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Fachinformation zu Isosifar®:Siphar SA
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Depocaps® 20 mg, 40 mg, 60 mg, 80 mg

Koronartherapeutikum aus der Klasse der organischen Nitrate 

Zusammensetzung

Isosifar-20

1 Depocaps enthält: Isosorbiddinitrat 20 mg.

Isosifar-40

1 Depocaps enthält: Isosorbiddinitrat 40 mg.
Color.: E 127, E 132.

Isosifar-60

1 Depocaps enthält: Isosorbiddinitrat 60 mg.
Color.: E 127

Isosifar-80

1 Depocaps enthält: Isosorbiddinitrat 80 mg.

Eigenschaften/Wirkungen

Isosorbiddinitrat gehört zur Gruppe der organischen Nitrate, die eine Erschlaffung der glatten Muskulatur bewirken und zur Behandlung ischämischer Herzerkrankungen eingesetzt werden. In therapeutisch üblicher Dosierung werden vorwiegend die venösen Gefässe des Lungen- und Körperkreislaufs sowie die grösseren epikardialen Koronararterien (konduktive Gefässabschnitte) erweitert. Die Wirkung auf die arteriellen Widerstandsgefässe verschiedener Organkreisläufe (Nachlast oder «afterload») ist dagegen schwächer ausgeprägt.
Entscheidend für den günstigen Effekt bei Angina pectoris ist offenbar die bevorzugte Weitstellung der venösen Gefässe, wodurch zirkulierendes Blutvolumen, Füllungsdruck (Vorlast oder «preload») und Sauerstoffverbrauch des Herzens vermindert werden. Die Abnahme der Vorlast führt zu einer verbesserten Durchblutung in den durch Ischämie besonders gefährdeten Innenschichten des Myokards. Die Ausdehnung der Ischämiezone nach experimentellem Infarkt wird durch Isosorbiddinitrat verkleinert. Die Ischämiezeichen im Belastungs-EKG von Koronarkranken werden signifikant abgeschwächt, die Belastungsfähigkeit nimmt zu.
Der Wirkstoff Isosorbiddinitrat wird aus Isosifar Depocaps gleichmässig verzögert freigesetzt. Die Wirkung von Isosifar ist deshalb über Stunden nach oraler Gabe gewährleistet.

Pharmakokinetik

Absorption
Der Wirkstoff Isosorbiddinitrat wird aus Isosifar Depocaps zuverlässig absorbiert. Bereits ½-1 Stunde nach Gabe von Isosifar Depocaps kommt es zu Plasmawirkstoff-Konzentrationen von 3-4 ng/ml. 4-6 Stunden nach Gabe von 1 Depocaps Isosifar-60 werden Plasma-Maximalkonzentrationen von 10-13 ng/ml gemessen.
Die optimale Isosorbiddinitrat-Plasmakonzentration liegt bei 4-13 ng/ml.

Distribution
Die Plasmaproteinbindung ist mit 28% nicht ausgeprägt.
Das Verteilungsvolumen von Isosorbiddinitrat beträgt 2-5 l/kg.

Metabolismus/Elimination
Die Eliminationshalbwertszeit ist interindividuell stark verschieden. Isosorbiddinitrat wird in der Leber rasch zu Isosorbid-2-mononitrat (20%) und Isosorbid-5-mononitrat (80%) metabolisiert. Isosorbid-5-mononitrat hat eine schwächere gefässerweiternde Wirkung, erreicht aber bis zu 30-fach höhere Plasmakonzentrationen als die Ausgangssubstanz und wird langsamer ausgeschieden. Die Metaboliten werden fast ausschliesslich über die Nieren, etwa 50% der verabreichten Dosis, als Isosobid-Glucuronid eliminiert.
Isosorbid-5-mononitrat wird ebenfalls als Glucuronid, Isosorbid-2-mononitrat, grösstenteils unkonjugiert ausgeschieden.

Kinetik in besonderen klinischen Situationen
Die Kinetik von Isosorbiddinitrat wird bei Patienten mit Leberschäden und bei eingeschränkter Nierenfunktion nicht verändert.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Langzeitbehandlung und Vorbeugung von Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefässe (Angina pectoris), zur Nachbehandlung des Herzinfarktes bei Weiterbestehen der Angina pectoris, Behandlung der schweren chronischen Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) bei gleichzeitiger Gabe von herzmuskelstärkenden Präparaten (Herzglykoside) und/oder harntreibenden Medikamenten, sowie bei Druckerhöhung im Lungenkreislauf (pulmonale Hypertension, chronisches Cor pulmonale).

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierung
Die Dosierung ist weitgehend vom Krankheitsstadium und dem individuellen Nitratbedarf abhängig. Es empfiehlt sich eine einschleichende Dosierung bei erstmaliger Behandlung mit Nitratpräparaten.
Zur Dauerbehandlung kann die tägliche Medikamentenmenge langsam auf die erforderliche Menge gesteigert werden:
3× 2 Depocaps Isosifar-20 oder
3× 1 Depocaps Isosifar-40 oder
2× 1 Depocaps Isosifar-60 oder
2× 1 Depocaps Isosifar-80
Beim Absetzen von Isosifar nach einer längeren Einnahme sollte die Medikamentenmenge langsam vermindert werden.

Einnahmeart
Die Depocaps sind unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit einzunehmen.
Bei Lanzeitbehandlung empfiehlt sich eine Einnahme in möglichst gleich grossen Zeitabständen (zum Beispiel alle 8 oder 12 Stunden). Nur so kann mit einer gleichmässigen Wirkung des Medikamentes gerechnet werden.
Beim Auftreten einer Nitrattoleranz ist auf ein genügend langes therapiefreies Dosierungsintervall (innerhalb 24 h) zu achten.

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen
Bei gleichzeitiger Gabe von Sildenafil (Viagra®) ist Isosifar kontraindiziert (siehe unter «Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»).
Isosifar Depocaps sollen weder bei Patienten mit sehr niedrigem Blutdruck noch im Schock und bei Kollapszuständen mit Blutdruckabfall verwendet werden. Zur Behandlung des frischen Herzinfarktes mit niedrigem Füllungszustand und zur Behandlung des akuten Angina-pectoris-Anfalls ist Isosifar ebenfalls nicht geeignet.

Vorsichtsmassnahmen
Aufgrund seiner pharmakologischen Wirkung (Hemmung des Abbaus von cGMP) potenziert Sildenafil (Viagra®) den blutdrucksenkenden Effekt von Nitraten und anderen NO-Donatoren, was zu schwerwiegender therapieresistenter Hypotension führen kann. Daher ist die Einnahme von Sildenafil (Viagra®) während der Behandlung mit Isosifar kontraindiziert. Der Patient muss über diese potentiell lebensbedrohende Interaktion informiert werden.
Bei Neigung zu Kreislaufregulationsstörungen durch niedrigen Blutdruck (orthostatische Kreislaufregulationsstörungen) sollte Isosifar mit Vorsicht angewendet werden.
Aufgrund der möglichen Blutdrucksenkung kann Isosifar auch bei bestimmungsgemässem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Strassenverkehr oder zur Bedienung von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Masse im Zusammenwirken mit Alkohol.
Bei sehr niedrigem Blutdruck (systolisch unter 90 mm Hg und diastolisch unter 60 mm Hg) darf die Anwendung nur dann erfolgen, wenn der Nutzen ein etwaiges Risiko überwiegt.
Eine Toleranzentwicklung sowie das Auftreten einer Kreuztoleranz gegenüber anderen Nitroverbindungen wurde unter chronischer, kontinuierlicher Behandlung mit hohen Dosen Isosorbiddinitrat beschrieben. Zur Vermeidung einer Wirkungsabschwächung oder eines Wirkungsverlustes sollten hohe kontinuierliche Dosierungen vermieden werden.
Um das Auftreten von Toleranzerscheinungen zu vermeiden, sollen therapiefreie Intervalle eingelegt werden.

Schwangerschaft/Stillzeit
Schwangerschafts-Kategorie C.
Es sind weder kontrollierte Studien bei Tieren noch bei schwangeren Frauen verfügbar. Unter diesen Umständen soll das Medikament nur verabreicht werden, wenn der potentielle Nutzen das foetale Risiko übersteigt. Bei Schwangerschaft darf die Einnahme von Isosifar nur auf ausdrückliche Weisung des Arztes erfolgen, weil eine Blutdrucksenkung zu mangelhafter Durchblutung der Plazenta und dadurch zu einer Schädigung des Kindes führen kann.
Untersuchungen über den Übertritt von ISDN und seinen Metaboliten in die Muttermilch liegen nicht vor.

Unerwünschte Wirkungen

Zu Beginn einer Behandlung mit Isosifar Depocaps kann es zu Kopfschmerzen kommen. Diese Kopfschmerzen werden durch die erweiternde Wirkung von Isosorbiddinitrat auf die Gefässe im Gehirn verursacht; meistens werden sie nach wenigen Tagen geringer und verschwinden dann völlig.
Aufgrund der gefässerweiternden Wirkung von Isosorbiddinitrat kann es zu Blutdruckabfall mit Gleichgewichtsstörungen (orthostatische Hypotension), Schwindelgefühl, allgemeinem Schwächegefühl und Müdigkeit kommen.
Durch Erweiterung der Hautgefässe im Gesicht und am Oberkörper können Wärmegefühl und Hautrötung (Flush) entstehen. Als weitere Nebenwirkungen können Übelkeit und Erbrechen vorkommen. In seltenen Fällen kann auch ein Bewusstseinsverlust mit muskulärer Erschlaffung auftreten (synkopaler Zustand), was reflektorisch meist zu einem starken Pulsanstieg (Tachykardie) führt. Treten eine oder mehrere dieser Erscheinungen auf, muss über eine Weiterbehandlung oder das Absetzen des Präparates durch den Arzt entschieden werden.
Gelegentlich können Arzneimittelexanthem und/oder exfoliative Dermatitis auftreten.

Interaktionen

Die blutdrucksenkende Wirkung von akut und chronisch applizierten Nitraten und anderen NO-Donatoren wird durch Sildenafil (Viagra®) verstärkt. Daher ist die Einnahme von Sildenafil während der Behandlung mit Isosifar kontraindiziert. Falls dennoch Sildenafil eingenommen wurde, ist die Anwendung von Isosifar innerhalb von 24 Stunden nach Einnahme von Sildenafil (Viagra®) kontraindiziert.
Werden Isosifar Depocaps gleichzeitig mit blutdrucksenkenden Mitteln (Diuretika, Antihypertensiva etc.) gegeben, so kann deren Wirkung verstärkt werden.
Bei gleichzeitiger Gabe von Isosifar Depocaps und bestimmten Verbindungen, die zu einer verminderten Aktivität des sympathischen Nevensystems führen (Betarezeptorenblocker), wird die blutdrucksenkende Wirkung verstärkt. Die blutdrucksenkende Wirkung von Isosifar Depocaps wird ausserdem auch von anderen gefässerweiternden Medikamenten (Vasodilatatoren), Calciumantagonisten, MAO-Hemmern und trizyklischen Antidepressiva sowie Alkohol verstärkt.
Isosorbiddinitrat hemmt den Metabolismus von Dihydroergotamin (DHE). Dies führt zu einem Anstieg der Serumkonzentration, was eine Verstärkung der Wirkung von DHE zur Folge hat (Blutdruckanstieg, Begünstigung einer Angina pectoris). Aus diesem Grund sollten Isosifar und DHE nicht gleichzeitig verabreicht werden.
Es besteht die Möglichkeit, dass der gleichzeitige Einsatz von Acetylsalicylsäure oder nichtsteroidalen Antirheumatika die therapeutische Wirksamkeit von Isosifar abschwächt.

Überdosierung

Wie bei allen organischen Nitraten kann es in seltenen Fällen als Folge einer Überdosierung zum Auftreten von orthostatischen Regulationsstörungen und reflektorischer Tachykardie kommen. Damit im Zusammenhang stehen subjektive Beschwerden wie Müdigkeit, Schwindel und Benommenheit. Der Blutdruck sollte nicht unter 90/60 mm Hg gesenkt werden.
Bei den Kreislaufsymptomen einer leichten Überdosierung genügt es, die Beine des liegenden Patienten passiv zu bewegen, um das Blut im venösen System zu mobilisieren. Bei stärkeren Kreislaufreaktionen symptomatische Kreislaufbehandlung. Bei Schockzuständen sollten Angiotensin, Noradrenalin, Dopamin oder Dobutamin-Infusionen angewendet werden.
Bei Dosen über ca. 20 mg/kg ist eine Methämoglobinbildung möglich. Bei Methämoglobinämie sollten Austausch-Transfusionen durchgeführt werden. In leichteren Fällen empfiehlt sich, 10-20 ml einer 1%igen Methylenblau-Lösung i.v. zu verabreichen.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit
Isosifar Depocaps sind trocken, in der Originalverpackung und bei Raumtemperatur gelagert bis zu dem auf der Verpackung aufgedruckten Verfalldatum («EXP») verwendbar.

IKS-Nummer

54440.

Stand der Information

Juni 1999.
RL88

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