AMZVZusammensetzungWirkstoff: Nifedipinum.
Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso.
Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit1 Retardtablette Nifedipin-Mepha 30 retard enthält: Nifedipinum 30 mg.
1 Retardtablette Nifedipin-Mepha 60 retard enthält: Nifedipinum 60 mg.
Indikationen/AnwendungsmöglichkeitenZur Behandlung der Hypertonie.
Dosierung/AnwendungSoweit nicht anders verordnet gelten für Erwachsene folgende Dosierungsrichtlinien:
1× täglich 1 Tablette zu 30 oder 60 mg morgens oder abends mit ausreichend Flüssigkeit unzerkaut einnehmen.
Die Retardtabletten müssen immer unter denselben Bedingungen eingenommen werden, da sonst Schwankungen in der Resorption auftreten können.
Die Therapie soll mit einer Dosis von 1× 30 mg beginnen.
Falls notwendig kann die Dosierung individuellen Erfordernissen entsprechend auf 1× 60 mg als Einmaldosis am Morgen oder Abend gesteigert werden.
Patienten mit eingschränkter Leberfunktion sollten sorgfältig überwacht werden; bei stark eingeschränkter Leberfunktion kann eine Dosisreduktion notwendig sein.
Die Anwendung und Sicherheit von Nifedipin-Mepha 30 retard, bzw. 60 retard bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nicht geprüft worden.
KontraindikationenBei Überempfindlichkeit gegenüber einem Bestandteil des Präparates und im Herz-Kreislauf-Schock darf Nifedipin-Mepha 30 retard bzw. 60 retard nicht angewendet werden.
Nifedipin darf nicht in Kombination mit Rifampicin angewendet werden, da wegen Enzyminduktion keine ausreichenden Spiegel von Nifedipin erreicht werden.
Warnhinweise und VorsichtsmassnahmenBei Patienten mit verminderter Leberfunktion ist eine sorgfältige Überwachung und eventuell eine Dosisreduktion nötig.
Vorsicht ist geboten bei ausgeprägt niedrigem Blutdruck (schwere Hypotension: systolischer Blutdruck unterhalb 90 mmHg), bei manifester Herzinsuffizienz und bei einer höhergradigen Aortenstenose.
Ob bei der Therapie mit retardiertem Nifedipin bei akutem Herzinfarkt wie beim schnellwirkenden Nifedipin (Kapseln) mit erhöhter Mortalität gerechnet werden muss, ist aufgrund der heutigen Datenlage fraglich. Daher sollten Patienten mit akutem Herzinfarkt unter Therapie mit retardiertem Nifedipin besonders sorgfältig überwacht werden.
Wie auch bei anderen gefässaktiven Substanzen können am Anfang einer Behandlung mit Nifedipin sehr selten Angina-pectoris-artige Beschwerden auftreten. In Einzelfällen wurde (bei Behandlung mit rasch wirkendem, unretardiertem Nifedipin) das Auftreten eines Myocardinfarktes beschrieben, obwohl es nicht möglich war, dies vom natürlichen Verlauf der Grundkrankheit zu unterscheiden.
Vorsicht ist bei schwangeren Frauen geboten (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»), wenn Nifedipin – in Abwägung des potentiellen Nutzens gegenüber dem fötalen Risiko – in Kombination mit Magnesiumsulfat i.v. verabreicht werden soll, da es zu einer neuromuskulären Blockade kommen kann.
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Nifedipin-Mepha in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen wurde nicht überprüft.
InteraktionenDer blutdrucksenkende Effekt von Nifedipin kann durch die gleichzeitige Gabe weiterer Antihypertonika verstärkt werden. Wenn Nifedipin gleichzeitig mit Beta-Rezeptoren-Blockern verabreicht wird, sollte der Patient sorgfältig überwacht werden, da es zu einer stärkeren Hypotension kommen kann.
In einzelnen Fällen wurde über eine Verschlechterung der Herzinsuffizienz berichtet.
Nach Absetzen von Betablockern kam es gelegentlich durch Nifedipin zu einer Verschlimmerung der AP-Symptomatik, die durch den plötzlichen Entzug des Betablockers bedingt war. Daher wird von einem abrupten Übergang von Betablockern auf Nifedipin abgeraten.
Nifedipin wird über das Cytochrom P4503A4 System metabolisiert, das in der Mukosa des Dünndarms und in der Leber lokalisiert ist. Medikamente, von denen eine Hemmung oder Induktion dieses Enzymsystems bekannt ist, können daher (nach oraler Verabreichung) die Absorption oder Elimination von Nifedipin hemmen.
Chinidin
Bei gleichzeitiger Behandlung mit Chinidin wurden erniedrigte Chinidin-Plasmaspiegel bzw. nach Absetzen von Nifedipin ein deutlicher Anstieg des Chinidin-Plasmaspiegels beobachtet. Wenn daher Nifedipin zusätzlich verabreicht oder abgesetzt wird, wird die Kontrolle des Chinidin-Spiegels, und falls erforderlich, eine Anpassung der Chinidin-Dosis empfohlen. Einige Autoren berichteten über erhöhte Nifedipin-Spiegel bei gleichzeitiger Verabreichung beider Medikamente. Andere dagegen stellten keine Veränderung der Nifedipin-Pharmakokinetik fest.
Daher sollte bei zusätzlicher Gabe von Chinidin der Blutdruck sorgfältig überwacht werden. Falls erforderlich, muss die Nifedipin-Dosis verringert werden.
Cimetidin
Cimetidin hemmt das Cytochrom P4503A4 System. Daher erhöht die gleichzeitige Gabe von Cimetidin die Nifedipin-Spiegel und kann die blutdrucksenkende Wirkung verstärken.
Cisapride
Bei gleichzeitiger Gabe von Cisapride und Nifedipin kann die Plasmakonzentration von Nifedipin erhöht werden. Bei Verabreichung von beiden Substanzen sollte der Blutdruck kontrolliert werden und wenn nötig, die Nifedipin-Dosis reduziert werden.
Über eine eventuelle Dosisanpassung von Cisapride bei gleichzeitiger Einnahme von Nifedipin liegen keine wissenschaftlichen Erkenntnisse vor.
Digoxin
Die gleichzeitige Verabreichung von Nifedipin und Digoxin kann zu einer verminderten Digoxin-Clearance und dadurch zu einem Anstieg des Plasma-Digoxin-Spiegels führen. Daher sollte der Patient als Vorsichtsmassnahme auf Symptome einer Digoxin-Überdosierung untersucht und wenn nötig, sollte die Glycosid-Dosierung gemäss der Plasma-Digoxinkonzentration angepasst werden.
Diltiazem
Diltiazem vermindert die Nifedipin-Clearance. Die Kombination beider Substanzen sollte mit Vorsicht verabreicht und eine Verminderung der Nifedipin-Dosis kann in Betracht gezogen werden.
Grapefruitsaft
Grapefruitsaft hemmt das Cytochrom P4503A4 System. Die gleichzeitige Einnahme von Grapefruitsaft und Nifedipin führt aufgrund der verstärkten Absorption von Nifedipin zu höheren Nifedipin-Spiegeln. Als Folge kann die blutdrucksenkende Wirkung verstärkt sein.
Phenytoin
Bei gleichzeitiger Anwendung von Phenytoin und Nifedipin wird die Bioverfügbarkeit von Nifedipin vermindert und so seine Wirksamkeit geschwächt. Wenn beide Präparate gleichzeitig angewendet werden, sollte die klinische Reaktion auf Nifedipin beobachtet und gegebenenfalls eine Steigerung der Nifedipin-Dosis erwogen werden. Eine Dosisanpassung nach Beendigung der Phenytoin-Therapie kann erforderlich sein.
Quinupristin/Dalfopristin
Die gleichzeitige Einnahme von Quinupristin/Dalfopristin und Nifedipin kann zu erhöhten Plasmakonzentrationen von Nifedipin führen. Nach der gleichzeitigen Gabe dieser beiden Präparate sollte der Blutdruck überwacht und falls notwendig, eine Dosisreduktion von Nifedipin erwogen werden.
Rifampicin
Rifampicin weist eine starke induzierende Wirkung auf das Cytochrom P4503A4 System auf. Bei gleichzeitiger Gabe von Rifampicin wird die Resorption von Nifedipin deutlich reduziert und seine Wirkung daher abgeschwächt. Die Verabreichung von Nifedipin in Kombination mit Rifampicin ist daher kontraindiziert.
Theoretisch mögliche Interaktionen
Carbamazepin
Es wurden keine Studien durchgeführt, um eine mögliche Wechselwirkung zwischen Nifedipin und Carbamazepin zu untersuchen. Da gezeigt wurde, dass Carbamazepin die Plasmakonzentrationen des strukturverwandten Ca-Antagonisten Nimodipin aufgrund einer Enzyminduktion reduzieren kann, kann eine Abnahme der Nifedipin-Plasmakonzentrationen und somit eine Abnahme der Wirksamkeit nicht ausgeschlossen werden.
Ciclosporin
Da Nifedipin eine Gingivahyperplasie bewirken kann, ist es ratsam, Patienten, die während einer Ciclosporin-Therapie eine Gingivahypertrophie entwickeln, Nifedipin nicht zu verabreichen.
Erythromycin
Bisher liegen keine Interaktionsstudien vor. Erythromycin hemmt den über das Cytochrom P4503A4 System vermittelten Metabolismus anderer Medikamente. Daher kann die Möglichkeit einer Zunahme der Nifedipin-Plasmakonzentrationen bei gleichzeitiger Verabreichung beider Substanzen nicht ausgeschlossen werden.
Fluoxetin, Indinavir, Ritonavir, Saquinavir
Bei gleichzeitiger Anwendung von Nifedipin und folgenden Wirkstoffen kann eine Erhöhung der Plasmakonzentrationen und damit eine Wirkungsverstärkung von Nifedipin nicht ausgeschlossen werden: Fluoxetin und Protease-Inhibitoren wie z.B. Indinavir, Ritonavir oder Saquinavir. Bei gleichzeitiger Gabe sollte der Blutdruck überwacht werden und falls erforderlich, die Nifedipin-Dosis reduziert werden.
Ketoconazol, Itraconazol, Fluconazol
Eine Interaktionsstudie mit diesen Medikamenten liegt noch nicht vor. Diese Substanzen hemmen bekanntlich das Cytochrom P4503A4 System. Bei gleichzeitiger Verabreichung mit Nifedipin kann eine Zunahme der systemischen Bioverfügbarkeit von Nifedipin nicht ausgeschlossen werden. Bei gleichzeitiger Gabe sollte der Blutdruck überwacht und, falls erforderlich, die Nifedipin-Dosis reduziert werden.
Phenobarbiturat
Es wurden keine Studien durchgeführt, um eine mögliche Wechselwirkung zwischen Nifedipin und Phenobarbiturat zu untersuchen. Da gezeigt wurde, dass Phenobarbiturat die Plasmakonzentrationen des strukturverwandten Ca-Antagonisten Nimodipin aufgrund einer Enzyminduktion reduzieren kann, kann eine Abnahme der Nifedipin-Plasmakonzentrationen und somit eine Abnahme der Wirksamkeit nicht ausgeschlossen werden.
Tacrolimus
Tacrolimus wird über das Cytochrom P4503A4 System metabolisiert. Kürzlich publizierte Daten zeigen, dass eine gleichzeitig mit Nifedipin verabreichte Dosis in einzelnen Fällen reduziert werden kann. Bei gleichzeitiger Gabe sollten die Tacrolimus-Plasmakonzentrationen überwacht und, falls erforderlich, die Tacrolimus-Dosis reduziert werden.
Valproinsäure
Es wurden keine Studien durchgeführt, um eine mögliche Wechselwirkung zwischen Nifedipin und Valproinsäure zu untersuchen. Da gezeigt wurde, dass Valproinsäure die Plasmakonzentrationen des strukturverwandten Ca-Antagonisten Nimodipin aufgrund einer Enzymhemmung vergrössern kann, kann eine Zunahme der Nifedipin-Plasmakonzentrationen und somit eine Zunahme der Wirksamkeit nicht ausgeschlossen werden.
Nicht bestehende Interaktionen
Ajmalin
Die gleichzeitige Gabe von Nifedipin und Ajmalin verändert die pharmakokinetischen Eigenschaften von Nifedipin nicht.
Aspirin
Die gleichzeitige Gabe von Nifedipin und Aspirin 100 mg hat keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Nifedipin. Die gleichzeitige Gabe von Nifedipin verändert die Wirkung von Aspirin 100 mg auf die Thrombozytenaggregation und Blutungszeit nicht.
Benazepril
Die gleichzeitige Gabe von Nifedipin und Benazepril hat keinen Einfluss auf die Nifedipinspiegel.
Candesartan Cilexetil
Die gleichzeitige Gabe von Nifedipin und Candesartan Cilexetil hat keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von beiden Substanzen.
Cerivastatin
Die gleichzeitige Gabe von Nifedipin und Cerivastatin hat keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von beiden Substanzen.
Debrisoquin
Die gleichzeitige Gabe von Nifedipin und Debrisoquin hat keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Nifedipin.
Doxazosin
Doxazosin beeinflusst die Nifedipinspiegel nicht.
Irbesartan
Die gleichzeitige Gabe von Nifedipin und Irbesartan hat keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Irbesartan.
Omeprazol
Die gleichzeitige Gabe von Nifedipin und Omeprazol hat keinen relevanten Anstieg von Nifedipin zur Folge.
Orlistat
Die gleichzeitige Gabe von Nifedipin und Orlistat hat keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Nifedipin.
Pantoprazol
Die gleichzeitige Gabe von Nifedipin und Pantoprazol hat keinen Einfluss auf die Nifedipinspiegel.
Ranitidin
Die gleichzeitige Gabe von Nifedipin und Ranitidin hat keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Nifedipin.
Rosiglitazone
Die gleichzeitige Gabe von Rosiglitazone und Nifedipin hat keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Nifedipin.
Triamteren Hydrochlorothiazid
Die gleichzeitige Gabe von Nifedipin und Triamteren Hydrochlorothiazid hat keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Nifedipin.
Schwangerschaft/StillzeitTierstudien haben unerwünschte Effekte auf den Föten gezeigt (Teratogenität, Embryotoxizität o.a.), und es existieren keine kontrollierten Humanstudien.
Nifedipin-Mepha darf während der gesamten Schwangerschaft nicht angewandt werden, es sei denn bei vitaler Indikation. Nifedipin geht in die Muttermilch über. Ob eine medikamentbedingte (pharmakologische) Wirkung beim Säugling auftreten kann, ist bisher nicht bekanntgeworden; dennoch wird empfohlen, aus Vorsichtsgründen abzustillen.
In Einzelfällen von in-vitro-Fertilisation wurden Calciumantagonisten wie Nifedipin mit reversiblen biochemischen Veränderungen des Kopfabschnittes von Spermien in Zusammenhang gebracht, was eine eingeschränkte Spermienfunktion auslösen könnte.
Bei Männern, deren in-vitro-Zeugungsfähigkeit wiederholt erfolglos geblieben ist, und dafür keine andere Erklärung gefunden werden kann, können Calciumantagonisten wie Nifedipin als mögliche Ursache in Betracht gezogen werden.
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von MaschinenDurch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Strassenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Masse bei Behandlungsbeginn, Präparatewechsel und im Zusammenwirken mit Alkohol.
Unerwünschte WirkungenWenn unerwünschte Wirkungen auftreten, ist dies vor allem zu Beginn der Behandlung; sie sind meist leichter, vorübergehender Natur.
Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden beschrieben:
Die folgenden Häufigkeitsangaben werden verwendet:
Sehr häufig (>1/10); häufig (>1/100, <1/10); gelegentlich (>1/1000, <1/100); selten (>1/10’000, <1/1000; sehr selten (< 1/10’000).
Blut- und Lymphsystem
Sehr selten: Purpura, Leukopenie.
Mit anderen oralen Nifedipinformen wurden sehr selten Agranulozytose und Erythromelalgie beobachtet.
Immunsystem
Selten: Allergische Reaktionen, Gesichtsödeme.
Sehr selten: Anaphylaktische Reaktionen.
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Sehr selten: Hyperglykämie.
Nervensystem
Häufig: Asthenie (Müdigkeit), Benommenheit, Kopfschmerzen.
Gelegentlich: Schmerzen, Nervosität, Parästhesie, Schlaflosigkeit, Schwindel, Hypästhesie, Somnolenz.
Selten: Tremor.
Augen
Selten: Änderung der optischen Wahrnehmung.
Sehr selten: Verschwommene Sicht.
Herz und Gefässe
Häufig: Vasodilatation (Gesichtsrötung, Wärmegefühl), Palpitationen.
Gelegentlich: Angina-pectoris-artige Beschwerden, retrosternale Schmerzen, Hypotonie, Tachykardie, Synkope, haltungsbedingte Hypotonie.
Bei Dialysepatienten mit maligner Hypertonie und Hypovolämie ist Vorsicht geboten, da ein deutlicher Blutdruckabfall durch Vasodilatation entstehen kann.
Atmungsorgane
Gelegentlich: Dyspnoe.
Selten: Epistaxis.
Gastrointestinale Störungen
Häufig: Obstipation.
Gelegentlich: Diarrhö, Dyspepsie, Bauchschmerzen, Übelkeit, trockener Mund, Flatulenz.
Selten: Gingiva-Hyperplasie (bildet sich nach Absetzen völlig zurück), Zahnfleischstörung, Gingivitis, Erbrechen, Aufstossen.
Leber und Galle
Selten: Abnorme Leberfunktionstests, GGT-Erhöhung.
Sehr selten: Gelbsucht, SGPT-Erhöhung.
Haut
Gelegentlich: Juckreiz, Hautrötung (Exanthem, Erythem), Schwitzen, makulopapulöser Hautausschlag.
Selten: Urtikaria, Hautausschläge, Angioödem.
Sehr selten: Photosensitive Dermatitis, exfoliative Dermatitis.
Muskelskelettsystem
Gelegentlich: Myalgie.
Selten: Arthralgie.
Sehr selten: Muskelkrämpfe.
Nieren und Harnwege
Gelegentlich: Nykturie, Polyurie.
Selten: Mehrausscheidung der täglichen Urinmenge.
Reproduktionssystem und Brust
Sehr selten: Gynäkomastie.
Sonstige
Häufig: Periphere Ödeme, Ödeme.
Gelegentlich: Unwohlsein.
Selten: Anorexie.
Sehr selten: Gewichtsverlust.
ÜberdosierungDie akute Überdosierung kann gekennzeichnet sein durch: Bewusstseinsstörungen bis zum Koma, Blutdruckabfall, periphere Pulslosigkeit, tachykarde/bradykarde Herzrhythmusstörungen, Hyperglykämie, metabolische Azidose, Hypoxie, kardiogenen Schock mit Lungenödem.
Bei frühzeitigem Erkennen kommt als erste Therapiemassnahme eine Magenspülung mit Kohlezusatz in Betracht, falls nötig, kombiniert mit einer Dünndarmspülung, was v.a. für Retardformulierungen wichtig ist.
Eine Hämodialyse ist nicht sinnvoll, da Nifedipin nicht dialysierbar ist, doch kann eine Plasmapherese in Erwägung gezogen werden (hohe Proteinbindung, relativ kleines Verteilungsvolumen).
Bradykarde Herzrhythmusstörungen können symptomatisch mit Betasympathomimetika behandelt werden, und bei lebensbedrohlichen bradykarden Störungen kann ein zeitweiser Einsatz eines Herzschrittmachers erwogen werden.
Eine Hypotonie als Folge eines kardiogenen Schocks und der arteriellen Vasodilatation kann mit Calcium behandelt werden (10–20 ml einer 10% Calciumglukonat Lösung, langsam i.v. verabreicht und bei Bedarf wiederholt). In der Folge kann das Calcium den oberen Normalbereich bis zu leicht erhöhten Werten erreichen.
Ist die Blutdruckzunahme mit Calcium ungenügend, so werden zusätzlich vasokonstriktive Sympathomimetika wie Dopamin und Noradrenalin verabreicht. Die Dosierung richtet sich ausschliesslich nach der erzielten Wirkung.
Zusätzliches Flüssigkeitsvolumen muss vorsichtig gegeben werden, um das Herz nicht zu stark zu belasten.
Eigenschaften/WirkungenATC-Code: C08CA05
Wirkungsmechanismus
Nifedipin hemmt als Calciumantagonist den zellulären Calcium-Einstrom vor allem in der Gefässmuskulatur und im Myokard.
Nifedipin wirkt antihypertensiv durch die Senkung des peripheren Gefässwiderstands. Nifedipin verbessert das Sauerstoffangebot an den Herzmuskeln bei gleichzeitiger Senkung des Sauerstoffbedarfs.
Nifedipin wirkt antianginös durch Dilatation der Koronararterien und -arteriolen bzw. durch die Dilatation der peripheren Gefässe (Senkung der Nachlast).
Die durchschnittliche Dauer, für welche eine therapeutische Wirkung von Nifedipin-Mepha 30 retard bzw. 60 retard zu erwarten ist, beträgt 24 h.
PharmakokinetikDie Bioäquivalenz zu anderen registrierten Nifedipin-Retardpräparaten ist nicht geprüft.
Absorption
Nach peroraler Gabe wird Nifedipin nahezu vollständig resorbiert. Die Resorption erfolgt fast im gesamten Gastrointestinaltrakt, überwiegend jedoch im oberen Jejunum. Die absolute Bioverfügbarkeit für Nifedipin liegt infolge des First-pass-Effektes bei etwa 45–60%. Die relative Bioverfübarkeit von Nifedipin aus Nifedipin-Mepha 60 retard (im Vergleich zu Nifedipinlösung) beträgt ca. 60% und steigt auf ca. 80% an, wenn Nifedipin-Mepha 60 retard unmittelbar nach einer Mahlzeit eingenommen wird. Durch die spezielle Retardierung von Nifedipin-Mepha 30 retard bzw. 60 retard wird ein steiler Anstieg der Nifedipin-Plasmakonzentration nach der Einnahme vermieden. Die maximale Nifedipin-Plasmakonzentration beträgt bei Nifedipin-Mepha 60 retard nach repetitiver Einnahme 42,3 ± 9,6 µg/l nach 5,2 ± 4,3 h. Bei der Dauerbehandlung wird eine therapeutisch wirksame Plasmakonzentration über mindestens 24 h aufrechterhalten, so dass eine einmal tägliche Dosierung möglich ist. Der Steady-state wird nach 4–5 Tagen erreicht.
Grapefruitsaft erhöht die Bioverfügbarkeit von Nifedipin durch Hemmung des First-pass-Metabolismus. Die klinische Bedeutsamkeit ist unklar.
Distribution
Das Verteilungsvolumen beträgt 1,2 ± 0,5 l/kg. Nifedipin wird zu ca. 95% an Plasmaeiweiss gebunden und verteilt sich im ganzen Körper.
Metabolismus
Die Metabolisierung von Nifedipin im Körper erfolgt fast vollständig.
Nifedipin wird über das Cytochrom P4503A4 System metabolisiert, das in der Mukosa des Dünndarms und in der Leber lokalisiert ist. Medikamente, von denen eine Hemmung oder Induktion dieses Enzymsystems bekannt ist, können daher (nach oraler Verabreichung) die Absorption oder Elimination von Nifedipin hemmen.
Elimination
Bei der Elimination findet man daher weniger als 0,1% der Dosis in unveränderter Form im Urin wieder. 85–95% einer Dosis werden als Metaboliten renal und der Rest ebenfalls als Metaboliten mit den Faeces eliminiert: die Metaboliten selbst sind pharmakologisch unwirksam.
Präklinische DatenMutagenes und tumorerzeugendes Potential
In-vivo- und In-vitro-Untersuchungen zur Mutagenität verliefen durchweg negativ, so dass eine mutagene Wirkung im Menschen hinreichend ausgeschlossen werden kann.
Eine Langzeituntersuchung (2 Jahre) an der Ratte ergab keine Hinweise auf tumorerzeugende Effekte von Nifedipin.
Reproduktionstoxizität
Experimentelle Studien, die mit drei Tierspezies durchgeführt wurden, haben bei zwei Tierarten Hinweise auf teratogene Effekte (Gaumenspalten, kardiovaskuläre Anomalien) ergeben. Erfahrungen mit der Anwendung beim Menschen in den ersten sechs Monaten der Schwangerschaft liegen nicht vor. Eine Anwendung von Nifedipin ohne nachteilige Folgen in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft ist für eine geringe Zahl von Fällen beschrieben worden. Nifedipin hat eine tokolytische Wirkung.
Sonstige HinweiseBeeinflussung diagnostischer Methoden
Nifedipin kann falsch erhöhte spektrophotometrisch gemessene Werte von Vanillinmandelsäure im Urin verursachen. Die Messung mit HPLC bleibt aber unbeeinflusst.
Haltbarkeit
Nifedipin-Mepha Tabletten dürfen nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Nifedipin-Mepha ist vor Licht geschützt in der Originalpackung bei Raumtemperatur (15–25 °C) zu lagern.
Zulassungsnummer52458 (Swissmedic).
Packungen
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Rückerstattungskat.
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NIFEDIPIN Mepha Ret Tabl 30 mg (aH 05/12)
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30 Stk (aH 05/12)
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100 Stk (aH 05/12)
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NIFEDIPIN Mepha Ret Tabl 60 mg (aH 05/12)
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30 Stk (aH 05/12)
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100 Stk (aH 05/12)
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ZulassungsinhaberinMepha Pharma AG, Aesch/BL.
Stand der InformationApril 2009.
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