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Fachinformation zu Neotigason®:Teva Pharma AG
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Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Neotigason darf nur von Ärzten verordnet werden, die über Erfahrung in der Anwendung von systemischen Retinoiden verfügen, und das mit der Therapie mit Acitretin verbundene Risiko der Teratogenität kennen.
Teratogene Wirkung
Neotigason wirkt stark TERATOGEN. Es besteht ein hohes Risiko äusserst schwerwiegender und ernsthafter Missbildungen des Fötus.
Neotigason ist strikt kontraindiziert bei:
• schwangeren Frauen
• Frauen im gebärfähigen Alter, es sei denn, folgende Rahmenbedingungen zur
Schwangerschaftsverhütung sind erfüllt.
Verbindliche Massnahmen zur Schwangerschaftsverhütung
Acitretin ist stark teratogen und ist bei Frauen im gebärfähigen Alter kontraindiziert, es sei denn, folgende Rahmenbedingungen sind erfüllt:
·Sie leidet unter schweren oder behindernden Krankheitssymptomen (siehe «Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten»).
·Die Möglichkeit einer Schwangerschaft muss bei jeder Frau evaluiert werden.
·Sie versteht das teratogene Risiko.
·Sie versteht die Notwendigkeit einer strengen ärztlichen Überwachung auf monatlicher Basis.
·Sie versteht und akzeptiert die Notwendigkeit einer wirksamen Schwangerschaftsverhütung ohne Unterbrechung 1 Monat vor Behandlungsbeginn, während der gesamten Dauer der Behandlung und für 3 Jahre nach Beendigung der Behandlung mit Neotigason. Sie muss dabei mindestens eine wirksame Verhütungsmethode, die Anwendungsfehler durch die Frau ausschliesst (z.B. Kupfer- oder Hormonspirale, Hormonstäbchen), oder vorzugsweise zwei sich ergänzende wirksame Methoden (inklusive einer Barrieremethode) der Schwangerschaftsverhütung gleichzeitig anwenden.
·In jedem Fall sollten bei der Wahl der Verhütungsmethode die persönlichen Umstände und die Patientin selber mit einbezogen werden, um Einhaltung der gewählten Massnahmen und Compliance zu gewährleisten.
·Selbst bei Vorliegen einer Amenorrhoe muss sie alle Anweisungen zur wirksamen Schwangerschaftsverhütung befolgen.
·Sie muss in der Lage sein, die Empfängnisverhütungsmassnahmen konsequent und zuverlässig durchzuführen.
·Sie ist über die möglichen Konsequenzen einer Schwangerschaft vor, während und 3 Jahre nach der Behandlung mit Neotigason informiert und versteht dies. Sie ist bereit, sich unverzüglich untersuchen zu lassen, falls das Risiko besteht, dass eine Schwangerschaft eingetreten ist.
·Sie ist sich der Notwendigkeit bewusst und akzeptiert, dass sie sich vor und monatlich während der Behandlung einem Schwangerschaftstest zu unterziehen hat. Diese Schwangerschaftstests sind für 3 Jahre nach Ende der Behandlung weiterhin alle 1-3 Monate durchzuführen.
·Die Behandlung mit Neotigason wird erst am 2. oder 3. Tag der nächsten normalen Menstruation begonnen.
·Sie hat schriftlich bestätigt, die Gefahren und notwendigen Vorsichtsmassnahmen im Zusammenhang mit der Anwendung von Acitretin verstanden zu haben.
Diese Bedingungen gelten auch für momentan nicht sexuell aktive Frauen.
Der verschreibende Arzt muss sicherstellen dass:
·die Patientin die Bedingungen der Schwangerschaftsverhütung, wie oben aufgeführt, einhält, einschliesslich der Bestätigung, dass sie diese ausreichend versteht.
·die Patientin schriftlich bestätigt, dass sie die oben genannten Bedingungen erfüllt.
·die Patientin vor Beginn der Therapie während mindestens einen Monat vor der Beginn der Therapie eine wirksame Verhütungsmethode, die Anwendungsfehler durch die Frau ausschliesst (z.B. Kupfer- oder Hormonspirale, Hormonstäbchen) oder vorzugsweise zwei sich ergänzende wirksame Methoden (inklusive einer Barrieremethode) der Schwangerschaftsverhütung gleichzeitig anwendet.
·negative Schwangerschaftstestergebnisse vor, in monatlichen Abständen während und alle 1-3 Monate für 3 Jahre nach Behandlungsende mit Neotigason eingeholt werden. Die Daten und Ergebnisse der einzelnen Schwangerschaftstests müssen dokumentiert werden.
Falls unter der Therapie mit Acitretin dennoch eine Schwangerschaft eintritt, muss die Behandlung sofort abgebrochen werden und die Patientin zur Evaluierung und Beratung an einen Teratologen oder in der Teratologie erfahrenen Arzt überwiesen werden.
Tritt eine Schwangerschaft nach Beendigung der Behandlung mit Acitretin ein, so besteht weiterhin das Risiko für schwerwiegende Fehlbildungen des Fötus. Das Risiko besteht bei Acitretin für 3 Jahre, erst dann kann sichergestellt sein, dass kein teratogenes Etretinat mehr im Körper ist.
Verhütung
Weibliche Patienten müssen umfassende Informationen zur Schwangerschaftsverhütung erhalten und zur Beratung über Empfängnisverhütung überwiesen werden, falls sie noch keine wirksame Empfängnisverhütung durchführen.
Frauen im gebärfähigem Alter müssen mindestens eine wirksame Verhütungsmethode anwenden, die Anwendungsfehler durch die Frau ausschliesst (z.B. Kupfer- oder Hormonspirale, Hormonstäbchen), vorzugsweise jedoch zwei sich ergänzende wirksame Methoden (inklusive einer Barrieremethode). Kondome für die Frau sind für die Anwendung zusammen mit Neotigason unzureichende Verhütungsmethoden.
Die Verhütung muss ohne Unterbrechung ab 1 Monat vor Behandlungsbeginn, während der gesamten Dauer der Behandlung und für 3 Jahre nach Beendigung der Behandlung mit Neotigason angewendet werden. Dies trifft auch für Patientinnen mit Amenorrhoe zu.
Niedrig dosierte Progesteron-Präparate (sogenannte «Minipillen») als Kontrazeptionsmethode sind während der Therapie mit Neotigason nicht geeignet (siehe «Interaktionen»).
In jedem Fall sollten bei der Wahl der Verhütungsmethode die persönlichen Umstände und die Patientin selber mit einbezogen werden, um Einhaltung der gewählten Massnahmen und Compliance zu gewährleisten.
Schwangerschaftstests
Es werden Schwangerschaftstests mit einer Sensitivität von mindestens 25 mUI/ml empfohlen und sind wie folgt anzuwenden:
Vor Beginn der Behandlung: Mindestens einen Monat nach Verhütungsbeginn und kurz vor der ersten Verordnung (vorzugsweise einige Tage vorher) sollte die Patienten unter ärztlicher Aufsicht einem Schwangerschaftstest unterzogen werden. Dieser Test soll sicherstellen, dass die Patientin zu Beginn der Behandlung mit Acitretin nicht schwanger ist.
Während der Behandlung: Kontrolltermine sollten monatlich stattfinden. Ob die Schwangerschaftstests unter ärztlicher Aufsicht stattfinden müssen, obliegt der Verantwortung des Arztes unter Berücksichtigung der sexuellen Aktivität der Patientin und der letzten Menstruationsanamnese (ausbleibende oder abnormale Menstruation oder Amenorrhoe). Sofern angezeigt, sollte am Tag des Verschreibungstermins oder in den 3 Tagen davor ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.
Nach Behandlungsende: Nach Beendigung der Therapie müssen Schwangerschaftstests weiterhin in regelmässigen Abständen (alle 1-3 Monate) für weitere 3 Jahre durchgeführt werden.
Verschreibungs- und Abgabebeschränkungen
Die Verschreibung für Frauen im gebärfähigen Alter muss auf 30 Tage beschränkt sein, um regelmässige Kontrollen, einschliesslich Schwangerschaftstests, zu gewährleisten. Es soll ausserdem sichergestellt werden, dass die Patientin nicht schwanger ist, bevor das nächste Rezept ausgestellt wird. Idealerweise sollten Schwangerschaftstests, Verordnung und Abgabe am gleichen Tag erfolgen. Die Abgabe von Neotigason muss innerhalb von maximal 7 Tagen nach Ausstellung des Rezeptes erfolgen.
Männer
Aus den verfügbaren Daten geht hervor, dass die Höhe der mütterlichen Exposition aus dem Samen männlicher Patienten, die Acitretin erhalten, nicht hinreichend hoch ist, um mit den teratogenen Wirkungen von Acitretin assoziiert zu werden.
Männliche Patienten müssen daran erinnert werden, dass sie ihre Medikamente an niemanden weitergeben dürfen, insbesondere nicht an Frauen.
Alkohol
Während der Behandlung mit Neotigason dürfen Frauen im gebärfähigen Alter keinen Alkohol zu sich nehmen, da sich in der klinischen Praxis gezeigt hat, dass bei gleichzeitiger Einnahme von Acitretin und Alkohol Etretinat gebildet werden kann. Der Mechanismus dieses Stoffwechsels ist nicht geklärt, sodass auch andere Wechselwirkungen eine Rolle spielen können. Alkohol (in Getränke, Nahrung oder Arzneimittel) sollte während der Behandlung und bis 2 Monate nach Absetzen der Therapie mit Acitretin gemieden werden. (siehe «Interaktionen»).
Informations- und Aufklärungsmaterial
Um dem verschreibenden Arzt, dem Apotheker und den Patienten und Patientinnen zu helfen, eine fetale Acitretin-Exposition zu vermeiden, stellt die Zulassungsinhaberin Aufklärungsmaterial zur Verfügung, um die Warnungen vor der Teratogenität von Acitretin zu verstärken, vor Behandlungsbeginn Ratschläge zur Kontrazeption zu erteilen und Aufklärung über die Notwendigkeit von Schwangerschaftstests zu liefern:
·Checkliste für Arzt/Bestätigungsformular für Patientinnen und Patienten
·Leitfaden für Patientinnen und Patienten
·Das Wichtigste in Kürze und Kontrolltermine
Neuropsychiatrische Symptome
Bei Patienten, welche mit systemischen Retinoiden - einschliesslich Neotigason - behandelt wurden, wurde über Depressionen, Verschlechterung bestehender Depressionen, Angstgefühle, Tendenz zu Aggressivität, Stimmungsschwankungen, psychotische Symptome und, sehr selten, Suizidversuche und Suizide (siehe «Unerwünschte Wirkungen») berichtet. Besondere Aufmerksamkeit ist bei Patienten mit einer Depression in der Anamnese nötig und alle Patienten müssen auf Anzeichen einer Depression überwacht und wenn nötig einer angemessenen Behandlung zugeführt werden. Möglicherweise reicht ein Abbruch der Therapie mit Neotigason nicht aus, um die Symptome zu lindern und daher kann eine weitere psychiatrische oder psychologische Untersuchung notwendig sein. Familie, Freunde oder Betreuer sollten sensibilisiert sein, um eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit zu erkennen.
Laborkontrollen
Kontrollen der Leberfunktion vor sowie alle 1–2 Wochen während der ersten 2 Monate nach Behandlungsbeginn mit Neotigason und dann im Abstand von 3 Monaten während der Therapie sind angezeigt. Beim Auftreten pathologischer Leberfunktionswerte sind die Kontrollen wöchentlich zu wiederholen. Tritt keine Normalisierung oder sogar eine Verschlechterung ein, so muss Neotigason abgesetzt werden. Es empfiehlt sich dabei, die Kontrollen der Leberfunktion mindestens 3 Monate lang weiterzuführen.
Die Kontrolle von Serumcholesterin und Serumtriglyzeriden (Nüchternwerte) ist angezeigt, insbesondere bei Risikopatienten (Lipidstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus, Übergewicht, Alkoholismus) und bei Langzeittherapien.
Bei Diabetikern können Retinoide die Glukosetoleranz sowohl verbessern als auch verschlechtern. Zu Beginn der Therapie sind deshalb vermehrte Blutzuckerkontrollen angezeigt.
Bei Erwachsenen, die unter einer Langzeitbehandlung mit Neotigason stehen, müssen wegen möglicher Knochenanomalien periodisch angemessene Untersuchungen durchgeführt werden (siehe unter «Unerwünschte Wirkungen»). Im Falle solcher Störungen muss die Fortsetzung der Behandlung aufgrund einer sorgfältigen Risiko-Nutzen-Analyse mit dem Patienten besprochen werden.
Bei Kindern müssen Wachstumsparameter und Knochenentwicklung sorgfältig überwacht werden.
Weitere Warnhinweise
·Alle Patienten, Frauen und Männer, sollten angewiesen werden, Neotigason niemals einer anderen Person zu geben.
·Während der Therapie sowie mindestens 3 Jahre nach Therapieende mit Neotigason darf kein Blut gespendet werden (siehe «Kontraindikationen»).
·Da die Wirkung von UV-Strahlung durch eine Retinoidtherapie verstärkt wird, sollten Patienten sich keinem übermässigen Sonnenlicht aussetzen und die unbeaufsichtigte Nutzung von Bräunungslampen vermeiden. Gegebenenfalls muss ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (mindestens Lichtschutzfaktor 30 mit gleichzeitigem Schutz gegen UVA und UVB) verwendet werden.
·Es muss betont werden, dass zum jetzigen Zeitpunkt nicht alle Konsequenzen einer lebenslangen Verabreichung von Neotigason bekannt sind.
·Patienten sollten auf eine mögliche vorübergehende schlechtere Verträglichkeit von Kontaktlinsen hingewiesen werden.
·Es wurde unter Neotigason über beeinträchtigtes Nachtsehen berichtet. Patienten sind auf dieses potenzielle Problem hinzuweisen und es ist ihnen anzuraten, nachts besonders vorsichtig beim Autofahren oder beim Bedienen von Maschinen zu sein. Beeinträchtigungen des Sehvermögens sollten sorgfältig überwacht werden (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).
·Es liegen seltene Berichte über benigne intrakranielle Hypertension vor. Patienten mit schweren Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Sehstörungen müssen Neotigason sofort absetzen. Neurologische Untersuchungen und fachgerechte Betreuung sind unverzüglich zu veranlassen (siehe «unerwünschte Wirkungen»).
·Seit der Zulassung wurden weltweit sehr seltene Fälle eines Capillary leak syndrome gemeldet (siehe «unerwünschte Wirkungen»).
·Seit der Zulassung wurden weltweit gelegentliche Fälle einer exfoliativen Dermatitis gemeldet (siehe «unerwünschte Wirkungen»).
Hilfsstoffe
Patienten mit der seltenen Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Kapsel, d.h. es ist nahezu «natriumfrei».

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