InteraktionenPharmakodynamische Interaktionen
ZNS-Depressiva
Die gleichzeitige Einnahme von Cenobamat mit anderen ZNS-Depressiva, einschliesslich Alkohol, Barbituraten und Benzodiazepinen, kann das Risiko neurologischer Nebenwirkungen erhöhen. Daher müssen die Dosen von Barbituraten und Benzodiazepinen bei gleichzeitiger Anwendung mit Cenobamat auf der Grundlage des individuellen Ansprechens möglicherweise reduziert werden, wie klinisch angemessen.
Pharmakokinetische Interaktionen
Cenobamat wird in grossem Umfang metabolisiert, hauptsächlich durch Glucuronidierung und in geringerem Masse durch Oxidation.
Cenobamat kann die Exposition von Produkten verringern, die hauptsächlich von CYP3A4 und 2B6 metabolisiert werden. Cenobamat kann die Exposition von Produkten erhöhen, die hauptsächlich von CYP2C19 metabolisiert werden. Wenn die Behandlung mit Cenobamat begonnen oder abgebrochen oder die Dosis geändert wird, kann es 2 Wochen dauern, bis das neue Niveau der Enzymaktivität erreicht ist.
Die folgende Tabelle zeigt die Wechselwirkungen zwischen Cenobamat und anderen Arzneimitteln.
Tabelle 2: Wechselwirkungen zwischen Cenobamat und anderen Arzneimitteln sowie Empfehlungen zur gleichzeitigen Anwendung
Wirkstoff (Dosierung Wirkung auf PK-Parameter (möglicher Empfehlung für die gleichzeitige
sschema) Wechselwirkungsmechanismus) Anwendung
Phenytoin (300 Phenytoin: Cmax +67 % (GMR 167 % - 90KI Keine Dosisanpassung von
mg/Tag) Cenobamat 155;180) AUC +84 % (GMR 184 % - 90KI Cenobamat. Überwachung der
(200 mg/Tag) 169;201) Cenobamat: Cmax -27 % (GMR 73 % Phenytoinkonzentrationen während
- 90KI 69;78) AUC -28 % (GMR 72 % - 90KI der Titration von Cenobamat und
67;76) Verringerung der Dosis von
Phenytoin in Betracht ziehen.
Phenobarbital (90 Phenobarbital: Cmax +34 % (GMR 134 % - Keine Dosisanpassung von
mg/Tag) Cenobamat 90KI 128;139) AUC +37 % (GMR 137 % - 90KI Cenobamat. Überwachung der
(200 mg/Tag) 133;142) Cenobamat: Cmax -10% (GMR 90% - Phenobarbitalkonzentrationen
90KI 83;99) AUC -15% (GMR 85% - 90KI während der Titration von
77;92) Cenobamat und Verringerung der
Dosis von Phenobarbital in
Betracht ziehen.
Clobazam (100-400 Clobazam: Möglicher Anstieg des aktiven Keine Dosisanpassung von
mg/Tag) Cenobamat Metaboliten N-Desmethylclobazam Cenobamat. Verringerung der Dosis
(100-400 mg/Tag) Cenobamat: AUC +24% (GMR 124% - 90KI von Clobazam in Betracht ziehen.
115;134) (Induktion von CYP3A4 und
Hemmung von CYP2C19)
Lamotrigin Cenobamat Lamotrigin: Dosisabhängige Abnahme der Keine Dosisanpassung von
(100, 200 und 400 Konzentrationen. Simulierte prozentuale Cenobamat. Erhöhung der Dosis von
mg/Tag) Veränderung gegenüber dem Ausgangswert Lamotrigin in Betracht ziehen.
von -21 % (95KI -28;-16), -35 % (95KI
-43;-27) bzw. -52 % (95KI -60;-43) für
Cenobamat 100, 200 und 400 mg/Tag
Cenobamat: Keine wesentlichen
Veränderungen
Carbamazepin (400 Carbamazepin: Cmax -23 % (GMR 77 % - 90KI Keine Dosisanpassung erforderlich,
mg/Tag) Cenobamat 71;83) AUC -24 % (GMR 76 % - 90KI 71;82) weder für Cenobamat noch für
(200 mg/Tag) Cenobamat: Cmax -3 % (GMR 97 % - 90KI Carbamazepin, da keine klinisch
94;101) AUC -3 % (GMR 97 % - 90KI 95;100) bedeutsamen Verringerungen der
Wirksamkeit bei Patienten, die
gleichzeitig Carbamazepin
einnahmen, beobachtet wurden.
Valproinsäure (1000 Valproinsäure: Cmax +5 % (GMR 105 % - Keine Dosisanpassung erforderlich.
mg/Tag) Cenobamat 90KI 94;117) AUC +10 % (GMR 110 % - 90KI
(150 mg/Tag) 99;121) Cenobamat: Cmax 0 % (GMR 100 % -
90KI 98;103) AUC +9 % (GMR 109 % - 90KI
106;112)
Levetiracetam Levetiracetam: Keine wesentlichen Keine Dosisanpassung erforderlich.
Cenobamat Veränderungen Cenobamat: Keine
wesentlichen Veränderungen
Oxcarbazepin Cenobam Oxcarbazepin: Keine wesentlichen Keine Dosisanpassung erforderlich.
at Veränderungen Cenobamat: Keine
wesentlichen Veränderungen
Orale Kontrazeptiva Orale Kontrazeptiva: Verringerte Zusätzliche oder alternative
Cenobamat Exposition gegenüber von CYP3A4 nichthormonelle Massnahmen der
metabolisierten Kontrazeptiva aufgrund Empfängnisverhütung anwenden.
der Induktion durch Cenobamat Cenobamat:
Keine wesentlichen Veränderungen
CYP3A4-Substrate Midazolam: AUC -27 % (GMR 73 % - 90KI Erhöhung der Dosis von
(Midazolam 2 mg) 65;82) und Cmax -27% (GMR 73% - 90KI CYP3A4-Substraten in Betracht
Cenobamat (100-200 65;83) mit Cenobamat 100 mg AUC -72 % ziehen.
mg/Tag) (GMR 28 % - 90KI 24;32) und Cmax -61%
(GMR 39% - 90KI 33;45) mit Cenobamat 200
mg
CYP2B6-Substrate Bupropion: Cmax -23 % (GMR 77 % - 90KI Erhöhung der Dosis von
(Bupropion 150 mg) 67;89) AUC -39 % (GMR 61 % - 90KI 52;72) CYP2B6-Substraten in Betracht
Cenobamat (200 ziehen.
mg/Tag)
CYP2C19-Substrate Omeprazol: Cmax +83 % (GMR 183 % - 90KI Verringerung der Dosis von
(Omeprazol 20 mg) 126;267) AUC +107 % (GMR 207 % - 90KI CYP2C19-Substraten in Betracht
Cenobamat (200 144;298) ziehen.
mg/Tag)
CYP2C9-Substrate S-Warfarin: Cmax +7 % (GMR 107 % - 90KI Keine Dosisanpassung von
(Warfarin 5 mg) 96;119) AUC +14 % (GMR 114 % - 90KI CYP2C9-Substraten erforderlich.
Cenobamat (200 110;118)
mg/Tag)
OAT3-Substrate In-vitro-Studie (OAT3-Hemmung) Verringerung der Dosis von
(Baricitinib, OAT3-Substraten in Betracht
Cefaclor, Empagliflo ziehen.
zin, Penicillin G,
Ritobegron, Sitaglip
tin) Cenobamat
GMR = Verhältnis der geometrischen Mittelwerte (Geometric Mean Ratio); 90KI bzw. 95KI = 90 %- bzw. 95 %-Konfidenzintervall
Die gleichzeitige Verabreichung von Inhibitoren oder Induktoren sollte unter Berücksichtigung der in der Fachinformation des jeweiligen Substrats enthaltenen Hinweise und Informationen erfolgen.
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