Eigenschaften/WirkungenATC-Code
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Wirkungsmechanismus
Autologe Serum-Augentropfen sind ein geeigneter Ersatz für Tränen, da ihre physikalisch-chemischen Eigenschaften (insbesondere die Viskosität) denen des Tränenfilms entsprechen. Sie lindern die Symptome des trockenen Auges (Beschwerden, Trockenheit, Fremdkörpergefühl, Schmerzen, Rötungen, Brennen, Stechen, Lichtempfindlichkeit, verschwommenes Sehen, Juckreiz) und erhöhen gleichzeitig die befeuchtenden Eigenschaften des Tränenfilms.
Seine therapeutische Wirkung beruht auf der epitheliotropen Wirkung verschiedener im Blutserum enthaltener Substanzen. In einem gesunden Auge sind diese in unterschiedlichen Konzentrationen im Tränenfilm vorhanden. Bei trockenen Augen nimmt ihre Konzentration ab und wird oft unzureichend. Zu diesen Substanzen gehören regenerative Wachstumsfaktoren (wie Epidermal Growth Factor (EGF), Nerve Growth Factor (NGF) und Platelet-Derived Growth Factor (PDGF)), Proteine (wie Fibronektin, Albumin und Lysozyme) und Vitamin A.
Wachstumsfaktoren unterstützen die Zellintegrität des Hornhautepithels. EGF ist ein pleiotropes Zytokin, das die Proliferation, Migration und Adhäsion von Hornhautepithelzellen während der Heilung stimulieren kann. Es wurde auch gezeigt, dass Fibronektin eine wichtige Rolle bei der Adhäsion der Epithelschichten der Hornhaut spielt und an der Wundheilung beteiligt ist.
Das Serum enthält außerdem antibakterielle Komponenten wie IgG, Lysozyme und Komplement sowie Nährstoffe.
Autologes Serum wird daher nicht nur zur Befeuchtung der Augenoberfläche verwendet, sondern auch zur Bereitstellung von Wachstums- und Nährstoffen (Erhaltung der Zellintegrität bei der Reparatur des Epithels) und bakteriziden Komponenten (Verringerung des Kontaminations- oder Infektionsrisikos).
Pharmakodynamik
Siehe „Wirkungsmechanismus”.
Klinische Wirksamkeit
Es wurden keine klinischen Studien mit Eigenserum ZIS, Augentropfen durchgeführt. Es wurden mehrere systematische Literaturübersichten, Metaanalysen und eine Cochrane-Übersichtsarbeit zur Wirksamkeit und Sicherheit von autologen Serum-Augentropfen zur Behandlung des trockenen Auges (Syndrom des trockenen Auges, Augentrockenheit) veröffentlicht.
Die wichtigsten Belege für die Wirksamkeit von autologen Seren bei der Behandlung des trockenen Auges stammen aus einer Cochrane-Übersichtsarbeit (Pan et al., 2017) zu 5 randomisierten klinischen Studien (92 Teilnehmer): 20 %iges autologes Serum wurde bei Patienten mit Trockenem-Auge-Syndrom unterschiedlicher Ursache (insbesondere in Verbindung mit einem Sjögren-Syndrom oder nach einer Laseroperation) mit künstlichen Tränen oder Kochsalzlösung verglichen. Diese Cochrane-Studie deutete auf eine vorübergehende Linderung der Symptome für etwa zwei Wochen mit autologem Serum im Vergleich zu künstlichen Tränen hin.
Diese Studie fand jedoch keine Hinweise auf eine Wirksamkeit nach zweiwöchiger Behandlung. Andere Studien mit geringerer Evidenzstärke untersuchten die Langzeitanwendung von autologem Serum und deuteten auf eine Wirksamkeit bei langfristiger Anwendung hin, jedoch sind die langfristigen Vorteile für die Patienten nicht eindeutig belegt. Es gibt keine soliden Belege für die langfristige Wirksamkeit, und die Auswirkungen auf die Lebensqualität wurden nicht untersucht.
Das Zentral Institut der Spitäler verwendet eine andere Konzentration als die in der Cochrane-Übersichtsarbeit bewertete (20 % autologes Serum).
Obwohl es offenbar keinen Konsens unter Experten hinsichtlich der Wahl der optimalen Konzentration gibt (TFOS DEWS III Management and Therapy Report), verwenden die meisten Studien 20 % autologes Serum. Andere veröffentlichte Studien untersuchen höhere Konzentrationen (50 % und unverdünnt). Diese Daten sind lediglich explorativ und belegen nicht die Gleichwertigkeit oder Überlegenheit höherer Konzentrationen von autologem Serum gegenüber einer Konzentration von 20 %.
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