Eigenschaften/WirkungenATC-Code: G03GA07
Lutropin alfa ist rekombinantes humanes luteinisierendes Hormon (r-hLH), ein Glykoprotein, das sich aus nicht kovalent gebundenen α- und β-Untereinheiten zusammensetzt. Lutropin alfa wird von gentechnisch modifizierten Ovarialzellen des chinesischen Hamsters (CHO-Zellen) produziert.
Wirkungsmechanismus und Pharmakodynamik
Luteinisierendes Hormon bindet in ovariellen Thekazellen (und Granulosazellen) und testikulären Leydig-Zellen an einen Rezeptor, der mit humanem Choriongonadotropin (hCG) geteilt wird. Dieser LH/CG transmembrane Rezeptor gehört zur übergeordneten Familie der an G Protein gebundenen Rezeptoren; speziell weist er eine grosse extrazelluläre Domäne auf. In vitro liegt die Bindungsaffinität von rekombinantem hLH zum LH/CG-Rezeptor in Leydig-Tumorzellen (MA-10) zwischen der von hCG und der von hypophysärem hLH, aber in der gleichen Grössenordnung.
Während der follikulären Phase in den Ovarien stimuliert LH die Thekazellen zur Sekretion von Androgenen. Die Androgene werden vom Enzym Aromatase in den Granulosazellen als Substrat genutzt, um daraus Östradiol zu produzieren, welches das durch FSH induzierte Follikelwachstum unterstützt. In der Mitte eines Zyklus lösen hohe LH-Spiegel die Bildung des Corpus Luteum und die Ovulation aus. Nach der Ovulation stimuliert LH die Progesteronproduktion im Corpus Luteum durch Erhöhung der Umwandlungsrate von Cholesterin in Pregnenolon.
Klinische Wirksamkeit
Bei der Stimulierung der Follikelreifung in anovulatorischen Frauen, die an LH- und FSH-Mangel leiden, ist der primäre Effekt, der aus der Verabreichung von Lutropin alfa resultiert, die Erhöhung der Östradiolsekretion in den Follikeln, deren Wachstum durch FSH stimuliert wird.
In klinischen Studien wurden Patientinnen mit LH-Mangel durch endogene LH-Serumspiegel von <1,2 IE/l definiert, welche in einem Zentrallabor bestimmt wurden. Es sollte jedoch berücksichtigt werden, dass es Unterschiede bei LH-Bestimmungen in verschiedenen Labors gibt.
In diesen Studien lag der Prozentanteil der Patientinnen, welche eine ausreichende Follikelentwicklung hatten, konstant im Bereich von 63–73%. Dies spricht für die Wirksamkeit von Luveris, wenn es zusammen mit Follitropin alfa zur Erzielung einer Schwangerschaft angewendet wird. Dies wird durch die Schwangerschaftsrate von 20% belegt.
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