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Fachinformation zu BALVERSA®:Janssen-Cilag AG
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Dosierung/Anwendung

Die Anwendung von BALVERSA soll nur unter der Anleitung von ärztlichem Personal mit Erfahrung in der Behandlung von Urothelkarzinomen durchgeführt werden.
Vor der Einnahme von BALVERSA müssen bei den Patienten bestimmte FGFR3-Alterationen durch einen validierten Test bestätigt werden (siehe Eigenschaften/Wirkungen – Klinische Wirksamkeit).
Übliche Dosierung (Erwachsene ≥18 Jahre)
Die empfohlene Anfangsdosis von BALVERSA beträgt 8 mg oral einmal täglich. Bei Erfüllung der Kriterien (siehe Dosierung/Anwendung – Dosisanpassung) kann die Dosis, je nach Serumphosphatkonzentration und arzneimittelbedingter Toxizität, individuell auf 9 mg täglich erhöht werden.
Anwendung
Die Filmtabletten sollten unzerteilt mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Falls es nach der Einnahme von BALVERSA zu Erbrechen kommt, sollte die nächste Dosis am folgenden Tag eingenommen werden.
Der Verzehr von Grapefruit oder Bitterorangen (Sevilla-Orangen) soll während der Behandlung mit BALVERSA aufgrund der starken CYP3A4-Hemmung vermieden werden.
Die Therapie sollte bis zum Auftreten einer Krankheitsprogression oder inakzeptabler Toxizität fortgesetzt werden.
Vergessene Einnahme
Wenn eine Dosis von BALVERSA vergessen wurde, kann sie so bald wie möglich am selben Tag nachgeholt werden. Am nächsten Tag muss BALVERSA wieder in der üblichen täglichen Dosierung eingenommen werden. Es dürfen keine zusätzlichen Filmtabletten eingenommen werden, um die versäumte Dosis auszugleichen.
Dosisanpassungen
Individuelle Auftitrierung aufgrund der Serumphosphatkonzentration und der arzneimittelbedingten Toxizität
Die Serumphosphatkonzentration (PO4) sollte zwischen 14 und 21 Tagen nach Beginn der Therapie bestimmt werden. Die Dosis sollte so bald wie möglich auf 9 mg täglich erhöht werden, wenn die Serumphosphatkonzentration (PO4) < 9,0 mg/dl beträgt und keine arzneimittelbedingte Toxizität auftritt. Wenn der Serumphosphatlevel 9,0 mg/dl oder höher ist, sind die Dosisanpassungen in Tabelle 2 - Empfohlene Dosisanpassungen aufgrund der Serumphosphatkonzentration bei der Anwendung von BALVERSA nach Auftitrierung zu befolgen. Nach Tag 21 sollte der Serumphosphatspiegel nicht mehr als Grundlage für die Dosiserhöhung verwendet werden.
Dosisanpassung aufgrund unerwünschter Wirkungen/Interaktionen
Mögliche Dosisreduktionen und Massnahmen bei unerwünschten Wirkungen siehe Tabellen 1 bis 4.
Tabelle 1: BALVERSA Dosisreduktions-Schema

Dosis                 1. Dosisreduktion     2. Dosisreduktion     3. Dosisreduktion     4. Dosisreduktion     5. Dosisreduktion
9 mg (drei Filmtable  8 mg (zwei Filmtable  6 mg (zwei Filmtable  5 mg (eine Filmtable  4 mg (eine Filmtable  Abbruch
tten zu 3 mg)         tten zu 4 mg)         tten zu 3 mg)         tte zu 5 mg)          tte zu 4 mg)          
8 mg (zwei Filmtable  6 mg (zwei Filmtable  5 mg (eine Filmtable  4 mg (eine Filmtable  Abbruch               --
tten zu 4 mg)         tten zu 3 mg)         tte zu 5 mg)          tte zu 4 mg)                                

 
Therapie einer Hyperphosphatämie
Eine Hyperphosphatämie ist eine zu erwartende, vorübergehende Laboranomalie von FGFR-Inhibitoren (siehe Pharmakodynamik). Die Phosphatkonzentration sollte monatlich überwacht werden. Bei erhöhten Phosphatkonzentrationen bei mit BALVERSA behandelten Patienten sind die Empfehlungen zur Dosisanpassung in Tabelle 2 zu beachten. Bei anhaltend erhöhten Phosphatkonzentrationen kann die zusätzliche Gabe eines nicht kalziumhaltigen Phosphatbinders (z.B. Sevelamercarbonat) in Betracht gezogen werden.
Tabelle 2: Empfohlene Dosisanpassungen aufgrund der Serumphosphatkonzentration bei der Anwendung von BALVERSA nach Auftitrierung

Serumphosphatkonzent  Therapie mit BALVERSAa
ration                
< 6,99 mg/dl (<       BALVERSA mit der derzeitigen Dosis fortsetzen.
2,24 mmol/l)          
7,00–8,99 mg/dl       BALVERSA Therapie fortsetzen. Einleitung einer Therapie mit einem
(2,25–2,90 mmol/l)    Phosphatbinder, der zusammen mit Nahrung eingenommen wird, bis der
                      Phosphatspiegel < 7,00 mg/dl beträgt. Bei einem anhaltenden
                      Serumphosphatspiegel von ≥7,00 mg/dl über einen Zeitraum von 2 Monaten oder
                      bei klinischer Notwendigkeit sollte eine Dosisreduktion vorgenommen werden.
9,00–10,00 mg/dl      Therapie mit BALVERSA unterbrechen, bis der Serumphosphatspiegel wieder
(2,91–3,20 mmol/l)    ≤7,00 mg/dl beträgt (wöchentliche Untersuchungen empfohlen). Einleitung
                      einer Therapie mit einem Phosphatbinder, der zusammen mit Nahrung
                      eingenommen wird, bis der Phosphatspiegel < 7,00 mg/dl beträgt.
                      Wiederaufnahme der Therapie mit der gleichen Dosis. Bei einem anhaltenden
                      Serumphosphatspiegel von ≥9,00 mg/dl über einen Zeitraum von 1 Monat oder
                      bei klinischer Notwendigkeit sollte eine Dosisreduktion vorgenommen werden.
> 10,00 mg/dl (>      Therapie mit BALVERSA unterbrechen, bis der Serumphosphatspiegel wieder <
3,20 mmol/l)          7,00 mg/dl beträgt (wöchentliche Überwachung empfohlen). Wiederaufnahme der
                      Therapie mit der zuerst reduzierten Dosis. Wenn der Serumphosphatspiegel für
                      > 2 Wochen ≥10,00 mg/dl beträgt, sollte Erdafitinib dauerhaft abgesetzt
                      werden. Behandlung der Symptome gemäss den klinischen Anforderungen.
Signifikante Verände  BALVERSA sollte dauerhaft abgesetzt werden.
rung der Nierenfunkt  
ion gegenüber dem     
Ausgangswert oder     
Hypokalzämie des      
Grades 3 aufgrund     
von Hyperphosphatämi  
e.                    
a Bei Phosphatkonzen
trationen ≥5,5
mg/dl (1,75 mmol/l)
ist die Phosphataufn
ahme auf 600–800
mg/Tag zu beschränke
n.

 
Therapie von Augenkrankheiten
Vor Beginn der Therapie mit BALVERSA ist eine initiale augenärztliche Untersuchung durchzuführen, einschliesslich eines Amsler-Gitter-Tests, Fundoskopie, Sehschärfe und, falls verfügbar, einer optischen Kohärenztomographie (OCT). Die Behandlung mit BALVERSA sollte aufgrund der Erdafitinib-bedingten Toxizität, wie in Tabelle 3 beschrieben, abgesetzt oder modifiziert werden.
Tabelle 3: Empfehlungen für die Therapie von Augenerkrankungen mit BALVERSA

Einstufung des        BALVERSA-Dosierungsmanagement
Schweregrads          
Grad 1: Asymptomatis  Überweisung zu einer augenärztlichen Untersuchung (AU). Wenn innerhalb von 7
ch oder leichte       Tagen keine AU durchgeführt werden kann, die Therapie mit BALVERSA
Symptome; nur         unterbrechen, bis eine AU durchgeführt werden kann. Wenn sich bei der AU
klinische oder        keine Anzeichen von Augentoxizität zeigen, BALVERSA in der gleichen Dosis
diagnostische         fortsetzen. Falls die AU eine Keratitis oder Netzhautanomalie zeigt (z.B.
Beobachtungen oder    zentrale seröse Retinopathie (RCSa) sollte die Therapie mit BALVERSA
abnormer Amsler-Gitt  unterbrochen werden, bis die Beschwerden vollständig abgeklungen sind. Wenn
er-Test.              die Beschwerden innerhalb von 4 Wochen nach der AU abklingen, die Therapie
                      mit der nächstniedrigeren Dosis fortsetzen. Nach der erneuten Gabe von
                      BALVERSA einen Monat lang alle 1–2 Wochen auf ein erneutes Auftreten
                      überprüfen. Treten die Beschwerden nicht wieder auf, kann eine Dosiserhöhung
                      in Erwägung gezogen werden.
Grad 2: Mässige       BALVERSA sofort absetzen und zu einer AU überweisen. Die Therapie mit
Abnahme der Sehschär  BALVERSA sollte in der nächstniedrigeren Dosisstufe wieder aufgenommen
fe; Einschränkung     werden. Wenn die AU eine Keratitis oder Netzhautanomalie zeigt (z.B. RCS),
der altersgemässen    BALVERSA bis zum Abklingen absetzen. Wenn die Symptome innerhalb von 4 Wochen
Aktivitäten des       nach der AU vollständig abgeklungen sind, sollte die Therapie mit BALVERSA in
täglichen Lebens      der nächstniedrigen Dosis wieder aufgenommen werden. Nach der erneuten Gabe
(ADL, Alltagskompete  von BALVERSA einen Monat lang alle 1–2 Wochen auf ein erneutes Auftreten
nz).                  überprüfen.
Grad 3: Schwer oder   BALVERSA sofort absetzen und zu einer AU überweisen. Wenn die Symptome
medizinisch signifik  innerhalb von 4 Wochen vollständig abgeklungen sind, sollte die Therapie mit
ant, aber ohne        BALVERSA in einer um 2 Dosisstufen niedrigeren Dosierung wieder aufgenommen
unmittelbare Gefahr   werden. Einen Monat lang alle 1–2 Wochen auf ein erneutes Auftreten
für die Sehkraft;     überprüfen. Bei Wiederauftreten der Symptome sollte ein dauerhaftes Absetzen
Einschränkung der     in Betracht gezogen werden.
Aktivitäten des       
täglichen Lebens.     
Grad 4: Bedrohliche   BALVERSA dauerhaft absetzen. Bis zum vollständigen Abklingen oder zur
Folgen für das        Stabilisierung überwachen.
Sehvermögen; Erblind  
ung (20/200 oder      
schlechter).          
a RCS: Retinopathia
centralis serosa
(zentrale seröse
Retinopathie)

 
Dosisänderung bei anderen unerwünschten Wirkungen
Unter BALVERSA wurden Veränderungen der Nägel, der Haut und der Schleimhäute beobachtet. Beachten Sie die Empfehlungen zur Dosisanpassung in Tabelle 4.
Tabelle 4: Empfohlene Dosisanpassungen bei unerwünschten Nagel-, Haut- und Schleimhautreaktionen unter Anwendung von BALVERSA

Schweregrad der       BALVERSA
unerwünschten         
Wirkung               
Nagelerkrankung       BALVERSA -Dosierungsmanagement
Grad 1:               Therapie mit der derzeitigen Dosis fortsetzen.
Grad 2:               Eine Unterbrechung der Therapie mit BALVERSA und eine Neubeurteilung in 1–2
                      Wochen sollte erwogen werden. Bei erstem Auftreten und Abklingen auf ≤ Grad 1
                      oder den Ausgangswert innerhalb von 2 Wochen, wieder mit der gleichen Dosis
                      beginnen. Bei wiederholtem Auftreten oder wenn es mehr als 2 Wochen dauert,
                      bis die Symptome auf ≤ Grad 1 oder den Ausgangswert zurückgehen, die Therapie
                      mit einer um eine Stufe niedrigeren Dosis fortsetzen.
Grad 3:               Die Therapie mit BALVERSA unterbrechen und in 1–2 Wochen erneut beurteilen.
                      Wenn die Symptome auf ≤ Grad 1 oder den Ausgangswert zurückgehen, die
                      Therapie mit einer um eine Stufe niedrigeren Dosis fortsetzen.
Grad 4:               BALVERSA absetzen.
Trockene Haut und     
Hauttoxizität         
Grad 1:               Therapie mit der derzeitigen Dosis fortsetzen.
Grad 2:               Therapie mit der derzeitigen Dosis fortsetzen.
Grad 3:               Unterbrechen der Therapie mit BALVERSA (bis zu 28 Tage lang), mit
                      wöchentlicher Neubeurteilung der klinischen Situation. Wenn die Symptome auf
                      ≤ Grad 1 oder den Ausgangswert zurückgehen, die Therapie mit einer um eine
                      Stufe niedrigeren Dosis fortsetzen.
Grad 4:               BALVERSA absetzen.
Orale Mukositis       
Grad 1:               Therapie mit der derzeitigen Dosis fortsetzen.
Grad 2:               Wenn bei dem Patienten andere mit dem Arzneimittel in Zusammenhang stehende
                      unerwünschte Ereignisse vom Grad 2 auftreten, sollte eine Unterbrechung der
                      Therapie mit BALVERSA in Betracht gezogen werden. Die Therapie mit BALVERSA
                      sollte unterbrochen werden, wenn der Patient bereits länger als eine Woche
                      symptomatisch behandelt wurde. Bei Unterbrechung der Therapie mit BALVERSA
                      ist eine Neubeurteilung innerhalb von 1-2 Wochen vorzunehmen. Bei erstem
                      Auftreten von Toxizität und Abklingen auf ≤ Grad 1 oder den Ausgangswert
                      innerhalb von 2 Wochen, wieder mit der gleichen Dosis beginnen. Bei
                      wiederholtem Auftreten oder wenn es mehr als 2 Wochen dauert, bis die
                      Symptome auf ≤ Grad 1 oder den Ausgangswert zurückgehen, die Therapie mit
                      einer um eine Stufe niedrigeren Dosis fortsetzen.
Grad 3:               Unterbrechen der Therapie mit BALVERSA und in 1–2 Wochen eine Neubeurteilung
                      der klinischen Situation vornehmen. Wenn die Symptome auf ≤ Grad 1 oder den
                      Ausgangswert zurückgehen, ist die Therapie mit einer um eine Stufe
                      niedrigeren Dosis fortzusetzen.
Grad 4:               BALVERSA absetzen.
Mundtrockenheit       
Grad 1:               BALVERSA mit der derzeitigen Dosis fortsetzen.
Grad 2:               BALVERSA mit der derzeitigen Dosis fortsetzen.
Grad 3:               Unterbrechen der Therapie mit BALVERSA (bis zu 28 Tage lang), mit
                      wöchentlicher Neubeurteilung der klinischen Situation. Wenn die Symptome auf
                      ≤ Grad 1 oder den Ausgangswert zurückgehen, die Therapie mit einer um eine
                      Stufe niedrigeren Dosis fortsetzen.

 
Spezielle Dosierungsanweisungen
Patienten mit Leberfunktionsstörungen
Bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Pharmakokinetik). Es liegen nur begrenzte Daten von Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion vor.
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
Aufgrund der populationsspezifischen pharmakokinetischen Analyse ist bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer Nierenfunktionsstörung keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Pharmakokinetik). Es liegen nur begrenzte Daten von Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion vor.
Ältere Patienten (65 Jahre und älter)
Im Allgemeinen wurde kein Unterschied in Bezug auf die Sicherheit oder Wirksamkeit zwischen älteren und jüngeren erwachsenen Patienten festgestellt. Bei älteren Patienten werden keine spezifischen Dosisanpassungen für notwendig erachtet (siehe klinische Wirksamkeit und Unerwünschte Wirkungen).
Pädiatrische Population (<18 Jahre)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Erdafitinib bei Kindern und Jugendlichen ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.

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