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Fachinformation zu Nocutil, Nasenspray:Gebro Pharma AG
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Zusammensetzung

Wirkstoffe
Desmopressinacetat
Hilfsstoffe
Benzalkonii chloridum 0.1 mg / ml, Natrii chlordium, Acidum malicum, Natrii hydroxidum, Aqua.

Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit

Nasenspray, Lösung:
1 ml enthält 0.1 mg Desmopressinacetat, entsprechend 89 µg Desmopressin
1 Sprühstoss (0.1 ml) enthält 10 µg Desmopressinacetat entsprechend 8,9 µg Desmopressin

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Diabetes insipidus centralis, Polyurie, Polydipsie nach Hypophysektomie bzw. Operationen im Hypophysenbereich.
Untersuchung der Konzentrationsfähigkeit der Nieren (Diagnostik des Diabetes insipidus).

Dosierung/Anwendung

Diabetes insipidus centralis, Polyurie, Polydipsie nach Hypophysektomie bzw. Operationen im Hypophysenbereich
Wenn innerhalb von vier Wochen nach der Einstellung auf eine geeignete Dosis kein ausreichendertherapeutischer Effekt erreicht wird, sollte die medikamentöse Behandlung abgebrochen werden.
Zu Beginn der Behandlung muss die optimale Dosierung vom Arzt individuell durch Bestimmung der Harnmenge und Harnosmolalität ermittelt werden. Die Therapie sollte sich an zwei Parametern ausrichten: einer adäquaten Schlafdauer und einer ausgewogenen Wasserbilanz.
Bei Anzeichen von Wasserretention / Hyponatriämie muss die Behandlung unterbrochen und die Dosierung angepasst werden.Nocutil Nasenspray sollte nur bei Patienten angewendet werden, für die orale Darreichungsformen nicht geeignet sind.
Erwachsene: Tagesdosis 10–40 µg Desmopressinacetat, entsprechend 1–4 Sprühstösse Nasenspray, verteilt auf 1-2 Einzeldosen.
Jugendliche und Kinder ab 1 Jahr: Tagesdosis 5–20 µg, entsprechend 1-2 Sprühstössen Nasenspray, verteilt auf 1-2 Einzeldosen. Nocutil Nasenspray ist für die Behandlung von Kindern, welche eine Dosis < 10 µg benötigen, ungeeignet, da Dosierungen unter 10 µg nicht mit dem Nasenspray verabreicht werden können.
Säuglinge im ersten Lebensjahr: Nocutil Nasenspray soll bei Säuglingen nicht zur Therapie angewendet werden.
Untersuchung der Konzentrationsfähigkeit der Nieren
Die Untersuchung der Konzentrationsfähigkeit der Nieren mit Nocutil bei Säuglinge im ersten Lebensjahr sollte nur unter Klinik-Bedingungen und unter sorgfältiger Überwachung durchgeführt werden.
Zur Bestimmung der Konzentrationsfähigkeit werden folgende Einzeldosen empfohlen:
Erwachsene: 40 µg Desmopressinacetat (4 Sprühstösse Nasenspray).
Jugendliche und Kinder ab 1 Jahr: 20 µg Desmopressinacetat (2 Sprühstösse Nasenspray).
Säuglinge unter 1 Jahr: 10 µg Desmopressinacetat (1 Sprühstösse Nasenspray).
Der Kurztest wird vorzugsweise morgens durchgeführt.
Die Flüssigkeitsaufnahme muss 1 Stunde vor bis 8 Stunden nach der Gabe auf maximal 0,5 Liter zur Durstlöschung beschränkt werden.
Vor Testbeginn sollte die Osmolalität des Urins bestimmt werden. Der innerhalb der ersten Stunde nach Desmopressin-Gabe gewonnene Sammel-Urin wird verworfen. Während der nächsten 8 Stunden werden 2 Urinproben genommen (vorzugsweise nach etwa 2 und 4 Stunden). Innerhalb der ersten Stunde sollte Urin abgenommen und verworfen werden. In den beiden Urinproben wird die Osmolalität ermittelt. Zur Bestimmung der renalen Konzentrationsfähigkeit wird dann der höhere Wert mit dem Ausgangswert vor Testbeginn oder dem alterspezifischen Referenzwert (Erwachsene 800-1000 mOsm/kg) verglichen. Erniedrigte Werte, ein fehlender oder nur geringer Anstieg der Urinosmolalität deuten auf eine eingeschränkte Nierenkonzentrationsfähigkeit hin. Eine durch zentralen Diabetes insipidus bedingte Polyurie liegt vor, wenn die Urinosmolalität deutlich ansteigt und das Urinvolumen deutlich abnimmt.
Spezielle DosierungsempfehlungenPädiatrische PatientenNocutil Nasenspray soll bei Patienten <1 Jahr nicht angewendet werden.
Ältere PatientenNocutil wurde bei Patienten >65 Jahre nicht spezifisch untersucht. Eine Anwendung in dieser Altersgruppe wird nicht empfohlen (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen Bei Patienten mit moderater oder schwerer Niereninsuffizienz ist Nocutil kontraindiziert.
Patienten mit LeberfunktionsstörungenDa Desmopressin kaum hepatisch metabolisiert wird, ist bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion keine Dosisanpassung erforderlich.

Kontraindikationen

-primärer oder psychogene Polydipsie (mit einer Urinproduktion von >40 ml/kg/24 h);
bekannte oder vermutete Herzinsuffizienz und andere Erkrankungen, die eine Behandlung mit Diuretika erfordern;
- Hyponatriämie;
-moderate oder schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 50 ml/min);
-Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH);
-schweres klassisches von-Willebrand-Jürgens-Syndrom (Typ IIb), Patienten mit 5% Faktor VIII-Aktivität, Faktor VIII-Antikörpern;
-Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Nocutil Nasenspray sollte nur bei Patienten angewendet werden, für die die orale Darreichungsformen nicht geeignet sind:Es wird empfohlen:- mit der niedrigsten Dosis zu beginnen- die Einhaltung der Anweisungen zur Flüssigkeitsbeschränkung sicherzustellen- die Dosis schrittweise und mit Vorsicht zu erhöhen- sicherzustellen, dass die Verabreichung bei Kindern unter Aufsicht von Erwachsenen erfolgt, um die Einnahme der Dosis zu kontrollieren.
Organische Ursachen für eine Polyurie, gesteigerte Miktionsrate oder Nykturie wie benigne Prostatahyperplasie (BPH), Harnwegsinfekte, Blasensteine bzw. -tumore, Störungen des Blasensphinkters, Polydipsie oder unzureichend behandelter Diabetes mellitus sollten ausgeschlossen oder entsprechend behandelt werden. Eine Nebennieren- oder Schilddrüseninsuffizienz muss vor Beginn der Desmopressintherapie ausgeschlossen bzw. adäquat behandelt werden.
Schwere Blasenfunktionsstörungen oder eine Blasenauslassobstruktion müssen vor Beginn der Behandlung eines Diabetes insipidus ausgeschlossen werden.
Eine Behandlung mit Desmopressin ohne gleichzeitige Reduktion der Flüssigkeitsaufnahme kann zu Wasserretention und/oder Hyponatriämie führen. Eine Hyponatriämie kann asymptomatisch sein oder mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Nausea, Erbrechen, Ödemen und Gewichtszunahme einhergehen. In schweren Fällen kann es zu Krampfanfällen, Hirnödem und Koma kommen. Dies gilt besonders für Kinder bis 1 Jahr oder ältere Patienten, abhängig von ihrem Allgemeinzustand. Auf Grund der verstärkten Wasserrückresorption kann der Blutdruck steigen, und es kann sich in einigen Fällen eine Hypertonie entwicklen. Bei Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit kann es zu Angina pectoris kommen. Die Flüssigkeitsaufnahme sollte daher so weit wie möglich eingeschränkt und das Körpergewicht regelmässig kontrolliert werden.
Die Wirkungsdauer nimmt mit höheren Dosierungen zu, wodurch auch das Hyponatriämierisiko mit der Dosis steigt. Die Dosis soll daher stets von unten nach oben titriert werden.
Patienten bzw. im Falle von Kindern deren Eltern sind darauf aufmerksam zu machen, dass eine übermässige Flüssigkeitsaufnahme zu vermeiden ist und dass bei Erbrechen, Diarrhoe, Fieber, Gastroenteritis oder systemischen Infektionen die Anwendung von Desmopressin solange zu unterbrechen ist, bis sich der Flüssigkeitshaushalt wieder normalisiert hat. Bei solchen Erkrankungen muss der Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt sorgfältig überwacht werden.
Bei Kinder unter 5 Jahren und älteren Patienten (>65 Jahre) sowie bei Patienten, welche bereits vor Behandlungsbeginn niedrige Natriumspiegel im Serum aufweisen, kann das Risiko für eine Hyponatriämie erhöht sein. Bei Patienten >65 Jahre soll daher das Serum-Natrium vor Beginn der Therapie sowie 3 Tage nach Therapiebeginn oder nach einer Dosissteigerung bestimmt werden.
Bei Auftreten von Symptomen, welche auf eine Wasserretention und/oder Hyponatriämie hindeuten, sollte die Behandlung unterbrochen werden, bis sich der Patient vollständig erholt hat.
Bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, welche ebenfalls die Wasser- und/oder Natriumhomöostase beeinflussen, ist besondere Vorsicht geboten (siehe "Interaktionen" ). In solchen Fällen ist eine Reduktion der Flüssigkeitsaufnahme und eine häufigere Überwachung des Serumnatriums besonders wichtig, um das Risiko einer Hyponatriämie bzw. Wasserintoxikation zu reduzieren. Dies gilt für:
-Arzneimittel, welche bekanntermassen ein SIADH herbeiführen (trizyklische Antidepressiva, Opioide, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, Chlorpromazin, Chlorpropamide und Carbamazepin);
-NSAIDs.
In diesen Fällen muss vor der Anwendung von Nocutil der individuelle Ausgangswert des Serum-Natriums bestimmt werden. Desmopressin sollte mit besonderer Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit zystischer Fibrose, koronarer Herzkrankheit, Hypertonie, Thromboseneigung, chronischen Nierenerkrankungen, Prä-Eklampsie, erhöhtem intrakraniellen Druck oder mit Störungen des Flüssigkeits- und Elektrolythaushaltes.
Bei Patienten mit Hypertonie oder chronischen Nierenerkrankungen können die unter "Unerwünschte Wirkungen" genannten Symptome verstärkt auftreten. Bei sehr jungen und bei älteren Patienten sowie bei Vorliegen von Risikofaktoren für eine Erhöhung des intrakraniellen Drucks muss beim Einsatz von Nocutil besonders sorgfältig darauf geachtet werden, dass keine Wasserretention auftritt.Bei hohen Dosen kann es zu einem vorübergehenden Blutdruckabfall mit Flush und reflektorischer Tachykardie kommen.
Bei der Behandlung des Diabetes insipidus ergaben Daten nach Markteinführung Hinweise auf das Auftreten schwerer Hyponatriämien, wenn Desmopressin als Nasenspray angewendet wird.
Bei intranasaler Anwendung können Veränderungen oder Erkrankungen der Nasenschleimhaut zu einer veränderten Absorption führen. In diesen Fällen sollte Desmopressin nicht angewendet werden.
Nocutil Nasenspray enthält 10 µg / Sprühstoss (0.1 ml) Benzalkoniumchlorid. Das in Nocutil Nasenspray enthaltene Konservierungsmittel (Benzalkoniumchlorid) kann zu Bronchospasmen führen und insbesondere bei längerer Anwendung, eine Reizung oder Schwellung der Nasenschleimhaut hervorrufen. Besteht ein Verdacht auf eine derartige Reaktion (anhaltend verstopfte Nase), sollte – soweit möglich – ein Arzneimittel zur Anwendung in der Nase ohne Konservierungsstoff verwendet werden. Stehen solche Arzneimittel nicht zur Verfügung, so ist eine andere Darreichungsform in Betracht zu ziehen.

Interaktionen

Pharmakokinetische InteraktionenKlinische Interaktionsstudien mit Desmopressin wurden nicht durchgeführt. Da Desmopressin jedoch nicht in relevantem Umfang hepatisch metabolisiert wird, sind entsprechende Interaktionen unwahrscheinlich.
Pharmakodynamische InteraktionenVerstärkung der antidiuretischen WirkungArzneimittel mit Einfluss auf die Wasser- und Natrium-Homöostase können die antidiuretische Wirkung von Desmopressin verstärken und dadurch das Risiko einer Wasserretention und/oder Hyponatriämie erhöhen (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ). Hierzu gehören z.B. Opioide, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs), trizyklische Antidepressiva, nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs), Carbamazepin und Chlorpromazin sowie einige Antidiabetika vom Sulfonylharnstoff-Typ. Auch bei gleichzeitiger Anwendung von Oxytocin ist eine Verstärkung des antidiuretischen Effektes von Desmopressin möglich. Gleichzeitig ist mit einer Abschwächung der Uterusdurchblutung zu rechnen. Bei gleichzeitiger Anwendung dieser Arzneimittel ist besondere Vorsicht geboten, und Blutdruck, Natriumspiegel im Serum und Harnausscheidung sollten überwacht werden.
Verringerung der antidiuretischen WirkungGlibenclamid und Lithium können die antidiuretische Wirkung von Desmopressin reduzieren.

Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft
Die vorliegenden Daten bei einer begrenzten Anzahl (n=53) schwangerer Frauen mit Diabetes insipidus sowie bei einer begrenzten Anzahl (n=54) schwangerer Frauen mit von Willebrand-Jürgens Syndrom zeigten, dass Desmopressin keine negativen Auswirkungen auf den Schwangerschaftsverlauf oder den Gesundheitszustand des Foeten oder Neugeborenen hat. Bis heute liegen keine weiteren relevanten epidemiologischen Daten vor. Tierexperimentelle Sudien ergaben keine Hinweise auf eine Reproduktionstoxizität.
Bei der Anwendung während der Schwangerschaft ist dennoch Vorsicht geboten.
Da sich der Dosisbedarf bei der Behandlung des Diabetes insipidus während der Schwangerschaft verändern kann, ist die Dosis den individuellen Erfordernissen anzupassen. Eine Blutdrucküberwachung wird empfohlen.
Stillzeit
Desmopressin tritt nur in sehr geringen Mengen in die Muttermilch über. Unter den empfohlenen Dosierungen sind daher keine Auswirkungen auf den gestillten Säugling zu erwarten. Nocutil kann während der Stillzeit angewendet werden.
Fertilität
Es liegen keine Daten über mögliche Auswirkungen von Desmopressin auf die Fertilität beim Menschen vor. Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung der männlichen und weiblichen Fertilität.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Die während der Marktüberwachung am häufigsten berichtete unerwünschte Wirkung von Desmopressin ist eine Hyponatriämie. Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen nach MedDRA-Systemorganklassen und Häufigkeit aufgeführt, welche in klinischen Studien und/oder während der Marktüberwachung unter Anwendung von Desmopressin beobachtet wurden. Die Häufigkeiten sind dabei wie folgt definiert:: sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100, <1/10); gelegentlich (≥1/1’000, <1/100); selten (≥1/10’000, <1/1’000); sehr selten (<1/10’000); nicht bekannt (kann aus den verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden).
Erkrankungen des Immunsystems
Sehr selten: allergische Reaktionen und Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Juckreiz, Exanthem, Fieber, Bronchospasmus, Anaphylaxie).
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Sehr selten: Hyponatriämie, Wasserintoxikation.
Psychiatrische Erkrankungen
Gelegentlich: InsomnieErkrankungen des Nervensystems
Häufig: Kopfschmerzen.
Selten: Krampfanfälle.
Gefässerkrankungen
Gelegentlich: orthostatische Hypotonie.Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Häufig: Nasale Kongestion, Epistaxis, Rhinitis.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Häufig: abdominale Schmerzen (auch krampfartig), Übelkeit, Diarrhoe, Erbrechen.
Allgemeine Erkrankungen
Häufig: Müdigkeit.
Sicherheit in der pädiatrischen PopulationDas Sicherheitsprofil bei Kindern und Jugendlichen entspricht im Wesentlichen jenem bei Erwachsenen. Die Datenlage ist jedoch limitiert. Bei Kindern wurde ausserdem über emotionale Störungen berichtet.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.

Überdosierung

Eine Überdosierung von Desmopressin führt zu einer verlängerten Wirkungsdauer mit einem erhöhten Risiko einer Wasserretention und Hyponatriämie. Die oben erwähnten unerwünschten Wirkungen können verstärkt auftreten. Eine Überdosierung kann insbesondere bei der unvorsichtigen Einstellung von Kleinkindern auftreten.
BehandlungEs existiert kein spezifisches Antidot, die Therapie erfolgt symptomatisch. Obwohl die Behandlung der Hyponatriämie individuell gestaltet werden soll, können die folgenden allgemeinen Empfehlungen gegeben werden:
Bei asymptomatischer Hyponatriämie wird die Therapie mit Desmopressin abgebrochen und die Flüssigkeitszufuhr eingeschränkt. Bei symptomatischer Hyponatriämie können zusätzlich Infusionen von isotonischer oder hypertonischer Kochsalzlösung gegeben werden. Im Falle eines Hirnödems ist eine sofortige Einweisung zur Intensivtherapie notwendig. Konvulsionen im Kindesalter bedürfen ebenfalls Intensivmassnahmen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code
H01BA02
Wirkungsmechanismus
Desmopressin ist ein Analogon des menschlichen Hypophysenhinterlappenhormons Arginin-Vasopressin, bei welchem eine Aminogruppe des Cysteins (in Stellung 1 des Peptids) entfernt und L-Arginin (in Position 8) durch D-Arginin ersetzt wurde. Damit wird im Vergleich zum nativen L-Arginin-Vasopressin eine wesentliche Verlängerung der antidiuretischen Wirkung erreicht, während der vasopressorische Effekt bei therapeutischer Dosierung stark reduziertwird.
Die antidiuretische Wirkung dauert nach intranasaler Gabe von 20 µg 8–12 Stunden.
Nocutil steht in verschiedenen Darreichungsformen zur Verfügung. Die pharmakologischen Eigenschaften sind dabei unabhängig von der Darreichungsform.
Pharmakodynamik
Siehe Wirkungsmechanismus.
Klinische Wirksamkeit
Keine Daten vorhanden.

Pharmakokinetik

Absorption
Nocutil intranasal wird schnell, aber unvollständig resorbiert, wobei die Bioverfügbarkeit im Vergleich zur i.v. Gabe nach intranasaler Gabe etwa 3–5% beträgt. Nach intranasaler Gabe von Desmopressin wird die maximale Plasmakonzentration nach ca. 50 min. erreicht.
Desmopressin verfügt über eine hohe Variabilität der Bioverfügbarkeit sowohl inter- als auch intraindividuell.
Distribution
Das Verteilungsvolumen beträgt 0,3-0,5 l/kg. Desmopressin passiert die Blut-Hirn-Schranke nicht. Desmopressin tritt in sehr geringen Mengen in die Muttermilch über und ist bei Anwendung in der
empfohlenen Dosierung nicht plazentagängig.
Metabolismus
Desmopressin wird nur zu einem geringen Anteil hepatisch metabolisiert.
Elimination
Die Elimination von Desmopressin folgt einer Kinetik erster Ordnung, verläuft jedoch etwas langsamer als die Elimination des nativen Vasopressins. Die Plasma-Halbwertszeit von Desmopressin nach intranasaler Gabe liegt zwischen 2,5 und 4,5 Stunden..
Kinetik spezieller Patientengruppen
Es bestehen keine geschlechtsspezifischen Unterschiede im pharmakokinetischen Verhalten von Desmopressin.

Präklinische Daten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Verabreichung, Gentoxizität und Reproduktionstoxizität lassen die präklinischen Daten keine besondere Gefahr für den Menschen erkennen. Es wurden keine Studien zum karzinogenen Potential durchgeführt.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit "Exp" bezeichneten Datum verwendet werden.
Haltbarkeit nach AnbruchNach Anbruch ist der Nasenspray 2 Monate bei max. 25°C haltbar.
Besondere Lagerungshinweise
Bei Raumtemperatur (15–25°C). in der Originalverpackung vor Licht geschützt lagern. Nicht einfrieren.
Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Hinweise für die Handhabung
Gebrauchsanweisung zur korrekten Anwendung von Nocutil Nasenspray:
• Flasche beim Sprühen immer aufrecht halten.
• Vor der ersten Anwendung muss der Spray durch mehrmaliges Pumpen befüllt werden, bis ein feiner Nebel entsteht.
1. Die Flasche vorsichtig schütteln. Schutzkappe entfernen.
2. Flasche aufrecht mit dem Daumen unter dem Boden und den Sprühkopf zwischen zwei Fingern halten. Den Sprühkopf nicht durchstechen.
3. Spray von sich wegrichten, damit der Sprühnebel nicht in Augen oder Mund gelangt, und den Sprühkopf mindestens fünfmal fest und vollständig durchdrücken bis ein feiner Nebel entsteht. Der Spray ist nun einsatzbereit.
• Wenn das Arzneimittel eine Woche oder länger nicht verwendet wurde, muss die Pumpe wie zu Beginn mit drei Pumpvorgängen erneut befüllt werden, bis ein feiner Nebel entsteht.
Anwendung des Spray:
1.Die Flasche vorsichtig schütteln. Schutzkappe entfernen.
2.Vor der Anwendung Nase gründlich schnäuzen.
3.Flasche aufrecht mit dem Daumen unter dem Boden und den Sprühkopf zwischen zwei Fingern halten. Den Kopf leicht nach hinten neigen und den Sprühkopf in ein Nasenloch einführen.
4.Pumpvorrichtung einmal betätigen und dabei leicht einatmen.
5.Wird eine höhere Dosis benötigt, Vorgang ab Punkt 3 abwechlungsweise bei den Nasenlöchern wiederholen.
6.Schutzkappe aufsetzen.

Zulassungsnummer

54616 (Swissmedic)

Packungen

Nasenspray, Lösung:Flasche zu 5 ml (entspricht 50 Sprühstösse) 1 und 3 (B)

Zulassungsinhaberin

Gebro Pharma AG, 4410 Liestal

Stand der Information

Mai 2026

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