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Fachinformation zu Asacol®:Sanofi-Aventis (Suisse) SA
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Zusammensetzung

Wirkstoff: mesalazinum (= 5-Aminosalicylsäure = 5-ASA).
Hilfsstoffe: Mannitol, Povidon K 30, Povidon K 90, Carboxymethylamylum natricum A, Magnesii stearas, Silica colloidalis anhydrica, Talcum, Methacrylsäure-Copolymer 1:2, Triethylcitrat, Eisenoxidrot, Eisenoxidgelb, Macrogol 6000.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten: 400 mg und 800 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zur Akutbehandlung oder Rezidivprophylaxe der Colitis ulcerosa (Colitis, Rektosigmoiditis und Proktitis).

Dosierung/Anwendung

Erwachsene
Bei Colitis ulcerosa, Proktitis, Rektosigmoiditis
Akuter Schub: 1 Asacol Filmtablette zu 800 mg morgens, mittags und abends.
Bei besonders schweren Krankheitsbildern und bei therapieresistenten Fällen kann die Tagesdosis bis auf 6 Tabletten zu 800 mg erhöht werden.
Asacol Filmtabletten können mit den Asacol Klysmen kombiniert verabreicht werden.
Rezidivprophylaxe: während der anfallfreien Phase um Rezidive zu vermeiden, ist eine Langzeitbehandlung angezeigt: 1 Asacol Filmtablette zu 400 mg morgens, mittags und abends.
Die Langzeitbehandlung mit Asacol sollte auch in der Rezidivprophylaxe konsequent durchgeführt werden.
Kinder
Es wurden keine Studien in der Pädiatrie durchgeführt, so dass es keine Dosierungsempfehlungen beim Kind gibt. Daher ist die Verabreichung an Kinder unter 12 Jahren nicht empfohlen.
Wenn sich eine Behandlung bei Kindern von 2 bis 12 Jahren als notwendig herausstellt, wird empfohlen eher gebrauchsfertige Asacol Klysmen in Form von Rektalschaum zu benützen.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.
Schwere Leber- und Nierenfunktionsstörungen.
Peptisches Ulkus.
Allergien gegen Salizylate.
Krankhaft erhöhte Blutungsneigung.
Bei Kindern unter 2 Jahren nicht anwenden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Rezidive können sowohl nach Absetzen der Therapie als während der Therapie auftreten. Bei eventuellem Auftreten von allergischen Reaktionen ist die Therapie abzusetzen.
Patienten mit unerwünschten Reaktionen auf Sulfasalazin-haltige Präparate in der Vorgeschichte sind zu Beginn der Behandlung mit Mesalazin engmaschig zu überwachen. Wenn das Mesalazin akute Überempfindlichkeitsreaktionen wie zum Beispiel Magenkrämpfe, akute Bauchschmerzen, Fieber, starke Kopfschmerzen oder Exanthem hervorruft, muss die Behandlung sofort abgebrochen werden.
Bei Patienten, die mit Asacol behandelt wurden, sind Fälle von interstitieller Pneumopathie einschliesslich Lungenfibrose beobachtet worden (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Lungensymptome wie Husten und Dyspnoe können Anzeichen einer Lungentoxizität wie einer interstitiellen Pneumopathie sein. Bei einem entsprechenden Verdacht muss die Behandlung mit Asacol unterbrochen werden.
Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollte Asacol nicht angewendet werden (siehe «Kontraindikationen»).
Wenn die Nierenfunktion sich unter der Behandlung verschlechtert, muss eine durch Mesalazin hervorgerufene renale Toxizität in Betracht gezogen werden. Bei langfristiger Anwendung muss die Nierenfunktion regelmäßig überwacht werden.
Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion wird zu besonderer Vorsicht geraten.
Patienten mit Lungenerkrankungen wie zum Beispiel Asthma sind während der Behandlung mit Asacol engmaschig zu überwachen.

Interaktionen

Patienten, die gleichzeitig mit Mesalazin und Thiopurinen wie Azathioprin oder 6-Mercaptopurin behandelt werden, haben ein erhöhtes Risiko für Knochenmarksdepression/Leukopenie, die mit den Thiopurinen im Zusammenhang steht. Es sollte ein Blutbild gemacht und eine Anpassung der Thiopurindosis erwogen werden.
Möglicherweise kann Mesalazin die Resorption von Digoxin verhindern.
Wie auch bei anderen Derivaten der Salicylsäure sind Interaktionen mit folgenden Substanzen nicht auszuschließen:
·Vitamin-K-Antagonisten (Dicoumarol, Warfarin). Es liegen nur wenig Daten darüber vor, ob Mesalazin die gerinnungshemmende Wirkung beeinträchtigen könnte.
·Probenecid. Seine urikosurische Wirkung kann beeinträchtigt werden (durch kompetitive Elimination der Harnsäure in den Nierentubuli).
·Sulfonylharnstoffe (Antidiabetika). Ihre hypoglykämische Wirkung kann gesteigert werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft
Bei der Anwendung während der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten.
Reproduktionsstudien bei Tieren haben keine Risiken für die Föten gezeigt, aber man verfügt über keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen.
Es stehen jedoch zwei kleine, unkontrollierte Studien zur Verfügung über die orale Verabreichung von Asacol an schwangeren Frauen, bei denen die Schwangerschaft zu Ende gebracht werden konnte und keine Anomalien am Foetus festgestellt wurden.
Bei oraler Verabreichung von Mesalazin oder Sulfasalazin (einer Vorstufe von Mesalazin) passieren sowohl Mesalazin als auch N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure die Plazentaschranke. Allerdings sind die Mesalazin-Konzentrationen in der Nabelschnur und im Fruchtwasser sehr gering. Ob Mesalazin die Plazentaschranke im Anschluss an eine rektale Applikation passiert, ist nicht bekannt.
Asacol darf während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der potenzielle Nutzen der Behandlung grösser ist als das eventuelle Risiko.
Stillzeit
Nach Verabreichung von Mesalazin oder Sulfasalazin wurden von Mesalazin geringe Konzentrationen und von seinem acetylierten Metaboliten höhere Konzentrationen in der Muttermilch gemessen. Bisher liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung in der Stillzeit vor. Überempfindlichkeitsreaktionen wie Diarrhö beim Säugling können nicht ausgeschlossen werden.
Deshalb soll das Präparat in der Schwangerschaft und während der Stillzeit nur bei strenger Indikation verordnet werden.
Wenn beim Säugling Diarrhö auftritt, ist das Stillen zu beenden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Unerwünschte Wirkungen werden nach ihrer Häufigkeit in folgende Kategorien eingeteilt: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 und <1/10), gelegentlich (≥1/1'000 und <1/100), selten (≥1/10'000 und <1/1'000), sehr selten (<1/10'000) und Häufigkeit unbekannt (Postmarketing).
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Thrombozytopenie, Neutropenie und Leukopenie, aplastische Anämie mit Knochenmarkdepression oder Panzytopenie wurde in der neueren Literatur berichtet.
Erkrankungen des Immunsystems
Selten: dosisunabhängige Überempfindlichkeitsreaktionen wie allergische Exantheme, Fieber, Lupus-erythematodes-Syndrom, Pancolitis, anaphylaktische Reaktion, Arzneimittelreaktion mit Eosinophile und systemischen Symptomen (DRESS) und Bronchospasmen.
Erkrankungen des Nervensystems
Selten: Kopfschmerzen.
Häufigkeit nicht bekannt: Schwindel, periphere Neuropathie, Neuropathie.
Herzerkrankungen
Häufigkeit nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen wie Perikarditis oder Myokarditis.
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Häufigkeit nicht bekannt: interstitielle Pneumopathie einschliesslich Lungenfibrose, Alveolitis.
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Selten: chronische und akute interstitielle Nephritis.
Häufigkeit nicht bekannt: Niereninsuffizienz.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Selten: Nausea, Erbrechen, Bauchschmerzen, Pankreatitis.
Häufigkeit nicht bekannt: Diarrhöe, Flatulenz.
Leber- und Gallenerkrankungen
Häufigkeit nicht bekannt: Cholestase, Hepatitis, cholestatische Hepatitis, erhöhte Transaminasen.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Häufigkeit nicht bekannt: Pruritus, Urtikaria, Exanthem, Lichtempfindlichkeit, Alopezie, anale Irritation, Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom.
Skelettmuskulatur- und systemische Erkrankungen
Häufigkeit nicht bekannt: Myalgie, Arthralgie.
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
Häufigkeit nicht bekannt: Oligospermie (reversibel).
Allgemeine Erkrankungen
Fieber und Erschöpfung.

Überdosierung

Bedingt durch die galenischen Eigenschaften von Asacol Filmtabletten sowie durch die substanzspezifischen pharmakokinetischen Eigenschaften von Mesalazin, stehen nur geringe Mengen des Wirkstoffes für eine systemische Wirkung zur Verfügung. Somit ist auch bei Einnahme von sehr hohen Dosen nicht mit Intoxikationserscheinungen zu rechnen.
In seltenen Fällen ist von Überdosierung berichtet worden (beispielsweise im Rahmen eines Suizidversuchs mit hohen oralen Dosen Mesalazin); hier wurde keine Nieren- oder Lebertoxizität festgestellt.
Prinzipiell müssten ähnliche Symptome auftreten wie sie bei Salizylatvergiftungen bekannt sind: gemischte Azidose-Alkalose, Hyperventilation, Lungenödem, Dehydratation durch Schwitzen und Erbrechen, Hypoglykämie.
Ein spezifisches Antidot gibt es nicht. Gegebenenfalls ist eine symptomatische Behandlung einzuleiten.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A07EC02
Wirkungsmechanismus
Asacol wirkt entzündungshemmend im akuten Schub chronisch-entzündlicher Dickdarmerkrankungen und verhindert Rückfälle in der anfallsfreien Zeit. Eine genügend hohe Konzentration des Wirkstoffes im Darm hemmt die Biosynthese der Prostaglandine E2, der Thromboxane B2 und der Leukotriene, welche in den Darmschleimhäuten bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen in stark erhöhten Konzentrationen vorkommen (bioptisch gesichert).
Asacol Filmtabletten sind resistent im Magen und im Dünndarm bei einem pH-Wert unterhalb von 7. Die spezielle Umhüllung mit Eudragit-S garantiert eine Freisetzung der Wirksubstanz erst ab pH 7, d.h. im terminalen Ileum und im Kolon, wodurch eine direkte Wirkung am Ort der Entzündung gewährleistet ist. Die Umhüllung Eudragit S wird nicht resorbiert.
Pharmakodynamik
Siehe Wirkungsmechanismus
Klinische Wirksamkeit
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Pharmakokinetik

Absorption
In Form von magensaftresistenten Filmtabletten eingenommen, wird Mesalazin (Asacol) bei oraler Verabreichung im Ileum terminale und im Kolon freigesetzt; bei rektaler Verabreichung im distalen Kolon und im Rectum.
Es wird nur ein geringer Teil der aktiven Substanz resorbiert.
Oral verabreichtes Mesalazin, in Form von Filmtabletten (Asacol), wird zu ca. 20% (14% bis 31%) resorbiert und innert 24 Stunden im Urin ausgeschieden, der Rest bleibt für eine topische Wirkung verfügbar, um dann in den Fäzes ausgeschieden zu werden. Bei Applikation einer Einzeldosis von 2400 mg (= 6 Asacol-Filmtabletten zu 400 mg) per os erreicht Mesalazin nach 6 Stunden einen Plasmapeak von 1,3 µg/ml. Sein Metabolit N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure ist dann in einer Konzentration von 2,3 µg/ml vorhanden.
Distribution
Die Verteilung von Mesalazin im menschlichen Körper ist nicht vollständig geklärt. Mesalazin wird beim Tier im Anschluss an eine Applikation per os oder i.v. und beim Menschen nach oraler Abgabe hauptsächlich durch den Urin ausgeschieden. Verabreicht man einem Erwachsenen rektal eine Mesalazin-Suspension, findet ein Übergang der Substanz vom Rectum in den Kolon statt. Mit Hilfe der Szintigraphie geführte Studien haben ergeben, dass Mesalazin Suppositorien im Rectum und teilweise im rektosigmoiden Bereich des distalen Kolons (20 cm vom Anus) verteilt werden. Das scheinbare Verteilungsvolumen (Vd) von Mesalazin beim Erwachsenen beträgt ungefähr 0,2 l/kg.
In vitro bindet sich Mesalazin zu 42% und sein acetylierter Metabolit zu 78% an Plasmaproteine.
Bei oraler Verabreichung von Mesalazin oder Sulfasalazin (einer Vorstufe von Mesalazin) passieren sowohl Mesalazin als auch N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure die Plazentaschranke. Allerdings sind die Mesalazin-Konzentrationen in der Nabelschnur und im Fruchtwasser sehr gering.
Ob Mesalazin die Plazentaschranke im Anschluss an eine rektale Applikation passiert, ist nicht bekannt.
Nach Verabreichung von Sulfasalazin, wurden von Mesalazin geringe Konzentrationen und von seinem acetylierten Metaboliten höhere Konzentrationen in der Muttermilch gemessen.
Metabolismus
Die resorbierte Fraktion wird in der Darmschleimhaut und in der Leber rasch zu Acetylmetaminosalicylsäure (N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure) biotransformiert.
Elimination
Die Eliminationshalbwertszeit (t½) von Mesalazin und seinem Hauptmetaboliten N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure beträgt - bei oraler oder rektaler Verabreichung - im Falle von Mesalazin 0,5-1,5 Std. und im Falle seines Metaboliten 5-10 Std.
Im Anschluss an eine Applikation per os werden ca. 20% (14% bis 31%) der verabreichten Dosis im Urin ausgeschieden, und zwar hauptsächlich im Form von N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure.
Bei rektaler Verabreichung einer Mesalazin-Suspension werden der Wirkstoff selbst und sein Metabolit N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure in erster Linie in den Fäzes ausgeschieden. Der resorbierte acetylierte Metabolit wird rasch von den Nieren eliminiert und im Urin ausgeschieden (90% in 24 Std.). Die nichtresorbierte Fraktion, welche den grössten Teil der aktiven Substanz ausmacht, wird im Stuhl ausgeschieden.
Über die renale Clearance von Mesalazin liegen keine Daten vor. Bei oraler Verabreichung von Mesalazin an Patienten mit gutem Gesundheitszustand beträgt die scheinbare renale Clearance von N-Acetyl-5-Aminosalicylsäure ca. 2,8 bis 4,3 ml/min. pro kg (Bandbreite: 1 bis 6,5 ml/Min. pro kg). Die renale Clearance dieses Metaboliten kann im Falle von Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn herabgesetzt sein.

Präklinische Daten

Es sind keine präklinischen Daten verfügbar.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit
Nicht über 30 °C lagern. Vor Licht schützen. Verfallsdatum beachten.

Zulassungsnummer

46062 (Swissmedic).

Packungen

Asacol Filmtabletten 400 mg 100, B
Asacol Filmtabletten 800 mg 48, B

Zulassungsinhaberin

sanofi-aventis (schweiz) ag, 1214 Vernier/GE.

Stand der Information

März 2018.

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