Dosierung/AnwendungDosierung
Die empfohlene Aktivitätsmenge für einen Erwachsenen liegt bei 100 bis 500 MBq (diese Aktivitätsmenge ist an das Körpergewicht des Patienten und die Art der verwendeten Kamera anzupassen) und wird durch direkte intravenöse Injektion appliziert.
Für Patienten unter 18 Jahren liegen nur wenige klinische Daten zur Sicherheit und diagnostischen Wirksamkeit des Arzneimittels vor. Deshalb sollte vor einer Anwendung in der onkologischen Pädiatrie eine sorgfältige Nutzen-/Risiko-Abwägung erfolgen.
Bei Kindern wird die empfohlene Aktivität aufgrund der revidierten EANM Dosistabelle für 2D und 3D Ganzkörper-18F-FDG PET Untersuchungen errechnet (Pediatric European Task Group EANM 2016):
Gewicht (kg) Aktivität (MBq) 2D Aktivität (MBq) 3D Gewicht (kg) Aktivität (MBq) 2D Aktivität (MBq) 3D
3 26 14 32 189 102
4 30 16 34 200 108
6 44 24 36 207 112
8 55 30 38 218 118
10 70 38 40 229 124
12 81 44 42 237 128
14 92 50 44 248 134
16 104 56 46 259 140
18 115 62 48 267 144
20 126 68 50 277 150
22 137 74 52-54 292 158
24 148 80 56-58 311 168
26 159 86 60-32 329 178
28 167 90 64-66 348 188
30 178 96 68 363 196
Vorbereitung des Patienten
Bei der Verabreichung von Flu-2-SWAN soll der Patient hinreichend hydriert und seit mindestens vier Stunden nüchtern sein, um eine maximale Aktivität im Untersuchungsgebiet zu erreichen, da die Aufnahmekapazität der Zellen für Glukose begrenzt ist („Sättigungskinetik“). Die Flüssigkeitszufuhr ist nicht zu begrenzen (zuckerhaltige Getränke sind jedoch zu vermeiden).
Um die bestmögliche Bildqualität zu erzielen und die Strahlenexposition der Harnblase zu vermindern, ist der Patient dazu anzuhalten, vor und nach der Bildakquisition ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und die Blase zu entleeren.
-Onkologie, Neurologie und Entzündung
Um eine Hyperfixation des Tracers in der Muskulatur zu vermeiden, sollte den Patienten empfohlen werden, vor der Untersuchung schwere körperliche Aktivitäten zu vermeiden, sowie zwischen Injektion und Untersuchung und während der Bildakquisition zu ruhen (die Patienten sollen bequem liegen und weder lesen noch sprechen).
Der zerebrale Glukosestoffwechsel ist von der Gehirnaktivität abhängig. Deshalb sind neurologische Untersuchungen nach einer Ruhephase in einem abgedunkelten Raum mit geringem Geräuschpegel durchzuführen.
Vor der Injektion ist eine Blutglukose-Bestimmung durchzuführen, da eine Hyperglykämie zu einer verminderten Sensitivität der Untersuchung führen kann, insbesondere wenn der Blutzuckerspiegel über 8 mmol/l liegt. Aus diesem Grund ist eine PET-Untersuchung mit Flu-2-SWAN bei Patienten mit nicht eingestelltem Diabetes mellitus möglichst zu vermeiden.
-Kardiologie
Da die Glukoseaufnahme im Myokard ein insulinabhängiger Vorgang ist, wird für eine Herz-PET eine Glukosebelastung mit 50 g etwa eine Stunde vor der Verabreichung von Flu-2-SWAN empfohlen, um die Myokardviabilität zu bewerten. Alternativ kann, insbesondere bei Diabetikern, der Blutzuckerspiegel bei Bedarf auch durch eine kombinierte Insulin- und Glukose-Infusion (Insulin/Glukose-Clamp-Technik) eingestellt werden.
PET-Untersuchung
Die Aktivität von Flu-2-SWAN muss vor jeder Anwendung mit einem Dosis-Kalibrator geprüft werden.
Die Injektion muss unbedingt intravenös erfolgen, um eine Bestrahlung infolge lokaler Extravasate sowie Artefakte in der Bildgebung zu vermeiden.
Die Emissionsaufnahmen werden üblicherweise 45–90 Minuten nach der Injektion von Flu-2-SWAN begonnen. Eine für die Bildstatistik ausreichende Restaktivität vorausgesetzt, kann die Fludeoxyglucose (18F)-PET auch bis zu zwei oder drei Stunden nach der Injektion durchgeführt werden, was in einer verminderten Hintergrundaktivität resultiert.
Falls erforderlich kann die Untersuchung kurzfristig wiederholt werden.
Hinweise für die Handhabung
Vor Gebrauch muss die Verpackung geprüft und die Aktivität mit Hilfe eines Dosis-Kalibrators gemessen werden.
Vor der Injektion ist eine Sichtkontrolle der Lösung durchzuführen, und nur klare Lösungen ohne sichtbare Partikel dürfen benützt werden.
Das Präparat kann in einer Injektionslösung von NaCl 9 mg/ml (0,9 %) verdünnt werden.
Das Fläschchen ist ungeöffnet im Bleischutz aufzubewahren.
Nach der Desinfektion des Stopfens ist die Lösung aseptisch mit einer entsprechend geschützten, sterilen Einwegspritze durch den Stopfen zu entnehmen.
Die Verabreichung von Radiopharmaka stellt für die Umgebung des Patienten aufgrund der externen Strahlung oder der Kontamination durch Urin, Erbrochenes, etc. ein Risiko dar. Deshalb sind Schutzmassnahmen gemäss nationaler Vorschriften zu treffen.
Strahlenexposition
Laut Publikation 128 der ICRP (International Commission on Radiological Protection) (Radiation Dose to Patients from Radiopharmaceuticals, 2015) werden vom Patienten folgende Strahlendosen absorbiert:
Absorbierte Dosis
pro verabreichter
Aktivität (µGy/MBq)
Organ Erwachsene 15 Jahre 10 Jahre 5 Jahre 1 Jahr
Nebenniere 12 16 24 39 71
Blase 130 160 250 340 470
Knochenoberfläche 11 14 22 34 64
Gehirn 38 39 41 46 63
Brust 8,8 11 18 29 56
Gallenblase 13 16 24 37 70
Gastrointestinaltrak
t
Magen 11 14 22 35 67
Dünndarm 12 16 25 40 73
Dickdarm 13 16 25 39 70
Herz 67 87 130 210 380
Nieren 17 21 29 45 78
Leber 21 28 42 63 120
Lunge 20 29 41 62 120
Muskeln 10 13 20 33 62
Speiseröhre 12 15 22 35 66
Ovarien 14 18 27 43 76
Bauchspeicheldrüse 13 16 26 40 76
Rotes Knochenmark 11 14 21 32 59
Haut 7.8 9.6 15 26 50
Milz 11 14 21 35 66
Testes 11 14 24 37 66
Thymus 12 15 22 35 66
Schilddrüse 10 13 21 34 65
Uterus 18 22 36 54 90
Sonstige Gewebe 12 15 24 38 64
Effektive Dosis 19 24 37 56 95
(µSv/MBq)
Für Fludeoxyglucose (18F) beträgt die effektive Dosis, die aus der Anwendung einer Aktivität von 500 MBq resultiert, etwa 9,5 mSv (für eine Person mit einem Gewicht von 70 kg). Bei dieser Aktivität von 500 MBq werden folgende Strahlendosen an die kritischen Organe abgegeben: Blase: 65 mGy; Herz: 33.5 mGy; Gehirn: 19 mGy, Uterus 9 mGy.
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