ZusammensetzungWirkstoff: Johanniskraut-Trockenextrakt (Ze 117).
Hilfsstoffe: Excip. pro compr. obd.
Hypericum-Mepha 250 enthält u.a. Lactose.
Das Präparat ist für DiabetikerInnen geeignet.
Galenische Form und Wirkstoffmenge pro EinheitHypericum-Mepha 250
1 Lactab enthält 250 mg des quantifizierten Trockenextraktes (Ze 117) aus den zur Blütezeit geernteten oberirdischen Teilen des Johanniskrautes (entsprechend 0.25-0.75 mg Gesamthypericine und maximal 0,2% Hyperforin; Extraktionsmittel Ethanol 50% [m/m], Droge-Extrakt-Verhältnis 4–7:1).
Indikationen/AnwendungsmöglichkeitenBei gedrückter Stimmung, Stimmungslabilität, innerer Unruhe, Ängstlichkeit, Spannungszuständen und damit einhergehenden Ein- und Durchschlafstörungen.
Dosierung/AnwendungÜbliche Dosierung
Hypericum-Mepha 250
Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren: je 1 Lactab morgens und abends, am besten mit oder nach dem Essen mit etwas Flüssigkeit unzerkaut einnehmen.
Kinder: Arzneimittel mit Johanniskraut-Extrakt dürfen bei Kindern ab 6 Jahren und Jugendlichen nur nach ausdrücklicher Anweisung eines Arztes bzw. einer Ärztin angewendet werden.
Dauer der Anwendung
Hypericum-Mepha 250 sollte höchstens 14 Tage lang ohne Unterbruch eingenommen werden. Eine darüber hinausgehende Behandlungsdauer soll nur in Absprache mit dem Arzt oder Apotheker bzw. mit der Ärztin oder Apothekerin erfolgen.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Bei älteren Patienten gilt dieselbe Dosierung wie für jüngere Erwachsene.
Für Kinder zwischen 6–12 Jahren gilt die Hälfte der Dosierung – und dies nur unter ärztlicher Aufsicht. Obwohl Johanniskraut-Extrakte seit Jahren angewendet werden, bestehen keine klinischen Studien bei Patienten mit eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion. Deshalb sollte bei solchen Patienten Remotiv mit Vorsicht und nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.
KontraindikationenHypericum-Mepha 250 darf nicht angewendet werden bei:
bekannter Überempfindlichkeit gegen Johanniskraut-Extrakte oder einen der verwendeten Inhaltsstoffe (Hilfsstoffe) des Arzneimittels;
bekannter Lichtüberempfindlichkeit;
Kindern unter 6 Jahren, da für diese Patientengruppe keine Daten vorliegen.
Hypericum-Mepha 250 darf nicht gleichzeitig eingenommen werden mit folgenden Arzneimitteln:
gewisse Immunsuppressiva (z.B. Ciclosporin, Tacrolimus oder Sirolimus);
anti-retrovirale HIV-Arzneimittel aus der Gruppe der Non-Nucleosid-Reverse-Transcriptase-Inhibitoren (z.B. Nevirapin) und Proteinase-Inhibitoren (z.B. Indinavir);
gewisse Zytostatika (z.B. Imatinib, Irinotecan);
orale Antikoagulantien vom Cumarintyp.
Hypericum-Mepha 250 sollte nur mit Vorsicht eingenommen werden mit folgenden Arzneimitteln:
Digoxin;
hormonale Kontrazeptiva;
Antidepressiva und andere serotoninerge Substanzen;
Theophyllin;
Antiepileptika (wie Phenytoin, Mephenytoin, Phenobarbital, Primidon oder Mesuximid);
Lipidsenker wie Simvastatin;
Steroidhormone.
Zu Einzelheiten siehe unter «Interaktionen».
Warnhinweise und VorsichtsmassnahmenRelative Kontraindikation
Neben den oben beschriebenen absolut kontraindizierten Arzneimitteln sollten Johanniskraut-Extrakte auf Grund der bekannten Interaktionen mit mehreren Substanzgruppen nur nach kritischer Evaluation zusammen mit gewissen anderen (namentlich rezeptpflichtigen) Arzneimitteln eingesetzt werden. Das Risiko derartiger Interaktionen ist mit Hypericum-Mepha 250 jedoch geringer, was durch dessen reduzierten Hyperforin-Gehalt bedingt ist. Dennoch sollten aus Gründen der Sicherheit die oben beschriebenen Arzneimittel nicht oder nur mit Vorsicht zusammen mit Hypericum-Mepha 250 eingenommen werden.
Wenn gleichzeitig andere Arzneimittel eingenommen werden müssen, ist zu Beginn und am Ende der Therapie sowie bei einer Dosisänderung von Johanniskraut-Präparaten Vorsicht geboten.
Vorsichtsmassnahmen
Vor allfälligen Operationen ist Remotiv mindestens 5 Tage vorher abzusetzen und sollte erst nach Rücksprache mit einem Arzt bzw. einer Ärztin wieder eingenommen werden.
Sehr selten und v.a. bei hellhäutigen Personen kann es nach Einnahme von Johanniskraut-Präparaten und nachfolgender Sonnenlichtbestrahlung zu unerwünschten Reaktionen auf der Haut (sonnenbrandähnlichen Rötungen) oder der Augen kommen. Beim Auftreten solcher Symptome ist die Behandlung abzubrechen. Unter einer Therapie mit Remotiv sollten deshalb Haut und Augen vor einer starken Sonnenexposition geschützt werden.
InteraktionenPharmakokinetische Interaktionen
Pharmakokinetische Interaktionen mit Johanniskraut-Extrakten basieren auf einer Hyperforin-abhängigen Induktion von Cytochrom P450 Enzymen (besonders CYP3A4) und von Transportproteinen (P-Glycoprotein). Für Hyperforin-arme Extrakte wie Hypericum-Mepha 250 konnte gezeigt werden, dass die Einnahme der empfohlenen Dosis zu keiner Induktion dieser Enzyme führt.
Interaktionsstudien mit Hypericum-Mepha 250 demonstrierten, dass die Plasmaspiegel und die Wirkung eines oralen Kontrazeptivums nicht verändert werden (d.h. keine Induktion von CYP3A4). Ebenso wurde gezeigt, dass die Plasmaspiegel von Digoxin nicht beeinflusst werden (d.h. keine Induktion von P-Glycoprotein). Interaktionen, die auf diesem Mechanismus beruhen, sind unter Hypericum-Mepha 250 während einer begrenzten Behandlungszeit unwahrscheinlich.
Aus Gründen der Sicherheit sollte jedoch Hypericum-Mepha 250 mit den folgenden Arzneimitteln bzw. Arzneimittelgruppen nur nach sorgfältiger medizinischer Evaluation eingesetzt werden:
Absolute Kontraindikationen
Immunsuppressiva (Ciclosporin, Tacrolimus, Sirolimus)
Patienten unter Immunsuppression mit Ciclosporin, Tacrolimus oder Sirolimus dürfen nicht gleichzeitig mit Johanniskraut behandelt werden. Johanniskraut führt zu einem raschen und ausgeprägten Abfall der Plasmaspiegel und Verlust der immunsuppressiven Wirkung mit potenziell schwerwiegenden Konsequenzen (Transplantatabstossung).
Anti-retrovirale Substanzen aus der Gruppe der Non-Nucleosid-Reverse-Transcriptase-Inhibitoren und Proteinase-Inhibitoren
Bei der Behandlung mit Non-Nucleosid-Reverse-Transcriptase-Inhibitoren (z.B. Nevirapin) und Proteinase-Inhibitoren (z.B. Indinavir) ist die Einnahme von Johanniskraut-Präparaten kontraindiziert. Eine Untersuchung bei Probanden ergab, dass eine 2-wöchige Einnahme eines standardisierten Johanniskraut-Präparates die Indinavir-Konzentration signifikant senkte. Es ist möglich, dass Johanniskraut-Extrakte auch zur Senkung des Plasmaspiegels und zur Wirkungshemmung anderer Proteasehemmer (deren Metabolismus überwiegend von CYP3A4 abhängt) führen.
Zytostatika (Imatinib, Irinotecan)
Imatinib: Während einer Behandlung mit Imatinib ist die Einnahme von Johanniskraut-Präparaten kontraindiziert. In einer Interaktionsstudie bei Probanden führte die gleichzeitige Gabe von Johanniskraut während 2 Wochen zu einer Abnahme der AUC von Imatinib um 32%, der Halbwertszeit von 12,8 auf 9,0 Stunden, einer Senkung von Cmax um 18% und einer Erhöhung der Clearance von Imatinib um 43%. Diese Veränderungen waren statistisch signifikant und wurden in einer anderen Studie bestätigt.
Irinotecan: Während einer Behandlung mit Irinotecan ist die Einnahme von Johanniskraut-Präparaten kontraindiziert. In einer offenen, randomisierten crossover-Studie wurden fünf Krebspatienten mit Irinotecan alleine oder mit Irinotecan und Johanniskraut über 18 Tage behandelt.
Unter der Behandlung mit Irinotecan und Johanniskraut sank die AUC des aktiven Irinotecan-Metaboliten SN-38 signifikant um 42% verglichen mit der Gruppe, welche nur Irinotecan erhielt.
Wechselwirkungen mit anderen Zytostatika, bei deren Metabolismus CYP-Enzyme und P-Glykoprotein eine Rolle spielen, sind möglich.
Antikoagulantien vom Cumarintyp (z.B. Acenocoumarol, Phenprocoumon, Warfarin)
Patienten, die orale Antikoagulantien einnehmen, dürfen nicht mit Johanniskraut behandelt werden, da es deren gerinnungshemmende Wirkung beeinträchtigt (Risiko von Thromboembolien).
Relative Kontraindikationen
Digoxin
Bei gleichzeitiger Gabe von Digoxin wurde ein signifikantes Absinken des Digoxinspiegels um ca. 20–25% beobachtet. Deshalb wird eine gleichzeitige Gabe von Johanniskraut-Präparaten mit Digoxin nicht empfohlen.
Hormonale Kontrazeptiva
Johanniskraut kann zu einer Wirkungsverminderung hormonaler Kontrazeptiva führen (z.B. orale Produkte, injizierte Depot-Präparate, s.c. Implantate, transdermale, intrauterine und vaginal angewendete Produkte mit Hormonfreisetzung). So wurden international mehrere Fälle von Zwischenblutungen unter niedrig dosierten sogenannten Mikropillen (Gehalt an Ethinylestradiol 30 µg oder weniger) gemeldet. Auch über Einzelfälle unerwünschter Schwangerschaften bei Anwendung hormonaler Kontrazeptiva und gleichzeitiger Einnahme von Johanniskraut wurde berichtet.
Methadon
Johanniskraut-Präparate können zu einer deutlichen Wirkungsverminderung und einem Abfall der Methadon-Konzentration führen. Bei 4 Probanden unter Methadon-Erhaltungstherapie sank der mittlere Quotient Dosis/Plasmakonzentration um durchschnittlich 47%.
Andere
Es ist nicht auszuschliessen, dass Johanniskraut-Präparate auch den Metabolismus weiterer Stoffe wie z.B. gewisse Lipidsenker (HMG-CoA-Reduktase-Hemmer wie Simvastatin), Midazolam und oral oder intravenös applizierten Steroidhormonen beeinflusst. Johanniskraut sollte deshalb nur mit Vorsicht zusammen mit diesen Arzneimitteln gegeben werden.
Pharmakodynamische Interaktionen (relative Kontraindikation)
Antidepressiva und andere serotoninerge Substanzen (wie Buspiron, Amitriptylin, Nortriptylin, Citalopram, Escitalopram, Fluoxetin, Paroxetin, Sertralin, Triptane u.a.)
Johanniskraut-Präparate sollten nur mit Vorsicht und unter regelmässiger Überwachung zusammen mit Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern oder anderen serotoninergen Arzneimitteln eingenommen werden. Sehr selten können – in Kombination mit Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern und anderen serotoninergen Wirkstoffen – unerwünschte Wirkungen (Serotoninsyndrom) mit autonomen Dysfunktionen (wie Schwitzen, Tachykardie, Diarrhö, Fieber), psychischen (wie Agitiertheit, Verwirrtheit) und motorischen Alterationen (wie Tremor, Myoklonien) auftreten.
Schwangerschaft/StillzeitEs liegen keine klinischen Daten mit Anwendung bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien zeigten keine direkte oder indirekte Toxizität mit Auswirkung auf Schwangerschaft, Embryonalentwicklung und Entwicklung des Föten. Das potentielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.
Bei der Anwendung während der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten. Über die Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit entscheidet der Arzt bzw. die Ärztin.
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von MaschinenIn einer Untersuchung an 19 gesunden Probanden konnte kein Einfluss von Hypericum-Mepha 250 auf die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, beobachtet werden.
Das Reaktionsvermögen, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, kann jedoch aufgrund der vorliegenden Grunderkrankung sowie im Zusammenhang mit den beschriebenen Nebenwirkungen generell beeinträchtigt sein.
Die Entscheidung trifft im Einzelfall der behandelnde Arzt resp. die behandelnde Ärztin.
Unerwünschte WirkungenNervensystem
Häufig (mit 1–2%): Kopfschmerzen, Schwitzen, Asthenie.
Gelegentlich (<1%): Schwindel.
Magen-Darm-Beschwerden
Häufig (4–6%): gastrointestinale Beschwerden.
Haut
Im Falle von auftretenden Hautrötungen sind die Lactab abzusetzen und die Hautsymptome durch einen Arzt abzuklären.
ÜberdosierungBisher ist kein Fall einer toxischen Überdosierung bekannt. Es ist anzunehmen, dass sich bei einer erheblichen Überdosierung die oben beschriebenen Nebenwirkungen verstärken. Zudem muss mit einer erhöhten Lichtempfindlichkeit gerechnet werden. In diesem Fall sollte eine Sonneneinstrahlung auf die Haut bzw. die Augen oder sonstige UV-Bestrahlung (Solarium) für ca. 1–2 Wochen gemieden werden.
Eigenschaften/WirkungenATC-Code: N05CM
Pflanzliches Sedativum.
Wirkmechanismus
Die klinische Wirkung dürfte auf Grund von tierexperimentellen Untersuchungen auf einer Hemmung der Wiederaufnahme des Noradrenalins und Serotonins in die präsynaptischen Neuronen beruhen. Zudem liegen zellexperimentelle Daten einer Down-Regulation von zentralen Beta-Adrenozeptoren vor.
PharmakokinetikDem derzeitigen Wissensstand entsprechend, wird der Gesamtextrakt, ein in seiner Zusammensetzung komplexes System, als Wirkstoff angesehen. Da Johanniskraut-Extrakte eine Vielzahl von phytochemischen Inhaltsstoffen besitzen, kann Hypericin als Marker verwendet werden, um die Pharmakokinetik zu bestimmen.
Bei männlichen Probanden konnte bei einer Dosis von 250 mg (1 Lactab Hypericum-Mepha 250) für Hypericin ein Plasmaspitzenspiegel von 0,67 µg/l bei einer tmax von 7,1 h gemessen werden. Bei 250 mg (1 Lactab Hypericum-Mepha 250) konnte eine Hypericin-Halbwertszeit von 21,4 h gemessen werden. Weitere Untersuchungen zur Distribution, zum Metabolismus sowie zur Elimination wurden bisher nicht durchgeführt, da die therapierelevanten aktiven Stoffe im Johanniskraut-Extrakt noch nicht eindeutig identifiziert sind.
Präklinische DatenAus den durchgeführten Untersuchungen mit Ze 117 zur Mutagenität, Embryotoxizität und Teratogenität lässt sich kein Risiko für den Menschen ableiten.
Sonstige HinweiseInkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
Beeinflussung diagnostischer Methoden
Nicht bekannt.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Bei Raumtemperatur (15–25 °C) in der Originalverpackung aufbewahren.
Das Arzneimittel ist ausserhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren.
Zulassungsnummer61367 (Swissmedic).
PackungenHypericum-Mepha 250 Lactab 30. (D)
ZulassungsinhaberinMepha Pharma AG, Basel.
Stand der InformationApril 2011.
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