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Fachinformation zu Lyrinel® Oros®:Janssen-Cilag AG
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Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G04BD04
Oxybutynin ist aufgrund seiner Struktur den neuromuskulotropen Spasmolytika zuzuordnen.
Lyrinel Oros besitzt eine direkte antispastische Wirkung und hemmt den muskarinischen Effekt des Acetylcholins auf die glatte Muskulatur. Die anticholinerge Wirkung von Oxybutynin auf den Detrusor entspricht einem Zehntel bis Zwanzigstel jener des Atropins, die antispastische Wirkung hingegen ist vier- bis zehnmal stärker. Lyrinel Oros bessert die durch Hyperkontraktilität des Blasenmuskels bedingten Miktionsbeschwerden.
Der analgetische Effekt ist im Tierexperiment nach subkutaner Injektion auf Gewichtsbasis stärker ausgeprägt als der von Acetylsalicylsäure. Die lokalanästhetische Wirksamkeit entspricht derjenigen von Lidocain.
Neurotrope Spasmolytika (Parasympatholytika, m-Cholinrezeptorenblocker) verdrängen kompetitiv Acetylcholin von den Muskarinrezeptoren der postganglionären parasympathischen Erfolgsorgane und blockieren damit die muskarinartigen Wirkungen von Acetylcholin. Die Folge ist eine Erschlaffung der glatten Muskulatur der Bronchien, des Magen-Darm-Traktes, der Gallenwege und der Harnblase, insbesondere wenn sie spastisch kontrahiert ist. Darüber hinaus nimmt die Speichel-, Bronchial-, Magen und Pankreassekretion ab. In höherer Dosierung wird die Herzfrequenz beschleunigt. Am Auge kommt es durch Lähmung des Musculus sphincter pupillae zur Pupillenerweiterung und durch Lähmung des Musculus cilliaris zu Akkommodationsstörungen.
Die muskulotropen Wirkungen von Oxybutynin werden wie die Wirkung von Papaverin auf eine Änderung der intrazellulären Calcium-Ionenkonzentration zurückgeführt. Die daraus resultierende Tonusabnahme betrifft alle glatten Muskeln, einschliesslich der Gefässmuskulatur, der Bronchial- und Darmmuskulatur sowie der Muskulatur der abführenden Gallen- und Harnwege. Besonders ausgeprägt ist die Wirkung der muskulotropen Spasmolytika, wenn primär eine Tonussteigerung (Spasmus) der glatten Muskulatur vorliegt.
Klinische Studien an pädiatrischen Patienten (>6 Jahre)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Lyrinel Oros wurde in einer 24-wöchigen, nicht verblindeten Studie an 60 Kindern im von 6–15 Jahren untersucht. Alle wiesen Symptome einer Detrusor-Hyperaktivität in Assoziation mit einer neurologischen Erkrankung (z.B. Spina bifida) auf und waren bereits mit Oxybutynin vorbehandelt. Oxybutynin erhöhte zusammen mit intermittierenden Katheterisierungen der Harnblase das durchschnittliche Urinvolumen pro Katheterisierung sowie die maximale cystometrische Blasenkapazität und verminderte den durchschnittlichen Detrusordruck bei maximaler cystometrischer Blasenkapazität.

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