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Fachinformation zu Motens® 4 mg:Boehringer Ingelheim (Schweiz) GmbH
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Zusammens.Galen.FormInd./Anw.mögl.Dos./Anw.Kontraind.Warn.hinw.Interakt.Schwangerschaft
Unerw.WirkungenÜberdos.Eigensch.Pharm.kinetikPräklin.Sonstige H.Swissmedic-Nr.Packungen
Reg.InhaberStand d. Info. 

Zusammensetzung

Wirkstoff:Lacidipinum.
Hilfsstoffe:Excip. procompr.obduct.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten zu 4 mg (mit Teilkerbe).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung der Hypertonie,
entweder allein oder in Kombination mit anderenAntihypertensiva, z.B. Betablocker, Diuretika, ACE-Hemmer.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene
DieantihypertensiveTherapie ist dem Schweregrad der Erkrankung und der individuellen Reaktion des Patienten anzupassen.
Die empfohlene Initialdosis beträgt einmal 2 mg pro Tag. Die Dosis kann auf 4 mg (und im Bedarfsfall auf 6 mg) erhöht werden, wenn die zur Erreichung der vollen pharmakologischen Wirkung erforderliche Zeitspanne eingehalten worden ist. Diese beträgt in der Regel mindestens 3 bis 4 Wochen.
Mit Dosen oberhalb 6 mg pro Tag wird in der Regel keine nennenswerte zusätzliche Blutdrucksenkung erzielt.
Bei der Mehrzahl der Patienten genügt eine Dosis von 4 mg einmal pro Tag, um den Bluthochdruck adäquat zu beherrschen.
Motenssollte jeden Tag um dieselbe Zeit, vorzugsweise morgens, eingenommen werden.
Anwendung bei Kindern
Über die Anwendung vonMotensbei Kindern liegen keine Erfahrungen vor.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion:
Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion kann die Bioverfügbarkeit vonMotenserhöht und dieantihypertensiveWirkung verstärkt werden. Bei diesen Patienten beträgt die Initialdosis 2 mg.
Patienten mit Nierenerkrankung:
DaMotensnicht über die Nieren ausgeschieden wird, ist bei Patienten mit Nierenerkrankung keine Dosisänderung erforderlich.

Kontraindikationen

Bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber einem der Bestandteile vonMotensTabletten ist das Arzneimittel kontraindiziert.
Wie andereDihydropyridin-Calciumantagonisten sollteMotensbei Patienten mit Hypertonie und gleichzeitiger unstabiler Anginapectorisoder 30 Tage nach frischem Myokardinfarkt nicht angewendet werden. Ebenfalls istMotenskontraindiziert bei Patienten mit schwererAortenstenose.
Bei seltenen erblichen Unverträglichkeiten gegenüber einem Hilfsstoff vonMotensTabletten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen») ist die Anwendung des Arzneimittels kontraindiziert.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Es gibt Hinweise, dass die Therapie mit schnellwirkendenCa-Antagonisten vom DHP-Typ v.a. bei Koronarpatienten zu einer Erhöhung der kardiovaskulären Morbidität und Mortalität führen kann.
Unter Behandlung mit schnellwirkendenCa-Antagonisten vom DHP-Typ kann es zu einer Verschlechterung der Anginapectoriskommen.
Die Behandlung mit schnellwirkendenCa-Antagonisten vom DHP-Typ kann zu einem abrupten Abfall des Blutdrucks und zu Tachykardie mit ungünstigem Verlauf führen.
Spezielle Untersuchungen haben ergeben, dassMotensweder die spontane Funktion dessinuatrialen(SA) Knotens beeinflusst, noch eine Verlängerung der Überleitung imatrioventrikulären(AV) Knoten verursacht. Es besteht die theoretische Möglichkeit, dassein Calciumantagonist die Aktivität des SA- und des AV-Knotens beeinflussen kann. Bei Patienten mit vorbestehenden Anomalien ist deshalb Vorsicht geboten.
Wie für andereDihydropyridinCalcium-Antagonisten berichtet, sollteMotensmit Vorsicht verwendet werden bei Patienten mit angeborener oder dokumentierter erworbener Verlängerung des QT-Intervalls.Motenssollte ebenfalls mit Vorsicht verwendet werden bei Patienten, welche gleichzeitig Medikamente einnehmen die bekanntermassen das QT-Intervall verlängern, wie Klasse I und IIIAntiarrhythmika,trizyklischeAntidepressiva, einigeAntipsychotika, Antibiotika (z.B.Erythromycin) und einigeAntihistaminika(z.B.Terfenadin).
Bei gesunden Freiwilligen und in präklinischen Studien bewirkteMotenskeine Hemmung dermyokardialenKontraktilität, ebenso bei einer kleinen Anzahl von getesteten Patienten (NYHA II und III); trotzdem sollte das Medikament – wie andere Calciumantagonisten – bei Patienten mit geringer kardialer Reserve vorsichtig angewendet werden.
Wie beianderenDihydropyridin-Kalzium-Antagonisten sollteMotensbei Patienten mit instabiler Anginapectorisoder nach einem frischen Myokardinfarkt nicht eingesetzt werden (siehe «Kontraindikationen»).
Vorsicht ist auch bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion geboten, da es in dieser Situation zu einer Verstärkung derantihypertensivenWirkung kommen kann.
Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dassMotensdie Glukosetoleranz beeinträchtigt oder die Behandlung des Diabetes erschwert.
Motens4 mg enthalten 255,25 mg Laktose pro Tablette. Bei maximal empfohlener täglicher Dosierung entspricht dies 382,9 mg Laktose. Patienten mit seltenen erblichen Störungen in Bezug auf Galaktose-Intoleranz, z.B.Galaktosämie, Lapp-Laktase-Mangel oder Glukose-Galaktose-Malabsorption,solltendieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Interaktionen

Die gleichzeitige Verabreichung vonMotensmit anderen blutdrucksenkenden Substanzen einschliesslichAntihypertensiva, z.B. Diuretika, Betablockern oder ACE-Hemmern, kann eine zusätzliche Blutdrucksenkung zur Folge haben.
MitDigoxinwurden keine spezifischen Interaktionsprobleme beobachtet. Bei gesunden Probanden beeinflusstLacidipindiepharmakokinetischenund dynamischen Parameter vonTolbutamid(in der Schweiz nicht zugelassen) undWarfarinnicht.
Der Plasmaspiegel vonLacidipinkann durch die gleichzeitige Verabreichung vonCimetidinerhöht werden.
Lacidipinwird bis zu ca. 95% an Plasmaproteine (u.a. Albumin und Alpha-1-saures-Glykoprotein) gebunden, wenn die Plasmakonzentrationen 20 ng/ml oder weniger betragen.
Wie andereDihydropyridin-Calciumantagonisten sollteMotensnicht mit Grapefruitsaft eingenommen werden, da die Bioverfügbarkeit beeinflusst sein könnte.
In klinischen Studien mit nierentransplantierten Patienten unter Behandlung mitCiclosporinwirkteMotensderCiclosporin-induzierten Verringerung des renalen Plasmaflusses und derglomerulärenFiltrationsrate entgegen.
Lacidipinwird durch dasCytochromCYP3A4metabolisiert. Dadurch können Hemmer oder Aktivatoren des CYP3A4 (z.B.Itraconazol,Rifampicin), die zusammen mitMotensverabreicht werden, den Metabolismus und die Elimination vonLacidipinbeeinflussen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft
Es liegen keine hinreichenden Daten zur Anwendung vonMotensim Menschen während der Schwangerschaft vor. Im Tierversuch erwies sichLacidipinals nicht teratogen; sehr hohe Dosen hatten aber in der Ratte eine Embryotoxizität zur Folge.Motenssoll währendder Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig notwendig.
Es besteht die Möglichkeit, dassMotenseine Erschlaffung der Uterusmuskulatur vor der Niederkunft bewirkt.
Stillzeit
Tierversuche lassen eine Passage vonLacidipinindie Muttermilch annehmen. IstMotenswährend der Stillzeit eindeutig indiziert, soll nicht gestillt werden.

Unerwünschte Wirkungen

Nebenwirkungen die auf die bekannte periphere gefässerweiternde Wirkung des Präparates zurückzuführen sind (mit einemRautezeichen # gekennzeichnet), sind meist vorübergehend und verschwinden im Allgemeinen ohne Behandlungsunterbruch und unter Beibehaltung derselben Dosierung.
Definition der verwendeten Häufigkeiten: häufig (<10%‑1%), gelegentlich (<1%‑0,1%), selten (<0,1%‑0,01%), sehrselten (<0,01%).
Psychiatrische Störungen
Sehr selten: Depression.
Störungen des Nervensystems
Häufig: Kopfschmerzen # , Benommenheit # .
Sehr selten: Tremor.
Funktionsstörungen des Herzens
Häufig:Palpitationen # , Tachykardie.
Gelegentlich: Synkope, Anginapectoris.
Wie bei anderenDihydropyridin-Calciumantagonisten wurde in wenigen Fällen eine Verschlimmerung einer zugrunde liegenden Anginapectoris, besonders zu Beginn der Behandlung, berichtet. Diese Erscheinung tritt vorzugsweise bei Patienten mit symptomatischer ischämischer Herzerkrankung auf.
Funktionsstörungen der Gefässe
Häufig:Gesichtsrötungen (Flush) # .
Gelegentlich:Hypotonie.
Gastrointestinale Störungen
Häufig:abdominale Beschwerden, Nausea.
Gelegentlich:Gingivahyperplasie.
Funktionsstörungen derHaut und des Unterhautzellgewebes
Häufig:Hautausschlag, Erythem, Pruritus.
Selten:Angioödem, Urtikaria.
Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege
Häufig:Polyurie.
Allgemeine Störungen
Häufig:Asthenie, Ödeme # .
Untersuchungen
Häufig:erhöhte alkalische Phosphatase-Blutwerte.

Überdosierung

Symptome
Bisher sind keine Fälle einer Überdosierung vonMotensbekannt geworden. Die zu erwartenden Symptome umfassen eine lang anhaltende periphere Vasodilatation mitHypotonie und Tachykardie. Auch Bradykardie und eine Verlängerung der AV-Überleitung sind möglich.
Behandlung
Ein spezifisches Gegenmittel ist nicht verfügbar. Allgemeine Standardmassnahmen zur Überwachung der kardialen Funktion und geeignete unterstützende und therapeutische Massnahmen sollen ergriffen werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C08CA09
Lacidipinist ein spezifischer Calciumantagonist vomDihydropyridin-Typ mit hochselektiver Wirkung auf Calciumkanäle in der glatten Gefässmuskulatur.Lacidipinwirkt hauptsächlich durch Erweiterung der peripheren Arteriolen und führt somit zu einer Herabsetzung des peripheren Gefässwiderstandes und zu einer Blutdrucksenkung.

Pharmakokinetik

Absorption
Lacidipinist eine stark lipophile Verbindung, die nach oraler Gabe rasch aus demGastrointestinaltraktresorbiert wird. Infolge eines ausgeprägten Firstpass-Metabolismus in der Leber liegt die absolute Bioverfügbarkeit durchschnittlich bei etwa 10%. Die maximalen Plasmakonzentrationen werden innerhalb von 30–150 Minuten erreicht.
Distribution
Lacidipinwird bis zu ca. 95% an Plasmaproteine (u.a. Albumin und Alpha-1-saures-Glykoprotein) gebunden, wenn die Plasmakonzentrationen 20 ng/ml oder weniger betragen.
Metabolismus
Die Ausscheidung erfolgt vorwiegend über den Leberstoffwechsel (über dasCytochromP450 CYP3A4). Es bestehen jedoch keine Hinweise, dassLacidipindie Leberenzyme induziert oder hemmt.
Ungefähr 70% der verabreichten Dosis werden als Metaboliten über die Fäzes und der Rest als Metaboliten über den Urin eliminiert.
Die wichtigsten Metaboliten besitzen nur eine geringfügige oder gar keinepharmakodynamischeAktivität.
Elimination
ImSteady-stateliegt die mittlere erkennbare terminale Halbwertszeit zwischen 13 und 19 Stunden (untere Nachweisgrenze 40pg/ml).
Nach oraler Verabreichung von 4 mgLacidipinbei Probanden wurde eine minimale Verlängerung desQTc-Intervalls von 3,44 bis 9,60 msbeobachtet.

Präklinische Daten

Akute und chronische Toxizität
Die einzigen signifikanten toxikologischen Befunde mitLacidipinwaren reversibel und entsprachen den bekannten pharmakologischen Wirkungen von Calciumantagonisten bei hohen Dosen – verminderte Myokardkontraktilität undGingivahyperplasiebei Ratten und Hunden sowie Obstipation bei Ratten.
MutagenitätundKanzerogenität
Lacidipinwar in einer Reihe vonin-vitro- undin-vivo-Tests nichtgenotoxisch. Es gab keine Hinweise auf ein karzinogenes Potenzial bei Mäusen. Wie bei anderen Calciumantagonisten kam es in einerKarzinogenitätsstudiean Ratten zu einer Zunahme von gutartigen Interstitialzelltumoren in den Hoden. Allerdings sind die endokrinen Mechanismen, die vermutlich an der Entstehung von Hyperplasien der Interstitialzellen und Adenomen bei der Ratte beteiligt sind, für Menschen nicht relevant.
Reproduktionstoxizität
Nach Verabreichung vonLacidipinan trächtige Ratten oder Kaninchen waren keine Anzeichen für eine Entwicklungstoxizität zu beobachten. In einer Fertilitäts- und Reproduktionsstudie an Ratten wurden beimaternaltoxischen Dosen Embryotoxizität und bei hohen Dosen, entsprechend der erwarteten pharmakologischen Wirkung von Calciumantagonisten auf dasMyometrium, eine längere Trächtigkeitsdauer und Geburtsprobleme beobachtet. Es ist bekannt, dass Calciumantagonisten pharmakologisch die normale Funktion desMyometriumswährend der Geburt beeinflussen, indem sie zu einer verminderten Kontraktilität führen.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit und besondere Lagerungshinweise
Motensist unter 30 °C und vor Licht geschützt aufzubewahren. Die Tabletten sollen erst unmittelbar vor der Einnahme aus der Folienverpackung genommen werden.
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Zulassungsnummer

51613 (Swissmedic).

Packungen

Motens4 mg: 28 und 98 Filmtabletten
Abgabekategorie: B

Zulassungsinhaberin

Boehringer Ingelheim (Schweiz) GmbH, Basel.

Stand der Information

September 2011.

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