ZusammensetzungWirkstoff:Ondansetron(Ondansetron-Hydrochlorid-Dihydrat).
Hilfsstoffe: Natriumchlorid, Natriumcitrat-Dihydrat,Citronensäure-Monohydrat, Aqua adiniectabilia.
1 ml Injektionslösung enthält 3,34 mg Natrium als Natriumcitrat-Dihydratund Natriumchlorid.
Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit1 ml Infusionskonzentrat/Injektionslösung enthält 2 mgOndansetron.
Indikationen/AnwendungsmöglichkeitenOndansetronist zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen, welche durch zytotoxische Chemotherapie und Strahlentherapie, hervorgerufen werden.
Vorbeugung und Behandlung von postoperativer Übelkeit und Erbrechen bei Erwachsenen und Kindern über 2 Jahre. Wenn das Auftreten postoperativer Übelkeit und/oder Erbrechen wenig wahrscheinlich ist, wird, wie bei anderen Antiemetika, die routinemässige Prophylaxe nicht empfohlen. Wenn postoperative Übelkeit und/oder Erbrechen verhindert werden müssen, wird die Gabe vonOndansetronauch dann empfohlen, wenn die Inzidenz von postoperativer Übelkeit und/oder Erbrechen niedrig ist.
Dosierung/AnwendungErwachsene
Bei Chemotherapie mit starker Brechreizwirkung (Cisplatin)
Unmittelbar vor Beginn der Chemotherapie 8 mg als Infusion übermindestens 15 min (Mischbarkeit/Kompatibilität mit Infusionslösungen vgl. «Sonstige Hinweise»).
Alternative Dosierungsschemen für Patienten mit einem hohen Brechreizrisiko:
·Unmittelbar vor Beginn der Chemotherapie 8 mg als Infusion über mindestens 15 min gefolgt von 2 weiteren parenteralen Dosen von je 8 mg (Infusion über mindestens 15 min) oder einer kontinuierlichen Infusion von 1 mg/h bis zu 24 h.
·Unmittelbar vor Beginn der Chemotherapie bis maximal 16 mg (mit 50–100 ml verdünnt) als Infusion über mindestens 15 min. Eine höhere Einzeldosis als 16 mg soll nicht verabreicht werden (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtmassnahmen»).
Bei allen drei Varianten wird die Behandlung mit einer oralen Gabe von max. 8 mg alle 12 h während 3 (maximal 5) Tagen fortgesetzt. VonOndansetronB. Braun ist keine orale Form zugelassen. Es muss auf das Originalpräparat gewechselt werden.
Die Wirkung vonOndansetronB. Braun kann mitDexamethasonnatriumphosphat(20 mgi.v.30–45 min vor der Chemotherapie) verstärkt werden.
Bei Chemotherapie mit mässiger Brechreizwirkung (Cyclophosphamid,Doxorubicin,Carboplatin) und durch Strahlentherapie hervorgerufene Übelkeit und Erbrechen
Unmittelbar vor Beginn der Chemo- bzw. Strahlentherapie 8 mg parenteral als Infusion (über mindestens 15 min)verabreichen. Es können auch 8 mg peros1–2 h vor Therapiebeginn gegeben werden.
Anschliessend wird die Behandlung mit einer oralen Gabe von maximal 8 mg alle 12 h während bis zu 5 Tagen fortgesetzt. VonOndansetronB. Braun ist keine orale Form zugelassen. Es muss auf das Originalpräparat gewechselt werden.
Bei postoperativer Übelkeit und Erbrechen bei Erwachsenen
Vorbeugung:Einmalige Dosis von 4 mg parenteral als langsame intravenöse Injektion während der Einleitung der Anästhesie.
Behandlung:Einmalige Dosis von 4 mg parenteral als langsame intravenöse Injektion.
Die Injektionsdauer darf nicht kürzer als 30 Sekunden sein. Vorzugsweise sollte sie 2 bis 5 Minuten betragen.
Kinder über 2 Jahre
Durch Chemotherapie oder Strahlentherapie hervorgerufene Übelkeit und Erbrechen
Die Erfahrung bei Kindern über 2 Jahren istzur Zeitnoch gering. Die bisherigen Untersuchungen zeigen eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit bei folgendem Schema:
Schema Kinder
0,6–1,2 m²
Tag 1:5 mg/m²i.v.8-stündlich.
Tag 2 + 3 (–5):4 mgp.os8-stündlich. VonOndansetronB. Braun ist keine orale Form zugelassen. Es muss auf das Originalpräparat gewechselt werden.
>1,2 m²
Tag 1:8 mg/m²i.v.8-stündlich.
Tag 2 + 3 (–5):8mgp.os8-stündlich. VonOndansetronB. Braun ist keine orale Form zugelassen. Es muss auf das Originalpräparat gewechselt werden.
Postoperative Übelkeit und Erbrechen
Vorbeugung:Während oder nach Einleitung der Anästhesie 0,1 mg/kg Körpergewicht (max. 4mg) als langsame intravenöse Injektion.
Behandlung:0,1 mg/kg Körpergewicht (max. 4 mg) als langsame intravenöse Injektion.
Spezielle Patientengruppen
Ältere Patienten
Wirksamkeit und Verträglichkeit bei über 65-jährigen Patienten wurden geprüft.
Über schwerwiegende toxische Effekte wurde bisher nicht berichtet, die klinischen Erfahrungen sind jedoch beschränkt. Da die Eliminationsgeschwindigkeit bei älteren Patienten um ca. 25% abnimmt, sollte die Dosis von 24 mgi.v.in den ersten 24 h nicht überschritten werden.
Die Erfahrung mitOndansetronB. Braun gegen postoperative Übelkeit und Erbrechen bei älteren Patienten ist gering.
Leberinsuffizienz
Bei Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der Leberfunktion war diePlasmaclearanceeiner 8 mgi.v.Dosis vonOndansetrondeutlich reduziert und die Serumhalbwertszeit verlängert. Bei Patienten mit mittlerer bis schwerer Leberinsuffizienz sollte eine Tagesdosis von 8 mg nicht überschritten werden.
Patienten mit langsamemSpartein-Debrisoquin-Stoffwechsel
Die Eliminationshalbwertszeit vonOndansetronändert sich nicht bei Patienten mit langsamemSpartein-Debrisoquin-Stoffwechsel. Eine Reduktion der üblichen Dosis ist deshalb bei diesen Patienten nicht erforderlich.
KontraindikationenBei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber einer Komponente vonOndansetronB. Braun sollte dieses nicht angewendet werden.
Warnhinweise und VorsichtsmassnahmenEs liegen Meldungen von Überempfindlichkeitsreaktionen bei Patienten, die überempfindlich auf andere selektive 5-HT3-Rezeptorantagonisten gezeigt haben, vor.
Überempfindlichkeitsreaktionen können auch erst nach wiederholter Gabe vonOndansetronB. Braun auftreten (vgl. «Unerwünschte Wirkungen»).
DaOndansetrondie Dickdarm-Transitzeit verlängert, sollten Patienten mit Anzeichen einer subakuten intestinalen Obstruktion nach der Anwendung vonOndansetronB. Braun überwacht werden (Bekannt sind Einzelfälle von Ileus, besonders im Zusammenhang mit intestinaler Grundkrankheit oder Behandlung mit bestimmten Zytostatika, z.B.Vinca-Alkaloiden).
Dosen bis 4 mg können bei Erwachsenen als langsame intravenöse Injektion verabreicht werden. Die Injektionsdauer darf dabei nicht kürzer als 30 Sekunden sein. Vorzugsweise sollte sie 2–5 Minuten betragen.
Ondansetroninduziert eine dosisabhängige Verlängerung des QT-Intervalls (vgl. «Eigenschaften/Wirkungen»). Darüber hinaus wurde seit der Marktzulassung über Fälle vonTorsadedePointesbei Patienten unterOndansetronberichtet.Ondansetronsollte bei Patienten mit kongenitalem Long-QT-Syndrom nicht angewendet werden. Die Anwendung vonOndansetronsollte bei Patienten, bei denen eineQTc-Verlängerung vorliegt oder auftreten könnte, vorsichtig erfolgen. Eine EKG Überwachung wird empfohlen. Hierzu zählen Patienten mit Elektrolytstörungen, Stauungsinsuffizienz,Bradyarrhythmienoder Patienten, die andere Arzneimittel erhalten, welche eine QT-Verlängerung oder Elektrolytstörungen herbeiführen.
Eine bestehendeHypokaliämieoderHypomagnesiämiesollte vor der Gabe vonOndansetronkorrigiert werden.
InteraktionenFür eine vonOndansetronverursachte Induktion oder Hemmung des Stoffwechsels von Arzneimitteln, die häufig gemeinsam mitOndansetronverabreicht werden, liegen keine Belege vor. In speziellen Studien wurden bei der gemeinsamen Verabreichung vonOndansetronund Alkohol,Temazepam,Furosemid, Tramadol oderPropofolkeinepharmakokinetischenInteraktionen beobachtet.
Ondansetronunterliegt dem Stoffwechsel durch mehrere hepatischeCytochromP-450-Enzyme: CYP3A4, CYP2D6 und CYP1A2. Da derOndansetron-Stoffwechsel folglich über mehrere Stoffwechselenzyme ablaufen kann, ist zu erwarten, dass eine Hemmung oder reduzierte Aktivität eines dieser Enzyme (z.B. genetischer CYP2D6-Mangel) unter normalen Umständen von anderen Enzymen ausgeglichen wird und nur zu einer geringen oder keiner signifikanten Änderung derGesamtclearancevonOndansetronoder des Dosisbedarfs führt.
Phenytoin,CarbamazepinundRifampicin
Bei Patienten, dieunter einer Behandlung mit starken CYP3A4-Induktoren (d.h.Phenytoin,CarbamazepinundRifampicin) standen, war die oraleClearancevonOndansetronerhöht und die Blutspiegel der Substanz erniedrigt.
Tramadol
Die Daten aus Kleinstudien weisen darauf hin,dassOndansetrondie analgetische Wirkung von Tramadol auf Grund einerpharmakodynamischenInteraktion am 5-HT3-Rezeptor verringern könnte.
Schwangerschaft/StillzeitSchwangerschaft
Die Sicherheit vonOndansetronwährend der Schwangerschaft ist beim Menschen nicht belegt.
Im Tierversuch ergaben sich keine Hinweise für eine direkt oder indirekt schädigende Wirkung auf die Entwicklung des Embryos resp. Fötus, den allgemeinen Verlauf der Schwangerschaft und dieperi- oder postnatale Entwicklung. Da die Ergebnisse aus Tierstudien nicht immer auf den Menschen übertragbar sind, ist die Anwendung vonOndansetronwährend der Schwangerschaft nicht empfohlen.
Stillzeit
Im Tierversuch wurdeOndansetronin der Muttermilch nachgewiesen. Stillende Mütter sollten deshalb nicht mitOndansetronB. Braun behandelt werden oder sollten abstillen.
Unerwünschte WirkungenNebenwirkungen sind untenstehend nach Organsystem und Häufigkeit aufgelistet. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1000, <1/100), selten (≥1/10’000, <1/1000), sehr selten (<1/10’000).
Die Daten zu den sehr häufigen, häufigen und gelegentlichen Nebenwirkungen stammen aus klinischen Studien; Hintergrundhäufigkeiten aus den Placebo-Gruppen wurden dabei berücksichtigt. Seltene und sehr seltene Nebenwirkungen wurden im Allgemeinen aufgrund spontan gemeldeter Ereignisse während der Postmarketing-Phase bestimmt.
Störungen des Immunsystems
Selten:Allergische Typ-1-Reaktionen inkl. Urtikaria,Angioödem,Bronchospasmus, Dyspnoe, Anaphylaxie.
Störungen des Nervensystems
Sehr häufig:Kopfschmerzen.
Gelegentlich:Bewegungsstörungen (einschliesslich extrapyramidale Reaktionen wieokulogyreKrisen/Dystonie undDyskinesienohne Hinweise auf permanente klinische Dauerfolgen, Krampfanfälle).
Selten:Schwindelgefühl bei schneller intravenöser Verabreichung.
Augenleiden
Selten:Vorübergehende Sehstörungen (z.B. verschwommenes Sehen) vorwiegend bei intravenöser Verabreichung.
Sehr selten:Vorübergehende Amaurose vorwiegend bei intravenöser Verabreichung.
Die Mehrheit der berichteten Fälle von Amaurose löste sich innerhalb von 20 Minuten. Die meisten Patienten hatten zuvor Chemotherapeutika, worunterCisplatin, erhalten. Einige der Fälle wurden auf eine kortikale Genese zurückgeführt.
Funktionsstörungen desHerzens
Gelegentlich:Arrhythmien, Anginapectorismit oder ohne Depression der ST-Strecke, Bradykardie.
Selten:QT-Verlängerung (inkl.Torsadedepointes)
Funktionsstörungen der Gefässe
Häufig:Wärme- oder Hitzegefühl.
Gelegentlich:Hypotonie.
Atmungsorgane
Gelegentlich:Singultus.
Gastrointestinale Störungen
Gelegentlich:Verstopfung infolge Erhöhung der Dickdarm-Transitzeit.
Funktionsstörungen der Leber und der Galle
Gelegentlich:Asymptomatische Erhöhung der Leberfunktionswerte (meist bei Patienten unter einer Chemotherapie mitCisplatin).
Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle
Häufig:Überempfindlichkeitsreaktionen nachi.v.Applikation im Bereich der Injektionsstelle (wie Rötung, Juckreiz, Urtikaria), seltener mit Ausdehnung entlang von Venen oder sogar als generalisierte Reaktion. Es wurden auch Phlebitiden undThrombophlebitidenbeobachtet.
ÜberdosierungDie Erfahrung bezüglich Überdosierung vonOndansetronist beschränkt. In den meisten Fällen waren die Symptome denen bei Patienten, die mit den üblichen Dosen behandelt wurden, ähnlich (vgl. «Unerwünschte Wirkungen»).
Es gibt kein spezifisches Antidot fürOndansetron. Im Falle einer vermuteten Überdosierung ist eine geeignete symptomatische und unterstützende Therapieangezeigt.
Die Verwendung vonIpecacuanhazur Behandlung einerOndansetron-Überdosierung wird nicht empfohlen, da davon ausgegangen werden muss, dass die Patienten aufgrund der antiemetischen Wirkung vonOndansetronaufIpecacuanhanicht ansprechen.
Eigenschaften/WirkungenATC-Code: A04AA01
Wirkungsmechanismus
Ondansetronist ein stark wirksamer, selektiver 5-HT3-Rezeptorantagonist. Der genaue Wirkungsmechanismus dieser Substanz zur Unterdrückung von Übelkeit und Erbrechen ist nicht bekannt.
Möglicherweiseverursachen sowohl Chemo- wie auch Radiotherapie die Freisetzung von Serotonin (5-HT) imGastrointestinaltrakt, speziell im Dünndarm. Durch Bindung an 5-HT3-Rezeptoren des afferenten Vagus kommt es zu reflexartigem Erbrechen und zu Übelkeit. Derselbe Mechanismus könnte auch in der Areapostrema(unter dem IV. Ventrikel) 5-HT freisetzen und denselben Reflex zentral auslösen. Durch selektive, kompetitive Bindung an den 5-HT3-Rezeptor vermagOndansetronsowohl den zentralen als auch den peripheren Reflex zu unterbrechen und so dieemetogeneWirkung der Chemo- und Radiotherapie zu hemmen. Der genaue Wirkungsmechanismus bei postoperativer Übelkeit und Erbrechen ist nicht bekannt.
Der Plasma-Prolaktin-Spiegel wird durchOndansetronnicht beeinflusst.
QT-Verlängerung
Die Wirkung vonOndansetronauf dasQTc-Intervall wurde im Rahmen einer doppelblinden, randomisierten,placebo- und positiv (Moxifloxacin) kontrollierten Crossover-Studie mit 58 gesunden erwachsenen Männern und Frauen beurteilt.
Ondansetronwurde in Dosen von 8 mg und 32 mg übereineZeitraum von 15 Minuten intravenös infundiert. In der höchsten untersuchten Dosis von 32 mg lagdermaximale mittlere (obere Grenze des 90%-Kl) Unterschied desQTcFgegenüber Placebo nach Baseline-Korrektur bei19,6 (21,5)ms.In der niedrigeren untersuchten Dosis von 8 mg belief sich der maximale mittlere (obere Grenze des 90%-Kl) Unterschied desQTcFgegenüber Placebo nach Baseline-Korrektur auf 5,8 (7,8)ms.In dieser Studie wurde keinQTcF-Wert von mehr als 480msund keineQTcF-Verlängerung von mehr als 60msgemessen.
PharmakokinetikAbsorption
Nach intravenöser Gabe von 0,15 mg/kg über 15 min wird die höchste Plasmakonzentration innert ca. 20 min erreicht.
Die maximale Wirkstoffkonzentration ist sehr unterschiedlich; es besteht kein direkter Zusammenhang zwischen Wirkstoffkonzentration im Plasma und antiemetischer Wirkung der Substanz.
Nach Infusion von 4 mgOndansetronüber 5 min beträgtCmax65ng/ml.
Distribution
Die Bindung an Plasmaproteine beträgt 70–76%.
Metabolismus
Ondansetronunterliegt beim Menschen einer umfassendenVerstoffwechselung, wobei ungefähr 5% einer radioaktiv markierten Dosis in Form der Ausgangsverbindung im Harn nachgewiesen werden können. Der primäre Stoffwechselweg besteht aus einerHydroxylierungamIndolringgefolgt von einer Konjugation mitGlucuronidoder Sulfat. Zwarbesitzen einige nicht-konjugierte Stoffwechselprodukte eine pharmakologische Aktivität, doch sind diese Verbindungen im Plasma nur in Konzentrationen nachzuweisen,die wahrscheinlich keinen wesentlichen Beitrag zur biologischen Aktivität vonOndansetronleisten.
Im Rahmen vonIn-vitro-Studien wurde nachgewiesen, dassOndansetronbeim Menschen ein Substrat der hepatischenCytochromP-450-Enzyme darstellt, u.a. CYP1A2,CYP2D6 und CYP3A4. Für den Gesamtumsatz vonOndansetronist CYP3A4 am bedeutsamsten. Da derOndansetron-Metabolismus über mehrere Stoffwechselenzyme ablaufen kann, ist zu erwarten, dass eine Hemmung oder das Fehlen eines Enzyms (z.B. genetischer CYP2D6-Mangel) von anderen Enzymen ausgeglichen wird und die Gesamtrate derOndansetron-Elimination dadurch kaum beeinflusst wird.
Die Elimination vonOndansetronkann durchCytochromP-450-induzierende Substanzen beeinträchtigt werden. In einerPharmakokinetikstudiemit 16 Epileptikern, die unter einer chronischen Behandlung mitCarbamazepinoderPhenytoinstanden, wurden niedrigere AUC-,Cmax- und T½-Werte fürOndansetronbeobachtet. Dies führte zu einer signifikanten Steigerung derClearance. Auf der Grundlage der vorliegenden Daten wird jedoch keine Dosisanpassung empfohlen (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Interaktionen»).
Elimination
Nach intravenöser Verabreichung von 10 mg über 10 min wirdOndansetronfast vollständig (73–93%)metabolisiertund sowohl mit dem Urin (51–63%) als auch mit den Fäzes (21–31%) ausgeschieden. Die renale Ausscheidung erfolgt rasch: 44–53% der Dosis wurden innerhalb von 24 h mit dem Urin ausgeschieden. Die Hauptmetaboliten der renalen Elimination sind Konjugate mitGlucuronsäure(45%) und Schwefelsäure (20%). Weniger als 5% des Wirkstoffes wird unverändert mit dem Urin ausgeschieden. Die Halbwertszeit beträgt für die orale und parenterale Darreichungsform ca. 3 h.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Kinder
Bei Kindern zwischen 3 und 12 Jahren, die sich operativen Eingriffen mit allgemeiner Anästhesie unterziehen mussten, waren sowohlClearancewie Verteilungsvolumen nach einer einmaligen Dosis von 2 mg (3–7-jährige) bzw. 4 mg (8–12-jährige)Ondansetrondeutlich verringert. Die Plasma-Clearanceverminderte sich von 300 ml/min bei 12-jährigen auf 100 ml/min bei 3-jährigen mit den entsprechenden Verteilungsvolumina von 75 l bzw. 17 l.
Ältere Patienten
Bei gesunden, älteren Probanden beträgt die Eliminationshalbwertszeit nachoraler oder parenteraler Anwendung 5 h. Sie kann bei älteren Patienten und unterCisplatin-Therapie jedoch bis zu 9 h verlängert sein.
Leberinsuffizienz
Patienten mit Leberinsuffizienz zeigen eine verlängerte Eliminationshalbwertszeit (15–32 h), welche vomSchweregrad der Läsionen abhängt, die systemischeClearanceist deutlich reduziert, die orale Bioverfügbarkeit beträgt gegen 100%, da der Metabolismus reduziert ist.
Schwangerschaft
Zur Kinetik bei schwangeren Patientinnen liegen keine Daten vor.
Präklinische DatenAkute und chronische Toxizität
In akuten Toxizitätsstudien bei Ratten und bei Mäusen zeigten sich bei sehr hohen Dosierungen zentralnervöse Störungen in Form von Verhaltensänderungen.
Nach mehrmaliger, peroraler Verabreichung traten Verhaltensänderungen bei Ratten und Hunden nur in den Bereichen hoher Dosierungen auf. Bei Ratten wurden vorübergehende Erhöhungen von ALT beobachtet; es wurden jedoch keinerlei Anzeichen einerHepatotoxizitätfestgestellt.
Wie nach oraler Gabe wurden nach intravenöser Verabreichung vorübergehende Verhaltensänderungen beobachtet. Erst bei hohen, weitaus über den beim Menschen liegenden Dosierungen (Ratte: 12 mgOndansetron/kg KG und Hund 6,75 mgOndansetron/kg KG) trat ein Tremor auf.
Bei Ratten zeigte sich ebenfalls ein vorübergehender geringer Anstieg von ALT. Bei Hunden wurden dosisabhängige Reizungen an der Injektionsstelle beobachtet, welche jedoch nur bei einer hohen Konzentration von 6,75 mgOndansetron/ml auftraten.
Reproduktionstoxizität
Orale und intravenöse Reproduktionsstudien wurden an Ratten und Kaninchen durchgeführt. Die Untersuchungen ergaben keine Hinweise auf eine teratogene Wirkung vonOndansetron. DiePlazentagängigkeitwurde für Ratten undKaninchen nachgewiesen.
Unerwünschte Wirkungen auf die Fertilität und die postnatale Entwicklung bei Ratten wurden nicht festgestellt.Ondansetronund seine Metaboliten wurden bei Ratten in der Milch in einem Milch/Plasma-Verhältnis von 5,2 angereichert.
Mutagenität/Kanzerogenität
Studien zurMutagenitätundKanzerogenitätergaben keine für die klinische Anwendung relevanten Befunde.
Sicherheitspharmakologie
EineIn-vitro-Studie an geklonten Ionenkanälen menschlicher Herzzellen hat gezeigt, dassOndansetrondas Potential zur Beeinflussung der kardialen Erregungsrückbildung durch die Blockade derhERG-Kaliumkanäle besitzt. Die klinische Relevanz dieses Ergebnisses ist ungewiss.
Sonstige HinweiseInkompatibilitäten
Das Arzneimittel darf, ausser mit den untenaufgeführten Lösungen, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
Die Lösung muss vor Gebrauch einer Sichtkontrolle unterzogen werden (auch nach Verdünnung). Nur klare, so gut wie partikelfreie Lösungen dürfen verwendet werden.
Kompatibilität mit Infusionslösungen
OndansetronB. Braun 2 mg/ml kann mit den folgenden Infusionslösungen aufOndansetronkonzentrationen, wie in Abschnitt «Dosierung/Anwendung» aufgeführt, verdünnt werden:
Natriumchloridlösung9 mg/ml (0,9% Gewicht/Volumen).
Glukoselösung 50 mg/ml (5% Gewicht/Volumen).
Mannitollösung100 mg/ml (10% Gewicht/Volumen).
Ringerlaktatlösung.
Verdünnte Lösungen sind vor Licht geschützt aufzubewahren.
Hinweis:Die Injektionslösung darf nicht im Autoklaven sterilisiert werden!
Dauer der Haltbarkeit nachÖffnen der Ampulle bzw. nach Verdünnung gemäss Anweisungen
Injektion:
Nach Öffnen der Ampulle, sollte das Arzneimittel sofort verwendet werden. Nicht verwendete Lösung ist zu verwerfen.
Infusion:
Die chemische und physikalische Aufbrauchstabilität beträgtbei den in Abschnitt «Kompatibilität mit Infusionslösungen» angegebenen Lösungen nachweislich 48 Stunden bei 25 °C und unter Lichtschutz.
Unter mikrobiologischen Gesichtspunkten sollte die gebrauchsfertige Zubereitung unmittelbar nach der Verdünnung verwendet werden. Falls dies nicht möglich ist, liegen die Aufbewahrungszeiten und -bedingungen vor der Anwendung in der Verantwortlichkeit des Anwenders und sollten normalerweise nicht mehr als 24 Stunden bei 2 bis 8 °C betragen, sofern die Verdünnung nicht unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen stattgefunden hat. Nicht verwendete Restlösung ist zu verwerfen.
Verdünnte Lösungen sind vor Licht geschützt aufzubewahren.
Besondere Lagerungshinweise
Bei Raumtemperatur (15–25 °C )lagern. Ampullen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Zulassungsnummer59318 (Swissmedic).
PackungenGlasampullen : (2 mg/ml) 5 x 2 ml, 10 x 2 ml, 5 x 4 ml (B)
Polyethylenampullen(Mini-Plascoconnect) : (2 mg/ml) 20 x 4 ml (B)
ZulassungsinhaberinB. Braun Medical AG,Sempach.
Stand der InformationAugust 2012.
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