InteraktionenInteraktionen mit anderen Arzneimitteln können zu Durchbruchsblutungen und/oder zum Versagen des kontrazeptiven Schutzes führen. Die folgenden Interaktionen wurden in der Literatur beschrieben:
Hepatischer Metabolismus: Interaktionen können auftreten mit Arzneimitteln, die mikrosomale Enzyme (wie u.a. CYP 3A4) induzieren, was zu einer erhöhten Clearance der Sexualhormone führen kann (z.B. Phenytoin, Barbiturate, Primidon, Carbamazepin, Rifampicin und möglicherweise auch Oxcarbazepin, Topiramat, Felbamat, Griseofulvin und Johanniskrautpräparate [Hypericum]).
Die max. Enzyminduktion wird im Allgemeinen nach 2 bis 3 Wochen beobachtet und kann während mindestens 4 oder mehr Wochen nach dem Absetzen dieser Arzneimittel andauern.
Ausserdem können HIV Protease (z.B. Ritonavir) und nicht-nukleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer (z.B. Nevirapine) sowie Kombinationen von beiden möglicherweise den hepatischen Metabolismus beeinflussen.
Interferenz mit dem enterohepatischen Kreislauf: Einige klinische Studien lassen vermuten, dass der enterohepatische Kreislauf von Östrogenen vermindert wird bei gleichzeitiger Einnahme bestimmter Antibiotika, was die Ethinylestradiolkonzentration herabsetzen kann (z.B. Penizilline wie Ampicillin, Tetrazykline).
Frauen, die mit einem dieser Arzneimittel behandelt werden, müssen vorübergehend zusätzlich eine nichthormonale Methode anwenden oder eine andere Art der Kontrazeption wählen. Im Fall von Arzneimitteln, die mikrosomale Enzyme induzieren, sollte die Barrieremethode während der gleichzeitigen Anwendung der Arzneimittel und für weitere 28 Tage nach Absetzen der Behandlung verwendet werden. Frauen, die mit Substanzen, die den enterohepatischen Kreislauf vermindern, behandelt werden (ausser Rifampicin und Griseofulvin) sollten die Barrieremethode während 7 Tagen nach Behandlungsende weiter verwenden. Wenn die gleichzeitige Einnahme anderer Arzneimittel über das Ende der aktuellen Packung des COC dauert, sollte sofort die nächste Packung des COC begonnen werden, also ohne Einhaltung des gewohnten einnahmefreien Intervalls.
Frauen, die ein hormonales Kontrazeptivum einnehmen, sollen nicht gleichzeitig mit Johanniskrautpräparaten (Hypericum) behandelt werden, da die kontrazeptive Wirkung beeinträchtigt sein kann. Über Zwischenblutungen und Einzelfälle unerwünschter Schwangerschaften wurde berichtet (vgl. auch «Sonstige Vorsichtsmassnahmen»).
Orale Kontrazeptiva können die hepatischen mikrosomalen Enzyme hemmen oder die hepatische Konjugation, hauptsächlich die Glucoronidierung, induzieren. Entsprechend können die Plasma- und Gewebekonzentrationen sich entweder erhöhen (z.B. Cyclosporin) oder senken (z.B. Lamotrigin). Weiter kann auch die pharmakologische Wirkung ausgewählter Substanzen der folgenden Arzneimittelklassen beeinflusst werden: Analgetika, Antidepressiva, Antidiabetika, Antimalariamittel, Benzodiazepine, beta-Blocker, Kortikosteroide, orale Antikoagulantien und Theophyllin.
Wichtig: Die Fachinformation der gleichzeitig verabreichten Arzneimittel muss zur Erkennung potenzieller Interaktionen beachtet werden.
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