ch.oddb.org
 
Apotheken | Arzt | Interaktionen | Medikamente | MiGeL | Services | Spital | Zulassungsi.
Fachinformation zu Pulmofor® Hot:Vifor SA
Vollst. FachinformationDDDHeatmap anzeigenDrucken 
Gal.Form/Ther.Gr.Zusammens.Eigensch.Pharm.kinetikInd./Anw.mögl.Dos./Anw.Anw.einschr.Unerw.Wirkungen
Interakt.Überdos.Sonstige H.Swissmedic-Nr.Stand d. Info. 

Granulat

Antitussivum 

Zusammensetzung

1 Beutel enthält:

Wirkstoff: Dextromethorphani HBr 25 mg, entspr. Dextromethorphanum 18,5 mg.

Hilfsstoffe: Lactosum, Mannitolum, Aspartamum, Saccharinum, Aromatica, Vanillinum.
(13,5 kJ = 3,2 kcal.)

Eigenschaften/Wirkungen

Dextromethorphan ist ein Morphinderivat. Dextromethorphan und sein pharmakologisch aktiver Metabolit Dextrorphan dämpfen den Hustenreflex durch Erhöhung der zentralen Reizschwelle. Seine antitussive Wirkung fängt 15-30 Min. nach oraler Verabreichung einer Einzeldosis an und dauert im allgemein 3 bis 6 Stunden und sogar länger. Bei therapeutischen Dosen wurde für Dextromethorphan keine Wirkung auf die Zilienbewegungen nachgewiesen.
Dextromethorphan und Dextrorphan binden im ZNS u.a. an Sigma- und PCP2-Rezeptoren (Dopamin-Wiederaufnahme). Dextrorphan ist zudem ein N-Methyl-D-Aspartat-Antagonist.
Dextromethorphan und Dextrorphan können im ZNS akkumulieren, insbesondere bei CYP2D6-defizienten Personen, bei (kontinuierlicher) Anwendung über mehrere Tage oder bei Anwendung von höheren als den empfohlenen Dosierungen. Die Wirkdauer ist deshalb von der Anwendungsdauer (s. «Pharmakokinetik») abhängig.
Wegen der zentralen Akkumulation können die unerwünschten Wirkungen bei längerer Anwendung übermässig verstärkt werden.
Pulmofor Hot Granulat enthält keine kariesfördernden Zucker.

Pharmakokinetik

Absorption
Nach oraler Einnahme wird Dextromethorphan rasch und praktisch vollständig resorbiert. Maximale Plasmaspiegel von Dextromethorphan werden nach 2-3 Stunden erreicht.

Distribution
Zur Verteilung von Dextromethorphan und Dextrorphan sind keine quantitativen Daten verfügbar, doch ist bekannt, dass beide Substanzen in das ZNS aufgenommen werden. Eine Plasma-Eiweissbindung wurde bisher nicht nachgewiesen. Dextromethorphan und seine Metaboliten treten in geringen Mengen in die Muttermilch über, doch ist nicht bekannt, ob sie die Plazentaschranke passieren.

Metabolismus
Dextromethorphan unterliegt einem ausgeprägten hepatischen Firstpass. Der Nachweis des aktiven Metaboliten Dextrorphan im Plasma ist bereits etwa 15 Minuten nach oraler Einnahme von Dextromethorphan möglich. Maximale Plasmaspiegel von Dextrorphan werden nach 1-2 Stunden erreicht. Dextromethorphan wird über das Cytochrom P450-Isoenzyme CYP2D6 metabolisiert, und der Metabolismus ist sättigbar. Die Hauptmetaboliten nach O- und N-Demethylierung sind das pharmakologisch aktive Dextrorphan sowie dessen inaktives Glucuronid und Sulfat-Ester. Weitere Metaboliten sind Methoxy-Methorphane und Hydroxy-Methorphane.

Elimination
Dextromethorphan und seine Metaboliten werden überwiegend im Urin ausgeschieden. Die Eliminationshalbwertszeiten von Dextromethorphan und damit auch von Dextrorphan sind von der eingenommenen Dosis, und vom CYP2D6-Phänotyp der Patienten (s. unten) abhängig, und sie steigen zusätzlich mit zunehmender Anwendungsdauer. Die Eliminationshalbwertszeit von Dextromethorphan variiert deshalb stark: In einer Studie war sie bei schnellen Metabolisierern ohne Stoffwechselblockade nicht messbar, in andern betrug sie 40 Stunden und mehr.
Die Eliminationshalbwertszeit von Dextrorphan beträgt 2,5 bis 3,5 Stunden.

Kinetik in besonderen klinischen Situationen
Metabolismus und Elimination von Dextromethorphan sind bei Patienten mit einem CYP2D6-Mangel stark verzögert. Auf Grund eines genetischen Polymorphismus zählen 10 bis 15% der Bevölkerung zu den sogenannten langsamen Metabolisierern (Debrisoquin-Typ).
Bei einer Leber- oder Nierenfunktionsstörung muss ebenfalls mit einer verzögerten Elimination gerechnet werden.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Husten (verschiedener Ursache), insbesondere trockener Reizhusten.

Dosierung/Anwendung

Erwachsene und Kinder über 12 Jahren: 1 Beutel 3-4 mal täglich.
Den Inhalt des Beutels in einer Tasse (ca. 2 dl) warmem Wasser auflösen.
Es wird geraten, Pulmofor Hot vorzugsweise nach den Mahlzeiten einzunehmen, die letzte Dosis am Abend vor dem Schlafengehen. Zwischen zwei Einnahmen sollte ein Zeitabstand von mindestens 6 Std. respektiert werden.
Bei älteren Patienten oder bei Patienten mit Leberinsuffizienz kann es angezeigt sein, die Behandlung mit der halben Dosis (wie oben für Erwachsene) anzufangen und sie dann je nach Verträglichkeit zu erhöhen.

Behandlungsdauer: Falls nach 7 Behandlungstagen der Husten nicht aufgehört hat oder nicht stark gedämpft ist oder falls er sich noch verschlimmert hat, muss die Behandlung vom Arzt neu überprüft werden.

Diabetikerhinweis: 1 Beutel = ca. 0,1 Obstwert.

Anwendungseinschränkungen

Kontraindikationen
Überempfindlichkeit auf Dextromethorphan oder einem anderen Inhaltsstoff des Präparats.
Phenyketonurie (entält Aspartam). Lactose-Intoleranz.
Gleichzeitige Behandlung mit einem MAO-Hemmer oder mit einem serotoninergen Medikament (z.B. gewisse Antidepressiva oder Anorektika).
Kinder unter 12 Jahren.

Vorsichtsmassnahmen
Antitussiva sollten nur kurzfristig (für einige Tage) ohne Abklärung der Ursache des Hustens eingenommen werden.
Bei Asthma bronchiale, chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung oder anderen Zuständen mit einer respiratorischen Insuffizienz oder erhöhter bronchialer Schleimbildung ist Pulmofor Hot mit Vorsicht anzuwenden.
Dextromethorphan ist ein Substrat, der Metabolit 3-Methoxymorphinon ein Hemmer von CYP2D6. Die gleichzeitige Einnahme anderer CYP2D6-Hemmer und von Medikamenten, die über dieses Isoenzym metabolisiert werden, soll deshalb vermieden werden. Dies betrifft insbesondere gewisse Antidepressiva, Anorektika, Betablo­cker und Antihistaminika (s. «Kontraindikationen», «Interaktionen» und «Überdosierung»).
Die Kombination mit anderen Opioiden ist zu vermeiden.
Pulmofor Hot kann auch bei bestimmungsgemässem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Strassenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Masse bei längerer Anwendung des Präparates sowie bei gleichzeitigem Alkoholkonsum.

Schwangerschaft, Stillzeit
Schwangerschaftskategorie C. Es sind keine Studien bei schwangeren Frauen verfügbar, und für Dextromethorphan sind bisher keine teratogenen Effekte bekannt geworden. Für andere Substanzen vom Dextromethorphan-Typ ist jedoch bekannt, dass sie die zerebrale Entwicklung des Foeten beeinträchtigen können. Falls Dextromethorphan pränatal verabreicht wird, kann eine atemdepressive Wirkung beim Neugeborenen nicht ausgeschlossen werden. Pulmofor Hot sollte deshalb während der Schwangerschaft nur nach kritischer Abwägung von Nutzen und Risiko und nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden.

Stillzeit: Obwohl Dextromethorphan und der Metabolit Dextrorphan nur in geringem Ausmass in die Muttermilch ausgeschieden werden, wird von einer Anwendung von Pulmofor Hot während der Stillzeit abgeraten.

Unerwünschte Wirkungen

Häufigkeit und Schweregrad von unerwünschten Wirkungen sind z.T. von der Dosierung und der Anwendungsdauer abhängig (s. «Pharmakokinetik» und «Überdosierung»).

Gelegentlich: Nausea und Erbrechen, Obstipation, Sedation, Schwindel.

Selten: Inappetenz, Diarrhoe, Verwirrtheit, Unruhe, Atemdepression, allergische Reaktionen wie Hautreaktionen, Gesichtsödem, Dyspnoe, Bronchospasmen, Schwitzen, Blutdruckabfall bis hin zum Schock.

Interaktionen

Dextromethorphan ist ein Substrat, der Metabolit 3-Methoxymorphinon ein Hemmer von CYP2D6. Die gleichzeitige Einnahme von CYP2D6-Hemmern und von anderen Medikamenten, die über dieses Isoenzym metabolisiert werden, kann zu einer gegenseitigen Erhöhung der Wirkstoffspiegel und zur Verzögerung der Elimination führen. Dies betrifft insbesondere Antidepressiva (Serotoninwiederaufnahme-Hemmer, MAO-Hemmer, trizyklische Antidepressiva, Lithium), Betablocker (z.B. Metoprolol, Timolol), H2-Rezeptorantagonisten (Cimetidin und Ranitidin) und die sogenannten nicht-sedierenden Antihistaminika (insbesondere Astemizol, Terfenadine) s. auch «Kontraindikationen» und «Vorsichtsmassnahmen».
Alkohol kann die unerwünschten Wirkungen von Dextromethorphan verstärken.
Die gleichzeitige Gabe von serotoninergen Medikamenten kann ein serotoninerges Syndrom auslösen (s. «Kontraindikationen»).

Überdosierung

Symptome
Eine Überdosierung kann direkt (akut) auftreten, aber auch bei einer mehr als 3-4 Tage dauernden Einnahme höherer Dosen sowie bei Vorliegen einer verzögerten Elimination. Sie kann zu folgenden Symptomen führen: Verstärkung der weiter oben aufgeführten unerwünschten Wirkungen, insbesondere der zentralen Effekte und einer Atemdepression. Des weiteren können auftreten: Tachykardie, Blutdruckanstieg, verschwommenes Sehen, Nystagmus, Ataxie, Krampfanfälle, Erregbarkeit, Halluzinationen und Psychosen.
In seltenen Fällen kann eine Überdosierung zum Koma führen. Einzelfälle von Überdosierungen bei Kindern und Jugendlichen verliefen fatal.

Behandlung
Speziell bei Vorliegen einer Atemdepression haben sich Naloxon und bei Krämpfen Benzodiazepine als wirksames Antidot von Dextromethorphan erwiesen.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit
Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausserhalb der Reichweite von Kindern, bis zu dem auf der Pa­ckung mit «EXP» bezeichneten Datum.

IKS-Nummern

55863.

Stand der Information

Mai 2001.
RL88

2019 ©ywesee GmbH
Einstellungen | Hilfe | FAQ | Anmeldung | Kontakt | Home