Dosierung/AnwendungTevimbra sollte unter der Aufsicht eines in der Krebsbehandlung erfahrenen Arztes angewendet werden.
PD-L1-Testung
Wenn entsprechend der Indikation die Patientenauswahl für die Behandlung mit Tevimbra auf der PD-L1-Tumorexpression basiert, sollte diese mit einem IVD mit CE-Kennzeichnung und entsprechender Zweckbestimmung ermittelt werden. Wenn kein IVD mit CE-Kennzeichnung verfügbar ist, sollte ein anderer, validierter Test verwendet werden.
Übliche Dosierung
Tevimbra als Monotherapie
Zweitlinienbehandlung des ESCC
Die empfohlene Dosis von Tevimbra beträgt entweder 200 mg alle 3 Wochen oder 400 mg alle 6 Wochen und wird als intravenöse (i.v.) Infusion angewendet.
Tevimbra als Kombinationstherapie
Erstlinienbehandlung des G/GEJ-Adenokarzinoms und ESCC
Die empfohlene Dosis von Tevimbra beträgt entweder 200 mg alle 3 Wochen oder 400 mg alle 6 Wochen1 und wird, in Kombination mit einer Chemotherapie, als i.v. Infusion verabreicht.
Wenn Tevimbra und die Chemotherapie am selben Tag verabreicht werden, sollte Tevimbra vor der Chemotherapie verabreicht werden. Beachten Sie die Empfehlungen zur Dosierung sowie zur Anwendung von Kortikosteroiden als Prämedikation zur Vorbeugung chemotherapiebedingter Nebenwirkungen in der Fachinformation des Chemotherapeutikums.
Für Kombinationsbehandlungen wird auf die Fachinformationen der Begleittherapien verwiesen; für detaillierte Informationen zu Dosierungen der Kombinationstherapien in den Studien siehe "Klinische Wirksamkeit" .
Um die Rückverfolgbarkeit von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln sicherzustellen, wird empfohlen, bei jeder Behandlung Handelsname und Chargennummer zu dokumentieren.
Therapiedauer
Die Patienten sollten bis zum Fortschreiten der Krankheit oder bis zum Auftreten einer inakzeptablen Toxizität mit Tevimbra behandelt werden.
Dosisanpassung aufgrund unerwünschter Wirkungen/Interaktionen
Beim Einsatz von Tevimbra werden keine Dosisreduzierungen empfohlen. Je nach dem Schweregrad der unerwünschten Arzneimittelwirkung (UAW) muss die Behandlung mit Tevimbra entweder ausgesetzt oder dauerhaft abgesetzt werden.
In der nachstehenden Tabelle sind die empfohlenen Anpassungen der Behandlung zur Bewältigung immunbedingter unerwünschter Wirkungen angegeben.
Detaillierte Leitlinien für den Umgang mit immunbedingten unerwünschten Wirkungen sind im Abschnitt "Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen" beschrieben.
Empfohlene Behandlungsanpassungen für Tevimbra
Immunbedingte UAW Schweregrad1 Tevimbra Behandlungs
anpassung
Pneumonitis Grad 2 Behandlung aussetzen
2
Rezidiv Grad 2; Behandlung dauerhaft
Grad 3 oder 4 absetzen
Hepatitis ALT oder AST >3 - 8 Behandlung aussetzen
x ULN oder Gesamtbil 2
irubin >1,5 - 3 x
ULN
ALT oder AST >8 x Behandlung dauerhaft
ULN oder Gesamtbili absetzen3
rubin >3 x ULN
Ausschlag Grad 3 Behandlung aussetzen
2
Grad 4 Behandlung dauerhaft
absetzen
Schwerwiegende unerwünschte Hautreaktionen (severe Verdacht auf SCARs, Behandlung aussetzen
cutaneous adverse reactions, SCARs) einschliesslich SJS 2 Bei Verdacht auf
oder TEN eine SCAR (SJS oder
TEN) darf die
Behandlung erst
dann wieder aufgenom
men werden, wenn
ein SJS / eine TEN
nach Rücksprache
mit einem entspreche
nden Spezialisten
ausgeschlossen
wurde.
Bestätigte SCARs, einschliesslich SJS oder TEN Behandlung dauerhaft
absetzen
Kolitis Grad 2 oder 3 Behandlung aussetzen
2
Wiederkehrend Grad Behandlung dauerhaft
3; Grad 4 absetzen
Myositis/Rhabdomyolyse Grad 2 oder 3 Behandlung aussetzen
2
Wiederkehrend Grad Behandlung dauerhaft
3; Grad 4 absetzen
Hypothyreose Grad 2, 3, oder 4 Eine Hypothyreose
kann ggf. ohne
Behandlungsunterbrec
hung mit einer
Ersatztherapie
behandelt werden.
Hyperthyreose Grad 3 oder 4 Behandlung aussetzen
2 Bei Hyperthyreose
vom Grad 3 oder 4,
die sich auf einen
Grad ≤2 gebessert
hat und mit Thyreost
atika unter Kontroll
e ist, kann bei
entsprechender
Indikation, falls
erforderlich, eine
Weiterbehandlung
mit Tevimbra nach
dem Ausschleichen
des Kortikosteroids
in Betracht gezogen
werden. Andernfalls
sollte die Behandlun
g abgesetzt werden.
Nebenniereninsuffizienz Grad 2 Aussetzung der
Behandlung in
Betracht ziehen bis
eine Kontrolle
durch Hormonersatzth
erapie (HET) erreich
t ist.
Grad 3 oder 4 Behandlung aussetzen
2 Bei Nebennierenins
uffizienz vom Grad
3 oder 4, die sich
auf einen Grad ≤2
gebessert hat und
mit einer HET unter
Kontrolle ist, kann
bei entsprechender
Indikation, falls
erforderlich, eine
Weiterbehandlung
mit Tevimbra nach
dem Ausschleichen
des Kortikosteroids
in Betracht gezogen
werden. Andernfalls
sollte die Behandlun
g abgesetzt werden.
Hypophysitis Grad 2 Aussetzung der
Behandlung in
Betracht ziehen bis
eine Kontrolle
durch Hormonersatzth
erapie (HET) erreich
t ist.
Grad 3 oder 4 Behandlung aussetzen
2 Bei Hypophysitis
vom Grad 3 oder 4,
die sich auf einen
Grad ≤2 gebessert
hat und mit einer
HET unter Kontrolle
ist, kann bei
entsprechender
Indikation, falls
erforderlich, eine
Weiterbehandlung
mit Tevimbra nach
dem Ausschleichen
des Kortikosteroids
in Betracht gezogen
werden. Andernfalls
sollte die Behandlun
g abgesetzt werden.
3
Diabetes mellitus Diabetes mellitus Behandlung aussetzen
mit Hyperglykämie 2 Bei Grad 3 oder
≥Grad 3 (Glukose 4, der sich mit
>250 mg/dl oder Insulintherapie auf
>13,9 mmol/l) oder einen Grad ≤ 2
mit Ketoazidose gebessert hat, kann
bei entsprechender
Indikation eine
Weiterbehandlung
mit Tevimbra nach
Erreichen der
Stoffwechselkontroll
e in Betracht
gezogen werden.
Andernfalls sollte
die Behandlung
abgesetzt werden.3
Nephritis mit Nierenfunktionsstörung Grad 2 (Kreatinin Behandlung aussetzen
>1,5 - 3 x Ausgangsw 2
ert oder zwischen
1,5 – 3 x ULN)
Grad 3 (Kreatinin Behandlung dauerhaft
>3 x Ausgangswert absetzen
oder > 3 – 6 x ULN)
Grad 4 (Kreatinin
>6 x ULN)
Myokarditis Grad 2, 3 oder 4 Behandlung dauerhaft
absetzen
Neurologische Toxizitäten Grad 2 Behandlung aussetzen
2
Grad 3 oder 4 Behandlung dauerhaft
absetzen
Pankreatitis Pankreatitis Grad 3 Behandlung aussetzen
oder Anstieg der 2
Amylase oder der
Lipase im Serum
Grad 3 oder 4 (auf
Werte >2 x ULN)
Grad 4 Behandlung dauerhaft
absetzen
Andere immunbedingte UAW Grad 3 Behandlung aussetzen
2
wiederkehrend Grad Behandlung dauerhaft
3; Grad 4 absetzen
Andere UAW
Infusionsbedingte Reaktionen Grad 1 Anwendung einer
Prämedikation zur
Prophylaxe von
nachfolgenden
Infusionsreaktionen
erwägen. Infusionsge
schwindigkeit um 50
% reduzieren.
Grad 2 Infusion unterbreche
n.3 Wiederaufnahme
der Infusion, wenn
behoben oder auf
Grad 1 gesunken
ist, und Infusionsge
schwindigkeit um 50
% reduzieren.
Grad 3 oder 4 Behandlung dauerhaft
absetzen
ALT=Alaninaminotransferase, AST=Aspartataminotransferase
, HET=Hormonersatztherapie, SJS=Stevens-Johnson-Syndrom,
TEN= Toxische epidermale Nekrolyse, ULN= Obere
Normgrenze (upper limit of normal) 1 Die
Toxizitätsgrade entsprechen den Common Terminology
Criteria for Adverse Events des National Cancer
Institute Version 4.03 (NCI CTCAE v4). Hypophysitisgrad
entspricht NCI CTCAE v5.0. 2 Bei Patienten mit
vollständiger oder teilweiser Rückbildung (Grad 0 bis
1) Behandlung nach dem Ausschleichen des
Kortikosteroids über mindestens 1 Monat wieder
aufnehmen. Dauerhaft absetzen, wenn nicht innerhalb von
12 Wochen nach Einleitung der Kortikosteroidgabe eine
vollständige oder teilweise Besserung eintritt bzw.
wenn Prednison nicht innerhalb von 12 Wochen nach
Beginn der Kortikosteroidgabe auf 10 mg pro Tag oder
weniger (bzw. auf die äquivalente Dosis eines anderen
Kortikosteroids) reduziert werden kann. 3 Es wird eine
Anfangsdosis von 1 bis 2 mg/kg/Tag Prednison oder
Äquivalent, gefolgt von einer Reduzierung auf 10 mg pro
Tag oder weniger (bzw. auf die äquivalente Dosis eines
anderen Kortikosteroids) über mindestens 1 Monat
empfohlen, ausser bei Pneumonitis, wo eine Anfangsdosis
von 2-4 mg/kg/ Tag empfohlen wird.
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Basierend auf einer pharmakokinetischen Populationsanalyse ist bei Patienten mit leicht eingeschränkter Leberfunktion keine Dosisanpassung von Tevimbra notwendig. Die Daten von Patienten mit schwerer oder mässig eingeschränkter Leberfunktion sind zu begrenzt, um Schlussfolgerungen für diese Population zu ziehen (siehe Abschnitt "Pharmakokinetik/Kinetik spezieller Patientengruppen" ). Eine höhere Inzidenz schwerwiegender darunter tödlicher Nebenwirkungen wurde bei Patienten mit leicht bzw. mässig eingeschränkter Leberfunktion festgestellt.
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Basierend auf einer pharmakokinetischen Populationsanalyse ist bei Patienten mit leicht oder mässig eingeschränkter Nierenfunktion keine Dosisanpassung von Tevimbra notwendig. Die Daten von Patienten mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion sind zu begrenzt, um Schlussfolgerungen für diese Population zu ziehen (siehe Abschnitt "Pharmakokinetik/Kinetik spezieller Patientengruppen" ).
Ältere Patienten
Bei älteren Patienten ab 65 Jahren ist keine Dosisanpassung von Tevimbra erforderlich (siehe Abschnitt "Pharmakokinetik" ).
Kinder und Jugendliche
Tevimbra ist für die Anwendung bei Patienten unter 18 Jahren nicht zugelassen.
Art der Anwendung
Tevimbra ist nur zur intravenösen Anwendung bestimmt. Die verdünnte Lösung muss als Infusion über eine intravenöse Leitung verabreicht werden, die einen sterilen, nicht-pyrogenen, schwach proteinbindenden 0,2- oder 0,22-Mikron-Inline- oder Zusatzfilter enthält.
Die erste Infusion von Tevimbra in einer Dosis von 200 mg sollte über 60 Minuten verabreicht werden. Wird dies gut vertragen, können die nachfolgenden Infusionen über einen Zeitraum von 30 Minuten verabreicht werden.
Die erste Infusion von Tevimbra in einer Dosis von 400 mg sollte über 120 Minuten verabreicht werden. Wird dies gut vertragen, kann die zweite Infusion über 60 Minuten verabreicht werden. Wird auch die zweite Infusion gut vertragen, können die nachfolgenden Infusionen auf 30 Minuten verkürzt werden.1
Tevimbra darf nicht als intravenöse Push- oder einmalige Bolusinjektion verabreicht werden.
Eine Anleitung zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung finden Sie im Abschnitt "Sonstige Hinweise, Hinweise für die Handhabung" .
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