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Fachinformation zu Sonata®:MEDA Pharma GmbH
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AMZV

Zusammensetzung

Wirkstoff: Zaleplonum.
Hilfsstoffe: Color: E 132; Excip. pro caps.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Kapseln zu 10 mg bzw. 5 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Sonata ist indiziert zur kurzfristigen Behandlung (maximal 14 Tage) von Einschlafstörungen ohne bekannten medizinischen oder psychiatrischen Grund (primäre Einschlaf­störungen). Die Verzögerung des Einschlafens sollte schwerwiegend sein oder zu einer Behinderung führen oder für den Patienten eine starke Belastung darstellen.
Sonata führt nicht zu einer Verlängerung des Schlafs oder zu einer Verminderung nächtlicher Wachperioden. Die Wirksamkeit und Sicherheit von Sonata bei Schlaflosigkeit infolge psychiatrischer Diagnosen oder zur Anwendung als Prämedikation sind nicht belegt.

Dosierung/Anwendung

Die Behandlung sollte so kurz wie möglich sein. Die maximale Behandlungsdauer mit Sonata beträgt zwei Wochen.
Sonata soll unmittelbar vor dem zu Bett gehen eingenommen werden oder nachdem der Patient zu Bett gegangen ist und Schwierigkeiten hat einzuschlafen.
Übliche Dosierung
Die empfohlene Dosis für Erwachsene <65 Jahren beträgt 10 mg.
Die tägliche Gesamtdosis von Sonata sollte bei keinem Patienten 10 mg überschreiten. In derselben Nacht sollte keine zweite Dosis eingenommen werden.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Ältere Patienten: Ältere Patienten >65 Jahre reagieren empfindlicher auf Schlafmittel, daher ist für diese Patienten 5 mg die empfohlene Dosis von Sonata.
Niereninsuffizienz: Bei Patienten mit einer leichten bis mittelgradigen Niereninsuffizienz ist eine Dosisanpassung nicht erforderlich, da sich das pharmakokinetische Profil von Zaleplon bei diesen Patienten nicht signifikant von dem bei gesunden Freiwilligen unterscheidet. Diese Patienten sind aber höheren Spiegeln der inaktiven Metaboliten von Zaleplon ausgesetzt. Bei Patienten mit starker Einschränkung der Nierenfunktion ist die Sicherheit nicht erwiesen (siehe «Kinetik spezieller Patientengruppen»).

Kontraindikationen

Leberinsuffizienz.
Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der sonstigen Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung, inklusive Indigo-Carmin (E132).
Schlafapnoesyndrom.
Myasthenia gravis.
Schwere Ateminsuffizienz.
Kinder und Jugendliche (unter 18 Jahren).
Alkohol und Drogenabhängigkeit.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Schlafwandeln und damit assoziierte Verhaltensweisen wurden von Patienten berichtet, die Zaleplon (Sonata) oder mit diesem Präparat verwandte Schlafmittel eingenommen hatten und nicht vollständig wach waren. Dazu zählten unter anderem Auto fahren im Schlaf, Zubereiten und Verzehren von Mahlzeiten, Telefonieren, Geschlechtsverkehr, ohne dass sich die Betroffenen später daran erinnern konnten (Amnesie). Es wurden auch Einzelfälle von selbstverletzendem Verhalten in diesem Zusammenhang berichtet. Alkohol und andere zentraldämpfende bzw. zentral wirksame Substanzen scheinen das Risiko für solches Verhalten im Zusammenwirken mit Zaleplon (Sonata) zu erhöhen. Gleiches gilt für die Anwendung von Sonata in Dosierungen, die über der empfohlenen Maximaldosis liegen. Bei Patienten, die solche Reaktionen berichten, sollte Sonata abgesetzt werden.
Unter der Anwendung von Sedativa/Hypnotika, darunter auch Zaleplon, wurde über schwere anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen berichtet. Nach Einnahme der ersten Dosis oder auch weiterer Dosen von Sedativa/Hypnotika, darunter auch Zaleplon, liegen Meldungen über das Auftreten von Angioödemen mit Beteiligung von Zunge, Glottis oder Kehlkopf vor. Bei manchen Patienten kam es unter der Einnahme von Sedativa/Hypnotika auch zu weiteren Symptomen wie Atemnot, Zuschwellen des Rachens oder auch Übelkeit und Erbrechen.
Manche Patienten mussten notfallmässig medizinisch behandelt werden. Ein Angioödem mit Beteiligung von Zunge, Glottis oder Kehlkopf kann zur Verlegung der Atemwege führen und tödlich verlaufen. Bei Patienten, bei denen es unter der Behandlung mit Zaleplon zu einem Angioödem kommt, ist eine erneute Exposition gegenüber dem Arzneistoff zu unterlassen.
Schlaflosigkeit kann Ausdruck einer zugrunde liegenden physischen oder psychiatrischen Erkrankung sein. Anhaltende oder sich verschlechternde Schlaflosigkeit nach einer kurzen Behandlungsphase mit Zaleplon kann auf die Notwendigkeit einer erneuten Untersuchung des Patienten hindeuten.
Wenn der Patient unter Erwachen in den frühen Morgenstunden leidet, sollte wegen der kurzen Halbwertszeit von Zaleplon eine alternative Behandlung in Betracht gezogen werden. Die Patienten sollten darauf hingewiesen werden, in derselben Nacht keine zweite Dosis einzunehmen.
Da Patienten mit depressiven Zuständen Neigungen zu beabsichtigter Überdosierung zeigen, sollte Zaleplon bei Anzeichen von Depression mit Vorsicht verschrieben werden.
Nach Einnahme von Zaleplon sollte der Patient eine Bettruhe von mindestens 4 Stunden einhalten, um das Risiko psychomotorischer Störungen oder von Gedächtnisstörungen zu minimieren.
Ähnlich wie bei der Einnahme von Alkohol oder anderen zentraldepressiven Substanzen können Hypnotika sowie Zaleplon abnorme Gedankengänge und Verhaltensveränderungen, inklusive(r) verminderte Hemmschwelle hinsichtlich Aggressivität und Extroversion verursachen. Andere Veränderungen bestehen aus unpassenden Verhaltensmustern, Unruhe, Halluzinationen oder Persönlichkeitsstörungen, wobei diese iatrogenen Ursprungs sein können, bzw. spontan oder aufgrund eines psychiatrischen oder körperlichen Leidens auftreten können. Jedes neue Symptom oder Anzeichen verlangt eine gründliche und sofortige Untersuchung.
Die Sicherheit von Zaleplon ist bei Patienten mit schwerwiegender Beeinträchtigung der Leberfunktion nicht untersucht worden (siehe «Kontraindikationen»).
Toleranz
Eine gewisse Abnahme der schlaffördernden Wirkung von kurzwirksamen Benzodiazepinen und Benzodiazepin-ähnlichen Wirkstoffen wie Zaleplon kann nach wiederholtem Gebrauch über einige Wochen auftreten.
Abhängigkeit
Die Anwendung von Benzodiazepinen und Benzodiazepin-ähnlichen Wirkstoffen wie Zaleplon kann zu körperlicher und psychischer Abhängigkeit führen. Das Abhängigkeitsrisiko wächst mit der Dosis und der Behandlungsdauer und ist bei Patienten mit Alkohol- und Medikamenten-Missbrauch in der Vorgeschichte grösser. Wenn sich eine körperliche Abhängigkeit entwickelt hat, wird eine plötzliche Beendigung der Behandlung von Entzugserscheinungen begleitet werden. Diese können aus Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, starken Angstzuständen, Spannungszuständen, Unruhe, Verwirrtheit und Reizbarkeit bestehen. In schweren Fällen können folgende Symptome auftreten: Realitätsverlust, Persönlichkeitsverlust, übersteigerte Schallwahrnehmung, Taubheitsgefühl und Kribbeln in den Gliedmassen, Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Lärm und Berührung, Halluzinationen oder epileptische Anfälle. Es gibt Berichte nach Markteinführung über Abhängigkeit im Zusammenhang mit Zaleplon, insbesondere in Kombination mit anderen psychotropen Substanzen.
Aufgrund der bisher vorhandenen Daten können Entzugssymptome nach Anwendung von Sonata nicht sicher ausgeschlossen werden.
Rebound-Schlaflosigkeit
Ein vorübergehendes Syndrom, bei dem die Symptome, die zur Behandlung mit einem Benzodiazepin oder einem Benzodiazepin-ähnlichen Wirkstoff wie Zaleplon führten, in verstärkter Form wiederkehren, kann bei Beendigung der Behandlung auftreten. Es kann von anderen Reaktionen begleitet sein, einschliesslich Stimmungsschwankungen, Angst oder Schlafstörungen und Unruhe.
Angstzustände am Tage
Es gibt Hinweise, dass sich bei Benzodiazepinen und Benzodiazepin-ähnlichen Wirkstoffen mit kurzer Wirkungsdauer Entzugsphänomene während des Dosierungsintervalls manifestieren können, besonders bei hoher Dosis.
In therapeutischen Studien mit Dosen bis zu 20 mg gab es jedoch keine Zunahme von Angstzuständen am Tage zwischen der Anwendung der Sonata-Dosen.
Dauer der Behandlung
Es kann zweckmässig sein, den Patienten zu Beginn der Behandlung zu informieren, dass die Behandlungsdauer begrenzt sein wird. Es ist wichtig, dass dem Patienten die Möglichkeit von Rebound Phänomenen bewusst ist, wodurch die Angst minimiert wird, sollten sich solche Symptome nach Absetzen des Arzneimittels oder im Intervall zwischen 2 Dosen entwickeln.
Amnesie
Einschränkung des Erinnerungsvermögens und der psychomotorischen Fähigkeiten:
Benzodiazepine und Benzodiazepin-ähnliche Wirkstoffe können eine anterograde Amnesie und eine psychomotorische Beeinträchtigung hervorrufen. Diese treten in den meisten Fällen innerhalb einiger Stunden nach Einnahme des Präparats auf. Bei therapeutischen Dosen von Zaleplon wurde eine anterograde Amnesie im Vergleich zu Placebo entdeckt.
Um das Risiko zu verringern, sollten Patienten bis mindestens 4 Stunden nach Einnahme von Sonata möglichst ununterbrochen schlafen und auf keinen Fall Aktivitäten verrichten, die eine uneingeschränkte psychomotorische Koordinationsfähigkeit erfordern.
Psychiatrische und paradoxe Reaktionen
Es ist bekannt, dass bei der Anwendung von Benzodiazepinen und Benzodiazepin-ähnlichen Substanzen wie Zaleplon Reaktionen wie Unruhe, Erregung, Reizbarkeit, Enthemmung, Aggressivität, abnorme Gedankengänge, Wahnvorstellungen, Wutausbrüche, Albträume, Halluzinationen, Psychosen, unangemessenes Verhalten und andere Verhaltenseffekte auftreten können. Bei Auftreten solcher Reaktionen, sollte die Anwendung dieses Arzneimittels beendet werden. Diese Reaktionen treten vor allem bei Kindern und älteren Patienten auf.
Alkohol- und Medikamenten-Missbrauch
Sonata soll nicht gleichzeitig mit Alkohol eingenommen werden. Der sedierende Effekt kann verstärkt werden, wenn Sonata in Kombination mit Alkohol angewendet wird.
Kombinationseffekte mit anderen ZNS-wirksamen Substanzen sind in Betracht zu ziehen. Eine Verstärkung der zentralen Sedierung kann in Fällen gleichzeitigen Gebrauchs von Antipsychotika (Neuroleptika), Schlafmitteln, Anxiolytika/Sedativa, antidepressiven Wirkstoffen, narkotischen Analgetika, Antiepileptika, Anästhetika und sedativ wirkenden Antihistaminika auftreten.
Respiratorische Insuffizienz
Kontrollierte Studien haben bei akuter Verabreichung von 10 mg Zaleplon keine Anzeichen einer Veränderung der Blutgase oder des Apnoe/Hypopnoe-Index bei Patienten mit beeinträchtigter respiratorischer Funktion gezeigt.
Vorsicht ist beim Verschreiben von sedativen Arzneimitteln an Patienten geboten, die an chronischer respiratorischer Insuffizienz leiden.
Psychosen, Depression
Sonata ist nicht indiziert zur Behandlung von Einschlafstörungen, die auf einer bekannten medizinischen oder psychiatrischen Erkrankung beruhen (z.B. Depression, Psychosen, posttraumatische oder postoperative Schmerzen).
Patienten, die an der seltenen erblichen Galaktose-Intoleranz, Lapp Laktase-Defizienz oder Glukose-Galaktose-Malabsorption leiden, sollten Zaleplon nicht erhalten.

Interaktionen

Gleichzeitige Einnahme mit Alkohol: Der sedierende Effekt kann verstärkt werden, wenn das Produkt in Kombination mit Alkohol angewendet wird.
Kombinationen mit anderen ZNS-wirksamen Stoffen: Eine Verstärkung der zentralen Sedierung kann in Fällen gleichzeitigen Gebrauchs von Antipsychotika (Neuroleptika), Schlafmitteln, angstlösenden Mitteln/Sedativa, antidepressiven Wirkstoffen, narkotischen Analgetika, Antiepileptika, Anästhetika und sedativ wirkenden Antihistaminika auftreten.
Die gleichzeitige Verabreichung einer Einzeldosis an 10 mg Zaleplon und 75 mg oder 150 mg Venlafaxin (Retard-Kapsel) täglich hatte keine Auswirkungen auf das Erinnerungsvermögen (Kurz- und Langzeitgedächtnis für Wörter) oder auf die Psychomotorik (Ziffer-Symbol-Substitutionstest). Ausserdem gab es keine relevanten pharmakokinetischen Wechselwirkungen zwischen Zaleplon und Venlafaxin (Retard-Kapsel).
Im Falle von narkotischen Analgetika kann es auch zu einer Verstärkung der Euphorie kommen, die zu einer Zunahme der physischen Abhängigkeit führt.
Der Abbau von Zaleplon geschieht in geringem Masse über das CYP3A4-Isoenzymsystem (ca. 10% der verabreichten Dosis).
Cimetidin, ein unspezifischer und mässiger Hemmstoff einiger Leberenzyme, einschliesslich der Aldehydoxidase und CYP3A4, verursachte einen 85%-igen Anstieg der Plasmakonzentrationen von Zaleplon, da es sowohl das primäre (Aldehydoxidase) als auch das sekundäre (CYP3A4) Enzym hemmt, durch die Zaleplon verstoffwechselt wird. Deshalb ist bei gleichzeitiger Verabreichung von Cimetidin und Sonata Vorsicht geboten.
Die gleichzeitige Verabreichung von Zaleplon mit Erythromycin, einem starken selektiven CYP3A4 Hemmer, verursachte einen 34%-igen Anstieg der Plasmakonzentration von Zaleplon. Die gleichzeitige Gabe von Sonata mit anderen starken, selektiven CYP3A4-Hemmern wie Ketoconazol kann zu ähnlichen Erhöhungen der Plasmakonzentrationen von Zaleplon führen. Deshalb ist Vorsicht geboten, wenn diese Arzneimittel gleichzeitig mit Sonata verabreicht werden.
Im Gegensatz dazu führt Rifampicin, ein starker Induktor einiger Leberenzyme, einschliesslich CYP3A4, zu einer vierfachen Erniedrigung der Plasmakonzentration von Zaleplon. Die gleichzeitige Verabreichung von Sonata mit Induktoren von CYP3A4, wie Rifampicin, Carbamazepin und Phenobarbital, kann zu einer Abnahme der Wirksamkeit von Zaleplon führen.
Sonata beeinflusste die pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Eigenschaften von Digoxin und Warfarin (in der Schweiz nicht zugelassen) nicht. Ausserdem zeigte Ibuprofen keine Interaktion mit Zaleplon.

Schwangerschaft/Stillzeit

Reproduktionsstudien bei Tieren haben keine teratogenen oder embryotoxischen Risiken für die Föten gezeigt, aber man verfügt über keine kontrollierten Studien bei schwangeren Frauen. Sonata sollte aus diesen Gründen während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist klar notwendig.
Sollte das Präparat bei strenger Indikationsstellung und in hoher Dosierung während der letzten Phase der Schwangerschaft verabreicht werden, so sind gewisse pharmakologische Effekte beim Säugling in Form von Hypothermie, Hypotonie und mässiger Atemdepression zu erwarten.
Säuglinge von Müttern, die während der letzten Abschnitte der Schwangerschaft längerfristig Benzodiazepine und Benzodiazepin-ähnliche Wirkstoffe eingenommen haben, können eine körperliche Abhängigkeit entwickelt haben und bei ihnen kann ein Risiko für die Entwicklung von schwerer Muskelrelaxation und Entzugssymptomen nach der Geburt bestehen.
Zaleplon ist in der Muttermilch nachgewiesen worden und Sonata sollte nicht bei stillenden Müttern angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Sedierung, Amnesie, eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit und Beeinträchtigungen der Muskelfunktion können die Fähigkeit, Auto zu fahren oder Maschinen zu bedienen, nachteilig beeinträchtigen. Vorsicht ist geboten bei Patienten, die komplizierte Aufgaben zu erfüllen haben.

Unerwünschte Wirkungen

Häufigkeitsangaben
Sehr selten: <0,01%; selten: ≥0,01% – <0,1%; gelegentlich: ≥0,1% – <1%; häufig: ≥1% – <10%; sehr häufig: ≥10%.
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppierung sind die unerwünschten Wirkungen in der Reihenfolge des abnehmenden Schweregrads aufgelistet.
Immunsystem
Sehr selten: Anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen, einschliesslich schwerwiegende Reaktionen.
Häufigkeit unbestimmt: Angioödem.
Psychiatrische Störungen
Psychiatrische und «paradoxe» Reaktionen: Unter der Anwendung von Benzodiazepin oder Benzodiazepin-ähnlichen Wirkstoffen wie Zaleplon ist das Auftreten von Reaktionen wie Unruhe, Aufgeregtheit, Reizbarkeit, Aggressivität, Wahnvorstellungen, Wutausbrüchen, Albträumen, Halluzinationen, Psychosen, unangemessenem Verhalten und anderen unerwünschten Auswirkungen auf das Verhalten bekannt. Derartige Reaktionen treten vorzugsweise bei Kindern und älteren Personen auf (siehe ebenfalls «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Depression: Eine vorherbestehende Depression kann bei der Anwendung von Benzodiazepinen oder Benzodiazepin-ähnlichen Wirkstoffen demaskiert werden.
Nervensystem
Häufig: Amnesie, Parästhesie, Somnolenz.
Amnesie: Eine anterograde Amnesie kann bei Anwendung empfohlener therapeutischer Dosen auftreten. Amnestische Wirkungen können mit unangemessenem Verhalten einhergehen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Gelegentlich: Apathie, Ataxie, Koordinationsstörung, Verwirrtheit, herabgesetzte Konzentrationsfähigkeit, Depersonalisation, Depression, Schwindelgefühl, Halluzinationen, Geräuschempfindlichkeit, Sprachstörung (Dysarthrie, verwaschene Sprache), Geruchstäuschung, Sensibilitätsstörung.
Häufigkeit unbestimmt: Schlafwandeln.
Augen
Gelegentlich: Abnormales Sehen, Diplopie.
Gastro-Intestinal-Trakt
Gelegentlich: Übelkeit.
Leber
Gelegentlich: Erhöhte Transaminasen.
Reproduktionssystem
Häufig: Dysmenorrhö.
Allgemeine Störungen
Gelegentlich: Anorexie, Asthenie, Hypästhesie, Unwohlsein, Lichtempfindlichkeit.
Abhängigkeit
Die Anwendung (selbst therapeutischer Dosen) kann zur Entwicklung einer körperlichen Abhängigkeit führen: Bei Abbruch der Therapie kann es zu Entzugs- oder Rebound­erscheinungen kommen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Psychische Abhängigkeit kann auftreten.

Überdosierung

Eine Überdosierung von Sonata manifestiert sich aufgrund seiner therapeutischen Wirkung in einer Verstärkung der zentralnervösen Depression unterschiedlichen Grads von Benommenheit bis zum Koma. Die Symptome umfassen Benommenheit, Verwirrtheit und Lethargie, in schwereren Fällen können die Symptome Ataxie, Verringerung des Muskeltonus, Blutdruckabfall, Atemdepression, selten Koma und äusserst selten Tod einschliessen.
Es gibt nur begrenzte klinische Erfahrungen bezüglich der Auswirkungen einer akuten Überdosis von Sonata, und Blutspiegel bei Überdosierung beim Menschen sind nicht bestimmt worden.
Bei der Behandlung einer Medikamenten-Überdosierung sollte generell daran gedacht werden, dass mehrere Mittel eingenommen worden sein könnten.
Nach einer Überdosierung mit oral eingenommenen Benzodiazepinen oder Benzodiazepin-ähnlichen Wirkstoffen sollte Erbrechen (innerhalb 1 Stunde) eingeleitet werden, sofern der Patient bei Bewusstsein ist, oder eine Magenspülung durchgeführt werden, wenn der Patient bewusstlos ist, wobei die Atemwege frei zu halten sind. Wenn eine Magenentleerung keine Vorteile bringt, sollte Aktivkohle zur Resorptionsverminderung gegeben werden. Atem- und Kreislauffunktion sollten unter Intensivpflege besonders überwacht werden.
Der Benzodiazepinantagonist Flumazenil (Anexate®) kann als Antidot nützlich sein. Aufgrund von Tierstudien ist anzunehmen, dass Flumazenil ein Zaleplonantagonist ist, der bei der Behandlung von Sonata Überdosierungen in Erwägung gezogen werden sollte. Es gibt jedoch keine klinischen Erfahrungen bzgl. des Einsatzes von Flumazenil als Antidot bei einer Sonata-Überdosierung.
Eine Chromaturie, d.h. eine blaugrüne Verfärbung des Urins wurde bei Überdosierung von Zaleplon beschrieben.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N05CF03
Wirkungsmechanismus
Sonata ist ein Pyrazolopyrimidin-Schlafmittel, das sich strukturell von den Benzodiazepinen und allen bekannten Hypnotika und Tranquilizern unterscheidet. Zaleplon bindet selektiv an den Benzodiazepinrezeptor des Typ I des GABA A -Chlorid-Kanalkomplex des Gehirns.

Pharmakokinetik

Absorption
Zaleplon wird nach oraler Anwendung schnell und nahezu vollständig resorbiert, und maximale Konzentrationen werden nach rund 1 Stunde erreicht. Zaleplon wird präsystemisch teilweise metabolisiert, und die absolute Bioverfügbarkeit beträgt ca. 30%.
Bei gleichzeitiger oder kurz vorher erfolgender Einnahme einer fettreichen Mahlzeit wird die Absorption verzögert und die maximale Konzentration nach 3,7 h nach Einnahme erlangt. In solchen Fällen sollte Sonata nicht eingenommen werden.
Distribution
Zaleplon ist ein lipophiles Arzneimittel mit einem Verteilungsvolumen von etwa 1,4 ± 0,3 l/kg nach intravenöser Anwendung. Die in-vitro bestimmte Plasmaproteinbindung beträgt annähernd 60%.
Metabolismus
Zaleplon wird hauptsächlich durch die Aldehydoxidase zu 5-Oxo-Zaleplon metabolisiert. Ausserdem wird Zaleplon durch das Cytochrom P 450 3A4 in Desethylzaleplon verstoffwechselt, welches durch die Aldehydoxidase schnell zu 5-Oxo-Desethylzaleplon umgewandelt wird. Diese oxidativen Metaboliten werden weiter durch Konjugation über die Glukuronidierung verstoffwechselt. Sämtliche Metabolite des Zaleplon erweisen sich sowohl in Tiermodellen als auch in in-vitro Wirksamkeitsbestimmungen als inaktiv.
Die Zaleplon-Plasmaspiegel steigen linear mit der Dosierung und es gibt keine Anzeichen einer Akkumulation bei täglicher Anwendung bis zu 30 mg/Tag.
Elimination
Zaleplon wird in Form inaktiver Metaboliten ausgeschieden, in der Hauptsache im Urin (71%) und den Faeces (17%). 57% der Dosis werden im Urin in Form des 5-Oxo-Zaleplon und weitere 9% werden als 5-Oxo-Desethylzaleplon und ihrer Glucuronid-Metaboliten wieder gefunden. Der Rest der im Urin wieder gefundenen Substanz besteht aus selteneren Metaboliten. Der Hauptmetabolit in den Faeces ist 5-Oxo-Zaleplon. Die Eliminationshalbwertzeit von Zaleplon beträgt ca. 1 Stunde.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Bei Patienten mit mässiger Niereninsuffizienz unterscheidet sich das pharmakokinetische Profil von Zaleplon nicht signifikant von dem bei gesunden Freiwilligen, aber diese Patienten sind höheren Spiegeln der inaktiven Metaboliten von Zaleplon ausgesetzt.
Bei Patienten mit Leberinsuffizienz ist die Bioverfügbarkeit von Zaleplon um ein Mehrfaches erhöht, so dass eine Kontraindikation besteht (die vorhandenen Dosisstärken erlauben keine adäquate Dosisanpassung).
Kinetik bei älteren Patienten
Das pharmakokinetische Profil von Zaleplon unterscheidet sich bei älteren Männern und Frauen einschliesslich solcher über 75 Jahre und bei gesunden jungen Probanden nicht signifikant.

Präklinische Daten

Die wiederholte orale Gabe von Zaleplon an Ratten und Hunde führte bei Dosierungen, die bei einem Vielfachen der maximalen therapeutischen Dosierung lagen, zu einem erhöhten Leber- und Nebennierengewicht. Diese Effekte waren reversibel und nicht mit degenerativen mikroskopischen Veränderungen dieser Organe assoziiert.
In einer dreimonatigen Studie wurde an noch nicht geschlechtsreifen Hunden mit einem Vielfachen der maximalen therapeutischen Dosierung eine signifikante Verringerung des Gewichts von Prostata und Hoden beobachtet.
Applikation von Zaleplon an Ratten induzierte keine Tumoren, und die bei Mäusen beobachtete Zunahme benigner Tumore ist wahrscheinlich ein adaptiver Effekt und für den Menschen bei Verwendung von therapeutischen Dosen irrelevant.

Sonstige Hinweise

Wird der Kapselinhalt von Sonata in einer Flüssigkeit gelöst, kommt es zu einer Farbveränderung und Trübung der Flüssigkeit.
Haltbarkeit
Sonata darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Bei Raumtemperatur (15–25 °C) aufbewahren.

Zulassungsnummer

54835 (Swissmedic).

Packungen

Menge

CHF

SM

Rückerstattungskat.

SONATA Kaps 5 mg

7 Stk

7.65

B

SL

SONATA Kaps 10 mg

7 Stk

13.95

B

SL

14 Stk

18.35

B

SL

Zulassungsinhaberin

MEDA Pharma GmbH, 8602 Wangen-Brüttisellen.

Stand der Information

Mai 2009.

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