Dosierung/AnwendungAllgemeine Hinweise zur Verabreichung von Tacrolimus Actavis
Die nachstehend empfohlenen Dosierungen für die orale Verabreichung von Tacrolimus Actavis müssen anhand der Blutspiegel auf die individuellen Bedürfnisse jedes Patienten eingestellt werden.
Die Analyse der klinischen Studien zeigt, dass die Patienten mehrheitlich mit Erfolg behandelt werden, wenn die Blutwerte von Tacrolimus 20 ng/ml nicht übersteigen. Bei der Interpretation der Blutspiegel ist dem klinischen Zustand des Patienten Rechnung zu tragen (vgl. auch «Empfehlungen bezüglich der Blutspiegel»).
In der Regel soll mit der Verabreichung von Tacrolimus Actavis per os begonnen werden; nötigenfalls kann der Inhalt der Kapseln mit Wasser vermischt und über eine Nasenmagensonde verabreicht werden. Es kann keine Beschränkung der Behandlungsdauer angegeben werden.
Tacrolimus Actavis wird häufig mit anderen Immunsuppressiva kombiniert. Die Tacrolimus Actavis-Dosis hängt von der gewählten immunsuppressiven Behandlung ab.
Anwendungsempfehlungen
Es empfiehlt sich, die Dosis in 2 täglichen Gaben (morgens und abends) zu verabreichen. Die Kapseln sind mit etwas Flüssigkeit, vorzugsweise Wasser, zu schlucken.
Aus pharmakokinetischen Gründen sind die Kapseln auf leeren Magen, jeweils 1 Stunde vor einer Mahlzeit oder 2–3 Stunden danach, zu schlucken, um eine maximale Resorption zu ermöglichen (vgl. «Pharmakokinetik»).
Lebertransplantation
Primäre Immunsuppression beim Erwachsenen
Die Verabreichung von Tacrolimus Actavis per os sollte mit einer Initialdosis von 0,3 mg/kg/Tag, aufgeteilt auf zwei Einzeldosen, beginnen. Es empfiehlt sich, mit der Behandlung 12 Stunden nach Operationsende zu beginnen.
Primäre Immunsuppression in der Pädiatrie
Die Behandlung sollte mit einer oralen Gabe von 0,30 mg/kg/Tag, aufgeteilt auf zwei Einzeldosen (morgens und abends) eingeleitet werden.
Erhaltungstherapie – erwachsene und pädiatrische Patienten
Während der Erhaltungstherapie werden die Tacrolimus Actavis-Dosen im Allgemeinen gesenkt.
Die Erhaltungsdosis ist bei jedem einzelnen Patienten unter Berücksichtigung des Abstossungsrisikos und der Verträglichkeit individuell einzustellen.
In gewissen Fällen kann die immunsuppressive Begleittherapie aufgehoben und eine Monotherapie mit Tacrolimus Actavis weitergeführt werden. Der Zustand des Patienten kann die Pharmakokinetik von Tacrolimus verändern und eine erneute Dosiseinstellung erforderlich machen.
In der Regel werden in der Pädiatrie aufgrund eines aktiveren Metabolismus 1,5 bis 2mal höhere Dosen als für Erwachsene benötigt, um ähnliche Plasmaspiegel zu erreichen.
Behandlung von Abstossungsreaktionen – erwachsene und pädiatrische Patienten
Abstossungsreaktionen sind durch Erhöhung der Tacrolimus Actavis-Dosen, mit einer Kortikosteroid-Begleitmedikation und einer kurzen Verabreichung von mono/polyklonalen Antikörpern behandelt worden. Beim Auftreten toxischer Symptome (ausgeprägte Nebenwirkungen, vgl. dazu «Unerwünschte Wirkungen») kann eine Senkung der Tacrolimus Actavis-Dosis erforderlich werden.
Für die Behandlung von Abstossungsreaktionen bei Patienten, die auf Ciclosporin nicht ansprechen, und für die Umstellung auf eine Behandlung mit Tacrolimus Actavis sei auf den Abschnitt «Umstellung der Ciclosporin-Behandlung auf Tacrolimus Actavis» verwiesen.
Nierentransplantation
Primäre Immunsuppression beim Erwachsenen – mit und ohne Initialbehandlung mit Antikörpern
Bei Patienten ohne Initialbehandlung mit Antikörpern sollte die Therapie mit Tacrolimus Actavis per os in den ersten 24 Stunden nach dem operativen Eingriff mit 0,30 mg/kg/Tag, aufgeteilt auf zwei Einzeldosen (morgens und abends) eingeleitet werden.
Bei Patienten mit einer Antikörper-Initialbehandlung empfiehlt sich eine Dosis von 0,20 mg/kg/Tag per os, aufgeteilt auf 2 Einzeldosen (morgens und abends).
Primäre Immunsuppression in der Pädiatrie
Eine präoperative Behandlung per os kann in einer Dosis von 0,15 mg/kg verabreicht werden. Postoperativ empfiehlt sich eine intravenöse Dauertropfinfusion von 0,075–0,100 mg/kg/24 h, bis zu einer Behandlung per os übergegangen werden kann. Die orale Dosis beträgt 0,30 mg/kg/Tag, aufgeteilt auf zwei Einzeldosen. Die erste orale Dosis muss spätestens 12 Stunden nach Infusionsende verabreicht werden.
Eine intravenöse Form ist von Tacrolimus Actavis nicht erhältlich, es muss auf ein anderes Präparat ausgewichen werden.
Erhaltungstherapie – erwachsene und pädiatrische Patienten
Um das Transplantat am Leben zu erhalten, ist eine ständige Immunsuppression mit Tacrolimus per os nötig. Die Erhaltungsdosis ist bei jedem einzelnen Patienten individuell einzustellen. Sie kann in der Regel während der Erhaltungstherapie unter Berücksichtigung des Abstossungsrisikos und der Verträglichkeit gesenkt werden.
Im Allgemeinen benötigen Kinder 1,5 bis 2mal höhere Dosen als Erwachsene, um ähnliche Plasmaspiegel zu erreichen.
Behandlung von Abstossungsreaktionen – erwachsene und pädiatrische Patienten
Bei Patienten mit Abstossungsreaktionen, die auf die herkömmlichen immunsuppressiven Therapien nicht ansprechen (Ciclosporin: vgl. nachstehender Abschnitt) und eine Behandlung mit Tacrolimus benötigen, beginnt die Verabreichung von Tacrolimus Actavis mit der Initialdosis, wie sie zur Prophylaxe von Primärabstossungen von Nierentransplantaten empfohlen wird.
Wenn bei Kindern auf Tacrolimus Actavis umgestellt wird, beträgt die orale Dosis 0,30 mg/kg/Tag, aufgeteilt auf 2 Einzeldosen.
Umstellung der Ciclosporin-Behandlung auf Tacrolimus Actavis
Die gleichzeitige Verabreichung von Ciclosporin und Tacrolimus Actavis kann die Halbwertszeit von Ciclosporin erhöhen und die toxischen Wirkungen verschlimmern. Bei der Umstellung von Ciclosporin auf Tacrolimus Actavis ist deshalb besondere Vorsicht angezeigt.
Tacrolimus Actavis darf erst nach einer Kontrolle der Ciclosporin-Blutspiegel und des klinischen Zustandes des Patienten verabreicht werden. Mit der Tacrolimus Actavis-Therapie muss innerhalb von 12 bis 24 Stunden nach Absetzen von Ciclosporin begonnen werden. Die Behandlung sollte mit der oralen Initialdosis eingeleitet werden, wie sie für die primäre Immunsuppression bei Leber- oder Nierentransplantation (sowohl bei Erwachsenen wie bei Kindern) empfohlen wird.
Die Überwachung der Ciclosporin-Blutspiegel sollte während der Umstellung fortgesetzt werden, denn die Clearance von Ciclosporin kann sich verändern.
Dosiseinstellung bei besonderen Patientengruppen
Patienten mit Leberinsuffizienz
Bei Patienten mit Leberinsuffizienz empfiehlt sich eine Senkung der Dosen, um die Blutspiegel in den empfohlenen Grenzen zu halten.
Patienten mit Niereninsuffizienz
Da sich die Pharmakokinetik von Tacrolimus durch die Niereninsuffizienz nicht verändert, ist eine Senkung der Tacrolimus Actavis-Dosen bei niereninsuffizienten Patienten nicht erforderlich. Vorsichtshalber sollten indessen die Nierenfunktion, einschliesslich wiederholter Messungen der Serum-Kreatinin-Werte, sowie seine Clearance und die ausgeschiedene Urinmenge sorgfältig kontrolliert werden.
Alterspatienten
Es gibt keine Hinweise, welche die Notwendigkeit einer Dosisänderung bei Alterspatienten nahe legen.
Empfehlungen bezüglich der Blutspiegel
Es stehen mehrere immunologische Tests zur Bestimmung der Blutspiegel von Tacrolimus zur Verfügung, u.a. ein semiautomatisierter Mikropartikel-Enzym-immunoassay (MEIA). Die Vergleiche der Konzentrationen der individuellen Werte anhand der Daten aus der Fachliteratur sollten mit Vorsicht und in Kenntnis der verwendeten Methoden beurteilt werden. In der gängigen klinischen Praxis werden die Blutspiegel unter Verwendung von Methoden bestimmt, die auf immunologischen Tests beruhen.
Die minimalen Tacrolimus-Blutspiegel sollten in der ersten postoperativen Phase regelmässig kontrolliert werden. Wenn Tacrolimus per os verabreicht wird, sollten die minimalen Blutspiegel ungefähr 12 Stunden nach der verabreichten Dosis und unmittelbar vor der folgenden Dosis bestimmt werden. Die Häufigkeit der Blutspiegelbestimmungen hängt von den klinischen Bedürfnissen ab. Angesichts der schwachen Clearance von Tacrolimus Actavis kann es bei einer Dosiseinstellung mehrere Tage dauern, bis sich die Veränderung der Blutspiegel bemerkbar macht.
In der ersten Zeit nach der Transplantation sollten die minimalen Blutspiegel ungefähr zweimal wöchentlich, danach während der Erhaltungstherapie in regelmässigen Abständen kontrolliert werden. Sie müssen auch nach einer Anpassung der Dosis, einer Änderung der immunsuppressiven Medikation oder bei gleichzeitiger Verabreichung von Arzneimitteln, welche die Tacrolimus-Blutspiegel verändern können (vgl. «Interaktionen»), kontrolliert werden.
In der klinischen Praxis liegen die minimalen Blutwerte in der ersten postoperativen Phase bei lebertransplantierten Patienten im Allgemeinen zwischen 5 und 20 ng/ml und bei nierentransplantierten Patienten zwischen 10 und 20 ng/ml. Danach liegen sie zwischen 5 und 15 ng/ml bei beiden Patientengruppen. Die wichtigsten dosisbestimmenden Faktoren sind der klinische Hinweis auf eine Transplantatabstossung und die individuelle Verträglichkeit jedes einzelnen Patienten.
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