ch.oddb.org
 
Analysen | Apotheken | Arzt | Interaktionen | Medikamente | MiGeL | Services | Spital | Zulassungsi.
Fachinformation zu Paracetamol B. Braun 10 mg/ml Infusionslösung:B. Braun Medical AG
Vollst. FachinformationDDDHeatmap anzeigenDrucken 
Zusammens.Galen.FormInd./Anw.mögl.Dos./Anw.Kontraind.Warn.hinw.Interakt.Schwangerschaft
Unerw.WirkungenÜberdos.Eigensch.Pharm.kinetikPräklin.Sonstige H.Swissmedic-Nr.Packungen
Reg.InhaberStand d. Info. 

Zusammensetzung

Wirkstoff: Paracetamolum 10 mg/ml.
Hilfsstoffe : Mannitolum , Hydroxyethylstärke (HES) 130.000 Dalton, Natriumacetat- Trihydrat , Natriumcitrat- Dihydrat , Essigsäure (wasserfrei), Wasser für Injektionszwecke.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 ml Infusionslösung enthält 10 mg Paracetamol.
Eine Durchstechflasche mit 50 ml Infusionslösung enthält 500 mg Paracetamol.
Eine Durchstechflasche mit 100 ml Infusionslösung enthält 1000 mg Paracetamol.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zur Kurzzeitbehandlung von leichten bis mässig starken Schmerzen, wenn eine perorale Verabreichung nicht möglich ist (z.B. unmittelbar post-operativ, wo nichtsteroidale Entzündungshemmer oft kontraindiziert sind).
Zur Kurzzeitbehandlung von Fieber.

Dosierung/Anwendung

Anwendung
Paracetamol B. Braun ist eine Fertiglösung und wird als 15-minütige i.v. Infusion verabreicht. Wirksamkeit und Sicherheit einer langsameren oder schnelleren Verabreichung sind nicht untersucht. Bei Kindern beträgt das Volumen der Infusionslösung 1,5 ml/kg pro Verabreichung.
Paracetamol B. Braun kann auch mit 0,9% Natriumchloridlösung oder 5% Glucoselösung bis zum Zehnfachen verdünnt werden (siehe «Sonstige Hinweise»).
Wie bei allen Infusionslösungen in Behältnissen mit einem Luftraum im Inneren ist zu beachten, dass die Infusion unabhängig von der Art der Anwendung besonders gegen Ende der Infusion engmaschig überwacht werden muss. Die Überwachung gegen Ende der Infusion ist besonders bei zentralvenöser Infusion wichtig, um eine Luftembolie zu vermeiden.
Maximale Therapiedauer
Dauer der Behandlung bei Erwachsenen und Kindern: max. 2 Tage.
Die Flasche 100 ml ist nur für Erwachsene, Jugendliche und Kinder über 33 kg Körpergewicht (etwa 11 Jahre alt) vorgesehen.
Die Flasche mit 50 ml ist nur für Kinder über 10 kg bis etwa 33 kg Körpergewicht vorgesehen.
Dosierung
Erwachsene und Jugendliche über 50 kg Körpergewicht
1 g Paracetamol pro Anwendung, d.h. eine 100-ml-Flasche bis zu 4-mal pro Tag.
Zwischen den Anwendungen muss ein Mindestabstand von 4 Stunden liegen.
Die maximale Tagesdosis darf 4 g nicht überschreiten.
Kinder über 33 kg Körpergewicht (etwa 11 Jahre alt), Jugendliche und Erwachsene unter 50 kg Körpergewicht
15 mg/kg Paracetamol pro Anwendung, d.h. 1,5 ml Lösung pro kg bis zu 4-mal pro Tag.
Zwischen den Anwendungen muss ein Mindestabstand von 4 Stunden liegen.
Die maximale Tagesdosis darf 60 mg/kg nicht überschreiten (insgesamt nicht mehr als 3 g).
Kinder über 10 kg (etwa 1 Jahr alt) bis etwa 33 kg Körpergewicht
15 mg/kg Paracetamol pro Anwendung, d.h. 1,5 ml Lösung pro kg bis zu 4-mal pro Tag.
Zwischen den Anwendungen muss ein Mindestabstand von 4 Stunden liegen.
Die maximale Tagesdosis darf 60 mg/kg nicht überschreiten (insgesamt nicht mehr als 2 g).
Die Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern unter 10 kg Körpergewicht (bis etwa 1 Jahr alt) ist nicht gezeigt.
Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz
Wird Paracetamol Patienten mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion ( Kreatinin-Clearance 10–30 ml/min) verabreicht, wird eine Verlängerung des Mindestabstands zwischen den Anwendungen auf 6 Stunden empfohlen (siehe « Pharmakokinetische Eigenschaften»).
Patienten mit einer chronischen oder aktiven Lebererkrankung, insbesondere mit hepatozellulärer Insuffizienz, chronischem Alkoholismus, chronischer Mangelernährung (geringe Reserven an hepatischem Glutathion ), Dehydratation
Die maximale Tagesdosis darf 3 g nicht überschreiten (siehe Abschnitt «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Kontraindikationen

Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber Paracetamol, Propacetamol ( Prodrug von Paracetamol) oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung (siehe Rubrik «Zusammensetzung»).
Glukose-6-phosphatdehydrogenase-Mangel (kann zu hämolytischer Anämie führen).
Hereditäre konstitutionelle Hyperbilirubinämie (Morbus Meulengracht ).
Schwere hepatozelluläre Insuffizienz oder schwere aktive Lebererkrankung.
Schwere Nierenfunktionsstörungen ( Kreatininclearance <10 ml/min).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Paracetamol ist mit Vorsicht einzusetzen bei:
· hepatozellulärer Insuffizienz,
· schwerer Niereninsuffizienz ( Kreatininclearance 10–30 ml/min; siehe « Pharmakokinetik »),
· chronischem Alkoholismus,
· gleichzeitiger Gabe von potentiell hepatotoxischen Medikamenten, bei Leberenzym-Induktoren oder bei übermässigem Alkoholkonsum; in diesen Fällen ist das Nutzen-/ Risikoverhältnis sorgfältig und unter Berücksichtigung von therapeutischen Alternativen zu überprüfen,
· Anorexie, Bulimie oder Kachexie; chronische Fehlernährung (niedrige Reserven von hepatischem Glutathion ),
· Dehydratation, Hypovolämie .
Vorsicht ist geboten bei Alkoholüberkonsum. Alkohol kann die Hepatotoxizität von Paracetamol steigern, dies insbesondere bei gleichzeitiger Nahrungskarenz. In solchen Fällen kann bereits eine therapeutische Paracetamoldosis zu Leberschädigung führen.
Um das Risiko einer Überdosierung zu vermeiden, ist sicherzustellen, dass andere angewendete Arzneimittel kein Paracetamol enthalten.
Höhere Dosierungen als empfohlen bergen das Risiko einer sehr schweren Leberschädigung.
Dieses Arzneimittel enthält 61 mg (2,7 mmol) Natrium-Ionen in 50 ml und 122 mg (5,3 mmol) Natrium-Ionen in 100 ml. Dies ist bei Patienten unter einer kontrollierten Natriumdiät zu berücksichtigen.

Interaktionen

Die gleichzeitige Anwendung von Paracetamol B. Braun mit anderen Medikamenten kann die Wahrscheinlichkeit unerwünschter Wirkungen erhöhen.
Phenytoin : Die Co-Medikation mit Phenytoin kann zu einer verminderten Wirksamkeit von Paracetamol und durch den Anstieg toxischer Paracetamol-Metaboliten zu einem erhöhten Risiko einer Hepatotoxizität führen. Patienten mit einer Phenytoin Therapie sollen daher die Anwendung hoher und/oder chronischer Dosen von Paracetamol vermeiden. Die Patienten sollten dabei hinsichtlich Anzeichen von Hepatotoxizität überwacht werden.
Die dosisabhängige potentielle Hepatotoxizität von Paracetamol kann bei gleichzeitiger Verabreichung von Induktoren des Cytochrom-P450-Systems (wie Isoniazid , Rifampicin , Antikonvulsiva , Barbiturate, Zidovudin , Antikoagulantien , Amoxicillin / Clavulansäure und Alkohol) erhöht werden.
Die Hepatotoxizität kann ebenfalls durch Salicylamid erhöht werden, da es die Eliminationshalbwertszeit von Paracetamol verlängert.
Paracetamol verlängert die Eliminationshalbwertszeit von Chloramphenicol um das 5-fache.
Durch die gleichzeitige Anwendung von Zidovudin und Paracetamol wird die Neigung zu einer Neutropenie verstärkt.
Probenecid hemmt die Konjugation von Paracetamol mit Glukuronsäure und reduziert dadurch die Clearance von Paracetamol um etwa die Hälfte. Bei gleichzeitiger Gabe von Probenecid sollte deshalb die Dosis von Paracetamol reduziert werden.
Antikoagulantien : Die gleichzeitige Anwendung von Paracetamol mit oralen Antikoagulantien kann zu einer Erhöhung des INR-Wertes führen. Eine intensivere Überwachung des INR-Wertes sollte daher während der gleichzeitigen Anwendung und während einer Woche nach Absetzen der Paracetamol-Behandlung erfolgen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft
Tierversuche zur Reproduktionstoxizität wurden mit der intravenösen Form von Paracetamol nicht durchgeführt. Studien zur oralen Anwendung ergaben jedoch keine Fehlbildungen oder fetotoxische Effekte.
Klinische Erfahrungen mit der intravenösen Anwendung von Paracetamol sind begrenzt. Epidemiologische Daten zur Anwendung von oralen therapeutischen Paracetamol-Dosen zeigen jedoch keine Nebenwirkungen auf den Schwangerschaftsverlauf oder auf die Gesundheit des Fetus/des Neugeborenen.
Prospektive Daten zu einer Überdosierung in der Schwangerschaft ergaben kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko.
Dennoch sollte Paracetamol B. Braun während der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden. Die empfohlene Dosierung und Dauer der Anwendung ist in diesem Fall strikt einzuhalten.
Stillzeit
Bei stillenden Müttern geht weniger als 1% der verabreichten Paracetamol-Dosis in die Muttermilch über. Nebenwirkungen auf gestillte Säuglinge sind bisher nicht berichtet worden. Klinische Untersuchungen zur intravenöse Verabreichung von Paracetamol bei stillenden Müttern sind nicht verfügbar.
Präklinische Daten lassen aber eine zu vernächlässigende Exposition vermuten.

Unerwünschte Wirkungen

Störungen des Blut-und Lymphsystems
Selten : allergisch bedingte Thrombozytopenie , Hämolyse, Leukopenie , Panzytopenie , Neutropenie und Agranulozytose.
Störungen des Immunsystems
Sehr selten : allergische Reaktionen wie Quincke -Ödem, Atemschwierigkeiten, Bronchospasmus , Schwitzen, Übelkeit, Blutdruckabfall bis zum anaphylaktischen Schock.
Ein kleiner Teil (5–10%) von Patienten mit Acetylsalicylsäure-induziertem Asthma oder anderen Manifestationen einer sog. Acetylsalicylsäure-Intoleranz kann in ähnlicher Weise auch auf Paracetamol reagieren (Analgetika-Asthma).
Funktionsstörungen der Gefässe
Selten : Hypotonie.
Funtionsstorungen der Leber und Galle
Selten : erhöhte Lebertransaminase-Werte.
Im Falle einer Überdosierung kann eine hepatische Nekrose auftreten.
Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Gelegentlich: Hautausschläge (Rötungen oder Urtikaria).
Selten : Exfoliation , toxische Epidermolyse und Stevens-Johnson-Syndrom.
Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege
Im Falle einer Überdosierung kann Nephrotoxizität auftreten.
Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle
Selten : Unwohlsein.
Nach Markteinführung wurden zusätzlich folgende unerwünschte Wirkungen gemeldet:
Störungen des Blut-und Lymphsystems
Hämolytische Anämie (speziell bei Patienten mit G-6-PD-Mangel).
Funktionsstörungen des Herzens
Tachykardie.
Gastrointestinale Störungen
Erbrechen, Pankreatitis.
Funktionsstörungen der Leber und Galle
Cholestase, Ikterus, fulminante Hepatitis, Lebernekrose, Leberversagen, erhöhte Leberenzymwerte.
Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Juckreiz, Flushing .
Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle
Reaktion an der Injektionsstelle (Erythem, Juckreiz).

Überdosierung

Ein Vergiftungsrisiko besteht besonders bei älteren Menschen, bei kleinen Kindern, bei Patienten mit Lebererkrankung, bei chronischem Alkoholismus, bei chronisch mangelernährten Patienten sowie bei Patienten, die Enzyminduktoren erhalten. In diesen Fällen können Vergiftungen letal verlaufen.
Eine Überdosis, 7,5 g Paracetamol oder mehr in einer einzelnen Gabe bei Erwachsenen oder 140 mg/kg Körpergewicht in einer einzelnen Gabe bei Kindern, verursacht eine zytolytische Hepatitis, die eine vollständige und irreversible hepatische Nekrose induzieren kann. Diese kann zu einem akuten oder fulminanten Leberversagen, Leberinsuffizienz, metabolischer Azidose und Enzephalopathie führen, die Koma und Tod zur Folge haben können. Gleichzeitig werden 12–48 Stunden nach der Gabe erhöhte Plasmaspiegel an Lebertransaminasen (AST, ALT), Laktatdehydrogenase und Bilirubin zusammen mit einem erniedrigten Prothrombinspiegel beobachtet. Klinische Symptome einer Leberschädigung treten normalerweise zum ersten Mal nach 2 Tagen auf und erreichen ihren Höhepunkt nach 4–6 Tagen.
Während der ersten 24 h gibt es keine spezifischen Frühsymptome. Anorexie, Übelkeit, Erbrechen und Unwohlsein, Blässe und Bauchschmerzen können auftreten und bestehen bleiben. Hepatische Schädigungen können 24 h bis 5 Tage nach der Verabreichung auftreten.
Das Vorkommen einer massiven Überdosierung, das wesentliche Risiko von Paracetamol (vor allem bei den Tabletten), scheint wenig wahrscheinlich mit Paracetamol B. Braun ( i.v. Verabreichung im Spital).
Notfallmassnahmen
Unabhängig davon wie gross die vermutete Menge des verabreichten Paracetamols ist, muss in jedem Fall und so rasch als möglich (möglichst innerhalb von 10 Stunden nach der Überdosierung) N- Acetylcystein (NAC) i.v. oder oral verabreicht werden.
NAC kann auch nach 10 Stunden noch einen gewissen Schutz bieten, in diesen Fällen ist jedoch eine längere Behandlung erforderlich. Die Paracetamol-Konzentration im Plasma muss so rasch als möglich (frühestens 3 h nach der Überdosierung) bestimmt werden. Das Resultat muss jedoch nicht vorliegen, bevor mit der Behandlung mit NAC begonnen wird.
Plasmakonzentrationen von >200 μg /ml nach 4 h, von >100 μg /ml nach 8 h, von >50 μg /ml nach 12 h und von >30 μg /ml nach 15 h können Leberschädigungen bis hin zum hepatischen Koma mit tödlichem Verlauf verursachen. Die Hepatotoxizität ist direkt von der Plasmakonzentration abhängig.
Lebertests müssen von Anfang an durchgeführt und alle 24 h wiederholt werden. Üblicherweise beobachtet man eine Erhöhung der Leberenzyme (ALAT und ASAT), die sich nach ein bis zwei Wochen normalisiert.
Eine ergänzende symptomatische Behandlung (nach N- Acetylcystein i.v. oder oral) soll aufgrund der Paracetamol-Blutspiegel und der Zeitspanne seit der Paracetamol B. Braun-Überdosierung festgelegt werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N02BE01
Wirkungsmechanismus
Paracetamol B. Braun mit dem Wirkstoff Paracetamol ist ein Analgetikum und Antipyretikum, welches nicht salicylsäure - und nicht opioidhaltig ist. Für die analgetische Wirkung von Paracetamol ist die Prostaglandinsynthese -Hemmung auf der zentralen Ebene massgebender als auf der peripheren. Die antipyretische Wirkung beruht auf einer Hemmung des Effektes endogener Pyrogene auf das hypothalamische Temperaturregulationszentrum. Paracetamol verfügt über keine ausgeprägte antiphlogistische Wirkung und hat keinen Einfluss auf die Hämostase oder die Magenschleimhaut.
Pharmakodynamik
Mit einer i.v. Infusion von Paracetamol über 15 min wird der maximale analgetische Effekt in 1 h erreicht; die analgetische Wirkung hält im Allgemeinen 4 bis 6 h an.
Mit einer i.v. Infusion von Paracetamol über 15 min beginnt die Fiebersenkung innerhalb von 30 min nach Beginn der Verabreichung und die antipyretische Wirkung dauert mindestens 6 h.

Pharmakokinetik

Absorption
Die Pharmakokinetik des Paracetamols ist beim Erwachsenen linear bis zu einer Dosis von 2 g, verabreicht als Einzeldosis und nach wiederholter Verabreichung über 24 h. Die maximale Plasmakonzentration ( C max ) am Ende einer 15-minütigen intravenösen Infusion von 500 mg Paracetamol B. Braun beträgt etwa 15 μg /ml und nach Infusion von 1 g Paracetamol B. Braun etwa 30 μg /ml.
Distribution
Das Verteilungsvolumen von Paracetamol ist beim Erwachsenen ca. 1 l/kg. Die Plasmaproteinbindung beträgt weniger als 20%, bei Überdosierung jedoch bis zu 50%.
Metabolismus
Paracetamol wird beim Erwachsenen in der Leber über die zwei folgenden hauptsächlichen Stoffwechselwege metabolisiert : die Glukurokonjugierung (60–80%) und Sulfokonjugierung (20–40%). Der letztere Abbauweg kann bei Dosierungen oberhalb des therapeutischen Bereichs sehr schnell gesättigt werden. Eine kleine Fraktion (weniger als 4%) wird durch Cytochrom P450 in die zwei toxischen Metaboliten p-Aminophenol und N- Acetyl -p- Benzochinonimin umgewandelt, welche rasch durch Konjugierung mit Glutathion und Cystein inaktiviert werden. Bei massiver Überdosierung ist die Menge dieser toxischen Metaboliten erhöht.
Elimination
Die Ausscheidung erfolgt hauptsächlich durch die Nieren. 90% der verabreichten Dosis wird innerhalb von 24 h in den Urin ausgeschieden, als Glukurokonjugate (60–80%), als Sulfokonjugate (20–30%) und weniger als 5% in unveränderter Form. Die Plasmahalbwertszeit beträgt durchschnittlich 2,7 h und die totale Körperclearance ist ca. 18 l/h. Paracetamol geht nicht in die Galle über. Es passiert die Plazenta und geht in die Muttermilch über.
Die Verteilung von Paracetamol in die Zerebrospinalflüssigkeit wurde nach einer Kurzinfusion (1 g Paracetamol) bei 43 Patienten, die wegen Kompressionsschmerzen der Lumbosacral -Nervenwurzel hospitalisiert waren, untersucht. Signifikante Paracetamolkonzentrationen (ca. 1,5 μg /ml) wurden in der Zerebrospinalflüssigkeit 20 min nach der Infusion nachgewiesen. Die max. Paracetamolkonzentrationen in der Zerebrospinalflüssigkeit wurden zwischen der 2. und 4. h gemessen und waren grösser als die Plasmakonzentrationen zwischen der 4. und 12. h.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Niereninsuffizienz : Im Falle einer schweren Niereninsuffizienz ( Kreatininclearance 10–30 ml/min) ist die Paracetamol-Elimination wenig verlangsamt, die Eliminations-halbwertszeit liegt zwischen 2 und 5,3 h. Die Eliminationsgeschwindigkeit der Glukuro - und Sulfokonjugate ist 3-mal langsamer bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz als bei Gesunden. Es ist jedoch bei dieser Population keine Dosisanpassung notwendig, da diese Glukuro - und Sulfokonjugate nicht toxisch sind. Bei Kindern, die weniger als 33 kg wiegen, wird empfohlen den Zeitabstand zwischen zwei Verabreichungen auf mindestens 6 h auszudehnen. Falls die Kreatininclearance weniger als 10 ml/min beträgt, soll Paracetamol nicht i.v. verabreicht werden, da dazu keine Daten existieren.
Leberinsuffizienz : Die Plasmahalbwertszeit ist bei Patienten mit einer geringen Leberinsuffizienz weitgehend unverändert. Bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz ist sie jedoch erheblich verlängert.
Neugeborene, Säuglinge und Kinder : Die beobachteten pharmakokinetischen Faktoren von Paracetamol bei Säuglingen und Kindern sind ähnlich wie diejenigen bei Erwachsenen, mit Ausnahme der Plasmahalbwertszeit, die wenig kürzer ist (1,5 bis 2 h). Bei Neugeborenen ist die Plasmahalbwertszeit länger als bei Säuglingen, d.h. ca. 3,5 h. Neugeborene, Säuglinge und Kinder bis 10 Jahre eliminieren signifikant weniger Glukurokonjugate und mehr Sulfokonjugate als Erwachsene. Die totale Exkretion von Paracetamol und seiner Metaboliten ist altersunabhängig.
Ältere Patienten : Die Pharmakokinetik und der Metabolismus von Paracetamol sind bei älteren Patienten unverändert. Daher ist in dieser Population keine Dosisanpassung notwendig.

Präklinische Daten

Präklinische Daten ergeben keinen Hinweis auf spezielle Gefahren für den Menschen, die über die Informationen in anderen Abschnitten dieser Fachinformation hinausgehen.
Toxizitätsstudien bei Tieren haben gezeigt, dass hohe orale oder intraperitoneale Dosen Paracetamol die männliche Fertilität beinträchtigen: die Bedeutung dieser Erkenntnis für die Anwendung am Menschen ist nicht bekannt. Intravenös gegebenes Paracetamol (als Propacetamol infundiert) zeigte keinen Einfluss auf die Fertilität von Ratten bei systemischer (auf AUC basierter) Exposition, die dem 2-fachen der nach einer maximalen klinischen Dosis erreichten entspricht.
Studien zur lokalen Verträglichkeit von Paracetamol B. Braun an Ratten und Kaninchen zeigten eine gute Verträglichkeit.
Untersuchungen am Meerschweinchen zeigten 24 und 48 Stunden nach intradermale oder kutane Verabreichung einer unverdünnten Paracetamol-Infusionslösung (1g/100ml) keine verzögerte Kontaktallergie.

Sonstige Hinweise

Hinweis für die Handhabung
Vor der Anwendung soll Paracetamol B. Braun bzgl. Partikel und Verfärbung überprüft werden. Die Lösung sollte klar und farblos sein.
Inkompatibilitäten
Paracetamol B. Braun darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
Beeinflussung diagnostischer Methoden
Paracetamol kann die Resultate der Blutharnsäure-Bestimmung mittels der Phosphowolframat -Reduktionsmethode und der Blutzucker-Messung mittels der Glukoseoxidase -Methode verfälschen.
Haltbarkeit
Verfalldatum beachten! Die Infusionslösung enthält kein Konservierungsmittel und ist aus mikrobiologischen Gründen unmittelbar nach Anbruch zu verwenden. Restlösung muss vernichtet werden.
Nach Verdünnung mit 0,9% Natriumchlorid- oder 5% Glucose-Lösung wurde die chemische und physikalische inuse Stabilität für 48 Stunden bei Raumtemperatur (15–25 °C) gezeigt. Aus mikrobiologischen Gründen sollte die Lösung ebenfalls unmittelbar nach Verdünnung verwendet werden. Falls dies nicht möglich ist, liegen Aufbrauchsfristen und Lagerbedingungen in der Verantwortung des Anwenders und sollten normalerweise nicht länger als 24 Stunden bei 2–8 °C betragen, ausser wenn die Verdünnung unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgte.
Besondere Lagerungshinweise
Die Flasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Bei Raumtemperatur (15–25 °C) lagern. Nicht tiefkühlen.

Zulassungsnummer

62325 ( Swissmedic ).

Packungen

PARACETAMOL B. Braun 1000 mg/100ml 10 x 100 ml.
PARACETAMOL B. Braun 500 mg/50ml 10 x 50 ml. (B)

Zulassungsinhaberin

B. Braun Medical AG, Sempach .

Stand der Information

Juli 2012.
 

2019 ©ywesee GmbH
Einstellungen | Hilfe | FAQ | Anmeldung | Kontakt | Home