ZusammensetzungWirkstoffe: Oxprenololi hydrochloridum et Chlortalidonum.
Hilfsstoffe: Excip. pro compr. obduct.
Galenische Form und Wirkstoffmenge pro EinheitDivitabs (= teilbare Tabletten) zu 160 mg et 20 mg.
Indikationen/AnwendungsmöglichkeitenHypertonie.
Dosierung/AnwendungDie erforderliche Dosis ist individuell anzupassen. Die Divitabs sollen unzerkaut mit Flüssigkeit geschluckt werden. Die Divitabs dürfen halbiert werden. Sie sind exakt teilbar und ermöglichen eine weitgehend individuelle Dosierung.
Bei leichter und mittelschwerer Hypertonie ½ Divitabs bis 1 Divitabs morgens. Je nach Wirkungsverlauf kann eine langsame Dosissteigerung erforderlich werden, die allmählich etwa in wöchentlichen Abständen erfolgen soll, da die Wirkung oft erst langsam nach 1–2 Wochen eintritt. Bei resistenten Fällen kann zusätzlich noch mit anderen Antihypertonika kombiniert werden.
Über die Anwendung von Slow-Trasitensin bei Kindern liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor.
KontraindikationenBekannte Überempfindlichkeit gegenüber den in Slow-Trasitensin enthaltenen Wirkstoffen sowie gegenüber verwandten Derivaten.
Oxprenolol: Digitalisrefraktäre Herzinsuffizienz, atrioventrikulärer Block 2. und 3. Grades, Sick-Sinus-Syndrom, hochgradige Bradykardie, kardiogener Schock, Asthma bronchiale und Bronchospasmus in der Anamnese, schwere periphere arterielle Durchblutungsstörungen, Prinzmetal-Angina, unbehandeltes Phäochromozytom, Hypotonie.
Chlortalidon: Anurie, schwere Nieren- und Leberinsuffizienz, therapieresistente Hypokaliämie und Hyponatriämie, Hyperkalzämie, symptomatische Hyperurikämie.
Warnhinweise und VorsichtsmassnahmenBei eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatininclearance <30 ml/min oder Serumkreatinin >2,5 mg/100 ml bzw. 221 µmol/l) oder bei eingeschränkter Leberfunktion ist eine differenzierte Dosisanpassung vorzunehmen. In diesen Fällen ist die fixe Kombination nicht geeignet.
Slow-Trasitensin kann den Kohlenhydratstoffwechsel beeinflussen. Hingegen ist eine mögliche, durch das Diuretikum induzierte Beeinflussung des Lipidstoffwechsels aufgrund der Kombination mit einem Beta-Rezeptorenblocker von geringer Bedeutung.
Oxprenolol
Bei Patienten mit chronischer Bronchitis oder Emphysem sowie bei anamnestisch bekannten asthmatischen Beschwerden ist wegen des Risikos einer Bronchokonstriktion besondere Vorsicht geboten. Als Zusatzmedikation kann die Gabe eines Beta2-Stimulators erforderlich sein, bzw. es ist gegebenenfalls zu Beginn der Therapie mit Slow-Trasitensin die Dosierung des Bronchodilatators neu einzustellen.
In seltenen Fällen kann eine AV-Überleitungsstörung mässigen Grades zunehmen (bis zum totalen AV-Block). Periphere Leitungsstörungen (uni- bzw. bifaszikulärer Block) werden im Allgemeinen nicht verstärkt.
Bei Herzinsuffizienz ist eine ausreichende Digitalisierung vor und während der Therapie mit Slow-Trasitensin erforderlich, wobei die positiv-inotrope Wirkung von Digitalis durch Oxprenolol nicht beeinflusst wird.
Bei Rechtsinsuffizienz (Cor pulmonale) ist auch im kompensierten Stadium von der Behandlung mit Beta-Rezeptorenblocker abzusehen.
Bei den üblichen Blutdruckkontrollen sollte auch die Pulsfrequenz überprüft werden. Tritt ausnahmsweise eine ausgeprägte Bradykardie auf, ist die Dosierung zu reduzieren oder das Präparat abzusetzen.
Diabetiker, besonders insulinabhängige, sollen darauf hingewiesen werden, dass Beta-Rezeptorenblocker die Symptome einer Hypoglykämie verschleiern können (siehe «Interaktionen»). Während einer längerdauernden Nahrungskarenz ist zu beachten, dass eine Hypoglykämie verstärkt bzw. die Symptome verschleiert werden können.
Die Symptome einer thyreotoxischen Krise können durch Beta-Rezeptorenblocker maskiert werden.
Bei Patienten mit akut oder chronisch entzündlichen Erkrankungen kann eine Dosisreduktion erforderlich sein.
Beta-Rezeptorenblocker können die Beschwerden peripherer arterieller Durchblutungsstörungen (M. Raynaud) verschlimmern.
Patienten mit Phäochromozytom dürfen einen Beta-Rezeptorenblocker nur zusammen mit einem Alpha-Rezeptorenblocker erhalten.
Anaphylaktische Reaktionen, die durch andere Substanzen ausgelöst werden, können bei Patienten, die mit einem Betablocker behandelt werden, besonders schwer ausfallen und gegen normale Dosen von Adrenalin resistent sein. Patienten mit erhöhtem Risiko anaphylaktischer Reaktionen sollten möglichst nicht mit einem Betablocker, sondern mit anderen Antihypertonika behandelt werden.
Nach längerer Anwendung soll die Medikation im Hinblick auf Oxprenolol nicht abrupt abgesetzt, sondern ausschleichend beendet werden.
Vor einer geplanten Operation ist der Anästhesist von der Behandlung mit Oxprenolol wegen einer möglichen Verstärkung der kardiodepressiven Wirkung von Inhalationsnarkotika zu unterrichten.
Chlortalidon
Die niedrige Dosierung von 20 mg Chlortalidon in Slow-Trasitensin ermöglicht eine kaliumschonende Behandlung. Dennoch sind, wie bei Thiaziden und verwandten Diuretika, während einer länger dauernden Therapie Störungen der Serumelektrolyte möglich. Eine allzu strenge kochsalzarme Diät ist wegen vermehrter Elektrolytausscheidung oft nicht zweckmässig.
Serumelektrolytbestimmungen sollten vor allem bei höheren Dosierungen periodisch durchgeführt werden, besonders bei digitalisierten Patienten. Treten Anzeichen eines Kaliummangels auf (z.B. Muskelschwäche, Herzrhythmusstörungen bzw. entsprechende EKG-Veränderungen) oder liegt ein zusätzlicher Kaliumverlust vor (Erbrechen, Diarrhö, Mangelernährung, Nephrose, Leberzirrhose, Hyperaldosteronismus, ACTH- oder Kortikosteroid-Medikation), ist eine kontrollierte medikamentöse Kaliumzufuhr erforderlich. Unter höherer Dosierung kann es zu einer Hypomagnesiämie mit Symptomen wie z.B. Nervosität, Muskelkrämpfe und Rhythmusstörungen kommen.
Ältere Personen, besonders solche mit chronischen Erkrankungen sowie Patienten mit Leberzirrhose neigen zu Regulationsstörungen des Elektrolyt- und Wasserhaushaltes. In einzelnen Fällen wurde unter der Behandlung mit Chlortalidon eine Hyponatriämie mit neurologischen Symptomen (Übelkeit, Schwäche, zunehmende Verwirrtheit, Apathie) beobachtet. Eine Kontrolle der Serumelektrolyte ist bei diesen Personen in kürzeren Abständen angezeigt.
Chlortalidon kann einen Anstieg der Serum-Harnsäure bewirken. Bei prädisponierten Patienten kann es zu einem Gichtanfall kommen.
Bei schwerer Koronar- und Zerebralsklerose ist vorsichtige Dosierung angezeigt.
InteraktionenDie blutdrucksenkende Wirkung von Slow-Trasitensin wird durch gleichzeitige Verabreichung anderer Antihypertonika verstärkt.
Slow-Trasitensin kann die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin und oralen Antidiabetika (Sulfonylharnstoffe) verstärken. Deshalb ist bei gleichzeitiger Therapie mit Antidiabetika eine vermehrte Überwachung des Kohlenhydratstoffwechsels und eine eventuelle Anpassung der blutzuckersenkenden Medikation notwendig.
Bei gleichzeitiger Behandlung mit einigen nicht-steroidalen Antiphlogistika (z.B. Indometacin) ist eine Abschwächung der blutdrucksenkenden Wirkung und bei prädisponierten Patienten in einzelnen Fällen eine Verschlechterung der Nierenfunktion beobachtet worden.
Ausserdem sind folgende Interaktionen bei den Monosubstanzen möglich:
Oxprenolol
Die zentraldämpfende Wirkung von Alkohol, Analgetika, Antihistaminika und Psychopharmaka (trizyklische Antidepressiva) wird gesteigert.
Bei gleichzeitiger Gabe von Kalziumantagonisten und/oder Antiarrhythmika ist auf mögliche additive Effekte zu achten; insbesondere nach i.v. Anwendung von Verapamil sind Blutdruckabfall und Herzrhythmusstörungen nicht auszuschliessen.
Beta-Rezeptorenblocker können die negativ-inotrope und -dromotrope Wirkung der Antiarrhythmika (Substanzen vom Chinidin-Typ und Amiodaron) verstärken.
Adrenalin oder andere sympathomimetisch wirkende Substanzen (z.B. enthalten in Hustenmitteln, Nasen- und Augentropfen) können unter Behandlung mit Oxprenolol sowie anderen, nicht kardioselektiven Beta-Rezeptorenblockern zu hypertensiven Reaktionen führen.
Soll eine gleichzeitige Behandlung mit Clonidin unterbrochen werden, so muss die Therapie mit dem Beta-Rezeptorenblocker mehrere Tage zuvor beendet sein.
Da durch Cimetidin die Bioverfügbarkeit von Beta-Rezeptorenblockern mit vorwiegend hepatischer Metabolisierung erhöht wird, ist bei kombinierter Therapie mit Oxprenolol und Cimetidin auf eine Verstärkung der Wirkung von Oxprenolol zu achten.
Patienten, die Katecholaminspeicher-entleerende Präparate (z.B. Reserpin, Guanethidin) und MAO-Hemmer erhalten, sollten bei gleichzeitiger Behandlung mit Beta-Rezeptorenblockern sorgfältig überwacht werden.
Eine Verschlechterung der peripheren Durchblutung wurde bei prädisponierten Patienten unter der gleichzeitigen Therapie mit Ergot-Alkaloiden und Beta-Rezeptorenblockern beobachtet.
Die gleichzeitige Verabreichung eines Betablockers kann den Blutspiegel von Lidocain und das Risiko toxischer Effekte erhöhen; die Patienten sind sorgfältig auf verstärkte Lidocaineffekte zu überwachen.
Chlortalidon
Da Diuretika den Lithiumserumspiegel erhöhen, ist bei Patienten, die Lithium einnehmen, Vorsicht geboten. Bei einer Lithium-induzierten Polyurie können Diuretika einen paradoxen antidiuretischen Effekt hervorrufen.
Diuretika verstärken die Wirkung von Curarederivaten und von blutdrucksenkenden Medikamenten, z.B. Guanethidin, Methyldopa, Betablocker, Vasodilatatoren, Kalziumantagonisten, ACE-Hemmer.
Die hypokaliämische Wirkung kann durch Kortikosteroide, ACTH, Beta2-Agonisten, Amphotericin und Carbenoxolon zunehmen.
Digitalisbedingte Herzrhythmusstörungen werden durch eine mögliche Hypokaliämie oder Hypomagnesiämie begünstigt.
Bei gleichzeitiger Anwendung können Thiazid-Diuretika die Häufigkeit von Überempfindlichkeitsreaktionen auf Allopurinol erhöhen, das Risiko unerwünschter Wirkungen von Amantadin erhöhen, den hyperglykämischen Effekt von Diazoxid verstärken sowie die renale Ausscheidung zytotoxischer Substanzen wie Cyclophosphamid und Methotrexat herabsetzen und so deren knochenmarkhemmende Wirkung verstärken.
Anticholinergika (z.B. Atropin, Biperiden) können, offensichtlich als Folge der herabgesetzten gastrointestinalen Motilität und der verlangsamten Magenentleerung, die Bioverfügbarkeit thiazidartiger Diuretika erhöhen.
Ionenaustauscher wie Cholestyramin beeinträchtigen die Resorption der Thiazid-Diuretika. Es ist daher mit einer Abnahme ihres pharmakologischen Effekts zu rechnen.
Gleichzeitig mit Vitamin D oder mit Kalziumsalzen verabreicht, können Thiazid-Diuretika den Anstieg des Serumkalziums verstärken.
Die gleichzeitige Behandlung mit Cyclosporin kann das Risiko einer Hyperurikämie und gichtartiger Komplikationen erhöhen.
Schwangerschaft/StillzeitEs gibt klare Hinweise für Risiken des menschlichen Fötus, aber der therapeutische Nutzen für die Mutter kann überwiegen.
Tierexperimentelle Studien mit Oxprenolol und Chlorthalidon haben keine teratogenen Effekte gezeigt. Slow-Trasitensin soll in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.
Da die in Slow-Trasitensin enthaltenen Wirkstoffe in die Muttermilch übergehen, ist abzuwägen, ob das Medikament abgesetzt oder ob abgestillt werden soll.
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von MaschinenDurch die Betablocker-Komponente kann unter der Therapie mit Slow-Trasitensin, individuell unterschiedlich, das Reaktionsvermögen im Strassenverkehr oder bei der Bedienung von Maschinen beeinträchtigt werden. Dies gilt besonders bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol.
Unerwünschte WirkungenHäufigkeit
Sehr häufig (>1/10), häufig (>1/100 <1/10), gelegentlich (>1/1000 <1/100), selten (>1/10 000 <1/1000), sehr selten (<1/10 000).
Blut
Selten: Blutbildveränderungen (Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie mit oder ohne Purpura).
Zentralnervensystem
Häufig: Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen.
Selten: Parasthäsien.
Auge
Sehr selten: Sehstörungen.
Herz-Kreislauf
Häufig: Hypotonie, orthostatische Beschwerden.
Selten: Herzrhythmusstörungen.
Gastrointestinaltrakt
Gelegentlich: Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Diarrhö, Obstipation.
Leber
Sehr selten: erhöhte Serum-Leberenzyme.
Haut und Anhangsgebilde
Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Jucken und Rötung der Haut), allergischer Hautausschlag (urtikariell, psoriasiform, ekzematös, lichenoid).
Geschlechtsorgane
Sehr selten: Libido- und Potenzstörungen.
Weitere Angaben
Ausserdem können folgende, für die Einzelkomponenten spezifische unerwünschte Wirkungen auftreten:
Oxprenolol
Häufig: Herzinsuffizienz, periphere Durchblutungsstörungen (kalte Füsse, peripheres Kältegefühl), Dyspnö, Bronchospasmus, geistige Depression, Alpträume, Mundtrockenheit.
Gelegentlich: Bradykardie und AV-Überleitungsstörungen.
Selten: Raynaud-Symptomatik, Keratokonjunktivitis, Augentrockenheit, Exazerbation einer Psoriasis, Halluzinationen, körperliche Ermüdung.
Chlortalidon
Sehr häufig: Hypokaliämie (20%, vor allem bei höherer Dosierung), Hyperurikämie (12%).
Häufig: Hyponatriämie, Hypomagnesiämie, Hyperglykämie, Anstieg der Blutlipide.
Selten: Hyperkalzämie, Glykosurie, Verschlechterung der diabetischen Stoffwechsellage, Gicht, Photosensibilisierung, intrahepatische Cholestase oder Ikterus, Agranulozytose, Eosinophilie.
Vereinzelt: hypochlorämische Alkalose, Pankreatitis, Idiosynkrasie (Lungenödem).
ÜberdosierungSymptome
Fälle von Überdosierung (Intoxikationen) mit Slow-Trasitensin sind bisher nicht bekannt geworden. Daher beschränken sich die nachfolgenden Hinweise auf Angaben zu den Einzelkomponenten.
Die Überdosierung mit Oxprenolol kann zu starker Hypotonie, Bradykardie, Herzinsuffizienz, kardiogenem Schock bis zum Herzstillstand führen. Zusätzlich können Atembeschwerden, Bronchospasmen, Erbrechen, Bewusstseinsstörungen und auch generalisierte Krampfanfälle auftreten.
Bei Überdosierung mit Chlortalidon sind Übelkeit, Schwächegefühl, Schwindel, Schläfrigkeit, Hypovolämie, Hypotonie, Elektrolytstörungen mit Herzrhythmusstörungen und Muskelkrämpfe beobachtet worden.
Therapie
Die Behandlung der Symptome erfolgt nach modernen Methoden der Intensivpflege mit ständiger Überwachung der kardialen Funktion, der Blutgase und der Elektrolyte und mit den erforderlichen Notfallmassnahmen wie künstliche Beatmung, Wiederbelebung und Herzschrittmacher.
Künstliches Erbrechen bzw. Magenspülung. Bei Behandlung der Hypotonie entsprechende Lagerung, Volumen- und Elektrolytersatz, gegebenenfalls vorsichtige Gabe von vasoaktiven Substanzen.
Bei Bradykardie und Herzversagen verabreicht man 0,5–2 mg Atropinsulfat intravenös und bei ungenügender Wirkung Beta-Rezeptoren-stimulierende Medikamente (Isoprenalin 0,5 mg subkutan, gegebenenfalls langsam i.v.). Weitere Massnahmen: Glucagon 1–5 (–10) mg. Die Verwendung eines transvenösen intrakardialen Schrittmachers ist in einigen Fällen notwendig, um die refraktäre Bradyarrhythmie zu korrigieren.
Bei starker Bronchialobstruktion verabreicht man Beta2-Stimulatoren (z.B. Salbutamol) oder Aminophyllin i.v.
Gegen Krampfanfälle verabreicht man Diazepam langsam i.v.
Eigenschaften/WirkungenATC-Code: C07CA02
Slow-Trasitensin enthält zwei Komponenten, die verschiedene Angriffspunkte haben und sich dadurch in ihrer Wirkung auf den erhöhten Blutdruck ergänzen.
Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik
Oxprenolol ist ein nicht-kardioselektiver, lipophiler Beta-Rezeptorenblocker mit einer sympatholytischen Wirkung und partieller agonistischer Aktivität (intrinsic sympathomimetic activity = ISA). Die Herzfrequenz wird unter Ruhebedingung kaum beeinflusst, und die negativ-inotrope Wirkung ist vergleichsweise gering. Aufgrund der ISA ist die Gefahr, eine Ruhebradykardie oder eine Herzinsuffizienz auszulösen, vermindert. Der erhöhte Blutdruck wird sowohl beim stehenden als auch beim liegenden Patienten gesenkt. Das Auftreten von hypotonen Reaktionen ist unwahrscheinlich.
Aufgrund der speziellen Formulierung der Divitabs wird das Oxprenolol über einen längeren Zeitraum freigegeben, so dass eine anhaltende Wirkung gewährleistet ist. Somit werden hohe Spitzenkonzentrationen im Plasma vermieden, was zur guten Verträglichkeit des Präparates beiträgt. Das Freigabeprofil der halbierten Divitabs entspricht demjenigen der ganzen Divitabs. Die unlösliche Matrix wird nach Resorption der aktiven Substanzen in aufgeweichter Form im Stuhl ausgeschieden.
Chlortalidon hemmt die aktive Rückresorption von Na+, vorwiegend im distalen Nierentubulus und bewirkt somit eine vermehrte Na+-, Cl–- und Wasserausscheidung. Die renale Ausscheidung von K+ und Mg++ nimmt dosisabhängig zu, dagegen wird Ca++ vermehrt reabsorbiert. Die diuretische Wirkung beginnt nach etwa 2 h, erreicht ihr Maximum nach ca. 12 h und hält bis zu 3 Tagen an. Chlortalidon senkt den erhöhten Blutdruck schonend, und zwar schon bei niedriger Dosierung.
Das lang wirkende Chlortalidon wird normal freigegeben.
PharmakokinetikDie aktiven Substanzen von Slow-Trasitensin verhalten sich in der fixen Kombination pharmakokinetisch gleich wie nach simultaner Verabreichung von Trasicor und Hygroton bzw. Slow-Trasicor und Hygroton.
Oxprenolol
Absorption
Oxprenolol wird aus den Divitabs im Magen-Darm-Trakt unabhängig von der Nahrungsaufnahme vollständig resorbiert. Maximale Plasmakonzentrationen werden im Mittel nach ca. 3 h erreicht.
Oxprenolol unterliegt einem «first-pass-Effekt». Die systemische Verfügbarkeit beträgt 20–70%.
Distribution
Die Plasmaproteinbindung beträgt ca. 80% und das errechnete Verteilungsvolumen 1,2 l/kg.
Oxprenolol passiert die Plazentaschranke. Die Konzentration in der Muttermilch liegt bei ca. 30% des Plasmaspiegels.
Bei Retardformen bleiben durch Verlängerung der Resorptionsphase therapeutisch wirksame Plasmakonzentrationen über längere Zeit erhalten als nach Gabe konventioneller Darreichungsformen mit gleicher Dosierung.
Elimination
Bei Verabreichung nicht retardierter Darreichungsformen beträgt die Eliminationshalbwertszeit 1–2 h. Oxprenolol wird hauptsächlich im Urin (fast ausschliesslich in Form unwirksamer Metaboliten) ausgeschieden. Mit einer Kumulation ist nicht zu rechnen.
Chlortalidon
Absorption
Chlortalidon wird relativ langsam resorbiert (t50 der Resorption ca. 2,6 h). Nach oraler Gabe von 50 mg liegt die systemische Verfügbarkeit bei 64% und werden maximale Blutkonzentrationen von durchschnittlich 3,2 µg/ml (9,4 µmol/l) ungefähr 12 h nach Einnahme erreicht.
Distribution
Bei wiederholter Verabreichung von 50 mg/d werden im Blut nach 1–2 Wochen Gleichgewichtskonzentrationen am Ende des 24-Stunden-Dosisintervalls von durchschnittlich 7,2 µg/ml (21,2 µmol/l) erreicht.
Bis zu einer Chlortalidon-Blutkonzentration von 18 µg/ml (52,9 µmol/l) werden 98–99% des Chlortalidons an die Carboanhydrase der Erythrozyten gebunden. Die Proteinbindung des im Plasma verbleibenden Teiles beträgt in vitro ca. 76%.
Chlortalidon passiert die Plazentaschranke. Die Wirkstoffkonzentration in der Muttermilch liegt bei ca. 4% des Plasmaspiegels.
Elimination
Die Eliminationshalbwertszeit im Blut wie im Plasma beträgt durchschnittlich 50 h. Chlortalidon wird hauptsächlich im Urin in vorwiegend unveränderter Form ausgeschieden.
Präklinische DatenOxprenolol
Reproduktionstoxizität: Nach peroraler Gabe von Dosen bis zu 150 mg/kg an Ratten wurde keine Beeinträchtigung von Reproduktionsleistung, einschliesslich männliche und weibliche Fruchtbarkeit, beobachtet.
Nach Verabreichung von Dosen bis zu 300 mg, 200 mg resp. 100 mg wurden keine teratogenen Effekte bei Mäusen, Ratten resp. Kaninchen festgestellt.
Mutagenität: Verschiedene in-vitro und in-vivo Tests zur Mutagenität wurden durchgeführt; sie zeigten kein mutagenes Potential für Oxprenolol auf.
Karzinogenität: Es gab keine Evidenz für tumorigene Wirkungen bei Mäusen und Ratten nach 18 Monaten Behandlung mit Oxprenolol.
Chlortalidon
Versuche zur Induktion von Genmutationen an Bakterien oder Kulturen von Säugetierzellen verliefen negativ. In Zellkulturen des Ovars von chinesischen Hamstern (CHO-Zellen) führten hohe, zytotoxische Dosen zu Chromosomenaberrationen. Die Prüfung auf die Befähigung, DNS-Reparaturen an Hepatozyten der Ratte oder Mikronuklei im Knochenmark der Maus oder in der Rattenleber zu induzieren, ergab jedoch keinen Hinweis auf die Induktion von Chromosomenschäden. Deshalb werden die Befunde an CHO-Zellen als Folge eines zytotoxischen Effekts und nicht eines genotoxischen Effekts betrachtet. Es wird der Schluss gezogen, dass Chlortalidon kein mutagenes Risiko für den Menschen aufweist.
Langzeit-Karzinogenesestudien wurden mit Chlortalidon nicht durchgeführt. Untersuchungen über die Teratogenität an Ratten und Kaninchen liessen kein teratogenes Potential erkennen.
Sonstige HinweiseBesondere Lagerungshinweise
Slow-Trasitensin soll vor Feuchtigkeit geschützt und nicht über 30 °C aufbewahrt werden.
Zulassungsnummer45534 (Swissmedic).
PackungenSlow-Trasitensin Divitabs 14 (Kalenderpackung). (B)
Slow-Trasitensin Divitabs 56 (Kalenderpackung). (B)
ZulassungsinhaberinNovartis Pharma Schweiz AG, Bern.
Stand der InformationFebruar 2003.
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