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Fachinformation zu Dexilant®:Takeda Pharma AG
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PackungenReg.InhaberStand d. Info. 

Zusammensetzung

Wirkstoff: Dexlansoprazol.
Hilfsstoffe: Color: Indigotinum (E 132); excip. pro capsula.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Kapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung zu 30 mg oder 60 mg Dexlansoprazol.
Kapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung zu 30 mg sind opak, blau und grau. Aufdruck auf Kapsel mit veränderter Wirkstofffreisetzung: «TAP» und «30».
Kapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung zu 60 mg sind opak, blau. Aufdruck auf Kapsel mit veränderter Wirkstofffreisetzung: «TAP» und «60».

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Dexilant ist indiziert bei Erwachsenen und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren:
·Für die Heilung der erosiven Ösophagitis.
·Zur Erhaltungstherapie der abgeheilten erosiven Ösophagitis und Linderung bei Magenbrennen.

Dosierung/Anwendung

Dosierung bei Erwachsenen
Heilung der erosiven Ösophagitis
Die empfohlene Dosis beträgt 60 mg einmal täglich über 4 Wochen. Bei Patienten, die innerhalb dieses Zeitraums nicht vollständig geheilt sind, kann die Behandlung mit der gleichen Dosis für weitere 4 Wochen fortgesetzt werden.
Erhaltungstherapie der abgeheilten erosiven Ösophagitis und Linderung bei Magenbrennen
Die empfohlene Dosis bei Erwachsenen, die eine verlängerte Unterdrückung der Säurebildung benötigen, beträgt 30 mg einmal täglich für bis zu 6 Monate.
Dosierung bei Kindern und Jugendlichen
Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren:
Heilung der erosiven Ösophagitis
Die empfohlene Dosis beträgt 60 mg einmal täglich über 4 Wochen. Bei Patienten, die innerhalb dieses Zeitraums nicht vollständig geheilt sind, kann die Behandlung mit der gleichen Dosis für weitere 4 Wochen fortgesetzt werden.
Erhaltungstherapie der abgeheilten erosiven Ösophagitis und Linderung bei Magenbrennen
Die empfohlene Dosis bei Jugendlichen, die eine verlängerte Unterdrückung der Säurebildung benötigen, beträgt 30 mg einmal täglich für bis zu 4 Monate.
Kinder unter 12 Jahren:
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Dexilant wurde bei Kindern unter 12 Jahren nicht untersucht. Es stehen keine Daten zur Verfügung.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Ältere Patienten
Insgesamt wurden keine Unterschiede hinsichtlich Sicherheit oder Wirksamkeit zwischen älteren und jüngeren Patienten beobachtet, und es gab keine klinisch relevanten Unterschiede bezüglich der Dexlansoprazol Plasmakonzentrationen. Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung notwendig (siehe Rubrik «Pharmakokinetik»).
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung notwendig (siehe Rubrik «Pharmakokinetik»).
Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
Bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung notwendig. Eine tägliche Maximaldosis von 30 mg sollte bei Patienten mit moderater Leberfunktionsstörung eingesetzt werden. Es wurden keine Studien bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung durchgeführt (siehe Rubriken «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Pharmakokinetik»).
Art der Anwendung
Zur oralen Anwendung.
Die Kapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung sollten ganz und mit Flüssigkeit geschluckt werden. Sie können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden (siehe Rubrik «Pharmakokinetik»).
Die Kapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung können zur Verabreichung auch geöffnet und das Granulat mit einem Esslöffel Apfelmus vermengt werden. Nach Zubereitung der Mischung sollte das Arzneimittel umgehend verabreicht werden.
Das Granulat sollte nicht gekaut werden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Maligne gastrische Erkrankungen
Bei der Verwendung von Dexilant sollte ein möglicher maligner Magentumor ausgeschlossen werden, da Dexlansoprazol die Symptome verdecken und die Diagnose verzögern kann. Ebenso sollten maligne Erkrankungen des Ösophagus vor Behandlung einer Refluxösophagitis ausgeschlossen werden.
Leberfunktionsstörung
Dexlansoprazol sollte bei Patienten mit moderater und schwerer Leberfunktionsstörung mit Vorsicht verwendet werden (siehe Rubriken «Dosierung/Anwendung» und «Pharmakokinetik»).
Gastrointestinale Infektionen
Eine verminderte Menge an Magensäure unabhängig von der Ursache, auch aufgrund von Protonenpumpen-Inhibitoren (PPIs) wie Dexlansoprazol, steigert im Magen die Keimzahl der normalerweise im Magen-Darm-Trakt vorhandenen Bakterien. Eine Behandlung mit PPIs kann zu einem leicht erhöhten Risiko für gastrointestinale Infektionen wie Salmonellen, Campylobacter und Clostridium difficile führen.
Langzeitbehandlung
Aufgrund eingeschränkter Sicherheitsdaten für Patienten mit einer Behandlungsdauer von mehr als einem Jahr sollte bei diesen Patienten eine regelmässige Überprüfung der Behandlung und eine sorgfältige Risiko-Nutzen-Analyse durchgeführt werden.
Hypomagnesiämie
Bei Patienten, die mit PPI's (Protonenpumpenhemmern), wie Dexlansoprazol, für mindestens 3 Monate in den meisten Fällen aber für 1 Jahr behandelt wurden, gab es Berichte von schwerer Hypomagnesiämie. Schwere Erscheinungsformen einer Hypomagnesiämie wie Müdigkeit, Tetanie, Delirium, Krämpfe, Schwindel und ventrikulärer Arrythmie können auftreten. Sie können schleichend beginnen und übersehen werden. Bei den meisten der betroffenen Patienten besserte sich die Hypomagnesiämie nach Zufuhr von Magnesium und Abbruch der Behandlung mit einem PPI.
Bei Patienten mit voraussichtlicher längerer Behandlungsdauer oder bei Patienten, die PPIs gleichzeitig mit Arzneimitteln wie Digoxin oder Arzneimitteln, die Hypomagnesiämie verursachen können (z.B. Diuretika), einnehmen, sollte eine Überwachung der Magnesiumspiegel vor sowie regelmässig nach Behandlungsbeginn mit PPIs in Erwägung gezogen werden (siehe Rubrik «Dosierung/Anwendung»).
Knochenfrakturen
Protonenpumpenhemmer können, besonders wenn sie in hohen Dosen und über einen langen Zeitraum (>1 Jahr) angewendet werden, das Risiko für Hüft-, Handgelenk- und Wirbelsäulenfrakturen, überwiegend bei älteren Personen oder bei Personen mit anderen bekannten Risikofaktoren, leicht erhöhen. Beobachtungsstudien weisen darauf hin, dass Protonenpumpenhemmer das allgemeine Risiko für Frakturen um 10-40% erhöhen können. Ein Teil dieses Anstiegs kann durch andere Risikofaktoren verursacht werden. Patienten mit Osteoporoserisiko sollen gemäss den aktuellen klinischen Richtlinien behandelt werden und ausreichend mit Calcium und Vitamin D versorgt werden.
Vitamin B12-Absorption
Die tägliche Behandlung mit säureunterdrückenden Arzneimitteln über einen längeren Zeitraum (mehrere Jahre) kann durch Hypo- oder Achlorhydrie eine Malabsorption von Cyanocobalamin (Vitamin B12) verursachen. Ein Cyanocobalamin-Mangel sollte in Betracht gezogen werden bei Patienten mit pathologischen Hypersekretionserkrankungen, die eine langfristige Behandlung erfordern, bei Personen mit vermindertem Körperspeicher oder mit Risikofaktoren für eine reduzierte Vitamin-B12-Resorption (wie ältere Menschen) während einer Langzeittherapie oder wenn relevante klinische Symptome beobachtet werden.
Methotrexat
Wenn Protonenpumpenhemmer zusammen mit Methotrexat verabreichert werden, wurde bei gewissen Patienten über eine Erhöhung der Methotrexat-Spiegel berichtet. Bei hohen Dosen von Methotrexat kann ein vorübergehender Unterbruch der Dexlansoprazolgabe in Betracht gezogen werden.
Einfluss auf labortechnische Untersuchungen
Während der Behandlung mit säurehemmenden Arzneimitteln steigt das Serumgastrin als Reaktion auf die verminderte Säuresekretion an. Ebenso steigt das Chromogranin A (CgA) als Reaktion auf die verminderte Säuresekretion an. Der erhöhte CgA-Spiegel kann mit Untersuchungen bei neuroendokrinen Tumoren interferieren. In der Literatur wird erwähnt, dass eine Behandlung mit einem PPI 5 bis 14 Tage vor der CgA-Bestimmung, die im Rahmen einer Abklärung oder einer Verlaufskontrolle bei neuroendokrinen Tumoren durchgeführt wird, unterbrochen werden sollte, da sich die iatrogen erhöhten CgA-Spiegel innerhalb von 5 bis 14 Tagen – selten auch länger – normalisieren. Die Bestimmung sollte wiederholt werden, wenn die CgA-Spiegel nach diesem Intervall noch zu hoch sind.
Subakuter kutaner Lupus Erythematodes (SCLE)
Protonenpumpenhemmer sind in sehr seltenen Fällen mit dem Auftreten eines subakuten kutanen Lupus Erythematodes (SCLE) assoziiert. Falls Läsionen, insbesondere an den der Sonne ausgesetzten Hautbereichen, auftreten, und falls dies von einer Arthralgie begleitet ist, sollte der Patient umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen und das medizinische Fachpersonal sollte erwägen, Dexilant abzusetzen. SCLE nach vorheriger Behandlung mit einem Protonenpumpenhemmer kann das Risiko eines SCLE unter der Einnahme anderer Protonenpumpen-Inhibitoren erhöhen.
Zuckerintoleranz
Da Dexilant Saccharose enthält, sollten Patienten mit seltenen erblichen Problemen von Fructoseintoleranz, Glucose-Galaktose-Malabsorption oder Sucrase-Isomaltase-Insuffizienz dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Interaktionen

Studien zu Arzneimittelwechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
Wirkung anderer Arzneimittel auf Dexlansoprazol
Es wurde eine Beteiligung von CYP2C19 und CYP3A4 am Metabolismus von Dexlansoprazol aufgezeigt.
Arzneimittel, die CYP2C19 hemmen
Hemmer von CYP2C19 (wie Fluvoxamin) würden die systemische Verfügbarkeit von Dexlansoprazol voraussichtlich erhöhen, daher sollte eine Dosisreduktion von Dexlansoprazol erwogen werden.
Arzneimittel, die CYP2C19 und CYP3A4 induzieren
Enzyminduktoren wie Rifampicin und Johanniskraut (Hypericum perforatum), die CYP2C19 und CYP3A4 beeinflussen, können die Plasmakonzentration von Dexlansoprazol verringern.
Weitere
Sucralfat/Antazida
Sucralfat/Antazida können die Bioverfügbarkeit von Dexlansoprazol verringern. Daher sollte Dexlansoprazol mindestens 1 Stunde nach Einnahme dieser Arzneimittel eingenommen werden.
Wirkung von Dexlansoprazol auf andere Arzneimittel
Arzneimittel mit pH-abhängiger Resorption
Dexlansoprazol kann die Resorption von Arzneimitteln, bei denen der gastrische pH-Wert von wesentlicher Bedeutung für die Bioverfügbarkeit ist, beeinflussen.
HIV-Protease Inhibitoren
Die gleichzeitige Einnahme von Dexlansoprazol und HIV-Proteasehemmern, deren Resorption von einem niedrigen pH-Wert im Magen abhängt, wie Atazanavir und Nelfinavir, wird nicht empfohlen, da dies ihre Bioverfügbarkeit deutlich verringert. Eine Studie zeigte, dass eine gleichzeitige Verabreichung von Lansoprazol mit Atazanavir bei gesunden Freiwilligen zu einer erheblichen Verringerung der Atazanavir-Verfügbarkeit führte. Gleiche Wirkungen würde man auch bei Dexlansoprazol erwarten.
Ketoconazol und Itraconazol
Die Resorption von Ketoconazol und Itraconazol aus dem Magen-Darm-Trakt wird durch das Vorhandensein von Magensäure gesteigert. Die Verabreichung von Dexlansoprazol kann zu subtherapeutischen Konzentrationen von Ketoconazol und Itraconazol führen und eine Kombination sollte vermieden werden.
Digoxin
Die gleichzeitige Verabreichung von Dexlansoprazol und Digoxin kann zu erhöhten Digoxin-Plasmaspiegeln führen. Die Digoxin-Plasmaspiegel sollten daher zu Beginn und bei Beendigung der Dexlansoprazol-Behandlung überwacht und die Digoxin-Dosis, falls erforderlich, angepasst werden.
Arzneimittel, die durch P450 Enzyme metabolisiert werden
In-vitro-Studien zeigten, dass Dexilant die CYP Isoforme 1A1, 1A2, 2A6, 2B6, 2C8, 2C9, 2D6, 2E1 oder 3A4 wahrscheinlich nicht hemmt. Daher werden keine klinisch relevanten Arzneimittelwechselwirkungen mit Arzneimitteln, die durch diese CYP Enzyme metabolisiert werden, erwartet. Zusätzlich zeigten in-vivo-Studien, dass Dexilant keine Auswirkung auf die Pharmakokinetik von gleichzeitig verabreichten Einzeldosen von Phenytoin (CYP2C9 Substrat) oder Theophyllin (CYP1A2 Substrat) hatte. Die CYP1A2 Genotypen der Probanden wurden bei der Arzneimittel-Wechselwirkungsstudie mit Theophyllin nicht bestimmt. Obwohl in-vitro-Studien aufzeigten, dass Dexilant das Potenzial hat, CYP2C19 zu hemmen, zeigte eine in-vivo-Arzneimittel-Wechselwirkungsstudie bei hauptsächlich CYP2C19 extensiven und intermediären Metabolisierern, dass Dexilant die Pharmakokinetik von Diazepam (CYP2C19 Substrat) nicht beeinflusst.
Lansoprazol könnte die Plasmakonzentrationen von Arzneimitteln erhöhen, die über CYP3A4 metabolisiert werden. Vorsicht ist geboten, wenn Dexlansoprazol mit Wirkstoffen kombiniert wird, die über dieses Enzym metabolisiert werden und eine enge therapeutische Breite haben.
Tacrolimus
Die gleichzeitige Verabreichung von Dexlansoprazol kann die Plasmakonzentration von Tacrolimus (ein CYP3A und P-Glycoprotein [P-gp] Substrat) besonders bei Transplantationspatienten, die intermediäre bis schlechte Metabolisierer von CYP2C19 sind, erhöhen. Eine Überwachung der Tacrolimus-Plasmakonzentrationen wird empfohlen, wenn eine gleichzeitige Behandlung mit Dexlansoprazol begonnen oder beendet wird.
Warfarin
In einer Studie zeigte eine gleichzeitige Verabreichung von Dexilant und Warfarin keine signifikanten Unterschiede in der Pharmakokinetik von Warfarin oder der International Normalised Ratio (INR) im Vergleich zur Verabreichung von Warfarin mit Placebo. Trotzdem gab es Berichte über eine erhöhte INR und Prothrombinzeit bei Patienten, die gleichzeitig PPIs und Warfarin erhielten. Bei Patienten, die gleichzeitig mit PPI und Warfarin behandelt werden, könnte deshalb eine Überwachung hinsichtlich Erhöhungen des INR und der Prothrombinzeit angezeigt sein.
Acenocoumarol und Phenprocoumon
Für Acenocoumarol und Phenprocoumon stehen keine entsprechenden Daten zur Verfügung. Auch bei diesen Substanzen sollte beim Beginn oder beim Absetzen der Behandlung der INR kontrolliert werden.
Clopidogrel
Eine Studie hat gezeigt, dass die gleichzeitige Verabreichung von Dexlansoprazol (60 mg einmal täglich) und Clopidogrel (75 mg) bei gesunden Probanden in einer Abnahme der Exposition gegenüber dem aktiven Metabolit von Clopidrogel (ca. 9% Abnahme in der AUC und 27% Abnahme der Cmax) resultierte. Die gleichzeitige Verabreichung von Dexlansoprazol hat keine klinische Wirkung auf die Pharmakodynamik von Clopidrogel. Bei Verabreichung einer zugelassenen Dosis von Dexilant ist keine Dosisanpassung von Clopidogrel notwendig.
Methotrexat
Fallberichte, publizierte Pharmakokinetik Studien und retrospektive Analysen deuten auf eine Erhöhung und Verlängerung der Serumspiegel von Methotrexat und/oder des Metaboliten Hydroxymethotrexat hin, bei gleichzeitiger Verabreichung von Methotrexat (vorwiegend bei hohen Dosen; man beachte die Arzneimittelfachinformation von Methotrexat) und Protonenpumpenhemmern. Es wurden jedoch keine formalen Wechselwirkungsstudien mit hohen Dosen Methotrexat und Protonenpumpenhemmern durchgeführt.
Arzneimittel, die durch P-Glycoprotein transportiert werden
Es wurde beobachtet, dass Lansoprazol den Proteintransport, P-gp in-vitro, hemmt. Ähnliche Wirkungen könnten mit Dexlansoprazol erwartet werden. Die diesbezügliche klinische Relevanz ist unbekannt.
Weitere
Es wurden keine klinisch signifikanten Arzneimittelwechselwirkungen von Dexlansoprazol mit nichtsteroidalen Antiphlogistika gezeigt, obwohl keine formellen Arzneimittelwechselwirkungsstudien durchgeführt wurden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft
Es sind keine oder begrenzte Daten zur Verwendung von Dexlansoprazol bei schwangeren Frauen vorhanden. Tierstudien zeigten eine schädigende Wirkung hinsichtlich reproduktiver Toxizität (siehe Rubrik «Präklinische Daten»). Als Vorsichtsmassnahme soll Dexilant während der Schwangerschaft nicht angewendet werden.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Dexlansoprazol in die menschliche Muttermilch übergeht. Tierstudien zeigten eine Sekretion von Lansoprazol in die Milch.Ein Risiko für das Neugeborene/Kleinkind kann nicht ausgeschlossen werden. Daher ist auf das Stillen zu verzichten oder die Behandlung mit Dexilant zu unterbrechen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Aufgrund der möglichen unerwünschten Wirkungen (z.B. Kopfschmerzen, Sehstörungen und Vertigo) kann Dexilant die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.

Unerwünschte Wirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils
Erwachsene:
In klinischen Studien wurde Dexilant in Dosen von 30, 60, oder 90 mg bezüglich Sicherheit bei Patienten, die bis zu 1 Jahr behandelt wurden, evaluiert. In diesen klinischen Studien waren unerwünschte Wirkungen in Zusammenhang mit einer Behandlung mit Dexilant meist leicht oder moderat und die allgemeine Inzidenz war mit der unter Placebo und Lansoprazol vergleichbar. Die am häufigsten berichteten unerwünschten Arzneimittelwirkungen waren Diarrhoe, abdominale Schmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, abdominales Unbehagen, Flatulenz und Obstipation. Die Inzidenz dieser unerwünschten Wirkungen wurde durch Geschlecht oder Alter nicht beeinflusst.
Auflistung der unerwünschten Wirkungen
Die unerwünschten Wirkungen, die in klinischen Studien und nach dem Inverkehrbringen für Dexilant (30 mg, 60 mg oder 90 mg) berichtet wurden, sind nachstehend als MedDRA bevorzugter Terminus nach Systemorganklasse und absoluter Häufigkeit aufgelistet.
Die Häufigkeiten sind definiert als: sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100 bis <1/10); gelegentlich (≥1/1'000 bis <1/100); selten (≥1/10'000 bis <1/1'000); sehr selten (<1/10'000); unbekannt (kann aus den verfügbaren Daten nicht geschätzt werden). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppierung sind die unerwünschten Wirkungen nach abnehmender Schwere aufgeführt.
Blut- und Lymphsystem
Unbekannt: Autoimmune hämolytische Anämie1,2, idiopathische thrombozytopenische Purpura2.
Immunsystem
Unbekannt: Anaphylaktische Reaktion2, Überempfindlichkeit1,2, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse2, anaphylaktischer Schock2.
Stoffwechsel und Ernährungsstörungen
Unbekannt: Hypomagnesiämie2.
Psychiatrische Störungen
Gelegentlich: Schlaflosigkeit, Depression.
Selten: Akustische Halluzinationen.
Nervensystem
Häufig: Kopfschmerzen.
Gelegentlich: Benommenheit, veränderter Geschmackssinn.
Selten: Konvulsionen, Parästhesien.
Augen
Selten: Sehstörungen.
Unbekannt: Verschwommensehen2.
Ohr und Innenohr
Selten: Vertigo.
Unbekannt: Taubheit2.
Gefässe
Gelegentlich: Hypertonie, Hitzewallungen.
Atmungsorgane
Gelegentlich: Husten.
Gastrointestinale Störungen
Häufig: Diarrhoe1, abdominale Schmerzen1, Übelkeit, abdominales Unbehagen, Flatulenz, Obstipation, Drüsenpolypen des Fundus (gutartig).
Gelegentlich: Erbrechen, trockener Mund.
Selten: Candidiasis.
Leber und Galle
Gelegentlich: Leberfunktionstest abnormal.
Unbekannt: Arzneimittelinduzierte Hepatitis2.
Haut
Gelegentlich: Urtikaria, Pruritus, Ausschlag.
Sehr selten: Subakuter kutaner Lupus Erythematodes.
Muskelskelettsystem
Gelegentlich: Frakturen der Hüfte, des Handgelenkes oder der Wirbelsäule.
Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle
Gelegentlich: Asthenie, Appetitveränderungen.
1 siehe Rubrik «Beschreibung ausgewählter unerwünschter Wirkungen».
2 unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die im Zeitraum nach der Zulassung von Dexlansoprazol beobachtet wurden (da diese Wirkungen freiwillig von einer Population mit unsicherer Grösse berichtet werden, kann die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht geschätzt werden)
Beschreibung ausgewählter unerwünschter Wirkungen
Diarrhoe und abdominale Schmerzen
In den klinischen Phase-III-Studien war die am häufigsten berichtete unerwünschte Wirkung Diarrhoe (ausgenommen infektiöse Diarrhoe), wobei die Mehrheit davon nicht schwerwiegend war. Insgesamt brachen wenige Studienteilnehmer (2,4%) vorzeitig aufgrund einer unerwünschten Arzneimittelwirkung während einer Dexlansoprazol-Therapie ab. Die häufigsten (≥0,5%) unerwünschten Wirkungen, die zu einem vorzeitigen Abbruch führten, waren Diarrhoe, gastrointestinale und abdominale Schmerzen.
Das erste Einsetzen von Diarrhoe und abdominalen Schmerzen waren unabhängig von der Expositionsdauer, und die Mehrheit dieser Ereignisse war leicht oder mässig im Schweregrad.
Überempfindlichkeit
Nach dem Inverkehrbringen wurden Fälle von schweren Überempfindlichkeitsreaktionen berichtet. Überempfindlichkeitsreaktionen wurden häufiger bei Frauen berichtet (74%). Der Grossteil der schweren Fälle wurde mit Steroiden und/oder Antihistaminika sowie Absetzen des Arzneimittels bewältigt. Schwere Reaktionen des Stevens-Johnson-Syndroms (SJS) und der toxisch epidermalen Nekrolyse (TEN) wurden bei wenigen Patienten berichtet.
Hämolytische Anämie
Post Marketing gab es wenige Berichte von schwerer hämolytischer Anämie nach etwa vier bis sieben Monaten Behandlung mit Dexlansoprazol 60 mg.
Kinder und Jugendliche
Das Sicherheitsprofil für Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren ist ähnlich zu dem der Erwachsenen. In klinischen Studien mit 166 jugendlichen Patienten waren abdominale Beschwerden die einzige unerwünschte Wirkung, die bei mehr als einem Patienten auftrat. Weitere unerwünschte Wirkungen, die jeweils bei nur einem Patienten auftraten, waren Durchfall, Urtikaria, trockener Mund und Kopfschmerzen.

Überdosierung

Die Auswirkungen einer Dexlansoprazol-Überdosierung beim Menschen sind nicht bekannt (obwohl die akute Toxizität eher niedrig sein dürfte). Folglich können keine Anleitungen für die Behandlung gegeben werden.
Es gab keine Berichte über signifikante Überdosierungen von Dexilant. Mehrfachdosen von Dexilant 120 mg und eine Einzeldosis von Dexilant 300 mg führten nicht zum Tod oder anderen schweren unerwünschten Wirkungen.
Schwere unerwünschte Wirkungen von Hypertonie wurden im Zusammenhang mit zweimal täglichen Dosen von Dexilant 60 mg berichtet. Nicht schwere unerwünschte Wirkungen, die bei zweimal täglichen Dosen von Dexilant 60 mg beobachtet wurden, umfassen Hitzewallungen, Kontusionen, oropharyngeale Schmerzen und Gewichtsverlust.
Im Falle einer vermuteten Überdosierung sollte der Patient überwacht werden. Dexlansoprazol wird durch eine Hämodialyse nicht signifikant eliminiert. Falls nötig wird eine Magenentleerung, Aktivkohle und symptomatische Therapie empfohlen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: A02BC06
Wirkmechanismus/Pharmakodynamik
Dexlansoprazol ist das R-Enantiomer von Lansoprazol. Es ist ein gastrischer PPI. Es hemmt den terminalen Schritt der Magensäureproduktion durch Hemmen der Aktivität der H+/K+ ATPase der Parietalzellen im Magen. Die Hemmung ist dosisabhängig und reversibel, und die Wirkung betrifft sowohl die basale als auch die stimulierte Magensäuresekretion.
Dexlansoprazol wird in den Parietalzellen angereichert und in deren saurem Milieu aktiviert, worauf es mit der Sulfhydryl-Gruppe der H+/K+ATPase reagiert und so die Hemmung der Enzymaktivität verursacht.
Antisekretorische Aktivität
Die antisekretorische Aktivität von Dexilant wurde bei gesunden Probanden, die während 5 Tagen einmal täglich Dexlansoprazol 60 mg oder Lansoprazol 30 mg einnahmen, untersucht. Der durchschnittliche pH-Wert im Magen lag bei 4,55 für Dexilant und bei 4,13 für Lansoprazol. Der durchschnittliche Zeitanteil während eines Tages, in welchem der pH-Wert im Magen über 4 gehalten wurde, betrug 71% (17 Stunden) mit Dexilant und 60% (14 Stunden) mit Lansoprazol.
Serum-Gastrin Wirkung
Die Wirkung von Dexilant auf die Serum-Gastrinkonzentrationen wurde bei Patienten in klinischen Studien von bis zu 12 Monate evaluiert. Die mittleren Nüchtern-Serum-Gastrinkonzentrationen erhöhten sich während der Behandlung mit Dexilant Dosen von 30 mg und 60 mg gegenüber dem Ausgangswert. Bei Patienten, die während mehr als 6 Monaten behandelt wurden, erhöhten sich die mittleren Nüchtern-Serum-Gastrinspiegel während ungefähr der ersten 3 Behandlungsmonate und waren während der verbleibenden Behandlung stabil.
Die mittleren Serum-Gastrinspiegel gingen innerhalb eines Monats nach Therapieabbruch auf Werte vor der Behandlung zurück.
Wirkung auf enterochromaffin-ähnliche Zellen (ECL)
Es gab keine Berichte von ECL-Zellen-Hyperplasie in Magenbiopsieproben von Patienten, die mit Dexilant 30 mg, 60 mg oder 90 mg während bis zu 12 Monaten behandelt wurden.
Wirkung auf die kardiale Repolarisation
Eine Studie wurde durchgeführt, um das Potential von Dexilant für eine Verlängerung des QT/QTc-Intervalls bei gesunden, erwachsenen Probanden zu bewerten. Dexilant-Dosen von 90 mg oder 300 mg verzögerten die kardiale Repolarisation verglichen mit Placebo nicht. Die positive Kontrolle (Moxifloxacin) bewirkte verglichen mit Placebo im Mittel statistisch signifikant grössere maximale und zeitlich gemittelte QT/QTc-Intervalle.
Klinische Wirksamkeit
Heilung der erosiven Ösophagitis
Zwei multizentrische, doppelblinde, aktiv-kontrollierte, randomisierte, 8-wöchige Studien wurden bei Patienten mit endoskopisch bestätigter erosiver Ösophagitis durchgeführt. Der Schweregrad der Erkrankung vor der Behandlung gemäss Los Angeles Klassifikation war bei 71% der Patienten Grad A und B (leicht) und bei 29% der Patienten Grad C und D (moderat bis schwer). Die Patienten wurden zu einer der drei folgenden Behandlungsgruppen randomisiert: Dexilant 60 mg täglich, Dexilant 90 mg täglich oder Lansoprazol 30 mg täglich. Patienten, die H. pylori-positiv waren oder Barrett-Ösophagus hatten und/oder bestimmte dysplastische Veränderungen bei Studienbeginn zeigten, wurden von den Studien ausgeschlossen. Insgesamt waren 4092 Patienten im Alter zwischen 18 und 90 Jahren eingeschlossen.
Das Verhältnis der Patienten mit geheilter erosiver Ösophagitis nach 4 Wochen (sekundärer Endpunkt) oder 8 Wochen (primärer Endpunkt) wird unten in Tabelle 1 dargestellt. In beiden Studien wurde die Nicht-Unterlegenheit bewiesen.
Tabelle 1

Heilungsraten der erosiven Ösophagitis*: alle Grade

Studie

Anzahl Patienten
(N)

Behandlungs-gruppe
(Tägliche Einnahme)

Woche 4
% Heilung

Woche 8‡
% Heilung

95% CI für Unterschied in der Behandlung (Dexilant – Lansoprazol) Woche 8

1

657

Dexilant 60 mg

69.7

86.9§

(-1.5, 6.1)

648

Lansoprazol 30 mg

65.4

84.6

 

2

639

Dexilant 60 mg

66.2

85.3§ **

(2.2, 10.5)

656

Lansoprazol 30 mg

64.8

79.0

 

CI= Confidence Interval
* Basierend auf der Crude Rate Analyse. Patienten ohne endoskopisch dokumentiert abgeheilte erosive Ösophagitis und Patienten, welche die Studie vorzeitig beendeten wurden als «nicht geheilt» betrachtet.
‡ Primärer Wirksamkeitsendpunkt der Studie
§ Nicht Unterlegenheit zu Lansoprazol gezeigt
Statistisch signifikant vs Lansoprazol (p=0.004)
Die Heilungsraten nach Wochen 8 bei Patienten mit moderater bis schwerer erosiver Ösophagitis sind in Tabelle 2 vorgestellt.
Tabelle 2

Heilungsraten der erosiven Ösophagitis*: Moderate bis schwere erosive Ösophagitis

Studie

Anzahl Patienten
(N)

Behandlungsgruppe
(tägliche Einnahme)

Woche 8
% Heilung

1

194

Dexilant 60 mg

77.8

190

Lansoprazol 30 mg

78.9

2

182

Dexilant 60 mg

79.7‡

200

Lansoprazol 30 mg

65.0

* Basierend auf der Crude Rate Analyse. Patienten ohne endoskopisch dokumentiert abgeheilte erosive Ösophagitis und Patienten, welche die Studie vorzeitig beendeten wurden als «nicht geheilt» betrachtet.
‡ Statistisch signifikant vs Lansoprazol (p=0.002).
Dexilant 90 mg wurde untersucht und erbrachte keinen zusätzlichen klinischen Vorteil gegenüber Dexilant 60 mg.
Erhaltungstherapie der abgeheilten erosiven Ösophagitis
Eine multizentrische, doppelblinde, placebo-kontrollierte, randomisierte Studie wurde bei Patienten durchgeführt, die eine Studie zur erosiven Ösophagitis erfolgreich abgeschlossen hatten und eine endoskopisch bestätigte geheilte erosive Ösophagitis aufwiesen. Die Erhaltung der Heilung und die Linderung der Symptome über einen 6-monatigen Zeitraum wurde mit Dexilant 30 mg oder 60 mg einmal täglich im Vergleich zu Placebo evaluiert. Insgesamt waren 445 Patienten im Alter von 18 bis 85 Jahren eingeschlossen.
Basierend auf der Analyse nach der Crude-Rate-Methode zeigte Dexilant 30 mg in Monat 6 statistisch signifikant höhere Erhaltungsraten einer geheilten erosiven Ösophagitis als Placebo (Tabelle 3).
Tabelle 3

Erhaltungsraten* einer geheilten erosiven Ösophagitis in Monat 6

Anzahl Patienten
(N)

Behandlungsgruppe
(Tägliche Einnahme)

Erhaltungsrate
(%)

125

Dexilant 30 mg

66.4‡

119

Placebo

14.3

* Basierend auf der Crude Rate Analyse. Patienten ohne endoskopisch dokumentiert abgeheilte erosive Ösophagitis und Patienten, welche die Studie vorzeitig beendeten wurden als «Rückfall» betrachtet.
‡ Statistische Signifikanz vs Placebo (p<0.00001)
Während der Behandlungsdauer der Studie erzielte Dexilant 30 mg eine statistisch signifikant höhere prozentuale Linderung bei Magenbrennen (Tabelle 4).
Tabelle 4

Mediane Prozentangaben von Nächten und 24-Stunden Perioden ohne Magenbrennen in der Studie zur Erhaltungstherapie der abgeheilten erosiven Ösophagitis

Behandlungsgruppe
(Tägliche Einnahme)

Anzahl Patienten
(N)

Nächte ohne Magenbrennen*
(%)

Anzahl Patienten
(N)

24 Stunden-Magenbrennen-freien Perioden*
(%)

Dexilant 30 mg

132

98.9†

132

96.1†

Placebo

140

71.7

141

28.6

* Sekundärer Wirksamkeitsendpunkt der Studie
† Statistische Signifikanz vs Placebo (p<0.00001)
Dexilant 60 mg erbrachte keinen zusätzlichen klinischen Vorteil gegenüber Dexilant 30 mg.
Kinder und Jugendliche
Heilung der erosiven Ösophagitis, Erhaltungstherapie der abgeheilten erosiven Ösophagitis und Linderung bei Magenbrennen
In einer multizentrischen, 24-wöchigen Studie wurden 62 Jugendliche mit einer dokumentierten Vorgeschichte einer gastroösophagalen Refluxkrankheit über mindestens 3 Monate und die eine endoskopisch bestätigte erosive Ösophagitis aufwiesen, während 8 Wochen mit Dexilant 60 mg einmal täglich behandelt, um die Sicherheit und Wirksamkeit zu untersuchen. Die Patienten waren zwischen 12 und 17 Jahre alt (Durchschnittsalter 15 Jahre), davon waren 61% männlich. Auf der Grundlage der Los Angeles Classification Grading Scale, wiesen 96,8% der Patienten mit erosiver Ösophagitis vor der Behandlung eine milde erosive Ösophagitis (Grade A und B) auf und 3,2% der Patienten eine moderate bis schwere erosive Ösophagitis (Grade C und D). Bei einer Behandlung bis zu 8 Wochen lag die Heilungsrate der erosiven Ösophagitis bei diesen Jugendlichen bei 87,9%, ähnlich der Heilungsrate bei Erwachsenen. Die Evaluierung der Wirksamkeit in der Studie TAK-390MR_207 basierte auf der Betrachtung der gesamten Studienpopulation. Es gab nur eine geringe Anzahl an jugendlichen Patienten mit moderater bis schwerer erosiven Ösophagitis.
Nach den initialen 8 Wochen Behandlung wurden die Patienten mit endoskopisch bestätigt geheilter erosiven Ösophagitis randomisiert, um mit Dexilant 30 mg oder Placebo einmal täglich für weitere 16 Wochen, behandelt zu werden. 82% der Patienten, die mit 30 mg Dexilant behandelt wurden, blieben während des viermonatigen Behandlungszeitraums endoskopisch bestätigt geheilt, im Vergleich zu 58% in der Placebogruppe.
Während der 16-wöchigen Erhaltungsphase betrug der mediane Prozentsatz der Sodbrennen-freien Zeit über 24 Stunden 86,6% bei Patienten, die Dexilant 30 mg erhielten, im Vergleich zu 68,1% bei Patienten, die Placebo erhielten.
Die Resultate der Erhaltungstherapie der abgeheilten erosiven Ösophagitis und Linderung bei Magenbrennen waren ähnlich wie bei Erwachsenen.

Pharmakokinetik

Die Formulierung von Dexilant nutzt die dual delayed release Technologie, die ein Dexlansoprazol-Plasmakonzentrations-Zeit-Profil mit zwei unterschiedlichen Spitzen zur Folge hat. Die erste Spitze tritt 1 bis 2 Stunden nach Verabreichung auf, gefolgt von einer zweiten Spitze innerhalb von 4 bis 5 Stunden (siehe Abbildung).
Abbildung 1: Durchschnittliche Plasmakonzentration von Dexlansoprazol – Zeitprofil nach oraler Gabe von 30 mg oder 60 mg Dexilant einmal täglich während 5 Tagen bei gesunden Probanden

Absorption
Nach oraler Verabreichung von Dexilant 30 mg oder 60 mg an gesunde Probanden erhöhten sich die mittleren Dexlansoprazol Cmax- und AUC-Werte etwa dosisproportional. Die Spitzenplasmaspiegel treten innerhalb von 4 bis 6 Stunden auf.
Distribution
Die Plasmaproteinbindung von Dexlansoprazol reichte bei gesunden Probanden von 96,1% bis 98,8% und war unabhängig von der Konzentration zwischen 0,01 bis 20 µg pro ml. Das scheinbare Verteilungsvolumen betrug bei symptomatischen GORD-Patienten nach mehrfachen Dosen 40,3 l.
Metabolismus
Dexlansoprazol wird in der Leber extensiv durch Oxidation, Reduktion und anschliessender Bildung von Sulfat-, Glucuronid- und Glutathion-Konjugaten zu inaktiven Metaboliten metabolisiert. Oxidative Metaboliten werden durch das Cytochrom P450 (CYP) Enzymsystem gebildet, einschliesslich der Hydroxylierung hauptsächlich durch CYP2C19 und Oxidation zum Sulfon durch CYP3A4. CYP2C19 ist ein polymorphes Leberenzym, das bezüglich Metabolismus von CYP2C19-Substraten drei Phänotypen aufweist; extensive Metabolisierer (*1/*1), intermediäre Metabolisierer (*1/mutant) und langsame Metabolisierer (mutant/mutant). Die systemische Exposition von Dexlansoprazol ist bei langsamen Metabolisierern etwa vierfach höher als bei extensiven Metabolisierern. Dexlansoprazol ist die bedeutendste im Plasma zirkulierende Komponente, ungeachtet des CYP2C19-Metabolisiererstatus. Bei intermediären und extensiven CYP2C19-Metabolisierern sind die Hauptmetaboliten im Plasma 5-Hydroxy-Dexlansoprazol und sein Glucuronid-Konjugat, während bei langsamen CYP2C19-Metabolisierern Dexlansoprazol-Sulfon der Hauptmetabolit im Plasma ist.
Elimination
Nach der Verabreichung von Dexilant wird kein unverändertes Dexlansoprazol in den Urin auschgeschieden.
Nach der Verabreichung von [14C]Dexlansoprazol an gesunde männliche Probanden wurde etwa 50,7% der verabreichten Radioaktivität über den Urin und 47,6% über die Faeces ausgeschieden. Die scheinbare Clearance bei gesunden Probanden betrug nach einer Verabreichung von einmal täglich 30 oder 60 mg während 5 Tagen jeweils 11,4 bis 11,6 l/h.
Linearität/Nichtlinearität
Nach Verabreichung einzelner und mehrfacher täglicher Dexlansoprazol-Dosen von 30 bis 120 mg an gesunde Probanden erhöhten sich die mittleren Dexlansoprazol Cmax- und AUC-Werte etwa dosisproportional über den gesamten Dosisbereich. Die Pharmakokinetik von Dexlansoprazol war sowohl dosis- als auch zeitunabhängig, mit einer geschätzten terminalen Eliminations-Halbwertzeit von etwa 1 bis 2 Stunden. Daher wurde bei Dexlansoprazol eine geringe oder keine Substanzakkumulation nach einmal täglichen Dosen an Dexlansoprazol beobachtet, was durch ähnliche Cmax- und AUC- Werte nach einer einzelnen und mehreren Dosen einmal täglich im Steady-State gezeigt wurde.
Wirkung von Nahrung
Dexilant kann ungeachtet von Nahrung oder der zeitlichen Planung von Nahrung eingenommen werden. In klinischen Studien zur Auswirkung von Nahrung bei gesunden Probanden, die Dexilant erhielten, betrugen die Erhöhungen der Cmax unter verschiedenen Ernährungsbedingungen im Vergleich zu Nahrungskarenz zwischen 12% bis 55% und die Erhöhungen der AUC betrugen zwischen 9% und 37%. Allerdings wurden keine relevanten Unterschiede hinsichtlich des intragastrischen pH-Werts beobachtet. Eine zusätzliche Studie zeigte, dass die Verabreichung von 60 mg Dexilant vor Einnahme eines Frühstücks, Mittagessens oder Abendessens oder eines abendlichen Snacks keine Auswirkung auf die Dexlansoprazol-Exposition oder einen klinisch relevanten Effekt auf die intragastrische pH Kontrolle während 24 Stunden hatte.
Kinetik spezieller Patientengruppen
Ältere Patienten
In einer Studie mit gesunden männlichen und weiblichen Probanden, die eine einzelne orale Dosis Dexilant 60 mg erhielten, war die terminale Eliminations-Halbwertzeit von Dexlasoprazol bei älteren Probanden im Vergleich zu jüngeren Probanden statistisch signifikant länger (2,23 bzw. 1,5 Stunden). Zusätzlich zeigte Dexlansoprazol eine höhere systemische Exposition (AUC) bei älteren Probanden (34,5% höher) als bei jüngeren Probanden. Diese Unterschiede waren nicht klinisch relevant. Bei geriatrischen Patienten ist keine Dosisanpassung notwendig.
Nierenfunktionsstörung
Dexlansoprazol wird in der Leber extensiv zu inaktiven Metaboliten metabolisiert und nach einer orale Dexlansoprazol-Dosis wurde kein unveränderter Wirkstoff im Urin entdeckt. Daher ist keine Änderung der Pharmakokinetik von Dexlansoprazol bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung zu erwarten, und es wurden keine Studien bei Probanden mit Nierenfunktionsstörung durchgeführt (siehe Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Leberfunktionsstörung
In einer Studie an Patienten mit moderater Leberfunktionsstörung, die orale Einzeldosis von Dexilant 60 mg erhielten, war die Plasmaexposition (AUC) von gebundenem und ungebundenem Dexlansoprazol in der Gruppe mit Leberfunktionsstörung etwa 2 Mal grösser als bei Probanden mit normaler Leberfunktion. Dieser Unterschied bei der Exposition war nicht durch eine Differenz in der Proteinbindung zwischen den zwei Gruppen zurückzuführen. Bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung ist keine Anpassung von Dexilant notwendig. Dexilant 30 mg sollte bei Patienten mit moderater Leberfunktionsstörung eingesetzt werden. Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung wurden keine Studien durchgeführt (siehe Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Kinder und Jugendliche
Die Pharmakokinetik von Dexlansoprazol wurde bei 36 Patienten mit symptomatischer gastroösophagaler Refluxkrankeheit im Alter von 12 bis 17 Jahren in einer multizentrischen Studie untersucht. Die Patienten erhielten randomisiert Dexilant 30 mg oder Dexilant 60 mg einmal täglich während 7 Tagen. Der mittlere Cmax-Wert von Dexlansoprazol lag bei Jugendlichen bei 81 bis 105% des mittleren Cmax-Werts bei Erwachsenen. Der mittlere AUC-Wert lag bei 78 bis 88% des mittleren Erwachsenen-AUC-Werts, und der mittlere CL/F-Wert lag bei 112 bis 132% des mittleren CF/L-Werts der Erwachsenen. Insgesamt war die Pharmakokinetik bei Patienten zwischen 12 und 17 Jahren ähnlich zu der, die bei gesunden Erwachsenen beobachtet wurde.
Geschlecht
In einer Studie mit gesunden männlichen und weiblichen Probanden, die eine orale Einzeldosis von Dexilant 60 mg erhielten, hatten die weiblichen Probanden eine höhere (42,8%) systemische Exposition (AUC) als die männlichen Probanden.
Eine geschlechtsspezifische Dosisanpassung ist bei Patienten nicht notwendig.

Präklinische Daten

Präklinische Daten zeigen keine besondere Gefahr für Menschen basierend auf konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, chronischen Toxizität, Genotoxizität, Reproduktionstoxizität und Entwicklung. Lansoprazol ist eine racemische Mischung von R- und S-Enantiomeren. Nach Verabreichung von Lansoprazol an Mensch und Tier ist die bedeutendste im Plasma zirkulierende Komponente Dexlansoprazol, das R-Enantiomer von Lansoprazol. Daher wurde das kanzerogene Potential von Dexlansoprazol aufgrund von bereits existierenden Studien mit Lansoprazol beurteilt.
In Karzinogenitäts-Studien an Ratten führte Lansoprazol zu einer dosisabhängigen ECL-Zell-Hyperplasie im Magen und zu ECL-Zell-Karzinoiden, verbunden mit einer Hypergastrinämie aufgrund der Hemmung der Säuresekretion. Zudem wurde eine intestinale Metaplasie sowie Leydig'sche Zell-Hyperplasie und benigne Leydig'sche Zell-Tumoren in den Hoden beobachtet. Nach 18-monatiger Behandlung wurde eine Retinaatrophie beobachtet. Bei Affen, Hunden und Mäusen wurde dies nicht beobachtet.
In Studien zur Karzinogenitäts an Mäusen entwickelten sich sowohl eine dosisabhängige ECL-Zell-Hyperplasie im Magen als auch Lebertumore und Adenome des Rete testis.
Die klinische Relevanz dieser Ergebnisse ist unbekannt.
Lansoprazol war positiv im Ames Test und im in-vitro humanen Lymphozyten-Chromosomenabberations-Test.
Lansoprazol war nicht genotoxisch im ex-vivo «Unscheduled DNA synthesis (UDS)» Test an Ratten-Hepatozyten, im in vivo Mikronukleus-Test an der Maus oder dem Knochenmarkszellen-Chromosomenabberations-Test an der Ratte.
Dexlansoprazol war positiv im Ames Test und im in vitro Chromosomenabberations-Test unter Verwendung von chinesischen Hamster-Lungenzellen. Dexlansoprazol war negativ im in vivo Mikronukleus-Test an der Maus.
An Kaninchen durchgeführte Reproduktionsstudien mit oralen Dexlansoprazol- oder Lansoprazol-Dosen von bis zu 30 mg/kg, welche basierend auf der Körperoberfläche, etwa das 9-fache der beim Menschen empfohlenen maximalen Dexlansoprazol-Dosis (60 mg pro Tag) betrugen, führten zu signifikant erhöhten Postimplantationsverlusten bei Anzeichen von maternaler Toxizität. Der low-observed-effect level (LOEL, nichtverknöchertes Sprungbein) von 3 mg/kg Dexlansoprazol ist identisch mit dem no-observed-adverse-effect level (NOAEL) der Muttertiere, was bei dieser Spezies auf Effekte auch unterhalb maternal toxischer Dosen der Substanz hinweist.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «Exp» aufgedrucktem Datum verwendet werden.
Besondere Lagerungshinweise
Für Kinder unzugänglich aufbewahren. Nicht über 25 °C lagern.

Zulassungsnummer

62993 (Swissmedic).

Packungen

Dexilant 30 mg: Packungen mit 14, 28 oder 98 Kapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung. (B)
Dexilant 60 mg: Packungen mit 14, 28 oder 56 Kapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung. (B)

Zulassungsinhaberin

Takeda Pharma AG, Freienbach.

Stand der Information

Mai 2018.

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