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Fachinformation zu Vancomycin Pfizer®:Pfizer AG
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Fahrtücht.Unerw.WirkungenÜberdos.Eigensch.Pharm.kinetikPräklin.Sonstige H.Swissmedic-Nr.
PackungenReg.InhaberStand d. Info. 

Zusammensetzung

Wirkstoff: Vancomycinum ut Vancomycini hydrochloridum.
Hilfsstoffe: –.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Vancomycin Pfizer 500 mg i.v. Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
1 Durchstechflasche enthält Vancomycinum 500 mg als Trockensubstanz.
Vancomycin Pfizer 1 g i.v. Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
1 Durchstechflasche enthält Vancomycinum 1 g als Trockensubstanz.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Bei intravenöser Infusion
Vancomycin Pfizer ist angezeigt zur Behandlung:
methicillinresistenter (betalactamresistenter) Staphylokokkeninfektionen;
schwerer Staphylokokkeninfektionen bei Penicillin-Allergikern oder bei Patienten, die auf Penicilline oder Cephalosporine nicht angesprochen haben;
schwerer Infektionen durch andere Vancomycin-sensible Erreger, die gegen andere Antibiotika resistent sind;
zur Initialtherapie bei Verdacht auf methicillinresistente Staphylokokken (nach Vorliegen des Ergebnisses der Empfindlichkeitstestung sollte die Therapie entsprechend angepasst werden).
Vancomycin Pfizer ist zur Behandlung der Staphylokokken-Endokarditis wirksam, sowie bei anderen durch Staphylokokken verursachten Infektionen, einschliesslich Septikämie sowie Infektionen der Knochen, unteren Atemwege, Haut und Weichteile. Bei lokalisierten, eitrigen Staphylokokkeninfektionen werden Antibiotika neben geeigneten chirurgischen Massnahmen angewandt.
Vancomycin Pfizer ist allein oder zusammen mit einem Aminoglykosid bei Endokarditis wirksam, die durch S. viridans oder S. bovis verursacht ist. Bei Enterokokken (E. faecalis)-Endokarditis ist Vancomycin Pfizer nur in Kombination mit einem Aminoglykosid wirksam. Vancomycin Pfizer ist gegen Endokarditis durch Diphteroide und in Kombination mit Rifampicin und/oder einem Aminoglykosid bei beginnender Klappenprothesen-Endokarditis durch S. epidermidis oder Diphteroide wirksam (Vancomycin-Therapiedauer 4–6 Wochen).
Es sollten Kulturen angelegt werden, um die ursächlichen Erreger und deren Empfindlichkeit gegen Vancomycin festzustellen.
Bei oraler Verabreichung
Zur Behandlung der Staphylokokken-Enterocolitis und der antibiotikabedingten pseudomembranösen Colitis durch C. difficile muss Vancomycin oral verabreicht werden (dafür steht eine orale Darreichungsform von Vancomycin zur Verfügung oder die 500 mg Stechampulle von Vancomycin Pfizer kann gelöst oral verabreicht werden).
Die gleichzeitige Verabreichung von oralem Vancomycin und Aminoglykosiden wird ausserdem zur Darmsterilisation bei Patienten mit Immunosuppression angewandt.
Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollen beachtet werden, insbesondere Anwendungsempfehlungen zur Verhinderung der Zunahme der Antibiotikaresistenz.

Dosierung/Anwendung

Eine Konzentration von 5 mg/ml (nicht mehr als 10 mg/ml) ist empfohlen. Eine Infusion von 10 mg/min oder weniger ist mit geringeren infusionsbedingten Nebenwirkungen verbunden (siehe «Unerwünschte Wirkungen»).
Zubereitung: Siehe «Sonstige Hinweise/Hinweise für die Handhabung». Die rekonstituierte Lösung darf nicht unverdünnt angewendet werden.
Patienten mit normaler Nierenfunktion
Erwachsene: Die übliche intravenöse Dosis beträgt 500 mg alle 6 Stunden, oder 1 g alle 12 Stunden. Die Verabreichung jeder Dosis sollte nicht mehr als 10 mg/min betragen oder über eine Zeitspanne von mindestens 60 Minuten erfolgen (die längere Verabreichungsdauer ist vorzuziehen). Faktoren wie Alter oder Fettleibigkeit können eine Modifikation der üblichen Tagesdosis von 2 g erfordern.
Kinder: 40 mg/kg Körpergewicht pro Tag. Die Tagesdosis kann aufgeteilt und auf die dem Kind in 24 Stunden zuzuführende Flüssigkeitsmenge verteilt werden. Jede Dosis muss über mindestens 60 Minuten infundiert werden.
Neugeborene und Säuglinge: Für Neugeborene und junge Säuglinge kann die Tagesdosis geringer sein. Empfohlen wird eine Anfangsdosis von 15 mg/kg und eine Erhaltungsdosis von 10 mg/kg alle 12 Stunden in der ersten Lebenswoche und alle 8 Stunden bis zu einem Alter von einem Monat. Jede Dosis sollte über 60 Minuten verabreicht werden.
Eine Überwachung der Serumspiegel kann nötig sein.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Intravenöse Verabreichung von Vancomycin Pfizer mit Aminoglykosiden: Bei Verabreichung mit einem Aminoglykosid sollte die Dosierung von Vancomycin Pfizer nicht mehr als 500 mg alle 8 Stunden betragen. Die Patienten sollten auf Anzeichen für Nephrotoxizität und Ototoxizität streng überwacht und die Dosierung der Arzneimittel sollte im Fall von Nierenfunktionseinschränkung sorgsam angepasst werden.
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, ältere Patienten: Bei oben genannten Patienten muss die Dosis angepasst werden. Eine Bestimmung der Vancomycin-Serumkonzentrationen kann dazu hilfreich sein, besonders bei schwerkranken Patienten mit wechselnder Nierenleistung.
Für die meisten Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder älteren Patienten kann die folgende Tabelle benutzt werden, sofern die Kreatinin-Clearance bestimmt werden kann.
Die Vancomycin-Dosis (in mg) beträgt ca. 15× die glomeruläre Filtrationsrate (in ml/min).
Dosierungstabelle für Erwachsene mit eingeschränkter Nierenfunktion (nach Moellering et al., Ann. Intern. Med., 94:343,1981)

Kreatinin-Clearance              Vancomycin-Dosis    
ml/Min.                          mg/24 Std.          
100                              1545                
90                               1390                
80                               1235                
70                               1080                
60                               925                 
50                               770                 
40                               620                 
30                               465                 
20                               310                 
10                               155                 

Die Initialdosis sollte jedoch immer mindestens 15 mg/kg betragen.
Die Tabelle ist nicht anwendbar für Patienten mit praktisch nicht vorhandener Nierenfunktion. Diesen Patienten sollte initial eine Dosis von 15 mg/kg zum Erreichen therapeutischer Serumspiegel verabreicht werden. Die Erhaltungsdosen betragen 1,9 mg/kg/24 Std. Bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion kann zur Vereinfachung statt der täglichen Dosis eine Erhaltungsdosis von 250–1000 mg in Abständen von mehreren Tagen gegeben werden.
Bei Anurie wird eine Dosis von 1 g alle 7 bis 10 Tage empfohlen.
Wenn nur der Serumkreatininwert bekannt ist, lässt sich anhand folgender Formel der Wert für die Kreatinin-Clearance ungefähr errechnen:
Männer: Gewicht des Patienten (in kg) × (140 – Lebensjahre) : 72 × Serumkreatinin (mg/dl).
Frauen: Obige Formel × 0,85.
Der Serumkreatininwert muss einem steady state der Nierenfunktion entsprechen. Bei folgenden Patientengruppen liegt der annäherungsweise errechnete Wert meist über der tatsächlichen Kreatinin-Clearance:
Patienten mit abnehmender Nierenleistung (z.B. bei Schock, schwerem Herzversagen oder Oligurie), fettleibige Patienten oder Patienten mit Lebererkrankungen, Ödem oder Aszites, geschwächte, mangelernährte oder inaktivierte Patienten. Wann immer möglich, sollte die Kreatinin-Clearance direkt bestimmt werden.
Ältere Patienten: Die natürliche Abnahme der glomerulären Filtrationsrate mit zunehmendem Lebensalter kann zu erhöhten Vancomycin-Serumspiegeln führen, wenn die Dosis nicht angepasst wird (s. Dosierungstabelle bei eingeschränkter Nierenfunktion).
Die intrathekale Verabreichung von Vancomycin Pfizer ist nicht untersucht.

Kontraindikationen

Vancomycin Pfizer darf bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber einem der Bestandteile dieses Arzneimittels nicht angewendet werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vancomycin ist potentiell nephro- und ototoxisch, insbesondere bei Patienten mit bereits bestehender Nierenschädigung und bei Patienten mit normaler Nierenfunktion, die mit höheren Dosen oder über längere Zeit behandelt werden oder bei gleichzeitiger Anwendung anderer nephro- und/oder ototoxischer Substanzen.
Bei mit Vancomycin behandelten Patienten kann es zu einer Ototoxizität kommen, im Vestibular- und Gehörbereich bis hin zu bleibendem Gehörverlust.
Die Funktion der Nieren und des 8. Hirnnervs sollte während der Therapie überprüft werden. Der zuerst einsetzende Hörverlust in den hohen Frequenzen ist nur mittels Audiogrammen erfassbar.
Ohrenklingen kann der Beeinträchtigung der Hörfunktion vorausgehen. In diesem Fall muss Vancomycin abgesetzt werden.
Vancomycin sollte bei Patienten mit Hörstörungen in der Anamnese nicht angewendet werden.
Andere Faktoren, die das Toxizitäts-Risiko erhöhen können, sind fortgeschrittenes Alter und Wasserverlust.
Vancomycin sollte Patienten, welche allergisch auf Teicoplanin sind, mit Vorsicht verabreicht werden, weil allergische Kreuzreaktionen zwischen Vancomycin und Teicoplanin berichtet worden sind.
Die Verabreichung von Vancomycin kann über längere Zeit zu einem Überhandnehmen von nicht empfindlichen Erregern führen. Genaue Beobachtung der Patienten ist wesentlich. Falls eine Superinfektion während der Therapie auftritt, sind die entsprechenden Massnahmen zu ergreifen.
Bei Auftreten von schweren, anhaltenden Durchfällen während oder nach der intravenösen Therapie ist an eine pseudomembranöse Enterokolitis zu denken, die sofort behandelt werden muss (z.B. Vancomycin oral, 4× 250 mg täglich). Peristaltikhemmende Präparate sind kontraindiziert.

Interaktionen

Eine gleichzeitige oder aufeinanderfolgende Verwendung anderer ototoxischer, neurotoxischer und/oder nephrotoxischer Antibiotika, insbesondere von Amphotericin B, Aminoglykosiden, Bacitracin, Polymyxin B, Colistin, Viomycin oder Cisplatin erfordert sorgfältige Überwachung.
Eine gleichzeitige Gabe von Vancomycin Pfizer und Narkosemitteln hat zu Erythem, einer Histaminreaktion-ähnlichen Hautrötung und anaphylaktoiden Reaktionen geführt. Die Verabreichung von Vancomycin als eine 60-minütige Infusion vor Einleitung der Anästhesie kann diese Ereignisse mindern.
Die Häufigkeit infusionsbedingter unerwünschter Wirkungen ist unter gleichzeitiger Narkotika-Gabe grösser. Schwaches Ansprechen auf Vancomycin-Verabreichung wurde der Inaktivierung des Vancomycins durch die in derselben Zuleitung erfolgten Heparininfusion zugeschrieben.
Wird Vancomycin unter oder unmittelbar nach Operationen verabreicht, kann bei gleichzeitiger Anwendung von Muskelrelaxantien (wie z.B. Succinylcholin) deren Wirkung (neuromuskuläre Blockade) verstärkt und verlängert sein.

Schwangerschaft/Stillzeit

Hinsichtlich der Gefahrlosigkeit der Anwendung während der Schwangerschaft oder einer Beeinflussung der Fruchtbarkeit sind keine verbindlichen Aussagen möglich.
In einer kontrollierten klinischen Studie wurden die möglichen ototoxischen und nephrotoxischen Auswirkungen von Vancomycin bei Kindern getestet, nachdem das Arzneimittel drogenabhängigen schwangeren Frauen im 2. und 3. Trimenon bei schweren Staphylokokkeninfektionen verabreicht worden war. Vancomycin wurde im Nabelschnurblut nachgewiesen. Es wurde weder Gehörverlust noch Nephrotoxizität beobachtet.
Da die Patientenanzahl dieser Studie begrenzt war und Vancomycin nur im 2. und 3. Trimenon verabreicht wurde, ist nicht bekannt, ob Vancomycin fetale Schäden verursacht. Vancomycinhydrochlorid sollte an schwangere Frauen nur wenn unbedingt notwendig verabreicht werden.
Vancomycin wird in die Muttermilch ausgeschieden und sollte daher an stillende Mütter nur wenn unbedingt notwendig verabreicht werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Vancomycin Pfizer kann einen Einfluss (Schwindel, Hör­störungen) auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen haben.

Unerwünschte Wirkungen

Häufigkeiten
«Sehr häufig» (>1/10), «häufig» (>1/100, <1/10), «gelegentlich» (>1/1000 <1/100), «selten» (>1/10’000 <1/1000), «sehr selten» (<1/10’000).
Blut
Gelegentlich: vorübergehende Neutropenie. Sie trat gewöhnlich eine Woche nach Therapiebeginn oder später bzw. nach einer Gesamtdosis von über 25 g auf. Nach Absetzen von Vancomycin Pfizer scheint sich das Blutbild schnell zu normalisieren. Gelegentlich wurde auch eine Verminderung der Blutplättchen, manchmal über Eosinophilie berichtet. Sehr selten wurde über Agranulozytose berichtet. Bei Patienten, die Vancomycin Pfizer über längere Zeit oder gleichzeitig andere Arzneimittel erhalten, die eine Neutropenie oder Agranulozytose verursachen können, sollte die Leukozytenzahl regelmässig überwacht werden.
Selten wurde über Thrombozytopenie berichtet.
Immunsystem
Infusionsbedingte Erscheinungen
Während oder kurz nach rascher Infusion von Vancomycin können anaphylaktoide Reaktionen einschliesslich Blutdruckabfall, Atemnot, Nesselfieber oder Juckreiz auftreten.
Es kann auch zu Hautrötung am Oberkörper («red neck» bzw. «red man»), zu Schmerzen und Krämpfen der Brust- und Rückenmuskulatur kommen. Die Reaktionen klingen nach Absetzen der Infusion im Allgemeinen innerhalb von 20 Minuten bis zu einigen Stunden ab. Da diese Erscheinungen bei langsamer Infusion selten auftreten, muss unbedingt darauf geachtet werden, Vancomycin Pfizer genügend zu verdünnen und über einen ausreichend langen Zeitraum zu infundieren.
Wird Vancomycin schnell, z.B. innerhalb einiger Minuten injiziert, kann es zu starkem Blutdruckabfall einschliesslich Schock und selten zu Herstillstand kommen.
Überempfindlichkeitsreaktionen
Gelegentlich können Exantheme und Schleimhautentzündungen mit und ohne Juckreiz auftreten.
Sehr selten wurde im zeitlichen Zusammenhang mit einer Vacomycin-Infusion über einen starken und bis zu 10 Stunden anhaltenden Tränenfluss berichtet.
Selten werden schwerwiegendere Überempfindlichkeitsreaktionen mit Symptomen wie z.B. Arzneimittelfieber, Eosinophilie, Schüttelfrost, Vaskulitis beobachtet.
Überempfindlichkeitsreaktionen aller Schweregrade – bis zum Schock – sind möglich.
Schwere anaphylaktoide Reaktionen erfordern unter Umstanden entsprechende Notfallmassnahmen.
In seltenen Fällen ist im zeitlichen Zusammenhang mit einer Vancomycin-Therapie über schwere Hauterscheinungen mit lebensbedrohlichen Allgemeinreaktionen (wie z.B. exfoliative Dermatitis, Stevens-Johnson-Syndrom, Lyell-Syndrom) berichtet worden.
Selten kann es zu einer bullösen Dermatitis kommen.
Ohren und Labyrinth
Gelegentlich wurde über eine vorübergehende oder bleibende Verschlechterung der Hörfunktion bis hin zu bleibendem Gehörverlust berichtet, und zwar meist bei Patienten, die sehr hohe Dosen oder andere ototoxische Arzneimittel erhalten hatten, oder bei denen eine Nierenfunktionseinschränkung oder ein bereits beeinträchtigtes Hörvermögen vorlag. Bei solchen Patienten sind regelmässige Kontrollen der Hörfunktion angebracht.
Schwindel und Ohrenklingen wurden ebenfalls gelegentlich beobachtet.
Herz-Kreislauf
Eine schnelle Bolus-Injektion (über einige Minuten) kann mit raschem Blutdruckabfall, einschliesslich Schock und gelegentlich Herzstillstand in Verbindung stehen.
Gefässe
Venenentzündungen können auftreten. Durch langsame Infusion verdünnter Lösungen und Wechsel der Infusionsstelle kann man sie vermindern.
Versehentliche paravenöse oder intramuskuläre Injektionen führen zu Schmerzen, Gewebsreizungen und Nekrosen.
Gastrointestinale Störungen
Häufig kann Übelkeit auftreten. Sehr selten wurde über pseudomembranöse Enterokolitis bei Patienten berichtet, denen Vanomycin intravenös gegeben wurde.
Haut
Siehe Immunsystem.
Nieren
Häufig wurde über Nierenfunktionseinschränkung, was sich hauptsächlich durch erhöhte Kreatinin- oder Blutharnstoffstickstoff-Konzentrationen äusserte, berichtet, besonders bei Patienten, die grosse Dosen von Vancomycin Pfizer erhielten. Sehr selten wurde interstitielle Nephritis beobachtet. Nierenversagen. Meistens traten diese Nebenwirkungen bei Patienten auf, denen gleichzeitig Aminoglykoside verabreicht wurden oder bei bereits bestehender Nierenfunktionseinschränkung. Das Absetzen von Vancomycin Pfizer führte bei den meisten Patienten zu einem Rückgang der Azotämie. Bei Patienten mit bereits eingeschränkter Nierenfunktion oder bei gleichzeitiger Gabe von Aminoglykosiden sollte daher die Nierenfunktion regelmässig überwacht und die Dosierung besonders sorgfältig gewählt werden.
Erste Anzeichen von Nebenwirkungen und der Eintritt einer Schwangerschaft sind dem Arzt zu melden. Regelmässige Kontrollen der Nieren- und Hörfunktion sowie des Blutbildes sind unter den beschriebenen Bedingungen angezeigt.

Überdosierung

Bei der Behandlung von Überdosierungen ist die Möglichkeit vielfacher Arzneimittelüberdosierung, Interaktionen zwischen den Arzneimittel und unübliche Kinetik zu bedenken. Unterstützende Massnahmen unter Aufrechterhaltung der glomerulären Filtration sind in erster Linie als Therapiemassnahmen angezeigt. Es wurde berichtet, dass Hämofiltration und Hämoperfusion mit Polysulfonharz zu einer erhöhten Vancomycin-Ausscheidung führten. Hämodialyse und Peritonealdialyse haben sich als unwirksam herausgestellt.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J01XA01
Wirkungsmechanismus
Vancomycin ist ein von Streptomyces orientalis stammendes, hoch gereinigtes, Glykopeptid-Antibiotikum, das gegenüber vielen grampositiven Bakterien bakterizid wirkt. Die bakterizide Wirkung beruht hauptsächlich auf einer Hemmung der Zellwandbiosynthese. Ausserdem beeinträchtigt es die Permeabilität der Bakterienzellmembran und die RNS-Synthese. Möglicherweise sind es diese verschiedenen Angriffspunkte, die das Fehlen einer Resistenz (sowohl Primär- wie Kreuzresistenz) gegenüber Vancomycin erklären.
Mikrobiologie
In vitro ist Vancomycin gegen die meisten Stämme der folgenden Erreger wirksam:

                                  MHK 50     MHK 90  
                                  (mg/l)     (mg/l)  
Empfindliche Keime                                   
 Staphylokokken (einschliesslich                     
 heterogener methicillin-                            
 resistenter Stämme)                                 
 S. aureus                        0,4–1,6    0,9–3,1 
 Streptokokken z.B. S. pyogenes   0,5        0,5     
 S. pneumoniae (einschliesslich   0,5–1,0    0,5–2,0 
 penicillinresistenter Stämme)                       
 S. agalactiae                    1,6        1,6     
 Viridans-Gruppe                  0,8        1,6     
 S. bovis                         0,25       0,5     
 Enterokokken (z.B. E. faecalis)  1,6        1,6     
 Clostridium difficile (auch für  1,0        2,0     
 die pseudomemranöse Entero-                         
 colitis verantwortlichen                            
 toxinbildenden Stämme)                              
 Diphtheroide                     0,8        0,8     
 Listeria monocytogenes           0,8        1,6     
 Clostridium sp.                  0,8        3,1     
 Bacillus cereus                  2,2        –       
Mässig empfindliche Keime                            
 S. epidermidis                   1,6–2,0    3,1–6,3 
 Actinomyces sp.                  5,0        –       
Resistente Keime                                     
 Lactobacillus sp.                1,25       –       
 Gram-negative Bakterien                             
 Mykobakterien                                       
 Pilze                                               
 

Empfindlichkeitsbestimmung mittels Testblättchen
Es sollten Vancomycin-Testblättchen zu 30 µg verwendet werden.
Als Richtwerte für die Interpretation gelten folgende Hemmhofdurchmesser:
Hemmhof >11 mm = Erreger empfindlich.
Hemmhof 10–11 mm = Erreger mässig empfindlich.
Hemmhof <10 mm = Erreger resistent.
Bei Anwendung einer Reihenverdünnungsmethode gelten folgende Richtwerte:
MHK <4 µg/ml = Erreger empfindlich.
MHK >4 µg/ml und <16 µg/ml = Erreger mässig empfindlich.
MHK >16 µg/ml = Erreger resistent.
In-vitro Resistenz gegenüber Vancomycin wurde in einigen Ländern bei einigen Enterokokken- und Staphylokokken-Isolaten berichtet.
Synergismus
Die Kombination von Vancomycin Pfizer mit einem Aminoglykosid wirkt gegen viele Stämme von S. aureus, nicht-enterokokkale D-Streptokokken, Enterokokken und Streptokokken der Viridans-Gruppe synergistisch.

Pharmakokinetik

Absorption
Vancomycin wird bei oraler Verabreichung kaum resorbiert. Zur Erreichung einer systemischen Wirkung wird Vancomycin daher parenteral verabreicht.
Distribution
Nach i.v.-Gabe lassen sich inhibitorisch wirksame Konzentrationen in Pleura-, Perikard-, Aszites- und Synovialflüssigkeit sowie im Urin und Peritonealdialysat nachweisen.
Die Diffusion in den Liquor ist bei nicht entzündeten Meningen gering. Sind die Meningen infolge einer Infektion entzündet, nimmt die Diffusion zu. Bei Konzentrationen von 10–100 µg/ml wird Vancomycin zu 52–60% an Serumproteine gebunden.
Vancomycin passiert die Plazentarschranke und wird mit der Muttermilch ausgeschieden.
Metabolismus/Elimination
Die mittlere Serumhalbwertszeit bei normaler Nierenfunktion beträgt 4–6 Stunden. Etwa 75% des i.v. verabreichten Vancomycin werden innerhalb der ersten 24 Stunden durch glomeruläre Filtration im Urin ausgeschieden. Die durchschnittliche Plasma-Clearance beträgt ungefähr 0,058 l/kg/h, und die durchschnittliche renale Clearance ungefähr 0,048 l/kg/h. Renale Vancomycin-Clearance ist ziemlich konstant und macht 70–80% der Vancomycin-Elimination aus.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Nierenfunktionseinschränkung verlangsamt die Ausscheidung. Elimination vorwiegend durch glomeruläre Filtration. Über 80% einer einmaligen i.v. verabreichten Dosis werden innerhalb von 24 Stunden im Urin ausgeschieden. Geringe Mengen werden auch mit der Galle ausgeschieden. Bei anephrischen Patienten ist die durchschnittliche Serumhalbwertszeit 7,5 Tage. Ein Vancomycin-Metabolismus findet offenbar nicht statt.
Peritonealdialyse
Wird Vancomycin während einer Peritonealdialyse intraperitoneal verabreicht, so gelangen während 6 Stunden ca. 60% in den systemischen Kreislauf. Nach i.p.-Gabe von 30 mg/kg werden Serumspiegel von ca. 10 µg/ml erreicht. Obwohl Vancomycin weder durch Hämodialyse noch durch Peritonealdialyse wirksam eliminiert wird, liegen Berichte über eine Eliminierung mittels Hämoperfusion und Hämofiltration vor.

Präklinische Daten

Bei Ratten, die 35 Tage lang tägliche orale Dosen zwischen 375 und 3000 mg/kg KG erhielten, wurden ab 1500 mg/kg KG eine Retikulozytose und Lymphozytopenie, ab 750 mg/kg KG im Vergleich zur Kontrollgruppe verminderte Gewichte von Milz und Thymus beobachtet. In allen Dosisgruppen trat eine Reduktion von Gesamteiweiss, Glucose und Cholesterin im Serum und eine histologisch feststellbare Störung des Coecum-Mukosaepithels auf.
Intravenöse Dosen von 25 mg/kg bei Hunden und 50 mg/kg bei Affen, sowie i.m.-Verabreichung von 50 mg/kg an Katzen führten lediglich zu lokalen Reaktionen an der Injektionsstelle.
Höhere Dosen ab 50 mg/kg i.v. beim Hund und 350 mg/kg i.p. bei der Ratte erwiesen sich als nephrotoxisch.
Es wurden keine Langzeitstudien an Tieren durchgeführt, um das karzinogene Potential von Vancomycin zu bestimmen. In in vitro-Tests wurde jedoch kein mutagenes Potential gefunden.
Studien mit trächtigen Ratten und Kaninchen zeigten keine selektive Toxizität von Vancomycin bei deren Entwicklung.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten
Vancomycin-Lösungen haben einen niedrigen pH-Wert (2,5–4,5), wodurch die Stabilität anderer Mittel beeinträchtigt werden kann (z.B. bei Mischung mit Barbituraten, Aminophyllin, Chloramphenicol, Methicillin, Dexamethason-Na-Phosphat, Heparin und v.a.).
Es ist bekannt, dass Mischungen von Lösungen von Vancomycin und beta-Laktam-Antibiotika physikalisch nicht kompatibel sind. Die Wahrscheinlichkeit von Präzipitaten steigt mit höheren Konzentrationen von Vancomycin. Es wird empfohlen, die intravenösen Zuleitungen zwischen der Applikation dieser Antibiotika zu spülen. Es wird auch empfohlen, Lösungen von Vancomycin auf 5 mg/ml oder weniger zu verdünnen.
Vancomycin Pfizer darf nur mit den unter «Sonstige Hinweise/Hinweise für die Handhabung» aufgeführten Infusionslösungen gemischt werden.
Obschon intravitreale Injektion keine genehmigte Anwendungsweise für Vancomycin darstellt, existieren Berichte über Präzipitatbildung nach intravitrealer Injektion von Vancomycin und Ceftazidim unter Verwendung von getrennten Spritzen und Kanülen bei Patienten mit Endoph­thal­mitis. Die Präzipitate lösten sich nach und nach bis zu vollständiger Klarheit des Glaskörpers während eines Zeitraums von zwei Monaten und unter Verbesserung der Sehschärfe auf.
Haltbarkeit
Nach Auflösung der Trockensubstanz in 10 ml bzw. 20 ml Aqua ad inject. (rekonstituierte Lösung) können die Ampullen im Kühlschrank (2–8 °C) 14 Tage lang ohne nennenswerten Wirkungsverlust aufbewahrt werden.
Aus mikrobiologischen Gründen sollte die gebrauchsfertige Zubereitung unmittelbar nach Verdünnung/Rekonstitution verwendet werden. Falls dies nicht möglich ist, liegen Aufbrauchfristen und Lagerbedingungen in der Verantwortung des Anwenders und sollten normalerweise nicht länger als 24 Std. bei 2–8 °C betragen, ausser wenn die Verdünnung/Rekonstitution unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgte.
Mit Glucoselösung 5% oder NaCl-Lösung 0,9% verdünnte Vancomycin Pfizer-Infusionslösungen können ohne nennenswerten Wirkungsverlust im Kühlschrank (2–8 °C) 14 Tage lang aufbewahrt werden.
Mit den übrigen unten genannten Infusionslösungen verdünnte Vancomycin Pfizer- Infusionslösungen können im Kühlschrank (2–8 °C) während 96 Stunden aufbewahrt werden.
Die verdünnte Vancomycin Pfizer-Infusionslösung muss spätestens 14 Tage nach Rekonstituierung der Lösung infundiert werden (Aufbewahrung im Kühlschrank).
Das Präparat darf nur bis zu dem auf der Packung angegebenen Verfalldatum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Durchstechflasche nicht über 25 °C lagern.
Hinweise für die Handhabung
Als intermittierende Infusion (bevorzugte Art der Infusion).
Jede parenterale Lösung sollte vor der Verabreichung auf Ausfällungen und Verfärbungen visuell überprüft werden. Es ist unbedingt darauf zu achten, Vancomycin Pfizer ausreichend verdünnt über mindestens 60 Minuten wirklich gut in die Vene zu infundieren.
Zubereitung der verdünnten Vancomycin Pfizer- Infusionslösung
Rekonstituierung der Vancomycin Pfizer-Lösung
Zunächst wird die Trockensubstanz in 10 bzw. 20 ml Aqua ad inj. aufgelöst. Die rekonstituierte Lösung kann im Kühlschrank (2–8 °C) 14 Tage lang ohne nennenswerten Wirkungsverlust aufbewahrt werden.
Die rekonstituierte Vancomycin Pfizer-Lösung darf nicht unverdünnt infundiert werden.
Verdünnung der rekonstituierten Vancomycin Pfizer-Lösung
Die rekonstituierte Vancomycin Pfizer-Lösung muss mit mindestens 100 ml bzw. 200 ml einer geeigneten Infusionslösung verdünnt werden. Die Endkonzentration soll 10 mg/ml nicht übersteigen.
Folgende Infusionslösungen können zur Verdünnung der rekonstituierten Vancomycin Pfizer-Lösung verwendet werden:
Glucose-Lösung 5%;
NaCl-Lösung 0,9%;
Glucose-Lösung 5% und NaCl-Lösung 0,9%, USP;
Ringer-Lactat-Lösung, USP;
Ringer-Lactat-Lösung und Glucose-Lösung 5%;
Normosol®-M und Glucose-Lösung 5%;
Ringer-Acetat-Lösung.

Zulassungsnummer

60581 (Swissmedic).

Packungen

Vancomycin Pfizer Trockensub 500 mg Durchstfl 1. (A)
Vancomycin Pfizer Trockensub 1 g Durchstfl 1. (A)

Zulassungsinhaberin

Pfizer AG, Zürich.

Stand der Information

Juni 2010.

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