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Fachinformation zu Colosan® plus:Vifor SA
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Fahrtücht.Unerw.WirkungenÜberdos.Eigensch.Pharm.kinetikPräklin.Sonstige H.Swissmedic-Nr.
PackungenReg.InhaberStand d. Info. 

AMZV

Zusammensetzung

Wirkstoffe:Sterculia, Frangula-Spissumextrakt (Faulbaumrinde-Extrakt) DEV 2,3–2,8:1, Auszugsmittel 40% (m/m) Ethanol, enthaltend Glucofrangulin 12,0–14,0%.
Hilfsstoffe:Aromatica, Conserv.: E 202, Süssstoff: Saccharin., Excipiens ad granulatum.
Colosan plus ist zuckerfrei und kann auch an Diabetiker verabreicht werden.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 g Granulat enthält 850 mg Sterculia, 15 mg Frangula-Spissumextrakt, entsprechend 2 mg Glucofrangulin.
1 Messlöffel enthält 7,5 g Granulat.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zur kurzfristigen Behandlung der Obstipation.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahre:Im Allgemeinen abends 1–2 Messlöffel (7,5–15 g Granulat) mitreichlichFlüssigkeit.
Nicht länger als 1–2 Wochen einnehmen.
Korrekte Art der Anwendung
Granulat unzerkaut mit Flüssigkeit schlucken. Reichlich Flüssigkeit (mind. 1 Glas pro Messlöffel Granulat) nach-trinken. Bei Schluckschwierigkeiten kann es hilfreich sein, das Granulat vor der Einnahme in Joghurt o.ä. zu verrühren. Die Einnahme erfolgt vorzugsweise vor dem Essen.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.
Ileus und Stenosen des Verdauungstraktes. Bei abdominalen Schmerzen unbekannter Ursache sowie bei Übelkeit und Erbrechen. Appendizitis und andere entzündliche Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes (z.B. Morbus Crohn und Colitis ulcerosa). Schwere Dehydratation mit Wasser- und Elektrolytverlust. Kinder unter 12 Jahre.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vorsicht bei organischen oder funktionellen Passagestörungen des Ösophagus. Um eine Verkleisterung von Sterculia mit Bolusbildung im Ösophagus, Magen oder Dickdarm zu vermeiden, soll das Medikament stets mitreichlichFlüssigkeit eingenommen werden.
Die langandauernde Anwendung von Laxantien ist zu vermeiden. Missbrauch mit nachfolgendem Flüssigkeits- und Elektrolytverlust (zu hohe Dosierung, die zu einem flüssigen Stuhl führen kann), kann unerwünschte Folgen nach sich ziehen: Abhängigkeit eventuell verbunden mit der Notwendigkeit zur Dosissteigerung, eine Störung des Wasser- und Elektrolythaushaltes (hauptsächlich Hypokaliämie) sowie ein atonisches Colon mit beeinträchtigter Funktion.
Bei Dauergebrauch ist eine ärztliche Überwachung notwendig.

Interaktionen

Infolge möglicher Adsorption von Herzglykosiden, Salizylaten, Nitrofurantoin und Cumarinderivaten können deren Blutspiegel reduziert sein. Grössere Mengen von Sterculia können die Resorption von Kalzium, Magnesium, Zink und Phosphor herabsetzen. Bei vorschriftsgemässer Anwendung verursachen Glucofranguline keine relevanten Interaktionen, zumal sie nur wenig resorbiert werden und sich ihre Wirkung auf den Dickdarm beschränkt. Bei Abusus mit nachfolgender Hypokaliämie kann es zu einer Wirkungsverstärkung der Herzglykoside kommen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Bei Einhaltung der empfohlenen Dosierung sind bis heute in der Schwangerschaft keine Schädigungen des Fötus bekannt geworden. Dennoch wird aufgrund von Erkenntnissen aus experimentellen Untersuchungen zur Genotoxizität von verschiedenen Anthranoiden die Anwendung von Colosan plus in der Schwangerschaft nicht empfohlen.
In der Stillzeit wird die Anwendung von Colosan plus nicht empfohlen, da ungenügende Daten zum Übergang von Metaboliten in die Muttermilch vorliegen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Eine Auswirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen wurde nicht geprüft und ist nicht bekannt.

Unerwünschte Wirkungen

Gastrointestinaltrakt
Sterculia:In weniger als 10% der Fälle kann es zu Beginn der Therapie zu Völlegefühl, Flatulenz und leichten Bauchschmerzen kommen. Diese harmlosen Erscheinungen verschwinden gewöhnlich bei Fortsetzung der Therapie. Seltener sind Übelkeit oder abdominale Krämpfe. Sehr selten sind allergische Reaktionen. Die Gefahr einer Dickdarmobstruktion mit Ileus besteht praktisch nur, wenn nicht ausreichend Flüssigkeit eingenommen wird. Dasselbe gilt für die, oft nur vorübergehende, Bolusbildung in der Speiseröhre, besonders bei alten Leuten, oder Dys­phagie.
Extr. Frangulae:Es können Darmkoliken, Durchfälle, Reizungen der Darmschleimhaut und Kaliumverlust vorkommen, hauptsächlich bei zu hoher Dosierung oder langer Anwendung. Auch Blähungen oder Bauchkrämpfe können vorkommen. Die Symptome verschwinden wenn das Medikament abgesetzt wird. Bei chronischem Gebrauch kann es zu Pseudomelanosis kommen.
Immunsystem
Es können Überempfindlichkeitsreaktionen wie z.B. Juckreiz oder Hautausschläge auftreten.

Überdosierung

Eine Überdosierung von Anthraglykosiden verursacht Borborygmen, abdominale Krämpfe, Erbrechen, profuse Diarrhö, evtl. Nephritis, Kollaps und Niereninsuffizienz. Hypovolämie, Exsikkose und metabolische Alkalose infolge HCl-Verlust können sich einstellen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A06AC53
Wirkungsmechanismus
Colosan plus ist ein Laxans auf der Basis von Sterculia, einem unverdaulichen, pflanzlichen Ballaststoff, welcher bereits in kleiner Menge eingenommen einen grossen Quelleffekt entfaltet. Dadurch nimmt das Stuhlvolumen zu und der Stuhl bleibt weicher. Durch diesen Fülleffekt wird die Darmperistaltik angeregt und die Passagezeit verkürzt.
Die Wirkung wird durch den Zusatz von Frangulaextrakt, mit antiresorptiv und hydragog wirkenden Anthrachinonglycosiden, verstärkt. Diese Wirkstoffe vermindern die Natrium- und Wasserresorption durch Inhibition der Natrium-Kalium-ATPase. Umgekehrt wird die Sekretion von Wasser und Elektrolyten ins Darmlumen stimuliert infolge erhöhter Permeabilität der interzellulären Kontaktstellen (tight junctions).

Pharmakokinetik

Extr. Frangulae:Im Dickdarm erfolgt zum grössten Teil eine bakterielle Reduktion des Frangulaemodins (Aglykon) durch die Darmbakterien. Ein kleiner Teil wird resorbiert, an Glucuronsäure konjugiert und in Urin, Speichel und Galle ausgeschieden. Der Wirkungseintritt findet nach ca. 8 h statt.
Sterculia:Unverdaulich, wird mit Fäzes ausgeschieden.

Präklinische Daten

Es sind keine für die Anwendung von Colosan plus relevanten präklinischen Daten bekannt.

Sonstige Hinweise

Extr. Frangulae:Anthraglykoside verursachen eine gelblich-braune Verfärbung des sauren Urins. Mit steigendem pH wird die Verfärbung rot, bzw. violett im alkalischen Harn. Dies ist ohne pathologische Bedeutung.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «Exp.» bezeichneten Datum verwendet werden. Bei Raumtemperatur (15–25 °C) lagern.

Zulassungsnummer

54947 (Swissmedic).

Packungen

Menge

CHF

Abgabekat.

Rückerstattungskat.

COLOSAN plus Gran

200 g

13.00

D

SL (LIM)

500 g

34.85

B

SL (LIM)

Zulassungsinhaberin

Vifor SA, 1752 Villars-sur-Glâne.

Stand der Information

Dezember 2009.

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