ZusammensetzungWirkstoffe
Elvitegravir, Cobicistat, Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil (als Fumarat).
Hilfsstoffe
Tablettenkern: Croscarmellose-Natrium, Hyprolose, Lactose-Monohydrat (10,9 mg), Magnesiumstearat, mikrokristalline Cellulose, Siliciumdioxid, Natriumdodecylsulfat (E487).
Filmüberzug: Indigocarmin-Aluminiumsalz (E132), Macrogol 3350 (E1521), Poly(vinylalkohol) (partiell hydrolysiert) (E1203), Talkum (E553b), Titandioxid (E171), Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172).
Eine Filmtablette Stribild enthält 8,7 mg Natrium.
Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro EinheitFilmtabletten zu 150 mg Elvitegravir, 150 mg Cobicistat, 200 mg Emtricitabin und 245 mg Tenofovirdisoproxil (entsprechend 300 mg Tenofovirdisoproxilfumarat).
Indikationen/AnwendungsmöglichkeitenStribild ist als komplettes Behandlungsregime bei antiretroviral naiven Erwachsenen mit HIV-1-Infektion indiziert.
Dosierung/AnwendungDie Therapie soll nur durch einen Arzt bzw. eine Ärztin eingeleitet werden, der bzw. die in der Behandlung der HIV-Infektion erfahren ist.
Erwachsene
Die empfohlene Dosis von Stribild beträgt eine Tablette einmal täglich zusammen mit einer Mahlzeit (siehe "Pharmakokinetik" ).
Spezielle Dosierungsanweisungen
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Eine Dosisanpassung von Stribild bei Patienten mit einer leichten oder mittelschweren Leberfunktionsstörung (Klasse A bzw. B nach Child-Pugh) ist nicht erforderlich. Stribild wurde bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Klasse C nach Child-Pugh) nicht untersucht. Deshalb wird die Anwendung von Stribild bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nicht empfohlen (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" und "Pharmakokinetik" ).
Wenn Stribild bei Patienten, die mit HIV und HBV koinfiziert sind, abgesetzt wird, sollten diese Patienten engmaschig auf Anzeichen einer Exazerbation der Hepatitis hin überwacht werden (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Bei Patienten mit einer geschätzten Kreatinin-Clearance unter 70 ml/min sollte keine Behandlung mit Stribild begonnen werden. Stribild soll abgesetzt werden, wenn die geschätzte Kreatinin-Clearance während der Behandlung mit Stribild auf einen Wert unter 50 ml/min abfällt, weil das Dosierungsintervall von Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat angepasst werden muss und dies mit der Fixkombinationstablette nicht möglich ist (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" und "Pharmakokinetik" ).
Ältere Patienten
Es liegen keine Daten vor, die eine Dosisempfehlung für Patienten über 65 Jahren erlauben (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" und "Eigenschaften/Wirkungen" ). Stribild sollte bei älteren Patienten mit Vorsicht angewendet werden (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Kinder und Jugendliche
Stribild wird für die Anwendung bei Patienten unter 18 Jahren nicht empfohlen, da Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit fehlen (siehe "Pharmakokinetik" ).
Schwangerschaft und postpartale Phase
Die Behandlung mit Cobicistat und Elvitegravir während der Schwangerschaft führt zu einer niedrigen Exposition von Cobicistat und Elvitegravir (siehe "Kinetik spezieller Patientengruppen" ). Daher sollte während der Schwangerschaft keine Therapie mit Stribild eingeleitet werden und Frauen, die während einer Therapie mit Stribild schwanger werden, sollten auf ein alternatives Regime umgestellt werden (siehe "Schwangerschaft, Stillzeit" ).
Verspätete Dosisgabe
Falls der Patient die Einnahme einer Dosis Stribild ausgelassen hat und dies innerhalb der ersten 18 Stunden nach dem üblichen Einnahmezeitpunkt bemerkt, muss er die Einnahme von Stribild so bald wie möglich zusammen mit einer Mahlzeit nachholen und mit dem gewohnten Dosierungsschema fortsetzen. Falls der Patient die Einnahme einer Dosis Stribild ausgelassen hat und dies erst 18 Stunden oder später bemerkt und es fast Zeit für die nächste Dosis ist, sollte der Patient die versäumte Dosis nicht mehr nachholen, sondern einfach mit dem üblichen Dosierungsschema fortsetzen.
Falls sich der Patient innerhalb einer Stunde nach Einnahme von Stribild erbricht, ist eine weitere Tablette einzunehmen. Erfolgt das Erbrechen mehr als eine Stunde nach Einnahme von Stribild, braucht der Patient keine weitere Tablette einzunehmen.
Art der Anwendung
Die Filmtablette darf weder zerkaut noch zerdrückt werden.
KontraindikationenÜberempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen oder einem der Hilfsstoffe.
Die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die Substrate von P-Glykoprotein (Pgp) mit geringer therapeutischer Breite sind oder deren Clearance stark von CYP3A abhängig ist und für die erhöhte Plasmakonzentrationen mit schwerwiegenden und/oder lebensbedrohlichen Ereignissen einhergehen, ist kontraindiziert. Ebenso ist die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die starke Induktoren von CYP3A sind, kontraindiziert, da es potenziell zu einem Verlust des virologischen Ansprechens und einer möglichen Resistenz gegenüber Stribild kommen kann. Die gleichzeitige Anwendung der folgenden Arzneimittel (keine abschliessende Aufzählung) ist kontraindiziert (siehe "Interaktionen" ):
-Alpha-1-Adrenozeptor-Antagonisten: Alfuzosin
-Antiarrhythmika: Amiodaron, Chinidin
-Antibiotika gegen Mykobakterien: Rifampicin, Rifabutin
-Antikonvulsiva: wie Carbamazepin, Oxcarbazepin, Phenobarbital, Phenytoin, Topiramat
-Arzneimittel, die die gastrointestinale Motilität beeinflussen: Cisaprid
-Endothelinrezeptor-Antagonisten: Bosentan
-Ergot-Derivate: Dihydroergotamin, Ergometrin, Ergotamin
-HMG-CoA-Reduktasehemmer: Lovastatin, Simvastatin
-Neuroleptika: Pimozid
-Orale direkte Thrombin-Inhibitoren: Dabigatran
-PDE-5-Hemmer: Sildenafil zur Behandlung der pulmonal-arteriellen Hypertonie und Vardenafil
-Pflanzliche Arzneimittel: Johanniskraut (Hypericum perforatum)
-Sedativa/Hypnotika: oral verabreichtes Midazolam, Triazolam, Clorazepat, Diazepam, Flurazepam
-Systemische Glukokortikoide: Dexamethason
Warnhinweise und VorsichtsmassnahmenGeneralisierte motorische Schwäche
Eine generalisierte motorische Schwäche wurde sehr selten bei Patienten beobachtet, die eine antiretrovirale Kombinationstherapie (ART) mit Nukleosid-Analoga erhielten. Viele der Fälle, aber nicht alle, traten im Rahmen einer Laktatazidose auf. Diese motorische Schwäche kann klinisch ein Guillain-Barré-Syndrom inklusive Atemlähmung imitieren. Die Symptome können nach Beendigung der Therapie gegebenenfalls weiter bestehen bzw. sich weiter verschlechtern (siehe auch "Unerwünschte Wirkungen" ).
Nierenfunktion
Emtricitabin und Tenofovir werden primär über die Nieren durch eine Kombination von glomerulärer Filtration und aktiver tubulärer Sekretion ausgeschieden. Bei der Anwendung von Tenofovirdisoproxilfumarat wurden Nierenversagen, Nierenfunktionsstörung, erhöhtes Kreatinin, Hypophosphatämie und proximale renale Tubulopathie (einschliesslich Fanconi-Syndrom) beobachtet (siehe "Unerwünschte Wirkungen" ). Cobicistat kann einen leichten Anstieg des Serumkreatinins und eine leichte Abnahme der geschätzten Kreatinin-Clearance bewirken, ohne die renale glomeruläre Funktion zu beeinträchtigen. Es gibt derzeit unzureichende Erkenntnisse über ein möglicherweise häufigeres Auftreten von Nierenfunktionsstörungen bei gleichzeitiger Gabe von Tenofovir und Cobicistat im Vergleich zu Tenofovir ohne Cobicistat.
In den doppelblinden klinischen Studien mit Stribild über 144 Wochen brachen 13 Patienten (1,9%) in der Stribild-Gruppe (n = 701) und acht Patienten (2,3%) in der ATV/r+FTC/TDF-Gruppe (n = 355) die Anwendung der Studienmedikation aufgrund von renalen unerwünschten Wirkungen ab. Von diesen Abbrüchen ereigneten sich zehn in der Stribild-Gruppe und zwei in der ATV/r+FTC/TDF-Gruppe während der ersten 96 Wochen. Die unter Stribild beobachteten Arten renaler unerwünschter Wirkungen deckten sich mit früheren Erfahrungen mit Tenofovirdisoproxilfumarat. Vier (0,6%) der mit Stribild behandelten Patienten entwickelten Laborbefunde, die dem Bild einer proximalen renalen Tubulopathie entsprachen, und brachen deshalb die Anwendung von Stribild während der ersten 48 Wochen ab. Von Woche 48 bis Woche 144 wurden keine weiteren Fälle einer proximalen renalen Tubulopathie gemeldet. Zwei der vier Patienten hatten bereits zu Studienbeginn eine Nierenfunktionsstörung (geschätzte Kreatinin-Clearance von weniger als 70 ml/min). Die Laborbefunde der vier Patienten mit Anzeichen einer proximalen renalen Tubulopathie besserten sich ohne klinische Konsequenz nach Absetzen von Stribild, erreichten aber nicht bei allen vollständig die Ausgangswerte. Drei (0,8%) der mit ATV/r+FTC/TDF behandelten Patienten entwickelten Laborbefunde, die dem Bild einer proximalen renalen Tubulopathie entsprachen, und brachen deshalb die Anwendung von ATV/r+FTC/TDF nach Woche 96 ab.
Es konnte gezeigt werden, dass der Wirkstoff Cobicistat in Stribild die geschätzte Kreatinin-Clearance durch Hemmung der tubulären Sekretion von Kreatinin verringert, ohne die renale glomeruläre Funktion zu beeinflussen. In den Studien GS-US-236-0102 und GS-US-236-0103 traten Abnahmen der geschätzten Kreatinin-Clearance früh während der Behandlung mit Stribild auf, stabilisierten sich aber im weiteren Verlauf. Die mittlere Veränderung der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) gemäss der Cockcroft-Gault-Methode betrug nach 144 Wochen Behandlung -14,0 ± 16,6 ml/min für Stribild, -1,9 ± 17,9 ml/min für EFV/FTC/TDF und -9,8 ± 19,4 ml/min für ATV/r+FTC/TDF.
Es wird empfohlen, bei allen Patienten vor Beginn der Therapie mit Stribild die Kreatinin-Clearance zu berechnen und die Glucose- und Proteinkonzentration im Urin zu bestimmen. Bei Patienten mit einer geschätzten Kreatinin-Clearance von < 70 ml/min sollte keine Behandlung mit Stribild begonnen werden. Es wird empfohlen, die Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance, Serumphosphat, Glucose- und Proteinkonzentration im Urin) im ersten Behandlungsjahr alle vier Wochen und danach alle drei Monate während der Therapie mit Stribild zu überwachen. Bei Patienten mit einem Risiko für Nierenfunktionsstörungen ist eine häufigere Überwachung der Nierenfunktion erforderlich.
Bei allen Patienten mit einem Serumphosphatspiegel < 1,5 mg/dl (0,48 mmol/l) oder einer auf < 50 ml/min erniedrigten Kreatinin-Clearance, die Stribild erhalten, muss die Nierenfunktion innerhalb einer Woche erneut kontrolliert werden. Dabei sollte auch der Blutzucker, die Kaliumkonzentration im Blut sowie die Glucosekonzentration im Urin bestimmt werden (siehe "Unerwünschte Wirkungen" ). Für den Fall, dass die Nierenfunktion kontinuierlich abnimmt, ohne dass ein anderer erkennbarer Grund vorliegt, sollte eine Unterbrechung der Therapie mit Stribild erwogen werden.
Bei Patienten mit bestätigter Abnahme der Kreatinin-Clearance auf < 50 ml/min oder mit Abnahme des Serumphosphatspiegels auf einen Wert < 1,0 mg/dl (0,32 mmol/l) soll Stribild abgesetzt werden, weil das Dosierungsintervall von Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat angepasst werden muss und dies mit der Fixkombinationstablette nicht möglich ist (siehe "Dosierung/Anwendung" und "Pharmakokinetik" ).
Bei gleichzeitiger oder vor kurzem erfolgter Behandlung mit einem nephrotoxischen Arzneimittel ist die Anwendung von Stribild zu vermeiden. Wenn die gleichzeitige Anwendung von Stribild und nephrotoxischen Wirkstoffen unvermeidbar ist, muss die Nierenfunktion wöchentlich kontrolliert werden (siehe "Interaktionen" ).
Bei Patienten mit Risikofaktoren für eine Nierenfunktionsstörung wurden unter der Behandlung mit Tenofovirdisoproxilfumarat Fälle von akutem Nierenversagen nach Beginn der Anwendung von hochdosierten oder mehreren nicht steroidalen antiinflammatorischen Arzneimitteln (NSAIDs) berichtet. Falls Stribild gleichzeitig mit einem NSAID verabreicht wird, sollte die Nierenfunktion angemessen kontrolliert werden.
Tenofovirdisoproxilfumarat wurde klinisch nicht untersucht bei Patienten, die Arzneimittel erhielten, die über denselben renalen Stoffwechselweg, einschliesslich des Transportproteins human organic anion transporter (hOAT) 1, ausgeschieden werden (z.B. Cidofovir, ein bekanntes nephrotoxisches Arzneimittel). Dieses renale Transportprotein könnte für die tubuläre Sekretion und teilweise für die renale Elimination von Tenofovir und Cidofovir verantwortlich sein. Daher könnte sich die Pharmakokinetik dieser über denselben renalen Stoffwechselweg, einschliesslich des Transportproteins hOAT 1, ausgeschiedenen Arzneimittel bei gleichzeitiger Verabreichung ändern. Es wird nicht angenommen, dass die anderen Wirkstoffe von Stribild den durch hOAT 1 vermittelten Transport von Tenofovir beeinträchtigen. Die gleichzeitige Anwendung dieser über denselben renalen Stoffwechselweg ausgeschiedenen Arzneimittel wird nicht empfohlen, es sei denn, sie ist unbedingt notwendig. In diesem Fall muss die Nierenfunktion wöchentlich kontrolliert werden.
Lebererkrankung
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Stribild wurden bei Patienten mit signifikanten vorbestehenden Leberfunktionsstörungen nicht belegt. Die Pharmakokinetik von Emtricitabin wurde bei Patienten mit Leberfunktionsstörung nicht untersucht. Die Pharmakokinetik von Elvitegravir, Cobicistat und Tenofovir wurde bei Patienten mit mittelschwerer Leberfunktionsstörung untersucht. Stribild wurde bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Klasse C nach Child-Pugh) nicht untersucht. Eine Dosisanpassung von Stribild bei Patienten mit einer leichten oder mittelschweren Leberfunktionsstörung (Klasse A bzw. B nach Child-Pugh) ist nicht erforderlich (siehe "Dosierung/Anwendung" und "Pharmakokinetik" ).
Patienten mit vorbestehenden Leberfunktionsstörungen, einschliesslich chronisch aktiver Hepatitis, weisen während einer ART häufiger Anomalien der Leberfunktion auf und müssen entsprechend überwacht werden. Bei Anzeichen einer Verschlechterung der Lebererkrankung muss bei diesen Patienten eine Unterbrechung oder ein Absetzen der Therapie erwogen werden.
HIVinfizierte Patienten mit Hepatitis-B-(HBV)- oder Hepatitis-C-(HCV)-Koinfektion
Patienten mit chronischer Hepatitis B oder C, die eine ART erhalten, weisen ein erhöhtes Risiko für das Auftreten schwerwiegender, möglicherweise letaler hepatischer unerwünschter Wirkungen auf.
Für eine optimale Behandlung der HIV-Infektion bei Patienten mit HBV-Koinfektion sollten die aktuellen HIV-Therapierichtlinien beachtet werden.
Beachten Sie bei einer gleichzeitigen antiviralen Therapie einer Hepatitis B oder C auch die jeweilige Fachinformation dieser Arzneimittel.
Das Absetzen der Therapie mit Stribild bei Patienten mit einer HIV-Infektion und einer HBV-Koinfektion kann mit schweren akuten Exazerbationen der Hepatitis assoziiert sein. Patienten mit einer HIV-Infektion und einer HBV-Koinfektion, die Stribild absetzen, müssen auch noch mehrere Monate nach Beendigung der Behandlung engmaschig klinisch und durch Labortests überwacht werden. Eine erneute Hepatitis-B-Therapie kann erforderlich sein. Bei Patienten mit fortgeschrittener Lebererkrankung oder Zirrhose wird ein Absetzen der Behandlung nicht empfohlen, da eine Exazerbation der Hepatitis nach Behandlungsende zu einer Leberdekompensation führen kann.
Exposition in utero: Mitochondriale Dysfunktion
Nukleos(t)id-Analoga können die mitochondriale Funktion in unterschiedlichem Ausmass beeinträchtigen. Dies ist unter Stavudin, Didanosin und Zidovudin am stärksten ausgeprägt. Es liegen Berichte über mitochondriale Funktionsstörungen bei HIVnegativen Kleinkindern vor, die in utero und/oder postnatal gegenüber Nukleosid-Analoga exponiert waren. Diese Berichte betrafen überwiegend Behandlungen mit Zidovudin-haltigen Therapien. Die hauptsächlich berichteten unerwünschten Wirkungen waren hämatologische Störungen (Anämie, Neutropenie) und Stoffwechselstörungen (Hyperlaktatämie, erhöhte Serum-Lipase-Werte). Diese Ereignisse waren meistens vorübergehend. Selten wurde über spät auftretende neurologische Störungen (Hypertonus, Konvulsionen, Verhaltensänderungen) berichtet. Ob solche neurologischen Störungen vorübergehend oder bleibend sind, ist derzeit nicht bekannt. Diese Erkenntnisse sollten bei jedem Kind, das in utero gegenüber Nukleos(t)id-Analoga exponiert war und schwere klinische, insbesondere neurologische Befunde unbekannter Ätiologie aufweist, berücksichtigt werden. Jedes Kind, das in utero gegenüber Nukleos(t)id-Analoga exponiert war, auch HIV-negative Kinder, soll klinisch und anhand von Laborparametern nachuntersucht werden und soll im Falle von relevanten Anzeichen oder Symptomen vollständig auf mögliche mitochondriale Funktionsstörungen hin untersucht werden. Diese Erkenntnisse haben keinen Einfluss auf die derzeitigen nationalen Empfehlungen zur Anwendung der antiretroviralen Therapie bei schwangeren Frauen zur Prävention einer vertikalen HIV-Transmission.
Gewicht und metabolische Parameter
Während einer antiretroviralen Therapie können eine Gewichtszunahme und ein Anstieg der Blutlipid- und Blutglucosewerte auftreten. Diese Veränderungen können teilweise mit dem verbesserten Gesundheitszustand und dem Lebensstil zusammenhängen. In einigen Fällen ist ein Einfluss der Behandlung auf die Blutlipidwerte erwiesen, während es für die Gewichtszunahme keinen klaren Nachweis eines Zusammenhangs mit einer bestimmten Behandlung gibt. Für die Überwachung der Blutlipid- und Blutglucosewerte wird auf die anerkannten HIV-Therapierichtlinien verwiesen. Die Behandlung von Lipidstörungen sollte nach klinischem Ermessen erfolgen.
Gleichzeitige Anwendung mit anderen Arzneimitteln
Stribild ist indiziert als Gesamtbehandlungsregime bei HIV-1-Infektion und braucht nicht zusammen mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln zur Behandlung von HIV-1-Infektion angewendet werden. Stribild darf nicht in Verbindung mit Proteaseinhibitoren oder nichtnukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTIs) eingesetzt werden, da es potenziell zu Arzneimittelinteraktionen wie zu einer veränderten und/oder suboptimalen Pharmakokinetik von Cobicistat, Elvitegravir und/oder dem gleichzeitig verabreichten Arzneimittel kommen kann.
Stribild darf nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln angewendet werden, die einen seiner Wirkstoffe, Emtricitabin oder Tenofovirdisoproxil, enthalten oder mit anderen Arzneimitteln, die Tenofoviralafenamid enthalten. Aufgrund der Ähnlichkeit von Emtricitabin mit Lamivudin darf Stribild nicht gleichzeitig mit Arzneimitteln, die Lamivudin oder andere Cytidin-Analoga enthalten, angewendet werden (siehe "Interaktionen" ). Da Cobicistat und Ritonavir ähnliche Wirkungen auf Cytochrom-P450-(CYP)3A haben, darf Stribild nicht gleichzeitig mit Ritonavir-haltigen Arzneimitteln oder Behandlungen angewendet werden. Stribild darf nicht gleichzeitig mit Adefovirdipivoxil angewendet werden.
Die gleichzeitige Anwendung von Cobicistat (einer der Wirkstoffe von Stribild) mit Arzneimitteln, dessen/deren aktive(r) Metabolit(en) über CYP3A gebildet wird/werden, kann zu verminderten Plasmakonzentrationen dieses aktiven Metabolits/dieser aktiven Metaboliten führen, was möglicherweise den Verlust ihrer therapeutischen Wirkung zur Folge hat (siehe "Interaktionen" und Tabelle 1).
Didanosin: Die gleichzeitige Anwendung wird nicht empfohlen (siehe "Interaktionen" ). Die gleichzeitige Anwendung von Tenofovirdisoproxilfumarat und Didanosin führt zu einem Anstieg der systemischen Exposition von Didanosin um 40-60%, wodurch das Risiko für Didanosin-bedingte unerwünschte Wirkungen erhöht sein könnte. Seltene Fälle von Pankreatitis und Laktatazidose, mitunter tödlich, wurden berichtet.
Die gleichzeitige Anwendung von Stribild und Kortikosteroiden (alle Applikationswege eingeschlossen), die durch CYP3A metabolisiert werden, kann das Risiko systemischer Kortikosteroidwirkungen wie Cushing-Syndrom und Nebennierensuppression erhöhen. Das Risiko für akute/s Nebennierenrindeninsuffizienz/-versagen nach Absetzen der gleichzeitigen Behandlung mit Stribild und diesen Kortikosteroiden kann ebenfalls erhöht sein.
Die gleichzeitige Verabreichung mit CYP3A-metabolisierten Kortikosteroiden wird nicht empfohlen, es sei denn, der potenzielle Nutzen für den Patienten überwiegt das Risiko; in diesem Fall sollten die Patienten im Hinblick auf systemische Kortikosteroidwirkungen überwacht werden. Alternative Kortikosteroide, die weniger stark vom CYP3A-Metabolismus abhängen, z.B. Beclomethason, sollten insbesondere für eine langfristige Anwendung in Erwägung gezogen werden (siehe "Interaktionen" ).
Verabreichung mit bestimmten Hepatitis-C-Virostatika
Bei der gleichzeitigen Verabreichung von Tenofovirdisoproxilfumarat mit Ledipasvir/Sofosbuvir, Sofosbuvir/Velpatasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir erhöhten sich nachweislich die Plasmakonzentrationen von Tenofovir, vor allem bei einer gleichzeitigen HIV-Therapie, die Tenofovirdisoproxilfumarat und einen pharmakokinetischen Booster (Ritonavir oder Cobicistat) enthielt. Die Sicherheit von Tenofovirdisoproxilfumarat bei Verabreichung von Ledipasvir/Sofosbuvir, Sofosbuvir/Velpatasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir und einem pharmakokinetischen Booster wurde nicht belegt. Die gleichzeitige Verabreichung von Ledipasvir/Sofosbuvir und Stribild wird nicht empfohlen (siehe "Interaktionen" ). Die potenziellen Risiken und Vorteile einer gleichzeitigen Verabreichung von Sofosbuvir/Velpatasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir und Stribild sollten abgewogen werden, vor allem bei Patienten mit erhöhtem Risiko für Nierenfunktionsstörungen. Patienten, die gleichzeitig Stribild und Sofosbuvir/Velpatasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir erhalten, sollten auf mit Tenofovirdisoproxilfumarat assoziierte unerwünschte Wirkungen überwacht werden.
Stribild soll nicht in Verbindung mit Proteaseinhibitoren zur Behandlung von HCV angewendet werden, es sei denn, es liegen Daten aus Interaktionsstudien oder klinische Erfahrungen vor, die eine gleichzeitige Verabreichung stützen (siehe "Interaktionen" ).
HIV-Übertragung
Es besteht ein Risiko der sexuellen Übertragung von HIV, wenn die verordnete ART nicht regelmässig eingenommen wird und/oder die virale Suppression nicht erreicht und aufrechterhalten werden kann. Die Ergebnisse von Beobachtungsstudien zeigen, dass kein Risiko einer sexuellen Übertragung besteht, wenn eine virale Suppression erreicht und aufrechterhalten wird.
Opportunistische Infektionen
Patienten, die Stribild oder eine andere antiretrovirale Therapie erhalten, können weiterhin opportunistische Infektionen und sonstige Komplikationen einer HIV-Infektion entwickeln. Deshalb ist weiterhin eine kontinuierliche engmaschige klinische Überwachung durch Ärzte, die in der Behandlung von Patienten mit HIVassoziierten Erkrankungen erfahren sind, erforderlich.
Immun-Reaktivierungs-Syndrom
Bei HIVinfizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sich zum Zeitpunkt der Einleitung einer ART eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oder residuale opportunistische Infektionen entwickeln, die zu schweren klinischen Zuständen oder zur Verschlechterung von Symptomen führt. Typischerweise wurden solche Reaktionen innerhalb der ersten Wochen oder Monate nach Beginn der ART beobachtet. Entsprechende Beispiele sind unter anderem CMV-Retinitis, disseminierte und/oder lokalisierte mykobakterielle Infektionen und Pneumonie verursacht durch Pneumocystis jirovecii. Jedes Entzündungssymptom ist zu bewerten; falls notwendig ist eine Behandlung einzuleiten.
Es liegen auch Berichte über Autoimmunerkrankungen (wie z.B. Morbus Basedow und Autoimmunhepatitis) vor, die im Rahmen einer Immun-Reaktivierung auftraten; allerdings ist der Zeitpunkt des Auftretens sehr variabel und diese Ereignisse können viele Monate nach Beginn der Behandlung auftreten.
Osteonekrose
Obwohl eine multifaktorielle Ätiologie angenommen wird (darunter Anwendung von Kortikosteroiden, Alkoholkonsum, schwere Immunsuppression, höherer Body-Mass-Index), wurden Fälle von Osteonekrose insbesondere bei Patienten mit fortgeschrittener HIV-Erkrankung und/oder Langzeitanwendung einer ART berichtet. Die Patienten sind darauf hinzuweisen, bei Auftreten von Gelenkbeschwerden und schmerzen, Gelenksteife oder Schwierigkeiten bei Bewegungen den Arzt bzw. die Ärztin aufzusuchen.
Wirkung auf die Knochen
Knochenanomalien, wie z.B. eine Osteomalazie, die sich als persistierende oder verschlechternde Knochenschmerzen manifestieren und in seltenen Fällen zu Frakturen beitragen können, sind möglicherweise mit einer durch Tenofovirdisoproxilfumarat induzierten proximalen renalen Tubulopathie assoziiert (siehe "Unerwünschte Wirkungen" ).
In der Phase-3-Studie GS-US-236-0103 wurde die Knochenmineraldichte (bone mineral density, BMD) in einer Untergruppe von 120 Patienten (n = 54 in der Stribild-Gruppe; n = 66 in der Gruppe mit durch Ritonavir-geboostetem Atazanavir [ATV/r] plus Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat [FTC/TDF]) untersucht. Die mittlere prozentuale Abnahme der Knochenmineraldichte zwischen Studienbeginn und Woche 144 in der Stribild-Gruppe war vergleichbar mit der in der ATV/r+FTC/TDF-Gruppe, gemessen an der Lendenwirbelsäule (-1,43% versus -3,68%) und an der Hüfte (-2,83% versus -3,77%). In den Phase-3-Studien GS-US-236-0102 und GS-US-236-0103 traten Knochenfrakturen bei 27 Patienten (3,9%) in der Stribild-Gruppe, 8 Patienten (2,3%) in der Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat- (EFV/FTC/TDF-) Gruppe und 19 Patienten (5,4%) in der ATV/r+FTC/TDF-Gruppe auf.
In randomisierten, kontrollierten klinischen Studien mit einer Dauer von bis zu 144 Wochen bei HIV- oder HBV-infizierten Patienten wurde unter Tenofovirdisoproxil eine Verringerung der BMD beobachtet (siehe "Unerwünschte Wirkungen" ). Diese Abnahmen der BMD besserten sich im Allgemeinen nach Absetzen der Behandlung.
In anderen (prospektiven und Querschnitts-) Studien wurde das grösste Absinken der BMD bei Patienten beobachtet, die Tenofovirdisoproxilfumarat im Rahmen einer Behandlung erhielten, die einen geboosteten Proteasehemmer beinhaltete. Angesichts der mit Tenofovirdisoproxilfumarat assoziierten Knochenanomalien und der begrenzten Langzeitdaten über die Auswirkungen von Tenofovirdisoproxilfumarat auf die Knochengesundheit und das Frakturrisiko, sollten bei Patienten mit Osteoporose oder mit einer Vorgeschichte von Knochenbrüchen alternative Behandlungen in Erwägung gezogen werden.
Bei vermuteten oder nachgewiesenen Knochenanomalien sollte eine entsprechende medizinische Beratung eingeholt werden.
Ältere Patienten
Es gibt limitierte Daten über die Anwendung von Stribild bei Patienten über 65 Jahre. Da ältere Patienten mit einer grösseren Wahrscheinlichkeit eine eingeschränkte Nierenfunktion haben, ist bei der Behandlung älterer Patienten mit Stribild Vorsicht geboten.
Hilfsstoffe
Stribild enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d.h. Stribild ist nahezu "natriumfrei" .
Stribild enthält 10,9 mg Lactose-Monohydrat. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden.
InteraktionenDa Stribild Elvitegravir, Cobicistat, Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat enthält, können die für die einzelnen Wirkstoffe identifizierten Interaktionen auch unter Stribild auftreten. Stribild ist indiziert als Gesamtbehandlungsregime bei HIV-1-Infektion und braucht nicht zusammen mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln zur Behandlung von HIV-1-Infektion angewendet werden. Daher werden keine Informationen zu Arzneimittelinteraktionen mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln (einschliesslich Proteaseinhibitoren und nichtnukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren) gegeben (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ). Interaktionsstudien wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
Cobicistat ist ein starker CYP3A-Inhibitor und ein CYP3A-Substrat. Cobicistat ist ausserdem ein schwacher Inhibitor von CYP2D6 und wird in geringem Ausmass durch CYP2D6 metabolisiert. Zu den Transportern, die durch Cobicistat gehemmt werden, zählen P-Glykoprotein (Pgp), BCRP, OATP1B1 und OATP1B3.
Die gleichzeitige Anwendung von Stribild mit Arzneimitteln, die primär durch CYP3A oder CYP2D6 metabolisiert werden oder Substrate von Pgp, BCRP, OATP1B1 oder OATP1B3 sind, kann zu erhöhten Plasmakonzentrationen und damit zu einer Verstärkung oder Verlängerung der therapeutischen Wirkung und unerwünschten Wirkungen dieser Arzneimittel führen. Die gleichzeitige Anwendung von Stribild mit Arzneimitteln, dessen/deren aktive(r) Metabolit(en) über CYP3A gebildet wird/werden, kann zu verminderten Plasmakonzentrationen dieses aktiven Metabolits/dieser aktiven Metaboliten führen,was möglicherweise den Verlust ihrer therapeutischen Wirkung zur Folge hat (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" und Tabelle 1).
Die gleichzeitige Anwendung von Stribild mit Arzneimitteln, die CYP3A hemmen, kann die Clearance von Cobicistat vermindern und so zu erhöhten Cobicistat-Plasmakonzentrationen führen.
Elvitegravir ist ein mässig starker Induktor und hat das Potenzial, CYP2C9 und/oder induzierbare UGT-Enzyme zu induzieren; daher kann es die Plasmakonzentration von Substraten dieser Enzyme verringern. Elvitegravir wird durch CYP3A und in geringem Ausmass durch UGT1A1 metabolisiert. Es ist zu erwarten, dass Arzneimittel, die die Aktivität von CYP3A induzieren, die Clearance von Elvitegravir erhöhen. Dadurch sinkt die Plasmakonzentration von Elvitegravir, was zu einem Verlust der therapeutischen Wirkung von Stribild und zu einer Resistenzentwicklung führen kann.
Gleichzeitige Anwendung kontraindiziert
Die gleichzeitige Anwendung von Stribild und einigen Arzneimitteln, die primär durch CYP3A metabolisiert werden oder Arzneimitteln mit geringer therapeutischer Breite, die durch P-Glykoprotein (Pgp) transportiert werden, kann zu erhöhten Plasmakonzentrationen dieser Arzneimittel führen, die potenziell mit schwerwiegenden und/oder lebensbedrohlichen Reaktionen verbunden sind (siehe "Kontraindikationen" ).
Die gleichzeitige Anwendung von Stribild und einigen CYP3Ainduzierenden Arzneimitteln kann zu einer signifikanten Abnahme der Plasmakonzentrationen von Cobicistat und Elvitegravir führen, was einen Verlust der therapeutischen Wirkung und eine Resistenzentwicklung zur Folge haben kann (siehe "Kontraindikationen" ).
Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen
(siehe auch "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" )
Als Fixkombination darf Stribild nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln angewendet werden, die einen der Wirkstoffe, Emtricitabin oder Tenofovirdisoproxil, enthalten.
Aufgrund der Ähnlichkeit von Emtricitabin mit Lamivudin darf Stribild nicht gleichzeitig mit Arzneimitteln, die Lamivudin oder andere Cytidin-Analoga enthalten, angewendet werden (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ). Da Cobicistat und Ritonavir ähnliche Wirkungen auf CYP3A haben, darf Stribild nicht gleichzeitig mit Ritonavir-haltigen Arzneimitteln oder Behandlungen angewendet werden. Stribild darf nicht gleichzeitig mit Adefovirdipivoxil angewendet werden.
Didanosin: Die gleichzeitige Anwendung von Stribild und Didanosin wird nicht empfohlen (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Renal ausgeschiedene Arzneimittel: Da Emtricitabin und Tenofovir primär über die Nieren eliminiert werden, kann die gleichzeitige Anwendung von Stribild und Arzneimitteln, die die Nierenfunktion beeinträchtigen oder die um die aktive tubuläre Sekretion konkurrieren (z.B. Cidofovir), zu einer Erhöhung der Serumkonzentrationen von Emtricitabin, Tenofovir und/oder den gleichzeitig angewendeten Arzneimitteln führen.
Die Anwendung von Stribild ist zu vermeiden bei gleichzeitiger oder vor kurzem erfolgter Behandlung mit nephrotoxischen Arzneimitteln (z.B. Aminoglykoside, Amphotericin B, Foscarnet, Ganciclovir, Pentamidin, Vancomycin, Cidofovir oder Interleukin-2).
Weitere Interaktionen
Interaktionen zwischen den Wirkstoffen von Stribild und potenziell gleichzeitig angewendeten Arzneimitteln sind in der nachstehenden Tabelle 1 aufgeführt (wobei das 90%-Konfidenzintervall [KI] des Verhältnisses der geometrischen Kleinste-Quadrate-Mittelwerte [geometric leastsquares mean, GLSM] innerhalb "↔" , oberhalb "↑" oder unterhalb "↓" der vorbestimmten Äquivalenzgrenzen lag; ein Wert von 1,00 entspricht dabei keiner Veränderung in den pharmakokinetischen Parametern und wobei "t.i.d." dreimal täglich bedeutet, "b.i.d." zweimal täglich, "q.d." einmal täglich und "q.o.d." alle 2 Tage). Die beschriebenen Interaktionen basieren auf Studien, die mit Stribild oder den Wirkstoffen von Stribild (Elvitegravir, Cobicistat, Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat) einzeln und/oder in Kombination durchgeführt wurden, oder sind potenzielle Arzneimittelinteraktionen, die mit Stribild auftreten können.
Tabelle 1: Belegte und andere potenziell signifikante Interaktionen zwischen den einzelnen Wirkstoffen von Stribild und anderen Arzneimitteln
Arzneimittel nach Auswirkungen auf die Empfehlung zur gleichzeitigen Anwendung mit
therapeutischem Arzneimittelkonzentration Stribild
Gebiet Mittleres Verhältnis
(90%-Konfidenzintervall
[KI]) der pharmakokinetisc
hen Parameter1; Keine
Auswirkung = 1,00a
ANTIINFEKTIVA
Antimykotika
Ketoconazol (200 mg Elvitegravir: ↑ AUC: 1,48 Bei Anwendung zusammen mit Stribild sollte die
b.i.d.)/Elvitegravir (1,36; 1,62) ↑ Cmin: 1,67 maximale Tagesdosis von Ketoconazol 200 mg pro
5 (150 mg q.d.)2 (1,48; 1,88) ↔ Cmax: 1,17 Tag nicht überschreiten. Für die Dauer der
(1,04; 1,33) Bei gleichzeitigen Anwendung ist Vorsicht geboten und
gleichzeitiger Anwendung es wird eine klinische Überwachung empfohlen.
mit Stribild können die
Konzentrationen von
Ketoconazol und/oder
Cobicistat ansteigen: ↑
Ketoconazol ↑ Cobicistat
Itraconazol3 Voricon Interaktionen mit den Bei gleichzeitiger Anwendung mit Stribild kann
azol3 Posaconazol3 Wirkstoffen von Stribild eine klinische Überwachung notwendig sein. Bei
Fluconazol3 wurden nicht untersucht. gleichzeitiger Anwendung von Stribild sollte die
Bei gleichzeitiger maximale Tagesdosis Itraconazol 200 mg nicht
Anwendung mit Cobicistat überschreiten. Es wird empfohlen, das
können die Konzentrationen Nutzen/Risiko-Verhältnis zu bewerten, um die
von Itraconazol, Anwendung von Voriconazol zusammen mit Stribild
Posaconazol und Fluconazol zu begründen.
ansteigen. Die Konzentrat
ionen von Voriconazol
können sich bei gleichzeit
iger Anwendung von
Stribild erhöhen oder
verringern: ↑ Itraconazol
↑ oder ↓ Voriconazol ↑
Posaconazol ↑ Fluconazol
↑ Cobicistat ↑ Elvitegravi
r
Antibiotika gegen
Mykobakterien
Rifabutin (150 mg Die gleichzeitige Die gleichzeitige Anwendung von Stribild und
alle zwei Tage)/Elvi Anwendung mit Rifabutin, Rifabutin oder Rifampicin ist kontraindiziert.
tegravir5 (150 mg einem starken CYP3A-Indukt
q.d.)/Cobicistat or, kann die Plasmakonzent
(150 mg q.d.) rationen von Cobicistat
Rifampicin und Elvitegravir
signifikant verringern,
was zu einem Verlust der
therapeutischen Wirkung
und zu einer Resistenzentw
icklung führen kann.
Rifabutin: ↔ AUC: 0,92
(0,83; 1,03) ↔ Cmin: 0,94
(0,85; 1,04) ↔ Cmax: 1,09
(0,98; 1,20) 25-O-Desacety
l-Rifabutin: ↑ AUC: 6,25
(5,08; 7,69) ↑ Cmin: 4,94
(4,04; 6,04) ↑ Cmax: 4,84
(4,09; 5,74) Elvitegravir:
↔ AUC: 0,79 (0,74; 0,85)
↓ Cmin: 0,33 (0,27; 0,40)
↔ Cmax: 0,91 (0,84; 0,99)
Antivirale Arzneimit
tel gegen HCV
Ledipasvir/Sofosbuvi Interaktionen mit Die Sicherheit von Tenofovirdisoproxilfumarat im
r Stribild wurden nicht Rahmen einer Behandlung mit Ledipasvir/Sofosbuvir
untersucht. Die gleichzeit und Stribild ist nicht erwiesen (siehe
ige Anwendung mit "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ). Die
Stribild könnte zu einer gleichzeitige Anwendung mit Stribild wird nicht
erhöhten Tenofovir-Exposit empfohlen.
ion führen. Höhere
Tenofovir-Konzentrationen
könnten Tenofovir-assoziie
rte unerwünschte
Ereignisse, darunter
Nierenfunktionsstörungen,
verstärken. Die Sicherheit
von Tenofovirdisoproxilfu
marat bei Verabreichung
mit Ledipasvir/Sofosbuvir
und einem pharmakokinetisc
hen Booster (z.B.
Ritonavir oder Cobicistat)
ist nicht erwiesen.
Ledipasvir/Sofosbuvi Beobachtet: Ledipasvir: ↑
r (90 mg/400 mg AUC: 1,78 (1,64; 1,94) ↑
q.d.) + Elvitegravir Cmin: 1,91 (1,76; 2,08) ↑
/Cobicistat (150 Cmax: 1,63 (1,51; 1,75)
mg/150 mg q.d.) Sofosbuvir: ↑ AUC: 1,36
(1,21; 1,52) ↑ Cmax: 1,33
(1,14; 1,56) GS-3310076:
↑ AUC: 1,44 (1,41; 1,48)
↑ Cmin: 1,53 (1,47; 1,59)
↑ Cmax: 1,33 (1,22; 1,44)
Elvitegravir: ↔ AUC: 1,02
(0,95; 1,09) ↑ Cmin: 1,36
(1,23; 1,49) ↔ Cmax: 0,88
(0,82; 0,95) Cobicistat:
↑ AUC: 1,59 (1,49; 1,70)
↑ Cmin: 4,25 (3,47; 5,22)
↔ Cmax: 1,25 (1,18; 1,32)
Sofosbuvir/Velpatasv Sofosbuvir: ↔ AUC: 1,24 Erhöhte Plasmakonzentrationen von Tenofovir,
ir (400 mg/100 mg (1,13; 1,37) ↔ Cmax: 1,01 bedingt durch eine gleichzeitige Verabreichung
q.d.) + Elvitegravir (0,85; 1,19) GS-3310076: von Stribild und Sofosbuvir/Velpatasvir können
/Cobicistat/ Emtrici ↔ AUC: 1,35 (1,30; 1,40) verstärkt zu mit Tenofovirdisoproxilfumarat
tabin/ Tenofovirdiso ↔ Cmax: 1,13 (1,07; 1,18) assoziierten unerwünschten Wirkungen führen,
proxilfumarat (150 ↑ Cmin: 1,45 (1,38; 1,52) einschliesslich Nierenfunktionsstörungen. Die
mg/150 mg/200 mg/ Velpatasvir: ↔ AUC: 1,19 Sicherheit von Tenofovirdisoproxilfumarat bei
300 mg q.d.) (1,06; 1,34) ↔ Cmax: 1,05 Verabreichung mit Sofosbuvir/Velpatasvir und
(0,93; 1,19) ↑ Cmin: 1,37 einem pharmakokinetischen Booster (z.B.
(1,22; 1,54) Elvitegravir: Cobicistat) wurde nicht bestätigt. Die
↔ AUC: 0,93 (0,87; 0,99) Kombination sollte mit Vorsicht und unter
↔ Cmax: 0,93 (0,86; 1,00) häufiger Überwachung der Nierenfunktion
↔ Cmin: 0,97 (0,91; 1,04) angewendet werden (siehe "Warnhinweise und
Cobicistat: ↔ AUC: 1,23 Vorsichtsmassnahmen" ).
(1,17; 1,29) ↔ Cmax: 1,11
(1,06; 1,17) ↑ Cmin: 1,71
(1,54; 1,90) Emtricitabin:
↔ AUC: 1,01 (0,98; 1,04)
↔ Cmax: 1,02 (0,97; 1,08)
↔ Cmin: 1,06 (1,01; 1,11)
Tenofovir: ↔ AUC: 1,35
(1,29; 1,42) ↑ Cmax: 1,36
(1,25; 1,47) ↑ Cmin: 1,45
(1,39; 1,51)
Sofosbuvir/Velpatasv Die gleichzeitige Erhöhte Plasmakonzentrationen von Tenofovir,
ir/ Voxilaprevir Anwendung mit Stribild bedingt durch eine gleichzeitige Verabreichung
(400 mg/100 mg/ 100 könnte zu einer erhöhten von Stribild und Sofosbuvir/Velpatasvir/
mg+100 mg q.d.)8 + Tenofovir-Exposition Voxilaprevir können verstärkt zu mit
Emtricitabin/Tenofov führen. Emtricitabin: ↔ Tenofovirdisoproxilfumarat assoziierten
irdisoproxilfumarat AUC: 0,99 (0,96; 1,03) ↔ unerwünschten Wirkungen führen, einschliesslich
(200 mg/300 mg Cmax: 0,88 (0,82; 0,94) ↔ Nierenfunktionsstörungen. Die Sicherheit von
q.d.)9 Cmin: 1,20 (1,15; 1,26) Tenofovirdisoproxilfumarat bei Verabreichung mit
Tenofovir: ↑ AUC: 1,39 Sofosbuvir/Velpatasvir/ Voxilaprevir und einem
(1,32; 1,46) ↑ Cmax: 1,48 pharmakokinetischen Booster (z.B. Cobicistat)
(1,36; 1,61) ↑ Cmin: 1,47 wurde nicht bestätigt. Die Kombination sollte mit
(1,38; 1,56) Vorsicht und unter häufiger Überwachung der
Nierenfunktion angewendet werden (siehe
"Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Sofosbuvir/Velpatasv Sofosbuvir: ↔ AUC: 1,22
ir/ Voxilaprevir (1,12; 1,32) ↑ Cmax: 1,27
(400 mg/100 mg/ 100 (1,09; 1,48) Cmin: N/A
mg+100 mg q.d.)8 + GS-3310076: ↑ AUC: 1,43
Elvitegravir/Cobicis (1,39; 1,47) ↔ Cmax: 1,28
tat/ (150 mg/150 mg (1,25; 1,32) Cmin: N/A
q.d.)10 Velpatasvir: ↔ AUC: 1,16
(1,06; 1,27) ↔ Cmax: 0,96
(0,89; 1,04) ↑ Cmin: 1,46
(1,30; 1,64) Voxilaprevir:
↑ AUC: 2,71 (2,30; 3,19)
↑ Cmax: 1,92 (1,63; 2,26)
↑ Cmin: 4,50 (3,68; 5,50)
Elvitegravir: ↔ AUC: 0,94
(0,88; 1,00) ↔ Cmax: 0,79
(0,75; 0,85) ↑ Cmin: 1,32
(1,17; 1,49) Cobicistat:
↑ AUC: 1,50 (1,44; 1,58)
↔ Cmax: 1,23 (1,18; 1,28)
↑ Cmin: 3,50 (3,01; 4,07)
Makrolidantibiotika
Clarithromycin Interaktionen mit den Bei Patienten mit normaler Nierenfunktion oder
Wirkstoffen von Stribild leichter Nierenfunktionsstörung (CrCl 60-90
wurden nicht untersucht. ml/min) ist keine Dosisanpassung von
Die gleichzeitige Clarithromycin erforderlich. Bei Patienten mit
Anwendung mit Stribild einer CrCl < 90 ml/min wird eine klinische
kann die Konzentrationen Überwachung empfohlen. Bei Patienten mit einer
von Clarithromycin CrCl < 60 ml/min sollten alternative Antibiotika
und/oder Cobicistat in Betracht gezogen werden.
beeinflussen: ↑ Clarithrom
ycin ↑ Cobicistat ↑
Elvitegravir
Telithromycin5 Interaktionen mit den Bei gleichzeitiger Anwendung mit Stribild wird
Erythromycin Wirkstoffen von Stribild eine klinische Überwachung empfohlen.
wurden nicht untersucht.
Die gleichzeitige
Anwendung mit Stribild
kann die Konzentrationen
von Telithromycin,
Erythromycin und/oder
Cobicistat beeinflussen:
↑ Elvitegravir ↑
Erythromycin ↑ Telithromyc
in ↑ Cobicistat
ANTIKONVULSIVA
Carbamazepin Oxcarba Interaktionen mit den Die gleichzeitige Anwendung von Stribild und der
zepin Phenobarbital Wirkstoffen von Stribild CYP3A-Induktoren Phenobarbital, Phenytoin,
Phenytoin Topiramat wurden nicht untersucht. Carbamazepin, Topiramat und Oxcarbazepin ist
Die gleichzeitige kontraindiziert.
Anwendung der CYP3A-Indukt
oren Phenobarbital,
Phenytoin, Carbamazepin,
Topiramat und Oxcarbazepin
kann die Plasmakonzentrat
ionen von Cobicistat und
Elvitegravir signifikant
verringern, was zu einem
Verlust der therapeutische
n Wirkung und zu einer
Resistenzentwicklung
führen kann: ↓ Elvitegravi
r ↓ Cobicistat
Clonazepam Ethosuxim Interaktionen mit den Bei gleichzeitiger Anwendung mit Stribild wird
id Wirkstoffen von Stribild eine klinische Überwachung empfohlen.
wurden nicht untersucht.
Bei gleichzeitiger
Anwendung mit Cobicistat
können die Konzentrationen
von Clonazepam und
Ethosuximid ansteigen: ↑
Clonazepam ↑ Ethosuximid
GLUKOKORTIKOIDE
Kortikosteroide
Dexamethason Interaktionen mit den Die gleichzeitige Anwendung von Stribild und dem
Wirkstoffen von Stribild CYP3A-Induktor Dexamethason ist kontraindiziert.
wurden nicht untersucht.
Die gleichzeitige
Anwendung mit Dexamethason
, einem CYP3A-Induktor,
kann die Plasmakonzentrati
onen von Cobicistat und
Elvitegravir signifikant
verringern, was zu einem
Verlust der therapeutische
n Wirkung und zu einer
Resistenzentwicklung
führen kann. ↓ Elvitegravi
r ↓ Cobicistat
In erster Linie Interaktionen mit den Die gleichzeitige Gabe von Stribild und
durch CYP3A metaboli Wirkstoffen von Stribild Kortikosteroiden (alle Applikationswege
sierte Kortikosteroi wurden nicht untersucht. eingeschlossen), die durch CYP3A metabolisiert
de (einschliesslich Die Plasmakonzentrationen werden, kann das Risiko systemischer
Betamethason, dieser Arzneimittel Kortikosteroidwirkungen wie Cushing-Syndrom und
Budesonid, Fluticaso können ansteigen, wenn Nebennierensuppression erhöhen. Die gleichzeitige
n, Mometason, sie zusammen mit Verabreichung mit CYP3A-metabolisierten
Prednison, Triamcino Cobicistat verabreicht Kortikosteroiden wird nicht empfohlen, es sei
lon). werden, was möglicherweise denn, der potenzielle Nutzen für den Patienten
zu einer Nebennierensuppr überwiegt das Risiko; in diesem Fall sollten die
ession und verringerten Patienten im Hinblick auf systemische
Cortisolkonzentration im Kortikosteroidwirkungen überwacht werden.
Serum führen kann. Alternative Kortikosteroide, die weniger stark
vom CYP3A-Metabolismus abhängen, z.B.
Beclomethason, sollten insbesondere für eine
langfristige Anwendung in Erwägung gezogen werden.
ARZNEIMITTEL oder
ORALE ERGÄNZUNGSMITT
EL WELCHE POLYVALENT
E KATIONEN ENTHALTEN
(z.B. Mg, Al, Ca,
Fe, Zn)
Magnesium/Aluminium- Elvitegravir (Antazida-Sus Es wird empfohlen, Stribild in einem zeitlichen
haltige Antazida-Sus pension nach ± 2 Abstand von mindestens 2 Stunden vor oder 4
pension (20 ml als Stunden): ↔ AUC: 0,80 Stunden nach Antazida, Arzneimitteln oder oralen
Einzeldosis)/Elviteg (0,75; 0,86) ↔ Cmin: 0,80 Ergänzungsmitteln, welche polyvalente Kationen
ravir5 (50 mg als (0,73; 0,89) ↔ Cmax: 0,79 enthalten, zu verabreichen. Für Informationen zu
Einzeldosis)/Ritonav (0,71; 0,88) Elvitegravir anderen Arzneimitteln, die die Magensäure
ir (100 mg als (gleichzeitige Verabreichu verringern (z.B. H2-Rezeptor-Antagonisten und
Einzeldosis) ng): ↓ AUC: 0,55 (0,50; Protonenpumpenhemmer), siehe „Interaktionen“,
0,60) ↓ Cmin: 0,59 (0,52; Studien mit weiteren Arzneimitteln.
0,67) ↓ Cmax: 0,53 (0,47;
0,60) Bei Anwendung mit
Antazida fallen die
Elvitegravir-Plasmakonzent
rationen niedriger aus,
was auf eine lokale
Komplexbildung im
Gastrointestinaltrakt und
nicht auf Änderungen des
pH-Werts im Magen
zurückzuführen ist.
Kalzium- oder Interaktionen mit den
Eisenpräparate Wirkstoffen von Stribild
(einschliesslich wurden nicht untersucht.
Multivitamine) Es wird erwartet, dass
Andere kationenhalti bei Anwendung mit
ge Antazida Kationen Antazida, Arzneimitteln
haltige Abführmittel oder oralen Ergänzungsmitt
Sucralfat Gepuffert eln, die polyvalente
e Arzneimittel Kationen enthalten, die
Elvitegravir-Plasmakonzent
rationen niedriger
ausfallen, was auf eine
lokale Komplexbildung im
Gastrointestinaltrakt und
nicht auf Änderungen des
pH-Werts im Magen
zurückzuführen ist.
ORALE ANTIDIABETIKA
Metformin Interaktionen mit den Bei Patienten, die gleichzeitig Stribild
Wirkstoffen von Stribild einnehmen, werden die sorgfältige Überwachung des
wurden nicht untersucht. Patienten und die Anpassung der Metformin-Dosis
Cobicistat bewirkt eine empfohlen.
reversible Hemmung von
MATE1, und die Metformin-K
onzentrationen können bei
gleichzeitiger Anwendung
mit Stribild ansteigen.
NARKOTISCHE ANALGETI
KA
Methadon/Elvitegravi R-Methadone: ↔ AUC: 1,07 Eine Dosisanpassung von Methadon ist nicht
r5/ Cobicistat (0,96; 1,19) ↔ Cmin: 1,10 erforderlich.
(0,95; 1,28) ↔ Cmax: 1,01
(0,91; 1,13) S-Methadone:
↔ AUC: 1,00 (0,89; 1,12)
↔ Cmin: 1,02 (0,89; 1,17)
↔ Cmax: 0,96 (0,87; 1,06)
Cobicistatb: AUC: ↔ Cmin:
↔ Cmax: ↔ Elvitegravirb:
AUC: ↔ Cmin: ↔ Cmax: ↔
Methadon/Tenofovirdi Methadon: AUC: ↔ Cmin: ↔
soproxilfumarat Cmax: ↔ Tenofovir: AUC: ↔
Cmin: ↔ Cmax: ↔
Buprenorphin/Naloxon Buprenorphin: ↑ AUC: 1,35 Eine Dosisanpassung von Buprenorphin/Naloxon ist
/ Elvitegravir5/Cobi (1,18; 1,55) ↑ Cmin: 1,66 nicht erforderlich. Bei gleichzeitiger Anwendung
cistat (1,43; 1,93) ↔ Cmax: 1,12 mit Stribild wird eine klinische Überwachung
(0,98; 1,27) Naloxon: ↓ empfohlen.
AUC: 0,72 (0,59; 0,87) ↓
Cmax: 0,72 (0,61; 0,85)
Cobicistatb: AUC: ↔ Cmin:
↔ Cmax: ↔ Elvitegravirb:
AUC: ↔ Cmin: ↔ Cmax: ↔
Fentanyl, andere Interaktionen mit den Bei gleichzeitiger Anwendung mit Stribild wird
narkotische Analgeti Wirkstoffen von Stribild eine klinische Überwachung empfohlen.
ka (Hydrocodon, wurden nicht untersucht.
Oxycodon, Codein,
Tramadol)
ORALE KONTRAZEPTIVA
Drospirenon/Ethinyle Interaktionen mit Bei gleichzeitiger Anwendung mit einem
stradiol (3 mg/0,02 Stribild wurden nicht Cobicistat-haltigen Arzneimittel können die
mg als Einzeldosis)/ untersucht. Bei gleichzeit Plasmakonzentrationen von Drospirenon erhöht
Cobicistat (150 mg iger Verabreichung mit sein. Aufgrund eines potenziellen
q.d.)7 Drospirenon/E Cobicistat kann die Hyperkaliämierisikos wird eine klinische
thinylestradiol (3 Drospirenon-Konzentration Überwachung empfohlen. Die gleichzeitige
mg/0,02 mg als ansteigen. Drospirenon: ↑ Anwendung von Stribild und einem
Einzeldosis)/Atazana AUC: 2,30 (2,00; 2,64) ↔ Norgestimat/Ethinylestradiol-haltigen hormonellen
vir (300 mg q.d.)/Co Cmax: 1,12 (1,05; 1,19) oralen Kontrazeptivum führte zu einer
bicistat (150 mg Drospirenon: ↑ AUC: 1,58 Verringerung der Plasmakonzentrationen von
q.d.) Drospirenon/Et (1,47; 1,71) ↔ Cmax: 1,15 Ethinylestradiol und einem Anstieg von
hinylestradiol (3 (1,05; 1,26) Norgestimat. Bei gleichzeitiger Anwendung von
mg/0,02 mg als Stribild und einem hormonellen Kontrazeptivum ist
Einzeldosis)/Darunav Vorsicht geboten. Das hormonelle Kontrazeptivum
ir (800 mg q.d.)/Cob sollte mindestens 30 µg Ethinylestradiol und
icistat (150 mg Drospirenon oder Norgestimat als
q.d.) Progestagen-Komponente enthalten. Die
langfristigen Auswirkungen eines starken Anstiegs
der Progesteron-Exposition sind unbekannt. Die
gleichzeitige Anwendung von Stribild und oralen
Kontrazeptiva oder hormonellen Kontrazeptiva, die
andere Progestagene als Drospirenon oder
Norgestimat oder weniger als 25 µg
Ethinylestradiol enthalten, wurde nicht
untersucht. Patienten sollten eine alternative
zuverlässige Verhütungsmethode anwenden (siehe
"Schwangerschaft, Stillzeit" ). Der Einsatz von
Barriere-Methoden der Empfängnisverhütung oder
anderen nicht-hormonellen Methoden sollte in
Betracht gezogen werden.
Norgestimat (0,180 Norgestimatc: ↑ AUC: 2,26
mg/0,215 mg q.d.)/ (2,15; 2,37) ↑ Cmin: 2,67
Ethinylestradiol (2,43; 2,92) ↑ Cmax: 2,08
0,025 mg q.d.)/ (2,00; 2,17) Ethinylestrad
Elvitegravir5 (150 iolc: ↓ AUC: 0,75 (0,69;
mg q.d.)/ Cobicistat 0,81) ↓ Cmin: 0,56 (0,52;
(150 mg q.d.)4 0,61) ↔ Cmax: 0,94 (0,86;
1,04)
ANTIARRHYTHMIKA
Digoxin (0,5 mg Digoxinc: ↔ AUC: 1,08 Bei kombinierter Anwendung von Digoxin und
Einzeldosis)/Cobicis (1,00; 1,17) ↑ Cmax: 1,41 Stribild wird eine klinische Überwachung und eine
tat (150 mg Mehrfach (1,29; 1,55) Kontrolle der Digoxin-Konzentrationen empfohlen.
dosierung) Bei Patienten, die bei Beginn der
Stribild-Therapie schon regelmässig Digoxin
einnehmen, kann eine Verringerung der vorher
üblichen Dosis erforderlich sein. Eine häufigere
Kontrolle der Digoxin-Konzentration und ein
Kontroll-EKG sind angezeigt.
Amiodaron Disopyrami Interaktionen mit den Bei gleichzeitiger Anwendung von Disopyramid,
d5 Flecainid Systemi Wirkstoffen von Stribild Flecainid, systemischem Lidocain, Mexiletin oder
sches Lidocain wurden nicht untersucht. Propafenon mit Stribild ist Vorsicht geboten, es
Mexiletin Propafenon Bei gleichzeitiger wird eine klinische Überwachung empfohlen und es
Chinidin5 Anwendung mit Cobicistat kann eine Dosisreduktion erforderlich sein. Die
können die Konzentrationen gleichzeitige Anwendung von Stribild und
dieser Antiarrhythmika Amiodaron oder Chinidin ist kontraindiziert.
ansteigen: ↑ Amiodaron ↑
Disopyramid ↑ Flecainid ↑
Systemisches Lidocain ↑
Mexiletin ↑ Propafenon ↑
Chinidin
ANTIHYPERTONIKA
Metoprolol Timolol Interaktionen mit den Wenn diese Wirkstoffe gleichzeitig mit Stribild
Wirkstoffen von Stribild angewendet werden, wird eine klinische
wurden nicht untersucht. Überwachung empfohlen und es kann eine
Bei gleichzeitiger Dosisreduktion erforderlich sein.
Anwendung mit Cobicistat
können die Konzentrationen
der Betablocker
ansteigen: ↑ Metoprolol ↑
Timolol
Amlodipin Diltiazem Interaktionen mit den Bei gleichzeitiger Anwendung mit Stribild ist
Felodipin Nicardipin Wirkstoffen von Stribild Vorsicht geboten, es wird eine klinische
5 Nifedipin Verapami wurden nicht untersucht. Überwachung empfohlen und es kann eine
l Bei gleichzeitiger Dosisreduktion erforderlich sein.
Anwendung mit Cobicistat
können die Konzentrationen
der Kalziumkanalblocker
ansteigen: ↑ Amlodipin ↑
Diltiazem ↑ Felodipin ↑
Nicardipin ↑ Nifedipin ↑
Verapamil
ENDOTHELIN-REZEPTOR-
ANTAGONISTEN
Bosentan Interaktionen mit den Die gleichzeitige Anwendung von Stribild und des
Wirkstoffen von Stribild CYP3A-Induktors Bosentan ist kontraindiziert. Es
wurden nicht untersucht. sind gegebenenfalls andere Endothelin-Rezeptor-Ant
Die gleichzeitige agonisten in Betracht zu ziehen.
Anwendung mit Stribild
kann zu einer Verringerung
der Exposition von
Elvitegravir und/oder
Cobicistat und zu einem
Verlust der therapeutische
n Wirkung und zu einer
Resistenzentwicklung
führen: ↑ Bosentan ↓
Elvitegravir ↓ Cobicistat
ANTIKOAGULANTIEN
Dabigatran Interaktionen mit den Die gleichzeitige Anwendung von Stribild und
Wirkstoffen von Stribild Dabigatran ist kontraindiziert.
wurden nicht untersucht.
Die gleichzeitige
Anwendung von Stribild
kann zu erhöhten
Plasmakonzentrationen von
Dabigatran führen,
ähnlich den Effekten mit
anderen starken P-gp-Inhib
itoren. ↑ Dabigatran
Rivaroxaban Apixaban Interaktionen mit den Die gleichzeitige Anwendung von Stribild und
Wirkstoffen von Stribild Apixaban und Rivaroxaban, wird nicht empfohlen.
wurden nicht untersucht.
Die gleichzeitige
Anwendung von Stribild
kann zu erhöhten
Plasmakonzentrationen von
Apixaban und Rivaroxaban
führen, was ein erhöhtes
Blutungsrisiko zur Folge
haben kann. ↑ Rivaroxaban
↑ Apixaban
Edoxaban Interaktionen mit den Bei gleichzeitiger Anwendung von Stribild und
Wirkstoffen von Stribild Edoxaban wird eine klinische Überwachung und/oder
wurden nicht untersucht. eine Dosisanpassung empfohlen. Die
Die gleichzeitige Fachinformation von Edoxaban bzgl. Interaktionen
Anwendung von Stribild mit P-gp-Inhibitoren ist zu beachten.
kann zu erhöhten
Plasmakonzentrationen von
Edoxaban führen, was ein
erhöhtes Blutungsrisiko
zur Folge haben kann. ↑
Edoxaban
Warfarin5 Acenocouma Interaktionen mit den Bei gleichzeitiger Anwendung dieser Wirkstoffe
rol Phenprocoumon Wirkstoffen von Stribild mit Stribild ist Vorsicht geboten und es wird
wurden nicht untersucht. eine klinische Überwachung (Blutungsrisiko)
Die gleichzeitige empfohlen. Zusätzlich ist vor allem zu Beginn der
Anwendung mit Stribild gleichzeitigen Behandlung eine engmaschige
kann die Warfarin-Konzentr Kontrolle des INR-Wertes (International
ationen beeinflussen: ↑ Normalised Ratio) erforderlich. Der INR-Wert soll
oder ↓ Warfarin ↑ oder ↓ während den ersten Wochen nach Absetzen von
Acenocoumarol ↑ oder ↓ Stribild weiter kontrolliert werden.
Phenprocoumon
THROMBOZYTENAGGREGAT
IONSHEMMER
Clopidogrel Interaktionen mit den Die gleichzeitige Anwendung von Clopidogrel und
Wirkstoffen von Stribild Stribild wird nicht empfohlen.
wurden nicht untersucht.
Der aktive Metabolit von
Clopidogrel wird durch
mehrere CYP-Enzyme,
darunter CYP3A4,
gebildet. Aufgrund von
Interaktions-studien mit
Ketoconazol, einem
anderen starken CYP3A4-Inh
ibitor, wird erwartet,
dass die gleichzeitige
Anwendung von Clopidogrel
mit dem CYP3A4-Inhibitor
Cobicistat (einem der
Wirkstoffe von Stribild)
die Plasma-konzentrationen
des aktiven Metaboliten
von Clopidogrel verringert
, was die antithrombozytär
e Aktivität von Clopidogre
l reduzieren könnte: ↓
AUC aktiver Metabolit ↓
Cmax aktiver Metabolit
Prasugrel Interaktionen mit den Es ist keine Dosisanpassung von Prasugrel
Wirkstoffen von Stribild erforderlich.
wurden nicht untersucht.
Aufgrund von Interaktions-
studien mit Ketoconazol,
einem anderen starken
CYP3A4-Inhibitor, wird
nicht erwartet, dass der
CYP3A4-Inhibitor
Cobicistat (einer der
Wirkstoffe von Stribild)
einen klinisch relevanten
Effekt auf die Plasmakonze
ntrationen des aktiven
Metaboliten von Prasugrel
hat: ↔ AUC aktiver
Metabolit ↓ Cmax aktiver
Metabolit
INHALATIVE BETA-AGON
ISTEN
Salmeterol Interaktionen mit den Die gleichzeitige Anwendung von Salmeterol und
Wirkstoffen von Stribild Stribild wird nicht empfohlen.
wurden nicht untersucht.
Die gleichzeitige
Anwendung mit Stribild
kann zu einem Anstieg der
Salmeterol-Plasmakonzentra
tionen führen, was
potenziell mit schwerwiege
nden und/oder lebensbedroh
lichen Reaktionen
(QT-Verlängerungen,
Arrhythmien) verbunden
ist: ↑ Salmeterol
HMG-COA-REDUKTASEHEM
MER
Simvastatin Lovastat Interaktionen mit den Die gleichzeitige Anwendung von Simvastatin oder
in Wirkstoffen von Stribild Lovastatin mit Stribild ist kontraindiziert.
wurden nicht untersucht.
↑ Simvastatin ↑ Lovastatin
Rosuvastatin (10 mg Elvitegravir: ↔ AUC: 1,02 Bei gleichzeitiger Anwendung von Stribild soll
als Einzeldosis)/ (0,91; 1,14) ↔ Cmin: 0,98 die Behandlung mit der niedrigsten Dosis von
Elvitegravir5 (150 (0,83; 1,15) ↔ Cmax: 0,94 Rosuvastatin beginnen und abhängig vom klinischen
mg als Einzeldosis)/ (0,83; 1,07) Rosuvastatin: Effekt und unter Überwachung der Sicherheit (z.B.
Cobicistat (150 mg ↑ AUC: 1,38 (1,14; 1,67) Myopathie) hochtitiriert werden.
als Einzeldosis) ↑ Cmin: 1,43 (1,08; 1,89)
↑ Cmax: 1,89 (1,48; 2,42)
Atorvastatin (10 mg Atorvastatin: ↑ AUC: 2,60 Bei gleichzeitiger Anwendung mit Elvitegravir und
als Einzeldosis)/Elv (2,31; 2,93) Cmin: N/A ↑ Cobicistat sind die Konzentrationen von
itegravir (150 mg Cmax: 2,32 (1,91; 2,82) Atorvastatin erhöht. Bei gleichzeitiger Anwendung
q.d.)/Cobicistat Elvitegravir: ↔ AUC: 0,92 von Stribild wird empfohlen die Behandlung mit
(150 mg q.d.)/Emtric (0,87; 0,98) ↔ Cmin: 0,88 der niedrigsten Dosis von Atorvastatin zu
itabin (200 mg (0,81; 0,96) ↔ Cmax: 0,91 beginnen und abhängig vom klinischen Effekt und
q.d.)/Tenofoviralafe (0,85; 0,98) unter Überwachung der Sicherheit (z.B. Myopathie)
namid (10 mg q.d.) hochzutitrieren. Die Dosis von Atorvastatin darf
20 mg täglich nicht überschreiten.
Pitavastatin Pravast Interaktionen mit den Dosisanpassungen sind nicht erforderlich bei
atin Fluvastatin Wirkstoffen von Stribild gleichzeitiger Anwendung mit Stribild. Bei
wurden nicht untersucht. gleichzeitiger Anwendung mit Stribild ist eine
Bei Anwendung zusammen Überwachung der Sicherheit (z.B. Myopathie)
mit Elvitegravir und empfohlen.
Cobicistat können die
Pitavastatin-, Pravastatin
oder Fluvastatin-Konzentr
ationen ansteigen.
PHOSPHODIESTERASE-5-
HEMMER (PDE-5-HEMMER
)
Sildenafil Tadalafil Interaktionen mit den Die gleichzeitige Anwendung von Stribild mit
Vardenafil Wirkstoffen von Stribild Sildenafil zur Behandlung der pulmonal-arteriellen
wurden nicht untersucht. Hypertonie ist kontraindiziert. Bei
PDE-5-Hemmer werden gleichzeitiger Anwendung von Stribild und
primär durch CYP3A Tadalafil zur Behandlung der pulmonal-arteriellen
metabolisiert. Die Hypertonie ist Vorsicht geboten, einschliesslich
gleichzeitige Anwendung einer eventuellen Dosisreduktion. Bei der
mit Stribild kann zu Behandlung der erektilen Dysfunktion wird
einem Anstieg der empfohlen, eine Einzeldosis von maximal 25 mg
Plasmakonzentrationen von Sildenafil innerhalb von 48 Stunden bzw. eine
Sildenafil, Tadalafil und Einzeldosis von maximal 10 mg Tadalafil innerhalb
Vardenafil führen, was von 72 Stunden mit Stribild anzuwenden. Die
PDE-5-Hemmer assoziierte gleichzeitige Gabe von Stribild und Vardenafil
unerwünschte Wirkungen ist kontraindiziert.
zur Folge haben kann: ↑
Sildenafil ↑ Tadalafil ↑
Vardenafil
ANALEPTIKA
Modafinil Interaktionen mit den Die gleichzeitige Anwendung mit Modafinil, einem
Wirkstoffen von Stribild CYP3A-Induktor, kann die Plasmakonzentrationen
wurden nicht untersucht. von Cobicistat und Elvitegravir signifikant
Die gleichzeitige verringern, was zu einem Verlust der
Anwendung mit Modafinil, therapeutischen Wirkung und zu einer
einem CYP3A-Induktor, Resistenzentwicklung führen kann. Bei Anwendung
kann die Plasmakonzentrati zusammen mit Stribild sind alternative Analeptika
onen von Cobicistat und in Betracht zu ziehen.
Elvitegravir signifikant
verringern, was zu einem
Verlust der therapeutische
n Wirkung und zu einer
Resistenzentwicklung
führen kann: ↓ Elvitegravi
r ↓ Cobicistat
ANTIDEPRESSIVA
Selektive Serotonin- Interaktionen mit den Bei den meisten Wirkstoffen aus der
Wiederaufnahme-Inhib Wirkstoffen von Stribild Arzneimittelklasse der SSRIs kann eine
itoren (SSRIs) wurden nicht untersucht. schrittweise Dosisanpassung erforderlich sein.
Trizyklische Antidep Bei gleichzeitiger Bei kombinierter Anwendung von Stribild wird eine
ressiva Anwendung mit Cobicistat klinische Überwachung und eine Kontrolle der
können die Konzentrationen Blutkonzentrationen empfohlen.
dieser Antidepressiva
ansteigen: ↑ Trizyklische
Antidepressiva ↑ SSRIs
Sertralin10 Elvitegravir: ↔ AUC: 0,94 Es ist keine Dosisanpassung von Sertralin
(0,89; 0,98) ↔ Cmax: 0,88 notwendig.
(0,82; 0,93) ↔ Cmin: 0,99
(0,93; 1,05) Cobicistat:
↔ AUC: 1,00 (0,97; 1,03)
↔ Cmax: 1,06 (1,01; 1,10)
↔ Cmin: 0,87 (0,79; 0,95)
Emtricitabin: ↔ AUC: 0,84
(0,81; 0,88) ↔ Cmax: 0,90
(0,82; 0,98) ↔ Cmin: 0,94
(0,90; 0,99) Tenofovir: ↔
AUC: 1,02 (1,00; 1,04) ↔
Cmax: 1,10 (1,00; 1,21) ↔
Cmin: 1,01 (0,99; 1,03)
Sertralin: ↔ AUC: 0,93
(0,77; 1,13) ↔ Cmax: 1,14
(0,94; 1,38)
Trazodon5 Interaktionen mit den Bei Anwendung von Trazodon zusammen mit Stribild
Wirkstoffen von Stribild ist eine Dosisreduktion in Betracht zu ziehen.
wurden nicht untersucht. Bei kombinierter Anwendung von Stribild wird eine
Bei gleichzeitiger klinische Überwachung und eine Kontrolle der
Anwendung mit Cobicistat Blutkonzentrationen empfohlen.
können die Trazodon-Konzen
trationen ansteigen: ↑
Trazodon
IMMUNSUPPRESSIVA
Cyclosporin5 Sirolim Interaktionen mit den Bei gleichzeitiger Anwendung mit Stribild ist
us Tacrolimus Wirkstoffen von Stribild grosse Vorsicht geboten und es ist eine klinische
wurden nicht untersucht. Überwachung und eine Überwachung der
Bei Anwendung zusammen Konzentrationen und eine zumindest anfängliche
mit Cobicistat können die Dosisreduktion erforderlich.
Konzentrationen dieser
Immunsuppressiva sehr
stark ansteigen: ↑
Cyclosporin ↑ Sirolimus ↑
Tacrolimus
NEUROLEPTIKA
Perphenazin Pimozid5 Interaktionen mit den Die gleichzeitige Anwendung von Stribild und
Risperidon Thiorida Wirkstoffen von Stribild Pimozid ist kontraindiziert. Bei anderen
zin5 wurden nicht untersucht. Neuroleptika ist bei einer gleichzeitigen
Pimozid wird primär durch Anwendung mit Stribild eine Dosisreduktion des
CYP3A metabolisiert. Die Neuroleptikums und eine Überwachung der
gleichzeitige Anwendung Konzentrationen zu erwägen.
mit Stribild kann zu
einem Anstieg der
Pimozid-Plasmakonzentratio
nen führen, was potenziell
mit schwerwiegenden
und/oder lebensbedrohliche
n Reaktionen verbunden
ist: ↑ Perphenazin ↑
Pimozid ↑ Risperidon ↑
Thioridazin
SEDATIVA/HYPNOTIKA
Buspiron5 Clorazepat Interaktionen mit den Die gleichzeitige Anwendung von Stribild mit oral
Diazepam Estazolam5 Wirkstoffen von Stribild verabreichtem Midazolam, Triazolam, Clorazepat,
Flurazepam Oral wurden nicht untersucht. Diazepam und Flurazepam ist kontraindiziert. Bei
verabreichtes Midazolam und Triazolam den anderen Sedativa/Hypnotika kann eine
Midazolam Triazolam werden primär durch CYP3A Dosisreduktion erforderlich sein und es wird
Zolpidem metabolisiert. Die empfohlen, die Konzentrationen zu überwachen. Bei
gleichzeitige Anwendung Kombinationen mit Stribild soll wegen einer
mit Stribild kann zu möglichen verlängerten Sedation im Vergleich zur
einem Anstieg der alleinigen Verabreichung auf das Autofahren und
Plasmakonzentrationen Bedienen von gefährlichen Maschinen verzichtet
dieser Arzneimittel werden.
führen, was potenziell
mit schwerwiegenden
und/oder lebensbedrohliche
n Reaktionen verbunden
ist: ↑ Buspiron ↑
Clorazepat ↑ Diazepam ↑
Estazolam ↑ Flurazepam ↑
Oral verabreichtes
Midazolam ↑ Triazolam ↑
Zolpidem
GICHTMITTEL
Colchicin5 Interaktionen mit den Eine Dosisreduktion von Colchicin kann
Wirkstoffen von Stribild erforderlich sein. Stribild sollte bei Patienten
wurden nicht untersucht. mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen nicht
Die gleichzeitige gleichzeitig mit Colchicin angewendet werden.
Anwendung mit Stribild
kann zu einem Anstieg der
Plasmakonzentrationen
dieses Arzneimittels
führen: ↑ Colchicin
ZYTOSTATIKA UND
HEMMSTOFFE DER
TYROSINKINASE
Dasatinib Imatinib Interaktionen mit den Cobicistat kann durch die Hemmung des CYP3A
Nilotinib Sorafenib Wirkstoffen von Stribild und/oder des P-gp zu einer erhöhten Exposition
Sunitinib Cyclophosp wurden nicht untersucht. dieser Wirkstoffe führen und damit einem
hamid Etoposid verstärkten Risiko einer Toxizität. Die
Ifosfamid Paclitaxel gleichzeitige Verabreichung von Stribild sollte
Tamoxifen Vincristi mit Vorsicht erfolgen und eine verstärkte
n Vinblastin klinische Überwachung wird empfohlen. Eine
Dosisreduktion kann erforderlich sein.
N/A = nicht vorhanden
a Alle "no-effect" -Grenzen sind 70% - 143%, wenn nicht anders angegeben
b Expositionen waren konsistent mit historischen Daten
c "no-effect" -Grenze 80% - 125%
1 Wenn Daten aus Interaktionsstudien zur Verfügung stehen.
2 Studien durchgeführt mit Ritonavir-geboostetem Elvitegravir.
3 Dies sind Arzneimittel derselben Klasse, für die ähnliche Interaktionen zu erwarten sind.
4 Studie durchgeführt mit Stribild.
5 In der Schweiz nicht zugelassen.
6 Zirkulierender Hauptmetabolit von Sofosbuvir.
7 Diese Studie wurde mit Atazanavir/Cobicistat oder Darunavir/Cobicistat durchgeführt.
8 Studie mit zusätzlichen 100 mg Voxilaprevir durchgeführt, um Voxilaprevir-Expositionen zu erreichen, die bei HCV-infizierten Patienten erwartet werden.
9 Studie mit Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat + Darunavir (800 mg) + Ritonavir (100 mg) durchgeführt.
10 Studie mit Elvitegravir/Cobicistat/Emtricitabin/Tenofoviralafenamidfumarat Fixkombinationstablette durchgeführt.
Studien mit weiteren Arzneimitteln
Basierend auf Interaktionsstudien, die mit den Wirkstoffen von Stribild durchgeführt wurden, wurden keine klinisch signifikanten Arzneimittelinteraktionen zwischen den Wirkstoffen von Stribild und den folgenden Arzneimitteln beobachtet und sind auch nicht zu erwarten: Entecavir, Famciclovir, Famotidin, Omeprazol, Ribavirin und Sertralin.
Schwangerschaft, StillzeitFrauen im gebärfähigen Alter/Empfängnisverhütung bei Männern und Frauen
Während der Behandlung mit Stribild muss eine wirksame Empfängnisverhütung angewendet werden (siehe "Interaktionen" ).
Schwangerschaft
Bisher liegen keine oder limitierte klinische Erfahrungen mit der Anwendung von Stribild bei Schwangeren vor. Weitergehende Erfahrungen an schwangeren Frauen (zwischen 300 und 1000 Schwangerschaftsausgängen) deuten jedoch nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine fötale/neonatale Toxizität in Verbindung mit Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat hin.
Tierexperimentelle Studien zeigen keine direkten oder indirekten schädlichen Auswirkungen von Elvitegravir, Cobicistat, Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat auf die Schwangerschaft, die embryonale/fötale Entwicklung, die Geburt oder die postnatale Entwicklung (siehe "Präklinische Daten" ).
Es wurde über geringere Elvitegravir- und Cobicistat-Expositionen während des zweiten und dritten Trimenons der Schwangerschaft berichtet. Die verminderte Cobicistat-Konzentration bietet möglicherweise keine ausreichende pharmakokinetische Booster Wirkung. Die verringerte Exposition von Elvitegravir kann mit einem erhöhten Risiko für Therapieversagen und für eine Mutter-Kind-Übertragung der HIV-Infektion einhergehen. In Anbetracht dieser verringerten Expositionen (siehe "Kinetik spezieller Patientengruppen" ) sollte während einer Schwangerschaft keine Therapie mit Stribild eingeleitet werden und Frauen, die während einer Behandlung mit Stribild schwanger werden, sollten auf eine alternative HIV-Behandlung umgestellt werden (siehe "Dosierung/Anwendung" ).
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Elvitegravir oder Cobicistat in die menschliche Muttermilch übertreten. Es wurde gezeigt, dass Emtricitabin und Tenofovir in die Muttermilch übergehen. In tierexperimentellen Studien wurde gezeigt, dass Elvitegravir und Cobicistat in die Muttermilch übergehen. Es gibt nur ungenügende Informationen darüber, ob Elvitegravir, Cobicistat, Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat Auswirkungen auf Neugeborene/Kinder haben. Daher sollte Stribild während der Stillzeit nicht angwendet werden.
Um eine Übertragung von HIV auf das Kind zu vermeiden, wird empfohlen, dass HIV-infizierte Frauen nicht stillen.
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von MaschinenEs wurden keine Studien zu den Wirkungen auf die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen durchgeführt. Die Patienten sollten jedoch informiert werden, dass während der Behandlung mit Stribild über Schwindelgefühle berichtet wurde.
Unerwünschte WirkungenDie am häufigsten berichteten unerwünschten Wirkungen, die möglicherweise oder wahrscheinlich mit Stribild in Zusammenhang stehen, waren Übelkeit (16%) und Diarrhö (12%) (gepoolte Daten aus den klinischen Phase-3-Studien GS-US-236-0102 und GS-US-236-0103 über 144 Wochen).
Bei mit Tenofovirdisoproxilfumarat behandelten Patienten wurden in seltenen Fällen Nierenfunktionsstörungen, Nierenversagen und proximale renale Tubulopathie (einschliesslich Fanconi-Syndrom), manchmal mit nachfolgenden Knochenanomalien (selten als Mitursache bei Frakturen), berichtet. Eine Überwachung der Nierenfunktion wird bei Patienten, die mit Stribild behandelt werden, empfohlen (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Das Absetzen der Therapie mit Stribild bei Patienten mit einer HIV-Infektion und einer HBV-Koinfektion kann mit schweren akuten Exazerbationen der Hepatitis assoziiert sein (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Die in den klinischen Phase-3-Studien GS-US-236-0102 und GS-US-236-0103 beobachteten unerwünschten Wirkungen von Stribild sowie die unerwünschten Wirkungen der Behandlung mit Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat in klinischen Studien und in der Post-Marketing-Erfahrung bei Anwendung mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln, sind in der nachfolgenden Tabelle 2 nach Organklassen und nach der höchsten beobachteten Häufigkeit aufgeführt. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die unerwünschten Wirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, < 1/10), gelegentlich (≥1/1000, < 1/100) oder selten (≥1/10'000, < 1/1000).
Tabelle 2: Tabellarische Zusammenfassung der mit Stribild assoziierten unerwünschten Wirkungen auf Basis der Phase-3-Studien GS-US-236-0102 und GS-US-236-0103 sowie der unerwünschten Wirkungen der Behandlung mit Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat in klinischen Studien und in der Post-Marketing-Erfahrung bei Anwendung mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln
Häufigkeit Unerwünschte Wirkung
Erkrankungen des Blutes
und des Lymphsystems:
Häufig: Neutropenie1
Gelegentlich: Anämie1,2
Erkrankungen des
Immunsystems:
Häufig: Allergische Reaktion1
Stoffwechsel- und
Ernährungsstörungen:
Sehr häufig: Hypophosphatämie (12%)1,3
Häufig: Hyperglykämie1, Hypertriglyzeridämie1, verminderter Appetit
Gelegentlich: Hypokaliämie1,3
Selten: Laktatazidose1
Psychiatrische Erkrankung
en:
Häufig: Schlaflosigkeit, abnorme Träume
Gelegentlich: Suizidgedanken und Suizidversuch (bei Patienten mit vorbestehender
Depression oder psychiatrischer Erkrankung), Depression
Erkrankungen des
Nervensystems:
Sehr häufig: Kopfschmerzen (10%), Schwindelgefühl (13%)
Erkrankungen des
Gastrointestinaltrakts:
Sehr häufig: Diarrhö (23%), Erbrechen (10%), Übelkeit (20%)
Häufig: Erhöhte Amylasen einschliesslich erhöhter Pankreas-Amylase1, erhöhte
Serum-Lipase1, Bauchschmerzen, Dyspepsie, Obstipation,
Bauchaufblähung1, Flatulenz
Gelegentlich: Pankreatitis1
Leber- und Gallenerkranku
ngen:
Häufig: Erhöhte Transaminasewerte1, Hyperbilirubinämie1
Selten: Hepatosteatose1, Hepatitis1
Erkrankungen der Haut
und des Unterhautgewebes:
Häufig: Vesikulobullöses Exanthem1, pustulöses Exanthem1, makulopapulöses
Exanthem1, Pruritus1, Urtikaria1, Exanthem, Verfärbung der Haut
(Zunahme der Pigmentierung)1,2
Gelegentlich: Angioödem1
Skelettmuskulatur-,
Bindegewebs- und
Knochenerkrankungen:
Sehr häufig: Erhöhte Kreatinkinase (10%)1
Häufig: Abnahme der Knochenmineraldichte5
Gelegentlich: Rhabdomyolyse1,3, Muskelschwäche1,3
Selten: Osteomalazie (manifestiert als Knochenschmerzen und selten Mitursache
bei Frakturen)1,3,6, Myopathie1,3
Erkrankungen der Nieren
und Harnwege:
Häufig: Erhöhtes Kreatinin im Blut4
Gelegentlich: Nierenversagen4, proximale renale Tubulopathie einschliesslich
erworbenes Fanconi-Syndrom4, Proteinurie
Selten: Akute tubuläre Nekrose1, Nephritis (einschliesslich akuter
interstitieller Nephritis)1,6, nephrogener Diabetes insipidus1
Allgemeine Erkrankungen:
Häufig: Schmerzen1, Asthenie1, Müdigkeit
1 Diese unerwünschte Wirkung wurde nicht in den klinischen Phase-3-Studien zu Stribild beobachtet, aber im Rahmen von klinischen Studien oder der Post-Marketing-Erfahrung mit Emtricitabin oder Tenofovirdisoproxilfumarat gemeldet, wenn diese mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln angewendet wurden.
2 Bei pädiatrischen Patienten, die Emtricitabin einnahmen, kam es häufig zu Anämie und sehr häufig zu einer Verfärbung der Haut (Zunahme der Pigmentierung).
3 Diese unerwünschte Wirkung kann als Folge einer proximalen renalen Tubulopathie auftreten. Liegt diese Erkrankung nicht vor, wird kein kausaler Zusammenhang mit Tenofovirdisoproxilfumarat angenommen.
4 Weitere Einzelheiten siehe Abschnitt unten.
5 Die Häufigkeit dieser Nebenwirkung wurde auf der Grundlage von Sicherheitsdaten aus verschiedenen klinischen Studien mit Tenofovirdisoproxil bei HBV-infizierten Patienten geschätzt. Siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" .
6 Diese unerwünschte Wirkung wurde im Rahmen der Post-Marketing-Überwachung für Emtricitabin oder Tenofovirdisoproxilfumarat gemeldet. Weder in randomisierten, kontrollierten klinischen Studien mit Emtricitabin bei HIVinfizierten Erwachsenen oder Kindern, noch in randomisierten, kontrollierten klinischen Studien mit Tenofovirdisoproxilfumarat oder im sogenannten Expanded Access Programm für Tenofovirdisoproxilfumarat wurde diese unerwünschte Wirkung jedoch beobachtet. Die Häufigkeitskategorie ist eine Schätzung anhand von statistischen Berechnungen, die auf der Gesamtzahl der Patienten basieren, die in randomisierten, kontrollierten klinischen Studien mit Emtricitabin behandelt wurden (n = 1563) oder in randomisierten, kontrollierten klinischen Studien und im Rahmen des Expanded Access Programms mit Tenofovirdisoproxilfumarat behandelt wurden (n = 7319).
Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Nierenfunktionsstörung: Da Stribild Nierenschäden hervorrufen kann, wird die Überwachung der Nierenfunktion empfohlen (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ). In der Regel klang eine proximale renale Tubulopathie nach dem Absetzen von Tenofovirdisoproxilfumarat ab oder verbesserte sich. Allerdings verbesserte sich bei einigen Patienten trotz des Absetzens von Tenofovirdisoproxilfumarat die verringerte Kreatinin-Clearance nicht wieder vollständig. Bei Patienten mit einem Risiko für eine Nierenfunktionsstörung (beispielsweise Patienten mit schon bestehenden Risikofaktoren für eine Nierenfunktionsstörung, fortgeschrittener HIV-Erkrankung oder Patienten, die gleichzeitig nephrotoxische Arzneimittel erhalten) besteht ein erhöhtes Risiko, dass es bei ihnen trotz des Absetzens von Tenofovirdisoproxilfumarat zu einer unvollständigen Erholung der Nierenfunktion kommt (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
In den doppelblinden klinischen Studien mit Stribild über 144 Wochen brachen 13 Patienten (1,9%) in der Stribild-Gruppe (n = 701) und acht Patienten (2,3%) in der ATV/r+FTC/TDF-Gruppe (n = 355) die Anwendung der Studienmedikation aufgrund von renalen unerwünschten Wirkungen ab. Von diesen Abbrüchen ereigneten sich zehn in der Stribild-Gruppe und zwei in der ATV/r+FTC/TDF-Gruppe während der ersten 96 Wochen. Die unter Stribild beobachteten Arten renaler unerwünschter Wirkungen deckten sich mit früheren Erfahrungen mit Tenofovirdisoproxilfumarat. Vier (0,6%) der mit Stribild behandelten Patienten entwickelten Laborbefunde, die dem Bild einer proximalen renalen Tubulopathie entsprachen, und brachen deshalb die Anwendung von Stribild während der ersten 48 Wochen ab. Von Woche 48 bis Woche 144 wurden keine weiteren Fälle einer proximalen renalen Tubulopathie gemeldet. Zwei der vier Patienten hatten bereits zu Studienbeginn eine Nierenfunktionsstörung (geschätzte Kreatinin-Clearance von weniger als 70 ml/min). Die Laborbefunde der vier Patienten mit Anzeichen einer proximalen renalen Tubulopathie besserten sich ohne klinische Konsequenz nach Absetzen von Stribild, erreichten aber nicht bei allen vollständig die Ausgangswerte. Drei (0,8%) der mit ATV/r+FTC/TDF behandelten Patienten entwickelten Laborbefunde, die dem Bild einer proximalen renalen Tubulopathie entsprachen, und brachen deshalb die Anwendung von ATV/r+FTC/TDF nach Woche 96 ab (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Es konnte gezeigt werden, dass der Wirkstoff Cobicistat in Stribild die geschätzte Kreatinin-Clearance durch Hemmung der tubulären Sekretion von Kreatinin verringert, ohne die renale glomeruläre Funktion zu beeinflussen. In den Studien GS-US-236-0102 und GS-US-236-0103 traten Abnahmen der geschätzten Kreatinin-Clearance früh während der Behandlung mit Stribild auf, stabilisierten sich aber im weiteren Verlauf. Die mittlere Veränderung der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) gemäss der Cockcroft-Gault-Methode betrug nach 144 Wochen Behandlung -14,0 ± 16,6 ml/min für Stribild, -1,9 ± 17,9 ml/min für EFV/FTC/TDF und -9,8 ± 19,4 ml/min für ATV/r+FTC/TDF.
Da Tenofovirdisoproxilfumarat nierentoxisch wirken kann, wird eine engmaschige Überwachung der Nierenfunktion bei allen mit Stribild behandelten Patienten mit Nierenfunktionsstörungen empfohlen (siehe „Dosierung/Anwendung“, "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" und "Pharmakokinetik" ).
Laktatazidose: Fälle von Laktatazidose wurden bei der Einnahme von Tenofovirdisoproxilfumarat allein oder in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln berichtet. Patienten mit prädisponierenden Faktoren wie einer dekompensierten Lebererkrankung oder Patienten, die Begleitmedikamente erhalten, von denen bekannt ist, dass sie eine Laktatazidose auslösen, haben ein erhöhtes Risiko, während der Tenofovirdisoproxilfumaratbehandlung eine schwere Laktatazidose zu bekommen, einschliesslich tödlicher Verläufe.
Metabolische Parameter: Während einer antiretroviralen Therapie können eine Gewichtszunahme und ein Anstieg der Blutlipid- und Blutglucosewerte auftreten. (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Immun-Reaktivierungs-Syndrom: Bei HIVinfizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sich zum Zeitpunkt der Einleitung einer ART eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oder residuale opportunistische Infektionen entwickeln. Es liegen auch Berichte über Autoimmunerkrankungen (wie z.B. Morbus Basedow und Autoimmunhepatitis) vor; allerdings ist der Zeitpunkt des Auftretens sehr variabel und diese Ereignisse können viele Monate nach Beginn der Behandlung auftreten (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Osteonekrose: Fälle von Osteonekrose wurden insbesondere bei Patienten mit allgemein bekannten Risikofaktoren, fortgeschrittener HIV-Erkrankung oder Langzeitanwendung einer ART berichtet. Die Häufigkeit des Auftretens ist unbekannt (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Exazerbation der Hepatitis nach Absetzen der Behandlung: Bei HIVinfizierten Patienten mit HBV-Koinfektion traten nach Absetzen der Behandlung klinische und laborchemische Hinweise auf Exazerbationen der Hepatitis auf (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Generalisierte motorische Schwäche: Sehr selten wurde unter der Behandlung mit Nukleosid-Analoga eine generalisierte motorische Schwäche beobachtet, welche klinisch einem Krankheitsbild wie dem Guillain-Barré-Syndrom ähnelte. Eine solche motorische Schwäche kann mit und ohne Hyperlaktatämie einschliesslich respiratorischer Insuffizienz auftreten (siehe auch "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
ÜberdosierungBei einer Überdosierung ist der Patient auf Anzeichen einer Toxizität (siehe "Unerwünschte Wirkungen" ) zu beobachten und falls erforderlich, müssen unterstützende Standardtherapiemassnahmen eingeleitet werden.
Es gibt kein spezifisches Antidot für überdosiertes Stribild. Aufgrund der starken Plasmaproteinbindung von Elvitegravir und Cobicistat ist es unwahrscheinlich, dass Elvitegravir und Cobicistat durch Hämodialyse oder Peritonealdialyse in bedeutendem Umfang aus dem Blut herausgefiltert werden können. Bis zu 30% der Emtricitabin-Dosis und ungefähr 10% der Tenofovir-Dosis können durch Hämodialyse eliminiert werden. Es ist nicht bekannt, ob Emtricitabin oder Tenofovir durch Peritonealdialyse eliminiert werden können.
Eigenschaften/WirkungenATC-Code
J05AR09
Wirkungsmechanismus
Elvitegravir ist ein Strangtransfer-Inhibitor (INSTI) der HIV-1-Integrase, einem HIV-1-Enzym, das zur viralen Replikation notwendig ist. Die Hemmung der Integrase verhindert die Integration der HIV-1-DNA in die DNA des Wirtsgenoms und unterbindet so die Bildung des HIV-1-Provirus und die Ausbreitung der viralen Infektion. Elvitegravir hemmt nicht die humanen Topoisomerasen I oder II.
Cobicistat ist ein selektiver, Mechanismus-basierter Inhibitor der Cytochrome P450 aus der Untergruppe CYP3A. Die Hemmung des durch CYP3A vermittelten Metabolismus durch Cobicistat erhöht die systemische Exposition von CYP3A-Substraten wie Elvitegravir, wobei die Bioverfügbarkeit limitiert und die Halbwertzeit durch den CYP3Aabhängigen Metabolismus verkürzt wird.
Emtricitabin ist ein Nukleosid-Analogon von Cytidin. Tenofovirdisoproxilfumarat wird in vivo in Tenofovir umgewandelt, ein Nukleosidmonophosphat-(Nukleotid-)Analogon von Adenosinmonophosphat. Sowohl Emtricitabin als auch Tenofovir wirken spezifisch gegen das Humane Immundefizienzvirus (HIV-1 und HIV-2) sowie gegen das Hepatitis-B-Virus.
Emtricitabin und Tenofovir werden durch zelluläre Enzyme zu Emtricitabin-Triphosphat bzw. Tenofovir-Diphosphat phosphoryliert. In-vitro-Studien belegen, dass sowohl Emtricitabin als auch Tenofovir vollständig phosphoryliert werden können, wenn sie in Zellkulturen kombiniert werden. Emtricitabin-Triphosphat und Tenofovir-Diphosphat hemmen die HIV-1-Reverse Transkriptase kompetitiv und bewirken auf diese Weise einen DNA-Kettenabbruch.
Sowohl Emtricitabin-Triphosphat als auch Tenofovir-Diphosphat hemmen die DNA-Polymerasen von Säugetieren nur geringfügig. Es liegen keine Hinweise auf eine mitochondriale Toxizität in vitro oder in vivo vor.
Pharmakodynamik
Antivirale Aktivität in vitro
Die Dreifachkombination aus Elvitegravir, Emtricitabin und Tenofovir zeigte in Zellkultur eine synergistische antivirale Aktivität. In Untersuchungen blieb die antivirale Synergie von Elvitegravir, Emtricitabin und Tenofovir auch bei gleichzeitiger Anwesenheit von Cobicistat erhalten.
Die antivirale Aktivität von Elvitegravir gegen Labor- und klinische Isolate von HIV-1 wurde in Lymphoblastenzellen, Monozyten/Makrophagen und peripheren Lymphozyten untersucht, und die 50%-Werte der effektiven Konzentration (EC50) lagen im Bereich zwischen 0,02 und 1,7 nM. Elvitegravir zeigte in Zellkultur antivirale Aktivität gegen die HIV-1-Subtypen A, B, C, D, E, F, G und O (EC50-Werte im Bereich zwischen 0,1 und 1,3 nM) und Aktivität gegen HIV-2 (EC50-Wert von 0,53 nM). Für die antivirale Aktivität von Elvitegravir mit antiretroviralen Arzneimitteln in Studien mit Zweierkombinationen, wenn kombiniert mit den nukleos(t)idischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NRTIs) (Abacavir, Didanosin, Emtricitabin, Lamivudin, Stavudin, Tenofovir oder Zidovudin); den nichtnukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTIs) (Efavirenz, Etravirin oder Nevirapin); den Proteaseinhibitoren (PIs) (Amprenavir, Atazanavir, Darunavir, Indinavir, Lopinavir, Nelfinavir, Ritonavir, Saquinavir oder Tipranavir); dem Integrase-Strangtransfer-Inhibitor (INSTI) Raltegravir; dem Fusionsinhibitor Enfuvirtid oder dem CCR5-Korezeptor-Antagonisten Maraviroc, wurden additive bis synergistische Effekte beobachtet. Es wurden keine antagonistischen Wirkungen für diese Kombinationen beobachtet.
Cobicistat weist keine nachweisbare anti-HIV-Aktivität auf und hat weder einen hemmenden noch einen fördernden Einfluss auf die antiviralen Wirkungen von Elvitegravir, Emtricitabin oder Tenofovir.
Die antivirale Aktivität von Emtricitabin gegen Labor- und klinische Isolate von HIV-1 wurde in Lymphoblastenzelllinien, der MAGI-CCR5-Zelllinie und peripheren mononukleären Blutzellen untersucht. Die EC50-Werte von Emtricitabin lagen im Bereich zwischen 0,0013 und 0,64 µM.
Emtricitabin zeigte in Zellkultur antivirale Aktivität gegen die HIV-1-Subtypen A, B, C, D, E, F und G (EC50-Werte im Bereich zwischen 0,007 und 0,075 µM) und zeigte stammspezifische Aktivität gegen HIV-2 (EC50-Werte im Bereich zwischen 0,007 und 1,5 µM).
In Arzneimittelstudien mit der Zweierkombination aus Emtricitabin und NRTIs (Abacavir, Didanosin, Lamivudin, Stavudin, Tenofovir und Zidovudin), NNRTIs (Delavirdin, Efavirenz, Nevirapin und Rilpivirin), PIs (Amprenavir, Nelfinavir, Ritonavir und Saquinavir) und dem INSTI Elvitegravir wurden additive bis synergistische Effekte beobachtet. Es wurden keine antagonistischen Wirkungen für diese Kombinationen beobachtet.
Die antivirale Aktivität von Tenofovir gegen Labor- und klinische Isolate von HIV-1 wurde in Lymphoblastenzelllinien, primären Monozyten/Makrophagen und peripheren Lymphozyten untersucht. Die EC50-Werte für Tenofovir lagen im Bereich zwischen 0,04 und 8,5 µM. In Zellkultur zeigte Tenofovir antivirale Aktivität gegen die HIV-1-Subtypen A, B, C, D, E, F, G und O (EC50-Werte im Bereich von 0,5 bis 2,2 µM) sowie stammspezifische Aktivität gegen HIV-2 (EC50-Werte im Bereich von 1,6 bis 5,5 µM).
In Arzneimittelstudien mit der Zweierkombination aus Tenofovir und NRTIs (Abacavir, Didanosin, Emtricitabin, Lamivudin, Stavudin und Zidovudin), NNRTIs (Delavirdin, Efavirenz, Nevirapin und Rilpivirin) und PIs (Amprenavir, Indinavir, Nelfinavir, Ritonavir und Saquinavir) wurden additive bis synergistische Effekte beobachtet. Es wurden keine antagonistischen Wirkungen für diese Kombinationen beobachtet.
Resistenz
Resistenz gegenüber Emtricitabin oder Tenofovir ist in vitro und bei einigen HIV-1infizierten Patienten beschrieben worden – bei Emtricitabin aufgrund der Entwicklung der M184V- oder M184I-Substitution in der Reversen Transkriptase und bei Tenofovir aufgrund der Entwicklung der K65R-Substitution in der Reversen Transkriptase. Darüber hinaus wurde durch Tenofovir eine K70E-Substitution in der Reversen Transkriptase von HIV-1 selektiert. Diese führt zu einer geringfügig verminderten Empfindlichkeit gegenüber Abacavir, Emtricitabin, Tenofovir und Lamivudin.
Emtricitabin-resistente Viren mit der M184V/I- Substitution waren kreuzresistent gegenüber Lamivudin, blieben aber gegenüber Didanosin, Stavudin, Tenofovir und Zidovudin empfindlich. Die K65R-Substitution kann auch durch Abacavir, Stavudin oder Didanosin selektiert werden und führt zu einer verminderten Empfindlichkeit gegenüber diesen Wirkstoffen sowie gegenüber Lamivudin, Emtricitabin und Tenofovir. Die Anwendung von Tenofovirdisoproxilfumarat bei Patienten, deren HIV-1 eine K65R-Substitution zeigt, ist zu vermeiden.
HIV-1-Patienten, die drei oder mehr Thymidin-Analoga-assoziierte Mutationen (TAMs) einschliesslich entweder der M41L- oder der L210W-Mutation an der Reversen Transkriptase exprimierten, zeigten eine reduzierte Empfindlichkeit gegenüber Tenofovirdisoproxilfumarat.
HIV-1-Isolate mit reduzierter Empfindlichkeit gegenüber Elvitegravir wurden in Zellkultur selektiert. Die reduzierte Empfindlichkeit gegenüber Elvitegravir war meistens mit den Substitutionen T66I, E92Q und Q148R in der Integrase assoziiert. In Zellkultur wurden zusätzliche Substitutionen in der Integrase wie H51Y, F121Y, S147G, S153Y, E157Q und R263K beobachtet. Elvitegravir zeigte in vitro eine Kreuzresistenz gegenüber den Substitutionen T66A/K, Q148H/K und N155H, die durch Raltegravir selektiert wurden.
Abhängig von der Art und Anzahl von Substitutionen zeigen Elvitegravir-resistente Viren eine unterschiedlich stark ausgeprägte Kreuzresistenz gegenüber dem Integrase-Strangtransfer-Inhibitor Raltegravir. Viren, die die Substitutionen T66I/A exprimieren, bleiben weiterhin gegenüber Raltegravir empfindlich, während die meisten anderen Mutationsmuster eine reduzierte Empfindlichkeit gegenüber Raltegravir aufwiesen.
Aufgrund der fehlenden antiviralen Aktivität von Cobicistat ist in vitro keine Resistenz nachweisbar.
Es wurde keine signifikante Kreuzresistenz für Elvitegravir-resistente HIV-1-Isolate gegenüber Emtricitabin oder Tenofovir bzw. für Emtricitabin- oder Tenofovir-resistente Varianten gegenüber Elvitegravir gezeigt. Eine erhebliche Kreuzresistenz wurde sowohl für Elvitegravir-resistente HIV-1-Isolate gegenüber Raltegravir als auch für Emtricitabin-resistente Isolate gegenüber Lamivudin beobachtet. Diese Patientenisolate blieben gegenüber PIs, NNRTIs und den meisten anderen NRTIs empfindlich.
Resistenz bei therapienaiven HIV-1infizierten Patienten
In einer gepoolten Analyse bei antiretroviral naiven Patienten, die Stribild in den Phase-3-Studien GS-US-236-0102 und GS-US-236-0103 bis einschliesslich Woche 144 erhielten, wurde an den Plasma-HIV-1-Isolaten aller Patienten mit einem bestätigten virologischen Versagen oder mit einem HIV-1-RNA-Wert >400 Kopien/ml in Woche 48, in Woche 96, in Woche 144 oder bei vorzeitigem Studienabbruch eine Genotypisierung durchgeführt. Ab Woche 144 wurde mittels auswertbarer genotypischer Daten aus gepaarten Isolaten zu Studienbeginn und nach Stribild-Therapieversagen bei 18 der 42 Patienten die Entwicklung einer oder mehrerer primärer, mit Elvitegravir-, Emtricitabin- oder Tenofovir-Resistenz assoziierter Substitutionen festgestellt (2,6%; 18/701 Patienten). Von diesen 18 Patienten, die eine Virusresistenz entwickelten, entwickelten 13 die Resistenz bis Woche 48, drei zwischen Woche 48 und Woche 96 und zwei zwischen Woche 96 und Woche 144 der Behandlung. Es traten folgende Substitutionen auf: M184V/I (n = 17) und K65R (n = 5) in der Reversen Transkriptase und E92Q (n = 9), N155H (n = 5), Q148R (n = 3), T66I (n = 2) und T97A (n = 1) in der Integrase. Weitere Substitutionen in der Integrase, die zusätzlich zu einer primären INSTI-Resistenz-Substitution jeweils in Einzelfällen auftraten, waren H51Y, L68V, G140C, S153A, E157Q und G163R. Die meisten Patienten, die eine Resistenz-Substitution gegen Elvitegravir entwickelten, entwickelten Resistenz-Substitutionen gegen sowohl Emtricitabin als auch Elvitegravir. Die Phänotyp-Analyse der Isolate von Patienten in der Resistenzanalysepopulation ergab bei 13/42 Patienten (31%) HIV-1-Isolate mit reduzierter Empfindlichkeit gegenüber Elvitegravir, bei 17/42 Patienten (40%) eine reduzierte Empfindlichkeit gegenüber Emtricitabin und bei 2/42 Patienten (5%) eine reduzierte Empfindlichkeit gegenüber Tenofovir.
In der Studie GS-US-236-0103 wiesen 27 der mit Stribild behandelten Patienten zu Studienbeginn HIV-1 mit der NNRTI-assoziierten K103N-Substitution in der Reversen Transkriptase auf; bei ihnen wurde ein vergleichbarer virologischer Behandlungserfolg (82% in Woche 144) erzielt wie in der Gesamtpopulation (78%), und es trat keine behandlungsbedingte Resistenz des HIV-1 gegen Elvitegravir, Emtricitabin oder Tenofovir auf.
Auswirkungen auf das Elektrokardiogramm
Die Auswirkungen von Cobicistat auf das Elektrokardiogramm wurden in einer Studie an 48 gesunden erwachsenen Probanden untersucht. Cobicistat verlängerte nicht das QTcF-Interval bei einer Dosierung, die um das 2- bzw. 4fache höher lag als die empfohlene therapeutische Dosis. Ein geringer Anstieg im PR-Intervall (+9,6 msec) im Cmax-Bereich trat 3 bis 5 Stunden nach Verabreichung einer Dosis von 250 mg Cobicistat auf. Dieses Ergebnis wurde nicht als klinisch signifikant erachtet.
In einer umfassenden QT/QTc-Studie zeigte Elvitegravir bei 126 gesunden Probanden sowohl bei therapeutischen als auch supratherapeutischen Dosen, die ungefähr 2fach über der empfohlenen therapeutischen Dosis lagen, keine Auswirkung auf den QT/QTc-Intervall und führte zu keinem verlängerten PR-Intervall.
Klinische Wirksamkeit
Bei therapienaiven HIV-1infizierten Patienten
Der Nachweis der Wirksamkeit von Stribild basiert auf der Analyse von 144-Wochen-Daten aus den beiden randomisierten, doppelblinden, aktiv kontrollierten Phase-3-Studien GS-US-236-0102 und GS-US-236-0103 bei therapienaiven HIV-1infizierten Patienten (n = 1408).
In der Studie GS-US-236-0102 wurden HIV-1infizierte, antiretroviral naive erwachsene Patienten entweder mit Stribild einmal täglich oder mit einer Fixkombination aus Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat (EFV/FTC/TDF) einmal täglich behandelt. In der Studie GS-US-236-0103 wurden HIV-1infizierte, antiretroviral naive erwachsene Patienten entweder mit Stribild einmal täglich oder mit Ritonavir-geboostetem Atazanavir (ATV/r) plus einer Fixkombination aus Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat (FTC/TDF) einmal täglich behandelt. Bei beiden Studien wurde die virologische Ansprechrate beider Behandlungsarme in Woche 48 ausgewertet. Die virologische Ansprechrate war definiert als Erreichen einer nicht mehr nachweisbaren Viruslast (<50 HIV-1-RNA-Kopien/ml).
Tabelle 3 bzw. 4 zeigen die Werte bei Studienbeginn und Behandlungsergebnisse der beiden Studien GS-US-236-0102 und GS-US-236-0103.
Tabelle 3: Demographische Charakteristika und Werte bei Studienbeginn von antiretroviral naiven HIV-1infizierten erwachsenen Patienten der Studien GS-US-236-0102 und GS-US-236-0103
Studie GS-US-236-010 Studie GS-US-236-010
2 3
Stribild n = 348 EFV/FTC/TDF n = 352 Stribild n = 353 ATV/r + FTC/TDF n =
355
Demographische
Charakteristika
Alter in Jahren, 38,0 (18-67) 38,0 (19-72)
Mittelwert (Bereich)
Geschlecht
Männlich 89% 90%
Weiblich 11% 10%
Ethnische Zugehörigk
eit
Weiss 63% 74%
Farbig/afro-amerikan 28% 17%
isch
Asiatisch 2% 5%
Andere 7% 4%
Krankheitsparameter
bei Studienbeginna
Mittelwert der 4,8 (2,6-6,5) 4,8 (1,7-6,6)
Plasma HIV-1-RNA
bei Studienbeginn
(Bereich) log10
Kopien/ml
Prozentsatz der 33 40
Patienten mit
Viruslast >100'000
Kopien/ml
Mittelwert der 386 (3-1348) 370 (5-1132)
CD4+-Zellzahl bei
Studienbeginn
(Bereich), Zellen/mm
3
Prozentsatz der 13 13
Patienten mit
CD4+-Zellzahlen
≤200 Zellen/mm3
a Patienten beider Studien wurden zu Beginn der Studie nach HIV-1-RNA stratifiziert.
Tabelle 4: Virologisches Ergebnis der randomisierten Behandlung in den Studien GS-US-236-0102 und GS-US-236-0103 in Woche 48a und in Woche 144b ( "Snapshot-Analyse" )
Woche 48 Woche 144
Studie GS-US-236-010 Studie GS-US-236-010 Studie GS-US-236-010 Studie GS-US-236-010
2 3 2 3
Stribild n = 348 EFV/FTC/TDF n = 352 Stribild n = 353 ATV/r + FTC/TDF n = Stribild n = 348 EFV/FTC/TDF n = 352 Stribild n = 353 ATV/r + FTC/TDF n =
355 355
Virologischer 88% 84% 90% 87% 80% 75% 78% 75%
Erfolg HIV-1-RNA
<50 Kopien/ml
Unterschiede in der 3,6% (95%-KI = 3,0% (95%-KI = 4,9% (95%-KI = 3,1% (95%-KI =
Behandlung -1,6%, 8,8%) -1,9%, 7,8%) -1,3%, 11,1%) -3,2%, 9,4%)
Virologisches 7% 7% 5% 5% 7% 10% 8% 7%
Versagenc
Keine virologischen
Daten im Woche-48-
oder Woche-144-Zeiti
ntervall
Studienmedikation 3% 5% 3% 5% 6% 8% 6% 8%
aufgrund von unerwün
schten Ereignissen
(UE) oder Tod
abgesetztd
Studienmedikation 2% 3% 2% 3% 5% 7% 8% 9%
aus anderen Gründen
abgesetzt und
zuletzt verfügbare
Messung HIV-1-RNA
<50 Kopien/mle
Fehlende Daten im 0% 0% 0% 0% 1% 0% 1% 1%
Zeitintervall bei
gleichzeitiger
Einnahme der Studien
medikation
a Das Woche-48-Zeitintervall ist definiert als die Zeitspanne zwischen Tag 309 und 378 (inklusive).
b Das Woche-144-Zeitintervall ist definiert als die Zeitspanne zwischen Tag 967 und Tag 1050 (inklusive).
c Einschliesslich Patienten mit ≥50 Kopien/ml im Woche-48- oder Woche-144-Zeitintervall, Patienten, die aufgrund fehlender Wirksamkeit oder Verlust der Wirksamkeit die Studie vorzeitig beendeten, Patienten, die aus anderen Gründen als unerwünschten Ereignissen, Tod, fehlender Wirksamkeit oder Verlust der Wirksamkeit die Studie beendeten und zum Zeitpunkt des Abbruchs eine Viruslast von ≥50 Kopien/ml aufwiesen.
d Einschliesslich Patienten, die aufgrund von unerwünschten Ereignissen oder Tod zu einem Zeitpunkt ab Tag 1 bis zu dem Ende des Zeitintervalls die Studie beendeten, wenn dies zu keinen virologischen Daten während der Behandlung innerhalb des spezifizierten Zeitintervalls führte.
e Einschliesslich Patienten, die aus anderen Gründen als einer unerwünschten Wirkung, Tod, fehlender Wirksamkeit oder Verlust der Wirksamkeit die Studie beendeten, z.B. Einwilligung zurückgezogen, Loss to Follow-Up, usw.
Stribild erfüllte die Kriterien zur Nicht-Unterlegenheit durch Erreichen einer HIV-1-RNA-Konzentration von <50 Kopien/ml im Vergleich zu Efavirenz/Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat und im Vergleich zu Atazanavir/Ritonavir + Emtricitabin/Tenofovirdisoproxilfumarat.
In der Studie GS-US-236-0102 lag der mittlere Anstieg der CD4+-Zellzahl in Woche 48 gegenüber dem Wert zu Studienbeginn bei 239 Zellen/mm3 bei mit Stribild behandelten Patienten und bei 206 Zellen/mm3 bei mit EFV/FTC/TDF behandelten Patienten. In Woche 144 lag der mittlere Anstieg der CD4+-Zellzahl gegenüber dem Wert zu Studienbeginn bei 321 Zellen/mm3 bei mit Stribild behandelten Patienten und 300 Zellen/mm3 bei mit EFV/FTC/TDF behandelten Patienten. In der Studie GS-US-236-0103 lag der mittlere Anstieg der CD4+-Zellzahl in Woche 48 gegenüber dem Wert zu Studienbeginn bei 207 Zellen/mm3 bei mit Stribild behandelten Patienten und bei 211 Zellen/mm3 bei mit ATV/r + FTC/TDF behandelten Patienten. In Woche 144 lag der mittlere Anstieg der CD4+-Zellzahl gegenüber dem Wert zu Studienbeginn bei 280 Zellen/mm3 bei mit Stribild behandelten Patienten und 293 Zellen/mm3 bei mit ATV/r+FTC/TDF behandelten Patienten.
PharmakokinetikAbsorption
Nach oraler Verabreichung von Stribild zusammen mit einer Mahlzeit wurden bei HIV-1infizierten Patienten die maximalen Plasmakonzentrationen von Elvitegravir 4 Stunden nach Einnahme gemessen, von Cobicistat nach 3 Stunden, von Emtricitabin nach 3 Stunden und von Tenofovir, nach rascher Umwandlung von Tenofovirdisoproxilfumarat, nach 2 Stunden. Die mittleren Werte von Cmax, AUCtau und Ctrough (Mittelwert ± SD) im Steadystate nach wiederholter Gabe von Stribild bei HIV-1infizierten Patienten lagen für Elvitegravir bei 1,7 ± 0,39 µg/ml, 23 ± 7,5 µg•h/ml bzw. 0,45 ± 0,26 µg/ml, was einen Inhibitionsquotienten von ca. 10 (Verhältnis Ctrough zum IC95-Wert des Wildtyps-HIV-1-Virus, korrigiert entsprechend der Proteinbindung) ergibt. Entsprechende mittlere Werte von Cmax, AUCtau und Ctrough (Mittelwert ± SD) im Steadystate lagen für Cobicistat bei 1,1 ± 0,40 µg/ml, 8,3 ± 3,8 µg•h/ml bzw. 0,05 ± 0,13 µg/ml, für Emtricitabin bei 1,9 ± 0,5 µg/ml, 13 ± 4,5 µg•h/ml bzw. 0,14 ± 0,25 µg/ml und für Tenofovir bei 0,45 ± 0,16 µg/ml, 4,4 ± 2,2 µg•h/ml bzw. 0,1 ± 0,08 µg/ml.
Im Vergleich zur Einnahme im Nüchternzustand führte die Verabreichung von Stribild zusammen mit einer leichten Mahlzeit (ca. 373 kcal, 20% Fett) bzw. einer fettreichen Mahlzeit (ca. 800 kcal, 50% Fett) zu einer erhöhten Elvitegravir- und Tenofovir-Exposition. Bei Elvitegravir führte eine leichte Mahlzeit zu einer Erhöhung der Cmax- und AUC-Werte um 22% bzw. 36%, während eine fettreiche Mahlzeit zu einer Erhöhung der Cmax- und AUC-Werte um 56% bzw. 91% führte. Die Cmax- und AUC-Werte von Tenofovir erhöhten sich bei einer leichten Mahlzeit um 20% bzw. 25%, während bei einer fettreichen Mahlzeit der Cmax-Wert unverändert blieb und sich der AUC-Wert um 25% erhöhte. Die Cobicistat-Exposition blieb bei einer leichten Mahlzeit unverändert, und obwohl es bei einer fettreichen Mahlzeit zu einer geringen Abnahme der Cmax- und AUC-Werte um 24% bzw. 18% kam, wurde kein Unterschied in der pharmakologischen Wirkungssteigerung von Elvitegravir beobachtet. Die Emtricitabin-Exposition blieb durch leichte oder fettreiche Mahlzeiten unverändert.
Distribution
Elvitegravir bindet zu 98-99% an humane Plasmaproteine, wobei die Bindung im Bereich von 1 ng/ml bis 1600 ng/ml unabhängig von der Arzneimittelkonzentration ist. Das mittlere Verhältnis von Plasma- zu Blutkonzentration des Arzneimittels lag bei 1,37. Cobicistat bindet zu 97-98% an humane Plasmaproteine und das mittlere Verhältnis von Plasma- zu Blutkonzentration des Arzneimittels lag bei 2.
Nach intravenöser Verabreichung betrug das Verteilungsvolumen von Emtricitabin bzw. Tenofovir ungefähr 1,4 l/kg bzw. 800 ml/kg. Nach oraler Gabe von Emtricitabin oder Tenofovirdisoproxilfumarat werden Emtricitabin und Tenofovir breit im gesamten Körper verteilt. Die Invitro-Bindung von Emtricitabin an humane Plasmaproteine lag bei weniger als 4% und war im Bereich von 0,02 bis 200 µg/ml konzentrationsunabhängig. Beim Erreichen der maximalen Plasmakonzentration lag das mittlere Verhältnis Plasma- zu Blutkonzentration des Arzneimittels bei ca. 1,0 und das mittlere Verhältnis Sperma- zu Plasmakonzentration des Arzneimittels bei ca. 4,0. Die Invitro-Bindung von Tenofovir an humanes Plasma- oder Serumprotein betrug in einem Konzentrationsbereich zwischen 0,01 und 25 µg/ml weniger als 0,7% (Plasmaproteine) bzw. 7,2% (Serumproteine).
Metabolismus
In Abwesenheit eines pharmakokinetischen Boosters (wie Cobicistat) unterliegt Elvitegravir primär dem oxidativen Metabolismus durch CYP3A und wird sekundär durch UGT1A1 und UGT1A3-Enzyme glukuronidiert. Nach oraler Verabreichung von geboostetem [14C]Elvitegravir lag überwiegend Elvitegravir im Plasma vor und entsprach ca. 94% der zirkulierenden Radioaktivität. Durch aromatische und aliphatische Hydroxylierung oder Glukuronidierung entstandene Metaboliten sind in nur sehr geringen Konzentrationen vertreten, weisen eine deutlich geringere anti-HIV-Aktivität auf und tragen nicht zur allgemeinen antiviralen Aktivität von Elvitegravir bei.
Cobicistat wird über Oxidation durch CYP3A (wichtigster Katalysator) und CYP2D6 (weniger wichtiger Katalysator) metabolisiert und nicht glukuronidiert. Nach oraler Verabreichung von [14C]Cobicistat waren 99% der im Plasma zirkulierenden Radioaktivität auf unverändertes Cobicistat zurückzuführen.
In-vitro-Studien deuten darauf hin, dass Emtricitabin kein Inhibitor von humanen CYP-Enzymen ist. Nach Verabreichung von [14C]Emtricitabin wurde die Emtricitabin-Dosis vollständig mit dem Urin (ca. 86%) und den Fäzes (ca. 14%) ausgeschieden. Von der im Urin wiedergefundenen Substanz lagen 13% der Dosis in Form von drei vermeintlichen Metaboliten vor. Die Biotransformation von Emtricitabin umfasst die Oxidation des Thiol-Anteils zu 3'-Sulfoxid-Diastereomeren (ca. 9% der Dosis) sowie die Konjugation mit Glukuronsäure zum 2'-O-Glukuronid (ca. 4% der Dosis). Es wurden keine anderen Metaboliten identifiziert.
Invitro-Untersuchungen haben gezeigt, dass weder Tenofovirdisoproxilfumarat noch Tenofovir Substrate für CYP-Enzyme sind. Darüber hinaus hemmte Tenofovir in vitro auch bei Konzentrationen, die wesentlich höher (ca. 300-fach) waren als die Invivo-Konzentrationen, keinen Arzneimittel-Metabolismus durch eine der wichtigen humanen CYP-Isoformen, die an der Arzneimittel-Biotransformation beteiligt sind (CYP3A4, CYP2D6, CYP2C9, CYP2E1 oder CYP1A1/2). Tenofovirdisoproxilfumarat hatte keine Wirkung auf eine der CYP-Isoformen, mit Ausnahme von CYP1A1/2, bei der eine geringfügige (6%) aber statistisch signifikante Reduzierung des CYP1A1/2-Substrat-Metabolismus zu beobachten war.
Elimination
Nach oraler Verabreichung von [14C]Elvitegravir/Ritonavir lagen 94,8% der Elvitegravir-Dosis in den Fäzes vor, was mit der hepatobiliären Elimination übereinstimmt. 6,7% der verabreichten Dosis lagen im Urin vor. Die mediane terminale Plasmahalbwertzeit von Elvitegravir nach Verabreichung von Stribild liegt bei ungefähr 12,9 Stunden.
Nach oraler Verabreichung von [14C]Cobicistat lagen 86% der Cobicistat-Dosis in den Fäzes und 8,2% im Urin vor. Die mediane terminale Plasmahalbwertzeit von Cobicistat nach Verabreichung von Stribild liegt bei ungefähr 3,5 Stunden und die damit assoziierte Cobicistat-Exposition führt, aufgrund der anhaltenden Reduktion der CYP3A-Enzymaktivität durch mechanismusbasierte Hemmung, zu einem Elvitegravir Ctrough-Wert, welcher ungefähr 10mal grösser ist als der, entsprechend der Proteinbindung korrigierte, IC95-Wert des Wildtyps-HIV-1-Virus.
Emtricitabin wird primär über die Nieren eliminiert, wobei die Dosis vollständig mit dem Urin (ca. 86%) und den Fäzes (ca. 14%) ausgeschieden wird. Die systemische Clearance von Emtricitabin betrug im Durchschnitt 307 ml/min. Nach oraler Verabreichung liegt die Eliminations-Halbwertzeit von Emtricitabin bei ca. 10 Stunden.
Tenofovir wird primär über die Nieren eliminiert, sowohl durch Filtration als auch durch ein aktives tubuläres Transportsystem (human organic anion transporter 1 [hOAT 1] und multidrug resistanceassociated protein 4 [MRP4]), wobei nach intravenöser Verabreichung etwa 70-80% der Dosis unverändert über den Urin ausgeschieden werden. Die scheinbare Clearance von Tenofovir betrug im Durchschnitt etwa 307 ml/min. Die renale Clearance wurde auf ungefähr 210 ml/min geschätzt, was die glomeruläre Filtrationsrate übersteigt. Dies deutet darauf hin, dass die aktive tubuläre Sekretion bei der Ausscheidung von Tenofovir eine wichtige Rolle spielt. Nach oraler Gabe liegt die Eliminations-Halbwertzeit von Tenofovir bei etwa 12 bis 18 Stunden.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Alter, Geschlecht und ethnische Zugehörigkeit
Die Pharmakokinetik von Elvitegravir oder Cobicistat wurde bei pädiatrischen Probanden nicht vollständig untersucht. Im Allgemeinen sind die Pharmakokinetik von Elvitegravir bei pädiatrischen Patienten (im Alter von 12 bis <18 Jahren) und die Pharmakokinetik von Emtricitabin bei Kindern (im Alter von 4 Monaten bis 18 Jahren) mit der von Erwachsenen vergleichbar. Die Tenofovir-Exposition, die bei 8 pädiatrischen Patienten (im Alter von 12 bis <18 Jahren) nach täglicher Einnahme von 300 mg Tenofovirdisoproxilfumarat (Tablette) erreicht wurde, ähnelte der, die bei Erwachsenen nach täglicher Einnahme von 300 mg erreicht wurde (siehe "Dosierung/Anwendung" ).
Die Pharmakokinetik von Elvitegravir, Cobicistat, Emtricitabin und Tenofovir wurde bei älteren Patienten (über 65 Jahren) nicht vollständig untersucht (siehe "Dosierung/Anwendung" ).
Es wurden keine klinisch relevanten pharmakokinetischen Unterschiede aufgrund des Geschlechts oder der ethnischen Zugehörigkeit für Cobicistat-geboostetes Elvitegravir, Cobicistat, Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat identifiziert.
Leberfunktionsstörungen
Sowohl Elvitegravir als auch Cobicistat werden primär durch die Leber metabolisiert und eliminiert. Eine Studie zur Pharmakokinetik von mit Cobicistat-geboostetem Elvitegravir wurde an nicht-HIV-1infizierten Patienten mit einer mittelschweren Leberfunktionsstörung durchgeführt. In der Pharmakokinetik von Elvitegravir oder Cobicistat wurden keine klinisch relevanten Unterschiede zwischen Patienten mit einer mittelschweren Leberfunktionsstörung und gesunden Probanden festgestellt. Eine Dosisanpassung von Elvitegravir oder Cobicistat ist bei Patienten mit einer leichten bis mittelschweren Leberfunktionsstörung nicht erforderlich. Die Auswirkung einer schweren Leberfunktionsstörung auf die Pharmakokinetik von Elvitegravir oder Cobicistat wurde nicht untersucht. Die Pharmakokinetik von Emtricitabin wurde bei Patienten mit einer Leberfunktionsstörung nicht untersucht; allerdings wird Emtricitabin nicht signifikant durch Leberenzyme metabolisiert, so dass die Auswirkung einer Leberfunktionsstörung gering sein sollte. Klinisch relevante Änderungen der Pharmakokinetik von Tenofovir bei Patienten mit einer Leberfunktionsstörung wurden nicht beobachtet. Daher ist bei Patienten mit einer Leberfunktionsstörung keine Dosisanpassung von Tenofovirdisoproxilfumarat erforderlich.
Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-Koinfektion
Die Pharmakokinetik von Emtricitabin und Tenofovirdisoproxilfumarat wurde bei Patienten mit einer Koinfektion mit Hepatitis B und/oder C nicht vollständig untersucht. Limitierte Daten aus populationspharmakokinetischen Analysen (n = 24) deuten darauf hin, dass eine Koinfektion mit Hepatitis B und/oder C keine klinisch relevanten Auswirkungen auf die Exposition von geboostetem Elvitegravir hat.
Nierenfunktionsstörungen
Eine Studie zur Pharmakokinetik von mit Cobicistat-geboostetem Elvitegravir wurde an nicht-HIV-1infizierten Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung durchgeführt (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min). In der Pharmakokinetik von Elvitegravir oder Cobicistat wurden keine klinisch relevanten Unterschiede zwischen Patienten mit einer schweren Nierenfunktionsstörung und gesunden Probanden festgestellt. Eine Dosisanpassung von Elvitegravir oder Cobicistat ist bei Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung daher nicht erforderlich. Die Pharmakokinetik von Emtricitabin und Tenofovir war bei Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung verändert. Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance unter 50 ml/min oder dialysepflichtigen Patienten mit einer terminalen Niereninsuffizienz waren die Cmax- und AUC-Werte von Emtricitabin und Tenofovir erhöht (siehe "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" ).
Schwangerschaft und postpartale Phase
Die Ergebnisse einer veröffentlichten, prospektiven klinischen Studie (IMPAACT P1026s) zeigen, dass die Behandlung mit Cobicistat- und Elvitegravir-enthaltenen Arzneimitteln während der Schwangerschaft zu geringeren Expositionen von Elvitegravir und Cobicistat führt (Tabelle 5). Der Anteil der virologisch supprimierten Schwangeren betrug im zweiten Schwangerschaftstrimenon 76,5%, im dritten Schwangerschaftstrimenon 92,3% und nach der Entbindung 76%. Es wurde kein Zusammenhang zwischen viraler Suppression und Elvitegravir-Exposition beobachtet.
Tabelle 5: Veränderungen der Pharmakokinetik-Parameter für Elvitegravir und Cobicistat aus der IMPAACT P1026s Studie an Frauen, die Cobicistat- und Elvitegravir-enthaltene Arzneimittel während des zweiten und dritten Trimenons der Schwangerschaft erhielten, im Vergleich zu gepaarten Postpartum-Daten
Vergleich zu gepaart Mittlere prozentuale Mittlere prozentuale
en Postpartum-Daten, Veränderung der Veränderung der
n Pharmakokinetik-Para Pharmakokinetik-Para
meter für Elvitegrav meter für Cobicistat
ira a
AUC24 Cmax C24 AUC24 Cmax C24
2T/PP, n = 14 ↓ 24%b ↓ 8% ↓ 81%b ↓ 44%b ↓ 28%b ↓ 60%b
3T/PP, n = 24 ↓ 44%b ↓ 28%b ↓ 89%b ↓ 59%b ↓ 38%b ↓ 76%b
2T = zweites Trimester; 3T = drittes Trimester; PP = Postpartum
a gepaarte Vergleiche
b p <0.10 im Vergleich zu nach der Entbindung
Präklinische DatenBei Elvitegravir fiel ein bakterieller Invitro-Mutationstest (Ames-Test) und ein an Ratten durchgeführter Invivo-Mikronucleus-Test mit Dosen von bis zu 2000 mg/kg negativ aus. Ein Invitro-Test zur Chromosomenaberration fiel bei Elvitegravir nach metabolischer Aktivierung negativ aus; bei fehlender metabolischer Aktivierung wurde allerdings eine zweideutige Antwort beobachtet.
Elvitegravir zeigte in Langzeit-Kanzerogenitätsstudien an Ratten und Mäusen bei oraler Anwendung kein kanzerogenes Potenzial. In der Schilddrüse von Ratten wurden nach einer Cobicistat-Behandlung Adenome und Karzinome, und in der Leber zentrilobuläre Hypertrophien beobachtet. Der Effekt ist möglicherweise ratten-spezifisch.
Cobicistat zeigte in konventionellen Genotoxizitätstests weder ein mutagenes noch ein klastogenes Potenzial.
Eine verkürzte Aktionspotenzials-Dauer und negative inotropische Effekte wurden in Ex-vivo-Studien mit Cobicistat und isoliertem Herzgewebe aus Kaninchen ohne Sicherheitsabstände zu klinischen Expositionen beobachtet. Invivo-Studien an Hunden lassen vermuten, dass Cobicistat ein geringes Potenzial zur QT-Verlängerung besitzt und bei Konzentrationen, die mindestens 11fach höher liegen als bei der beim Menschen empfohlenen Tagesdosis von 150 mg (siehe „Eigenschaften/Wirkungen“, Auswirkungen auf das Elektrokardiogramm), das PR-Intervall geringfügig verlängern und die linksventrikuläre Funktion leicht einschränken kann.
Cobicistat hatte in der Ratte hämatologische Veränderungen zur Folge (tiefere Hämoglobin-, rote Blutkörperchen-, Hämatokrit-, und höhere Thrombozyten-Werte) bei Konzentrationen, die keinen Sicherheitsabstand zu den erwarteten Expositionen beim Menschen ergaben.
Bei Ratten waren bei 125 mg/kg/Tag Cobicistat erhöhte fötale Verluste nach der Einnistung und verringertes Fötalgewicht zu beobachten, assoziiert mit signifikant verringertem Körpergewicht des Muttertiers.
Emtricitabin zeigte in konventionellen Genotoxizitätstests weder ein mutagenes noch ein klastogenes Potenzial. Emtricitabin zeigte in Langzeit-Kanzerogenitätsstudien an Ratten und Mäusen kein kanzerogenes Potenzial.
Präklinische Untersuchungen zu Tenofovirdisoproxilfumarat über oder im humantherapeutischen Bereich, an Ratten, Hunden und Affen zeigten eine Toxizität bezüglich der Knochen und der Niere und eine Abnahme der Serumphosphat-Konzentration. Knochentoxizität wurde in Form von Osteomalazie (Affen) und verringerter Knochenmineraldichte (Ratten und Hunde) diagnostiziert. Tenofovirdisoproxilfumarat war mutagen im Invitro-Maus-Lymphom-Test, während der bakterielle Mutationstest (Ames-Test) negative Ergebnisse zeigte. Bei Tenofovirdisoproxilfumarat war ein an männlichen Mäusen durchgeführter Invivo-Mikronucleus-Test bei Dosen von bis zu 2000 mg/kg negativ. Tenofovirdisoproxilfumarat zeigte im Rahmen einer Langzeit-Kanzerogenitätsstudie an Ratten bei oraler Anwendung kein kanzerogenes Potenzial. Eine Langzeit-Kanzerogenitätsstudie an Mäusen ergab bei oraler Anwendung eine geringe Inzidenz von Duodenal-Karzinomen, die wahrscheinlich mit der hohen lokalen Konzentration im Gastrointestinaltrakt aufgrund der hohen Dosierung von 600 mg/kg/Tag zusammenhängt. Zwar ist der Entstehungsmechanismus der Tumore unklar, doch ist es unwahrscheinlich, dass diese Studienergebnisse für die Anwendung beim Menschen relevant sind.
In einer peri-/postnatalen Studie mit Tenofovirdisoproxilfumarat waren in maternal-toxischen Dosierungen die Lebensfähigkeit und das Gewicht der Jungtiere verringert.
Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf schädliche Wirkungen von Elvitegravir, Cobicistat, Emtricitabin oder Tenofovirdisoproxilfumarat in Bezug auf die Fertilität.
Sonstige HinweiseInkompatibilitäten
Nicht zutreffend.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Nicht über 30°C lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
Die Flasche fest verschlossen halten.
Die Flasche ist mit einem kindergesicherten Verschluss versehen und enthält ein Silicagel-Trocknungsmittel.
Zulassungsnummer62673 (Swissmedic)
PackungenStribild, Filmtabletten: 30 [A]
ZulassungsinhaberinGilead Sciences Switzerland Sàrl, Zug
Stand der InformationJuli 2024
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