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Fachinformation zu Angiox® 250 mg:The Medicines Company (Schweiz) GmbH
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Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: B01AE06
Wirkungsmechanismus
Angiox enthält Bivalirudin, einen direkten und spezifischen Thrombininhibitor, der sowohl am katalytischen Zentrum als auch an der Anionenbindungsregion von Thrombin bindet, unabhängig davon, ob Thrombin in der flüssigen Phase oder an Gerinnsel gebunden vorliegt.
Thrombin spielt bei der Entwicklung einer Thrombose eine zentrale Rolle. Es spaltet Fibrinogen in Fibrinmonomere auf und aktiviert Faktor XIII zu Faktor XIIIa. Hierdurch kann lösliches Fibrin durch kovalente Bindungen quervernetzt werden und so den Thrombus stabilisieren. Darüber hinaus aktiviert Thrombin die Faktoren V und VIII, wodurch die Produktion von Thrombin weiter stimuliert wird. Thrombin aktiviert zusätzlich Thrombozyten und bewirkt ihre Aggregation und die Freisetzung von Granula-inhaltstoffen. Bivalirudin hemmt jede dieser Thrombinwirkungen.
Die Bindung von Bivalirudin an Thrombin, und damit dessen Wirkung, ist reversibel, weil Thrombin seinerseits die Bindung von Bivalirudin-Arg3-Pro4 langsam aufspaltet, wodurch sich die Funktion des aktiven Zentrums von Thrombin regeneriert. Bivalirudin fungiert also anfänglich als vollständig nicht-kompetitiver Thrombininhibitor, geht jedoch im Laufe der Zeit in einen kompetitiven Inhibitor über. Hierdurch können die zu Beginn gehemmten Thrombinmoleküle mit anderen Gerinnungsfaktoren interagieren und falls erforderlich koagulieren.
In-vitro-Studien weisen darauf hin, dass Bivalirudin sowohl lösliches (freies) als auch gerinnselgebundenes Thrombin hemmt. Bivalirudin bleibt wirksam und wird durch Produkte der Thrombozyten-Freisetzungsreaktion nicht neutralisiert.
In-vitro-Studien haben darüber hinaus gezeigt, dass Bivalirudin die aktivierte partielle Thromboplastinzeit (aPTT), die Thrombinzeit (TT) und die Prothrombinzeit (PT) des normalen Humanplasmas konzentrationsabhängig verlängert. Darüber hinaus liess sich durch Bivalirudin mit Serum von Patienten, bei denen es in der Vergangenheit zu heparininduzierter Thrombozytopenie/heparininduziertem Thrombose-Syndrom (HIT/HITTS) gekommen war, keine Thrombozyten-Aggregationsreaktion induzieren.
Pharmakodynamik
Bei gesunden Probanden und bei Patienten zeigt Bivalirudin eine dosis- und konzentrationsabhängige antikoagulatorische Wirkung, die durch die Verlängerung von ACT, aPTT, PT, INR und TT belegt wird. Eine intravenöse Anwendung von Bivalirudin führt innerhalb von Minuten zu einer messbaren Antikoagulation.
In klinischen Studien führte Bivalirudin nachweislich zu einer adequaten Antikoagulation während der PCI.
Die pharmakodynamischen Wirkungen von Bivalirudin lassen sich mit Hilfe von Gerinnungsparametern wie der ACT beurteilen. Der ACT-Wert korreliert positiv mit der Dosis und Plasmakonzentration des verabreichten Bivalirudins. Daten von 366 Patienten weisen darauf hin, dass die ACT durch eine Begleitbehandlung mit einem GPIIb/IIIa-Inhibitor nicht beeinträchtigt wird.
Klinische Wirksamkeit
Die 30-Tage Ergebnisse, basierend auf Quadruple- und Triple-Endpunkten einer randomisierten, Doppelblind-Studie mit über 6,000 Patienten die sich einer PCI unterzogen (REPLACE-2), sind in Tabelle 4 dargestellt. Schwere Blutung wurde in REPLACE-2 durch nicht-TIMI Kriterien definiert.
Tabelle 4. Ergebnisse der REPLACE-2-Studie: 30-Tages-Endpunkte (“Intention-to-treat”- und Per-Protokoll-Population)

Endpunkt

Intention-to-treat

Per-Protokoll

  Bivalirudin
(N=2994)
%

Heparin
+ GPIIb/IIIa-Inhibitor
(N=3008)
%

Bivalirudin
(N=2902)
%

Heparin + GPIIb/IIIa-Inhibitor (N=2882) %

Quadruple Endpunkt

9,2

10,0

9,2

10,0

Triple Endpunkt*

7,6

7,1

7,8

7,1

Komponenten:

 

 

 

 

-Tod

0,2

0,4

0,2

0,4

-Myokardinfarkt

7,0

6,2

7,1

6,4

-Schwere Blutung ** (basierend auf nicht-TIMI Kriterien- siehe unter Abschnitt “unerwünschte Wirkungen”)

2,4

4,1

2,2

4,0

-Dringende Revaskularisation

1,2

1,4

1,2

1,3

* ohne die Komponente Schwere Blutung. **p<0,001
Heparininduzierte Thrombozytopenie (HIT) und heparininduzierte Thrombozytopenie-Thrombose Syndrome (HIT/HITTS): Klinische Studien mit einer kleinen Anzahl an Patienten lieferten begrenzte Informationen über die Anwendung von Angiox bei Patienten mit HIT/HITTS.

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