Unerwünschte WirkungenZusammenfassung des Sicherheitsprofils (zu berücksichtigen für alle Anwendungsarten iodhaltiger Kontrastmittel)
Unerwünschte Wirkungen, die mit der Anwendung iodhaltiger Kontrastmittel assoziiert werden, sind normalerweise leicht bis mässig ausgeprägt und vorübergehend. Sie treten mit nichtionischen Kontrastmitteln weniger häufig auf als mit ionischen. Untenstehend sind mögliche Nebenwirkungen im Zusammenhang von radiographischen Untersuchungen aufgelistet, die auch die Anwendung von Visipaque einschliessen.
Schwere Reaktionen und auch Todesfälle wurden in seltenen Fällen beobachtet, die möglicherweise akutes und chronisches Nierenversagen, anaphylaktischer und anaphylaktoider Schock, Überempfindlichkeitsreaktionen gefolgt von kardialen Reaktionen (Kounis‘ Syndrom), Herz- oder Herz- und Atemstillstand, Myokardinfarkt einschliessen. Kardiale Reaktionen können durch die Grunderkrankung oder die Untersuchung begünstigt werden.
Bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen wurden Fälle von Vaskulitis und Stevens-Johnsonähnliches Syndrom beobachtet.
Überempfindlichkeitsreaktionen treten entweder unmittelbar oder bis zu Tagen nach der Injektion auf. Die unter den Organklassen unten erwähnten Symptome, die unabhängig von Menge und Art der Verabreichung auftreten können, können Vorboten einer schwerwiegenden anaphylaktoiden Reaktion/Schock sein. Patienten, die mit β-Blockern behandelt werden, können untypische Symptome von Überempfindlichkeit zeigen, die als Praesynkope missinterpretiert werden können.
Gelegentlich tritt nach Gabe von iodhaltigen Kontrastmitteln ein geringer, vorübergehender Anstieg des Serum-Kreatinins auf, welcher aber gewöhnlich keine klinische Relevanz hat.
Die am häufigsten berichteten Reaktionen sind Überempfindlichkeitsreaktionen, Erbrechen, Übelkeit und Wärmegefühl.
Liste der unerwünschten Wirkungen
Die bei der Anwendung von Visipaque aufgetretenen unerwünschten Wirkungen sind nach MedDRA-Systemorganklassen und Häufigkeit in folgende Kategorien eingeteilt: „Sehr häufig“ (≥ 1/10), „häufig“ (≥ 1/100, < 1/10), „gelegentlich“ (≥ 1/1'000, < 1/100), „selten“ (≥ 1/10'000, < 1/1’000) und „sehr selten“ (< 1/10‘000), „nicht bekannt“ (kann aus den verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden).
Die angegebenen Häufigkeiten basieren auf der internen klinischen Dokumentation und auf publizierten, teils unkontrollierten Studien, die insgesamt mehr als 57`705 Patienten umfassen. Die Häufigkeit von Reaktionen aus der post-Marketing-Erfahrung, kann wegen nicht genau bekannten Nenners der Exponierten nicht verlässlich abgeschätzt werden.
Nach intravaskulärer Anwendung (intravenös und intraarteriell)
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Nicht bekannt: Thrombozytopenie
Erkrankungen des Immunsystems
Häufig: verzögerte Überempfindlichkeitsreaktionen (1,4%), d.h. nach einer Stunde oder
bis zu Tagen nach der Verabreichung. Verzögerte
Überempfindlichkeitsreaktionen nach intravasaler Gabe wurden bei
nicht-ionischen, dimeren Kontrastmitteln häufiger als bei nicht-ionischen,
monomeren Kontrastmitteln beobachtet (Klassen-Effekt); sie sind selten
schwerwiegend.
Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen (milde Atemwegs- oder Kutane Symptome wie
Dyspnoe, Frösteln, Fieber, Hyperhidrosis, Kopfschmerzen, Brustschmerz,
gastrointestinale Schmerzen, Schwindelgefühl, Blässe, Asthenie, Würgen und
Erstickungsgefühl, ein Anstieg oder Abfall des Blutdrucks, Muskelspasmen,
Muskelzittern, Niesen, Tränensekretion, Ausschlag, Erythem, Urtikaria,
Pruritus und Angioödem). In einigen Fällen können diese Symptome,
insbesondere Hautreaktionen, verzögert auftreten (d.h. nach einer Stunde oder
bis zu Tagen nach der Verabreichung). Im Allgemeinen sind sehr wenige dieser
verzögerten Reaktionen schwerwiegend. Diese Symptome, die unabhängig von
Menge und Art der Verabreichung auftreten können, können Vorboten einer
schwerwiegenden anaphylaktoiden Reaktion/eines beginnenden Schockzustandes
sein. Die Zufuhr des Kontrastmittels muss sofort unterbrochen und – wenn
notwendig – über einen venösen Zugang eine gezielte Therapie eingeleitet
werden.
Selten: schwerwiegende verzögerte Überempfindlichkeitsreaktionen (0,06%),
einschließlich pustulöser oder bullöser Hautreaktionen.
Nicht bekannt: Anaphylaktoider/anaphylaktischer Schock, einschliesslich lebensbedrohliche
oder tödliche anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen, die eine
Notfallbehandlung erfordern, betreffen Vitalfunktionen des kardiovaskulären
Systems, meist in Verbindung mit respiratorischen und zentralnervösen
Reaktionen. Anaphylaktoide Reaktionen in Form eines Schocks, die eine
Notfallbehandlung erfordern, können in Form einer Kreislaufreaktion
auftreten, die mit peripherer Vasodilatation und nachfolgendem
Blutdruckabfall sowie Tachykardie, Dyspnoe und Zyanose einhergeht und bis zur
Bewusstlosigkeit führen kann.
Endokrine Erkrankungen
Nicht bekannt: Hyperthyreose, vorübergehende Hypothyreose Kinder Vorübergehende Hypothyreose
wurde bei Frühgeborenen, Neugeborenen und anderen Kindern nach Gabe von
iodierten Kontrastmitteln berichtet. Frühgeborene sind besonders empfindlich
gegenüber dem Effekt von Iodum. Über eine vorübergehende,
substitutionspflichtige Schilddrüsenunterfunktion bei gestillten Säuglingen
wurde auch nach Exposition von Müttern mit jodhaltigen Kontrastmitteln
berichtet (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" sowie
"Schwangerschaft/Stillzeit" ).
Psychiatrische Erkrankungen
Sehr selten: Angst, Agitiertheit
Nicht bekannt: vorübergehende Verwirrtheit
Erkrankungen des Nervensystems
Gelegentlich: Kopfschmerzen
Selten: Schwindelgefühl, sensorische Abnormitäten einschliesslich Geschmacksstörung,
Parästhesie, Parosmie. Bei der zerebralen Angiographie sowie sonstigen
Verfahren, bei denen das Kontrastmittel in hoher Konzentration mit dem
arteriellen Blut ins Gehirn gelangt, können vorübergehende neurologische
Komplikationen wie vorübergehende Verwirrtheit und Somnolenz, vorübergehende
Paresen, Sehstörung oder Fazialisschwäche sowie Epilepsie und Koma auftreten.
Sehr selten: Schlaganfall, Synkope, Tremor (vorübergehend), Hypoästhesie
Nicht bekannt: Koma, zerebrale Krampfanfälle, motorische Funktionsstörungen, veränderter
Bewusstseinszustand, Krämpfe, vorübergehende kontrastmittelinduzierte
Enzephalopathie verursacht durch Extravasation von Kontrastmitteln, die sich
als sensorische, motorische oder umfassende neurologische Dysfunktion
manifestieren kann (einschliesslich Amnesie, Halluzinationen, Lähmung,
Parese, Desorientierung, vorübergehende Sprechstörung, Aphasie, Dysarthrie)
Augenerkrankungen
Sehr selten: kortikale Blindheit (vorübergehend), vorübergehende Beeinträchtigung der
Sehkraft (einschliesslich Doppeltsehen, Sehen verschwommen), Augenlidödem
Herzerkrankungen
Selten: Arrhythmie (einschliesslich Bradykardie und Tachykardie), Myokardinfarkt
Sehr selten: Herzstillstand, Palpitationen
Nicht bekannt: Herzversagen, Herz- oder Atemstillstand, Myokardinfarkt,
Reizleitungsstörungen, ventrikuläre Hypokinesie, Thrombose der
Koronargefässe, Angina pectoris, Spasmen der Koronargefässe, Kounis-Syndrom
Gefässerkrankungen
Gelegentlich: Hitzewallung
Selten: Hypotonie
Sehr selten: Hypertonie, Ischämie
Nicht bekannt: Schock, arterielle Spasmen, Thrombose, Thrombophlebitis
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Selten: vorübergehende Änderungen der Atemfrequenz, Dyspnoe, Husten, Niesen
Sehr selten: Reizung des Rachens, Larynxödem, Rachenödem.
Nicht bekannt: nicht kardiogenes Lungenödem, Atemstillstand, Kreislaufstillstand,
Respiratorische Insuffizienz, Bronchospasmus, Engegefühl im Rachen
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Gelegentlich: Übelkeit, Erbrechen
Sehr selten: Abdominalschmerz, Durchfall, Unwohlsein
Nicht bekannt: akute Pankreatitis, Verschlechterung einer Pankreatitis, vergrösserte Speicheldrüse
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Gelegentlich: Ausschlag oder Arzneimittelexanthem, Pruritus, Urtikaria
Selten: Erythem
Sehr selten: Angioödem, Hyperhidrose
Nicht bekannt: Schwere Hautreaktion: Dermatitis bullös oder exfoliativa,
Steven-Johnson-Syndrom, Kokardenerythem, toxische epidermale Nekrolyse, akute
generalisierte exanthematöse Pustulosis, Arzneimittel-Hautausschlag mit
Eosinophilie und systemischen Symptomen, Dermatitis allergisch, Exfoliation
der Haut
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Sehr selten: Rückenschmerzen, Muskelspasmen
Nicht bekannt: Arthralgie
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Gelegentlich: Akute Nierenschädigung oder Nephropathie toxisch
(CIN/kontrastmittelinduzierte Nephropathie)
Nicht bekannt: Akute Verschlechterung der Nierenfunktion bei bereits bestehender chronischer
Niereninsuffizienz, erhöhter Blutkreatininspiegel
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Gelegentlich: Wärmegefühl, Brustkorbschmerz
Selten: Schmerzen, Unwohlsein, Frösteln (Schüttelfrost), Fieber, Reaktionen an der
Einstichstelle einschliesslich Extravasation, Kältegefühl
Sehr selten: asthenische Zustände (z.B. Malaise, Müdigkeit), Gesichtsödem, lokale Ödeme,
Schweissausbruch, Praesynkopen
Nicht bekannt: Schwellung, lokale Reaktionen können vor allem bei der peripheren
Angiographie auftreten.
Untersuchungen
Sehr selten: Anstieg des Serumkreatinins
Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
Nicht bekannt: Iodvergiftung
Nach intrathekaler Anwendung
Erkrankungen des Immunsystems
Nicht bekannt: Überempfindlichkeit einschliesslich anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen
Erkrankungen des Nervensystems
Gelegentlich: Kopfschmerzen (kann schwerwiegend und langanhaltend sein)
Nicht bekannt: Schwindelgefühl, vorübergehende Kontrastmittel-induzierte Enzephalopathie
verursacht durch Übertritt von Kontrastmitteln bei gestörter
Bluthirnschranke, die sich als sensorische, motorische oder umfassende
neurologische Dysfunktion manifestieren kann (einschliesslich Amnesie,
Halluzinationen, Verwirrung, Lähmung, Parese, Desorientierung, Aphasie,
vorübergehende Sprachstörung, Dysarthrie)
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Gelegentlich: Erbrechen
Nicht bekannt: Übelkeit
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Nicht bekannt: Muskelspasmen
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Nicht bekannt: Schmerzen an der Injektionsstelle, Schüttelfrost
Unerwünschte Ereignisse nach intrathekaler Anwendung können einige Stunden oder sogar Tage nach der Untersuchung verspätet eintreten. Die Häufigkeit ist ähnlich wie bei der alleinigen lumbalen Punktion. Meningeale Reizung mit Lichtscheu und Meningismus und chemische Meningitis sind beobachtet worden mit anderen nicht-ionischen Kontrastmitteln. Die Möglichkeit einer infektiösen Meningitis sollte ebenfalls in Betracht gezogen werden.
Nach Anwendung in Körperhöhlen
Hysterosalpingographie (HSG)
Erkrankung des Immunsystems
Nicht bekannt: Überempfindlichkeit, einschliesslich anaphylaktische/ anaphylaktoide Reaktionen
Erkrankungen des Nervensystems
Häufig: Kopfschmerz
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Sehr häufig: Schmerzen im unteren Abdomen
Häufig: Übelkeit
Gelegentlich: Erbrechen
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse
Sehr häufig: Vaginalblutungen
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Häufig: Fieber
Nicht bekannt: Schüttelfrost, Reaktionen an der Injektionsstelle
Nach Anwendung in der Arthrographie
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Häufig: Schmerzen an der Injektionsstelle
Nicht bekannt: Schüttelfrost
Nach Untersuchungen des GI-Traktes
Erkrankungen des Immunsystems
Nicht bekannt: Überempfindlichkeit einschliesslich anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: Diarrhoe, Abdominalschmerzen, Übelkeit
Gelegentlich: Erbrechen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
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