Dosierung/AnwendungÜbliche Dosierung
Die Behandlung mit Rapilysin sollte so früh wie möglich nach Beginn der Symptome eines akuten Herzinfarktes erfolgen.
Rapilysin wird als zweimalige Bolus-Injektion (10 U + 10 U) verabreicht. Beide Bolus-Gaben werden als langsame intravenöse Injektion (innerhalb von zwei Minuten) gegeben. Die zweite Bolus-Injektion erfolgt 30 Minuten nach Gabe des ersten Bolus.
Die Bolus-Injektion erfolgt über einen intravenösen Zugang. Eine versehentliche paravenöse Injektion ist unbedingt zu vermeiden.
Rapilysin liegt in der Injektionsflasche als Trockensubstanz vor. Das Lyophilisat wird mit dem Inhalt der beigefügten Fertigspritze gelöst.
Die gebrauchsfertige Lösung muss sofort verwendet werden. Nach der Rekonstitution muss die gebrauchsfertige Lösung von Auge geprüft werden. Nur klare und farblose Injektionslösungen verwenden! Falls die Lösung nicht klar und farblos ist, muss sie entsorgt werden.
Begleittherapie mit Heparin und Acetylsalicylsäure:
Vor bzw. nach der Therapie mit Rapilysin sollte eine Begleittherapie mit Heparin und Acetylsalicylsäure durchgeführt werden, um das Risiko einer Rethrombosierung zu vermeiden.
Die empfohlene Heparindosis beträgt 5000 I.U. als Bolus-Injektion mit anschliessender Infusion von 1000 I.U. pro Stunde im Anschluss an den zweiten Rapilysin-Bolus. Heparin sollte über mindestens 24 Stunden verabreicht werden, wobei aPTT-Werte um das 1,5- bis 2-fache des oberen Normwertes anzustreben sind.
Vom Beginn der thrombolytischen Therapie und mindestens bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus sollte Acetylsalicylsäure verabreicht werden. Die initiale Dosis beträgt 250–500 mg, die Dosis wird anschliessend auf 75–150 mg täglich reduziert (siehe «Interaktionen»).
Heparin und Rapilysin sind inkompatibel, wenn sie in Lösung kombiniert werden. Es können weitere Inkompatibilitäten bestehen. Der Injektionslösung sollten keine weiteren Arzneimittel beigefügt werden (siehe unten sowie Kapitel «Inkompatibilitäten»). Rapilysin sollte vorzugsweise über einen für dieses Arzneimittel bestimmten intravenösen Zugang injiziert werden. Es sollten keine anderen Präparate über diesen für Rapilysin bestimmten Zugang injiziert werden, und zwar weder vor, noch während, noch nach der Injektion von Rapilysin. Dies gilt für alle Produkte, einschliesslich Heparin und Acetylsalicylsäure.
Bei Patienten, die nur einen intravenösen Zugang für alle Arzneimittel haben, muss dieser Zugang (einschliesslich das Y-Infusionsverbindungsstück) vor sowie nach der Injektion von Rapilysin gründlich mit Natriumchlorid 0,9% oder Dextroselösung 5% gespült werden.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Anwendung bei Leber- oder Niereninsuffizienz
Zur Anwendung von Rapilysin bei Patienten mit schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen liegen keine klinischen Erfahrungen vor.
Anwendung bei Kindern
Zur Anwendung von Rapilysin bei Kindern liegen keine Erfahrungen vor.
Wiederholte Anwendung
Erfahrungen mit einer wiederholten Anwendung von Rapilysin liegen nicht vor. Unter der Behandlung mit Rapilysin wurden bisher keine anaphylaktischen Reaktionen beobachtet. Dies stimmt mit der Beobachtung überein, dass Reteplase keine Antikörperbildung induziert. Sollte eine anaphylaktoide Reaktion eintreten, ist die Injektion unverzüglich abzubrechen und eine entsprechende Therapie einzuleiten.
|