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Fachinformation zu Cefurim® eco 250/500:Sandoz Pharmaceuticals AG
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AMZV

Zusammensetzung

Wirkstoff: Cefuroximum (ut Cefuroximumaxetil).
Hilfsstoffe: Excipiens pro compr. obd.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten zu 250 mg und 500 mg Cefuroxim (ut 300 mg und 600 mg Cefuroximaxetil).

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Cefurim eco ist bei folgenden Infektionen indiziert, welche durch cefuroximempfindliche Keime verursacht werden:
Oberer Respirationstrakt: Tonsillitis, Pharyngitis, Otitis media, Sinusitis.
Unterer Respirationstrakt: Akute Bronchitis und akute Exazerbationen von chronischen Bronchitiden, Pneumonie.
Haut und Weichteilgewebe: Furunkulosen, Pyodermie, Impetigo.
Gonorrhoe: Akute unkomplizierte Urethritis und Zervizitis.
Lyme Borreliose: Stadium I, Erythema chronicum migrans mit allfälligen passageren Gelenkerscheinungen resp. flüchtigen und begrenzten neurologischen Reaktionen.
Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollen beachtet werden, insbesondere Anwendungsempfehlungen zur Verhinderung der Zunahme der Antibiotikaresistenz.

Dosierung/Anwendung

Die übliche Behandlungsdauer beträgt 7 (5–10) Tage, je nach Schwere und Verlauf der Infektion.
Um eine optimale Resorption zu gewährleisten, sollte Cefurim eco mit den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Filmtabletten sollten des bitteren Geschmacks wegen nicht zerkaut oder zerkleinert werden und sind deshalb für Kinder unter 5 Jahren ungeeignet.
Übliche Dosierung
Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre
Standarddosierung: 2× tägl. (alle 12 h) 250 mg.
Leichte bis mittelschwere Infektionen des unteren Respirationstraktes: 2× tägl. (alle 12 h) 250 mg.
Schwere Infektionen des unteren Respirationstraktes: 2× tägl. (alle 12 h) 500 mg.
Unkomplizierte Gonorrhö: eine einzige Dosis von 1 g.
Lyme Borreliose: 2× tägl. (alle 12 h) 500 mg während 20 Tagen.
Alternative Dosierung
– Leichte bis mittelschwere, ausserhalb des Spitals erworbene Pneumonie: 2× tägl. 1,5 g Cefuroxim i.v. oder i.m. für 48–72 Stunden, gefolgt von 2× tägl. 500 mg Cefurim eco oral für 7–10 Tage.
– Akute Exazerbationen von chronischen Bronchitiden: 2× tägl. 750 mg Cefuroxim i.v. oder i.m. für 48–72 Stunden, gefolgt von 2× tägl. 500 mg Cefurim eco oral für 5–10 Tage.
Der Zeitpunkt des Wechsels von der parenteralen auf die orale Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Infektion, dem klinischen Zustand des Patienten und der Empfindlichkeit des Keimes. Falls innerhalb von 72 Std. keine klinische Besserung eingetreten ist, muss die parenterale Behandlung fortgeführt werden.
Kinder von 5 bis 12 Jahren (mit Körpergewicht von mindestens 20 kg)
Otitis media oder schwerwiegender Infekt bei Kindern ab 5 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 20 kg: 2× täglich (alle 12 h) 250 mg. Tageshöchstdosis: 500 mg.
Mit den von Cefurim eco erhältlichen Dosierungsstärken ist eine Behandlung von Kindern unter 12 Jahren in den übrigen Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten nicht möglich.
Kinder unter 5 Jahren
Mit den von Cefurim eco erhältlichen galenischen Formen ist eine Behandlung von Kindern unter 5 Jahren nicht möglich.
Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion
Die Elimination von Cefuroxim ist bei eingeschränkter Nierenfunktion verlangsamt. Eine Dosisanpassung bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance über 20 ml/min ist jedoch bei der relativ niedrigen maximalen Tagesdosis von 1 g Cefuroxim nicht erforderlich.
Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance unter 20 ml/min sollte die Dosierung dem Grad der Insuffizienz angepasst werden.
Bei einer Dialyse werden die Serumspiegel herabgesetzt.

Kontraindikationen

Bei erwiesener Überempfindlichkeit gegenüber Cephalosporinen ist Cefurim eco kontraindiziert. Bei Penicillinüberempfindlichkeit ist auf eine mögliche Kreuzallergie zu achten.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Bei Patienten mit allergischer Reaktionsbereitschaft ist generell Vorsicht bei Verabreichung von Betalaktam-Antibiotika geboten.
Wie bei anderen Antibiotika kann bei Verabreichung ein gesteigertes Wachstum von Candida vorkommen. Bei längerer Verabreichung kann ebenfalls ein gesteigertes Wachstum von nicht empfindlichen Keimen (z.B. Enterokokken, Clostridium difficile) vorkommen, was eine Unterbrechung der Behandlung erforderlich machen kann. Eine genaue Beobachtung des Patienten ist daher wesentlich. Tritt während der Behandlung eine Superinfektion auf, sind entsprechende Massnahmen zu ergreifen.
Es sind Fälle von pseudomembranöser Colitis unter Antibiotika-Therapie bekannt. Dies gilt es zu beachten, wenn ein Patient während oder nach einer Antibiotika-Therapie unter starker Diarrhö leidet; das Antibiotikum ist in solchen Fällen abzusetzen, und eine geeignete Therapie (z.B. Vancomycin) einzuleiten. Peristaltikhemmende Präparate sind kontraindiziert.
Bei eingeschränkter Nierenfunktion muss die Dosierung von Cefurim eco dem Schweregrad der Niereninsuffizienz entsprechend angepasst werden (vgl. «Spezielle Dosierungsanweisungen»).
Bei Kombination hoher Dosen von Cephalosporinen mit stark wirksamen Diuretika und/oder Aminoglykosiden ist Vorsicht geboten, da dadurch die Nierenfunktion ungünstig beeinflusst werden könnte (vgl. «Interaktionen»).
Bei Patienten unter Kombinationstherapie sowie bei Patienten mit vorbestehender Nierenschädigung und allgemein bei älteren Patienten sollte die Nierenfunktion während der Therapie laufend überwacht werden. Bei Auftreten von (epilepsieähnlichen) Krampfanfällen (siehe «Überdosierung») sind die üblichen, entsprechenden Notfallmassnahmen angezeigt (z.B. Atemwege freihalten sowie Gabe von Antikonvulsiva).
Im Zusammenhang mit der Behandlung der Lyme Borreliose mit Cefurim eco wurde bei ungefähr 17% der Patienten das Auftreten einer Jarisch-Herxheimer Reaktion beobachtet. Diese Reaktion ist eine direkte Folge der bakteriziden Wirkung von Cefurim eco auf die die Lyme Borreliose verursachende Spirochaete, Borrelia burgdorferi. Dem Patienten sollte versichert werden, dass es sich hierbei um eine übliche und normalerweise vorübergehende Folge der Antibiotikabehandlung der Lyme Borreliose handelt.
Die Patienten müssen darauf hingewiesen werden, dass bei der Einnahme des Arzneimittels Schwindel auftreten, und dadurch das Führen von Fahrzeugen und Maschinen beeinträchtigt werden kann (vgl. «Wirkungen auf die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen» u. «Unerwünschte Wirkungen»).

Interaktionen

Cephalosporin-Antibiotika sollten nur mit grosser Vorsicht zusammen mit Aminoglykosiden und stark wirksamen Diuretika wie Furosemid gegeben werden, da diese Kombination eine ungünstige Wirkung auf die Nierenfunktion haben kann.
Die Einnahme von Arzneimitteln, welche den Säuregehalt im Magen herabsetzen, kann die biologische Verfügbarkeit von Cefurim eco vermindern und die nach einer Mahlzeit normalerweise erhöhte Resorptionsquote aufheben.
Probenecid führt zur Reduktion der renalen Clearance von Cefurim eco. Es erhöht dadurch die Konzentration und verlängert die Verweildauer von Cefurim eco im Organismus.
Wie andere Antibiotika auch, kann Cefuroxim die Darmflora beeinträchtigen, was zu verminderter Oestrogen-Resorption und Wirksamkeit von kombinierten oralen Kontrazeptiva führen kann.
Bakteriostatika können mit der bakteriziden Wirkung von Cephalosporinen interferieren.
Selten wurde ein Antagonismus mit Cefoxitin Imipenem und Chloramphenicol nachgewiesen. Die klinische Relevanz dieser In-vitro Ergebnisse ist nicht bekannt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft
Die experimentellen Untersuchungen ergaben keine Hinweise auf embryopathische oder teratogene Wirkungen. Es liegen keine kontrollierten Studien bei Schwangeren vor. Cefurim eco sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist klar notwendig.
Stillzeit
Cefuroxim tritt in geringer Menge in die Muttermilch über. Eine Anwendung während der Stillzeit wird daher nicht empfohlen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann Schwindel verursachen. Die Patienten sollten dahingehend gewarnt werden, dass ein auftretender Schwindel beim Führen von Fahrzeugen oder beim Bedienen von Maschinen ihre eigene Sicherheit aber auch die Sicherheit anderer gefährden kann.

Unerwünschte Wirkungen

Bei den nachfolgend angegebenen Häufigkeitsklassen handelt es sich um Schätzwerte, da für die meisten Reaktionen keine geeigneten Daten (beispielsweise aus Studien mit Placebokontrolle) zur Berechnung der Inzidenz zur Verfügung standen. Ausserdem kann die Inzidenz der unerwünschten Reaktionen im Zusammenhang mit Cefuroxim Axetil indikationsabhängigen Schwankungen unterliegen.
Zur Ermittlung der Häufigkeit der sehr häufigen bis seltenen unerwünschten Wirkungen wurden Daten aus klinischen Grossstudien herangezogen. Die Häufigkeiten aller übrigen unerwünschten Wirkungen (d.h. mit einer Inzidenz <1/10‘000) stammen vorwiegend aus den Daten der Erfahrungsberichte (Post-Marketing Reports) und beziehen sich daher nicht auf die tatsächliche Häufigkeit des Auftretens, sondern auf die Meldehäufigkeit. Daten aus Studien mit Placebokontrolle standen nicht zur Verfügung. Soweit Inzidenzwerte aus klinischen Studiendaten berechnet wurden, wurden zu diesem Zweck die arzneimittelbezogenen Daten (laut Prüfarztbeurteilung) herangezogen.
Zur Klassifikation der Häufigkeit wurde die folgende Konvention verwendet:
Sehr häufig ≥1/10, häufig ≥1/100 und <1/10, gelegentlich ≥1/1000 und <1/100, selten ≥1/10‘000 und <1/1000, sehr selten <1/10‘000.
Infektionen und Infestation
Häufig: Gesteigertes Wachstum von Candida bei einer Langzeitanwendung.
Störungen des Blut- und Lymphsystems
Häufig: Eosinophilie.
Gelegentlich: Positiver Coombs-Test, Thrombozytopenie, Leukopenie (gelegentlich stark ausgeprägt), Neutropenie.
Sehr selten: Hämolytische Anämie.
Cephalosporine als Wirkstoffklasse neigen dazu, sich an die Membranoberfläche der roten Blutkörperchen anzulagern und mit Antikörpern, welche gegen das Arzneimittel gerichtet sind, zu reagieren, was einen positiven Coombs Test und sehr selten eine hämolytische Anämie bewirkt.
Die serologische Kreuzprobe kann beeinflusst werden.
Störungen des Immunsystems
Überempfindlichkeitsreaktionen einschliesslich:
Gelegentlich: Hautausschläge einschliesslich makulopapulöse oder morbilliforme Exantheme.
Selten: Urtikaria, Pruritus (Hautjucken).
Sehr selten: Arzneimittelfieber, Serumkrankheit, Anaphylaxie.
Bei den geringen, im Filmüberzug der Tabletten enthaltenen Mengen von Methyl- und Propylparahydroxybenzoat (Konservierungsstoffe) ist kaum mit Überempfindlichkeitsreaktionen auf diese zu rechnen, auch nicht bei besonders disponierten Patienten mit Asthma oder chronischer Urtikaria (sog. Aspirin- und Additivintoleranz).
Störungen des Nervensystems
Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel.
Gastrointestinale Störungen
Häufig: Gastrointestinale Störungen einschliesslich Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen.
Gelegentlich: Erbrechen.
Selten: Pseudomembranöse Kolitis (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Sehr selten: Sodbrennen.
Bei der Behandlung der Lyme Borreliose kann aufgrund der längeren Behandlungsdauer (20 Tage) die Häufigkeit des Auftretens von Diarrhö erhöht sein (in kontrollierten Studien um die 10%).
Funktionsstörungen der Leber und der Galle
Häufig: Vorübergehende Steigerungen von Leberenzymwerten: (ALT [SGPT], AST [SGOT], LDH).
Gelegentlich: Vorübergehende Erhöhung der alkalischen Phosphatase. Auch die Bilirubinkonzentration kann vorübergehend ansteigen.
Sehr selten: Gelbsucht (vorwiegend cholestatischer Ikterus), Hepatitis.
Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Sehr selten: Erythema exsudativum multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse (Exanthemnekrolyse).
Siehe auch unter «Störungen des Immunsystems».

Überdosierung

Überdosierungen von Cephalosporinen können zerebrale Störungen hervorrufen, welche sich in Krämpfen äussern können. Eine Behandlung mit Antikonvulsiva kann angebracht sein. Zu hohe Cefuroxim-Spiegel können durch Hämo- oder Peritonealdialyse gesenkt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J01DC02
Wirkungsmechanismus
Cefuroximaxetil (1-Acetoxyethylester von Cefuroxim) ist ein halbsynthetisches Cephalosporin der zweiten Generation, welches oral wirksam ist. Cefuroxim ist als Zinacef im Handel, welches nur parenteral verabreicht werden kann. Cefuroximaxetil, ein Prodrug, wird im Körper in den aktiven Metaboliten Cefuroxim umgewandelt, der durch Hemmung der Zellwandsynthese eine bakterizide Wirkung entfaltet. Cefurim eco ist gegen die meisten β-Lactamasen stabil und wirkt in vitro gegen folgende Mikroorganismen:
Sensible Mikroorganismen

                                   MHK 50    MHK 90 

                                   (µg/ml)   (µg/ml)

Empfindliche grampositive Keime:                    

Staphylococcus aureus (inkl.       0,8       1,4    

 penicillinasebildende Stämme,                      

 aber exkl. methicillinresistente                   

 Stämme)                                            

Staphylococcus epidermidis (inkl.  0,3       1,0    

 penicillinasebildende Stämme aber                  

 exkl. methicillinresistente                        

 Stämme)                                            

Streptococcus pyogenes (und        <0,06     0,05   

 andere beta-hämolysierende                         

 Streptokokken)                                     

Streptococcus agalactiae           <0,06     0,1    

 (Gruppe B)                                         

Streptococcus pneumoniae           <0,06     0,2    

Empfindliche gramnegative Keime:                    

Escherichia coli                   1,9       5,0    

Proteus mirabilis                  0,6       1,3    

Proteus rettgeri                   1,1       4,8    

Providencia spp.                   keine Werte      

                                   verfügbar        

Klebsiella spp.                    1,4       3,5    

Haemophilus influenzae (inkl.      0,5       1,0    

 ampicillinresistente Stämme)                       

Haemophilus parainfluenzae         <0,5      1,0    

Neisseria gonorrhoeae (penicil-    <0,03     0,25   

 linase- und nicht penicillinase-                   

 bildende Stämme)                                   

Moraxella (Branhamella)            0,5       1,0    

 catarrhalis                                        

Empfindliche grampositive Anaerobier:               

Peptostreptococcus spp.            0,3       3,0    

Peptococcus spp.                   <0,25     4,0    

Clostridium perfringens            1,7       4,0    

Propionibacterium spp.             0,25      0,5    

Empfindlicher gramnegativer Anaerobier:             

Veillonella spp.                   1,5       8,0    

Andere Erreger:                                     

Borrelia burgdorferi               kein Wert <0,2   

                                   verfügbar        

Resistente Mikroorganismen
Clostridium difficile, Pseudomonas spp., Campylobacter spp., Acinetobacter calcoaceticus, methicillinresistente Stämme von Staphylococcus aureus und Staphylococcus epidermidis, Enterokokken, Listeria monocytogenes, Legionella spp.
Einige Stämme der folgenden Keime sind nicht empfindlich: Morganella morganii, Proteus vulgaris, Enterobacter spp., Citrobacter spp., Serratia spp., Bacteroides spp., Fusobacterium spp.
Bei durch mässig empfindliche Keime verursachten Infektionen ist die Durchführung eines Empfindlichkeitstestes zu empfehlen, um eine eventuelle Resistenz ausschliessen zu können. Die Empfindlichkeit gegenüber Cefuroxim kann anhand von standardisierten Verfahren, wie sie beispielsweise vom Clinical and Laboratory Standards Institute (CLSI) empfohlen werden, mit Disk- oder Verdünnungstests bestimmt werden.
Dabei werden vom CLSI die folgenden Parameter als Empfindlichkeitskriterien empfohlen:

                   Disktest (30 µg)  Verdünnungstest

                   Durchmesser (mm)  MHK (mg/l)     

Sensibel           ≥23               ≤4           

Intermediär        15–22             8–16           

Resistent          ≤14               ≥32          

Laborresultate im Dilutionstest oder im standardisierten Disk-Diffusionstest sollten nach folgenden Kriterien interpretiert werden:
Mässig empfindliche Keime sind empfindlich bei hoher Dosierung oder wenn die Infektion auf Gewebe und Flüssigkeiten begrenzt ist, in denen hohe Antibiotikaspiegel erreicht werden.
In vitro wurden für Cefuroxim synergistische oder additive Wirkungen mit einer Reihe bakterizider Antibiotika, insbesondere Aminoglykosiden, beobachtet.
Selten wurde ein Antagonismus mit Cefoxitin, Imipenem und Chloramphenicol nachgewiesen. Die klinische Relevanz dieser In-vitro-Ergebnisse ist nicht bekannt.
Eine Kreuzresistenz kann, wie bei anderen Penicillinen und Cephalosporinen, innerhalb derselben Antibiotikaklasse auftreten.

Pharmakokinetik

Absorption
Nach oraler Verabreichung wird Cefuroximaxetil aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert und rasch in der Darmmukosa hydrolysiert. Es kommt als Cefuroxim in die Blutzirkulation. Die Resorption ist optimal, wenn die Einnahme mit den Mahlzeiten erfolgt.
Die absolute Bioverfügbarkeit der Tabletten beträgt 40–60% bei Einnahme mit den Mahlzeiten und 30–40% auf nüchternen Magen. Die höchsten Blutspiegel werden nach 2–3 Stunden erreicht und betragen 2–3 mg/l nach 125 mg, 4–6 mg/l nach 250 mg, 5–8 mg/l nach 500 mg und 9–14 mg/l nach 1 g, wenn die Tabletten mit dem Essen eingenommen werden.
Distribution
Das scheinbare Verteilungsvolumen nach einer oralen Dosis beträgt 17,4 l. Die Proteinbindung beträgt 33–50%; je nach Bestimmungsmethode.
Bei Schwangeren passiert Cefuroxim in geringen Mengen die Plazentaschranke.
Cefuroxim geht in geringen Mengen in die Muttermilch über.
Metabolismus
Nach oraler Gabe wird Cefuroximaxetil schnell durch unspezifische Esterasen im Darm und im Blut hydrolysiert. Der Axetil-Teil wird in Acetaldehyd und Essigsäure umgewandelt, während das Cefuroxim unverändert ausgeschieden wird.
Elimination
Die Serumhalbwertszeit beträgt 1–1,5 h. Cefuroxim wird nicht metabolisiert und wird durch glomeruläre Filtration und tubuläre Sekretion ausgeschieden. Innert 12 h werden ca. 50% des Wirkstoffes im Urin gefunden.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Probenecid
Die gleichzeitige Verabreichung von Probenecid vergrössert die Fläche unter der Plasmaspiegel/Zeit-Kurve um 50%.
Eingeschränkte Nierenfunktion
Die Elimination von Cefuroxim ist bei eingeschränkter Nierenfunktion verlangsamt. Eine Dosisanpassung bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance über 20 ml/min ist jedoch bei der relativ niedrigen maximalen Tagesdosis von 1 g Cefuroxim nicht erforderlich.
Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance unter 20 ml/min sollte die Dosierung dem Grad der Insuffizienz angepasst werden.
Bei einer Dialyse werden die Serumspiegel herabgesetzt.
Kinder zwischen 3 Monate und 12 Jahre
Bei Kindern (3 Monate – 12 Jahre) werden nach Dosierungen von 10, 15 und 20 mg Cefuroxim in Form einer Suspension pro kg KG nach durchschnittlich 3 h maximale Serumkonzentrationen von 3,3; 5,1 und 7,0 µg/ml erreicht.

Präklinische Daten

Allgemeine Toxikologie
In Tierstudien wurde nachgewiesen, dass Cefuroximaxetil nur eine sehr geringe Toxizität besitzt. Für eine Zielorgan-Toxizität ergaben sich keine Hinweise in Mehrfachdosisstudien mit Ratten und Hunden bei Dosierungen, die über den therapeutischen Dosierungen lagen.
Mutagenese/Karzinogenität
Für Cefuroximaxetil wurden bei einer Standardreihe von In-vitro -Tests und einem In-vivo -Mikronukleustest bei der Maus nur negative Befunde erhalten. Erwartungsgemäss induzierte die Substanz Chromosomenaberrationen in Humanlymphozyten unter In-vitro -Bedingungen. Diese Eigenschaft ist aber auch bei anderen Betalaktam-Antibiotika zu beobachten und es liegen keine Hinweise dafür vor, dass dies auf ein karzinogenes Potenzial schliessen liesse.
Da Cefuroximaxetil lediglich für die kurzzeitige Behandlung verwendet wird, wurden keine Karzinogenitätsstudien durchgeführt.
Reproduktionstoxikologie
Cefuroximaxetil zeigte keine ungünstigen Wirkungen auf die Fruchtbarkeit oder die peri-/postnatale Entwicklung von Ratten bzw. die embryofötale Entwicklung von Mäusen oder Ratten bei Dosierungen, die deutlich über den therapeutischen Dosierungen lagen.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden
Unter Behandlung mit Cefurim eco kann der direkte Coombs Test vorübergehend positiv ausfallen. Die serologische Kreuzprobe kann dadurch beeinflusst werden.
Zur Blut/Plasma-Glukosebestimmung sollten enzymatische Methoden (Glukoseoxidase- oder Hexokinase-Methode) verwendet werden, da bei Reduktionstests Interferenzen beobachtet wurden.
Zur Kreatinin-Bestimmung sollte der alkalische Pikrat-Assay (Jaffé-Probe) verwendet werden.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Das Arzneimittel in der Originalpackung, bei Raumtemperatur (15–25 °C) und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

56966 (Swissmedic).

Packungen

Menge

CHF

SM

Rückerstattungskat.

CEFURIM eco Filmtabl 250 mg (aH 11/11)

14 Stk (aH 11/11)

33.65

A

SL G

CEFURIM eco Filmtabl 500 mg (aH 03/12)

14 Stk (aH 03/12)

44.75

A

SL G

Zulassungsinhaberin

Sandoz Pharmaceuticals AG, Steinhausen.
Domizil
6330 Cham.

Stand der Information

Februar 2007.

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