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Fachinformation zu Hepsera®:Gilead Sciences Switzerland Sàrl
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Interaktionen

Adefovir wird renal durch eine Kombination aus glomerulärer Filtration und aktiver tubulärer Sekretion ausgeschieden. Abgesehen von Ibuprofen, Lamivudin, Paracetamol und Trimethoprim/Sulfamethoxazol wurde die Auswirkung einer gleichzeitigen Verabreichung von 10 mg Adefovirdipivoxil mit Arzneimitteln, die renal ausgeschieden werden, oder anderen Arzneimitteln, die die Nierenfunktion beeinträchtigen (wie z.B. intravenöse Aminoglykoside, Amphotericin B, Foscarnet, Pentamidin, Vancomycin), nicht untersucht.
Adefovirdipivoxil wurde auch nicht bei Patienten untersucht, die Arzneimittel erhielten, die über denselben renalen Transporter, «Human Organic Anion Transporter 1» (hOAT1), ausgeschieden werden (wie z.B. Cidofovir). Die gleichzeitige Verabreichung von 10 mg Adefovirdipivoxil mit anderen Arzneimitteln, die ebenfalls durch tubuläre Sekretion ausgeschieden werden oder die tubuläre Funktion verändern, kann zu einem Anstieg der Serumkonzentration von Adefovir oder dem gleichzeitig verabreichten Arzneimittel führen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Trimethoprim/Sulfamethoxazol, Paracetamol und Ibuprofen, die ebenfalls durch aktive tubuläre Sekretion ausgeschieden werden oder die tubuläre Sekretion beeinflussen können, blieben nach Adefovir-Gabe unverändert.
Die Pharmakokinetik von Adefovir blieb unverändert, wenn 10 mg Adefovirdipivoxil gleichzeitig mit Trimethoprim/Sulfamethoxazol oder Paracetamol verabreicht wurde (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Die gleichzeitige Verabreichung von 10 mg Adefovirdipivoxil und 800 mg Ibuprofen dreimal täglich führte zu Anstiegen der AUC und C max von Adefovir um 23% bzw. 33%. Diese Anstiege sind eher der höheren relativen Bioverfügbarkeit zuzuschreiben als einer Abnahme der renalen Clearance von Adefovir. Sie wurden nicht als klinisch relevant beurteilt.
In Konzentrationen, die erheblich (>4’000-Fache) über denen liegen, die in vivo beobachtet wurden, hemmte Adefovir keine der folgenden humanen CYP450-Isoformen: CYP1A2, CYP2D6, CYP2C9, CYP2C19 und CYP3A4. Aufgrund der Resultate dieser In-vitro-Experimente und dem bekannten Ausscheidungsweg von Adefovir ist das Potential für CYP450-vermittelte Interaktionen unter Beteiligung von Adefovir mit anderen Arzneimitteln gering.
Die gleichzeitige Verabreichung von 10 mg Adefovirdipivoxil und 100 mg Lamivudin veränderte das pharmakokinetische Profil beider Arzneimittel nicht.
Bei Verabreichung von Adefovirdipivoxil in Dosen, die um das 6- bis 12-Fache über der empfohlenen Dosis von 10 mg zur Behandlung der chronischen Hepatitis B lagen, wurden keine klinisch signifikanten Interaktionen mit Zidovudin, Saquinavir, Nelfinavir, Nevirapin, Indinavir, Efavirenz, Delavirdin, Didanosin oder Lamivudin beobachtet. Die gleichzeitige Verabreichung von 60 mg Adefovirdipivoxil und Saquinavir-Weichgelatinekapseln führte zu einem Anstieg der Adefovir-AUC (20%). Dieser Anstieg der systemischen Exposition wurde nicht als klinisch signifikant beurteilt.
Es liegen keine Daten über die gleichzeitige Anwendung anderer Arzneimittel (einschliesslich Interferon) vor.
Die relative orale Bioverfügbarkeit und das pharmakokinetische Verhalten von Adefovir wird durch eine Mahlzeit nicht beeinträchtigt (siehe «Pharmakokinetik»).

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