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Kurz-Fachinformation für Revlimid, Bristol-Myers Squibb SA

Am 29. August 2007 wurde Revlimid, Hartkapseln (Lenalidomid) zugelassen.

Indikation:
,,In Kombination mit Dexamethason zur Behandlung von Patienten mit multiplem Myelom, die mindestens eine vorausgegangene medikamentöse Therapie erhalten haben."

Dosierung:
Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 25 mg Revlimid 1x täglich an den Tagen 1-21 der sich wiederholenden 28-tägigen Behandlungszyklen.

Eigenschaften und Wirkungen:
Lenalidomid ist ein Derivat von Thalidomid und liegt als Racemat vor. Es besitzt immunmodulierende Eigenschaften und hemmt die Angiogenese. Es hemmt weiterhin die Freisetzung von pro-inflammatorischen Zytokinen wie TNF-α, IL1β, IL-6 und IL-12 in vitro. Lenalidomid hemmt die Proliferation verschiedener hämatopoietischer Tumorzelllinien.
In zwei multizentrischen Studien mit Vergleich Lenalidomid plus Dexamethason vs. Dexamethason-Monotherapie bei therapierefraktärem multiplem Myelom fand sich in der Zeit bis zur Progression des Tumors (TTP) ein signifikanter Vorteil der Kombination mit einer Hazard Ratio von 3.73 bzw. 3.25, p<0.001. Im Gesamtüberleben ergab sich für beide Studien zusammen eine Hazard Ratio von 1.67 (1.23,2.26, p<0.001). Die Ansprechrate lag bei 52.9% vs. 16.4% bzw. 50.0% vs. 19.4% für Lenalidomid plus Dexamethason vs. Dexamethason in den beiden Studien.

Kontraindikationen bzw. Schwangerschaft:
Die Strukturverwandtschaft von Lenalidomid zu Thalidomid, sowie Daten zur Reproduktionstoxizität beim Kaninchen, lassen ein Risiko für Schwangere nicht ausschliessen. Lenalidomid ist deshalb während der Schwangerschaft kontraindiziert, und darf an gebärfähige Frauen nur im Rahmen eines Schwangerschaftsverhütungsprogramms abgegeben werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen:
Dosislimitierende Toxizitäten von Lenalidomid sind Neutropenie und Thrombozytopenie. Wegen der immunsuppressiven Wirkung sollte die gemeinsame Einnahme mit immunmodulierenden Substanzen mit Vorsicht erfolgen. Die Wirkung von Impfungen kann beeinträchtigt sein. Impfungen mit Lebendorganismen sollten unter Behandlung mit Lenalidomid nicht durchgeführt werden.
Weitere Risiken sind Hypothyreose, tiefe Venenthrombosen, Lungenembolien und EKG- Veränderungen mit Verlängerung der QT-Zeit. Eine gleichzeitige Behandlung mit QT-Zeit verlängernden Arzneimitteln sollte nur mit grosser Vorsicht und regelmässiger EKG-Kontrolle erfolgen.

Unerwünschte Wirkungen:
Periphere Neuropathien sind in den klinischen Studien häufig beobachtet worden.

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