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Fachinformation zu MultiHance® 0.5 mmol/ml:Bracco Suisse SA
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Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: V08CA
Wirkungsmechanismus
Gadobenat-Dimeglumin ist eine paramagnetische Substanz, welche in einem magnetischen Feld ein relativ grosses magnetisches Moment entwickelt. Dieses bewirkt eine Verkürzung der Relaxation von Wasserprotonen.
Pharmakodynamik
In der Leberdiagnostik können bei Patienten mit bekanntem oder vermutetem hepatozellulärem Karzinom oder Metastasen unter Anwendung von MultiHance Läsionen nachgewiesen werden, die in der Nativuntersuchung nicht dargestellt werden. Welche Art von Läsionen nach Gabe von MultiHance sichtbar gemacht werden, ist nicht durch pathologisch-anatomische Untersuchungen überprüft worden. In Studien, in denen die Auswirkung auf die Therapie untersucht wurde, war der Nachweis einer Läsion durch die Kontrastmittelgabe nicht immer mit einer Änderung des Therapiekonzeptes verbunden.
Das Gadoliniumchelat Gadobensäure, Dimegluminsalz, verkürzt die longitudinale (T1) und in geringerem Masse auch die transversale (T2) Relaxationszeit von Protonen des Gewebewassers. Die Relaxationswerte von Gadobensäure, Dimegluminsalz, in wässriger Lösung sind r1 = 4.39 und r2 = 5.56 mM-1s-1 bei 20 MHz. Gadobensäure, Dimegluminsalz, weist beim Übergang von wässrigen Lösungen zu Lösungen mit Serumprotein einen starken Anstieg der Relaxaktionswerte auf. Im menschlichen Plasma betrugen die Werte r1 und r2 9.7 bzw. 12.5.
In der Leber bewirkt MultiHance bei T1-gewichteter Darstellung eine deutliche, anhaltende Verstärkung der Signalintensität im normalen Parenchym. Dabei bleibt die Verstärkung der Signalintensität nach der Verabreichung von Dosen von 0.05 oder 0.10 mmol/kg mindestens zwei Stunden lang auf hohem Niveau erhalten.
Ein Kontrast zwischen fokalen Leberläsionen und dem normalen Parenchym ist bei T1-gewichteter dynamischer Darstellung unmittelbar (bis zu 2-3 Minuten) nach einer Bolusinjektion zu beobachten. Danach schwächt sich der Kontrast normalerweise aufgrund eines unspezifischen Enhancements in der Läsion ab. Man kann jedoch davon ausgehen, dass 40-120 Minuten nach MultiHance-Gabe durch sukzessives Auswaschen des Kontrastmittels aus den Leberläsionen bei anhaltender Signalverstärkung im normalen Lebergewebe eine verbesserte Detektion von Leberläsionen und ein niedrigerer Schwellenwert für die Läsionslokalisation erzielt wird.
Die zulassungsrelevanten Studien der Phase II + III bei Patienten mit Leberkarzinomerkrankung zeigen, dass, im Vergleich zu anderen bildgebenden Referenzverfahren (z.B. intraoperative Ultraschalldiagnostik, computertomographische Angioportographie CTAP – oder Computertomographie nach intraarterieller Injektion von iodiertem Öl) die mit MultiHance kontrastierten MR-Scans zu einer mittleren Sensitivität von 95% und einer mittleren Spezifität von 80% für die Detektion von Leberkarzinomen oder –metastasen bei Patienten mit hochgradigem Verdacht auf diese Erkrankung führen.
In der Darstellung des ZNS ermöglicht MultiHance ein verbessertes Enhancement von normalem Gewebe ohne Blut-Hirn-Schranke, extraaxialen Tumoren und von Regionen mit gestörter Blut-Hirn-Schranke. In den zulassungsrelevanten Studien der Phase III zu dieser Indikation, die mit Erwachsenen in parallelen Gruppen durchgeführt wurden, gaben unabhängige Radiologen eine Verbesserung des diagnostischen Informationsgehaltes bei 32-69% der Bilder mit MultiHance bzw. 35-69% der Bilder mit der Vergleichssubstanz an.
Zwei intraindividuelle Cross-Over-MRT-Studien des zentralen Nervensystems bei Patienten mit bekannten oder vermuteten Gehirn oder Rückenmarks-Erkrankungen, die mit 0.1 mmol/kg Körpergewicht MultiHance gescreent wurden und dann mit einer von zwei aktiven Vergleichssubstanzen (0.1 mmol/kg Körpergewicht Gadopentetat-Dimeglumin oder Gadodiamid) verglichen wurden, zeigte MultiHance einen signifikant (p <0.001) höheren Anstieg der Läsion Signal Intensität, des Kontrast-Rausch-Verhältnisses und des Läsion-zu-Hirn-Verhältnisses, sowie eine signifikant (p <0.001) bessere Visualisierung von ZNS-Läsionen in Bilder mit 1.5-Tesla-Scanner (siehe Tabelle).

Visualisierung von ZNS-Läsionen
Endpunkten

Verbesserung durch
MultiHance gegenüber
Gadopentetat dimeglumin
(Studie
MH-109) (n= 151)

p-Wert

Verbesserung durch
MultiHance gegenüber
Gadodiamid (Studie
MH-130) (n= 113)

p-Wert

Beurteilung des Ausmasses der ZNS Erkrankung

25% bis 30%

<0.001

24% bis 25%

<0.001

Visualisierung der internen Morphologie von Läsionen

29% bis 34%

<0.001

28% bis 32%

<0.001

Abgrenzung von intra- und extra-axialen Läsionen

37% bis 44%

<0.001

35% bis 44%

<0.001

Kontrastverstärkung der Läsionen

50% bis 66%

<0.001

58% bis 67%

<0.001

Gesamtdiagnostische Präferenz

50% bis 68%

<0.001

56% bis 68%

<0.001

In den Studien MH-109 und MH-130 wurde die Auswirkung der verbesserten Visualisierung von ZNS-Läsionen mit MultiHance im Vergleich zu Gadodiamid oder Gadopentetatdimeglumin auf Diagnostik und Patientenbehandlung nicht untersucht.
In der MRA führt MultiHance zu einer Verbesserung der Bildqualität durch Erhöhung des Blutsignalzu-Rauschverhältnisses aufgrund der T1-Zeit-Verkürzung des Blutes. Es kommt zu einer Verminderung von Bewegungsartefakten durch die verkürzte Untersuchungsdauer, sowie zu einer Ausschaltung der Strömungsverfälschung. Die off-site Bewertung der Phase III MRA-Scans, die von der Supraaorta bis zu Fussarterien-Gefässbereichen durchgeführt wurden, zeigen eine Verbesserung der diagnostischen Zuverlässigkeit für die Detektion von klinisch bedeutenden steno-okklusiven Krankheiten (z.B. Stenosen höher als 51% oder 60% abhängig von Gefässbereichen) von 8% bis 28% im Vergleich zur Time-of-flight (TOF) MRA, basierend auf Ergebnissen der konventionellen Angiographie.
Bei der MRT der weiblichen Brust verstärkt MultiHance den Kontrast zwischen Tumorgewebe und angrenzendem gesundem Gewebe und verbessert so die Darstellung von Mammakarzinomen.
Bei einer intraindividuellen Cross-Over-Phase III-Studie wurde MultiHance (0.1 mmol/kg Körpergewicht) bei der MRT von weiblichen Patienten mit diagnostiziertem Brustkrebs oder Verdacht auf Brustkrebs aufgrund einer vorangegangenen Mammographie oder Ultraschalluntersuchung angewendet. Die Aufnahmen wurden von drei externen verblindeten Lesern ausgewertet, die keine Verbindung zu den Studienzentren hatten. Die Resultate sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:

 

Leser 1

Leser 2

Leser 3

Anzahl Patienten

136

136

136

Anzahl Läsionen

216

216

216

Richtig-positive Läsionen

132

134

136

Richtig-negative Läsionen

43

46

48

Falsch-positive Läsionen

29

26

24

Falsch-negative Läsionen

12

10

8

Sensitivität

91.7%

93.1%

94.4%

Spezifität

59.7%

63.9%

66.7%

Genauigkeit (Richtigkeit)

81.0%

83.3%

85.2%

Positiver Vorhersagewert

82.0%

83.8%

85.0%

Negativer Vorhersagewert

78.2%

82.1%

85.7%

Beinhaltet nur Läsionen mit standardmässig bestätigter Enddiagnose.
Nachweis der malignen Erkrankung aufgrund der standardmässig bestätigten Enddiagnose, MRT-Ergebnisse nach Adjudizierung.

Daten zur MRT-Untersuchung der Brust bei Männern wurden nicht erhoben.

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