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Fachinformation zu Revolade®:Novartis Pharma Schweiz AG
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Dosierung/Anwendung

Das Dosierungsschema für Revolade muss auf der Grundlage der Thrombozytenzahl des Patienten individuell erstellt werden.
Dabei ist stets das niedrigste wirksame Dosierungsschema zur Erhaltung der Thrombozytenzahl gemäss klinischer Indikation zu verwenden.
Nach jeder Anpassung der Revolade-Dosis muss die Thrombozytenzahl über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen mindestens einmal wöchentlich kontrolliert werden. Eine erneute Dosisanpassung kann frühestens nach zwei Wochen in Erwägung gezogen werden, wenn der Effekt der letzten Anpassung auf die Thrombozytenzahl erkennbar wird.
Tabletten werden oral eingenommen.
Revolade ist mindestens zwei Stunden vor oder frühestens vier Stunden nach Produkten wie Antazida, Milchprodukten oder Mineralstoffpräparaten, welche polyvalente Kationen enthalten (z.B. Aluminium, Kalzium, Eisen, Magnesium, Selen und Zink), einzunehmen. Revolade kann zusammen mit Lebensmitteln eingenommen werden, die kein oder nur wenig (< 50 mg) Kalzium enthalten (siehe «Interaktionen» und «Pharmakokinetik»).
(Idiopathische) Immunthrombozytopenische Purpura (ITP)
Nach Beginn der Behandlung ist, um das Blutungsrisiko zu reduzieren, die Dosis so anzupassen, dass eine Thrombozytenzahl von ≥50'000/µl erreicht und aufrechterhalten wird.
Dosisanpassungen beruhen auf der erreichten Wirkung auf die Thrombozytenzahl.
Eine Dosis von 75 mg einmal täglich soll nicht überschritten werden. Revolade soll nur bei Patienten mit erhöhtem Blutungsrisiko infolge ausgeprägter Thrombozytopenie eingesetzt werden. Die Thrombozytenzahl soll dabei nur auf einen für die Vermeidung von Blutungsereignissen erforderlichen Wert, nicht hingegen in den physiologischen Bereich angehoben werden.
Die Patienten sollen periodisch klinisch beurteilt und über die Weiterführung der Therapie vom behandelnden Arzt auf individueller Basis entschieden werden. Bei Beendigung der Behandlung ist ein Wiederauftreten der Thrombozytopenie möglich.
Die Behandlung der ITP mit Revolade sollte abgebrochen werden, wenn nach vierwöchiger Therapie mit 75 mg/Tag die Thrombozytenwerte nicht ausreichend ansteigen.
Erwachsene
Anfangsdosis
Die empfohlene Anfangsdosis von Revolade bei ITP beträgt 50 mg einmal täglich. Bei Patienten asiatischer Abstammung und bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen soll die Anfangsdosis auf 25 mg reduziert werden (siehe «Spezielle Patientengruppen»).
Überwachung und Dosisanpassung
Üblicherweise erfolgt eine Dosisanpassung in Schritten von 25 mg. Bei einigen ITP-Patienten ist jedoch unter Umständen eine Kombination verschiedener Tablettenstärken an unterschiedlichen Tagen erforderlich.
Tabelle 1: Dosisanpassung von Revolade bei erwachsenen ITP Patienten

Thrombozytenzahl

Dosisanpassung

< 50'000/µl nach mindestens 2 Wochen Behandlung

Dosiserhöhung um 25 mg.

≥ 200'000/µl bis ≤400'000/µl

Dosisreduktion um 25 mg.
Bei Patienten unter Revolade 25 mg sollte eine Dosierung von 12,5 mg in Erwägung gezogen werden.

> 400'000/µl

Revolade stoppen.
Bei einer Thrombozytenzahl < 150'000/µl Behandlung mit tieferer Tagesdosis wieder beginnen.
Bei Patienten unter Revolade 25 mg sollte eine Dosierung von 12,5 mg in Erwägung gezogen werden.

Pädiatrische Patienten
Die empfohlene Anfangsdosis von Revolade bei ITP richtet sich nach Körpergewicht (KG) und ethnischer Zugehörigkeit.
Die Dosisanpassung sollte unter Berücksichtigung der klinischen Notwendigkeit und ggf. in Abhängigkeit von vorgesehenen Massnahmen (z.B. neurochirurgischen Eingriffen) erfolgen. Die Ziel-Thrombozytenzahl liegt bei >50'000/µl und ist nach klinischem Ermessen zu titrieren.
Pädiatrische Patienten von 6 bis 17 Jahren
Anfangsdosis
Nicht-asiatische Abstammung, KG >27 kg: 50 mg einmal täglich
Nicht-asiatische Abstammung, KG <27 kg: 37,5 mg einmal täglich
Asiatische Abstammung, ohne Gewichtsangabe: 25 mg einmal täglich
Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen soll die Anfangsdosis auf 25 mg reduziert werden (siehe «Spezielle Patientengruppen»).
Überwachung und Dosisanpassung
Üblicherweise erfolgt eine Dosisanpassung in Schritten von 25 mg. Bei einigen ITP-Patienten ist jedoch unter Umständen eine Kombination verschiedener Tablettenstärken an unterschiedlichen Tagen erforderlich.
Tabelle 2: Dosisanpassung von Revolade bei pädiatrischen ITP Patienten von 6 bis 17 Jahren

Thrombozytenzahl

Dosisanpassung

< 50'000/µl nach mindestens 2 Wochen Behandlung

Tagesdosis um 25 mg erhöhen, bis maximal 75 mg/Tag.

≥ 200'000/µl bis ≤400'000/µl

Tagesdosis um 25 mg reduzieren.
Bei Patienten unter Revolade 25 mg sollte eine Dosierung von 12,5 mg in Erwägung gezogen werden.

> 400'000/µl

Revolade stoppen.
Bei einer Thrombozytenzahl < 150'000/µl Behandlung mit tieferer Tagesdosis wieder beginnen.
Bei Patienten unter Revolade 25 mg sollte eine Dosierung von 12,5 mg in Erwägung gezogen werden.

Thrombozytopenie aufgrund einer chronischen Hepatitis C (HCV)
Wenn Revolade in Kombination mit Peginterferon-basierten antiviralen Therapie-Schemata angewendet wird, sollten die Dosierungsanweisungen der Fachinformationen aller gleichzeitig angewendeten Arzneimittel beachtet werden.
Die Induktion der Thrombozytenzahl, welche eine Peginterferon-basierte anti-HCV Therapie erlaubt, soll mit einer möglichst niedrigen Revolade-Dosis und unter Kontrolle der QT-Zeit mittels EKG erfolgen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Bei einer Tagesdosis von weniger als 25 mg Revolade wird empfohlen, 25 mg jeden zweiten Tag in Erwägung zu ziehen.
Während der antiviralen Therapie sollte das Ziel der Behandlung sein, die Thrombozytenzahl auf einem Niveau zu halten, das einerseits das Blutungs- und Thromboserisiko niedrig hält und andererseits mit einer volldosierten Peginterferon-Therapie kompatibel ist (Tabelle 3).
In klinischen Studien stieg die Thrombozytenzahl gewöhnlich innerhalb einer Woche nach Beginn der Revolade-Therapie.
Revolade soll nur bei Patienten mit erhöhtem Blutungsrisiko infolge ausgeprägter Thrombozytopenie eingesetzt werden. Die Thrombozytenzahl soll dabei nur auf einen für die Vermeidung von Blutungsereignissen erforderlichen Wert, nicht hingegen in den physiologischen Bereich angehoben werden.
Anfangsdosis
Die Revolade-Therapie bei HCV-Patienten sollte mit 25 mg einmal täglich eingeleitet werden.
Überwachung und Dosisanpassung
Dosisanpassungen beruhen auf der erreichten Wirkung auf die Thrombozytenzahl. Die Anpassung der Revolade-Dosis erfolgt in Schritten von 25 mg in zwei-wöchigen Intervallen, bis die für die Einleitung der antiviralen Therapie erforderliche Thrombozytenzahl erreicht ist.
Stabilisierung der Thrombozytenzahl im Verlauf der antiviralen Therapie:
Um unter antiviraler Therapie eine Reduktion der Peginterferon-Dosis zu vermeiden, soll auch während der antiviralen Therapie die Revolade-Dosis unter Kontrolle der Thrombozytenzahl kontinuierlich angepasst werden. Es wird empfohlen, alle zwei Wochen ein grosses Blutbild durchzuführen. Bei instabilen Thrombozytenwerten während der antiviralen Therapie sollten Kontrollen einmal wöchentlich erfolgen.
Die Anpassung der Revolade-Dosis sollte gemäss Tabelle 3 erfolgen. Der Zielbereich der Thrombozytenzahl liegt dabei zwischen 75'000 und 100'000/μl.
Eine Dosis von 100 mg einmal täglich soll nicht überschritten werden.
Tabelle 3: Dosisanpassung von Revolade bei HCV-Patienten während der antiviralen Therapie

Thrombozytenzahl

Dosisanpassung in 2-wöchigen Intervallen

< 50'000/µl

Erhöhung der Tagesdosis um 25 mg bis zu einer Höchstdosis von 100 mg

≥50'000/μl bis ≤200'000/μl

Gabe der niedrigsten noch ausreichenden Revolade-Dosis, um eine Reduktion der Peginterferon-Dosis zu vermeiden.

> 200'000/μl bis ≤400'000/μl

Reduktion der Tagesdosis um 25 mg. Nach einer Wartezeit von 2 Wochen erneute Überprüfung der Wirkung und gegebenenfalls weitere Dosisanpassung.
Nach Beginn der antiviralen Therapie können die Thrombozytenwerte abfallen, daher sollte eine sofortige Reduktion der Revolade-Dosis vermieden werden.

> 400'000/µl

Absetzen von Revolade, Häufigkeit der Thrombozytenzählungen auf 2 x wöchentlich erhöhen.
Sobald die Thrombozytenzahl bei ≤150'000/μl liegt, Wiederaufnahme der Behandlung mit einer um 25 mg reduzierten Tagesdosis.
Bei Patienten mit 25 mg Revolade Reduktion auf 12.5 mg einmal täglich.

Therapieabbruch
Die Revolade-Therapie sollte beendet werden, wenn die antivirale Therapie abgesetzt wird. Eine überschiessende Reaktion der Thrombozytenzahl sowie erhöhte Leberwerte können ein Absetzen von Revolade erfordern (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Bei Patienten mit HCV vom Genotyp 1/4/6 sollte unabhängig von der Entscheidung über das Fortführen der antiviralen Therapie ein Absetzen von Revolade erwogen werden, wenn ein Patient bis Woche 12 kein virologisches Ansprechen (=Reduktion der HCV-RNA im Blut um Faktor > 100) erreicht hat. Wenn nach 24 Wochen Therapie noch HCV-RNA nachweisbar ist, sollte Revolade abgesetzt werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Erstlinientherapie bei schwerer aplastischer Anämie
Eltrombopag sollte gleichzeitig mit einer Standardimmunsuppressionstherapie eingeleitet werden.
Die Anfangsdosis von Eltrombopag darf nicht überschritten werden.
Anfangsdosis
Erwachsene und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren
Die empfohlene Anfangsdosis von Eltrombopag beträgt 150 mg einmal täglich für 6 Monate.
Bei erwachsenen und jugendlichen SAA-Patienten asiatischer Abstammung (wie Chinesen, Japaner, Taiwanesen, Koreaner oder Thais) sollte Eltrombopag in einer Dosis von 75 mg einmal täglich für 6 Monate eingeleitet werden.
Pädiatrische Patienten im Alter von 6 bis 11 Jahren
Die empfohlene Anfangsdosis von Eltrombopag beträgt 75 mg einmal täglich für 6 Monate.
Bei pädiatrischen SAA-Patienten asiatischer Abstammung (wie Chinesen, Japaner, Taiwanesen, Koreaner oder Thais) im Alter von 6 bis 11 Jahren sollte Eltrombopag in einer Dosis von 37.5 mg einmal täglich für 6 Monate eingeleitet werden.
Tabelle 4: Dosis der Standardimmunsuppressionstherapie mit Eltrombopag in der Zulassungsstudie (siehe Abschnitt «Eigenschaften/Wirkungen»)

Wirkstoff

In der Zulassungsstudie verabreichte Dosis

h-ATG

Basierend auf dem tatsächlichen Körpergewicht 40 mg/kg/Tag intravenös an den Tagen 1 bis 4 der 6-monatigen Behandlungsdauer verabreicht.

Cyclosporin*
(therapeutische Dosis für 6 Monate, von Tag 1 bis Monat 6, angepasst, um einen therapeutischen Talzielspiegel zwischen 200 und 400 Mikrogramm/l zu erreichen)

Patienten ab 12 Jahre:
Basierend auf dem tatsächlichen Körpergewicht 3 mg/kg oral alle 12 Stunden (Gesamttagesdosis von 6 mg/kg/Tag).
Patienten > 20 Jahre mit einem Körpermasseindex > 35 oder Patienten im Alter von 12 bis 20 Jahren mit einem Körpermasseindex > 95. Perzentil:
Basierend auf dem angepassten Körpergewicht# 3 mg/kg oral alle 12 Stunden (Gesamttagesdosis von 6 mg/kg/Tag).
Pädiatrische Patienten im Alter von 2 bis 11 Jahren:
Basierend auf dem tatsächlichen Körpergewicht 6 mg/kg oral alle 12 Stunden (Gesamttagesdosis von 12 mg/kg/Tag).
Patienten im Alter von 2 bis 11 Jahren mit einem Körpermassenindex > 95. Perzentil:
Basierend auf dem angepassten Körpergewicht# 6 mg/kg oral alle 12 Stunden (Gesamttagesdosis von 12 mg/kg/Tag).

Cyclosporin
(Erhaltungsdosis, von Monat 6 bis Monat 24)

Für Patienten, die nach 6 Monaten ein hämatologisches Ansprechen erreichen:
2 mg/kg/Tag oral in einer Fixdosis für weitere 18 Monate.

·Die Cyclosporin-Dosis kann Anpassungen benötigen um den oben empfohlenen Talzielspiegel zu erreichen when cyclosporin als Komedikation angewendet wird. Siehe Cyclosporin Fachinformation.
# Berechnet als Mittelwert zwischen dem idealen Körpergewicht und dem tatsächlichen Körpergewicht.

Überwachung und Dosisanpassung
Klinische Hämatologie- und Leberfunktionstests sollten während der gesamten Therapie mit Eltrombopag regelmässig durchgeführt werden, und das Dosierungsschema von Eltrombopag sollte auf der Grundlage der Thrombozytenzahl gemäss Tabelle 5 angepasst werden.
In Tabelle 6 sind die Empfehlungen für die Unterbrechung, Reduzierung oder das Absetzen der Dosis von Eltrombopag bei der Behandlung von Leberfunktionsstörungen und Thrombosen / Embolieereignissen zusammengefasst.
Tabelle 5: Dosisanpassungen von Eltrombopag in der Erstlinientherapie bei schwerer aplastischer Anämie

Plättchenzahl

Dosisanpassung oder Ansprechen

> 200'000/μl bis ≤400'000/μl

Verringerung der Tagesdosis um 25 mg alle 2 Wochen auf die niedrigste Dosis, die eine Thrombozytenzahl ≥50'000/μl aufrecht erhählt.
Bei pädiatrischen Patienten unter 12 Jahren die Dosis um 12.5 mg verringern*.

> 400'000/μl

Absetzen von Eltrombopag für eine Woche.
Sobald die Thrombozytenzahl bei < 200'000/μl liegt, Wiederaufnahme der Behandlung mit einer um 25 mg reduzierten Tagesdosis (oder 12.5 mg bei pädiatrischen Patienten unter 12 Jahren)*.

Tabelle 6: Empfohlene Dosismodifikation bei Leberfunktionsstörungen und Thrombose bzw. Embolie

Ereignis

Empfehlung

Leber-funktions-störungen

Zunahme des ALT-Werts > 6 x ULN:
Absetzen von Eltrombopag.
Sobald der ALT-Wert < 5 x ULN beträgt, Wiederaufnahme der Behandlung mit der gleichen Dosis.
Zunahme des ALT-Werts > 6 x ULN nach der erneuten Einleitung von Eltrombopag (nicht auf andere auslösende Faktoren zurückzuführen, z.B. Serumkrankheit, Sepsis oder Azol-Antimykotika):
Den ALT-Wert mindestens alle 3 bis 4 Tage überwachen.
Wenn der ALT-Wert bei wiederholten Blutuntersuchungen > 6 x ULN bleibt:
Absetzen von Eltrombopag.
Sobald der ALT-Wert < 5 x ULN beträgt, Wiederaufnahme der Behandlung mit einer bezüglich der vorherigen Dosis um 25 mg reduzierten Dosis.
Wenn der ALT-Wert mit der reduzierten Dosis auf > 6 x ULN ansteigt:
Reduzieren der Tagesdosis Eltrombopag um 25 mg bis der ALT-Wert < 5 x ULN beträgt.
Es liegen keine Daten zu einer Dosisänderung aufgrund von Leberfunktionsstörungen bei pädiatrischen Patienten vor. Eine Dosisänderung proportional zu der bei Erwachsenen (z.B. 12.5 mg) sollte nach klinischem Ermessen in Betracht gezogen werden.

Thrombose bzw. Embolie

Tiefe Beinvenenthrombose, Lungenembolie, TIA oder Schlaganfall, Myokardinfarkt zu jeglichem Zeitpunkt während der Behandlung mit Eltrombopag:
Absetzen von Eltrombopag, aber Fortsetzen von h-ATG und Cyclosporin. Wenn der Thrombozytenspiegel zum Zeitpunkt der Thrombose > 50'000/μl beträgt, wird eine Behandlung mit Enoxaparin oder einem anderen geeigneten Antikoagulans je nach klinischer Indikation empfohlen, bis die Thrombozytenzahl auf < 20'000/μl sinkt oder eine Standardantikoagulationsbehandlung von 3 bis 6 Monaten abgeschlossen ist.

Therapieabbruch
Die Gesamtdauer der Behandlung mit Eltrombopag beträgt 6 Monate. Übermässige Thrombozytenzahlreaktionen (wie in Tabelle 5 dargestellt) oder bestimmte unerwünschte Ereignisse (wie in Tabelle 6 dargestellt) erfordern ebenfalls das Absetzen von Eltrombopag.
Refraktäre schwere aplastische Anämie (SAA)
Anfangsdosis
Die Behandlung mit Revolade wird mit einer Dosis von 50 mg einmal täglich eingeleitet. Bei Patienten asiatischer Abstammung und bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen soll die Anfangsdosis auf 25 mg reduziert werden (siehe «Spezielle Patientengruppen»). Die Behandlung sollte nicht begonnen werden, wenn bei den Patienten zytogenetische Auffälligkeiten des Chromosoms 7 vorliegen.
Überwachung und Dosisanpassung
Ein hämatologisches Ansprechen ist unter Umständen erst bis zu 16 Wochen nach Beginn der Behandlung mit Revolade feststellbar und kann eine Aufdosierung erfordern. Dazu wird die Revolade-Dosis in Stufen von 25 mg alle 2 Wochen erhöht, bis die angestrebte Thrombozytenzahl von ≥50'000/µl erreicht ist. Eine Dosis von 150 mg täglich soll nicht überschritten werden. Die klinisch-hämatologischen Parameter und die Leberwerte sollten während der Therapie mit Revolade regelmässig kontrolliert werden; die Dosierung von Revolade ist auf Grundlage der Thrombozytenzahl entsprechend den Angaben in Tabelle 7 anzupassen. Knochenmarkuntersuchungen mit Aspirationen für Zytogenetik werden vor Therapiebeginn von Revolade, 3 Monate nach Behandlungsbeginn und 6 Monate nach dem Absetzen empfohlen. Wenn neue zytogenetische Auffälligkeiten entdeckt werden, ist die Fortführung der Therapie sorgfältig neu zu abzuwägen.
Tabelle 7: Dosisanpassungen von Revolade bei Patienten mit schwerer aplastischer Anämie

Thrombozytenzahl

Dosisanpassung

< 50'000/µl nach mindestens 2 Behandlungswochen

Erhöhung der Tagesdosis um 25 mg bis zu einer Höchstdosis von 150 mg/Tag

≥100'000/µl bis ≤200'000/µl zu jedem Zeitpunkt der Behandlung

Tagesdosis um 50 mg reduzieren. Nach dieser und jeder weiteren Dosisanpassung jeweils zwei Wochen abwarten und die Wirkung erneut beurteilen.

> 200'000/µl

Revolade mindestens eine Woche aussetzen.
Bei einer Thrombozytenzahl von < 150'000/µl die Therapie mit einer um 50 mg verminderten Dosis wiederaufnehmen.

> 200'000/µl nach 2 Behandlungswochen bei der niedrigsten Dosierung von Revolade

Revolade absetzen. Neubeginn mit 25 mg oder der nächstniedrigen Dosis, sobald die Thrombozytenzahl < 50'000/µl beträgt.

Ausschleichen bei Dreifach-Respondern (Ansprechen der Leukozyten und Erythrozyten sowie der Thrombozyten)
Sobald über mehr als 8 Wochen hinweg anhaltende Thrombozytenzahlen > 50'000/µl, Hämoglobinwerte > 10 g/dl ohne Erythrozytentransfusion und eine absolute Neutrophilenzahl (ANC) von > 1 x 109/l erreicht sind, sollte die Revolade-Dosis um 50% reduziert werden. Wenn die Werte 8 Wochen nach der Dosisreduktion noch stabil sind, wird die Behandlung mit Revolade unter Überwachung des Blutbilds beendet. Wenn die Thrombozytenzahl auf < 30'000/µl, die Hämoglobinkonzentration auf < 9 g/dl oder die absolute Neutrophilenzahl auf < 0,5 x 109/l abfallen, kann Revolade wieder in der vorangegangenen Dosierung verabreicht werden.
Therapieabbruch
Wenn nach 16-wöchiger Behandlung mit Revolade kein hämatologisches Ansprechen erreicht wird, ist die Therapie abzubrechen. Wenn neue zytogenetische Auffälligkeiten entdeckt werden, ist die Fortsetzung der Behandlung mit Revolade sorgfältig neu zu bewerten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Eine überschiessende Reaktion der Thrombozytenzahl oder eine Leberfunktionsstörung können ebenfalls den Abbruch der Revolade-Therapie erfordern (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Spezielle Patientengruppen
Kinder und Jugendliche
Bei Kindern unter einem Jahr mit einer seit mindestens 6 Monaten bestehenden ITP wird Revolade aufgrund der unzureichenden Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit nicht empfohlen.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Eltrombopag bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Thrombozytopenie bei chronischer HCV-Infektion, refraktärer SAA und nicht mit endgültiger immunsuppressiver Therapie vorbehandelter SAA, die jünger als 2 Jahre sind, wurde bisher nicht nachgewiesen.
Zu Kindern und Jugendlichen mit eingeschränkter Nieren- bzw. Leberfunktion liegen bei allen Indikationen keine Daten vor. Es können keine Therapieempfehlungen gegeben werden.
Ältere Patienten
Für die Anwendung von Revolade bei Patienten über 65 Jahren liegen nur begrenzte Daten vor.
In klinischen ITP-Studien wurde in Bezug auf die Sicherheit von Eltrombopag insgesamt kein klinisch relevanter Unterschied zwischen Patienten ab 65 Jahren und jüngeren Patienten festgestellt.
Hingegen liegen bei HCV-Patienten Hinweise für häufigere schwerwiegende unerwünschte Wirkungen unter Revolade bei älteren Patienten vor, insbesondere gastrointestinale Blutungen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»), dies bei gleichzeitig limitierter Wirksamkeit in dieser Subgruppe (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»).
Asiatische erwachsene Patienten
Bei Patienten asiatischer Herkunft (wie Chinesen, Japaner, Taiwanesen oder Koreaner), einschliesslich solcher mit Leberfunktionsstörungen, sollte die Initialbehandlung mit Revolade in einer Dosis von 25 mg einmal täglich erfolgen (siehe «Kinetik spezieller Patientengruppen»).
Weitere Dosisanpassungen sind unter kontinuierlicher Kontrolle der Thrombozytenzahl nach Standardkriterien (Tabelle 1, Tabelle 2, Tabelle 3, Tabelle 7) vorzunehmen.
Erwachsene Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
Erwachsene Patienten mit Nierenfunktionsstörungen sollten Revolade nur mit Vorsicht und unter engmaschiger Überwachung anwenden, da hier keine klinischen Erfahrungen vorliegen.
Erwachsene Patienten mit Leberfunktionsstörung
Bei erwachsenen Patienten mit ITP und Leberzirrhose sollte Revolade mit Vorsicht und unter sorgfältiger Überwachung und mit Dosisanpassungen nicht kürzer als in drei-wöchigen Intervallen verabreicht werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Bei einem Child-Pugh-Score ≥5 sollte die Initialdosis auf 25 mg Revolade pro Tag reduziert werden.
Erwachsene Patienten mit chronischer HCV-Infektion und Leberfunktionsstörungen sowie Patienten mit refraktärer schwerer aplastischer Anämie und Leberfunktionsstörungen sollte die Standardinitialdosis von 25 mg einmal täglich verabreicht werden, und weitere Dosisanpassungen sind unter kontinuierlicher Kontrolle der Thrombozytenzahl nach Standardkriterien (Tabelle 1, Tabelle 2, , Tabelle 3, Tabelle 7) vorzunehmen (siehe auch «Pharmakokinetik», «Kinetik spezieller Patientengruppen»). Patienten mit Child-Pugh-Score >9 wurden in den Studien an HCV-, ITP- und SAA-Patienten nicht untersucht.
In einer klinischen Studie zu nicht mit endgültiger immunsuppressiver Therapie vorbehandelter schwerer aplastischer Anämie waren Patienten mit einem AST/ALT-Ausgangswert von > 5 x ULN (Upper Limit of Normal) nicht teilnahmegeeignet. Die Anfangsdosis von Eltrombopag bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen in der Erstlinienbehandlung sollte je nach Bedarf auf der Grundlage der klinischen Beurteilung, der Verträglichkeit und der genauen Überwachung der Leberfunktion bestimmt werden.

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