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Fachinformation zu Jodoplex® Tinktur:Streuli Pharma AG
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Gal.Form/Ther.Gr.Zusammens.Eigensch.Pharm.kinetikInd./Anw.mögl.Dos./Anw.Anw.einschr.Unerw.Wirkungen
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Desinfiziens 

Zusammensetzung

Iodum 4 mg (ut Polyvidonum-Iodum); Alcohol isopropylicus 480 mg; Ethanolum 480 mg, ad solutionem pro 1 g.

Eigenschaften/Wirkungen

Jodoplex Tinktur ist eine alkoholische/isopropanolische Polyvidon-Jod-Lösung. Die Wirkung der Jodoplex Tinktur beruht auf dem lokal wirksamen Antiseptikum Polyvidonum-Iodum. Jodoplex Tinktur wirkt bakterizid, sporozoid, fungizid, viruzid und tötet Protozoen ab. Der mikrobizide Effekt von Jodoplex Tinktur ist auf das Jod zurückzuführen, welches aus dem Polyvidonum-Iodum-Komplex freigesetzt wird und durch Iodierung und Oxidierung die Enzymsysteme der Mikroorganismen irrversibel schädigt.
Die Wirkung von Jodoplex Tinktur tritt rasch ein, die Verträglichkeit ist gut, und es entwickeln sich keine Resistenzen. Die in der Lösung enthaltenen Alkohole tragen einerseits zur desinfizierenden Wirkung bei und bewirken andererseits ein rasches Trocknen der Lösung auf der Haut.

Pharmakokinetik

Mit diesem Präparat wurden keine Pharmakokinetikstudien durchgeführt. Aus einer Studie mit einem anderen PVP-Jod-Präparat geht hervor, dass ein gewisser Anteil des aus dem PVP-Jod-Komplex freigesetzten Jods durch die Haut resorbiert wird und dass nach der Anwendung eine Erhöhung der Jodkonzentration im Serum gemessen werden kann. Ebenfalls liess sich im Urin eine erhöhte Jodausscheidung feststellen.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zur Desinfektion von Wunden bei Hautrissen und Schürfungen. Hautdesinfektion vor Injektionen sowie vor chirurgischen Eingriffen.

Dosierung/Anwendung

Jodoplex Tinktur unverdünnt lokal auf das zu desinfizierende Gebiet applizieren und trocknen lassen. Bei Bedarf wiederholen.

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen
Bekannte Jod-Überempfindlichkeit. Manifeste Hyperthyreose, Dermatitis herpetiformis. Vor einer Radio-Jod-Therapie, Neugeborene und Säuglinge bis zum 6. Lebensmonat.

Vorsichtsmassnahmen
Bei Schilddrüsenerkrankungen, Patienten mit blanden Knotenstrumen oder autonomen Adenomen, und bei bekannter Jodüberempfindlichkeit sollte Jodoplex Tinktur über längere Zeit und grossflächig nur nach strenger Indikationsstellung angewendet werden. Bei bekannter oder vermuteter Jodüberempfindlichkeit empfiehlt sich, vor der Anwendung auf kleinem Bezirk die Verträglichkeit zu überprüfen.
Es ist bei der Anwendung darauf zu achten, dass sich die Jodoplex Tinktur nicht in Hautfalten oder unter dem liegenden Patienten ansammelt oder unter Elektrodenkontaktstellen dringt. Durch die grossen Mengen von verfügbarem Jod können in solchen Situationen Hautirritationen oder sogar Hautschäden auftreten.

Schwangerschaft/Stillzeit
Schwangerschafts-Kategorie D. Es gibt klare Hinweise für Risiken des menschlichen Fötus bei längerdauernder (>1 Woche) Anwendung jodhaltiger Präparate nach dem ersten Schwangerschaftstrimenon. Jodid durchdringt die Plazentaschranke und kann zu Veränderungen der Schilddrüsenfunktion oder Struma beim Fötus und Neugeborenen führen.
Jod geht in die Muttermilch über.
Jodoplex Tinktur soll deshalb während der Schwangerschaft und Stillzeit über längere Zeit und grossflächig nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden. Eine Kontrolle der Schilddrüsenfunktion wird empfohlen.

Unerwünschte Wirkungen

Selten wurden allergische Reaktionen bei prädisponierten Patienten beobachtet.
Ein Teil des aus dem PVP-Jod-Komplex freigesetzten Jods wird resorbiert. Bei längerfristiger Anwendung können durch die erhöhten Jodspiegel gelegentlich adaptive, reversible Mechanismen auf der Hypothalamus-Hypophysen-Thyreoidea-Achse ausgelöst werden. In Studien wurden eine leichte Erhöhung des Serum-TSH sowie ein schwaches Absinken von T 4  und T 3  nachgewiesen.
Bei wiederholter Anwendung kann es zu einer Austrocknung der Haut kommen.

Interaktionen

Jodoplex Tinktur soll nicht zusammen mit Chlorhexidin oder Silbersulfadiazin enthaltenden Desinfektionsmitteln angewendet werden, da eine Teilinaktivierung stattfinden kann. Allfällige Interaktionen mit anderen Präparaten äussern sich optisch in einer Entfärbung der Jodoplex Tinktur. Eine Entfärbung ist gleichbedeutend mit einer Wirkungsabnahme.

Überdosierung

Nach versehentlicher oraler Einnahme grösserer Mengen von Jodoplex Tinktur können folgende Symptome auftreten: epigastrische Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen sowie Durchfall, Polydipsie, Krämpfe im abdominalen Bereich, Hypertonie, Tachykardie, Cyanosis, Kopfschmerzen, Schwindel, Delirium, Kollaps und Benommenheit.
Bei einer Intoxikation empfiehlt sich die sofortige Gabe von stärke- und eiweisshaltigen Lebensmitteln. Ggf. schnelle Einlieferung ins Krankenhaus und Magenspülung mit 5%iger Natriumthiosulfat-Lösung (oder 10 ml 10%ige Natriumthiosulfat-Lösung i.v.) in 3stündigen Abständen.
Darüberhinaus sollte eine sorgfältige klinische Überwachung der Schilddrüsenfunktion erfolgen, um eine evtl. jodinduzierte Hyperthyreose auszuschliessen bzw. frühzeitig zu erkennen.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden
Szintigraphische Schilddrüsenuntersuchungen können durch die gleichzeitige Anwendung von Jodoplex Tinktur beeinflusst werden. Zwischen einer Behandlung mit Jodoplex Tinktur und einem Szintigramm sollte eine Karenzzeit von 1-2 Wochen eingehalten werden.
Unter der Behandlung mit Jodoplex Tinktur können Schilddrüsenfunktionen reversibel verändert sein. Dies ist bei entsprechenden diagnostischen Untersuchungen zu berücksichtigen.

Hinweise
Flecken auf textilem Gewebe lassen sich mit Wasser und Seife, hartnäckigen Flecken mit Salmiaklösung entfernen.
Nicht in Reichweite von Kindern aufbewahren.
Brennbar! Enthält Alkohol. Vor Hitze schützen.

Haltbarkeit
Das Medikament darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

IKS-Nummern

51167.

Stand der Information

März 1992.
RL88

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