniskraut-E
Probanden (n=12) xtraktes sind
erheblich, was zu
einer bedeutenden
Ungewissheit bezügli
ch des Ausmasses
und der Zeitkurve
der Arzneimittelinte
raktion mit dem
Nahrungsergänzungsmi
ttel führen kann.
1’-OH-Midazolam Fraction of dose in
urine as 1’OH-mid↔
0,93a
Schwache CYP3A-Induk
toren: AUC von
Midazolam um ≥20%
bis <50% verkleinert
Die Wirksamkeit
von Midazolam kann
reduziert sein.
Ziehen Sie in
Betracht, die
Midazolamdosis zu
erhöhen, um die
gewünschte Wirkung
zu erzielen.
Antineoplastische
Arzneimittel
Vemurafenib [ (oral ↓ Midazolam 1’-OH-Mi ↓0,65d (0,54-0,78)e ↓0,61d (0,50-0,74)e AUCmid/AUC1’OH
960 mg zweimal dazolam ↑1,23d (1,04-1,44)e ↑1,34d (1,17-1,54)e ratio ↑ 2,22d
täglich über 15 (1,86-2,65)e
Tage) -gesunde
Probanden (n=20)
Antithrombotika
Ticagrelor Oral ↓ Midazolam ↓0,73-0,76d ↓ 0,68-0,70d t1/2 ↔ 0,898-1,06c
180 mg zweimal CL/F ↑ 1,39-1,46c
täglich über 6
Tage; 400 mg einmal
täglich über 6 Tage
-gesunde Probanden
(n=52)
1’-OH-Midazolam ↔0,90-1,02d ↔ 0,91-1,00d AUC1’OH/AUCmid
4-OH-Midazolam 0,60-0,65d 0,53-0,58d ratio ↔ 1,18-1,48c
AUC4OH/AUCmid ratio
↔ 0,786-0,815c
Benzodiazepin
Derivate
Clobazam (oral 40 ↓ Midazolam ↓0,76d (0,67-0,88)e ↓ 0,73d (0,65-0,80)e t1/2 ↔0,878a
mg einmal täglich
über 15 Tage)
-gesunde Probanden
(n=18)
1’-OH-Midazolam ↑2,32d (1,91-2,82)e ↑4,32d (3,78-4,94)e AUC1’OH/AUCmid
ratio ↑ 5,51a
Pflanzliche Arzneimi
ttel
Quercetin (oral ↓ Midazolam ↑1,2a ↓0,781a t1/2 ↓ 0,75a
500 mg einmal
täglich über 13
Tage) -gesunde
Probanden (n=18)
Panax Ginseng ↓ Midazolam ↓0,74d (0,56-0,93)e ↓0,66d (0,55-0,78)e t1/2 ↓ 0,71d
(oral 500 mg (5% (0,53-0,90)e CL/F1,
Ginsenoside) zweimal 51d (1,17-1,86)e
täglich über 28
Tage) -gesunde
Probanden (n=12)
Nicht nukleosidische
Reverse-Transkripta
se-Inhibitoren
Efavirenz (oral ↓ Midazolam - ↓ 0,591d CL/F ↑ 1,70d
400 mg Einzeldosis)
-gesunde Probanden
(n=12)
1’-OH-Midazolam AUC1’OH/AUCmid
ratio ↑ 1,64d
1’-OH: 1’-OH-Midazolam; AUC: Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve; CL: Clearance; CL/F: orale Clearance; Cmax: maximale Konzentration; mid: Midazolam; t1/2 Halbwertzeit;
kA keine Angabe
a Verhältnis der arithmetischen Mittelwerte (±SD)
b Verhältnis der arithmetischen Mittelwerte (±SEM)
c geometrisches Mittel
d Verhältnis der geometrischen Mittelwerte (GMR; Geometric Mean Ratio) oder geometrischen Kleinste-Quadrate-Mittelwerte (GLS; Geometric Least Square) (90%-KI) e 90%-KIf 95%-KIg Verhältnis der Medianeh Verhältnis der harmonischen Mittelwerte
CYP3A4-Induktoren
Patienten unter gleichzeitiger Therapie mit Midazolam und CYP3A4-Induktoren können erhöhte Midazolam Dosen benötigen, insbesondere bei Ko-administration mit einem starken CYP3A4-Induktor. Die nachfolgende Tabelle gibt klinische Beispiele pharmakokinetischer Arzneimittelinteraktionen mit Midazolam nach oraler Verabreichung von CYP3A Induktoren. Die angegebenen nummerischen Werte stellen das Verhältnis der in Anwesenheit und Abwesenheit (Kontrolle) des Wirkstoffs, mit dem die Wechselwirkung besteht, gemessenen Parameter dar.
Tabelle 2: Wechselwirkungen zwischen oral verabreichtem Midazolam und Arzneimitteln, die CYP3A induzieren
Wirkstoff Wirkung auf das Cmax (Verhältnis AUC (Verhältnis der Halbwertszeit Klinische Anmerkunge
Arzneimittel der Mittelwerte) Mittelwerte) (t1/2), sonstige n/ potenzieller
Parameter (Verhältni Wechselwirkungsmecha
s der Mittelwerte) nismen
Starke CYP3A-Indukto
ren: AUC von Midazol
am um ≥80% verkleine
rt Dosierungs-Empfeh
lung: Die Wirksamkei
t von Midazolam
kann wahrscheinlich
reduziert sein.
Ziehen Sie in
Betracht, die
Midazolamdosis zu
erhöhen, um die
gewünschte Wirkung
zu erzielen.
Antiandrogene
Enzalutamide (oral ↓ Midazolam(NS) - ↓0,14NS
160 mg zweimal
täglich)
Antibiotika
Rifampicin Oral ↓ Midazolam ↓0,064-0,10a ↓0,0412-0,103a t1/2 ↓ 0,419-0,429a Ein bedeutender
600 mg einmal CL/F ↑ 22,1a Geschlechtseffekt
täglich oder 5-7 wurde beobachtet
Tage -gesunde bezüglich der
Probanden, (n=62) Induktion der
oralen Midazolam-Cle
arance mit einem
grösseren Effekt in
Männern als in
Frauen.
Antikonvulsiva
Carbamazepin (CBZ) ↓ Midazolam ↓0,07b ↓0,057b t1/2↓ 0,42b
und Phenytoin (PHT)
(oral CBZ (700-900
mg zweimal täglich)
und PHT (150-300 mg
zweimal täglich
entweder getrennt
oder beide Arzneimit
tel zusammen)
-epileptische
Patienten (n=6)
unter begleitender
CBZ oderr PHT
Therapie im Verglich
zu 7 gesunden
Kontroll-Probanden.
Antineoplastische
Arzneimittel
Mitotane (oral ↓ Midazolam - ↓0,055a - Der induzierende
verschiedene Dosen Effekt von Mitotan
(3.5 g dreimal auf CYP3A4 ist
täglich; 1.0 g extrem potent und
dreimal täglich dauert sogar über
gestoppt; 0.5 g Monate nach Mitotan-
dreimal täglich.;1-2 Therapieende hinaus.
x 0.5 g jeder
zweite Tag))
-Patienten mit
Nebennierenrindenkar
zinom, n=4 -andere
Patienten ohne
Mitotan, n=7 (Kontro
llgruppe)
1’-OH-Midazolam ↑11,7a
Mittelstarke CYP3A-I
nduktoren: AUC von
Midazolam um ≥50%
bis <80% verkleinert
Eine reduzierte
therapeutische
Aktivität von
Midazolam sollte in
Betracht gezogen
werden während
einer Langzeit
Behandlung mit
mittelstarken
CYP3A-Induktoren
Pflanzliche Arzneimi
ttel und Nahrungsmit
tel
Johanniskraut ↓ Midazolam ↓0,57a 0.48a CL/F ↑ 2,09a Schwankungen in der
-Oral 300 mg dreimal Zusammensetzung des
täglich über 2 kommerziell erhältli
Wochen gesunde chen Johanniskraut-E
Probanden (n=12) xtraktes sind
erheblich, was zu
einer bedeutenden
Ungewissheit bezügli
ch des Ausmasses
und der Zeitkurve
der Arzneimittelinte
raktion mit dem
Nahrungsergänzungsmi
ttel führen kann.
1’-OH-Midazolam Fraction of dose in
urine as 1’OH-mid↔
0,93a
Schwache CYP3A-Induk
toren: AUC von
Midazolam um ≥20%
bis <50% verkleinert
Die Wirksamkeit
von Midazolam kann
reduziert sein.
Ziehen Sie in
Betracht, die
Midazolamdosis zu
erhöhen, um die
gewünschte Wirkung
zu erzielen.
Antineoplastische
Arzneimittel
Vemurafenib [ (oral ↓ Midazolam 1’-OH-Mi ↓0,65d (0,54-0,78)e ↓0,61d (0,50-0,74)e AUCmid/AUC1’OH
960 mg zweimal dazolam ↑1,23d (1,04-1,44)e ↑1,34d (1,17-1,54)e ratio ↑ 2,22d
täglich über 15 (1,86-2,65)e
Tage) -gesunde
Probanden (n=20)
Antithrombotika
Ticagrelor Oral ↓ Midazolam ↓0,73-0,76d ↓ 0,68-0,70d t1/2 ↔0,898-1,06c
180 mg zweimal CL/F ↑ 1,39-1,46c
täglich über 6
Tage; 400 mg einmal
täglich über 6 Tage
-gesunde Probanden
(n=52)
1’-OH-Midazolam ↔0,90-1,02d ↔ 0,91-1,00d AUC1’OH/AUCmid
4-OH-Midazolam 0,60-0,65d 0,53-0,58d ratio ↔ 1,18-1,48c
AUC4OH/AUCmid ratio
↔ 0,786-0,815c
Benzodiazepin
Derivate
Clobazam (oral 40 ↓ Midazolam ↓0,76d (0,67-0,88)e ↓ 0,73d (0,65-0,80)e t1/2 ↔ 0,878a
mg einmal täglich
über 15 Tage)
-gesunde Probanden
(n=18)
1’-OH-Midazolam ↑2,32d (1,91-2,82)e ↑4,32d (3,78-4,94)e AUC1’OH/AUCmid
ratio ↑ 5,51a
Pflanzliche Arzneimi
ttel
Quercetin (oral ↓ Midazolam ↑1,2a ↓0,781a t1/2 ↓ 0,75a
500 mg einmal
täglich über 13
Tage) -gesunde
Probanden (n=18)
Panax Ginseng ↓ Midazolam ↓0,74d (0,56-0,93)e ↓0,66d (0,55-0,78)e t1/2 ↓0,71d (0,53-0
(oral 500 mg (5% ,90)e CL/F↑1,51d
Ginsenoside) zweimal (1,17-1,86)e
täglich über 28
Tage) -gesunde
Probanden (n=12)
Nicht nukleosidische
Reverse-Transkripta
se-Inhibitoren
Efavirenz (oral ↓ Midazolam ↓ 0,591d CL/F ↑ 1,70d
400 mg Einzeldosis)
-gesunde Probanden
(n=12)
1’-OH-Midazolam AUC1’OH/AUCmid
ratio ↑ 1,64d
1’-OH: 1’-OH-Midazolam; 4’-OH: 4’-OH-Midazolam; AUC: Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve; CL: Clearance; CL/F: orale Clearance; Cmax: maximale Konzentration; mid: Midazolam; t1/2 Halbwertzeit;
NS Nicht Spezifiziert
a Verhältnis der arithmetischen Mittelwerte (±SD)
b Verhältnis der arithmetischen Mittelwerte (±SEM)
c geometrisches Mittel
dVerhältnis der geometrischen Mittelwerte (GMR; Geometric Mean Ratio) oder geometrischen Kleinste-Quadrate-Mittelwerte (GLS; Geometric Least Square) (90%-KI)
e 90%-KI
Pharmakodynamische Arzneimittel-Interaktionen (DDI)
Die gleichzeitige Einnahme von Midazolam und anderen Sedativa/Hypnotika, einschliesslich Alkohol, führt erwartungsgemäss zu einer Verstärkung der sedierenden und hypnotischen Wirkung. Beispiele sind u.a. Opiate/Opioide (bei Gebrauch als Analgetika, Antitussiva oder in der Substitutionsbehandlung), Antipsychotika, andere Benzodiazepine bei Gebrauch als Anxiolytika oder Hypnotika, Barbiturate, Propofol, Ketamin, Etomidat; ferner sedierende Antidepressiva, Antihistaminika, Antiepileptika und zentral wirkende Antihypertensiva. Diese Wirkungsverstärkung ist gegebenenfalls therapeutisch nutzbar. Der Wirkungsverstärkung ist bei Risikopatienten besondere Beachtung zu schenken. Die gegenseitige Potenzierung von Alkohol und Dormicum kann im Einzelfall unvorhersehbare Reaktionen bewirken.
Midazolam verringert die minimale alveoläre Konzentration (MAC) von Inhalationsanästhetika.
Verstärkte Nebenwirkungen wie Sedierung und kardiorespiratorische Depression können bei der Kombination von Midazolam mit jeglichen zentral dämpfenden Substanzen einschliesslich Alkohol ebenfalls auftreten. Patienten, die Midazolam erhalten, sollten Alkohol meiden (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Siehe auch "Überdosierung" zu Warnungen betreffend anderer zentral dämpfender Substanzen einschliesslich Alkohol.
Arzneimittel, welche wie der AchE-Hemmer Physostigmin Wachheit und Erinnerungsvermögen verstärken, können die hypnotischen Effekte von Midazolam aufheben. In ähnlicher Weise hob die Gabe von Koffein in einer Dosis von 250 mg den sedativen Effekt von Midazolam partiell auf.
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